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Buch - Des Epimenides Erwachen - Goethe, Johann Wolfgang

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Originalwerk · Lesefassung

Des Epimenides Erwachen

Goethe, Johann Wolfgang · 1749–1832

Des Epimenides Erwachen von Goethe, Johann Wolfgang. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–134 Abschnitte
Porträt von Goethe, Johann Wolfgang von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Goethe, Johann Wolfgang von · Joseph Karl Stieler · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 4

1. Akt

1
Erster Auftritt
2
DIE MUSE
3
zwei Genien, der eine an einem Thyrsus Leier, Masken, geschriebene Rolle trophäenartig tragend, der andere einen Sternenkreis um sich her.
4
In tiefe Sklaverei lag ich gebunden,
5
Und mir gefiel der Starrheit Eigensinn;
6
Ein jedes Licht der Freiheit war verschwunden,
7
Die Fesseln selbst, sie schienen mir Gewinn:
8
Da nahte sich, in holden Frühlingsstunden,
9
Ein Glanzbild; gleich entzückt – so wie ich bin –
10
Seh' ich es weit und breiter sich entfalten,
11
Und rings umher ist keine Spur des Alten.
12
Die Fesseln fallen ab von Händ' und Füßen,
Vorlage S. 366
13
Wie Schuppen fällt's herab vom starren Blick,
Vorlage S. 366
14
Und eine Träne, von den liebesüßen,
Vorlage S. 366
15
Zum ersten Mal sie kehrt ins Aug' zurück;
Vorlage S. 366
16
Sie fließt – ihr nach die Götterschwestern fließen,
Vorlage S. 366
17
Das Herz empfindet längst entwohntes Glück,
Vorlage S. 366
18
Und mir erscheint, was mich bisher gemieden,
Vorlage S. 366
19
Ganz ohne Kampf, der reine Seelenfrieden.
Vorlage S. 366
20
Und mir entgegnet, was mich sonst entzückte:
Vorlage S. 366
21
Der Leier Klang, der Töne süßes Licht
Vorlage S. 366
22
Und, was mich schnell der Wirklichkeit entrückte,
Vorlage S. 366
23
Bald ernst, bald frohgemut, ein Kunstgesicht;
Vorlage S. 366
24
Und das den Pergamenten Aufgedrückte,
Vorlage S. 366
25
Ein unergründlich schweres Leichtgewicht;
Vorlage S. 366
26
Der Sterne Kreis erhebt den Blick nach oben,
Vorlage S. 366
27
Und alle wollen nur das Eine loben.
Vorlage S. 366
28
Und Glück und Unglück tragen so sich besser,
Vorlage S. 366
29
Die eine Schale sinkt, die andre steigt,
Vorlage S. 366
30
Das Unglück mindert sich, das Glück wird größer,
Vorlage S. 366
31
So auf den Schultern trägt man beide leicht!
Vorlage S. 366
32
Da leere das Geschick die beiden Fässer,
Vorlage S. 366
33
Der Segen trifft, wenn Fluch uns nie erreicht;
Vorlage S. 366
34
Wir sind für stets dem guten Geist zuteile,
Vorlage S. 366
35
Der böse selbst, er wirkt zu unserm Heile.
Vorlage S. 366
36
So ging es mir! Mög' es euch so ergehen,
Vorlage S. 366
37
Dass aller Haß sich augenblicks entfernte
Vorlage S. 366
38
Und, wo wir noch ein dunkles Wölkchen sehen.
Vorlage S. 366
39
Sich alsobald der Himmel übersternte,
Vorlage S. 366
40
Es tausendfach erglänzte von den Höhen
Vorlage S. 366
41
Und alle Welt von uns die Eintracht lernte;
Vorlage S. 366
42
Und so genießt das höchste Glück hienieden:
Vorlage S. 366
43
Nach hartem äußern Kampf den innern Frieden.
Vorlage S. 366
44
Die Muse bewegt sich, als wenn sie abgehen wollte; die Kinder ziehen voran und sind schon in der Kulisse, sie aber ist noch auf dem Theater, wenn Epimenides erscheint; dann spricht sie folgende Stanze, geht ab, und jener kommt die Stufen herab.
Vorlage S. 366
45
MUSE.
Vorlage S. 367
46
Und diesen lass' ich euch an meiner Stelle,
Vorlage S. 367
47
Der, früher schon geheimnisvoll belehrt,
Vorlage S. 367
48
Als Mann der Weisheit unversiegter Quelle
Vorlage S. 367
49
Und ihrem Schaun sich treulich zugekehrt,
Vorlage S. 367
50
Nun freigesinnt, beinah zur Götterhelle
Vorlage S. 367
51
Die wunderbarsten Bilder euch erklärt;
Vorlage S. 367
52
Doch lasst vorher die wildesten Gestalten
Vorlage S. 367
53
In eigensinn'ger Kraft zerstörend walten.
Vorlage S. 367
54
Ab.
Vorlage S. 367
55
Zweiter Auftritt
Vorlage S. 367
56
EPIMENIDES.
Vorlage S. 367
57
Uralten Waldes majestätische Kronen,
Vorlage S. 367
58
Schroffglatter Felsenwände Spiegelflächen
Vorlage S. 367
59
Im Schein der Abendsonne zu betrachten –
Vorlage S. 367
60
Erreget Geist und Herz zu der Natur
Vorlage S. 367
61
Erhabnen Gipfeln, ja zu Gott hinan.
Vorlage S. 367
62
Auch schau' ich gern der Menschenhände Werk,
Vorlage S. 367
63
Woher des Meisters Hochgedanke strahlt;
Vorlage S. 367
64
Und dieser Pfeiler, dieser Säulen Pracht
Vorlage S. 367
65
Umwandl' ich sinnend, wo sich alles fügte,
Vorlage S. 367
66
Wo alles trägt und alles wird getragen!
Vorlage S. 367
67
So freut mich auch, zu sehn ein edles Volk
Vorlage S. 367
68
Mit seinem Herrscher, die im Einklang sich
Vorlage S. 367
69
Zusammenwirkend fügen, für den Tag,
Vorlage S. 367
70
Ja für Jahrhunderte, wenn es gelingt.
Vorlage S. 367
71
Und so begrüß' ich froh die Morgensonne,
Vorlage S. 367
72
Begrüße gleicherweis' die scheidende.
Vorlage S. 367
73
Dann wend' ich meinen Blick den Sternen zu,
Vorlage S. 367
74
Und dort wie hier ist Einklang der Bewegung.
Vorlage S. 367
75
Der Jugend Nachtgefährt' ist Leidenschaft,
Vorlage S. 367
76
Ein wildes Feuer leuchtet ihrem Pfad;
Vorlage S. 367
77
Der Greis hingegen wacht mit hellem Sinn,
Vorlage S. 367
78
Und sein Gemüt verschließt das Ewige.
Vorlage S. 367
79
Dritter Auftritt
Vorlage S. 367
80
GENIEN
Vorlage S. 367
81
treten rasch auf und stellen sich ihm zu beiden Seiten.
Vorlage S. 367
82
Wandelt der Mond und bewegt sich der Stern,
Vorlage S. 367
83
Junge wie Alte, sie schlafen so gern;
Vorlage S. 367
84
Leuchtet die Sonne nach löblichem Brauch,
Vorlage S. 367
85
Junge wie Alte, sie schlafen wohl auch.
Vorlage S. 368
86
EPIMENIDES.
Vorlage S. 368
87
Ein heitres Lied, ihr Kinder; doch voll Sinn.
Vorlage S. 368
88
Ich kenn' euch wohl! Sobald ihr scherzend kommt,
Vorlage S. 368
89
Dann ist es Ernst, und wenn ihr ernstlich sprecht,
Vorlage S. 368
90
Vermut' ich Schalkheit. Schlafen, meint ihr, schlafen?
Vorlage S. 368
91
An meine Jugend wollt ihr mich erinnern.
Vorlage S. 368
92
Auf Kretas Höhn, des Vaters Herde weidend,
Vorlage S. 368
93
Die Insel unter mir, ringsum das Meer,
Vorlage S. 368
94
Den Tageshimmel von der einzigen Sonne,
Vorlage S. 368
95
Von tausenden den nächtigen erleuchtet
Vorlage S. 368
96
Da strebt's in meiner Seele, dieses All,
Vorlage S. 368
97
Das herrliche, zu kennen; doch umsonst:
Vorlage S. 368
98
Der Kindheit Bande fesselten mein Haupt.
Vorlage S. 368
99
Da nahmen sich die Götter meiner an,
Vorlage S. 368
100
Zur Höhle führten sie den Sinnenden,
Vorlage S. 368
101
Versenkten mich in tiefen langen Schlaf.
Vorlage S. 368
102
Als ich erwachte, hört' ich einen Gott:
Vorlage S. 368
103
»Bist vorbereitet«, sprach er, »wähle nun!
Vorlage S. 368
104
Willst du die Gegenwart und das, was ist,
Vorlage S. 368
105
Willst du die Zukunft sehn, was sein wird?« Gleich
Vorlage S. 368
106
Mit heiterm Sinn verlangt' ich zu verstehn,
Vorlage S. 368
107
Was mir das Auge, was das Ohr mir beut.
Vorlage S. 368
108
Und gleich erschien durchsichtig diese Welt,
Vorlage S. 368
109
Wie ein Kristallgefäß mit seinem Inhalt.
Vorlage S. 368
110
Den schau' ich nun so viele Jahre schon;
Vorlage S. 368
111
Was aber künftig ist, bleibt mir verborgen.
Vorlage S. 368
112
Soll ich vielleicht nun schlafen, sagt mir an,
Vorlage S. 368
113
Dass ich zugleich auch Künftiges gewahre?
Vorlage S. 368
114
GENIEN.
Vorlage S. 368
115
Wärest du fieberhaft, wärest du krank,
Vorlage S. 368
116
Wüsstest dem Schlafe du herzlichen Dank;
Vorlage S. 368
117
Zeiten, sie werden so fieberhaft sein,
Vorlage S. 368
118
Laden die Götter zum Schlafen dich ein.
Vorlage S. 368
119
EPIMENIDES.
Vorlage S. 368
120
Zum Schlafen? jetzt? – Ein sehr bedeutend Wort.
Vorlage S. 368
121
Zwei euresgleichen sind's, wo nicht ihr selbst,
Vorlage S. 368
122
Sind Zwillingsbrüder, einer Schlaf genannt,
Vorlage S. 368
123
Den andern mag der Mensch nicht gerne nennen;
Vorlage S. 368
124
Doch reicht der Weise einem wie dem andern
Vorlage S. 368
125
Die Hand mit Willen – also, Kinder, hier!
Vorlage S. 369
126
Er reicht ihnen die Hände, welche sie anfassen.
Vorlage S. 369
127
Hier habt ihr mich! Vollziehet den Befehl
Vorlage S. 369
128
Ich lebte nur, mich ihm zu unterwerfen.
Vorlage S. 369
129
GENIEN.
Vorlage S. 369
130
Wie man es wendet und wie man es nimmt,
Vorlage S. 369
131
Alles geschieht, was die Götter bestimmt!
Vorlage S. 369
132
Lass nur den Sonnen, den Monden den Lauf,
Vorlage S. 369
133
Kommen wir zeitig und wecken dich auf.
Vorlage S. 369
134
Epimenides steigt, begleitet von den Knaben, die Stufen hinan, und als die Vorhänge sich öffnen, sieht man ein prächtiges Lager, über demselben eine wohlerleuchtende Lampe. Er besteigt es; man sieht ihn sich niederlegen und einschlafen. Sobald der Weise ruht, schließen die Knaben zwei eherne Pfortenflügel, auf welchen man den Schlaf und Tod, nach antiker Weise, vorgestellt sieht. Fernes Donnern.
Vorlage S. 369
135
Vierter Auftritt
Vorlage S. 369
136
HEERESZUG
Vorlage S. 369
137
im Kostüm der sämtlichen Völker, welche von den Römern zuerst bezwungen und dann als Bundesgenossen gegen die übrige Welt gebraucht worden.
Vorlage S. 369
138
Der Ruf des Herrn
Vorlage S. 369
139
Der Herrn ertönt;
Vorlage S. 369
140
Wir folgen gern,
Vorlage S. 369
141
Wir sind's gewöhnt;
Vorlage S. 369
142
Geboren sind
Vorlage S. 369
143
Wir all' zum Streit,
Vorlage S. 369
144
Wie Schall und Wind
Vorlage S. 369
145
Zum Weg bereit.
Vorlage S. 369
146
Wir ziehn, wir ziehn
Vorlage S. 369
147
Und sagen's nicht,
Vorlage S. 369
148
Wohin? wohin?
Vorlage S. 369
149
Wir fragen's nicht;
Vorlage S. 369
150
Und Schwert und Spieß,
Vorlage S. 369
151
Wir tragen's fern,
Vorlage S. 369
152
Und jens und dies,
Vorlage S. 369
153
Wir wagen's gern.
Vorlage S. 369
154
Fünfter Auftritt
Vorlage S. 370
155
DÄMON DES KRIEGS
Vorlage S. 370
156
sehr schnell auftretend.
Vorlage S. 370
157
Mit Staunen seh' ich euch, mit Freude,
Vorlage S. 370
158
Der ich euch schuf, bewundr' euch heute:
Vorlage S. 370
159
Ihr zieht mich an, ihr zieht mich fort,
Vorlage S. 370
160
Mich muss ich unter euch vergessen:
Vorlage S. 370
161
Mein einzig Streben sei immerfort,
Vorlage S. 370
162
An eurem Eifer mich zu messen.
Vorlage S. 370
163
Des Höchsten bin ich mir bewusst,
Vorlage S. 370
164
Dem Wunderbarsten widm' ich mich mit Lust:
Vorlage S. 370
165
Denn wer Gefahr und Tod nicht scheut,
Vorlage S. 370
166
Ist Herr der Erde, Herr der Geister;
Vorlage S. 370
167
Was auch sich gegensetzt und dräut,
Vorlage S. 370
168
Er bleibt zuletzt allein der Meister.
Vorlage S. 370
169
Kein Widerspruch! kein Widerstreben!
Vorlage S. 370
170
Ich kenne keine Schwierigkeit,
Vorlage S. 370
171
Und wenn umher die Länder beben,
Vorlage S. 370
172
Dann erst ist meine Wonnezeit.
Vorlage S. 370
173
Ein Reich mag nach dem andern stürzen,
Vorlage S. 370
174
Ich steh' allein und wirke frei;
Vorlage S. 370
175
Und will sich wo ein schneller Knoten schürzen,
Vorlage S. 370
176
Um desto schneller hau' ich ihn entzwei.
Vorlage S. 370
177
Kaum ist ein großes Werk getan,
Vorlage S. 370
178
Ein neues war schon ausgedacht;
Vorlage S. 370
179
Und wär' ich ja aufs Äußerste gebracht,
Vorlage S. 370
180
Da fängt erst meine Kühnheit an. –
Vorlage S. 370
181
Ein Schauder überläuft die Erde,
Vorlage S. 370
182
Ich ruf' ihr zu ein neues Werde.
Vorlage S. 370
183
Ein Brandschein verbreitet sich über das Theater.
Vorlage S. 370
184
Es werde Finsternis! – Ein brennend Meer
Vorlage S. 370
185
Soll allen Horizont umrauchen
Vorlage S. 370
186
Und sich der Sterne zitternd Heer
Vorlage S. 370
187
Im Blute meiner Flammen tauchen.
Vorlage S. 370
188
Die höchste Stunde bricht herein,
Vorlage S. 370
189
Wir wollen ihre Gunst erfassen:
Vorlage S. 370
190
Gleich unter dieser Ahnung Schein
Vorlage S. 370
191
Entfaltet euch, gedrängte Massen;
Vorlage S. 370
192
Vom Berg ins Land, flußab ans Meer
Vorlage S. 370
193
Verbreite dich, unüberwindlich Heer!
Vorlage S. 370
194
Und wenn der Erdkreis überzogen
Vorlage S. 371
195
Kaum noch den Atem heben mag,
Vorlage S. 371
196
Demütig seine Herrn bewirtet
Vorlage S. 371
197
Am Ufer schließet mir des Zwanges ehrnen Bogen:
Vorlage S. 371
198
Denn wie euch sonst das Meer umgürtet,
Vorlage S. 371
199
Umgürtet ihr die kühnen Wogen:
Vorlage S. 371
200
So Nacht für Nacht, so Tag für Tag;
Vorlage S. 371
201
Nur keine Worte – Schlag auf Schlag!
Vorlage S. 371
202
HEERESZUG
Vorlage S. 371
203
sich entfernend.
Vorlage S. 371
204
So geht es kühn
Vorlage S. 371
205
Zur Welt hinein;
Vorlage S. 371
206
Was wir beziehn,
Vorlage S. 371
207
Wird unser sein:
Vorlage S. 371
208
Will einer das,
Vorlage S. 371
209
Verwehren wir's;
Vorlage S. 371
210
Hat einer was,
Vorlage S. 371
211
Verzehren wir's.
Vorlage S. 371
212
Hat einer gnug
Vorlage S. 371
213
Und will noch mehr,
Vorlage S. 371
214
Der wilde Zug
Vorlage S. 371
215
Macht alles leer.
Vorlage S. 371
216
Da sackt man auf,
Vorlage S. 371
217
Und brennt das Haus,
Vorlage S. 371
218
Da packt man auf
Vorlage S. 371
219
Und rennt heraus.
Vorlage S. 371
220
So zieht vom Ort
Vorlage S. 371
221
Mit festem Schritt
Vorlage S. 371
222
Der Erste fort
Vorlage S. 371
223
Den Zweiten mit;
Vorlage S. 371
224
Wenn Wahn und Bahn
Vorlage S. 371
225
Der Beste brach,
Vorlage S. 371
226
Kommt an und an
Vorlage S. 371
227
Der Letzte nach.
Vorlage S. 371
228
Sechster Auftritt
Vorlage S. 372
229
DÄMONEN DER LIST
Vorlage S. 372
230
treten, in verschiedenen Gestalten, von derselben Seite, nach welcher das Kriegsheer abzieht, auf, schlingen sich durch die Kolonne durch, welche, in ihrem raschen Schritt gehindert, langsamer abzieht.
Vorlage S. 372
231
Wenn unser Sang
Vorlage S. 372
232
Gefällig lockt,
Vorlage S. 372
233
Der Siegesdrang,
Vorlage S. 372
234
Er schwankt und stockt;
Vorlage S. 372
235
Wenn unser Zug
Vorlage S. 372
236
Sich krümmt und schlingt,
Vorlage S. 372
Porträt von Goethe, Johann Wolfgang von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Goethe, Johann Wolfgang von · Joseph Karl Stieler · Public domain Bildquelle ↗
237
Der Waffen Flug
Vorlage S. 372
238
Wird selbst bedingt.
Vorlage S. 372
239
Nur alle mit
Vorlage S. 372
240
Dahin! dahin!
Vorlage S. 372
241
Nur Schritt vor Schritt,
Vorlage S. 372
242
Gelassen kühn.
Vorlage S. 372
243
Wie's steht und fällt,
Vorlage S. 372
244
Ihr tretet ein;
Vorlage S. 372
245
Geschwind die Welt
Vorlage S. 372
246
Wird euer sein.
Vorlage S. 372
247
Wenn der Kriegszug das Theater verlassen hat, haben die Neuangekommenen dasselbe schon völlig
Vorlage S. 372
248
eingenommen, und indem der Dämon des Kriegs den Seinigen folgen will, treten ihm die Dämonen der List in den Weg.
Vorlage S. 372
249
Siebenter Auftritt
Vorlage S. 372
250
Dämonen der List.
Vorlage S. 372
251
ALLE.
Vorlage S. 372
252
Halt ein! Du rennst in dein Verderben!
Vorlage S. 372
253
DÄMON DES KRIEGS.
Vorlage S. 372
254
Wer also spricht, der müsse sterben.
Vorlage S. 372
255
PFAFFE.
Vorlage S. 372
256
Erkenn' ich doch, dass du unsterblich bist;
Vorlage S. 372
257
Doch auch unsterblich ist die Pfaffenlist.
Vorlage S. 372
258
DÄMON DES KRIEGS.
Vorlage S. 372
259
So sprecht!
Vorlage S. 372
260
JURIST.
Vorlage S. 372
261
Fürwahr, dein ungezähmter Mut
Vorlage S. 372
262
Lässt sich durch Güte nicht erbitten.
Vorlage S. 372
263
Du wirst mit einem Meer von Blut
Vorlage S. 372
264
Den ganzen Erdkreis überschütten.
Vorlage S. 373
265
DIPLOMAT.
Vorlage S. 373
266
Doch wandl' ich dir nicht still voran
Vorlage S. 373
267
Und folg' ich nicht den raschen Pfaden,
Vorlage S. 373
268
So hast du wenig nur getan
Vorlage S. 373
269
Und wirst dir immer selber schaden.
Vorlage S. 373
270
DAME.
Vorlage S. 373
271
Wer leise reizt und leise quält,
Vorlage S. 373
272
Erreicht zuletzt des Herrschers höchstes Ziel;
Vorlage S. 373
273
Und wie den Marmor selbst der Tropfen Folge höhlt,
Vorlage S. 373
274
So töt' ich endlich das Gefühl.
Vorlage S. 373
275
DIPLOMAT.
Vorlage S. 373
276
Du eilst uns vor, wir folgen still,
Vorlage S. 373
277
Und musst uns noch am Ende schätzen:
Vorlage S. 373
278
Denn wer der List sich wohl noch fügen will,
Vorlage S. 373
279
Wird der Gewalt sich widersetzen.
Vorlage S. 373
280
DÄMON DES KRIEGS.
Vorlage S. 373
281
Verweilet ihr, ich eile fort!
Vorlage S. 373
282
Der Abschluss, der ist meine Sache.
Vorlage S. 373
283
Du wirkest hier, du wirkest dort,
Vorlage S. 373
284
Und wenn ich nicht ein Ende mache,
Vorlage S. 373
285
So hat ein jeder noch ein Wort.
Vorlage S. 373
286
Ich löse rasch mit einem Male
Vorlage S. 373
287
Die größten Zweifel Angesichts:
Vorlage S. 373
288
So legte Brennus in die Schale
Vorlage S. 373
289
Das Schwert statt goldenen Gewichts.
Vorlage S. 373
290
Du magst nur dein Gewerbe treiben,
Vorlage S. 373
291
In dem dich niemand übertrifft;
Vorlage S. 373
292
Ich kann nur mit dem Schwerte schreiben,
Vorlage S. 373
293
Mit blut'gen Zügen, meine Schrift.
Vorlage S. 373
294
Geht rasch ab.
Vorlage S. 373
295
Achter Auftritt
Vorlage S. 373
296
Dämonen der List.
Vorlage S. 373
297
PFAFFE.
Vorlage S. 373
298
Der Kriegesgott, er wüte jetzt,
Vorlage S. 373
299
Und ihr umgarnt ihn doch zuletzt.
Vorlage S. 373
300
DIPLOMAT.
Vorlage S. 373
301
Zertret' er goldner Saaten Halme
Vorlage S. 373
302
Mit flügelschnellem Siegeslauf,
Vorlage S. 373
303
Allein wenn ich sie nicht zermalme,
Vorlage S. 373
304
Gleich richten sie sich wieder auf.
Vorlage S. 373
305
DAME.
Vorlage S. 374
306
Die Geister macht er nie zu Sklaven;
Vorlage S. 374
307
Durch offne Rache, harte Strafen
Vorlage S. 374
308
Macht er sie nur der Freiheit reif.
Vorlage S. 374
309
HOFMANN.
Vorlage S. 374
310
Doch alles, was wir je ersonnen,
Vorlage S. 374
311
Und alles, was wir je begonnen,
Vorlage S. 374
312
Gelinge nur durch Unterschleif.
Vorlage S. 374
313
PFAFFE.
Vorlage S. 374
314
Den Völkern wollen wir versprechen,
Vorlage S. 374
315
Sie reizen zu der kühnsten Tat;
Vorlage S. 374
316
Wenn Worte fallen, Worte brechen,
Vorlage S. 374
317
Nennt man uns weise, klug im Rat.
Vorlage S. 374
318
JURIST.
Vorlage S. 374
319
Durch Zaudern wollen wir verwehren,
Vorlage S. 374
320
Und alle werden uns vertraun.
Vorlage S. 374
321
Es sei ein ewiges Zerstören,
Vorlage S. 374
322
Es sei ein ew'ges Wiederbaun.
Vorlage S. 374
323
LUSTIGE PERSON.
Vorlage S. 374
324
Steht nur nicht in so eng geschloßnen Reihen,
Vorlage S. 374
325
Schließt mich in eure Zirkel ein,
Vorlage S. 374
326
Damit zu euren Gaukeleien
Vorlage S. 374
327
Die meinigen behilflich sei'n!
Vorlage S. 374
328
Bin der Gefährlichste von allen!
Vorlage S. 374
329
Dieweil man mich für nichtig hält;
Vorlage S. 374
330
Daran hat jedermann Gefallen,
Vorlage S. 374
331
Und so betrüg' ich alle Welt.
Vorlage S. 374
332
Euch dien' es allen zum Bescheide:
Vorlage S. 374
333
Ich spiele doppelte Person
Vorlage S. 374
334
Erst komm' ich an in diesem Kleide,
Vorlage S. 374
335
In diesem mach' ich mich davon.
Vorlage S. 374
336
Zeigt sich als böser Geist, versinkt, eine Flamme schlägt empor.
Vorlage S. 374
337
DIPLOMAT.
Vorlage S. 374
338
Und nun beginnet gleich – das herrliche Gebäude,
Vorlage S. 374
339
Der Augen Lust, des Geistes Freude,
Vorlage S. 374
340
Im Wege steht es mir vor allen;
Vorlage S. 374
341
Durch eure Künste soll es fallen.
Vorlage S. 374
342
HOFMANN.
Vorlage S. 374
343
Leise müsst ihr das vollbringen,
Vorlage S. 374
344
Die gelinde Macht ist groß;
Vorlage S. 374
345
Wurzelfasern, wie sie dringen,
Vorlage S. 374
346
Sprengen wohl die Felsen los.
Vorlage S. 374
347
CHOR.
Vorlage S. 375
348
Leise müsst ihr das vollbringen,
Vorlage S. 375
349
Die geheime Macht ist groß.
Vorlage S. 375
350
HOFMANN.
Vorlage S. 375
351
Und so löset still die Fugen
Vorlage S. 375
352
An dem herrlichen Palast;
Vorlage S. 375
353
Und die Pfeiler, wie sie trugen,
Vorlage S. 375
354
Stürzen durch die eigne Last.
Vorlage S. 375
355
In das Feste sucht zu dringen
Vorlage S. 375
356
Ungewaltsam, ohne Stoß.
Vorlage S. 375
357
CHOR.
Vorlage S. 375
358
Leise müsst ihr das vollbringen,
Vorlage S. 375
359
Die geheime Macht ist groß.
Vorlage S. 375
360
Während dieses letzten Chors verteilen sich die Dämonen an alle Kulissen, nur der Hofmann bleibt in der Mitte, die übrigen sind mit dem letzten Laute auf einmal alle verschwunden.
Vorlage S. 375
361
Neunter Auftritt
Vorlage S. 375
362
Dämon als Hofmann allein. Lauschend.
Vorlage S. 375
363
Ich trete sacht, ich halte Puls und Oden
Vorlage S. 375
364
Ich fühle sie wohl, doch hör' ich sie nicht;
Vorlage S. 375
365
Es zittert unter mir der Boden;
Vorlage S. 375
366
Ich fürchte selbst, er schwankt und bricht:
Vorlage S. 375
367
Er entfernt sich von der einen Seite.
Vorlage S. 375
368
Die mächtig riesenhaften Quadern,
Vorlage S. 375
369
Sie scheinen unter sich zu hadern;
Vorlage S. 375
370
Er entfernt sich von der andern Seite.
Vorlage S. 375
371
Die schlanken Säulenschäfte zittern,
Vorlage S. 375
372
Die schönen Glieder, die in Liebesbanden
Vorlage S. 375
373
Einträchtig sich zusammenfanden,
Vorlage S. 375
374
Jahrhunderte als Eins bestanden
Vorlage S. 375
375
Erdbeben scheinen sie zu wittern,
Vorlage S. 375
376
Bei dringender Gefahr und Not,
Vorlage S. 375
377
Die einem wie dem andern droht,
Vorlage S. 375
378
Sich gegenseitig zu erbittern.
Vorlage S. 375
379
Er tritt in die Mitte, argwöhnisch gegen beide Seiten.
Vorlage S. 375
380
Ein Wink, ein Hauch den Bau zugrunde stößt,
Vorlage S. 375
381
Wo sich von selbst das Feste löst.
Vorlage S. 375
382
In dem Augenblicke bricht alles zusammen. Er steht in schweigender, umsichtiger Betrachtung.
Vorlage S. 375
383
Zehnter Auftritt
Vorlage S. 376
384
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG
Vorlage S. 376
385
tritt auf, im Kostüm eines orientalischen Despoten.
Vorlage S. 376
386
DÄMON DER LIST
Vorlage S. 376
387
ehrerbietig.
Vorlage S. 376
388
Mein Fürst! mein Herrscher, so allein?
Vorlage S. 376
389
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG.
Vorlage S. 376
390
Da, wo ich bin, da soll kein andrer sein.
Vorlage S. 376
391
DÄMON DER LIST.
Vorlage S. 376
392
Auch die nicht, die dir angehören?
Vorlage S. 376
393
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG.
Vorlage S. 376
394
Ich werde niemals dir verwehren,
Vorlage S. 376
395
Zu schaun mein fürstlich Angesicht;
Vorlage S. 376
396
Doch weiß ich wohl, du liebst mich nicht.
Vorlage S. 376
397
Dein Vielbemühn, was hilft es dir?
Vorlage S. 376
398
Denn ewig dienstbar bist du mir.
Vorlage S. 376
399
DÄMON DER LIST.
Vorlage S. 376
400
Herr, du verkennest meinen Sinn!
Vorlage S. 376
401
Zu dienen dir, ist mein Gewinn;
Vorlage S. 376
402
Und wo kann freieres Leben sein,
Vorlage S. 376
403
Als dir zu dienen, dir allein!
Vorlage S. 376
404
Was Großes auch die Welt gesehn,
Vorlage S. 376
405
Für deinen Zepter ist's geschehn;
Vorlage S. 376
406
Was Himmel zeugte, Hölle fand,
Vorlage S. 376
407
Ergossen über Meer und Land,
Vorlage S. 376
408
Es kommt zuletzt in deine Hand.
Vorlage S. 376
409
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG.
Vorlage S. 376
410
Sehr wohl! Die Mühe mir verkürzen,
Vorlage S. 376
411
Das ist dein edelster Beruf:
Vorlage S. 376
412
Denn was die Freiheit langsam schuf,
Vorlage S. 376
413
Es kann nicht schnell zusammenstürzen,
Vorlage S. 376
414
Nicht auf der Kriegsposaune Ruf;
Vorlage S. 376
415
Doch hast du klug den Boden untergraben,
Vorlage S. 376
416
So stürzt das alles Blitz vor Blitz.
Vorlage S. 376
417
Da kann ich meinen stummen Sitz
Vorlage S. 376
418
In sel'gen Wüsteneien haben.
Vorlage S. 376
419
Du hast getan, wie ich gedacht.
Vorlage S. 376
420
Ich will nun sehn, was du vollbracht.
Vorlage S. 376
421
Verliert sich unter die Ruinen.
Vorlage S. 376
422
Eilfter Auftritt
Vorlage S. 377
423
DÄMON DER LIST
Vorlage S. 377
424
zuversichtlich.
Vorlage S. 377
425
Ja, gehe nur und sieh dich um!
Vorlage S. 377
426
In unsrer Schöpfung magst du wohnen.
Vorlage S. 377
427
Du findest alles still und stumm,
Vorlage S. 377
428
Denkst du in Sicherheit zu thronen.
Vorlage S. 377
429
Ihr brüstet euch, ihr unteren Dämonen;
Vorlage S. 377
430
So mögt ihr wüten, mögt auch ruhn,
Vorlage S. 377
431
Ich deut' euch beides heimlich an.
Vorlage S. 377
432
Da mag denn jener immer tun
Vorlage S. 377
433
Und dieser glauben, es sei getan.
Vorlage S. 377
434
Ich aber wirke schleichend immerzu,
Vorlage S. 377
435
Um beide nächstens zu erschrecken:
Vorlage S. 377
436
Dich Kriegesgott bring' ich zur Ruh,
Vorlage S. 377
437
Dich Sklavenfürsten will ich wecken.
Vorlage S. 377
438
Zu dringen und zu weichen,
Vorlage S. 377
439
Das ist die größte Kunst,
Vorlage S. 377
440
Und so zu überschleichen
Vorlage S. 377
441
Das Glück und seine Gunst.
Vorlage S. 377
442
Die Wege, die sie gehen,
Vorlage S. 377
443
Sie sind nach meinem Sinn;
Vorlage S. 377
444
Der Übermut soll gestehen,
Vorlage S. 377
445
Dass ich allmächtig bin.
Vorlage S. 377
446
Ab.
Vorlage S. 377
447
Zwölfter Auftritt
Vorlage S. 377
448
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG
Vorlage S. 377
449
aus den Ruinen hervortretend.
Vorlage S. 377
450
Es ist noch allzu frisch, man könnt' es wieder bauen;
Vorlage S. 377
451
Die graue Zeit, wirkend ein neues Grauen
Vorlage S. 377
452
Verwittrung, Staub und Regenschlick –,
Vorlage S. 377
453
Mit Moos und Wildnis düstre sie die Räume.
Vorlage S. 377
454
Nun wachst empor, ehrwürd'ge Bäume!
Vorlage S. 377
455
Und zeiget dem erstaunten Blick
Vorlage S. 377
456
Ein längst veraltetes, verschwundenes Geschick,
Vorlage S. 377
457
Begraben auf ewig jedes Glück.
Vorlage S. 377
458
Während dieser Arie begrünet sich die Ruine nach und nach.
Vorlage S. 377
459
Nicht zu zieren – zu verdecken,
Vorlage S. 377
460
Nicht zu freuen – zu erschrecken,
Vorlage S. 378
461
Wachse dieses Zaubertal!
Vorlage S. 378
462
Und so schleichen und so wanken,
Vorlage S. 378
463
Wie verderbliche Gedanken,
Vorlage S. 378
464
Sich die Büsche, sich die Ranken
Vorlage S. 378
465
Als Jahrhunderte zumal.
Vorlage S. 378
466
So sei die Welt denn einsam! aber mir,
Vorlage S. 378
467
Dem Herrscher, ziemt es nicht, dass er allein:
Vorlage S. 378
468
Mit Männern mag er nicht verkehren,
Vorlage S. 378
469
Eunuchen sollen Männern wehren,
Vorlage S. 378
470
Und halb umgeben wird er sein;
Vorlage S. 378
471
Nun aber sollen schöne Frauen
Vorlage S. 378
William Turner – Schneesturm vor einer Hafeneinfahrt, 1842. Vergleichsbild für Stimmung und Naturdarstellung; keine konkrete Buchszene.
Kontextbild zum Werk. Schneesturm auf See · J. M. W. Turner · Public domain Bildquelle ↗
472
Mit Taubenblick mir in die Augen schauen,
Vorlage S. 378
473
Mit Pfauenwedeln luftig wehen,
Vorlage S. 378
474
Gemeßnen Schrittes mich umgehen,
Vorlage S. 378
475
Mich liebenswürdig all' umsehnen,
Vorlage S. 378
476
Und ganze Scharen mir allein.
Vorlage S. 378
477
Das Paradies, es tritt herein!
Vorlage S. 378
478
Er ruht im Überfluss gebettet,
Vorlage S. 378
479
Und jene, die sich glücklich wähnen,
Vorlage S. 378
480
Sie sind bewacht, sie sind gekettet.
Vorlage S. 378
481
Dreizehnter Auftritt
Vorlage S. 378
482
LIEBE
Vorlage S. 378
483
ungesehen, aus der Ferne.
Vorlage S. 378
484
Ja, ich schweife schon im Weiten
Vorlage S. 378
485
Dieser Wildnis leicht und froh:
Vorlage S. 378
486
Denn der Liebe sind die Zeiten
Vorlage S. 378
487
Alle gleich und immer so.
Vorlage S. 378
488
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG,
Vorlage S. 378
489
Wie? was hör' ich da von weiten?
Vorlage S. 378
490
Ist noch eine Seele froh?
Vorlage S. 378
491
Ich vernichte Zeit auf Zeiten,
Vorlage S. 378
492
Und sie sind noch immer so! –
Vorlage S. 378
493
Melodie jenes Gesangs, durch blasende Instrumente. Der Dämon zeigt indessen Gebärden der Überraschung und Rührung.
Vorlage S. 378
494
Doch dein Busen will entflammen,
Vorlage S. 378
495
Dich besänftigt dieser Schall?
Vorlage S. 378
496
Nimm, o nimm dich nur zusammen
Vorlage S. 379
497
Gegen diese Nachtigall!
Vorlage S. 379
498
LIEBE
Vorlage S. 379
499
tritt auf.
Vorlage S. 379
500
Der Dämon ist zurückgetreten.
Vorlage S. 379
501
Ja, ich walle gern im Weiten
Vorlage S. 379
502
Dieser Pfade leicht und froh:
Vorlage S. 379
503
Denn der Liebe sind die Zeiten
Vorlage S. 379
504
Alle gleich und immer so.
Vorlage S. 379
505
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG.
Vorlage S. 379
506
O, wie kommt sie da von weiten,
Vorlage S. 379
507
Ohne Furcht und immer froh!
Vorlage S. 379
508
LIEBE.
Vorlage S. 379
509
Denn der Liebe sind die Zeiten
Vorlage S. 379
510
Immer gleich und immer so.
Vorlage S. 379
511
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG
Vorlage S. 379
512
zu ihr tretend.
Vorlage S. 379
513
Wen suchst du denn? Du suchest wen!
Vorlage S. 379
514
Ich dächte doch, du musst ihn kennen.
Vorlage S. 379
515
LIEBE.
Vorlage S. 379
516
Ich suche wohl – es ist so schön!
Vorlage S. 379
517
Und weiter weiß ich nichts zu nennen.
Vorlage S. 379
518
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG
Vorlage S. 379
519
anständig zudringlich, gehalten und scherzhaft.
Vorlage S. 379
520
Nun, o nenne mir den Lieben,
Vorlage S. 379
521
Dem entgegen man so eilt.
Vorlage S. 379
522
LIEBE.
Vorlage S. 379
523
Ja, es ist, es ist das Lieben,
Vorlage S. 379
524
Das im Herzen still verweilt!
Vorlage S. 379
525
Der Dämon entfernt sich.
Vorlage S. 379
526
Vierzehnter Auftritt
Vorlage S. 379
527
Glaube hat die Schwester am Gesang erkannt, kommt eilig herbei, wirft sich ihr an die Brust. Liebe fährt in ihrem heitern Gesange noch eine Zeitlang fort, bis Glaube sich leidenschaftlich losreißt und abwärts tritt.
Vorlage S. 379
528
GLAUBE.
Vorlage S. 379
529
O liebste Schwester! Kannst du mich
Vorlage S. 379
530
Und meine Leiden so empfangen?
Vorlage S. 379
531
Ich irre trostlos, suche dich,
Vorlage S. 379
532
An deinem Herzen auszubangen;
Vorlage S. 379
533
Nun flieh' ich leider, wie ich kam,
Vorlage S. 379
534
Mich abgestoßen muss ich fühlen:
Vorlage S. 379
535
Wer teilt nun Zweifel, Kummer, Gram,
Vorlage S. 379
536
Wie sie das tiefste Herz durchwühlen!
Vorlage S. 380
537
LIEBE
Vorlage S. 380
538
sich nähernd.
Vorlage S. 380
539
O Schwester! mich so im Verdacht?
Vorlage S. 380
540
Die immer neu und immer gleich
Vorlage S. 380
541
Unsterbliche unsterblich macht,
Vorlage S. 380
542
Die Sterblichen alle gut und reich.
Vorlage S. 380
543
Von oben kommt mir der Gewinn –
Vorlage S. 380
544
Die höchste Gabe willst du lästern?
Vorlage S. 380
545
Denn ohne diesen heitren Sinn
Vorlage S. 380
546
Was wären wir und unsre Schwestern!
Vorlage S. 380
547
GLAUBE.
Vorlage S. 380
548
Nein, in diesen Jammerstunden
Vorlage S. 380
549
Klinget keine Freude nach!
Vorlage S. 380
550
Schmerzen, tausendfach empfunden,
Vorlage S. 380
551
Herz um Herz, das knirschend brach,
Vorlage S. 380
552
Leer Gebet, vergebne Tränen,
Vorlage S. 380
553
Eingekettet unser Sehnen,
Vorlage S. 380
554
Unsrer Herrlichkeit Verhöhnen,
Vorlage S. 380
555
Der Erniedrigung Gewöhnen! –
Vorlage S. 380
556
Ewig deckt die Nacht den Tag.
Vorlage S. 380
557
LIEBE.
Vorlage S. 380
558
Es sind nicht die letzten Stunden,
Vorlage S. 380
559
Lass den Göttern das Gericht!
Vorlage S. 380
560
GLAUBE.
Vorlage S. 380
561
Nie hast du ein Glück empfunden:
Vorlage S. 380
562
Denn der Jammer rührt dich nicht!
Vorlage S. 380
563
Sie treten auseinander.
Vorlage S. 380
564
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG
Vorlage S. 380
565
für sich.
Vorlage S. 380
566
Still! nun hab' ich überwunden –
Vorlage S. 380
567
Schwestern und verstehn sich nicht!
Vorlage S. 380
568
Zum Glauben.
Vorlage S. 380
569
Herrlich Mädchen! welches Bangen,
Vorlage S. 380
570
Welche Neigung, welch Verlangen
Vorlage S. 380
571
Reget diese schöne Brust?
Vorlage S. 380
572
GLAUBE.
Vorlage S. 380
573
Herr, o Herr! gerecht Verlangen
Vorlage S. 380
574
War, die Schwester zu umfangen,
Vorlage S. 380
575
Treue bin ich mir bewusst.
Vorlage S. 380
576
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG
Vorlage S. 380
577
zur Liebe.
Vorlage S. 380
578
Wie, du Holde? Das Verlangen,
Vorlage S. 380
579
Deine Schwester zu umfangen,
Vorlage S. 380
580
Regt sich's nicht in deiner Brust?
Vorlage S. 380
581
LIEBE.
Vorlage S. 380
582
Sie, die Beste, zu umfangen,
Vorlage S. 380
583
Fühl' ich ewiges Verlangen;
Vorlage S. 380
584
Komm, o komm an meine Brust!
Vorlage S. 380
585
GLAUBE.
Vorlage S. 381
586
O verzeih dem Schmerz, dem Bangen!
Vorlage S. 381
587
Kaum getraut' ich, zu verlangen
Vorlage S. 381
588
Lieb' um Liebe, Lust um Lust!
Vorlage S. 381
589
Sie umarmen sich.
Vorlage S. 381
590
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG
Vorlage S. 381
591
für sich.
Vorlage S. 381
592
Immer wächst mir das Verlangen,
Vorlage S. 381
593
Zu betören; sie zu fangen,
Vorlage S. 381
594
Sei mein Streben, meine Lust.
Vorlage S. 381
595
Zwischen sie tretend.
Vorlage S. 381
596
Holdsel'ges Paar, das himmlisch mir begegnet,
Vorlage S. 381
597
Es sei der Tag für euch und mich gesegnet,
Vorlage S. 381
598
Er sei bezeichnet immerdar!
Vorlage S. 381
599
Ja, dieser Stunde jedes von uns gedenke!
Vorlage S. 381
600
Kleine Dämonen mit Juwelen.
Vorlage S. 381
601
Verschmähet nicht die wenigen Geschenke
Vorlage S. 381
602
Aus meiner Hand, verehrtes Paar.
Vorlage S. 381
603
Die Liebe liebkosend und ihr Armbänder anlegend.
Vorlage S. 381
604
Hände, meiner Augen Weide,
Vorlage S. 381
605
O wie drück' und küss' ich sie!
Vorlage S. 381
606
Nimm das köstlichste Geschmeide,
Vorlage S. 381
607
Trag es und vergiss mich nie!
Vorlage S. 381
608
Den Glauben liebkosend und ihr einen köstlichen Gürtel oder vielmehr Brustschmuck anlegend.
Vorlage S. 381
609
Wie sie sich in dir vereinen,
Vorlage S. 381
610
Hoher Sinn und Lebenslust:
Vorlage S. 381
611
So mit bunten Edelsteinen
Vorlage S. 381
612
Schmück' ich dir die volle Brust.
Vorlage S. 381
613
Die kleinen Dämonen bringen heimlich schwarze schwere Ketten hervor.
Vorlage S. 381
614
GLAUBE.
Vorlage S. 381
615
Das verdient wohl dieser Busen,
Vorlage S. 381
616
Dass ihn die Juwele schmückt.
Vorlage S. 381
617
Der eine Dämon hängt ihr die Kette hinten in den Gürtel, in dem Augenblick fühlt sie Schmerzen, sie ruft, indem sie auf die Brust sieht.
Vorlage S. 381
618
Doch wie ist mir! von Medusen
Vorlage S. 381
619
Werd' ich greulich angeblickt.
Vorlage S. 381
620
LIEBE.
Vorlage S. 381
621
O! wie sich das Auge weidet,
Vorlage S. 381
622
Und die Hand, wie freut sie sich!
Vorlage S. 381
623
Sie streckt die Arme aus und besieht die Armbänder von oben; das Dämonchen hängt von unten eine Doppelkette ein.
Vorlage S. 381
624
Was ist das? wie sticht's und schneidet,
Vorlage S. 381
625
Und unendlich foltert's mich!
Vorlage S. 382
626
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG
Vorlage S. 382
627
zur Liebe, mäßig spottend.
Vorlage S. 382
628
So ist dein zartes Herz belohnt!
Vorlage S. 382
629
Von diesen wird dich nichts erretten;
Vorlage S. 382
630
Doch Ende dich, du bist's gewohnt,
Vorlage S. 382
631
Du gehst doch immerfort in Ketten.
Vorlage S. 382
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Zum Glauben, der sich ängstlich gebärdet, mit geheuchelter Teilnahme.
Vorlage S. 382
633
Ja, schluchze nur aus voller Brust
Vorlage S. 382
634
Und mache den Versuch, zu weinen!
Vorlage S. 382
635
Zu beiden gewaltsam.
Vorlage S. 382
636
Verzichtet aber auf Glück und Lust;
Vorlage S. 382
637
Das Beßre wird euch nie erscheinen!
Vorlage S. 382
638
Sie fahren von ihm weg, werfen sich an den Seiten nieder; Liebe liegt ringend, Glaube still.
Vorlage S. 382
639
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG.
Vorlage S. 382
640
So hab' ich euch dahin gebracht,
Vorlage S. 382
641
Beim hellsten Tag in tiefste Nacht.
Vorlage S. 382
642
Getrennt wie sie gefesselt sind,
Vorlage S. 382
643
Ist Liebe töricht, Glaube blind.
Vorlage S. 382
644
Allein die Hoffnung schweift noch immer frei –
Vorlage S. 382
645
Mein Zauber winke sie herbei!
Vorlage S. 382
646
Ich bin schon oft ihr listig nachgezogen,
Vorlage S. 382
647
Doch wandelbar wie Regenbogen,
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648
Setzt sie den Fuß bald da, bald dort, bald hier;
Vorlage S. 382
649
Und hab' ich diese nicht betrogen,
Vorlage S. 382
650
Was hilft das andre alles mir!
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651
Funfzehnter Auftritt
Vorlage S. 382
652
Hoffnung erscheint auf der Ruine linker Hand des Zuschauers, bewaffnet mit Helm, Schild und Speer.
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653
DÄMON DER UNTERDRÜCKUNG.
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654
Sie kommt! sie ist's! – Ich will sie kirren:
Vorlage S. 382
655
's ist auch ein Mädchenhaupt, ich will's verwirren.
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656
Sie sieht mich, bleibt gelassen stehn,
Vorlage S. 382
657
Sie soll mir diesmal nicht entgehn.
Vorlage S. 382
658
Sanft teilnehmend.
Vorlage S. 382
659
Im Gedränge hier auf Erden
Vorlage S. 382
660
Kann nicht jeder, was er will;
Vorlage S. 383
661
Was nicht ist, es kann noch werden,
Vorlage S. 383
662
Hüte dich und bleibe still.
Vorlage S. 383
663
Sie hebt den Speer gegen ihn auf und steht in drohender Gebärde unbeweglich.
Vorlage S. 383
664
Doch welch ein Nebel, welche Dünste
Vorlage S. 383
665
Verbergen plötzlich die Gestalt!
Vorlage S. 383
666
Wo find' ich sie? Ich weiß nicht, wo sie wallt:
Vorlage S. 383
667
An ihr verschwend' ich meine Künste.
Vorlage S. 383
668
Verdichtet schwankt der Nebelrauch und wächst
Vorlage S. 383
669
Und webt, er webt undeutliche Gestalten,
Vorlage S. 383
670
Die deutlich, doch undeutlich, immerfort
Vorlage S. 383
671
Das Ungeheure mir entfalten.
Vorlage S. 383
672
Gespenster sind's, nicht Wolken, nicht Gespenster,
Vorlage S. 383
673
Die Wirklichen, sie dringen auf mich ein.
Vorlage S. 383
674
Wie kann das aber wirklich sein,
Vorlage S. 383
675
Das Webende, das immer sich entschleiert?
Vorlage S. 383
676
Verschleierte Gestalten, Ungestalten,
Vorlage S. 383
677
In ewigem Wechseltrug erneuert!
Vorlage S. 383
678
Wo bin ich? Bin ich mir bewusst? –
Vorlage S. 383
679
Sie sind's! sie sind auch nicht, und aus dem Grauen
Vorlage S. 383
680
Muss ich voran lebendig Kräft'ge schauen;
Vorlage S. 383
681
Fürwahr, es drängt sich Brust an Brust
Vorlage S. 383
682
Voll Lebensmacht und Kampfeslust;
Vorlage S. 383
683
Die Häupter in den Wolken sind gekrönt,
Vorlage S. 383
684
Die Füße schlangenartig ausgedehnt,
Vorlage S. 383
685
Verschlungen schlingend,
Vorlage S. 383
686
Mit sich selber ringend,
Vorlage S. 383
687
Doch alle klappernd nur auf mich gespitzt.
Vorlage S. 383
688
Die breite Wolke senkt sich, eine Wolke
Vorlage S. 383
689
Lebendig tausendfach, vom ganzen Volke,
Vorlage S. 383
690
Von allen Edlen schwer; sie sinkt, sie drückt,
Vorlage S. 383
691
Sie beugt mich nieder, sie erstickt!
Vorlage S. 383
692
Er wehrt sich gegen die von der Einbildungskraft ihm vorgespiegelte Vision, weicht ihr aus, wähnt, in die Enge getrieben zu sein, ist ganz nahe, zu knien. Die Hoffnung nimmt ihre ruhige Stellung wieder an. Er ermannt sich.
Vorlage S. 383
693
Aufgeregte Höllenbilder,
Vorlage S. 383
694
Zeigt euch wild und immer wilder,
Vorlage S. 384
695
Und ihr fechtet mich nicht an!
Vorlage S. 384
696
Euer Wanken, euer Weben
Vorlage S. 384
697
Sind Gedanken; sollt' ich beben
Vorlage S. 384
698
Vor dem selbstgeschaffnen Wahn?
Vorlage S. 384
699
Euer Lasten, euer Streben,
Vorlage S. 384
700
Ihr Verhaßten, ist kein Leben;
Vorlage S. 384
701
Eure Häupter, eure Kronen
Vorlage S. 384
702
Sind nur Schatten, trübe Luft.
Vorlage S. 384
703
Doch ich wittre Grabesduft:
Vorlage S. 384
704
Unten schein' ich mir zu wohnen,
Vorlage S. 384
705
Und schon modert mir die Gruft.
Vorlage S. 384
706
Er entflieht mit Grauen. Hoffnung ist nicht mehr zu sehen. Der Vorhang fällt.
Vorlage S. 384

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Und diesen lass' ich euch an meiner Stelle, Der, früher schon geheimnisvoll …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗

3. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Leuchtet die Sonne nach löblichem Brauch,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Erkenn' ich doch, dass du unsterblich bist;«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Wärest du fieberhaft, wärest du krank, Wüsstest dem Schlafe du herzlichen Dank;« B: »Getrennt wie sie gefesselt sind, Ist Liebe töricht, Glaube blind.« C: »Die Mühe mir verkürzen, Das ist dein edelster Beruf: Denn was die Freiheit langsam schuf, Es kann nicht schnell zusammenstürzen, Nicht auf der Kriegsposaune Ruf;«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Ja, ich schweife schon im Weiten Dieser Wildnis leicht und froh: …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »zwei Genien, der eine an einem Thyrsus Leier, Masken, geschriebene Rolle trophäenartig tragend, der andere einen Sternenkreis um sich her.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Es sind nicht die letzten Stunden, Lass den Göttern das Gericht!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Herrlich Mädchen! welches Bangen, Welche Neigung, welch Verlangen Reget diese schöne Brust?«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Glaube hat die Schwester am Gesang erkannt, kommt eilig herbei, wirft sich ihr an die Brust. Liebe fährt in ihrem heitern Gesange noch eine Zeitlang fort, bis Glaube sich leidenschaftlich losreißt und abwärts tritt.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Geld oder Besitz geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] immer gleich Unsterbliche unsterblich macht, Die Sterblichen alle gut und reich. Von oben kommt mir der Gewinn – Die höchste Gabe willst du lästern? Denn ohne diesen heitren Sinn Was wären wir und unsre Schwestern!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Die Geister macht er nie zu Sklaven; Durch offne Rache, harte Strafen Macht er sie nur der Freiheit reif.« und »Es sind nicht die letzten Stunden, Lass den Göttern das Gericht!«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Er entflieht mit Grauen. Hoffnung ist nicht mehr zu sehen. Der Vorhang fällt.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »zwei Genien, der eine an einem Thyrsus Leier, Masken, geschriebene Rolle trophäenartig tragend, der andere […]« / »Er entflieht mit Grauen. Hoffnung ist nicht mehr zu sehen. Der Vorhang fällt.«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »In tiefe Sklaverei lag ich gebunden,«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Und wie den Marmor selbst der Tropfen Folge höhlt,«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Doch ich wittre Grabesduft: Unten schein' ich mir zu wohnen, Und schon modert mir die Gruft.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Des Epimenides Erwachen von Goethe, Johann Wolfgang ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Des Epimenides Erwachen

Goethes Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden. Textkritisch durchgesehen und mit Anmerkungen versehen von Erich Trunz, Hamburg: Christian Wegener, 1948 ff. [Seitenkonkordanz zu einer Mischauflage aus den Jahren 1959 und 1960.] Goethe, Johann Wolfgang 366- Hamburg

Das Werk Des Epimenides Erwachen von Goethe, Johann Wolfgang ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.