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Buch - Die alte Jungfer - Lessing, Gotthold Ephraim

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Originalwerk · Lesefassung

Die alte Jungfer

Lessing, Gotthold Ephraim · 1748

Die alte Jungfer von Lessing, Gotthold Ephraim. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Porträt von Lessing, Gotthold Ephraim; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Lessing, Gotthold Ephraim · Anton Graff · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 4 von 6

1. Akt

1
Erster Auftritt
Vorlage S. 733
2
Jungfer Ohldin. Herr Oronte und seine Frau.
Vorlage S. 733
3
HERR ORONTE.
Vorlage S. 733
4
Ach! Grillen, dazu wird man nimmermehr zu alt! und wie alt sind Sie denn? Wie lange ist es, dass ich Sie noch habe auf dem Arme herum tragen sehn? Wenn es 50, ein, zwei – – je nu – – etliche funfzig Jahr – – –
Vorlage S. 733
5
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 733
6
Warum nicht achtzig gar? Wenn Sie mich für so alt halten, was reden Sie mir viel vom Heiraten vor?
Vorlage S. 733
7
HERR ORONTE.
Vorlage S. 733
8
Ei nicht doch! nicht zu alt! gar nicht zu alt! 54 Jahr ist just recht für eine mannbare Jungfer – – – Wenn die Dingergen so jung heiraten, so werden auch die Kinder darnach – – –
Vorlage S. 733
9
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 733
10
Mit Ihren 54 Jahren – – –
Vorlage S. 733
11
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 733
12
Es ist wahr. Du irrest dich, mein Kind. Kannst du doch noch nicht einmal so alt sein.
Vorlage S. 733
13
HERR ORONTE.
Vorlage S. 733
14
Das stünde mir auch an. Ich, und das Säkulum, wir gehen mit einander. Darfst du dich etwan über mein Alter beschweren? Bin ich nicht noch – –
Vorlage S. 733
15
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 733
16
Gut! gut! Also kannst du sie nicht, als ein Kind, gekannt haben.
Vorlage S. 733
17
HERR ORONTE.
Vorlage S. 733
18
Ach – – was, Kind – –
Vorlage S. 733
19
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 733
20
Wenn Sie mir nicht glauben wollen; mein Taufschein kann es ausweisen, dass ich erst auf Ostern fünfzig Jahr bin.
Vorlage S. 733
21
HERR ORONTE.
Vorlage S. 733
22
Was? Sie erst funfzig Jahr? Ich denke, wer weiß wie alt Sie sind. O! da ist ihre Zeit noch nicht verflossen. Sara war 90 Jahr alt. Und nach Ihrem Gesichte hätte ich Sie gewiss auch nicht für jünger – –
Vorlage S. 733
23
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 733
24
Ei! mein Gesicht – – mein Gesicht – – wem das nicht ansteht –
Vorlage S. 733
25
HERR ORONTE.
Vorlage S. 735
26
Wer sagt das? Ihr Gesichte hat noch seine Liebhaber. Würde denn sonst der Herr Capitaine von Schlag? – – –
Vorlage S. 735
27
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 735
28
Was? von? ist er gar ein Adlicher?
Vorlage S. 735
29
HERR ORONTE.
Vorlage S. 735
30
Ja freilich, und zwar aus einer der ältesten Familien. Er steht bei dem König vortrefflich angeschrieben, der ihm auch in Gnaden seinen Abschied erteilt hat, weil er das Unglück hatte, im letzten Feldzuge, zu fernern Diensten, untüchtig gemacht zu werden.
Vorlage S. 735
31
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 735
32
Untüchtig? – – – Nein, ich besinne mich alleweile. Ich mag ihn nicht. Wenden Sie sich an eine andre. Ich kann nichts tun, als ihn bedauren.
Vorlage S. 735
33
HERR ORONTE.
Vorlage S. 735
34
Er mag aber keine andre, als Sie. Und verlangen Sie denn einen Mann, der stets zu Felde liegt? und der um Sie des Jahrs kaum zwei Nächte sein kann? Die abgedankten Offizier sind die besten Ehemänner; wenn sie ihren Mut nicht mehr an den Feinden beweisen können, so sind sie desto mannhafter gegen ihre – – – Doch ich komme zu weit in Text. Sie verstehen mich doch nicht. – – –
Vorlage S. 735
35
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 735
36
Ach – denkt doch – –
Vorlage S. 735
37
HERR ORONTE.
Vorlage S. 735
38
So? verstehen Sies schon? Ich denke – – –
Vorlage S. 735
39
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 735
40
Ich denke, dass Sie mich nur zum besten haben wollen.
Vorlage S. 735
41
HERR ORONTE.
Vorlage S. 735
42
Oder Sie mich. Sage ich. Sie verstehens, so ist es nicht recht. Sage ich, Sie verstehens nicht, so ists wieder nicht recht. Ich sehe wohl, so alt Ihr Köpfchen ist, so eigensinnig ist es auch. Wollen Sie, oder wollen Sie nicht?
Vorlage S. 735
43
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 735
44
Behüts Gott! muss man sich denn gleich ärgern? Reden Sie ihm doch zu, Frau Oronte.
Vorlage S. 735
45
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 735
46
Du musst, mein lieber Mann, ein wenig gelinder mit ihr verfahren. Du wirst es ja wohl noch an meinem Beispiele wissen, wie es einem Frauenzimmer ist, wenn man ihr das erstemal dergleichen Sachen vorsagt.
Vorlage S. 735
47
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 735
48
Ach, das erstemal – – das erstemal – – Wenn ich hätte heiraten wollen – –
Vorlage S. 735
49
HERR ORONTE.
Vorlage S. 735
50
Sie wollen also nicht?
Vorlage S. 735
51
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 735
52
Dass Gott! Sie sind auch gar zu stürmisch – – Kann man sich denn in solchen wichtigen Sachen gleich auf der Stelle entschließen?
Vorlage S. 735
53
HERR ORONTE.
Vorlage S. 736
54
Ja, ja. Man kann und muss. Gleich in der ersten Hitze. Wenn die verdammte Überlegung darzu kömmt, so ist es auf einmal aus. Gott sei Dank! die Überlegung ist mein Fehler nicht. Soll denn Ihr schönes Vermögen an lachende Erben kommen? In den Händen Ihres verschwendrischen Vetters wirds lange währen. Selbst Kinder gemacht, so weiß man doch, wem mans hinterläßt. Sie kommen durch die Heirat in ein altes adliches Geschlecht, Sie wissen nicht wie. Und wollen Sie denn in die Grube fahren, ohne das überirdische Vergnügen des Ehestands geschmeckt zu haben?
Vorlage S. 736
55
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 736
56
Je nu, so wäre mein Trost, dass ich auch seine Beschwerlichkeiten nicht hätte ertragen dürfen.
Vorlage S. 736
57
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 736
58
O! die sind bei der Lust, die er uns schafft, zu dulden. Und kömmt ein Paar zusammen, wie ich und mein lieber Mann, so wird man wenig davon zu sagen haben. Nicht wahr, mein allerliebstes Kind? Wie – –
Vorlage S. 736
59
HERR ORONTE.
Vorlage S. 736
60
Ja. Das ist wahr, mein Schätzchen, wir haben einander das Leben so süße gemacht, so anmutig – – Wir sind auch in unserer Nachbarschaft ein Muster einer glücklichen Ehe.
Vorlage S. 736
61
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 736
62
Wir sind ein Leib und eine Seele beständig gewesen – –
Vorlage S. 736
63
HERR ORONTE.
Vorlage S. 736
64
Wir wissen von keinem Zank noch Streit. Des einen Verlangen ist stets auch des andern Wille gewesen. Ja, mein englisches Weibchen – –
Vorlage S. 736
65
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 736
66
Das ist wahr, mein goldnes Männchen.
Vorlage S. 736
67
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 736
68
Wahrlich, so ein Paar macht einem den Mund ganz wäßrig.
Vorlage S. 736
69
HERR ORONTE.
Vorlage S. 736
70
Und das nun schon in die 26 Jahr.
Vorlage S. 736
71
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 736
72
So einig, so vertraut, wie die Täubchen – –
Vorlage S. 736
73
HERR ORONTE.
Vorlage S. 736
74
Schon 26 Jahr.
Vorlage S. 736
75
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 736
76
Du irrst dich, mein Kind; erst 24.
Vorlage S. 736
77
HERR ORONTE.
Vorlage S. 736
78
Ei! wie so? Zähle doch nach.
Vorlage S. 736
79
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 736
80
Je nu ja. Vier und zwanzig Jahr, und nicht mehr.
Vorlage S. 736
81
HERR ORONTE.
Vorlage S. 737
82
Warum auch nicht? Vom Jahr Christi, Anno 1724. Ich weiß es ganz eigentlich, ich habe es an meine Cabinettüre geschrieben.
Vorlage S. 737
83
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 737
84
Cabinet – – Cabinet – – Vortreffliches Cabinetstückchen. Ich sehe wohl, dein einziges Vergnügen ist, mir zu widersprechen.
Vorlage S. 737
85
HERR ORONTE.
Vorlage S. 737
86
O sachte! Du schreibst deine närrische Gemütsart auf meine Rechnung. Das Widersprechen eben ist dein Fehler, und zu meinem Unglücke nicht der einzige.
Vorlage S. 737
87
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 737
88
Mein Fehler? Der unbesonnene Mann!
Vorlage S. 737
89
HERR ORONTE.
Vorlage S. 737
90
Ich unbesonnen? unbesonnen? Was hält mich?
Vorlage S. 737
91
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 737
92
Heirate Sie ja nicht, liebe Jungfer. So sind die Männer alle; und der beste ist nicht des Teufels wert.
Vorlage S. 737
93
HERR ORONTE.
Vorlage S. 737
94
Was? Nicht des Teufels wert? Frau, ich erschlage dich. Nicht des Teufels wert?
Vorlage S. 737
95
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 737
96
Ja, ja. Er ist des Teufels wert.
Vorlage S. 737
97
HERR ORONTE.
Vorlage S. 737
98
Dein Glück, dass du widerrufst! Von 1724 bis 1748 sollen nicht mehr als 24 Jahr sein! bist du närrisch?
Vorlage S. 737
99
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 737
100
Oder du? Zähle doch! 24 bis 34 sind zehn Jahr. 34 bis 44 sind zwanzig. 45. 46. 47. 48 sind vier Jahr; sind 24 Jahr.
Vorlage S. 737
101
HERR ORONTE.
Vorlage S. 737
102
Du gottloses Weib. Nur, dass du widersprechen willst. Lass mich einmal zählen. 24 bis 34 sind zehn, 34 bis 44 sind zwanzig Jahr. 45. 46. 47. 48 sind, sind – – halt, ich habe mich verzählt. 24 bis 34 sind zehn Jahr, 34 bis 44 sind auch zehn Jahr, das sind zwanzig Jahr. 45. 46. 47. 48 – – Je verflucht! – – Nu Jungfer Ohldin, entschließen Sie sich kurz. Was wollen Sie tun? damit ich nur von der verzweifelten Rechthaberin wegkomme.
Vorlage S. 737
103
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 737
104
Sie machen sich unglücklich, wenn Sie ihm folgen. Sprechen Sie, um Gottes willen, nein.
Vorlage S. 737
105
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 737
106
Ach, meine liebe Frau Oronte, man merkt Ihren Unwillen gegenen Ihren Mann gar zu deutlich.
Vorlage S. 737
Porträt von Lessing, Gotthold Ephraim; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Lessing, Gotthold Ephraim · Anton Graff · Public domain Bildquelle ↗
107
HERR ORONTE.
Vorlage S. 737
108
Du böses Weib! du willst mir auch meinen Rekompenz zu Wasser machen. Jungfer Ohldin, erklärt! erklärt!
Vorlage S. 737
109
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 737
110
Je nu – – Ja – – Wenn – –
Vorlage S. 737
111
HERR ORONTE.
Vorlage S. 738
112
Ach! was wenn? Sie können die Bedingungen alle mit Freuden annehmen. Ich habe also Ihr Wort, und meinen Zweck erlangt! Gut. Wieder 50 Rtlr. erworben!
Vorlage S. 738
113
Zweiter Auftritt
Vorlage S. 738
114
Jungfer Ohldin. Frau Oronte.
Vorlage S. 738
115
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 738
116
Er geht fort, und eine halbe Antwort – –
Vorlage S. 738
117
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 738
118
Gefangen waren Sie! So ein unvernünftiger Mann; wenn man ihm einen Finger gibt, nimmt er die ganze Hand!
Vorlage S. 738
119
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 738
120
Je nu – – Wie Gott will.
Vorlage S. 738
121
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 738
122
Behüts Gott! Sie werden doch das nicht tun! Ich will dem Flegel nachlaufen, ich will ihm nachlaufen.
Vorlage S. 738
123
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 738
124
Nehmen Sie mirs nicht übel. Sie suchen doch alle Gelegenheiten, sich mit Ihrem Manne zu zanken, vor. Das ist gar nicht hübsch.
Vorlage S. 738
125
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 738
126
Ach, ich sehe wohl, der Narr ist Ihnen auch in den Kopf gekommen. Sie denken wer weiß was für Zuckerlecken bei einem Manne ist. Das Unglück hat Sie so lange verschont – –
Vorlage S. 738
127
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 738
128
Ach! pap! pap! pap! Wenn man sich das Unglück nicht selber zuzieht. Der Mann ist einmal Herr – –
Vorlage S. 738
129
FRAU ORONTE.
Vorlage S. 738
130
Und der muss Ihnen sehr not tun. Leben Sie wohl. Machen Sie, was Sie wollen.
Vorlage S. 738
131
Dritter Auftritt
Vorlage S. 738
132
Jungfer Ohldin, hernach Lisette.
Vorlage S. 738
133
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 738
134
Die Neidische! Nu, so will mich doch der Himmel auch einmal erlösen. Ich zittre ganz vor Freuden. Ach wie sauer wurde mir das Ja. Gott sei Dank, dass es heraus ist!
Vorlage S. 738
135
LISETTE.
Vorlage S. 738
136
Was war denn das wieder für ein Besuch? Nicht wahr, Herr Oronte wollte Geld borgen?
Vorlage S. 738
137
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 739
138
Die Närrin denkt, bei mir sei sonst nichts, als nur das leidige Geld zu suchen.
Vorlage S. 739
139
LISETTE.
Vorlage S. 739
140
Nu, einen Freier hat er Ihnen doch wohl nicht gebracht? Obgleich jetziger Zeit die Freier auch zu einer Art von Geldborgern geworden sind. Über dergleichen Sachen sind Sie weg. Es ist auch wahr, der Ehestand ist eine rechte Hölle – –
Vorlage S. 739
141
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 739
142
Gott behüte uns! Lisette bedenkst du auch, was du sagst?
Vorlage S. 739
143
LISETTE.
Vorlage S. 739
144
Nichts, als was Sie unzähligmal gesagt haben. Ach, dass mich doch niemand will in die Hölle holen! So lange hätte ich nimmermehr Gedult, als Sie. Und wenn Sie nicht bald darzu tun, so wirds zu spät.
Vorlage S. 739
145
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 739
146
Zu spät – – unvernünftiges Mensch! Wie alt bin ich denn?
Vorlage S. 739
147
LISETTE.
Vorlage S. 739
148
Für mich ist das keine Rechnung. Ich kann nicht bis fünfzig zählen.
Vorlage S. 739
149
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 739
150
Bloß deine dumme Spötterei könnte mich zu was bringen, was dir und meinem Vetter nicht lieb sein würde.
Vorlage S. 739
151
LISETTE.
Vorlage S. 739
152
Sachte also! Sachte! Ich könnte sie vollens desperat machen.
Vorlage S. 739
153
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 739
154
Kurz, ich heirate. Der Herr Capitaine von Schlag hat sich alleweile durch Herr Oronten bei mir antragen lassen. Ich habe ihm mein Jawort gegeben, und ich hoffe, die Sache soll heute noch richtig werden.
Vorlage S. 739
155
LISETTE.
Vorlage S. 739
156
Unvergleichlicher Traum! Er muss Ihnen die vorige Nacht sehr anmutig gemacht haben. Wie legen Sie sich, wenn Sie so träumen wollen? Auf den Rücken? auf den Bauch? oder – – –
Vorlage S. 739
157
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 739
158
Narrenspossen bei Seite! Was ich gesagt, ist wahr. Und ich gehe itzo den Augenblick, meine Wechsel und Dokumente in Ordnung zu bringen.
Vorlage S. 739
159
LISETTE.
Vorlage S. 739
160
Daran tun Sie sehr wohl. Denn die geht die Heirat doch wohl mehr an, als Sie – –
Vorlage S. 739
161
JUNGFER OHLDIN.
Vorlage S. 739
162
Schweig! grobes Ding!
Vorlage S. 739
163
Vierter Auftritt
Vorlage S. 740
164
Lisette, und hernach Lelio.
Vorlage S. 740
165
LISETTE.
Vorlage S. 740
166
O! allerliebste Post für ihren Vetter! Ob er denn in seiner Stube ist? Herr Lelio! Herr Lelio! Die Männersucht ist doch eine recht wesentliche Krankheit des Frauenzimmers. Es mag so jung, oder so alt sein als es will. Ach – – ich befinde mich in der Tat auch nicht gesund. Herr Lelio!
Vorlage S. 740
167
LELIO.
Vorlage S. 740
168
Was gibts? Ei, Mademoiselle Lisette! Ich dächte, mein Närrchen, du hättest dich können zu mir in meine Stube bemühen.
Vorlage S. 740
169
LISETTE.
Vorlage S. 740
170
Ergebene Dienerin! Das hieße sich zu weit in des Feindes Länder wagen. Der Platz hier ist neutral. Hier kann ich Ihren Anfällen trotzen.
Vorlage S. 740
171
LELIO.
Vorlage S. 740
172
Ach! Wer nur den Angriff wagen will, gewinnt dich aller Orten.
Vorlage S. 740
173
LISETTE.
Vorlage S. 740
174
Schade, dass es niemand hört. Sonst würde ich Ihnen für gütige Rekommendation danken. Doch zur Sache! Ich habe Ihnen eine recht besondre neue Neuigkeit zu sagen.
Vorlage S. 740
175
LELIO.
Vorlage S. 740
176
Gut! dass du auf das Kapitel von Neuigkeiten kömmst. Ich habe dir auch was sehr Drolligtes daraus mitzuteilen.
Vorlage S. 740
177
LISETTE.
Vorlage S. 740
178
Meines ist doch wohl noch drollichter.
Vorlage S. 740
179
LELIO.
Vorlage S. 740
180
Unmöglich! Was wetten wir?
Vorlage S. 740
181
LISETTE.
Vorlage S. 740
182
Schade auf das Wetten! ich bekomme doch nichts von Ihnen.
Vorlage S. 740
183
LELIO.
Vorlage S. 740
184
Ei. Du bist närrisch. Warte nur, bis meine Muhme stirbt. Denn – –
Vorlage S. 740
185
LISETTE.
Vorlage S. 740
186
O, die hat noch viel vor ihrem Tode in willens.
Vorlage S. 740
187
LELIO.
Vorlage S. 740
188
Du redst, als wenn du schon wüsstest, was ich dir sagen wollte.
Vorlage S. 740
189
LISETTE.
Vorlage S. 740
190
Nu? Nur heraus! was ist es denn?
Vorlage S. 740
191
LELIO.
Vorlage S. 740
192
Lass nur erst deine Neuigkeit hören.
Vorlage S. 740
193
LISETTE.
Vorlage S. 740
194
Nu so hören Sie. Ihre Muhme – –
Vorlage S. 740
195
LELIO.
Vorlage S. 740
196
Meine Muhme – –
Vorlage S. 740
197
LISETTE.
Vorlage S. 740
198
Will heiraten.
Vorlage S. 740
199
LELIO.
Vorlage S. 740
200
Will heiraten. Das wollte ich dir auch sagen. Wo, Henker, hast du es schon her? Nur den Augenblick hat mir es die Frau Oronte gesagt, die mir auch allen möglichen Beistand, es zu hintertreiben, versprach.
Vorlage S. 740
201
LISETTE.
Vorlage S. 741
202
O! in dergleichen Entschließungen sind die alten Jungfern zu hartnäckig.
Vorlage S. 741
203
LELIO.
Vorlage S. 741
204
Aber was, Henker, werden meine Creditores darzu sagen? die mir mit 12 Prozent so christlich ausgeholfen, in Hoffnung, dass ich einst ihr Universalerbe werden würde.
Vorlage S. 741
205
LISETTE.
Vorlage S. 741
206
Das ist der Creditoren Sorge. Was bekümmern Sie sich darum?
Vorlage S. 741
207
LELIO.
Vorlage S. 741
208
Um die, die es schon sind, ist mir nicht sehr leid. Sondern um die, die es etwan noch werden sollten. Auf was werde ich die vertrösten können?
Vorlage S. 741
209
LISETTE.
Vorlage S. 741
210
Nur auf nichts Gewissers, als Ihre Erbschaft; sonst laufen Sie Gefahr, dass Sie sie einmal bezahlen müssen.
Vorlage S. 741
211
Fünfter Auftritt
Vorlage S. 741
212
Lelio. Lisette. Peter, mit einem Korbe Gebackens.
Vorlage S. 741
Druckpresse von 1811. Kontextbild zur Herstellung gedruckter Bücher, keine Szene aus dem gelesenen Werk.
Kontextbild zum Werk. Historische Handtiegelpresse · MatthiasKabel (Fotografie) · CC BY-SA 3.0 Bildquelle ↗
213
PETER.
Vorlage S. 741
214
Holla, ihr Leutchen! kauft ihr heute nichts?
Vorlage S. 741
215
LISETTE.
Vorlage S. 741
216
Nichts, das mal, Peter.
Vorlage S. 741
217
PETER.
Vorlage S. 741
218
Makronen, Krafttörtchen, Zuckerbretzeln, Spritzkuchen; nichts?
Vorlage S. 741
219
LISETTE.
Vorlage S. 741
220
Nichts. Nein.
Vorlage S. 741
221
PETER.
Vorlage S. 741
222
Gar nichts? Herr Lelio, für das Naschmaul. Makronen, Krafttörtchen, Zuckerbretzeln, Spritzkuchen.
Vorlage S. 741
223
LELIO.
Vorlage S. 741
224
Pack dich! Ich habe heute kein Geld!
Vorlage S. 741
225
PETER.
Vorlage S. 741
226
Kaufen Sie immer. Makronen, Krafttörtchen, Zuckerbretzeln, Spritzkuchen.
Vorlage S. 741
227
LELIO.
Vorlage S. 741
228
Ich werde bald eine Erbschaft tun. Willst du mir so lange borgen, so nehme ich dir deinen ganzen Korb ab.
Vorlage S. 741
229
PETER.
Vorlage S. 741
230
Ha! Ha! Sie kommen auf des Herren Capitains Sprünge. Der kaufte mir gewiss auch alle Tage ab, wenn ich nur bis nach seiner Heirat mit dem Gelde warten wollte. Aber, ihr Herren, so was frisst sich wohl gut, doch lässt sichs schwer bezahlen, wenn man es nicht mehr schmeckt.
Vorlage S. 741
231
LELIO.
Vorlage S. 742
232
Was ist das für ein Capitaine?
Vorlage S. 742
233
PETER.
Vorlage S. 742
234
Je der, er wohnt drei Treppen hoch, hintenraus.
Vorlage S. 742
235
LELIO.
Vorlage S. 742
236
Wo denn?
Vorlage S. 742
237
PETER.
Vorlage S. 742
238
Da, oben in der breiten Straße. Es ist eine kleine Stube, nur mit einem Fenster.
Vorlage S. 742
239
LISETTE.
Vorlage S. 742
240
Nu, wissen Sie denn noch nicht genug? Der Capitaine, in der breiten Straße, drei Treppen hoch, hintenraus, in einer kleinen Stube mit zwei Fenstern.
Vorlage S. 742
241
PETER.
Vorlage S. 742
242
Ja, ja. Ganz recht. Eben der.
Vorlage S. 742
243
LELIO.
Vorlage S. 742
244
Wie heißt er aber denn? Narre.
Vorlage S. 742
245
PETER.
Vorlage S. 742
246
Je, wie er heißt – – Er heißt – – warten Sie – – ich werde mich wohl besinnen. Sein Hund heißt Judas. Es ist so ein großer gelber Fleischerhund – – das weiß ich. Aber er – – er heißt – – von Prügel – – nein – von Stoß – – nein – ha ha – – Schlag, von Schlag. Der Herr Capitaine von Schlag.
Vorlage S. 742
247
LELIO.
Vorlage S. 742
248
So kennst du den?
Vorlage S. 742
249
PETER.
Vorlage S. 742
250
Warum nicht? Auch seinen Bedienten habe die Ehre zu kennen. Denn der ist meiner Mutter Tochter Mann. Und wo ich mich nicht irre, so sind wir gar Schwäger.
Vorlage S. 742
251
LISETTE.
Vorlage S. 742
252
Je Peter, so könntest du uns einen großen Dienst tun.
Vorlage S. 742
253
PETER.
Vorlage S. 742
254
Topp! Wenn er mir was einbringt, so ist er so gut als getan. Lass hören! Er setzt seinen Korb weg.
Vorlage S. 742
255
LISETTE.
Vorlage S. 742
256
Weißt du, wen der Herr von Schlag heiraten will?
Vorlage S. 742
257
PETER.
Vorlage S. 742
258
Die erste, die beste; wenn sie nur Geld hat. Ich glaube, er nähme dich. Aber – –
Vorlage S. 742
259
LISETTE.
Vorlage S. 742
260
O! Ich will schon sehen, dass ich mich anderwärts ohne das Aber unterbringe. Kurz er will unsre alte Jungfer heiraten.
Vorlage S. 742
261
PETER.
Vorlage S. 742
262
Ja er will – –
Vorlage S. 742
263
LISETTE.
Vorlage S. 742
264
O! sie will auch.
Vorlage S. 742
265
PETER.
Vorlage S. 742
266
Desto besser. Die Sache ist also richtig. Und ich habe künftig einen Kundmann mehr.
Vorlage S. 742
267
LISETTE.
Vorlage S. 742
268
Ja, Narre, aber wir wollen nicht. Sie macht sich über den Korb.
Vorlage S. 742
269
PETER.
Vorlage S. 742
270
Nu gut, so wird nichts draus.
Vorlage S. 742
271
LELIO.
Vorlage S. 743
272
Zu wünschen wäre es, und ich verlöre meine Erbschaft nicht.
Vorlage S. 743
273
PETER.
Vorlage S. 743
274
Ha! ha! ha!
Vorlage S. 743
275
LELIO.
Vorlage S. 743
276
Was lachst du?
Vorlage S. 743
277
PETER.
Vorlage S. 743
278
Ha! ha! Steht Ihre Erbschaft auf Freiers Füßen? Gut, dass ich meine Makronen noch habe! Aber, was wolltest du mir sagen, Lisette? Er sieht, dass sie nascht. O! mein Blut, du wärst mir die Rechte! Kätz weg! Ich werde ankommen bei meiner Frau. Sie hat mir alle Stückgen zugezählt. Er setzt den Korb auf die andre Seite.
Vorlage S. 743
279
LISETTE.
Vorlage S. 743
280
Narre, ich will kosten. Vielleicht kaufe ich was, wenn mirs schmeckt. Nu, höre nur. Mache dir doch einen Weg mit deinem Krame – – Sie geht auf die andre Seite. zu ihm.
Vorlage S. 743
281
PETER.
Vorlage S. 743
282
Wärst du nur stehn geblieben, Lisette. Ich kann auf jenem Ohre so gut hören, als auf dem. Er setzt den Korb wieder auf die andre Seite. Nu, was soll ich denn bei ihm, er kauft mir ja nichts ab.
Vorlage S. 743
283
LISETTE.
Vorlage S. 743
284
Könntest du nicht etwan mit einer gescheiten Art auf seine Heirat zu reden kommen – –
Vorlage S. 743
285
PETER.
Vorlage S. 743
286
Auf eine gescheite Art? Zweifelst du daran? Der Henker, ich weiß solche schöne Übergänge – – zum Exempel – – er spräche: ich brauche nichts von deiner Ware, Peter. So würde ich etwan sagen – – Ja, was wollte ich sagen? – – Je nu, ich würde sagen: nichts? gar nichts? Behüte Sie Gott – – und ginge wieder meiner Wege.
Vorlage S. 743
287
LISETTE.
Vorlage S. 743
288
Narre, was hättest du denn also von der Heirat mit ihm geredet? Und nicht allein das sollst du tun, sondern du sollst auch sehen, wie du ihm unsre Jungfer aus dem Sinne bringst. Wir wollen dir auch deswegen die dazu gehörige Freiheit geben, ihr alle Schande und Laster nachzusagen, wenn es nur was hilft.
Vorlage S. 743
289
LELIO.
Vorlage S. 743
290
Der Einfall wäre nicht dumm, aber der, der ihn ausführen soll, ist desto dümmer.
Vorlage S. 743
291
PETER.
Vorlage S. 743
292
O, nein. Sie irren sich, Herr Lelio. In solchen Sachen habe ich was getan. Nur eine kleine Probe zu machen. Gesetzt, Sie wären der Herr Capitaine. Was, würde ich sagen, Sie wollen heiraten? wer hätte sich das sollen träumen lassen? Sie, der sonst ein solcher Verächter des Ehestands – – zwar, nein, das wäre nichts. Es ist nicht wahr. Er hätte lange gern geheiratet. – – – Aber so – – Was? die alte Jungfer wollen Sie heiraten? – – Nu, nu es ist nicht übel, sie hat wacker viel Geld.
Vorlage S. 743
293
LISETTE.
Vorlage S. 744
294
Ei, du wärst uns der Rechte! Geh, geh, ich sehe schon, es ist mit dir nichts anzufangen.
Vorlage S. 744
295
PETER.
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296
Ei, wie so? Hast du mich doch noch nicht probiert. Aber glaubst du, dass es was helfen würde, wenn ich sagte: das alte Affengesichte wollen Sie heiraten? Sie sieht ja aus, als wenn sie schon drei Jahr im Grabe gelegen hätte. Die wird Ihr hochadliches Geschlecht weit fortpflanzen. Und, im Vertrauen gesagt, man spricht gar, sie wäre eine Hexe. Ihr Reichtum, von dem man so viel Redens macht, sind lauter glühende Kohlen, die sie in großen Töpfen hinter der Kellertür stehn hat, und wobei ein großer schwarzer Hund Wache liegt. Einer mit feurigen Augen, mit sechs Reihen Zähne, mit einem dreifachen Schwanze – –
Vorlage S. 744
297
LISETTE.
Vorlage S. 744
298
Ach, behüte uns Gott. Mit einem dreifachen – – Kerl! du machst einem mit deinen Reden zu fürchten, dass man des Todes sein könnte. Sie macht sich wieder über den Korb.
Vorlage S. 744
299
PETER.
Vorlage S. 744
300
Ho! Ho! Und bei ihm würde das alles nichts helfen. Lass dich unbekümmert, würde er sagen. Ich will schon sehn, dass ich mich des Schatzes bemächtige. So gut ich in Schlesien oder Böhmen, wenn der Bauer sein bißgen Habseligkeit noch so tief vergraben hatte – –
Vorlage S. 744
301
LISETTE.
Vorlage S. 744
302
Mir fällt noch was Bessers ein. Das wird gewiss gehn.
Vorlage S. 744
303
PETER.
Vorlage S. 744
304
Nu was? hat dich der Teufel schon wieder übern Korbe? Ich muss ihn nur wieder umhängen.
Vorlage S. 744
305
LISETTE.
Vorlage S. 744
306
Sei kein Narre, er wird dir ja zu schwer.
Vorlage S. 744
307
PETER.
Vorlage S. 744
308
Nein. Nein. Wenn ich ihn zu lange stehn ließe, möchte er gar zu leichte werden.
Vorlage S. 744
309
LISETTE.
Vorlage S. 744
310
Ich weiß, dass unsre Jungfer den Herrn von Schlag noch nie gesehen hat. Ich dächte, wenn du dich für ihn ausgäbst – – –
Vorlage S. 744
311
LELIO.
Vorlage S. 745
312
Ich versteh dich, Lisette. Das ist vortrefflich ausgesonnen.
Vorlage S. 745
313
PETER.
Vorlage S. 745
314
Ich versteh noch nichts.
Vorlage S. 745
315
LISETTE.
Vorlage S. 745
316
Kommt fort, wir wollen die Sache an einem sichern Orte überlegen. Hier möchten wir überrascht werden.
Vorlage S. 745
317
Ende des ersten Aufzugs.
Vorlage S. 745

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Und nach Ihrem Gesichte hätte ich …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Sie sind auch gar zu […] – – Kann man sich denn in solchen wichtigen Sachen gleich auf der Stelle entschließen?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Obgleich« in diesem Textausschnitt? »Obgleich jetziger Zeit die Freier auch zu einer Art von Geldborgern geworden sind.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Was bedeutet »nimmermehr« in diesem Ausschnitt? »So lange hätte ich nimmermehr Gedult, als Sie.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Ich sehe wohl, so alt Ihr Köpfchen ist, so eigensinnig ist es auch.« B: »Mache dir doch einen Weg mit deinem Krame – – Sie geht auf die andre Seite. zu ihm.« C: »So lange hätte ich nimmermehr Gedult, als Sie.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Aber, ihr Herren, so was frisst sich wohl gut, doch …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Der Henker, ich weiß solche schöne Übergänge – – zum Exempel – – er spräche: ich brauche nichts von deiner Ware, Peter.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Mit einem dreifachen – – Kerl! du machst einem mit deinen …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Ach! Grillen, dazu wird man nimmermehr zu alt! und wie alt sind Sie denn? Wie lange ist es, dass ich Sie noch habe auf dem Arme herum tragen sehn? Wenn es 50, ein, zwei – – je nu – – etliche funfzig Jahr – – –« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] sagen, Lisette? Er sieht, dass sie nascht. O! mein Blut, du wärst mir die Rechte! Kätz weg! Ich werde ankommen bei meiner Frau. Sie hat mir alle Stückgen zugezählt. Er setzt den Korb auf die andre Seite.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ach, behüte uns Gott. Mit einem dreifachen – – Kerl! du machst einem mit deinen Reden zu fürchten, dass man des Todes sein könnte. Sie macht sich wieder über den Korb.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ach, meine liebe Frau Oronte, man merkt Ihren Unwillen gegenen Ihren Mann gar zu deutlich.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Die erste, die beste; wenn sie nur Geld hat. Ich glaube, er nähme dich. Aber – –«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Du böses Weib! du willst mir auch meinen Rekompenz zu Wasser machen. Jungfer Ohldin, erklärt! erklärt!« und »Nur auf nichts Gewissers, als Ihre Erbschaft; sonst laufen Sie Gefahr, dass Sie sie einmal bezahlen müssen.«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Kommt fort, wir wollen die Sache an einem sichern Orte überlegen. Hier möchten wir überrascht werden.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Ach! Grillen, dazu wird man nimmermehr zu alt! und wie alt sind Sie denn? Wie lange ist es, dass ich Sie noch […]« / »Kommt fort, wir wollen die Sache an einem sichern Orte überlegen. Hier möchten wir überrascht werden.«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Grillen, dazu wird man nimmermehr zu alt! und wie alt sind Sie denn?«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Denn die geht die Heirat doch wohl mehr an, als Sie – –«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Hier möchten wir überrascht werden.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Die alte Jungfer von Lessing, Gotthold Ephraim ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Die alte Jungfer

Gotthold Ephraim Lessing: Werke. Herausgegeben von Herbert G. Göpfert in Zusammenarbeit mit Karl Eibl, Helmut Göbel, Karl S. Guthke, Gerd Hillen, Albert von Schirmding und Jörg Schönert, Band 1–8, München: Hanser, 1970 ff. Lessing, Gotthold Ephraim 733- München

Das Werk Die alte Jungfer von Lessing, Gotthold Ephraim ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.