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Buch - Amphitryon - Kleist, Heinrich von

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Originalwerk · Lesefassung

Amphitryon

Kleist, Heinrich von · 1806

Amphitryon von Kleist, Heinrich von. Volltext der angegebenen Ausgabe mit textbezogenen Leseaufgaben.

DramaKlasse 9–10 · 11–135 Abschnitte
Porträt von Kleist, Heinrich von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Porträt · Kleist, Heinrich von · Anton Graff · Public domain Bildquelle ↗
Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und Wertvorstellungen im Unterricht einordnen.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Abschnitt 3 von 5

1. Akt

1
Erste Szene
Vorlage S. 326
2
SOSIAS
Vorlage S. 326
3
tritt mit einer Laterne auf.
Vorlage S. 326
4
Heda! Wer schleicht da? Holla! – Wenn der Tag
Vorlage S. 326
5
Anbräche, wär mir's lieb; die Nacht ist – Was?
Vorlage S. 326
6
Gut Freund, ihr Herrn! Wir gehen eine Straße –
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7
Ihr habt den ehrlichsten Geselln getroffen,
Vorlage S. 326
8
Bei meiner Treu, auf den die Sonne scheint –
Vorlage S. 326
9
Vielmehr der Mond jetzt, wollt ich sagen –
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10
Spitzbuben sind's entweder, feige Schufte,
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11
Die nicht das Herz, mich anzugreifen, haben:
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12
Oder der Wind hat durch das Laub gerasselt.
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13
Jedweder Schall hier heult in dem Gebirge. –
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14
Vorsichtig! Langsam! – Aber wenn ich jetzt
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15
Nicht bald mit meinem Hut an Theben stoße
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16
So will ich in den finstern Orkus fahren.
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17
Ei, hol's der Henker! ob ich mutig bin,
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18
Ein Mann von Herz; das hätte mein Gebieter
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19
Auf anderm Wege auch erproben können.
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20
Ruhm krönt ihn, spricht die ganze Welt, und Ehre,
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21
Doch in der Mitternacht mich fortzuschicken,
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22
Ist nicht viel besser, als ein schlechter Streich.
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23
Ein wenig Rücksicht wär, und Nächstenliebe,
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24
So lieb mir, als der Keil von Tugenden,
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25
Mit welchem er des Feindes Reihen sprengt.
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26
Sosias, sprach er, rüste dich mein Diener,
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27
Du sollst in Theben meinen Sieg verkünden
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28
Und meine zärtliche Gebieterin
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29
Von meiner nahen Ankunft unterrichten.
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Doch hätte das nicht Zeit gehabt bis morgen,
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31
Will ich ein Pferd sein, ein gesatteltes!
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32
Doch sieh! Da zeigt sich, denk ich, unser Haus!
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33
Triumph, du bist nunmehr am Ziel, Sosias,
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34
Und allen Feinden soll vergeben sein.
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35
Jetzt, Freund, musst du an deinen Auftrag denken;
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36
Man wird dich feierlich zur Fürstin führen,
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37
Alkmen', und den Bericht bist du ihr dann,
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Vollständig und mit Rednerkunst gesetzt
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39
Des Treffens schuldig, das Amphitryon
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Siegreich fürs Vaterland geschlagen hat.
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41
– Doch wie zum Teufel mach ich das, da ich
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Dabei nicht war? Verwünscht. Ich wollt: ich hätte
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43
Zuweilen aus dem Zelt geguckt,
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44
Als beide Heer im Handgemenge waren.
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45
Ei was! Vom Hauen sprech ich dreist und Schießen,
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46
Und werde schlechter nicht bestehn, als andre,
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47
Die auch den Pfeil noch pfeifen nicht gehört. –
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48
Doch wär es gut, wenn du die Rolle übtest?
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49
Gut! Gut bemerkt, Sosias! Prüfe dich.
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50
Hier soll der Audienzsaal sein, und diese
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51
Latern Alkmene, die mich auf dem Thron erwartet.
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52
Er setzt die Laterne auf den Boden.
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53
Durchlauchtigste! mich schickt Amphitryon,
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54
Mein hoher Herr und Euer edler Gatte,
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55
Von seinem Siege über die Athener
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Die frohe Zeitung Euch zu überbringen.
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57
– Ein guter Anfang! – »Ach, wahrhaftig, liebster
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Sosias, meine Freude mäßg' ich nicht,
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59
Da ich dich wiedersehe.« – Diese Güte,
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60
Vortreffliche, beschämt mich, wenn sie stolz gleich
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61
Gewiss jedweden andern machen würde.
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62
– Sieh! das ist auch nicht übel! – »Und dem teuren
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63
Geliebten meiner Seel Amphitryon,
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64
Wie geht's ihm?« – Gnäd'ge Frau, das faß ich kurz:
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65
Wie einem Mann von Herzen auf dem Feld des Ruhms.
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66
– Ein Blitzkerl! Seht die Suade! – »Wann denn kommt er?«
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67
Gewiss nicht später, als sein Amt verstattet,
Vorlage S. 327
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Wenngleich vielleicht so früh nicht, als er wünscht.
Vorlage S. 327
69
– Potz, alle Welt! – »Und hat er sonst dir nichts
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70
Für mich gesagt, Sosias?« – Er sagt wenig,
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71
Tut viel, und es erbebt die Welt vor seinem Namen.
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72
– Dass mich die Pest! Wo kömmt der Witz mir her?
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73
»Sie weichen also, sagst du, die Athener?«
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74
– Sie weichen, tot ist Labdakus, ihr Führer,
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75
Erstürmt Pharissa, und wo Berge sind,
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76
Da hallen sie von unserm Siegsgeschrei. –
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77
»O teuerster Sosias! Sieh, das musst du
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78
Umständlich mir, auf jeden Zug, erzählen.«
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79
– Ich bin zu Euern Diensten, gnäd'ge Frau.
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80
Denn in der Tat kann ich von diesem Siege
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81
Vollständ'ge Auskunft, schmeichl ich mir, erteilen:
Vorlage S. 328
82
Stellt Euch, wenn Ihr die Güte haben wollt,
Vorlage S. 328
83
Auf dieser Seite hier –
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84
Er bezeichnet die Örter auf seiner Hand –.
Vorlage S. 328
85
Pharissa vor
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86
– Was eine Stadt ist, wie Ihr wissen werdet,
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87
So groß im Umfang, praeter propter,
Vorlage S. 328
88
Um nicht zu übertreiben, wenn nicht größer,
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Als Theben. Hier geht der Fluss. Die Unsrigen
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90
In Schlachtordnung auf einem Hügel hier;
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91
Und dort im Tale haufenweis der Feind.
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92
Nachdem er ein Gelübd zum Himmel jetzt gesendet,
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93
Dass Euch der Wolkenkreis erzitterte,
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94
Stürzt, die Befehle treffend rings gegeben,
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95
Er gleich den Strömen brausend auf uns ein.
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96
Wir aber, minder tapfer nicht, wir zeigten
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97
Den Rückweg ihm, – und Ihr sollt gleich sehn, wie?
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98
Zuerst begegnet' er dem Vortrab hier;
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99
Der wich. Dann stieß er auf die Bogenschützen dort;
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100
Die zogen sich zurück. Jetzt dreist gemacht, rückt er
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101
Den Schleudrern auf den Leib; die räumten ihm das Feld
Vorlage S. 328
102
Und als verwegen jetzt dem Hauptkorps er sich nahte,
Vorlage S. 328
103
Stürzt dies – halt! Mit dem Hauptkorps ist's nicht richtig.
Vorlage S. 328
104
Ich höre ein Geräusch dort, wie mir deucht.
Vorlage S. 328
105
Zweite Szene
Vorlage S. 329
106
Merkur tritt in der Gestalt des Sosias aus Amphitryons Haus. Sosias.
Vorlage S. 329
107
MERKUR
Vorlage S. 329
108
für sich.
Vorlage S. 329
109
Wenn ich den ungerufnen Schlingel dort
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110
Beizeiten nicht von diesem Haus entferne,
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111
So steht, beim Styx, das Glück mir auf dem Spiel,
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112
Das in Alkmenens Armen zu genießen,
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113
Heut in der Truggestalt Amphitryons
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114
Zeus der Olympische, zur Erde stieg.
Vorlage S. 329
115
SOSIAS
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116
ohne den Merkur zu sehn.
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117
Es ist zwar nichts und meine Furcht verschwindet,
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118
Doch um den Abenteuern auszuweichen,
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119
Will ich mich vollends jetzt zu Hause machen,
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120
Und meines Auftrags mich entledigen.
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121
MERKUR
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122
für sich.
Vorlage S. 329
123
Du überwindest den Merkur, Freund, oder
Vorlage S. 329
124
Dich werd ich davon abzuhalten wissen.
Vorlage S. 329
125
SOSIAS.
Vorlage S. 329
126
Doch diese Nacht ist von endloser Länge.
Vorlage S. 329
127
Wenn ich fünf Stunden unterwegs nicht bin,
Vorlage S. 329
128
Fünf Stunden nach der Sonnenuhr von Theben,
Vorlage S. 329
129
Will ich stückweise sie vom Turme schießen.
Vorlage S. 329
130
Entweder hat in Trunkenheit des Siegs
Vorlage S. 329
131
Mein Herr den Abend für den Morgen angesehn,
Vorlage S. 329
132
Oder der lockre Phöbus schlummert noch,
Vorlage S. 329
133
Weil er zu tief ins Fläschchen gestern guckte.
Vorlage S. 329
134
MERKUR.
Vorlage S. 329
135
Mit welcher Unehrbietigkeit der Schuft
Vorlage S. 329
136
Dort von den Göttern spricht. Geduld ein wenig;
Vorlage S. 329
137
Hier dieser Arm bald wird Respekt ihm lehren.
Vorlage S. 329
138
SOSIAS
Vorlage S. 329
139
erblickt den Merkur.
Vorlage S. 329
140
Ach bei den Göttern der Nacht! Ich bin verloren.
Vorlage S. 329
141
Da schleicht ein Strauchdieb um das Haus, den ich
Vorlage S. 329
142
Früh oder spät am Galgen sehen werde.
Vorlage S. 329
143
– Dreist muss ich tun, und keck und zuversichtlich.
Vorlage S. 329
144
Er pfeift.
Vorlage S. 329
145
MERKUR
Vorlage S. 330
146
laut.
Vorlage S. 330
147
Wer denn ist jener Tölpel dort, der sich
Vorlage S. 330
148
Die Freiheit nimmt, als wär er hier zu Hause,
Vorlage S. 330
149
Mit Pfeifen mir die Ohren vollzuleiern?
Vorlage S. 330
150
Soll hier mein Stock vielleicht ihm dazu tanzen?
Vorlage S. 330
151
SOSIAS.
Vorlage S. 330
152
– Ein Freund nicht scheint er der Musik zu sein.
Vorlage S. 330
153
MERKUR.
Vorlage S. 330
154
Seit der vergangnen Woche fand ich keinen,
Vorlage S. 330
155
Dem ich die Knochen hätte brechen können.
Vorlage S. 330
156
Mein Arm wird steif, empfind ich, in der Ruhe,
Vorlage S. 330
157
Und einen Buckel von des deinen Breite,
Vorlage S. 330
158
Ihn such ich just, mich wieder einzuüben.
Vorlage S. 330
159
SOSIAS.
Vorlage S. 330
160
Wer, Teufel, hat den Kerl mir dort geboren?
Vorlage S. 330
161
Von Todesschrecken fühl ich mich ergriffen,
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162
Die mir den Atem stocken machen.
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163
Hätt ihn die Hölle ausgeworfen,
Vorlage S. 330
164
Es könnt entgeisternder mir nicht sein Anblick sein.
Vorlage S. 330
165
– Jedoch vielleicht geht's dem Hanswurst wie mir,
Vorlage S. 330
166
Und er versucht den Eisenfresser bloß,
Vorlage S. 330
167
Um mich ins Bockshorn schüchternd einzujagen.
Vorlage S. 330
168
Halt, Kauz, das kann ich auch. Und überdies,
Vorlage S. 330
169
Ich bin allein, er auch; zwei Fäuste hab ich,
Vorlage S. 330
170
Doch er nicht mehr; und will das Glück nicht wohl mir,
Vorlage S. 330
171
Bleibt mir ein sichrer Rückzug dort – Marsch also!
Vorlage S. 330
172
MERKUR
Vorlage S. 330
173
vertritt ihm den Weg.
Vorlage S. 330
174
Halt dort! Wer geht dort?
Vorlage S. 330
175
SOSIAS.
Vorlage S. 330
176
Ich.
Vorlage S. 330
177
MERKUR.
Vorlage S. 330
178
Was für ein Ich?
Vorlage S. 330
179
SOSIAS.
Vorlage S. 330
180
Meins mit Verlaub. Und meines, denk ich, geht
Vorlage S. 330
181
Hier unverzollt gleich andern. Mut Sosias!
Vorlage S. 330
182
MERKUR.
Vorlage S. 330
183
Halt! mit so leichter Zech entkommst du nicht.
Vorlage S. 330
184
Von welchem Stand bist du?
Vorlage S. 330
185
SOSIAS.
Vorlage S. 330
186
Von welchem Stande?
Vorlage S. 330
187
Von einem auf zwei Füßen, wie Ihr seht.
Vorlage S. 330
188
MERKUR.
Vorlage S. 330
189
Ob Herr du bist, ob Diener, will ich wissen?
Vorlage S. 330
190
SOSIAS.
Vorlage S. 330
191
Nachdem Ihr so mich, oder so betrachtet,
Vorlage S. 330
192
Bin ich ein Herr, bin ich ein Dienersmann.
Vorlage S. 330
193
MERKUR.
Vorlage S. 330
194
Gut. Du mißfällst mir.
Vorlage S. 330
195
SOSIAS.
Vorlage S. 331
196
Ei das tut mir leid.
Vorlage S. 331
197
MERKUR.
Vorlage S. 331
198
Mit einem Wort, Verräter, will ich wissen,
Vorlage S. 331
199
Nichtswürd'ger Gassentreter, Eckenwächter,
Vorlage S. 331
200
Wer du magst sein, woher du gehst, wohin,
Vorlage S. 331
201
Und was du hier herum zu zaudern hast?
Vorlage S. 331
202
SOSIAS.
Vorlage S. 331
203
Darauf kann ich Euch nichts zur Antwort geben
Vorlage S. 331
204
Als dies: ich bin ein Mensch, dort komm ich her,
Vorlage S. 331
205
Da geh ich hin, und habe jetzt was vor,
Vorlage S. 331
206
Das anfängt, Langeweile mir zu machen.
Vorlage S. 331
207
MERKUR.
Vorlage S. 331
208
Ich seh dich witzig, und du bist im Zuge,
Vorlage S. 331
209
Mich kurzhin abzufertigen. Mir aber kommt
Vorlage S. 331
210
Die Lust an, die Bekanntschaft fortzusetzen,
Vorlage S. 331
211
Und die Verwicklung einzuleiten, werd ich
Vorlage S. 331
212
Mit dieser Hand hier hinters Ohr dir schlagen.
Vorlage S. 331
213
SOSIAS.
Vorlage S. 331
214
Mir?
Vorlage S. 331
215
MERKUR.
Vorlage S. 331
216
Dir, und hier bist dessen du gewiss.
Vorlage S. 331
217
Was wirst du nun darauf beschließen.
Vorlage S. 331
218
SOSIAS.
Vorlage S. 331
219
Wetter!
Vorlage S. 331
220
Ihr schlagt mir eine gute Faust, Gevatter.
Vorlage S. 331
221
MERKUR.
Vorlage S. 331
222
Ein Hieb von mittlern Schrot. Zuweilen treff ich
Vorlage S. 331
223
Noch besser.
Vorlage S. 331
224
SOSIAS.
Vorlage S. 331
225
Wär ich auch so aufgelegt,
Vorlage S. 331
226
Wir würden schön uns in die Haare kommen.
Vorlage S. 331
227
MERKUR.
Vorlage S. 331
228
Das wär mir recht. Ich liebe solchen Umgang.
Vorlage S. 331
229
SOSIAS.
Vorlage S. 331
230
Ich muss, jedoch, Geschäfts halb, mich empfehlen.
Vorlage S. 331
231
Er will gehn.
Vorlage S. 331
232
MERKUR
Vorlage S. 331
233
tritt ihm in den Weg.
Vorlage S. 331
234
Wohin?
Vorlage S. 331
235
SOSIAS.
Vorlage S. 331
236
Was geht's dich an, zum Teufel?
Vorlage S. 331
237
MERKUR.
Vorlage S. 331
238
Ich will wissen,
Vorlage S. 331
239
Sag ich dir, wo du hingehst?
Vorlage S. 331
240
SOSIAS.
Vorlage S. 331
241
Jene Pforte
Vorlage S. 331
242
Will ich mir öffnen lassen. Lass mich gehn.
Vorlage S. 331
243
MERKUR.
Vorlage S. 331
244
Wenn du die Unverschämtheit hast, dich jener
Vorlage S. 331
245
Schloßpforte dort zu nähern, sieh, so rasselt
Vorlage S. 331
246
Ein Ungewitter auf dich ein von Schlägen.
Vorlage S. 331
247
SOSIAS.
Vorlage S. 332
248
Was? soll ich nicht nach Hause gehen dürfen?
Vorlage S. 332
249
MERKUR.
Vorlage S. 332
250
Nach Hause? sag das noch einmal.
Vorlage S. 332
251
SOSIAS.
Vorlage S. 332
252
Nun ja.
Vorlage S. 332
253
Nach Haus.
Vorlage S. 332
254
MERKUR.
Vorlage S. 332
255
Du sagst von diesem Hause dich?
Vorlage S. 332
256
SOSIAS.
Vorlage S. 332
257
Warum nicht? Ist es nicht Amphitryons Haus?
Vorlage S. 332
258
MERKUR.
Vorlage S. 332
259
Ob dies Amphitryons Haus ist? Allerdings,
Vorlage S. 332
260
Halunk, ist dies das Haus Amphitryons,
Vorlage S. 332
261
Das Schloß des ersten Feldherrn der Thebaner.
Vorlage S. 332
262
Doch welch ein Schluss erfolgt? –
Vorlage S. 332
263
SOSIAS.
Vorlage S. 332
264
Was für ein Schluss?
Vorlage S. 332
265
Dass ich hineingehn werd. Ich bin sein Diener.
Vorlage S. 332
266
MERKUR.
Vorlage S. 332
267
Sein Die –?
Vorlage S. 332
268
SOSIAS.
Vorlage S. 332
269
Sein Diener.
Vorlage S. 332
270
MERKUR.
Vorlage S. 332
271
Du?
Vorlage S. 332
272
SOSIAS.
Vorlage S. 332
273
Ich, ja.
Vorlage S. 332
274
MERKUR.
Vorlage S. 332
275
Amphitryons Diener?
Vorlage S. 332
276
SOSIAS.
Vorlage S. 332
277
Amphitryons Diener, des Thebanerfeldherrn.
Vorlage S. 332
278
MERKUR.
Vorlage S. 332
279
– Dein Name ist?
Vorlage S. 332
280
SOSIAS.
Vorlage S. 332
281
Sosias.
Vorlage S. 332
282
MERKUR.
Vorlage S. 332
283
So –?
Vorlage S. 332
Porträt von Kleist, Heinrich von; Kontextbild zur Autorin oder zum Autor, keine Szene aus dem Buch.
Kontextbild zum Werk. Porträt · Kleist, Heinrich von · Anton Graff · Public domain Bildquelle ↗
284
SOSIAS.
Vorlage S. 332
285
Sosias.
Vorlage S. 332
286
MERKUR.
Vorlage S. 332
287
Hör, dir zerschlag ich alle Knochen.
Vorlage S. 332
288
SOSIAS.
Vorlage S. 332
289
Bist du
Vorlage S. 332
290
Bei Sinnen?
Vorlage S. 332
291
MERKUR.
Vorlage S. 332
292
Wer gibt das Recht dir, Unverschämter,
Vorlage S. 332
293
Den Namen des Sosias anzunehmen?
Vorlage S. 332
294
SOSIAS.
Vorlage S. 332
295
Gegeben wird er mir, ich nehm ihn nicht.
Vorlage S. 332
296
Mag es mein Vater dir verantworten.
Vorlage S. 332
297
MERKUR.
Vorlage S. 332
298
Hat man von solcher Frechheit je gehört?
Vorlage S. 332
299
Du wagst mir schamlos ins Gesicht zu sagen,
Vorlage S. 332
300
Dass du Sosias bist?
Vorlage S. 332
301
SOSIAS.
Vorlage S. 332
302
Ja, allerdings.
Vorlage S. 332
303
Und das aus dem gerechten Grunde, weil es
Vorlage S. 332
304
Die großen Götter wollen; weil es nicht
Vorlage S. 332
305
In meiner Macht steht, gegen sie zu kämpfen,
Vorlage S. 332
306
Ein andrer sein zu wollen als ich bin;
Vorlage S. 332
307
Weil ich muss Ich, Amphitryons Diener sein,
Vorlage S. 333
308
Wenn ich auch zehenmal Amphitryon,
Vorlage S. 333
309
Sein Vetter lieber, oder Schwager wäre.
Vorlage S. 333
310
MERKUR.
Vorlage S. 333
311
Nun, wart! Ich will dich zu verwandeln suchen.
Vorlage S. 333
312
SOSIAS.
Vorlage S. 333
313
Ihr Bürger! Ihr Thebaner! Mörder! Diebe!
Vorlage S. 333
314
MERKUR.
Vorlage S. 333
315
Wie du Nichtswürdiger, du schreist noch?
Vorlage S. 333
316
SOSIAS.
Vorlage S. 333
317
Was?
Vorlage S. 333
318
Ihr schlagt mich, und nicht schreien soll ich dürfen?
Vorlage S. 333
319
MERKUR.
Vorlage S. 333
320
Weißt du nicht, dass es Nacht ist, Schlafenszeit
Vorlage S. 333
321
Und dass in diesem Schloß Alkmene hier,
Vorlage S. 333
322
Amphitryons Gemahlin, schläft?
Vorlage S. 333
323
SOSIAS.
Vorlage S. 333
324
Hol Euch der Henker!
Vorlage S. 333
325
Ich muss den kürzern ziehen, weil Ihr seht,
Vorlage S. 333
326
Dass mir zur Hand kein Prügel ist, wie Euch.
Vorlage S. 333
327
Doch Schläg erteilen, ohne zu bekommen,
Vorlage S. 333
328
Das ist kein Heldenstück. Das sag ich Euch:
Vorlage S. 333
329
Schlecht ist es, wenn man Mut zeigt gegen Leute,
Vorlage S. 333
330
Die das Geschick zwingt, ihren zu verbergen.
Vorlage S. 333
331
MERKUR.
Vorlage S. 333
332
Zur Sach also. Wer bist du?
Vorlage S. 333
333
SOSIAS
Vorlage S. 333
334
für sich.
Vorlage S. 333
335
Wenn ich dem
Vorlage S. 333
336
Entkomme, will ich eine Flasche Wein
Vorlage S. 333
337
Zur Hälfte opfernd auf die Erde schütten.
Vorlage S. 333
338
MERKUR.
Vorlage S. 333
339
Bist du Sosias noch?
Vorlage S. 333
340
SOSIAS.
Vorlage S. 333
341
Ach lass mich gehn.
Vorlage S. 333
342
Dein Stock kann machen, dass ich nicht mehr bin;
Vorlage S. 333
343
Doch nicht, dass ich nicht Ich bin, weil ich bin.
Vorlage S. 333
344
Der einz'ge Unterschied ist, dass ich mich
Vorlage S. 333
345
Sosias jetzo der geschlagne, fühle.
Vorlage S. 333
346
MERKUR.
Vorlage S. 333
347
Hund, sieh, so mach ich kalt dich.
Vorlage S. 333
348
Er droht.
Vorlage S. 333
349
SOSIAS.
Vorlage S. 333
350
Lass! Lass!
Vorlage S. 333
351
Hör auf, mir zuzusetzen.
Vorlage S. 333
352
MERKUR.
Vorlage S. 333
353
Eher nicht,
Vorlage S. 333
354
Als bis du aufhörst –
Vorlage S. 333
355
SOSIAS.
Vorlage S. 333
356
Gut, ich höre auf.
Vorlage S. 333
357
Kein Wort entgegn ich mehr, recht sollst du haben,
Vorlage S. 333
358
Und allem, was du aufstellst, sag ich ja.
Vorlage S. 334
359
MERKUR.
Vorlage S. 334
360
Bist du Sosias noch, Verräter?
Vorlage S. 334
361
SOSIAS.
Vorlage S. 334
362
Ach!
Vorlage S. 334
363
Ich bin jetzt, was du willst. Befiehl, was ich
Vorlage S. 334
364
Soll sein, dein Stock macht dich zum Herren meines Lebens.
Vorlage S. 334
365
MERKUR.
Vorlage S. 334
366
Du sprachst, du hättest dich Sosias sonst genannt?
Vorlage S. 334
367
SOSIAS.
Vorlage S. 334
368
Wahr ist's, dass ich bis diesen Augenblick gewähnt,
Vorlage S. 334
369
Die Sache hätte ihre Richtigkeit.
Vorlage S. 334
370
Doch das Gewicht hat deiner Gründe mich
Vorlage S. 334
371
Belehrt: ich sehe jetzt, dass ich mich irrte.
Vorlage S. 334
372
MERKUR.
Vorlage S. 334
373
Ich bin's, der sich Sosias nennt.
Vorlage S. 334
374
SOSIAS.
Vorlage S. 334
375
Sosias –?
Vorlage S. 334
376
Du –?
Vorlage S. 334
377
MERKUR.
Vorlage S. 334
378
Ja Sosias. Und wer Glossen macht,
Vorlage S. 334
379
Hat sich vor diesen Stock in acht zu nehmen.
Vorlage S. 334
380
SOSIAS
Vorlage S. 334
381
für sich.
Vorlage S. 334
382
Ihr ew'gen Götter dort! So muss ich auf
Vorlage S. 334
383
Mich selbst Verzicht jetzt leisten, mir von einem
Vorlage S. 334
384
Betrüger meinen Namen stehlen lassen?
Vorlage S. 334
385
MERKUR.
Vorlage S. 334
386
Du murmelst in die Zähne, wie ich höre?
Vorlage S. 334
387
SOSIAS.
Vorlage S. 334
388
Nichts, was dir in der Tat zu nahe träte,
Vorlage S. 334
389
Doch bei den Göttern allen Griechenlands
Vorlage S. 334
390
Beschwör ich dich, die dich und mich regieren,
Vorlage S. 334
391
Vergönne mir, auf einen Augenblick,
Vorlage S. 334
392
Dass ich dir offenherz'ge Sprache führe.
Vorlage S. 334
393
MERKUR.
Vorlage S. 334
394
Sprich.
Vorlage S. 334
395
SOSIAS.
Vorlage S. 334
396
Doch dein Stock wird stumme Rolle spielen?
Vorlage S. 334
397
Nicht von der Unterhaltung sein? Versprich mir,
Vorlage S. 334
398
Wir schließen Waffenstillstand.
Vorlage S. 334
399
MERKUR.
Vorlage S. 334
400
Gut, es sei.
Vorlage S. 334
401
Den Punkt bewillg' ich.
Vorlage S. 334
402
SOSIAS.
Vorlage S. 334
403
Nun so sage mir,
Vorlage S. 334
404
Wie kommt der unerhörte Einfall dir,
Vorlage S. 334
405
Mir meinen Namen schamlos wegzugaunern?
Vorlage S. 334
406
Wär es mein Mantel, wär's mein Abendessen;
Vorlage S. 334
407
Jedoch ein Nam! Kannst du dich darin kleiden?
Vorlage S. 334
408
Ihn essen? trinken? oder ihn versetzen?
Vorlage S. 334
409
Was also nützet dieser Diebstahl dir?
Vorlage S. 335
410
MERKUR.
Vorlage S. 335
411
Wie? Du – du unterstehst dich?
Vorlage S. 335
412
SOSIAS.
Vorlage S. 335
413
Halt! halt! sag ich.
Vorlage S. 335
414
Wir schlossen Waffenstillstand.
Vorlage S. 335
415
MERKUR.
Vorlage S. 335
416
Unverschämter!
Vorlage S. 335
417
Nichtswürdiger!
Vorlage S. 335
418
SOSIAS.
Vorlage S. 335
419
Dawider hab ich nichts.
Vorlage S. 335
420
Schimpfwörter mag ich leiden, dabei kann ein
Vorlage S. 335
421
Gespräch bestehen.
Vorlage S. 335
422
MERKUR.
Vorlage S. 335
423
Du nennst dich Sosias?
Vorlage S. 335
424
SOSIAS.
Vorlage S. 335
425
Ja, ich gesteh's, ein unverbürgtes
Vorlage S. 335
426
Gerücht hat mir –
Vorlage S. 335
427
MERKUR.
Vorlage S. 335
428
Genug. Den Waffenstillstand
Vorlage S. 335
429
Brech ich, und dieses Wort hier nehm ich wieder.
Vorlage S. 335
430
SOSIAS.
Vorlage S. 335
431
Fahr in die Höll! Ich kann mich nicht vernichten,
Vorlage S. 335
432
Verwandeln nicht, aus meiner Haut nicht fahren,
Vorlage S. 335
433
Und meine Haut dir um die Schultern hängen.
Vorlage S. 335
434
Ward, seit die Welt steht, so etwas erlebt?
Vorlage S. 335
435
Träum ich etwa? Hab ich zur Morgenstärkung
Vorlage S. 335
436
Heut mehr, als ich gewöhnlich pfleg, genossen?
Vorlage S. 335
437
Bin ich mich meiner völlig nicht bewusst?
Vorlage S. 335
438
Hat nicht Amphitryon mich hergeschickt,
Vorlage S. 335
439
Der Fürstin seine Rückkehr anzumelden?
Vorlage S. 335
440
Soll ich ihr nicht den Sieg, den er erfochten,
Vorlage S. 335
441
Und wie Pharissa überging, beschreiben?
Vorlage S. 335
442
Bin ich soeben nicht hier angelangt?
Vorlage S. 335
443
Halt ich nicht die Laterne? Fand ich dich
Vorlage S. 335
444
Vor dieses Hauses Tür herum nicht lungern,
Vorlage S. 335
445
Und als ich mich der Pforte nähern wollte,
Vorlage S. 335
446
Nahmst du den Stock zur Hand nicht, und zerbläutest
Vorlage S. 335
447
Auf das unmenschlichste den Rücken mir,
Vorlage S. 335
448
Mir ins Gesicht behauptend, dass nicht ich,
Vorlage S. 335
449
Wohl aber du Amphitryons Diener seist.
Vorlage S. 335
450
Das alles, fühl ich, leider, ist zu wahr nur;
Vorlage S. 335
451
Gefiel's den Göttern doch, dass ich besessen wäre.
Vorlage S. 335
452
MERKUR.
Vorlage S. 336
453
Halunke, sieh, mein Zorn wird augenblicklich,
Vorlage S. 336
454
Wie Hagel wieder auf dich niederregnen!
Vorlage S. 336
455
Was du gesagt hast, alles, Zug vor Zug,
Vorlage S. 336
456
Es gilt von mir: die Prügel ausgenommen.
Vorlage S. 336
457
SOSIAS.
Vorlage S. 336
458
Von dir? – Hier die Laterne, bei den Göttern,
Vorlage S. 336
459
Ist Zeuge mir –
Vorlage S. 336
460
MERKUR.
Vorlage S. 336
461
Du lügst, sag ich, Verräter.
Vorlage S. 336
462
Mich hat Amphitryon hieher geschickt.
Vorlage S. 336
463
Mir gab der Feldherr der Thebaner gestern,
Vorlage S. 336
464
Da er vom Staub der Mordschlacht noch bedeckt,
Vorlage S. 336
465
Dem Temp'l enttrat, wo er dem Mars geopfert,
Vorlage S. 336
466
Gemeßnen Auftrag, seinen Sieg in Theben,
Vorlage S. 336
467
Und dass der Feinde Führer Labdakus
Vorlage S. 336
468
Von seiner Hand gefallen, anzukünd'gen;
Vorlage S. 336
469
Denn ich bin, sag ich dir, Sosias,
Vorlage S. 336
470
Sein Diener, Sohn des Davus, wackern Schäfers
Vorlage S. 336
471
Aus dieser Gegend, Bruder Harpagons,
Vorlage S. 336
472
Der in der Fremde starb, Gemahl der Charis,
Vorlage S. 336
473
Die mich mit ihren Launen wütend macht;
Vorlage S. 336
474
Sosias, der im Türmchen saß, und dem man
Vorlage S. 336
475
Noch kürzlich funfzig auf den Hintern zählte,
Vorlage S. 336
476
Weil er zu weit die Redlichkeit getrieben.
Vorlage S. 336
477
SOSIAS
Vorlage S. 336
478
für sich.
Vorlage S. 336
479
Da hat er recht! Und ohne dass man selbst
Vorlage S. 336
480
Sosias ist, kann man von dem, was er
Vorlage S. 336
481
Zu wissen scheint, nicht unterrichtet sein.
Vorlage S. 336
482
Man muss, mein Seel, ein bisschen an ihn glauben.
Vorlage S. 336
483
Zudem, da ich ihn jetzt ins Auge fasse,
Vorlage S. 336
484
Hat er Gestalt von mir und Wuchs und Wesen
Vorlage S. 336
485
Und die spitzbüb'sche Miene, die mir eigen.
Vorlage S. 336
486
– Ich muss ihm ein paar Fragen tun, die mich
Vorlage S. 336
487
Aufs Reine bringen.
Vorlage S. 336
488
Laut.
Vorlage S. 336
489
Von der Beute,
Vorlage S. 336
490
Die in des Feindes Lager ward gefunden,
Vorlage S. 336
491
Sagst du mir wohl, wie sich Amphitryon
Vorlage S. 336
492
Dabei bedacht, und was sein Anteil war?
Vorlage S. 336
493
MERKUR.
Vorlage S. 337
494
Das Diadem ward ihm des Labdakus,
Vorlage S. 337
495
Das man im Zelt desselben aufgefunden.
Vorlage S. 337
496
SOSIAS.
Vorlage S. 337
497
Was nahm mit diesem Diadem man vor?
Vorlage S. 337
498
MERKUR.
Vorlage S. 337
499
Man grub den Namenszug Amphitryons
Vorlage S. 337
500
Auf seine goldne Stirne leuchtend ein.
Vorlage S. 337
501
SOSIAS.
Vorlage S. 337
502
Vermutlich trägt er's selber jetzt –?
Vorlage S. 337
503
MERKUR.
Vorlage S. 337
504
Alkmenen
Vorlage S. 337
505
Ist es bestimmt. Sie wird zum Angedenken
Vorlage S. 337
506
Des Siegs den Schmuck um ihren Busen tragen.
Vorlage S. 337
507
SOSIAS.
Vorlage S. 337
508
Und zugefertigt aus dem Lager wird
Vorlage S. 337
509
Ihr das Geschenk –?
Vorlage S. 337
510
MERKUR.
Vorlage S. 337
511
In einem goldnen Kästchen,
Vorlage S. 337
512
Auf das Amphitryon sein Wappen drückte.
Vorlage S. 337
513
SOSIAS
Vorlage S. 337
514
für sich.
Vorlage S. 337
515
Er weiß um alles. – Alle Teufel jetzt!
Vorlage S. 337
516
Ich fang im Ernst an mir zu zweifeln an.
Vorlage S. 337
517
Durch seine Unverschämtheit ward er schon
Vorlage S. 337
518
Und seinen Stock, Sosias, und jetzt wird er,
Vorlage S. 337
519
Das fehlte nur, es auch aus Gründen noch.
Vorlage S. 337
520
Zwar wenn ich mich betaste, wollt ich schwören,
Vorlage S. 337
521
Dass dieser Leib Sosias ist.
Vorlage S. 337
522
– Wie find ich nun aus diesem Labyrinth? –
Vorlage S. 337
523
Was ich getan, da ich ganz einsam war,
Vorlage S. 337
524
Was niemand hat gesehn, kann niemand wissen,
Vorlage S. 337
525
Falls er nicht wirklich Ich ist, so wie ich.
Vorlage S. 337
526
– Gut, diese Frage wird mir Licht verschaffen.
Vorlage S. 337
527
Was gilt's? Dies fängt ihn – nun wir werden sehn.
Vorlage S. 337
528
Laut.
Vorlage S. 337
529
Als beide Heer im Handgemenge waren,
Vorlage S. 337
530
Was machtest du, sag an, in den Gezelten,
Vorlage S. 337
531
Wo du gewusst, geschickt dich hinzudrücken?
Vorlage S. 337
532
MERKUR.
Vorlage S. 337
533
Von einem Schinken –
Vorlage S. 337
534
SOSIAS
Vorlage S. 337
535
für sich.
Vorlage S. 337
536
Hat den Kerl der Teufel –?
Vorlage S. 337
537
MERKUR.
Vorlage S. 337
538
Den ich im Winkel des Gezeltes fand,
Vorlage S. 337
539
Schnitt ich ein Kernstück mir, ein saftiges,
Vorlage S. 337
540
Und öffnete geschickt ein Flaschenfutter,
Vorlage S. 337
541
Um für die Schlacht, die draußen ward gefochten,
Vorlage S. 337
542
Ein wenig Munterkeit mir zu verschaffen.
Vorlage S. 337
543
SOSIAS
Vorlage S. 338
544
für sich.
Vorlage S. 338
545
Nun ist es gut. Nun wär's gleichviel, wenn mich
Vorlage S. 338
546
Die Erde gleich von diesem Platz verschlänge,
Vorlage S. 338
547
Denn aus dem Flaschenfutter trinkt man nicht,
Vorlage S. 338
548
Wenn man, wie ich, zufällig nicht im Sacke
Vorlage S. 338
549
Den Schlüssel, der gepasst, gefunden hätte.
Vorlage S. 338
550
Laut.
Vorlage S. 338
551
Ich sehe, alter Freund, nunmehr, dass du
Vorlage S. 338
552
Die ganze Portion Sosias bist,
Vorlage S. 338
553
Die man auf dieser Erde brauchen kann.
Vorlage S. 338
554
Ein mehreres scheint überflüssig mir.
Vorlage S. 338
555
Fern sei mir, den Zudringlichen zu spielen,
Vorlage S. 338
556
Und gern tret ich vor dir zurück. Nur habe die
Vorlage S. 338
557
Gefälligkeit für mich, und sage mir,
Vorlage S. 338
558
Da ich Sosias nicht bin, wer ich bin?
Vorlage S. 338
559
Denn etwas, gibst du zu, muss ich doch sein.
Vorlage S. 338
560
MERKUR.
Vorlage S. 338
561
Wenn ich nicht mehr Sosias werde sein,
Vorlage S. 338
562
Sei du's, es ist mir recht, ich will'ge drein.
Vorlage S. 338
563
Jedoch solang ich's bin, wagst du den Hals,
Vorlage S. 338
564
Wenn dir der unverschämte Einfall kommt.
Vorlage S. 338
565
SOSIAS.
Vorlage S. 338
Caspar David Friedrich – Wanderer über dem Nebelmeer, um 1818. Künstlerische Landschaft als Vergleichsmotiv, keine konkrete Buchszene.
Kontextbild zum Werk. Der Wanderer über dem Nebelmeer · Caspar David Friedrich · Public domain Bildquelle ↗
566
Gut, gut. Mir fängt der Kopf zu schwirren an,
Vorlage S. 338
567
Ich sehe jetzt, mein Seel, wie sich's verhält,
Vorlage S. 338
568
Wenn ich's auch gleich noch völlig nicht begreife.
Vorlage S. 338
569
Jedoch – die Sache muss ein Ende nehmen;
Vorlage S. 338
570
Und das Gescheiteste, zum Schluss zu kommen,
Vorlage S. 338
571
Ist, dass ich meiner Wege geh. – Leb wohl.
Vorlage S. 338
572
Er geht dem Hause zu.
Vorlage S. 338
573
MERKUR
Vorlage S. 338
574
stößt ihn zurück.
Vorlage S. 338
575
Wie, Galgenstrick! So muss ich alle Knochen
Vorlage S. 338
576
Dir lähmen?
Vorlage S. 338
577
Er schlägt ihn.
Vorlage S. 338
578
SOSIAS.
Vorlage S. 338
579
Ihr gerechten Götter!
Vorlage S. 338
580
Wo bleibt mir euer Schutz? Mein Rücken heilt
Vorlage S. 338
581
In Wochen nicht, wenn auch Amphitryon
Vorlage S. 338
582
Den Stock nicht rührt. Wohlan! Ich meide denn
Vorlage S. 338
583
Den Teufelskerl, und geh zurück ins Lager,
Vorlage S. 338
584
So finster diese Höllennacht auch glotzt. –
Vorlage S. 338
585
Das war mir eine rühmliche Gesandtschaft!
Vorlage S. 338
586
Wie wird dein Herr, Sosias, dich empfangen?
Vorlage S. 338
587
Ab.
Vorlage S. 338
588
Dritte Szene
Vorlage S. 339
589
MERKUR.
Vorlage S. 339
590
Nun, endlich! Warum trolltest du nicht früher?
Vorlage S. 339
591
Du hättst dir böse Risse sparen können. –
Vorlage S. 339
592
Denn dass ihn eines Gottes Arm getroffen,
Vorlage S. 339
593
Die Ehre kümmert den Halunken nicht:
Vorlage S. 339
594
Ich traf ihn wie der beste Büttel auch.
Vorlage S. 339
595
Nun, mag es sein. Gesündigt hat er gnug,
Vorlage S. 339
596
Verdient, wenn auch nicht eben heut, die Prügel;
Vorlage S. 339
597
Er mag auf Abschlag sie empfangen haben. –
Vorlage S. 339
598
Wenn mir der Schuft mit seinem Zeterschrei,
Vorlage S. 339
599
Als ob man ihn zum Braten spießen wollte,
Vorlage S. 339
600
Nur nicht die Liebenden geweckt! – So wahr ich lebe,
Vorlage S. 339
601
Zeus bricht schon auf. Er kommt, der Göttervater,
Vorlage S. 339
602
Und zärtlich gibt Alkmen', als wär's ihr teurer
Vorlage S. 339
603
Gemahl Amphitryon, ihm das Geleit.
Vorlage S. 339
604
Vierte Szene
Vorlage S. 339
605
Jupiter in der Gestalt Amphitryons. Alkmene; Charis; Merkur; Fackeln.
Vorlage S. 339
606
JUPITER.
Vorlage S. 339
607
Lass, meine teuerste Alkmene, dort
Vorlage S. 339
608
Die Fackeln sich entfernen. Zwar sie leuchten
Vorlage S. 339
609
Dem schönsten Reiz, der auf der Erde blüht,
Vorlage S. 339
610
Und keiner der Olympier sah ihn schöner;
Vorlage S. 339
611
Jedoch – wie sag ich? Sie verraten den,
Vorlage S. 339
612
Den dieser Reiz hieher gelockt, Geliebte,
Vorlage S. 339
613
Und besser wird es ein Geheimnis bleiben,
Vorlage S. 339
614
Dass dein Amphitryon in Theben war,
Vorlage S. 339
615
Sie sind dem Krieg geraubt, die Augenblicke,
Vorlage S. 339
616
Die ich der Liebe opfernd dargebracht;
Vorlage S. 339
617
Die Welt könnt ihn mißdeuten, diesen Raub;
Vorlage S. 339
618
Und gern entbehrt ich andre Zeugen seiner,
Vorlage S. 339
619
Als nur die eine, die ihn mir verdankt.
Vorlage S. 339
620
ALKMENE.
Vorlage S. 340
621
Amphitryon! So willst du gehn? Ach, wie
Vorlage S. 340
622
So lästig ist so vieler Ruhm, Geliebter!
Vorlage S. 340
623
Wie gern gäb ich das Diadem, das du
Vorlage S. 340
624
Erkämpft, für einen Strauß von Veilchen hin,
Vorlage S. 340
625
Um eine niedre Hütte eingesammelt.
Vorlage S. 340
626
Was brauchen wir, als nur uns selbst? Warum
Vorlage S. 340
627
Wird so viel Fremdes noch dir aufgedrungen,
Vorlage S. 340
628
Dir eine Krone und der Feldherrnstab?
Vorlage S. 340
629
Zwar wenn das Volk dir jauchzt, und sein Entzücken
Vorlage S. 340
630
In jedem großen Namen sich verschwendet,
Vorlage S. 340
631
Ist der Gedanke süß, dass du mir angehörst;
Vorlage S. 340
632
Doch dieser flücht'ge Reiz, kann er vergelten,
Vorlage S. 340
633
Was ich empfinde, wenn im wilden Treffen
Vorlage S. 340
634
Der Pfeil auf diesen teuern Busen zielt.
Vorlage S. 340
635
Wie öd ist, ohne dich, dies Haus! Wie träge,
Vorlage S. 340
636
Bist du mir fern, der muntre Reihn der Stunden,
Vorlage S. 340
637
Wenn sie den Tag herauf mir führen sollen!
Vorlage S. 340
638
Ach was das Vaterland mir alles raubt,
Vorlage S. 340
639
Das fühl ich, mein Amphitryon, erst seit heute,
Vorlage S. 340
640
Da ich zwei kurze Stunden dich besaß.
Vorlage S. 340
641
JUPITER.
Vorlage S. 340
642
Geliebte! Wie du mich entzückst! Doch eine
Vorlage S. 340
643
Besorgnis auch erregst du mir, die ich,
Vorlage S. 340
644
So scherzhaft sie auch klingt, dir nennen muss.
Vorlage S. 340
645
Du weißt, dass ein Gesetz der Ehe ist,
Vorlage S. 340
646
Und eine Pflicht, und dass, wer Liebe nicht erwirbt,
Vorlage S. 340
647
Noch Liebe vor dem Richter fordern kann.
Vorlage S. 340
648
Sieh dies Gesetz, es stört mein schönstes Glück.
Vorlage S. 340
649
Dir möcht ich, deinem Herzen, Teuerste,
Vorlage S. 340
650
Jedwede Gunst verdanken, möchte gern
Vorlage S. 340
651
Nicht, dass du einer Förmlichkeit dich fügtest,
Vorlage S. 340
652
Zu der du dich vielleicht verbunden wähnst.
Vorlage S. 340
653
Wie leicht verscheuchst du diese kleinen Zweifel?
Vorlage S. 340
654
So öffne mir dein Innres denn, und sprich,
Vorlage S. 340
655
Ob den Gemahl du heut, dem du verlobt bist,
Vorlage S. 340
656
Ob den Geliebten du empfangen hast?
Vorlage S. 340
657
ALKMENE.
Vorlage S. 340
658
Geliebter und Gemahl! Was sprichst du da?
Vorlage S. 340
659
Ist es dies heilige Verhältnis nicht,
Vorlage S. 340
660
Das mich allein, dich zu empfahn, berechtigt?
Vorlage S. 341
661
Wie kann dich ein Gesetz der Welt nur quälen,
Vorlage S. 341
662
Das weit entfernt, beschränkend hier zu sein,
Vorlage S. 341
663
Vielmehr den kühnsten Wünschen, die sich regen,
Vorlage S. 341
664
Jedwede Schranke glücklich niederreißt?
Vorlage S. 341
665
JUPITER.
Vorlage S. 341
666
Was ich dir fühle, teuerste Alkmene,
Vorlage S. 341
667
Das überflügelt, sieh, um Sonnenferne,
Vorlage S. 341
668
Was ein Gemahl dir schuldig ist. Entwöhne,
Vorlage S. 341
669
Geliebte, von dem Gatten dich,
Vorlage S. 341
670
Und unterscheide zwischen mir und ihm.
Vorlage S. 341
671
Sie schmerzt mich, diese schmähliche Verwechslung,
Vorlage S. 341
672
Und der Gedanke ist mir unerträglich,
Vorlage S. 341
673
Dass du den Laffen bloß empfangen hast,
Vorlage S. 341
674
Der kalt ein Recht auf dich zu haben wähnt.
Vorlage S. 341
675
Ich möchte dir, mein süßes Licht,
Vorlage S. 341
676
Dies Wesen eigner Art erschienen sein,
Vorlage S. 341
677
Besieger dein, weil über dich zu siegen,
Vorlage S. 341
678
Die Kunst, die großen Götter mich gelehrt.
Vorlage S. 341
679
Wozu den eitlen Feldherrn der Thebaner
Vorlage S. 341
680
Einmischen hier, der für ein großes Haus
Vorlage S. 341
681
Jüngst eine reiche Fürstentochter freite?
Vorlage S. 341
682
Was sagst du? Sieh, ich möchte deine Tugend
Vorlage S. 341
683
Ihm, jenem öffentlichen Gecken, lassen,
Vorlage S. 341
684
Und mir, mir deine Liebe vorbehalten.
Vorlage S. 341
685
ALKMENE.
Vorlage S. 341
686
Amphitryon! Du scherzest. Wenn das Volk hier
Vorlage S. 341
687
Auf den Amphitryon dich schmähen hörte,
Vorlage S. 341
688
Es müsste doch dich einen andern wähnen,
Vorlage S. 341
689
Ich weiß nicht wen? Nicht, dass es mir entschlüpft
Vorlage S. 341
690
In dieser heitern Nacht, wie, vor dem Gatten,
Vorlage S. 341
691
Oft der Geliebte aus sich zeichnen kann;
Vorlage S. 341
692
Doch da die Götter eines und das andre
Vorlage S. 341
693
In dir mir einigten, verzeih ich diesem
Vorlage S. 341
694
Von Herzen gern, was der vielleicht verbrach.
Vorlage S. 341
695
JUPITER.
Vorlage S. 341
696
Versprich mir denn, dass dieses heitre Fest,
Vorlage S. 341
697
Das wir jetzt frohem Wiedersehn gefeiert,
Vorlage S. 341
698
Dir nicht aus dem Gedächtnis weichen soll;
Vorlage S. 341
699
Dass du den Göttertag, den wir durchlebt,
Vorlage S. 342
700
Geliebteste, mit deiner weitern Ehe
Vorlage S. 342
701
Gemeinen Tag' lauf nicht verwechseln willst.
Vorlage S. 342
702
Versprich, sag ich, dass du an mich willst denken,
Vorlage S. 342
703
Wenn einst Amphitryon zurücke kehrt –?
Vorlage S. 342
704
ALKMENE.
Vorlage S. 342
705
Nun ja. Was soll man dazu sagen?
Vorlage S. 342
706
JUPITER.
Vorlage S. 342
707
Dank dir!
Vorlage S. 342
708
Es hat mehr Sinn und Deutung, als du glaubst.
Vorlage S. 342
709
Leb wohl, mich ruft die Pflicht.
Vorlage S. 342
710
ALKMENE.
Vorlage S. 342
711
So willst du fort?
Vorlage S. 342
712
Nicht diese kurze Nacht bei mir, Geliebter,
Vorlage S. 342
713
Die mit zehntausend Schwingen fleucht, vollenden?
Vorlage S. 342
714
JUPITER.
Vorlage S. 342
715
Schien diese Nacht dir kürzer als die andern?
Vorlage S. 342
716
ALKMENE.
Vorlage S. 342
717
Ach!
Vorlage S. 342
718
JUPITER.
Vorlage S. 342
719
Süßes Kind! Es konnte doch Aurora
Vorlage S. 342
720
Für unser Glück nicht mehr tun, als sie tat.
Vorlage S. 342
721
Leb wohl. Ich sorge, dass die anderen
Vorlage S. 342
722
Nicht länger dauern, als die Erde braucht.
Vorlage S. 342
723
ALKMENE.
Vorlage S. 342
724
Er ist berauscht, glaub ich. Ich bin es auch.
Vorlage S. 342
725
Ab.
Vorlage S. 342
726
Fünfte Szene
Vorlage S. 342
727
Merkur. Charis.
Vorlage S. 342
728
CHARIS
Vorlage S. 342
729
für sich.
Vorlage S. 342
730
Das nenn ich Zärtlichkeit mir! Das mir Treue!
Vorlage S. 342
731
Das mir ein artig Fest, wenn Eheleute
Vorlage S. 342
732
Nach langer Trennung jetzt sich wiedersehn!
Vorlage S. 342
733
Doch jener Bauer dort, der mir verbunden,
Vorlage S. 342
734
Ein Klotz ist just so zärtlich auch, wie er.
Vorlage S. 342
735
MERKUR
Vorlage S. 342
736
für sich.
Vorlage S. 342
737
Jetzt muss ich eilen und die Nacht erinnern,
Vorlage S. 342
738
Dass uns der Weltkreis nicht aus aller Ordnung kommt.
Vorlage S. 342
739
Die gute Göttin Kupplerin verweilte
Vorlage S. 342
740
Uns siebzehn Stunden über Theben heut;
Vorlage S. 342
741
Jetzt mag sie weiterziehn, und ihren Schleier
Vorlage S. 342
742
Auch über andre Abenteuer werfen.
Vorlage S. 343
743
CHARIS
Vorlage S. 343
744
laut.
Vorlage S. 343
745
Jetzt seht den Unempfindlichen! da geht er.
Vorlage S. 343
746
MERKUR.
Vorlage S. 343
747
Nun soll ich dem Amphitryon nicht folgen?
Vorlage S. 343
748
Ich werde doch, wenn er ins Lager geht,
Vorlage S. 343
749
Nicht auf die Bärenhaut mich legen sollen?
Vorlage S. 343
750
CHARIS.
Vorlage S. 343
751
Man sagt doch was.
Vorlage S. 343
752
MERKUR.
Vorlage S. 343
753
Ei was! Dazu ist Zeit. –
Vorlage S. 343
754
Was du gefragt, das weißt du, damit basta.
Vorlage S. 343
755
In diesem Stücke bin ich ein Lakoner.
Vorlage S. 343
756
CHARIS.
Vorlage S. 343
757
Ein Tölpel bist du. Gutes Weib, sagt man,
Vorlage S. 343
758
Behalt mich lieb, und tröst dich, und was weiß ich?
Vorlage S. 343
759
MERKUR.
Vorlage S. 343
760
Was, Teufel, kommt dir in den Sinn? Soll ich
Vorlage S. 343
761
Mit dir zum Zeitvertreib hier Fratzen schneiden?
Vorlage S. 343
762
Eilf Ehstandsjahr erschöpfen das Gespräch,
Vorlage S. 343
763
Und schon seit Olims Zeit sagt ich dir alles.
Vorlage S. 343
764
CHARIS.
Vorlage S. 343
765
Verräter, sieh Amphitryon, wie er,
Vorlage S. 343
766
Den schlechtsten Leuten gleich, sich zärtlich zeigt,
Vorlage S. 343
767
Und schäme dich, dass in Ergebenheit
Vorlage S. 343
768
Zu seiner Frau, und ehelicher Liebe
Vorlage S. 343
769
Ein Herr der großen Welt dich übertrifft.
Vorlage S. 343
770
MERKUR.
Vorlage S. 343
771
Er ist noch in den Flitterwochen, Kind.
Vorlage S. 343
772
Es gibt ein Alter, wo sich alles schickt.
Vorlage S. 343
773
Was diesem jungen Paare steht, das möcht ich
Vorlage S. 343
774
Von weitem sehn, wenn wir's verüben wollten.
Vorlage S. 343
775
Es würd uns lassen, wenn wir alten Esel
Vorlage S. 343
776
Mit süßen Brocken um uns werfen wollten.
Vorlage S. 343
777
CHARIS.
Vorlage S. 343
778
Der Grobian! Was das für Reden sind.
Vorlage S. 343
779
Bin ich nicht mehr im Stand? –
Vorlage S. 343
780
MERKUR.
Vorlage S. 343
781
Das sag ich nicht,
Vorlage S. 343
782
Dein offner Schaden lässt sich übersehen,
Vorlage S. 343
783
Wenn's finster ist, so bist du grau; doch hier
Vorlage S. 343
784
Auf offnem Markt würd's einen Auflauf geben,
Vorlage S. 343
785
Wenn mich der Teufel plagte, zu scharwenzeln.
Vorlage S. 343
786
CHARIS.
Vorlage S. 343
787
Ging ich nicht gleich, sowie du kamst, Verräter,
Vorlage S. 343
788
Zur Plumpe? Kämmt ich dieses Haar mir nicht?
Vorlage S. 343
789
Legt ich dies reingewaschne Kleid nicht an?
Vorlage S. 343
790
Und das, um ausgehunzt von dir zu werden.
Vorlage S. 344
791
MERKUR.
Vorlage S. 344
792
Ei was ein reines Kleid! Wenn du das Kleid
Vorlage S. 344
793
Ausziehen könntest, das dir von Natur ward,
Vorlage S. 344
794
Ließ ich die schmutz'ge Schürze mir gefallen.
Vorlage S. 344
795
CHARIS.
Vorlage S. 344
796
Als du mich freitest, da gefiel dir's doch.
Vorlage S. 344
797
Da hätt es not getan, es in der Küche
Vorlage S. 344
798
Beim Waschen und beim Heuen anzutun.
Vorlage S. 344
799
Kann ich dafür, wenn es die Zeit genutzt?
Vorlage S. 344
800
MERKUR.
Vorlage S. 344
801
Nein, liebstes Weib. Doch ich kann's auch nicht flicken.
Vorlage S. 344
802
CHARIS.
Vorlage S. 344
803
Halunke, du verdienst es nicht, dass eine
Vorlage S. 344
804
Frau dir von Ehr und Reputation geworden.
Vorlage S. 344
805
MERKUR.
Vorlage S. 344
806
Wärst du ein wenig minder Frau von Ehre,
Vorlage S. 344
807
Und rissest mir dafür die Ohren nicht
Vorlage S. 344
808
Mit deinen ew'gen Zänkereien ab.
Vorlage S. 344
809
CHARIS.
Vorlage S. 344
810
Was? so missfällt's dir wohl, dass ich in Ehren
Vorlage S. 344
811
Mich stets erhielt, mir guten Ruf erwarb?
Vorlage S. 344
812
MERKUR.
Vorlage S. 344
813
Behüt der Himmel mich. Pfleg deiner Tugend,
Vorlage S. 344
814
Nur führe sie nicht, wie ein Schlittenpferd,
Vorlage S. 344
815
Stets durch die Straße läutend, und den Markt.
Vorlage S. 344
816
CHARIS.
Vorlage S. 344
817
Dir wär ein Weib gut, wie man sie in Theben
Vorlage S. 344
818
Verschmitzt und voller Ränke finden kann,
Vorlage S. 344
819
Ein Weib, das dich in süße Wort' ertränkte,
Vorlage S. 344
820
Damit du ihr den Hahnrei niederschluckst.
Vorlage S. 344
821
MERKUR.
Vorlage S. 344
822
Was das betrifft, mein Seel, da sag ich dir:
Vorlage S. 344
823
Gedankenübel quälen nur die Narren,
Vorlage S. 344
824
Den Mann vielmehr beneid ich, dem ein Freund
Vorlage S. 344
825
Den Sold der Ehe vorschießt; alt wird er,
Vorlage S. 344
826
Und lebt das Leben aller seiner Kinder.
Vorlage S. 344
827
CHARIS.
Vorlage S. 344
828
Du wärst so schamlos, mich zu reizen? Wärst
Vorlage S. 344
829
So frech, mich förmlich aufzufordern, dir
Vorlage S. 344
830
Den freundlichen Thebaner, welcher abends
Vorlage S. 344
831
Mir auf der Fährte schleicht, zu adjungieren?
Vorlage S. 344
832
MERKUR.
Vorlage S. 344
833
Hol mich der Teufel, ja. Wenn du mir nur
Vorlage S. 344
834
Ersparst, Bericht darüber anzuhören.
Vorlage S. 344
835
Bequeme Sünd ist, find ich, so viel wert,
Vorlage S. 344
836
Als läst'ge Tugend; und mein Wahlspruch ist,
Vorlage S. 345
837
Nicht so viel Ehr in Theben, und mehr Ruhe –
Vorlage S. 345
838
Fahr wohl jetzt, Charis, Schatzkind! Fort muss ich.
Vorlage S. 345
839
Amphitryon wird schon im Lager sein.
Vorlage S. 345
840
Ab.
Vorlage S. 345
841
CHARIS.
Vorlage S. 345
842
Warum, um diesen Niederträchtigen
Vorlage S. 345
843
Mit einer offenbaren Tat zu strafen,
Vorlage S. 345
844
Fehlt's an Entschlossenheit mir? O ihr Götter!
Vorlage S. 345
845
Wie ich es jetzt bereue, dass die Welt
Vorlage S. 345
846
Für eine ordentliche Frau mich hält!
Vorlage S. 345

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil er zu tief ins Fläschchen gestern guckte.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Der Fürstin seine Rückkehr anzumelden?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Zwar sie leuchten Dem schönsten Reiz, der auf der Erde blüht, Und keiner der Olympier sah ihn schöner;« B: »Der einz'ge Unterschied ist, dass ich mich Sosias jetzo der geschlagne, fühle.« C: »Tut viel, und es erbebt die Welt vor seinem Namen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Er mag auf Abschlag sie empfangen haben. – Wenn mir der Schuft mit …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil ich muss Ich, Amphitryons Diener sein,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Lies den Abschnittsbeginn: »Heda! Wer schleicht da? Holla! – Wenn der Tag Anbräche, wär mir's lieb; die Nacht ist – Was? Gut Freund, ihr Herrn! Wir gehen eine Straße – Ihr habt den ehrlichsten Geselln getroffen, Bei meiner Treu, auf den […]« Welche Informationen sind hier bereits sicher, und welche Frage bleibt für dich offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne zwei Informationen, die sich tatsächlich aus dieser Passage ableiten lassen.
  • Trenne eine eigene Frage oder Vermutung klar vom Textbefund.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗

2. Prüfe, ob es in dieser Passage um Gerechtigkeit oder Verantwortung geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »[…] Und eine Pflicht, und dass, wer Liebe nicht erwirbt, Noch Liebe vor dem Richter fordern kann. Sieh dies Gesetz, es stört mein schönstes Glück. Dir möcht ich, deinem Herzen, Teuerste, Jedwede Gunst verdanken, möchte gern Nicht, dass du einer […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗

3. Prüfe, ob es in dieser Passage um Wahrheit oder Vertrauen geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Du lügst, sag ich, Verräter. Mich hat Amphitryon hieher geschickt. Mir gab der Feldherr der Thebaner gestern, Da er vom Staub der Mordschlacht noch bedeckt, Dem Temp'l enttrat, wo er dem Mars geopfert, Gemeßnen Auftrag, seinen Sieg in […]«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗ Textstelle 14 ↗ Textstelle 15 ↗ Textstelle 16 ↗

4. Prüfe, ob es in dieser Passage um Angst oder Unsicherheit geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Es ist zwar nichts und meine Furcht verschwindet, Doch um den Abenteuern auszuweichen, Will ich mich vollends jetzt zu Hause machen, Und meines Auftrags mich entledigen.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Prüfe, ob es in dieser Passage um Nähe oder Gefühle geht. Wenn ja, begründe dies am Text. Wenn nicht, erläutere stattdessen die konkrete Aussage oder Handlung. Unterscheide wörtliche und übertragene Bedeutungen. Ausgangspunkt: »Ihm, jenem öffentlichen Gecken, lassen, Und mir, mir deine Liebe vorbehalten.«

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf die konkrete verlinkte Passage und ihren unmittelbaren Zusammenhang.
  • Belege deine Aussage mit einem passenden kurzen Zitat.
  • Kennzeichne eine weitergehende Interpretation als Deutung, nicht als ausdrücklich genannte Tatsache.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. Vergleiche diese beiden Stellen: »Nun, wart! Ich will dich zu verwandeln suchen.« und »Ihr gerechten Götter! Wo bleibt mir euer Schutz? Mein Rücken heilt In Wochen nicht, wenn auch Amphitryon Den Stock nicht rührt. […]«. Welche Gemeinsamkeit oder welchen Unterschied kannst du am Wortlaut zeigen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne eine nachvollziehbare Gemeinsamkeit oder einen Unterschied.
  • Belege beide Seiten des Vergleichs; unterstelle keine Entwicklung, die der Text nicht zeigt.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗

7. Am Abschnittsende steht: »Warum, um diesen Niederträchtigen Mit einer offenbaren Tat zu strafen, Fehlt's an Entschlossenheit mir? O ihr Götter! Wie ich es jetzt bereue, dass die Welt Für eine ordentliche Frau mich hält!« Was ist hier geklärt, und was bleibt offen?

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Beziehe dich auf den Schluss dieses Abschnitts, nicht auf dein Vorwissen über das ganze Werk.
  • Falls die Stelle nichts eindeutig klärt, begründe auch das mit dem Text.
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

8. Prüfe deinen ersten Leseeindruck an Anfang und Ende: »Heda! Wer schleicht da? Holla! – Wenn der Tag Anbräche, wär mir's lieb; die Nacht ist – Was? Gut Freund, ihr […]« / »Warum, um diesen Niederträchtigen Mit einer offenbaren Tat zu strafen, Fehlt's an Entschlossenheit mir? O ihr […]«. Würdest du deine erste Einschätzung jetzt verändern? Begründe.

Impulse zur Selbstprüfung

Vergleiche deine Antwort mit dem verlinkten Absatz der Lesefassung. Mehrere begründete Antworten sind möglich; die Aufgabe wird nicht automatisch als richtig oder falsch bewertet.

  • Nenne deine ursprüngliche Einschätzung oder Leseerwartung.
  • Verwende mindestens einen Textbeleg für deine jetzige Einschätzung.
  • Sowohl eine veränderte als auch eine bestätigte Einschätzung ist möglich.
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Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Holla! – Wenn der Tag Anbräche, wär mir's lieb; die Nacht ist – Was?«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
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Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Von seiner Hand gefallen, anzukünd'gen;«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Für eine ordentliche Frau mich hält!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Originalautor vor 1956 verstorben. TextGrid kennzeichnet die zugrunde liegenden reinen Texte als gemeinfrei; Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE mit Namensnennung TextGrid und www.editura.de. Das Werk Amphitryon von Kleist, Heinrich von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de, und wird unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung 3.0 Deutschland veröffentlicht. Der zugrunde liegende literarische Reintext ist gemeinfrei. TextGrid wurde vom BMBF gefördert (Förderkennzeichen 01UG1203A).

Die Extraktion erfasst alle Textpositionen der gelieferten Quelldatei; dies ersetzt keinen vollständigen Vergleich mit dem historischen Druck. Offene Kapitelaufgaben dienen der Selbstprüfung und sind keine automatisch bewertete Interpretation.

Amphitryon

Heinrich von Kleist: Werke und Briefe in vier Bänden. Herausgegeben von Siegfried Streller in Zusammenarbeit mit Peter Goldammer und Wolfgang Barthel, Anita Golz, Rudolf Loch, Berlin und Weimar: Aufbau, 1978. Kleist, Heinrich von 326- Berlin und Weimar

Das Werk Amphitryon von Kleist, Heinrich von ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; reine Originaltexte gemeinfrei Lizenz

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.