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Buch - Arabella - Hofmannsthal, Hugo von

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Originalwerk · Lesefassung

Arabella

Hofmannsthal, Hugo von · 1927

Arabella von Hofmannsthal, Hugo von. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

LibrettoKlasse 11–135 Abschnitte
Porträt von Hofmannsthal, Hugo von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Hofmannsthal, Hugo von · Urheber auf der Commons-Dateiseite nicht angegeben · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 5

1. Akt

1
Erster Aufzug
Vorlage S. 514
2
Salon in einem Wiener Stadthotel. Flügeltür in der Mitte. Rechts vorne ein Fenster, weiter rückwärts eine Tür. Links gleichfalls eine Tür. Der Salon ist reich und neu möbliert im Geschmack der 1860er Jahre.
Vorlage S. 514
3
Adelaide mit der Kartenaufschlägerin an einem Tisch links.
Vorlage S. 514
4
Zdenka in Knabenkleidern, rechts, beschäftigt auf einem andern Tischchen Papiere zu ordnen.
Vorlage S. 514
5
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 514
6
Die Karten fallen besser als das letzte Mal.
Vorlage S. 514
7
ADELAIDE.
Vorlage S. 514
8
Das gebe Gott!
Vorlage S. 514
9
Es klopft.
Vorlage S. 514
10
Nur keine Störung jetzt!
Vorlage S. 514
11
ZDENKA
Vorlage S. 514
12
läuft an die Mitteltür.
Vorlage S. 514
13
Man gibt ihr von draußen etwas herein.
Vorlage S. 514
14
Mein Vater ist nicht hier, die Mutter hat Migräne!
Vorlage S. 514
15
Kommen Sie später. – Es ist wieder eine Rechnung!
Vorlage S. 514
16
ADELAIDE
Vorlage S. 514
17
abwinkend.
Vorlage S. 514
18
Jetzt nicht! leg sie dorthin!
Vorlage S. 514
19
ZDENKA.
Vorlage S. 514
20
Es liegen schon so viele da.
Vorlage S. 514
21
ADELAIDE.
Vorlage S. 514
22
Still, still! – Wie liegen unsre Karten?
Vorlage S. 514
23
Die Sorge und die Ungeduld verzehren mich!
Vorlage S. 514
24
KARTENAUFSCHLÄGERIN
Vorlage S. 514
25
über die Karten gebeugt.
Vorlage S. 514
26
Beruhigen Sie sich. Die Erbschaft rückt schon näher – nur langsam!
Vorlage S. 514
27
ADELAIDE
Vorlage S. 514
28
mit gerungenen Händen.
Vorlage S. 514
29
Nein, wir können nicht mehr warten!
Vorlage S. 514
30
Es gibt nur eine Hoffnung
Vorlage S. 514
31
die baldige Vermählung meiner Arabella!
Vorlage S. 514
32
Was sagen Ihre Karten, liebste Frau!
Vorlage S. 514
33
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 515
34
Sie zeigen alles wie in einem Spiegel:
Vorlage S. 515
35
Den Vater seh ich, Ihren Herrn Gemahl –
Vorlage S. 515
36
o weh, die Sorge steht ihm nah – ganz finster ist's um ihn.
Vorlage S. 515
37
Er kämpft, er spielt – o weh, und er verspielt schon wieder die große Summe.
Vorlage S. 515
38
ADELAIDE.
Vorlage S. 515
39
Heilige Mutter Gottes!
Vorlage S. 515
40
Komm mir zu Hilfe durch mein schönes Kind!
Vorlage S. 515
41
Um Gottes Willen, die Verlobung – ist sie nah?
Vorlage S. 515
42
Unser Credit ist sehr im Wanken, liebste Frau!
Vorlage S. 515
43
KARTENAUFSCHLÄGERIN
Vorlage S. 515
44
betrachtet lange die Karten.
Vorlage S. 515
45
Da steht der Officier.
Vorlage S. 515
46
ADELAIDE.
Vorlage S. 515
47
Ein Officier? o weh!
Vorlage S. 515
48
ZDENKA
Vorlage S. 515
49
vor sich.
Vorlage S. 515
50
Matteo!
Vorlage S. 515
51
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 515
52
Nein! der ist der Eigentliche nicht!
Vorlage S. 515
53
ADELAIDE.
Vorlage S. 515
54
Das will ich hoffen!
Vorlage S. 515
55
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 515
56
Von dort herüber kommt der fremde Herr, der Bräutigam.
Vorlage S. 515
57
ADELAIDE.
Vorlage S. 515
58
Die Brosche mit Smaragden ist Ihr Eigentum
Vorlage S. 515
59
wenn Ihre Prophezeiung Wahrheit wird,
Vorlage S. 515
60
in dieser Woche!
Vorlage S. 515
61
KARTENAUFSCHLÄGERIN
Vorlage S. 515
62
langsam, wie das Schicksalsbuch entziffernd.
Vorlage S. 515
63
Er kommt von weiter her. Ein Brief hat ihn gerufen.
Vorlage S. 515
64
ADELAIDE.
Vorlage S. 515
65
Von weiter her? Es ist Graf Elemer, kein Zweifel!
Vorlage S. 515
66
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 515
67
Ich sehe einen großen Wald: dort kommt er her.
Vorlage S. 515
68
ADELAIDE.
Vorlage S. 515
69
Das ist er! Elemer! o wie Sie ihn beschreiben!
Vorlage S. 515
70
Herrlich! – Doch warum zögert er?
Vorlage S. 515
71
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 515
72
Die Zögerung kommt von ihr.
Vorlage S. 515
73
ADELAIDE
Vorlage S. 516
74
jubelnd.
Vorlage S. 516
75
Sie sehen durch die Menschen wie durch Glas!
Vorlage S. 516
76
Das ist ihr namenloser Stolz. O Gott, erweiche ihren Stolz!
Vorlage S. 516
77
Er ist so groß wie ihre Schönheit.
Vorlage S. 516
78
Es klopft. Zdenka eilt an die Tür.
Vorlage S. 516
79
ZDENKA.
Vorlage S. 516
80
Nein, jetzt ist es ganz unmöglich!
Vorlage S. 516
81
Sie empfängt wieder eine Rechnung, die sie hinlegt.
Vorlage S. 516
82
ADELAIDE.
Vorlage S. 516
83
Was meinen Sie? was runzeln Sie die Stirn?
Vorlage S. 516
84
KARTENAUFSCHLÄGERIN
Vorlage S. 516
85
über die Karten sinnend.
Vorlage S. 516
86
Es drängt sich wer hinein
Vorlage S. 516
87
zwischen die schöne Tochter und den reichen Herrn!
Vorlage S. 516
88
ADELAIDE.
Vorlage S. 516
89
Heilige Mutter Gottes, lass es nicht geschehen!
Vorlage S. 516
90
KARTENAUFSCHLÄGERIN
Vorlage S. 516
91
über die Karten gebeugt.
Vorlage S. 516
92
Wie? haben Euer Gnaden eine zweite Tochter?
Vorlage S. 516
93
Das war mir nicht bekannt. Oh, das wird eine ernstliche Gefahr!
Vorlage S. 516
94
ADELAIDE
Vorlage S. 516
95
leise.
Vorlage S. 516
96
Leise! Sie rühren hier an ein Familiengeheimnis!
Vorlage S. 516
97
Zdenka rechts, horcht herüber.
Vorlage S. 516
98
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 516
99
Wo kommt das zweite Mädchen da auf einmal her?
Vorlage S. 516
100
Sie bringt das Unheil über ihre Schwester!
Vorlage S. 516
101
ADELAIDE.
Vorlage S. 516
102
Um Himmelswillen, leise!
Vorlage S. 516
103
KARTENAUFSCHLÄGERIN
Vorlage S. 516
104
über den Karten.
Vorlage S. 516
105
Halten Sie die Schwestern auseinander!
Vorlage S. 516
106
Sonst geht noch alles fehl!
Vorlage S. 516
107
ADELAIDE
Vorlage S. 516
108
dicht bei ihr.
Vorlage S. 516
109
Was ist es, das Sie sehen?
Vorlage S. 516
110
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 516
111
Ich sehe einen großen Streit – Entzweiung –
Vorlage S. 516
112
Der Bräutigam will fort!
Vorlage S. 516
113
Es fallen fürchterliche Worte! fremde Leute hören zu!
Vorlage S. 516
114
ADELAIDE.
Vorlage S. 516
115
Du großer Gott im Himmel!
Vorlage S. 516
116
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 517
117
Alles Übel
Vorlage S. 517
118
kommt von der kleinen Blonden und dem Officier.
Vorlage S. 517
119
ADELAIDE
Vorlage S. 517
120
kniet neben dem Tisch nieder.
Vorlage S. 517
121
Ihr Engelscharen droben, hört das Flehen einer Mutter
Vorlage S. 517
122
in ihrer Herzensangst!
Vorlage S. 517
123
ZDENKA
Vorlage S. 517
124
ängstlich.
Vorlage S. 517
125
Mama!
Vorlage S. 517
126
ADELAIDE.
Vorlage S. 517
127
Zdenka! bleib still und kümmre dich um nichts was hier geschieht!
Vorlage S. 517
128
Auf, leise; auf Zdenka deutend.
Vorlage S. 517
129
Leise! sie ist es!
Vorlage S. 517
130
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 517
131
Dort der junge Herr?
Vorlage S. 517
132
ADELAIDE.
Vorlage S. 517
133
Sie ist ein Mädchen. Weil sie wild war wie ein Bub
Vorlage S. 517
134
hat man sie weiterhin als Buben laufen lassen.
Vorlage S. 517
135
Wir sind nicht reich genug, in dieser Stadt
Vorlage S. 517
136
zwei Mädchen standeswürdig auszuführen. –
Vorlage S. 517
137
Allein sie liebt die ältre Schwester über alle Maßen,
Vorlage S. 517
138
wie könnte sie ihr Böses tun?
Vorlage S. 517
139
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 517
140
Die Karten lügen nicht.
Vorlage S. 517
141
Da steht der Officier. Da steht das blonde Mädchen.
Vorlage S. 517
142
Gezogne Säbel seh ich, und der Bräutigam zieht sich zurück.
Vorlage S. 517
143
Die Karten warnen Sie!
Vorlage S. 517
144
ADELAIDE
Vorlage S. 517
145
steht auf.
Vorlage S. 517
146
Sie sind mein guter Engel!
Vorlage S. 517
147
Hier ist mein Zimmer! Sie versuchen es noch einmal!
Vorlage S. 517
148
KARTENAUFSCHLÄGERIN.
Vorlage S. 517
149
Die Karten nehmen nichts zurück.
Vorlage S. 517
150
ADELAIDE.
Vorlage S. 517
151
Schnell, schnell! Ich fleh Sie an.
Vorlage S. 517
152
Zieht sie ins Nebenzimmer rechts.
Vorlage S. 517
153
ZDENKA
Vorlage S. 517
154
nimmt die Rechnungen zur Hand, die sich angehäuft haben, sieht hinein.
Vorlage S. 517
155
Sie wollen alle Geld! Sie drohn mit den Gerichten!
Vorlage S. 517
156
Was? davon weiß ja ich gar nichts: sie schreiben:
Vorlage S. 517
157
sie haben schon gehört dass wir verreisen wollen!
Vorlage S. 517
158
Oh! dann ist alles aus!
Vorlage S. 517
159
Dann seh ich ihn nie mehr!
Vorlage S. 518
160
Sie läuft in ihrer Angst an die Tür links und horcht.
Vorlage S. 518
161
Sie sagt: der Arabella droht etwas –
Vorlage S. 518
162
von einem Officier.
Vorlage S. 518
163
Er darf nicht mehr ins Haus, sagt die Mama,
Vorlage S. 518
164
sie wird compromittiert von ihm.
Vorlage S. 518
165
Nicht mehr ins Haus? O Gott – dann bringt er sich ja um –
Vorlage S. 518
166
und alle wissen drum: es ist wegen ihr –
Vorlage S. 518
167
und sie – dann endlich weiß sie, wie er sie geliebt hat!
Vorlage S. 518
168
Geht weg von der Tür.
Vorlage S. 518
169
Mein Gott, lass das nicht zu, dass wir verreisen müssen!
Vorlage S. 518
170
Lass den Papa gewinnen! Lass in Goerz die Tante sterben!
Vorlage S. 518
171
Mach dass die Bella den Matteo über alles liebt
Vorlage S. 518
172
und dass er glücklich wird, und dass wir nicht mehr arm sind!
Vorlage S. 518
173
Aufopfern will ich mich dafür – mein Leben lang
Vorlage S. 518
174
in Bubenkleidern laufen und Verzicht auf alles tun!
Vorlage S. 518
175
Es klopft. Sie geht an die Mitteltür. Indem wird die Tür von außen vorsichtig aufgemacht und Matteo tritt ein, in Jägeruniform, die Kappe in der Hand, aber ohne Säbel.
Vorlage S. 518
176
ZDENKA
Vorlage S. 518
177
erblaßt.
Vorlage S. 518
178
Matteo!
Vorlage S. 518
179
MATTEO.
Vorlage S. 518
180
Zdenko! du! Bist du allein?
Vorlage S. 518
181
ZDENKA
Vorlage S. 518
182
leise, ängstlich.
Vorlage S. 518
183
Da drin ist die Mama.
Vorlage S. 518
184
MATTEO.
Vorlage S. 518
185
Und Arabella?
Vorlage S. 518
186
ZDENKA.
Vorlage S. 518
187
Sie ist spazieren auf dem Ring mit der Begleiterin.
Vorlage S. 518
188
MATTEO
Vorlage S. 518
189
einen Schritt näher.
Vorlage S. 518
190
Und nichts für mich? Kein Wort? kein Brief?
Vorlage S. 518
191
Zdenka schüttelt traurig den Kopf.
Vorlage S. 518
192
Und gestern abend?
Vorlage S. 518
193
ZDENKA.
Vorlage S. 518
194
War sie in der Oper
Vorlage S. 518
195
mit der Mama.
Vorlage S. 518
196
MATTEO
Vorlage S. 518
197
eifersüchtig.
Vorlage S. 518
198
Mit der Mama allein?
Vorlage S. 518
199
ZDENKA
Vorlage S. 518
200
zögernd.
Vorlage S. 518
201
Ich glaub mit der Mama und den drei Grafen.
Vorlage S. 518
202
MATTEO.
Vorlage S. 519
203
Und nachmittag?
Vorlage S. 519
204
ZDENKA
Vorlage S. 519
205
zögernd, ängstlich.
Vorlage S. 519
206
Sie kommen mit Schlitten und holen sie ab –
Vorlage S. 519
207
ich soll auch mit: ein Chaperon muss doch dabei sein.
Vorlage S. 519
208
MATTEO
Vorlage S. 519
209
tief getroffen.
Vorlage S. 519
210
Dahin ist es gekommen zwischen mir und ihr!
Vorlage S. 519
211
Hätt ich nicht dich, ich wüsste nicht einmal mehr was sie tut!
Vorlage S. 519
212
Sie hat nichts mehr für mich als hie und da
Vorlage S. 519
213
einen halb finstern halb zerstreuten Blick!
Vorlage S. 519
214
ZDENKA.
Vorlage S. 519
215
Und doch hat sie dich lieb! Glaub mir! Ich weiß es, ich!
Vorlage S. 519
216
MATTEO
Vorlage S. 519
217
aufleuchtend.
Vorlage S. 519
218
Zdenko, mein einziger Freund! du weißt's? sie hat es dir gestanden?
Vorlage S. 519
219
ZDENKA.
Vorlage S. 519
220
Du weißt: sie ist verschlossen wie das Grab,
Vorlage S. 519
221
mit Worten sagt sie's nicht.
Vorlage S. 519
222
Ich weiß es halt – und hat sie dir nicht vor drei Tagen
Vorlage S. 519
223
den Brief geschrieben, über den du selig warst?
Vorlage S. 519
224
MATTEO.
Vorlage S. 519
225
O dreimal selig – wie vom Himmel war der Brief!
Vorlage S. 519
226
Dann aber geht sie wieder kalt und fremd an mir vorbei!
Vorlage S. 519
227
Wie soll ich das begreifen – und ertragen, Zdenko – wie?
Vorlage S. 519
228
ZDENKA
Vorlage S. 519
229
leise, wichtig.
Vorlage S. 519
230
So ist ein Mädel. Geben will ein Mädel mehr und mehr –
Vorlage S. 519
231
nur zeigen will sie nichts. Sie schämt sich halt so furchtbar.
Vorlage S. 519
232
MATTEO.
Vorlage S. 519
233
Wie du das weißt, du lieber Bub!
Vorlage S. 519
234
So weißt du auch –
Vorlage S. 519
235
Er faßt Zdenka am Arm, sie macht sich sogleich los.
Vorlage S. 519
236
– was das für Stunden sind
Vorlage S. 519
237
und was da für Gedanken Herrschaft haben über mich
Vorlage S. 519
238
wenn sie so durch mich durchschaut wie durch leere Luft –
Vorlage S. 519
239
und du mir nicht ein Zeichen bringst
Vorlage S. 519
240
von dem ich wieder hoffen kann und leben!
Vorlage S. 519
241
ZDENKA
Vorlage S. 520
242
hastig.
Vorlage S. 520
243
Gewiss. Ich bring dir wieder einen solchen Brief
Vorlage S. 520
244
heut oder morgen!
Vorlage S. 520
245
MATTEO
Vorlage S. 520
246
drängend.
Vorlage S. 520
247
Heute noch! Du bist mein einziger Freund!
Vorlage S. 520
248
Gib mir dein Manneswort – auf dich verlaß ich mich!
Vorlage S. 520
249
Und wenn ich mich auf dich nicht mehr verlassen könnte
Vorlage S. 520
250
dann käme etwas andres!
Vorlage S. 520
251
ZDENKA
Vorlage S. 520
252
angstvoll.
Vorlage S. 520
253
Was? was käme dann, Matteo?
Vorlage S. 520
254
MATTEO
Vorlage S. 520
255
sehr finster.
Vorlage S. 520
256
Dann stünd ich morgen beim Rapport und bäte um Versetzung nach Galizien.
Vorlage S. 520
257
Und wenn mir das nichts hilft und ich auch dort
Vorlage S. 520
258
die Arabella nicht vergessen kann –
Vorlage S. 520
259
dann gibts halt einen Ausweg: den Revolver.
Vorlage S. 520
260
ZDENKA.
Vorlage S. 520
261
Mein Gott im Himmel!
Vorlage S. 520
262
MATTEO.
Vorlage S. 520
263
Denk daran, wie du mir hilfst!
Vorlage S. 520
264
Er eilt weg.
Vorlage S. 520
265
ZDENKA
Vorlage S. 520
Porträt von Hofmannsthal, Hugo von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Hofmannsthal, Hugo von · Urheber auf der Commons-Dateiseite nicht angegeben · Public domain Bildquelle ↗
266
fast sinnlos vor Aufregung und Angst zwischen so vielen Gefahren und Schwierigkeiten.
Vorlage S. 520
267
Ihm helfen – o mein Gott! und mir! wer hilft denn mir!
Vorlage S. 520
268
Die Wörter hätt ich wohl in mir für hundert solche Briefe –
Vorlage S. 520
269
und auch die Schrift die treff ich ja im Schlaf –
Vorlage S. 520
270
was aber hilft ihm denn der Brief, wenn ich für sie
Vorlage S. 520
271
die zärtlichen verliebten Wörter schreibe!
Vorlage S. 520
272
Die Wörter muss ich finden die ins Herz ihr gehn
Vorlage S. 520
273
dass sie erkennt den Einzigen der es verdient von ihr geliebt zu sein –
Vorlage S. 520
274
Das ist das Schwerere und wenn's mir nicht gelingt – hab ich verspielt.
Vorlage S. 520
275
ARABELLA
Vorlage S. 520
276
ist von rechts eingetreten, in Hut, Schleier und Pelzjacke, hinter ihr die Begleiterin.
Vorlage S. 520
277
Ich danke, Fräulein. Holen Sie mich morgen um die gleiche Zeit,
Vorlage S. 520
278
für heute brauch ich sie nicht mehr. Adieu.
Vorlage S. 520
279
Begleiterin geht ab.
Vorlage S. 520
280
ARABELLA
Vorlage S. 521
281
legt den Hut und die Jacke ab.
Vorlage S. 521
282
Sie sieht die Rosen, die auf einem Guéridon stehen.
Vorlage S. 521
283
Die schönen Rosen! Hat die ein Husar gebracht?
Vorlage S. 521
284
Sie nimmt die Rosen.
Vorlage S. 521
285
ZDENKA.
Vorlage S. 521
286
Wie? ein Husar?
Vorlage S. 521
287
ARABELLA.
Vorlage S. 521
288
Der Leibhusar von einem fremden Reisenden!
Vorlage S. 521
289
ZDENKA.
Vorlage S. 521
290
Nein. Sie sind von Matteo.
Vorlage S. 521
291
ARABELLA legt die Rosen schnell weg –
Vorlage S. 521
292
Zdenka tut sie wieder in die Vase.
Vorlage S. 521
293
ZDENKA
Vorlage S. 521
294
sanft.
Vorlage S. 521
295
So gehst du mit seinen Blumen um!
Vorlage S. 521
296
Und trotzdem bringt er neue jeden Tag.
Vorlage S. 521
297
ARABELLA
Vorlage S. 521
298
kurz.
Vorlage S. 521
299
Ah, lass! – Und dort das andere Bukett?
Vorlage S. 521
300
ZDENKA.
Vorlage S. 521
301
Vom Elemer.
Vorlage S. 521
302
Und da Parfum vom Dominik, und Spitzen vom Lamoral.
Vorlage S. 521
303
ARABELLA
Vorlage S. 521
304
spöttisch.
Vorlage S. 521
305
Die drei! Verlumpen Geld zu dritt, verlieben sich zu dritt ins gleiche Mädel –
Vorlage S. 521
306
am End verloben sie sich auch noch alle drei mit mir!
Vorlage S. 521
307
ZDENKA.
Vorlage S. 521
308
Nichts wert sind sie – und etwas wert ist nur der eine – der!
Vorlage S. 521
309
Sie hält ihr Matteos Rosen entgegen.
Vorlage S. 521
310
ARABELLA.
Vorlage S. 521
311
Ah, lass! Die drei sind lustiger und haben mehr in sich.
Vorlage S. 521
312
ZDENKA
Vorlage S. 521
313
vorwurfsvoll.
Vorlage S. 521
314
Kannst du das sagen! Mehr in sich als der Matteo!
Vorlage S. 521
315
Er liebt dich doch aus seiner ganzen Seele,
Vorlage S. 521
316
aus seinem ganzen Herzen –
Vorlage S. 521
317
ARABELLA
Vorlage S. 521
318
spöttisch.
Vorlage S. 521
319
und aus allen seinen Kräften!
Vorlage S. 521
320
Nur sind die Kräfte halt nicht groß!
Vorlage S. 521
321
ZDENKA
Vorlage S. 521
322
heftig.
Vorlage S. 521
323
Versündig dich nur nicht! Du hast ihn lieb gehabt!
Vorlage S. 521
324
ARABELLA.
Vorlage S. 522
325
Vielleicht!
Vorlage S. 522
326
Gehabt! So ists vorbei: du sagst es selbst.
Vorlage S. 522
327
ZDENKA.
Vorlage S. 522
328
Gib acht dass er dich das aussprechen hört!
Vorlage S. 522
329
Es wär sein Tod.
Vorlage S. 522
330
ARABELLA
Vorlage S. 522
331
leichthin.
Vorlage S. 522
332
Mannsbilder sterben nicht so schnell!
Vorlage S. 522
333
ZDENKA
Vorlage S. 522
334
heftiger.
Vorlage S. 522
335
Es wär sein Tod! anbeten tut er dich!
Vorlage S. 522
336
ARABELLA
Vorlage S. 522
337
sieht sie an.
Vorlage S. 522
338
Zdenkerl, du hast schon ganz den exaltierten Ton von der Mama!
Vorlage S. 522
339
Paß auf auf dich!
Vorlage S. 522
340
ZDENKA.
Vorlage S. 522
341
Weils mir das Herz umdreht, wie ich ihn leiden seh!
Vorlage S. 522
342
ARABELLA
Vorlage S. 522
343
ohne sie anzusehen.
Vorlage S. 522
344
Bist du verliebt in ihn?
Vorlage S. 522
345
ZDENKA
Vorlage S. 522
346
stampft auf.
Vorlage S. 522
347
Sein Freund bin ich!
Vorlage S. 522
348
Sein einziger Freund auf dieser Welt!
Vorlage S. 522
349
ARABELLA
Vorlage S. 522
350
sieht sie wieder aufmerksam an.
Vorlage S. 522
351
Zdenkerl, in dir steckt was Gefährliches seit letzter Zeit.
Vorlage S. 522
352
Mir scheint, Zeit wärs, dass du ein Mädel wirst
Vorlage S. 522
353
vor aller Welt und dass die Maskerad ein End hat.
Vorlage S. 522
354
ZDENKA.
Vorlage S. 522
355
Ich bleib ein Bub bis an mein End. Ich will nicht eine Frau sein –
Vorlage S. 522
356
so eine wie du bist. Stolz und coquett, und kalt dabei!
Vorlage S. 522
357
ARABELLA.
Vorlage S. 522
358
Du, du! Mir scheint es ist sogar die höchste Zeit!
Vorlage S. 522
359
ZDENKA
Vorlage S. 522
360
heftig.
Vorlage S. 522
361
Zeit wärs dass du das einzige Herz, das deiner wert ist,
Vorlage S. 522
362
nicht unter deine Füße trittst!
Vorlage S. 522
363
ARABELLA
Vorlage S. 522
364
sehr ernst.
Vorlage S. 522
365
Er ist der Richtige nicht für mich!
Vorlage S. 522
366
Er ist kein ganzer Mann. Ich könnt mich halt vor ihm nicht fürchten.
Vorlage S. 522
367
Wer das nicht ist, der hat bei mir verspielt!
Vorlage S. 522
368
ZDENKA.
Vorlage S. 522
369
Wie eine Hexe redest du!
Vorlage S. 522
370
ARABELLA
Vorlage S. 523
371
sie hat sich gesetzt.
Vorlage S. 523
372
Ich red im Ernst, ich red die Wahrheit jetzt zu dir!
Vorlage S. 523
373
Ich kann ja nicht dafür, dass ich so bin.
Vorlage S. 523
374
Ein Mann wird mir gar schnell recht viel
Vorlage S. 523
375
und wieder schnell ist er schon gar nichts mehr für mich!
Vorlage S. 523
376
Da drin im Kopf geschiehts, und schnell, ich weiß nicht wie!
Vorlage S. 523
377
Es fangt zu fragen an, und auf die Fragen
Vorlage S. 523
378
find ich die Antwort nicht, bei Tag und nicht bei Nacht.
Vorlage S. 523
379
Ganz ohne meinen Willen dreht sich dann mein Herz
Vorlage S. 523
380
und dreht sich los von ihm. Ich kann ja nichts dafür –
Vorlage S. 523
381
aber der Richtige – wenns einen gibt für mich auf dieser Welt –
Vorlage S. 523
382
der wird auf einmal dastehen, da vor mir
Vorlage S. 523
383
und wird mich anschaun und ich ihn
Vorlage S. 523
384
und keine Zweifel werden sein und keine Fragen
Vorlage S. 523
385
und selig werd ich sein und ihm gehorsam wie ein Kind.
Vorlage S. 523
386
ZDENKA
Vorlage S. 523
387
nach einer kleinen Pause, sie liebevoll ansehend.
Vorlage S. 523
388
Ich weiß nicht wie du bist, ich weiß nicht ob du Recht hast –
Vorlage S. 523
389
dazu hab ich dich viel zu lieb! Ich will nur dass du glücklich wirst –
Vorlage S. 523
390
mit einem ders verdient! und helfen will ich dir dazu.
Vorlage S. 523
391
Noch inniger, mehr für sich, und zugleich mit Arabella.
Vorlage S. 523
392
So hat ja die Prophetin es gesehn:
Vorlage S. 523
393
sie ganz im Licht und ich hinab ins Dunkel.
Vorlage S. 523
394
Sie ist so schön und lieb, – ich werde gehn
Vorlage S. 523
395
und noch im Gehn werd ich dich segnen, meine Schwester.
Vorlage S. 523
396
ARABELLA
Vorlage S. 523
397
für sich und zugleich mit Zdenka.
Vorlage S. 523
398
Der Richtige, wenns einen gibt für mich,
Vorlage S. 523
399
der wird mich anschaun und ich ihn
Vorlage S. 523
400
und keine Zweifel werden sein und keine Fragen,
Vorlage S. 523
401
und selig werd ich sein und ihm gehorsam wie ein Kind!
Vorlage S. 523
402
Man hört die Glöckchen eines Schlittens.
Vorlage S. 523
403
ZDENKA.
Vorlage S. 523
404
Das ist der Schlitten vom Elemer. Ich kenn die Schellen.
Vorlage S. 523
405
ARABELLA
Vorlage S. 523
406
wieder ganz leicht und munter.
Vorlage S. 523
407
Und hinter ihm kommt dann der Dominik gefahren
Vorlage S. 523
408
und hinter dem der Lamoral. So treiben sie's.
Vorlage S. 523
409
Und ich – ich treibs halt mit – weil halt nur einmal Fasching ist.
Vorlage S. 523
410
ZDENKA.
Vorlage S. 524
411
Nein: heute kommt der Elemer allein.
Vorlage S. 524
412
Das ist so zwischen ihnen abgemacht.
Vorlage S. 524
413
Freust du dich? Nein! Er kann der Richtige nicht sein!
Vorlage S. 524
414
Nein, nein, das darf nicht sein!
Vorlage S. 524
415
ARABELLA.
Vorlage S. 524
416
Ich weiß ja nicht!
Vorlage S. 524
417
Ein Mann, das ist er wohl. Vielleicht zu viel ein Mann.
Vorlage S. 524
418
Ein wilder zorniger Mann – kann sein, ich muss ihn nehmen!
Vorlage S. 524
419
Sie steht nachdenklich.
Vorlage S. 524
420
ZDENKA.
Vorlage S. 524
421
Mein Gott, dann bringt sich der Matteo um
Vorlage S. 524
422
Visionär.
Vorlage S. 524
423
Ich klopf an seine Tür, er gibt nicht Antwort.
Vorlage S. 524
424
Ich werf mich über ihn – ich küß zum ersten Mal
Vorlage S. 524
425
seine eiskalten Lippen! dann ist alles aus.
Vorlage S. 524
426
ARABELLA
Vorlage S. 524
427
für sich, ohne auf Zdenka zu achten.
Vorlage S. 524
428
Kann sein, ich muss. Es wird mir schon ein Zeichen kommen!
Vorlage S. 524
429
Heut abend ist der Fasching aus. Heut abend muss ich mich entscheiden.
Vorlage S. 524
430
Zdenkerl, was schaust du denn so traurig drein?
Vorlage S. 524
431
Ich weiß ja doch, die Eltern zittern drauf
Vorlage S. 524
432
mich los zu sein. Und ich, ich kann doch nicht
Vorlage S. 524
433
wenn mich nicht alles stoßt und drängt und hinwirft zu dem einen!
Vorlage S. 524
434
Siehst du – da war ein fremder Mensch heut vormittag –
Vorlage S. 524
435
Sie geht gegen das Fenster.
Vorlage S. 524
436
wie ich hier aus dem Haus gegangen bin,
Vorlage S. 524
437
dort drüben war er, an der Ecke, groß, in einem Reisepelz,
Vorlage S. 524
438
und hinter ihm ein Leibhusar – ein Fremder halt
Vorlage S. 524
439
aus Ungarn oder aus der Wallachei ...
Vorlage S. 524
440
Der hat mich angeschaut mit großen ernsten festen Augen,
Vorlage S. 524
441
dann hat er was gesagt zu seinem Diener.
Vorlage S. 524
442
Ich hätt geschworen drauf, dass er mir Blumen schickt.
Vorlage S. 524
443
Blumen von dem, das wäre heute mehr für mich als alles!
Vorlage S. 524
444
Die täte ich mir in mein Zimmer nehmen
Vorlage S. 524
445
und wenn ich heimkäm in der Nacht vom Ball
Vorlage S. 525
446
fänd ich sie wieder, und ich ließ sie nicht verblühn –
Vorlage S. 525
447
als bis er selber käme! Lass mich nur
Vorlage S. 525
448
das sind so Phantasien –
Vorlage S. 525
449
schau mich doch nicht so ängstlich an!
Vorlage S. 525
450
ZDENKA
Vorlage S. 525
451
reißt die Rosen von Matteo aus der Vase, hält sie ihr leidenschaftlich hin.
Vorlage S. 525
452
Nimm die! sie kommen von dem treuesten Menschen auf der Welt!
Vorlage S. 525
453
Nimm sie zu dir, ganz nah zu dir, nimm keine anderen als die!
Vorlage S. 525
454
Ich fühls: dein und mein Schicksal hängt daran!
Vorlage S. 525
455
Die Glöckchen des Schlittens stärker.
Vorlage S. 525
456
ARABELLA
Vorlage S. 525
457
verwundert.
Vorlage S. 525
458
Was hast du denn? was ist denn los mit dir?
Vorlage S. 525
459
ZDENKA.
Vorlage S. 525
460
Sei still! da kommt der Elemer.
Vorlage S. 525
461
Die Mitteltür geht auf, Elemer steht in der Tür, wirft den Pelz ab, den er umhängen hat, ein Groom fängt den Pelz auf, schließt von außen die Tür.
Vorlage S. 525
462
Zdenka ist schnell und leise rechts abgegangen.
Vorlage S. 525
463
ARABELLA.
Vorlage S. 525
464
So triumphierend treten Sie herein?
Vorlage S. 525
465
ELEMER.
Vorlage S. 525
466
Heut ist mein Tag! so haben wir gelost.
Vorlage S. 525
467
Anspannen lassen hab ich meine Russen
Vorlage S. 525
468
denn heute darf ich Sie in meinem Schlitten führen,
Vorlage S. 525
469
und abends dann auf dem Fiakerball
Vorlage S. 525
470
bin ich Ihr Herr!
Vorlage S. 525
471
Arabella runzelt die Stirn.
Vorlage S. 525
472
Ich meine: ich Ihr erster Knecht
Vorlage S. 525
473
denn Sie sind immerdar die Königin!
Vorlage S. 525
474
ARABELLA.
Vorlage S. 525
475
Ihr habt um mich gelost! Ihr seid mir schon die Rechten!
Vorlage S. 525
476
ELEMER.
Vorlage S. 525
477
Ja, einer von uns dreien muss es sein, den Sie erwählen!
Vorlage S. 525
478
So ist's beschlossen und beschworen unter uns.
Vorlage S. 525
479
ARABELLA.
Vorlage S. 526
480
Ah? einer von euch dreien muss es sein?
Vorlage S. 526
481
Und ich? ich bin die Sklavin über die ihr schon das Los geworfen habt?
Vorlage S. 526
482
In welchem Krieg habt ihr mich denn erbeutet wenn ich fragen darf?
Vorlage S. 526
483
ELEMER.
Vorlage S. 526
484
Zum Preis hat Sie sich selber eingesetzt
Vorlage S. 526
485
mit Ihren Blicken hat Sie uns gefordert, Ihr zu stehn:
Vorlage S. 526
486
Ein Mädchenblick ist stark und gibt und nimmt –
Vorlage S. 526
487
und er verheißt noch mehr!
Vorlage S. 526
488
ARABELLA
Vorlage S. 526
489
für sich.
Vorlage S. 526
490
Mit wie ganz andern Augen hat mich heute einer angeschaut!
Vorlage S. 526
491
Sie sieht ihn fest an.
Vorlage S. 526
492
Ja, – Sie verlangen – und Sie wollen – und Sie lieben auch – vielleicht!
Vorlage S. 526
493
ELEMER.
Vorlage S. 526
494
Vielleicht? das Wort da wagen Sie zu sagen – mir –
Vorlage S. 526
495
nach diesen Wochen –?
Vorlage S. 526
496
Er packt sie zornig beim Handgelenk.
Vorlage S. 526
497
ARABELLA
Vorlage S. 526
498
sie macht sich los und geht ein paar Schritte von ihm weg.
Vorlage S. 526
499
Ich aber habe meinen Stolz und könnte Vieles nicht verzeihn!
Vorlage S. 526
500
Und eine Fessel tragen will ich nicht!
Vorlage S. 526
501
ELEMER.
Vorlage S. 526
502
Ihr Stolz verlangt nur eines: sich zu schmiegen unter eine Manneshand!
Vorlage S. 526
503
ARABELLA.
Vorlage S. 526
504
Verlangt er das? Dann sollt ich zornig sein auf euch
Vorlage S. 526
505
dass ihr mir jetzt den Hof macht einen Fasching lang –
Vorlage S. 526
506
und immer noch habt ihr mir nicht das Herz erlöst
Vorlage S. 526
507
von diesem Stolz – und habt mir noch nichts Besseres geschenkt –
Vorlage S. 526
508
und immer bin ich noch die Gleiche die ich war,
Vorlage S. 526
509
und dieses einzige bittersüße Glück
Vorlage S. 526
510
das einem Mädel bleibt, das kost ich aus: versteckt
Vorlage S. 526
511
und in der Schwebe sein, und keinem ganz sich geben!
Vorlage S. 527
512
und zögern noch und noch –
Vorlage S. 527
513
Vielleicht wird aber bald was Andres kommen, Elemer.
Vorlage S. 527
514
Mit einem süßen Lächeln.
Vorlage S. 527
515
Wer weiß – vielleicht sehr bald, vielleicht noch diese Nacht!
Vorlage S. 527
516
ELEMER.
Vorlage S. 527
517
Das Andere wird kommen in der Stunde
Vorlage S. 527
518
die ich herab vom Himmel flehe, Bella –
Vorlage S. 527
519
wo Sie abwerfen diese feigen zaudernden Bedenken
Vorlage S. 527
520
und das sein wollen was Sie sind, das herrlichste Geschöpf
Vorlage S. 527
521
geschaffen Seligkeit zu bringen über mich, allein auf dieser Welt!
Vorlage S. 527
522
Hören Sie meine Pferde? Wie sie stampfen
Vorlage S. 527
523
und ihre Glocken schütteln? Wie sie läuten:
Vorlage S. 527
524
Du willst ja! Komm! dann sausen wir mit dir dahin!
Vorlage S. 527
525
Nachdenken ist der Tod! im Nicht-bedenken liegt das Glück!
Vorlage S. 527
526
ARABELLA.
Vorlage S. 527
527
Sind es die Russen? schütteln sie sich schon vor Ungeduld?
Vorlage S. 527
528
Ja, ja! Ich will. Heut ist doch Faschingdienstag
Vorlage S. 527
529
und heut um Mitternacht ist alles aus.
Vorlage S. 527
530
Die Hauptallee hinunter – dass der Atem mir vergeht.
Vorlage S. 527
Johannes Vermeer – Briefleserin in Blau, um 1663. Vergleichsbild zum Motiv des Lesens und Briefeschreibens, keine konkrete Buchszene.
Kontextbild zum Werk. Briefleserin in Blau · Johannes Vermeer · Public domain Bildquelle ↗
531
Aber Zdenko fahrt mit uns.
Vorlage S. 527
532
ELEMER
Vorlage S. 527
533
zornig, unglücklich.
Vorlage S. 527
534
Kein Wort,
Vorlage S. 527
535
kein Wort soll ich zu Ihnen reden dürfen?
Vorlage S. 527
536
In mir sind Worte, brennende, für Sie allein bestimmt!
Vorlage S. 527
537
und sonst für keines Menschen Ohr!
Vorlage S. 527
538
ARABELLA
Vorlage S. 527
539
bestimmt.
Vorlage S. 527
540
Der Bub kommt mit.
Vorlage S. 527
541
ELEMER.
Vorlage S. 527
542
Sie Grausame!
Vorlage S. 527
543
ARABELLA.
Vorlage S. 527
544
In einer halben Stunde bin ich unten
Vorlage S. 527
545
mit ihm, solange müssen sich die Russen gedulden!
Vorlage S. 527
546
Ihn verabschiedend.
Vorlage S. 527
547
Auf Wiedersehn!
Vorlage S. 527
548
ELEMER.
Vorlage S. 527
549
Sie sind ein angebetetes Geschöpf
Vorlage S. 527
550
ein unbegreifliches! ein grausames! entzückendes!
Vorlage S. 527
551
Er geht.
Vorlage S. 527
552
ZDENKA
Vorlage S. 528
553
tritt rechts herein.
Vorlage S. 528
554
Hast du ihn fortgeschickt?
Vorlage S. 528
555
ARABELLA.
Vorlage S. 528
556
Wir fahren aus mit ihm. Schnell zieh dich an.
Vorlage S. 528
557
Im Schlitten.
Vorlage S. 528
558
ZDENKA.
Vorlage S. 528
559
Dazu brauchst du mich?
Vorlage S. 528
560
ARABELLA.
Vorlage S. 528
561
Ja, dazu brauch ich dich.
Vorlage S. 528
562
Der Schlitten unten lebhafter.
Vorlage S. 528
563
Schau doch die schönen Rappen, wie sie ungeduldig sind.
Vorlage S. 528
564
Mit plötzlich veränderter Stimme rufend.
Vorlage S. 528
565
Zdenka!
Vorlage S. 528
566
ZDENKA.
Vorlage S. 528
567
Was ist denn? was erschrickst du so?
Vorlage S. 528
568
ARABELLA.
Vorlage S. 528
569
Er! das ist er! er! mein Fremder! da! dort drüben geht er!
Vorlage S. 528
570
mit seinem Diener. Sicher will er wissen, wo ich wohn'.
Vorlage S. 528
571
Paß auf, jetzt sucht er, welches meine Fenster sind.
Vorlage S. 528
572
Schau seine Augen an, was das für große ernste Augen sind –
Vorlage S. 528
573
ZDENKA
Vorlage S. 528
574
hinter ihr.
Vorlage S. 528
575
Wie soll ich seine Augen sehn, er schaut ja nicht herauf!
Vorlage S. 528
576
ARABELLA
Vorlage S. 528
577
wartet.
Vorlage S. 528
578
Nein, er schaut nicht herauf
Vorlage S. 528
579
Wendet sich ins Zimmer.
Vorlage S. 528
580
Er geht vorüber. Anderswo erwartet ihn halt eine andre Frau –
Vorlage S. 528
581
Die hass ich jetzt! Und wünsch ihr alles Böse auf der Welt!
Vorlage S. 528
582
ZDENKA.
Vorlage S. 528
583
Und heut am Abend hast du sie vergessen – und ihn auch.
Vorlage S. 528
584
Du hast so deine Phantasien.
Vorlage S. 528
585
ARABELLA
Vorlage S. 528
586
steht finster.
Vorlage S. 528
587
ZDENKA
Vorlage S. 528
588
nähert sich ihr.
Vorlage S. 528
589
Die Männer sind's allein, die wählen dürfen,
Vorlage S. 528
590
und wir, wir müssen warten bis man uns erwählt
Vorlage S. 528
591
oder wir sind verloren.
Vorlage S. 528
592
Sie drückt ihren Kopf an Arabellas Schulter.
Vorlage S. 528
593
ARABELLA.
Vorlage S. 528
594
Du Weisheit!
Vorlage S. 528
595
Zdenka hebt den Kopf.
Vorlage S. 528
596
Lass dich anschaun! Deine Augen
Vorlage S. 529
597
sind ja voll Wasser! Zdenkerl, sag was ist mit dir?
Vorlage S. 529
598
Man hört die Schlittenglocken.
Vorlage S. 529
599
ZDENKA
Vorlage S. 529
600
macht sich los.
Vorlage S. 529
601
Gar nichts. So willst du fahren mit dem Elemer?
Vorlage S. 529
602
ARABELLA.
Vorlage S. 529
603
Ja, ja. Geh. Zieh dich an. Du fahrst mit uns. Ich wills.
Vorlage S. 529
604
ZDENKA.
Vorlage S. 529
605
Pst, die Mama.
Vorlage S. 529
606
Adelaide ist links herausgetreten, horchend: sie hat Waldner kommen gehört.
Vorlage S. 529
607
Waldner kommt im gleichen Augenblick durch die Mitteltür, gut angezogen, Stadtpelz und Cylinder, Stock, Handschuhe. Er sieht elegant, aber ermüdet und übernächtig aus, geht durchs Zimmer, als sehe er die andern nicht und läßt sich in einem Fauteuil vorne rechts nieder.
Vorlage S. 529
608
ADELAIDE.
Vorlage S. 529
609
Lasst uns allein, meine Kinder.
Vorlage S. 529
610
Euer Vater hat Sorgen.
Vorlage S. 529
611
Arabella geht links rückwärts ab. Zdenka rechts rückwärts.
Vorlage S. 529
612
WALDNER
Vorlage S. 529
613
steht auf, legt ab – hinter einem Paravent – legt den Cylinder auf den Tisch. Er sieht die Couverts mit den Rechnungen, betrachtet sie mechanisch, reißt ein Couvert auf, dann das nächste.
Vorlage S. 529
614
Nichts als das Zeug da? und von niemand sonst ein Brief?
Vorlage S. 529
615
ADELAIDE.
Vorlage S. 529
616
Du hast gespielt? Du hast verloren, Theodor?
Vorlage S. 529
617
Waldner schweigt.
Vorlage S. 529
618
Du hast an deine Regimentscameraden geschrieben?
Vorlage S. 529
619
WALDNER.
Vorlage S. 529
620
Von keinem eine Antwort! das ist hart.
Vorlage S. 529
621
Wirft sich auf den Fauteuil; vor sich hin, halb zu Adelaide.
Vorlage S. 529
622
Da war ein gewisser Mandryka
Vorlage S. 529
623
der war steinreich und ein Phantast dazu.
Vorlage S. 529
624
Für ein Mädel hat der einmal die Straßen von Verona
Vorlage S. 529
625
bestreuen lassen mit dreitausend Scheffeln Salz
Vorlage S. 529
626
weil sie hat Schlitten fahren wollen mitten im August!
Vorlage S. 529
627
Ich hab an seine Großmut appelliert –
Vorlage S. 529
628
und hab von der Bella ein Bild hineingelegt –
Vorlage S. 529
629
in dem stahlblauen Ballkleid mit Schwanenbesatz –
Vorlage S. 530
630
Ich hab mir gedacht: vielleicht kommt er daher,
Vorlage S. 530
631
ein Narr wie er ist, und heirat das Mädel!
Vorlage S. 530
632
ADELAIDE.
Vorlage S. 530
633
O Gott mein schönes Kind mit einem alten Mann!
Vorlage S. 530
634
WALDNER
Vorlage S. 530
635
heftig.
Vorlage S. 530
636
Es muss ein solider Bewerber daher
Vorlage S. 530
637
und ein End mit der ewigen Hofmacherei
Vorlage S. 530
638
die zu nichts führt! Ich weiß sonst keinen Ausweg!
Vorlage S. 530
639
Er ist aufgestanden – geht im Zimmer umher.
Vorlage S. 530
640
ADELAIDE
Vorlage S. 530
641
mit plötzlicher Ekstase.
Vorlage S. 530
642
Fort mit uns! Zur Tante Jadwiga!
Vorlage S. 530
643
Sie nimmt uns auf auf ihre Schlösser!
Vorlage S. 530
644
Du wirst Verwalter
Vorlage S. 530
645
ich führe der Tante das Haus.
Vorlage S. 530
646
WALDNER.
Vorlage S. 530
647
Und die Mädeln?
Vorlage S. 530
648
ADELAIDE.
Vorlage S. 530
649
Zdenka wird groom für ewige Zeiten –
Vorlage S. 530
650
wir sind nicht in der Lage
Vorlage S. 530
651
zwei Töchter zu erhalten!
Vorlage S. 530
652
Und Arabella – ihr ist prophezeit
Vorlage S. 530
653
sie macht ihr Glück durch eine große Heirat!
Vorlage S. 530
654
WALDNER
Vorlage S. 530
655
grimmig.
Vorlage S. 530
656
Inzwischen ist der letzte Fünfziger dahin!
Vorlage S. 530
657
ADELAIDE.
Vorlage S. 530
658
Sei ruhig, Theodor, mir sind im Traum drei Nummern erschienen!
Vorlage S. 530
659
Unfehlbare herrliche Zahlen!
Vorlage S. 530
660
WALDNER.
Vorlage S. 530
661
Ah, Geschwätz!
Vorlage S. 530
662
Versetz die Smaragdbrosch und gib mir das Geld!
Vorlage S. 530
663
Was? du hast sie nicht mehr? versetzt? verpfändet?
Vorlage S. 530
664
ADELAIDE.
Vorlage S. 530
665
Schon vorige Woche. Sie war das Letzte.
Vorlage S. 530
666
WALDNER.
Vorlage S. 530
667
Und heut hätt ich Glück!
Vorlage S. 530
668
Ich spürs in jedem Finger!
Vorlage S. 530
669
Du unglückselige Person!
Vorlage S. 530
670
Im Herumgehen sieht er die Kartons.
Vorlage S. 531
671
Was sind das da für Sachen?
Vorlage S. 531
672
ADELAIDE
Vorlage S. 531
673
hat schnell die Kartons geöffnet.
Vorlage S. 531
674
Bonbons vom Dominik! Parfum vom Elemer!
Vorlage S. 531
675
Spitzen vom Lamoral! So voller Attentionen sind die jungen Herrn!
Vorlage S. 531
676
WALDNER
Vorlage S. 531
677
tritt näher.
Vorlage S. 531
678
Spitzen? wo sind die Spitzen?
Vorlage S. 531
679
ADELAIDE.
Vorlage S. 531
680
Da: point d'Alençon.
Vorlage S. 531
681
WALDNER.
Vorlage S. 531
682
Geh aus, sofort und schau wie du sie möglichst gut verkaufst.
Vorlage S. 531
683
ADELAIDE.
Vorlage S. 531
684
Die Spitzen, die dem Kind gehören?
Vorlage S. 531
685
WALDNER.
Vorlage S. 531
686
A tempo! fix! Ich hab nicht einen Gulden mehr im Sack!
Vorlage S. 531
687
ADELAIDE.
Vorlage S. 531
688
O dieses Wien!
Vorlage S. 531
689
Sie nimmt das Päckchen Spitzen zu sich.
Vorlage S. 531
690
Allein so hab ichs oft geträumt!
Vorlage S. 531
691
Aus tiefster Schmach hebts uns einmal empor
Vorlage S. 531
692
zu höchster Höhe durch die Hand der Schönheit.
Vorlage S. 531
693
WALDNER
Vorlage S. 531
694
winkt ihr heftig ab.
Vorlage S. 531
695
ADELAIDE
Vorlage S. 531
696
sich zurückziehend, links vorne, zwischen Tür und Angel in Ekstase.
Vorlage S. 531
697
Hats denn vielleicht im Allerhöchsten Erzhaus
Vorlage S. 531
698
noch keine Liebesheiraten gegeben?
Vorlage S. 531
699
Sie geht ab.
Vorlage S. 531
700
WALDNER
Vorlage S. 531
701
wieder zu den Rechnungen zurück, liest die erste.
Vorlage S. 531
702
»Bin ich nicht in der Lage, länger zu warten!«
Vorlage S. 531
703
Nimmt die zweite.
Vorlage S. 531
704
»Müsste ich die Gerichte in Anspruch nehmen ...«
Vorlage S. 531
705
Arme Frau! arme Mädeln!
Vorlage S. 531
706
Er läutet am Glockenzug indem er hinter sich greift. Zimmerkellner tritt ein.
Vorlage S. 531
707
WALDNER.
Vorlage S. 531
708
Cognac!
Vorlage S. 531
709
ZIMMERKELLNER.
Vorlage S. 532
710
Auf Nummer 8 darf ich nichts mehr servieren!
Vorlage S. 532
711
Außer wünschen sofort zu bezahlen!
Vorlage S. 532
712
WALDNER.
Vorlage S. 532
713
Verschwinden Sie. Ich brauche nichts.
Vorlage S. 532
714
Auf und nieder.
Vorlage S. 532
715
Jetzt setzen sie sich hin und fangen wieder an zu spielen,
Vorlage S. 532
716
und alles Andre ist verlorene Zeit!
Vorlage S. 532
717
ZIMMERKELLNER
Vorlage S. 532
718
eintretend mit einem Tablett.
Vorlage S. 532
719
Ein Herr!
Vorlage S. 532
720
WALDNER.
Vorlage S. 532
721
Sie sagen: ich bin ausgegangen.
Vorlage S. 532
722
Das Zeug dorthin!
Vorlage S. 532
723
ZIMMERKELLNER
Vorlage S. 532
724
legt an die von Waldner angegebene Stelle eine Karte und geht ab.
Vorlage S. 532
725
WALDNER
Vorlage S. 532
726
sieht hin.
Vorlage S. 532
727
Das ist ja keine Rechnung. Melden sich
Vorlage S. 532
728
die Lieferanten jetzt schon mit Visitenkarten an?
Vorlage S. 532
729
Er geht hin, nimmt die Karte in die Hand, freudig überrascht.
Vorlage S. 532
730
Mandryka!
Vorlage S. 532
731
Traut seinen Augen nicht.
Vorlage S. 532
732
Der reiche Kerl! mein bester Freund im Regiment!
Vorlage S. 532
733
ZIMMERKELLNER
Vorlage S. 532
734
an der Tür.
Vorlage S. 532
735
Der Herr fragt dringend an.
Vorlage S. 532
736
WALDNER.
Vorlage S. 532
737
Ich lasse bitten!
Vorlage S. 532
738
Dem Eintretenden mit offenen Armen entgegen.
Vorlage S. 532
739
Tschau, Camerad!
Vorlage S. 532
740
Mandryka, großer, sehr kräftiger, eleganter Mann von höchstens fünfunddreißig Jahren, etwas undefinierbar Ländliches in der Erscheinung: sehr gut angezogen, ohne jede provinzielle Eleganz.
Vorlage S. 532
741
Welko, hinter Mandryka eintretend, bleibt in der Tür stehen.
Vorlage S. 532
742
WALDNER
Vorlage S. 532
743
perplex, tritt zurück.
Vorlage S. 532
744
Ah so! Mit wem hab ich die Ehre?
Vorlage S. 532
745
MANDRYKA.
Vorlage S. 532
746
Hab ich die Ehre mit dem Rittmeister Graf Waldner?
Vorlage S. 532
747
WALDNER.
Vorlage S. 532
748
Waldner, so heiß ich. Rittmeister nicht mehr.
Vorlage S. 532
749
Mandryka streckt seine rechte Hand nach hinten.
Vorlage S. 532
750
Welko, unter Verneigung, gibt ihm einen Brief in die Hand.
Vorlage S. 532
751
MANDRYKA
Vorlage S. 533
752
mit dem Brief auf Waldner zutretend.
Vorlage S. 533
753
Sind Sie, Herr Graf, der Schreiber dieses Briefes?
Vorlage S. 533
754
WALDNER
Vorlage S. 533
755
nimmt den Brief, der zerknittert ist und voll Blutflecken.
Vorlage S. 533
756
MANDRYKA
Vorlage S. 533
757
sehr leicht und munter und sehr artig.
Vorlage S. 533
758
Er ist ein bißl blutig worden, und nicht mehr leserlich.
Vorlage S. 533
759
Ich bin den Tag, wo er mir zugekommen ist,
Vorlage S. 533
760
auf eine alte Bärin gegangen, sie hat mich angenommen
Vorlage S. 533
761
und ein bißl gekratzt – dabei ist das passiert.
Vorlage S. 533
762
WALDNER
Vorlage S. 533
763
indem er ihm den Brief zurückgibt, nachdem er einen Blick darauf geworfen hat.
Vorlage S. 533
764
Geschrieben hab ich allerdings an einen Herren Ihres Namens –
Vorlage S. 533
765
er war mein Freund und Regimentscamerad.
Vorlage S. 533
766
MANDRYKA.
Vorlage S. 533
767
Das war mein Onkel. Er ist tot. Ich bin der einzige Mandryka.
Vorlage S. 533
768
Somit verzeihen Sie, dass ich den Brief
Vorlage S. 533
769
zu öffnen mir gestattete. – Jetzt kommt's auf eines an:
Vorlage S. 533
770
Welko, das Bild!
Vorlage S. 533
771
WELKO
Vorlage S. 533
772
indem er eine Photographie überreicht.
Vorlage S. 533
773
Es ist in Ordnung, Gospodar.
Vorlage S. 533
774
Die schöne Fräulein mit dem Gesicht wohnt hier.
Vorlage S. 533
775
MANDRYKA
Vorlage S. 533
776
die Photographie in der Hand.
Vorlage S. 533
777
Herr Graf, Sie haben Ihrem werten Brief,
Vorlage S. 533
778
der cameradschaftlich an meinen Onkel gerichtet war,
Vorlage S. 533
779
Sie haben dieses Damenbildnis beigelegt.
Vorlage S. 533
780
WALDNER
Vorlage S. 533
781
leicht hinsehend, ganz ohne Wichtigkeit.
Vorlage S. 533
782
Ah ja! die Photographie meiner Tochter Arabella!
Vorlage S. 533
783
MANDRYKA
Vorlage S. 533
784
mit merklicher Aufregung, aber ohne die Haltung zu verlieren.
Vorlage S. 533
785
Die gnädige Tochter ist unvermählt –?
Vorlage S. 533
786
WALDNER
Vorlage S. 533
787
nickt.
Vorlage S. 533
788
Noch unvermählt.
Vorlage S. 533
789
MANDRYKA.
Vorlage S. 533
790
– und derzeit nicht verlobt?
Vorlage S. 533
791
WALDNER.
Vorlage S. 533
792
Derzeit noch nicht.
Vorlage S. 533
793
MANDRYKA
Vorlage S. 534
794
sehr ernst, beinahe feierlich.
Vorlage S. 534
Iwan Schischkin und Konstantin Sawizki – Waldlandschaft mit Bären, 1889. Motivvergleich; keine Darstellung der Figuren dieses Buches.
Kontextbild zum Werk. Morgen im Kiefernwald · Ivan Shishkin / Konstantin Savitsky · Public domain Bildquelle ↗
795
Dann bitte ich um ein Gespräch von fünf Minuten.
Vorlage S. 534
796
Welko rückt schnell zwei Fauteuils einander gegenüber, zieht sich dann zurück.
Vorlage S. 534
797
Waldner und Mandryka setzen sich. Eine kleine Pause der Verlegenheit bei Mandryka, der Spannung bei Waldner.
Vorlage S. 534
798
MANDRYKA.
Vorlage S. 534
799
Darf ich so unbeschieden sein und eine Frage stellen?
Vorlage S. 534
800
WALDNER.
Vorlage S. 534
801
Du bist der Neffe – und Erbe meines teuren Cameraden.
Vorlage S. 534
802
Verfüge über mich!
Vorlage S. 534
803
MANDRYKA.
Vorlage S. 534
804
Ich danke sehr –
Vorlage S. 534
805
Er überlegt einen Moment.
Vorlage S. 534
806
Als in dem Brief an meinen seligen Onkel
Vorlage S. 534
807
Das reizende Porträt des Fräulein Tochter
Vorlage S. 534
808
hineingeschlossen wurde,
Vorlage S. 534
809
darf ich annehmen, dass da eine Absicht
Vorlage S. 534
810
im Spiele war? – Ich bitte um Vergebung.
Vorlage S. 534
811
WALDNER
Vorlage S. 534
812
vorsichtig.
Vorlage S. 534
813
Mein Gott, ich hab mir halt gedacht ich mach dem Alten damit ein Spaß!
Vorlage S. 534
814
MANDRYKA
Vorlage S. 534
815
sehr aufmerksam, bestrebt, jedes Wort Waldners nach seinem vollen Gewicht zu erfassen.
Vorlage S. 534
816
Dem Onkel einen Spaß? – Wenn aber das die Folge wär gewesen:
Vorlage S. 534
817
dass mein Herr Onkel, der ein ganzer Mann war
Vorlage S. 534
818
und in den besten Jahren,
Vorlage S. 534
819
sich hätte in die Schönheit des Porträts verliebt
Vorlage S. 534
820
und wär getreten hier vor Ihnen, hochgeborner Herr,
Vorlage S. 534
821
so als ein offenherziger Edelmann vor einen andern,
Vorlage S. 534
822
und hätt gesagt: »Wer das Gesicht gesehen hat
Vorlage S. 534
823
und tritt nicht als Bewerber auf
Vorlage S. 534
824
verdient nicht, dass ihn Gott auf dieser Erde leben lässt:
Vorlage S. 534
825
So gib das Mädel mir zur Frau und Herrin!«
Vorlage S. 534
826
Was wäre dann gewesen? Gesetzt den Fall, er hätte so gesagt!
Vorlage S. 534
827
WALDNER.
Vorlage S. 535
828
Dann hätten wir uns in einer unerwarteten Situation befunden.
Vorlage S. 535
829
MANDRYKA
Vorlage S. 535
830
steht auf, sehr aufgeregt aber beherrscht.
Vorlage S. 535
831
Der Onkel ist dahin. Heut bin ich der Mandryka, niemand sonst.
Vorlage S. 535
832
Mein sind die Wälder, meine sind die Dörfer.
Vorlage S. 535
833
Viertausend Untertanen beten dass ich glücklich sei –
Vorlage S. 535
834
Und ich, mit aufgehobenen Händen bitte ich:
Vorlage S. 535
835
Herr Vater, geben mir die gnädige Tochter,
Vorlage S. 535
836
Geben mir sie zur Frau, die jetzt seit vierzehn Wochen
Vorlage S. 535
837
Jeden Gedanken hier in dieser Brust regiert.
Vorlage S. 535
838
WALDNER
Vorlage S. 535
839
schweigt vor Staunen.
Vorlage S. 535
840
MANDRYKA
Vorlage S. 535
841
sehr ernst.
Vorlage S. 535
842
Ich bin Witwer. Wird sich da die gnädige Tochter schrecken?
Vorlage S. 535
843
Meine Maria war zu gut für mich!
Vorlage S. 535
844
Zwei Jahre nur ist sie bei mir geblieben.
Vorlage S. 535
845
Waldner bittet ihn durch Gebärden, sich wieder zu setzen.
Vorlage S. 535
846
Ihr Zögern ist kein Todesurteil? Nein?
Vorlage S. 535
847
Waldner schüttelt den Kopf.
Vorlage S. 535
848
Ich darf sie sehn?
Vorlage S. 535
849
Waldner nickt.
Vorlage S. 535
850
Bedenken: dieser Brief kommt an, und in der gleichen Stunde
Vorlage S. 535
851
Nimmt mich die alte Bärin in die Arme
Vorlage S. 535
852
Und drückt mir vier von meinen Rippen ein.
Vorlage S. 535
853
Zwölf Wochen bin ich so im Bett gelegen –
Vorlage S. 535
854
Vor meinen Augen dieses Bild – und ein Gedanken immer stärker
Vorlage S. 535
855
Bis er die Seele mir herausgezogen hat!
Vorlage S. 535
856
Ganz naiv, ohne alle Prahlerei.
Vorlage S. 535
857
Kommen meine Verwalter: Was ists mit unserm Herrn?
Vorlage S. 535
858
Kommen die von den Meierhöfen: Was ists mit unserm Herrn?
Vorlage S. 535
859
Kommen die von den Fohlenhöfen: Freut unsern Herrn kein Pferd mehr?
Vorlage S. 535
860
Kommen meine Förster: Freut unsern Herrn kein Jagen?
Vorlage S. 535
861
Ich geb ihnen keine Antwort. Welko! Ruf ich,
Vorlage S. 535
862
Hol mir den Juden, na! Wie heißt der Jud in Sissek,
Vorlage S. 536
863
Der meinen Wald will kaufen? dort den Eichwald!
Vorlage S. 536
864
Schnell her mit ihm, und er soll Geld mitbringen
Vorlage S. 536
865
denn morgen fahr ich in dem Kaiser seine Hauptstadt
Vorlage S. 536
866
da kostet Geld ein jeder Atemzug
Vorlage S. 536
867
und Hindernisse darfs nicht geben auf der Brautfahrt!
Vorlage S. 536
868
Er zieht ein großes, aber elegantes Portefeuille hervor; es enthält, lose hineingelegt, einen dicken Pack Tausendguldennoten.
Vorlage S. 536
869
Das ist der Wald. –
Vorlage S. 536
870
Es war ein schöner Wald: Einsiedler waren drin,
Vorlage S. 536
871
Zigeuner waren drin und alte Hirschen
Vorlage S. 536
872
und Kohlenmeiler haben viele drin geraucht –
Vorlage S. 536
873
Hat sich alles in die paar Fetzen Papier verwandelt!
Vorlage S. 536
874
Aber es stehen Eichenwälder genug noch auf meinem Boden
Vorlage S. 536
875
für Kinder und für Enkel – Gott erhalte! –
Vorlage S. 536
876
Verzeih'n um Gotteswillen dass ich da von solchen Sachen rede!
Vorlage S. 536
877
Ist ganz, ich weiß nicht wie, gescheh'n!
Vorlage S. 536
878
Er will das Portefeuille einstecken.
Vorlage S. 536
879
WALDNER
Vorlage S. 536
880
hindert ihn daran durch eine unwillkürliche Bewegung.
Vorlage S. 536
881
Oho! ich find es ungeheuer interessant!
Vorlage S. 536
882
Wenn man bedenkt: ein Wald – Einsiedler waren drin
Vorlage S. 536
883
Zigeuner waren drin und alte Hirschen
Vorlage S. 536
884
und auf eins zwei – ein solches Portefeuille!
Vorlage S. 536
885
Ich hab seit vielen Jahren so was nicht gesehn!
Vorlage S. 536
886
Er starrt fasciniert auf das Portefeuille.
Vorlage S. 536
887
MANDRYKA
Vorlage S. 536
888
hält ihm's hin, sehr leicht und liebenswürdig.
Vorlage S. 536
889
Darf ich vielleicht? brauchst du vielleicht?
Vorlage S. 536
890
so für den Augenblick? Du tust mir eine Gnad!
Vorlage S. 536
891
Teschek, bedien dich!
Vorlage S. 536
892
WALDNER
Vorlage S. 536
893
nach kurzem Zögern, nimmt eine Tausendguldennote.
Vorlage S. 536
894
Mein Bankier ist nur verreist!
Vorlage S. 536
895
Ich geb es dir heut abend spätestens zurück!
Vorlage S. 536
896
MANDRYKA
Vorlage S. 536
897
hält das Portefeuille nochmals hin, sehr herzlich.
Vorlage S. 536
898
Nicht mehr? Ich bitte vielmals! Aber doch!
Vorlage S. 536
899
Teschek, bedien dich!
Vorlage S. 536
900
Waldner nimmt eine zweite Note und steckt sie mit nonchalance zu der ersten in die Westentasche.
Vorlage S. 536
901
Mandryka läßt das Portefeuille in seine Brusttasche gleiten. Eine leichte Pause der Verlegenheit.
Vorlage S. 537
902
MANDRYKA.
Vorlage S. 537
903
Und wann wird's dir genehm sein
Vorlage S. 537
904
mich deiner Gräfin vorzustellen –
Vorlage S. 537
905
und dann der gnädgen Tochter?
Vorlage S. 537
906
WALDNER.
Vorlage S. 537
907
Sie sind gleich da im Nebenzimmer.
Vorlage S. 537
908
MANDRYKA
Vorlage S. 537
909
steht auf, wirklich erschrocken.
Vorlage S. 537
910
WALDNER
Vorlage S. 537
911
steht gleichfalls auf.
Vorlage S. 537
912
Willst du sie sehn? Ich ruf' –
Vorlage S. 537
913
ich stell dich vor.
Vorlage S. 537
914
MANDRYKA.
Vorlage S. 537
915
Jetzt? so? Ich bitte: nein! auf keinen Fall!
Vorlage S. 537
916
WALDNER.
Vorlage S. 537
917
So schüchtern war der Onkel nicht!
Vorlage S. 537
918
MANDRYKA
Vorlage S. 537
919
sehr ernst.
Vorlage S. 537
920
Das ist ein Fall von anderer Art.
Vorlage S. 537
921
Es handelt sich für mich um etwas Heiliges.
Vorlage S. 537
922
WALDNER.
Vorlage S. 537
923
Ganz wie du willst.
Vorlage S. 537
924
MANDRYKA
Vorlage S. 537
925
in verändertem Ton.
Vorlage S. 537
926
Ich werde mich hier im Hause einlogieren
Vorlage S. 537
927
und den Befehl abwarten deiner Gräfin
Vorlage S. 537
928
wann ich mich präsentieren darf am Nachmittag
Vorlage S. 537
929
oder am Abend – oder wann es wird belieben.
Vorlage S. 537
930
Verneigt sich, Waldner reicht ihm die Hand und begleitet ihn dann zur Tür.
Vorlage S. 537
931
WALDNER
Vorlage S. 537
932
allein.
Vorlage S. 537
933
Hab ich geträumt? Dahier ist er gesessen
Vorlage S. 537
934
der Neffe vom Mandryka.
Vorlage S. 537
935
So was passiert einem doch nicht!
Vorlage S. 537
936
Er zieht den einen zerknitterten Tausender hervor, dann den zweiten, glättet beide, steckt sie in seine völlig leere Brieftasche.
Vorlage S. 537
937
Hab ich geträumt? Nein! ich hab nicht geträumt!
Vorlage S. 537
938
Er nimmt den einen Tausender wieder heraus, dreht daraus, ganz gedankenlos, eine kleine Papiertüte und behält sie in der Hand. Mit leichtem Ausdruck, Mandrykas Ton kopierend, ziemlich laut.
Vorlage S. 537
939
Teschek, bedien dich!
Vorlage S. 538
940
ZIMMERKELLNER
Vorlage S. 538
941
eintretend.
Vorlage S. 538
942
Ist hier gerufen?
Vorlage S. 538
943
Er gewahrt den Tausender in Waldners Hand und verändert sofort den Ton.
Vorlage S. 538
944
Haben mich befohlen?
Vorlage S. 538
945
WALDNER
Vorlage S. 538
946
vor sich, leise, zart.
Vorlage S. 538
947
Teschek, bedien dich!
Vorlage S. 538
948
ZIMMERKELLNER.
Vorlage S. 538
949
Befehlen diesen Tausender zu wechseln?
Vorlage S. 538
950
WALDNER.
Vorlage S. 538
951
Später vielleicht. Jetzt nicht.
Vorlage S. 538
952
ZIMMERKELLNER
Vorlage S. 538
953
geht ab.
Vorlage S. 538
954
WALDNER
Vorlage S. 538
955
vor sich hin, mit Grazie.
Vorlage S. 538
956
Teschek, bedien dich!
Vorlage S. 538
957
Fast schmelzend zärtlich.
Vorlage S. 538
958
Teschek, bedien dich!
Vorlage S. 538
959
Majestätisch.
Vorlage S. 538
960
Teschek, bedien dich!
Vorlage S. 538
961
Er nimmt Mantel, Hut und Stock.
Vorlage S. 538
962
ZDENKA
Vorlage S. 538
963
aus der Tür rechts heraus.
Vorlage S. 538
964
Hast du gerufen, Papa?
Vorlage S. 538
965
WALDNER
Vorlage S. 538
966
mit turbulentem Jubel.
Vorlage S. 538
967
Teschek, bedien dich!
Vorlage S. 538
968
ZDENKA.
Vorlage S. 538
969
Mit wem spricht er? Ist dir etwas geschehn, Papa?
Vorlage S. 538
970
WALDNER
Vorlage S. 538
971
jetzt erst bemerkend, daß er nicht allein ist.
Vorlage S. 538
972
Gar nichts. Ich geh jetzt aus. Ich werd erwartet.
Vorlage S. 538
973
Brauchst du vielleicht?
Vorlage S. 538
974
Er winkt ihr mit dem Tausender, den er in der Hand behalten hat.
Vorlage S. 538
975
Ich werd mir wechseln lassen.
Vorlage S. 538
976
Adieu.
Vorlage S. 538
977
Ab durch die Mitteltür.
Vorlage S. 538
978
ZDENKA
Vorlage S. 538
979
allein.
Vorlage S. 538
980
Papa! Er ist schon fort.
Vorlage S. 538
981
So hab ich ihn noch nie gesehn.
Vorlage S. 538
982
Die Sorgen haben ihn um den Verstand gebracht!
Vorlage S. 539
983
Wir müssen fort aus dieser Stadt – schon morgen
Vorlage S. 539
984
und den Matteo seh ich heut vielleicht zum letzten Mal –
Vorlage S. 539
985
O Gott im Himmel steh mir armem Mädel bei!
Vorlage S. 539
986
Matteo schnell und verstohlen zur Mitteltür herein.
Vorlage S. 539
987
Zdenka erschrickt.
Vorlage S. 539
988
MATTEO.
Vorlage S. 539
989
Er hat mich nicht gesehn. Ich hab mich seitwärts in die Tür gedrückt.
Vorlage S. 539
990
ZDENKA
Vorlage S. 539
991
deutet auf die Tür links rückwärts.
Vorlage S. 539
992
Pst! sie ist da!
Vorlage S. 539
993
Horcht.
Vorlage S. 539
994
Sie ruft mich!
Vorlage S. 539
995
MATTEO.
Vorlage S. 539
996
Kann ich sie nicht sehn?
Vorlage S. 539
997
ZDENKA.
Vorlage S. 539
998
Jetzt nicht! Ich bitte dich! Jetzt nicht!
Vorlage S. 539
999
MATTEO.
Vorlage S. 539
1000
Hast du den Brief?
Vorlage S. 539
1001
ZDENKA.
Vorlage S. 539
1002
Den Brief? Ja! Nein! Sie will jetzt nicht.
Vorlage S. 539
1003
Sie sagt, sie will ihn dir – heut abend – komm auf den Fiakerball –
Vorlage S. 539
1004
und vorher sei zuhaus –
Vorlage S. 539
1005
hier im Hotel – vielleicht bring ich ihn dir
Vorlage S. 539
1006
ins Zimmer – oder du bekommst ihn dort!
Vorlage S. 539
1007
MATTEO.
Vorlage S. 539
1008
Du lasst mich nicht im Stich? Ich hab dein Wort!
Vorlage S. 539
1009
Zdenka, ängstlich, deutet auf die Tür links.
Vorlage S. 539
1010
Matteo schnell ab.
Vorlage S. 539
1011
Arabella tritt aus der Tür links, in einem andern Kleid, einem Mantel, einem andern Hut.
Vorlage S. 539
1012
Zdenka steht verwirrt und verlegen da.
Vorlage S. 539
1013
Man hört die Schlittenglocken.
Vorlage S. 539
1014
ARABELLA.
Vorlage S. 539
1015
Bist du nicht fertig! Ja, was
Vorlage S. 539
1016
hast du denn gemacht die ganze
Vorlage S. 539
1017
Zeit? So zieh dich endlich an!
Vorlage S. 539
1018
Die Rappen sind schon voller Ungeduld.
Vorlage S. 539
1019
ZDENKA.
Vorlage S. 540
1020
Die Rappen – und dein Elemer vielleicht noch mehr!
Vorlage S. 540
1021
Läuft ins Nebenzimmer rechts.
Vorlage S. 540
1022
ARABELLA.
Vorlage S. 540
1023
Mein Elemer! – Das hat so einen sonderbaren Klang ...
Vorlage S. 540
1024
Sie setzt sich.
Vorlage S. 540
1025
Er mein – ich sein. Was ist denn das,
Vorlage S. 540
1026
mir ist ja, wie wenn eine Angst mich überfiele –
Vorlage S. 540
1027
und eine Sehnsucht ... ja, nach was denn auf der Welt?
Vorlage S. 540
1028
Nach dem Matteo?
Vorlage S. 540
1029
Sie steht auf.
Vorlage S. 540
1030
Weil er immer sagt,
Vorlage S. 540
1031
er kann nicht leben ohne mich, und mich so anschaut
Vorlage S. 540
1032
mit Augen wie ein Kind?
Vorlage S. 540
1033
Sie horcht in sich hinein.
Vorlage S. 540
1034
Nach dem Matteo sehnt sich nichts in mir!
Vorlage S. 540
1035
Ein Zögern, dann ausbrechend.
Vorlage S. 540
1036
Ich möchte meinen fremden Mann noch einmal sehn!
Vorlage S. 540
1037
Ich möchte einmal seine Stimme hören! –
Vorlage S. 540
1038
Dann wäre er wie die Anderen für mich. –
Vorlage S. 540
1039
Wie sagt die Zdenka: dass wir warten müssen bis uns einer wählt,
Vorlage S. 540
1040
und sonst sind wir verloren. Es ist Zeit
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dass sie in Mädelkleider kommt, die Kleine,
Vorlage S. 540
1042
sie hat so sonderbare Blicke. Wenn ich dann verheirat't bin
Vorlage S. 540
1043
muss sie zu mir. Verheirat't mit dem Elemer?
Vorlage S. 540
1044
Sie schaudert unwillkürlich.
Vorlage S. 540
1045
Was rührt mich denn so an, als trät ich einem übers Grab?
Vorlage S. 540
1046
Ist das der fremde Mann mit dem ich nie ein Wort geredet hab
Vorlage S. 540
1047
zieht der im Dunkel so an mir?
Vorlage S. 540
1048
Herr Gott, er ist ja sicher ein verheirateter Mann
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1049
und ich soll und ich werd ihn nicht mehr wiedersehn!
Vorlage S. 540
1050
Und heut ist Faschingdienstag und am Abend ist mein Ball
Vorlage S. 540
1051
– Von dem bin ich die Königin – und dann ...
Vorlage S. 540
1052
ZDENKA
Vorlage S. 540
1053
tritt heraus, in einem kurzen Pelz, einen Zylinder in der Hand.
Vorlage S. 540
1054
So ich bin fertig.
Vorlage S. 540
1055
ARABELLA.
Vorlage S. 541
1056
Komm!
Vorlage S. 541
1057
Zdenka öffnet ihr die Tür. Arabella geht hinaus. Zdenka setzt den Zylinder auf und folgt ihr. Die Schlittenglocken tönen herauf.
Vorlage S. 541
1058
Vorhang.
Vorlage S. 541

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »hat man sie weiterhin …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Und ich – ich treibs halt mit – weil halt nur einmal Fasching ist.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »sich hätte in die Schönheit des Porträts verliebt« B: »So ist's beschlossen und beschworen unter uns.« C: »Was? davon weiß ja ich gar nichts: sie schreiben:«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Bedenken: dieser Brief kommt an, und in der gleichen Stunde«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Salon in einem Wiener Stadthotel. Flügeltür in der Mitte. Rechts vorne ein Fenster, weiter rückwärts eine Tür. Links gleichfalls eine Tür. Der Salon ist reich und neu möbliert im Geschmack der 1860er Jahre.« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle nachlesen ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ihr habt um mich gelost! Ihr seid mir schon die Rechten!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle nachlesen ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Die Karten lügen nicht. Da steht der Officier. Da steht das blonde Mädchen. Gezogne Säbel seh ich, und der Bräutigam zieht sich zurück. Die Karten warnen Sie!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Er ist der Richtige nicht für mich! Er ist kein ganzer Mann. Ich könnt mich halt vor ihm nicht fürchten. Wer das nicht ist, der hat bei mir verspielt!«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] bei Tag und nicht bei Nacht. Ganz ohne meinen Willen dreht sich dann mein Herz und dreht sich los von ihm. Ich kann ja nichts dafür – aber der Richtige – wenns einen gibt für mich auf dieser Welt – der wird auf einmal dastehen, da vor mir […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Ich red im Ernst, ich red die Wahrheit jetzt zu dir! Ich kann ja nicht dafür, daß ich so bin. Ein Mann wird mir gar schnell recht […]« und »legt an die von Waldner angegebene Stelle eine Karte und geht ab.«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Zdenka öffnet ihr die Tür. Arabella geht hinaus. Zdenka setzt den Zylinder auf und folgt ihr. Die Schlittenglocken tönen herauf.« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle nachlesen ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Salon in einem Wiener Stadthotel. Flügeltür in der Mitte. Rechts vorne ein Fenster, weiter rückwärts eine […]« / »Zdenka öffnet ihr die Tür. Arabella geht hinaus. Zdenka setzt den Zylinder auf und folgt ihr. Die […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Originalabsatz. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Rechts vorne ein Fenster, weiter rückwärts eine Tür.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »So ist's beschlossen und beschworen unter uns.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »– Von dem bin ich die Königin – und dann ...«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Arabella von Hofmannsthal, Hugo von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Arabella

Hugo von Hofmannsthal: Gesammelte Werke in zehn Einzelbänden. Band 1: Gedichte, Dramen, Band 2–5: Dramen, Herausgegeben von Bernd Schoeller in Beratung mit Rudolf Hirsch, Frankfurt a.M.: S. Fischer, 1979. Hofmannsthal, Hugo von 514- Frankfurt a.M.

Das Werk Arabella von Hofmannsthal, Hugo von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.