Bob Dylan und Ironie


Bob Dylan und Ironie
Einleitung
Bob Dylan und Ironie ist ein Thema an der Schnittstelle von Literatur, Musik, Lyrik, Popkultur, Rhetorik und politischer Bildung. Du lernst in diesem aiMOOC, wie Ironie in Songtexten funktioniert, warum Dylan häufig mit Mehrdeutigkeit, Rollenrede, Widerspruch, Spott und Perspektivwechsel arbeitet und wie Du seine Texte interpretieren kannst, ohne sie auf eine einzige Bedeutung festzulegen. Der Kurs eignet sich für Deutsch, Englisch, Musik, Ethik, Philosophie, Geschichte und fächerübergreifende Projekte.

Bob Dylan, geboren 1941 als Robert Allen Zimmerman, wurde als Singer-Songwriter weltberühmt. Seine Lieder verbinden Folk, Blues, Rockmusik, Country, Gospel und literarische Traditionen. 2016 erhielt Dylan den Nobelpreis für Literatur für seine poetischen Neuschöpfungen innerhalb der großen amerikanischen Songtradition. Für das Thema Ironie ist er besonders interessant, weil seine Texte häufig eine Spannung erzeugen zwischen dem, was gesagt wird, dem, was gemeint sein könnte, und dem, was die Hörenden selbst ergänzen müssen.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, was Ironie ist, wie sie sich von Sarkasmus, Satire, Parodie und Humor unterscheidet, wie Bob Dylan ironische Effekte in Songtexten erzeugt und wie Du Ironie in Musik, Stimme, Rollenrede und historischem Kontext untersuchst. Du lernst außerdem, warum Ironie nicht nur ein Witzmittel ist, sondern auch eine Form der Gesellschaftskritik, der Selbstinszenierung und der poetischen Offenheit.
Bob Dylan als literarischer Songwriter
Bob Dylan veränderte seit den 1960er Jahren die Wahrnehmung von Songtexten. Viele seiner Lieder sind nicht nur Begleitung zur Musik, sondern komplexe sprachliche Gebilde mit Metaphern, Symbolen, Anspielungen, Dialogen, Erzählperspektiven, Figuren und widersprüchlichen Stimmen. Dabei greift Dylan auf ältere Traditionen zurück: Balladen, biblische Sprache, Blues, Volkslied, Beat Generation, Surrealismus und moderne Lyrik.
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Dylans besondere Wirkung liegt darin, dass seine Texte oft nicht eindeutig erklären, was richtig oder falsch ist. Stattdessen stellt er Situationen her, in denen scheinbar sichere Deutungen ins Wanken geraten. Gerade darin liegt eine wichtige Verbindung zur Ironie: Ironie lebt von einem Abstand zwischen Aussage und Bedeutung. Wer Dylan hört, muss häufig fragen: Wer spricht hier? Ist die Aussage ernst gemeint? Wird eine Figur entlarvt? Wird eine politische Haltung unterstützt oder verspottet? Wird eine Erwartung erfüllt oder absichtlich enttäuscht?
Was ist Ironie?
Ironie bezeichnet eine Ausdrucksweise, bei der eine Aussage mehr bedeutet, als sie wörtlich sagt. Häufig besteht ein Gegensatz zwischen dem Gesagten und dem Gemeinten. Ironie kann freundlich, spielerisch, bitter, politisch, aggressiv oder melancholisch sein. Sie verlangt Aufmerksamkeit, denn die eigentliche Bedeutung entsteht erst durch Kontext, Tonfall, Vorwissen und die Fähigkeit, Widersprüche zu erkennen.
Grundformen der Ironie
| Form | Erkennungsmerkmal | Wirkung |
|---|---|---|
| verbale Ironie | Eine Aussage meint erkennbar mehr oder anderes als ihr Wortlaut. | Hörende müssen zwischen Wortlaut und Bedeutung unterscheiden. |
| dramatische Ironie | Das Publikum weiß mehr als eine Figur im Text. | Eine Figur wirkt unfreiwillig komisch, tragisch oder entlarvt. |
| situative Ironie | Das Ergebnis widerspricht deutlich der Erwartung. | Ein scheinbar logischer Ablauf kippt ins Überraschende. |
| Selbstironie | Eine sprechende Person macht sich selbst zum Gegenstand der Ironie. | Autorität, Ruhm oder Eitelkeit werden gebrochen. |
| politische Ironie | Macht, Ideologie oder moralische Gewissheiten werden indirekt kritisiert. | Kritik wirkt stärker, weil sie nicht platt belehrt. |
Ironie, Sarkasmus, Satire und Parodie
Ironie ist nicht automatisch dasselbe wie Sarkasmus. Sarkasmus ist meist schärfer, verletzender und direkter. Satire richtet sich häufig gegen gesellschaftliche Missstände und nutzt Übertreibung, Spott und Verzerrung. Parodie ahmt Formen, Stile oder Personen nach, um sie komisch oder kritisch erscheinen zu lassen. Dylan nutzt alle diese Bereiche, aber seine stärksten Texte bleiben oft in einer Zwischenzone: Sie sind komisch und ernst, politisch und rätselhaft, persönlich und allgemein zugleich.
Warum Bob Dylan und Ironie zusammengehören
Bei Bob Dylan entsteht Ironie selten nur durch einen einfachen Gegensatz wie „Das Gegenteil ist gemeint“. Viel häufiger entsteht Ironie durch Mehrdeutigkeit, durch widersprüchliche Rollen, durch den Wechsel zwischen moralischem Ernst und Spott oder durch eine Stimme, die sich selbst nicht ganz vertrauenswürdig macht. Dylan lässt seine Sprecherinnen und Sprecher nicht immer als klare Autoritätsfiguren auftreten. Manchmal wirken sie prophetisch, manchmal zynisch, manchmal verletzt, manchmal überheblich, manchmal komisch. Genau dadurch entstehen starke ironische Effekte.
Dylans ironische Verfahren
| Verfahren | Beschreibung | Beispielhafte Wirkung |
|---|---|---|
| Rollenrede | Ein Lied spricht nicht unbedingt direkt mit Dylans eigener Stimme. | Die Figur kann sich selbst entlarven. |
| Übertreibung | Bilder und Behauptungen werden größer gemacht als realistisch möglich. | Gesellschaftliche Zustände erscheinen absurd. |
| Kontrast | Harte Inhalte treffen auf spielerische Form oder lockeren Ton. | Ernst und Humor verstärken sich gegenseitig. |
| Untertreibung | Bedeutende Konflikte werden beiläufig behandelt. | Das Beiläufige wirkt bitter oder komisch. |
| Ambiguität | Mehrere Deutungen bleiben gleichzeitig möglich. | Lernende müssen begründet interpretieren. |
| Maskierung | Die sprechende Stimme versteckt ihre Haltung hinter Figuren, Bildern oder Szenen. | Kritik entsteht indirekt. |
Ironie in ausgewählten Werkphasen
Frühe Folkphase
In der frühen Folk-Phase der 1960er Jahre wurde Dylan oft als Proteststimme wahrgenommen. Viele Hörerinnen und Hörer erwarteten klare Botschaften. Gerade diese Erwartung nutzt Dylan ironisch. Einige frühe Lieder wirken zunächst wie einfache Protestsongs, enthalten aber bereits gebrochene Perspektiven, unerwartete Bilder und sprechende Figuren, die mehr zeigen als sie sagen. Dylan übernimmt damit Formen des traditionellen Sprechgesangs, der Ballade und des Talking Blues, in denen Witz, Spott und soziale Beobachtung eng verbunden sind.

Elektrische Phase und Modernisierung der Ironie
Mit der Hinwendung zu elektrischer Musik Mitte der 1960er Jahre wird Dylans Ironie dichter, urbaner und surrealer. Die Texte arbeiten stärker mit schnellen Bildfolgen, scheinbar absurden Szenen, gesellschaftlichen Typen und einer Sprache, die zwischen Alltag, Traum, Zeitung, Bibel, Werbung und Straßenslang wechselt. Ironie entsteht hier nicht nur durch einzelne Sätze, sondern durch ganze Welten, die aus dem Gleichgewicht geraten.
Spätere Werkphasen
Auch in späteren Werkphasen bleibt Ironie zentral. Dylan arbeitet mit Masken, historischen Stimmen, biblischen Anspielungen, Liebesklage, Altersreflexion, Bluesformeln und Rollen des Reisenden, Predigers, Erzählers oder Außenseiters. Oft entsteht eine ironische Spannung zwischen Tradition und Gegenwart: Eine alte musikalische Form trägt moderne Zweifel, ein scheinbar schlichtes Lied enthält philosophische Fragen, eine rau klingende Stimme formuliert poetische Bilder.
Songbeispiele ohne lange Textzitate
Aus urheberrechtlichen Gründen werden hier keine längeren Songtexte wiedergegeben. Für die Analyse genügt es, mit kurzen Verweisen auf Titel, Rollen und Verfahren zu arbeiten. Wenn Du im Unterricht mit Originaltexten arbeitest, nutze legale Ausgaben, offizielle Quellen oder bereitgestellte Materialien der Lehrkraft.
Ballad of a Thin Man
Ballad of a Thin Man ist ein besonders geeignetes Beispiel für ironische Entlarvung. Die Figur „Mr. Jones“ begegnet einer Welt, die sie nicht versteht. Ironisch ist nicht nur, dass Mr. Jones offenbar gebildet, aber orientierungslos wirkt. Ironisch ist auch, dass das Lied keine einfache Erklärung liefert. Die Hörenden sehen eine Person, die Deutungshoheit beanspruchen möchte, aber an der Wirklichkeit scheitert. Dadurch wird die Frage gestellt, wer eigentlich naiv ist: die Figur, die Gesellschaft oder auch das Publikum.
Like a Rolling Stone
Like a Rolling Stone arbeitet mit einer aggressiven, spöttischen Ansprache. Die angesprochene Figur verliert Status, Sicherheit und soziale Zugehörigkeit. Die Ironie liegt darin, dass der Absturz zugleich Verurteilung und Befreiung sein kann. Das Lied klingt wie ein Angriff, aber auch wie eine Öffnung: Wer alles verliert, kann gezwungen sein, die eigene Identität neu zu verstehen.
Subterranean Homesick Blues
Subterranean Homesick Blues nutzt eine schnelle, assoziative Sprache. Die Ironie entsteht durch die Überfülle an Warnungen, Regeln, Beobachtungen und Gegenwartsreizen. Der Text wirkt wie ein Nachrichtenstrom, in dem Orientierung gerade durch Überinformation verloren geht. Damit kann das Lied als frühe poetische Form moderner Medienkritik gelesen werden.
Desolation Row
Desolation Row versammelt historische, literarische und groteske Figuren in einer rätselhaften Bilderwelt. Ironie entsteht durch die Begegnung hoher Kultur mit absurden Szenen. Figuren aus Mythologie, Geschichte und Literatur erscheinen nicht ehrwürdig, sondern beschädigt, komisch oder fremd. Dadurch wird Kultur selbst ironisiert: Bildung schützt nicht vor Verwirrung.
It Ain't Me Babe
It Ain't Me Babe verwendet eine wiederholte Zurückweisung. Ironisch ist, dass ein Liebeslied hier nicht die Erfüllung romantischer Erwartungen bietet, sondern deren Abbau. Das sprechende Ich verweigert die Rolle des idealen Retters. Dadurch kritisiert das Lied überhöhte Liebesbilder und macht deutlich, dass Authentizität manchmal gerade in der Verweigerung einer erwarteten Rolle liegt.
Ironie und Stimme
Bei Dylan ist Ironie nicht nur eine Eigenschaft des geschriebenen Textes. Sie entsteht auch durch Stimme, Rhythmus, Phrasierung, Tempo, Betonung und musikalische Begleitung. Ein Satz kann auf dem Papier ernst wirken, durch den Gesang aber spöttisch, müde, trotzig oder komisch klingen. Umgekehrt kann eine scheinbar witzige Zeile durch musikalische Schwere bitter wirken. Deshalb solltest Du Dylan nicht nur lesen, sondern hören.
Analysefragen zur Stimme
- Tonfall: Klingt die Stimme spöttisch, ernst, müde, wütend, spielerisch oder distanziert?
- Tempo: Wird ein Gedanke gehetzt, gedehnt oder beiläufig vorgetragen?
- Wiederholung: Wird eine Formulierung durch Wiederholung stärker, komischer oder bedrohlicher?
- Musik: Passt die musikalische Stimmung zum Text oder widerspricht sie ihm?
- Perspektive: Spricht hier eine Figur, ein Erzähler, ein Chor, ein Beobachter oder eine Maske?
Ironie als Gesellschaftskritik
Dylans Ironie ist häufig gesellschaftlich wirksam. Sie kritisiert nicht immer direkt, sondern bringt Gewissheiten ins Rutschen. Wer glaubt, eine klare moralische Position zu besitzen, wird bei Dylan oft mit Widersprüchen konfrontiert. Ironie kann Macht entlarven, indem sie ihre Sprache imitiert. Sie kann Konsum, Krieg, Medien, Bildungsdünkel, Ruhm, religiöse Gewissheit oder politische Selbstgerechtigkeit sichtbar machen, ohne eine einfache Lösung vorzugeben.
Ironie und Demokratie
Ironie kann demokratisch wirken, weil sie Autoritäten infrage stellt. Sie zwingt Lernende, selbst zu prüfen, zu deuten und zu widersprechen. Bei Dylan gibt es selten eine fertige moralische Gebrauchsanweisung. Stattdessen entsteht ein Raum, in dem Hörerinnen und Hörer Verantwortung für ihre Deutung übernehmen. Das ist anspruchsvoll, aber bildend: Ironie trainiert Urteilskraft.
Ironie als Selbstschutz und Selbstinszenierung
Bob Dylan wurde früh zur Stimme einer Generation erklärt. Gegen diese Vereinnahmung setzte er häufig ironische Distanz. Wer als Prophet behandelt wird, kann Ironie nutzen, um sich dieser Rolle zu entziehen. Dylan spielt mit Erwartungen, wechselt Stile, verweigert eindeutige Erklärungen und benutzt Masken. Dadurch schützt er seine Kunst vor einfacher Festlegung. Ironie ist hier nicht nur Stilmittel, sondern Teil der künstlerischen Freiheit.
Methode: Einen Dylan-Song auf Ironie untersuchen
Für eine gründliche Analyse kannst Du in fünf Schritten vorgehen.
- Kontext: Kläre Erscheinungszeit, Werkphase, musikalischen Stil und mögliche historische Bezüge.
- Sprecher: Unterscheide zwischen Autor, Sänger, lyrischem Ich und Figur.
- Wortlaut: Untersuche auffällige Gegensätze, Übertreibungen, Untertreibungen und Bildbrüche.
- Klang: Höre auf Stimme, Tempo, Betonung, Pausen und musikalische Atmosphäre.
- Deutung: Formuliere mindestens zwei mögliche Lesarten und begründe, welche stärker überzeugt.
Typische Fehlinterpretationen
Eine häufige Fehlinterpretation besteht darin, jede Aussage eines Songtextes direkt mit Bob Dylans persönlicher Meinung gleichzusetzen. Eine zweite Fehlinterpretation besteht darin, Ironie nur als Witz zu verstehen. Eine dritte Fehlinterpretation besteht darin, bei Mehrdeutigkeit sofort aufzugeben. Gerade Dylans Texte zeigen, dass Unklarheit produktiv sein kann. Eine gute Interpretation muss nicht alles eindeutig lösen, aber sie muss genau zeigen, welche Beobachtungen sie stützen.
Unterrichtsideen
Das Thema eignet sich besonders für handlungsorientiertes Lernen. Du kannst Songs vergleichen, Stimmen analysieren, eigene ironische Texte schreiben, ein Hörprotokoll erstellen, eine Debatte über Songtexte als Literatur führen oder untersuchen, wie Ironie in heutigen Medien funktioniert. Wichtig ist, dass Du zwischen bloßer Meinung und begründeter Deutung unterscheidest.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet Ironie im Kern? (Eine Aussage meint mehr oder anderes als ihr Wortlaut) (!Eine Aussage ist immer vollständig ernst gemeint) (!Eine Aussage verzichtet auf jeden Kontext) (!Eine Aussage darf nur in Gedichten vorkommen)
Warum ist Bob Dylan für das Thema Ironie besonders geeignet? (Seine Texte arbeiten häufig mit Mehrdeutigkeit und Rollenrede) (!Seine Texte vermeiden jede Form von Widerspruch) (!Seine Lieder bestehen ausschließlich aus eindeutigen Parolen) (!Seine Musik enthält keine literarischen Bezüge)
Was ist Rollenrede? (Eine Figur spricht innerhalb eines Textes mit eigener Perspektive) (!Der Autor erklärt direkt seine private Meinung) (!Ein Text verzichtet auf jede Stimme) (!Ein Lied besteht nur aus Instrumentalmusik)
Wodurch entsteht Ironie bei Dylan häufig? (Durch Spannung zwischen Aussage, Stimme und Kontext) (!Durch das Fehlen jeder musikalischen Gestaltung) (!Durch ausschließlich sachliche Definitionen) (!Durch die Vermeidung von Bildern)
Was ist ein wichtiger Unterschied zwischen Ironie und Sarkasmus? (Sarkasmus ist meist schärfer und verletzender) (!Sarkasmus ist immer neutraler als Ironie) (!Ironie kommt nur in der Antike vor) (!Beide Begriffe bedeuten grundsätzlich Musik)
Welche Frage hilft bei der Analyse eines Dylan-Songs besonders? (Wer spricht hier eigentlich) (!Wie viele Buchstaben hat der Titel) (!Welche Farbe hat das Plattencover immer) (!Welche Zeile darf nie interpretiert werden)
Was zeigt Ballad of a Thin Man besonders deutlich? (Eine Figur kann durch ihr Nichtverstehen entlarvt werden) (!Eine Figur versteht jede Situation vollständig) (!Ironie ist in Musik unmöglich) (!Mehrdeutigkeit verhindert jede Interpretation)
Warum sollte man Dylan nicht nur lesen, sondern auch hören? (Stimme und Musik verändern die Wirkung der Worte) (!Gedruckte Texte sind bei Liedern immer wertlos) (!Musik löscht jede Bedeutung aus) (!Gesang verhindert jede Ironie)
Welche Funktion kann Ironie in politischer Kunst haben? (Sie kann Macht und Gewissheiten indirekt infrage stellen) (!Sie ersetzt jede Form von Denken) (!Sie bestätigt immer die stärkste Autorität) (!Sie macht Kritik grundsätzlich unmöglich)
Was ist eine gute Deutungsstrategie bei ironischen Texten? (Mehrere Lesarten prüfen und am Text begründen) (!Sofort nur eine zufällige Meinung notieren) (!Alle Widersprüche ignorieren) (!Nur den Titel lesen und den Rest auslassen)
Memory
| Ironie | Abstand zwischen Wortlaut und Bedeutung |
| Rollenrede | Sprechen aus einer erfundenen Perspektive |
| Ambiguität | Mehrdeutigkeit einer Aussage |
| Sarkasmus | Scharfer und verletzender Spott |
| Satire | Kritik durch Übertreibung und Verzerrung |
| Tonfall | Klangliche Haltung einer Stimme |
| Kontext | Umfeld einer Aussage |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Ironie | Gegensatz zwischen Wortlaut und gemeinter Bedeutung |
| Rollenrede | Eine Figur spricht mit eigener Stimme |
| Kontrast | Gegensätzliche Elemente prallen aufeinander |
| Selbstironie | Die sprechende Person bricht die eigene Autorität |
| Gesellschaftskritik | Macht und Normen werden indirekt hinterfragt |
Kreuzworträtsel
| Ironie | Wie nennt man eine Aussageweise, bei der Wortlaut und Bedeutung auseinanderfallen können? |
| Dylan | Welcher Nachname gehört zum Singer-Songwriter Bob? |
| Persona | Wie nennt man eine künstlerische Sprechmaske oder Rolle? |
| Satire | Welche Kunstform kritisiert Missstände häufig durch Spott und Übertreibung? |
| Kontext | Was braucht man, um ironische Aussagen angemessen zu verstehen? |
| Stimme | Welches klangliche Mittel beeinflusst die ironische Wirkung eines Liedes? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Ironie erkennen: Sammle drei Alltagssituationen, in denen Menschen ironisch sprechen, und erkläre jeweils den Unterschied zwischen Wortlaut und gemeinter Bedeutung.
- Hörprotokoll: Höre einen legal verfügbaren Dylan-Song und beschreibe, ob die Stimme eher ernst, spöttisch, müde, wütend oder spielerisch wirkt.
- Begriffskarte: Gestalte eine Mindmap zu Ironie, Sarkasmus, Satire, Parodie und Humor.
- Songtitel untersuchen: Wähle drei Dylan-Songtitel aus und formuliere Vermutungen, welche Erwartungen sie wecken und wie ein Lied diese Erwartungen ironisch brechen könnte.
Standard
- Rollenrede analysieren: Untersuche einen Dylan-Song daraufhin, ob eine Figur spricht, ein Erzähler kommentiert oder eine Maske verwendet wird.
- Vergleichsanalyse: Vergleiche einen Dylan-Song mit einem heutigen Song, der Ironie oder Sarkasmus nutzt, und beschreibe Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
- Kontextrecherche: Recherchiere die Entstehungszeit eines Dylan-Songs und erkläre, wie historische Umstände die ironische Wirkung beeinflussen können.
- Szenische Interpretation: Trage einen kurzen Ausschnitt aus einem erlaubten Textmaterial in zwei unterschiedlichen Tonfällen vor und erkläre, wie sich die Bedeutung verändert.
Schwer
- Interpretationsaufsatz: Schreibe eine Analyse zu einem Dylan-Song, in der Du mindestens zwei verschiedene Deutungen der Ironie entwickelst und bewertest.
- Debatte: Führt eine strukturierte Diskussion zur Frage, ob Songtexte als Literatur gelten können, und nutzt Dylan als zentrales Beispiel.
- Medienkritik: Vergleiche Dylans ironische Verfahren mit Ironie in sozialen Medien und untersuche, welche Rolle Kontext und Tonfall jeweils spielen.
- Kreativprojekt: Erstelle einen eigenen kurzen Songtext oder Spoken-Word-Text mit Rollenrede, Ironie und gesellschaftskritischer Pointe und reflektiere Deine Mittel.

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Lernkontrolle
- Transfer Ironie: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel aus Musik, Film oder Alltag, wie Ironie ohne direkte Erklärung verstanden werden kann.
- Perspektive und Autor: Begründe, warum man die Aussagen einer Figur in einem Dylan-Song nicht automatisch als persönliche Meinung des Autors behandeln darf.
- Kontextanalyse: Zeige, wie sich die Deutung eines ironischen Textes verändert, wenn man historischen Kontext, musikalische Gestaltung oder Publikumserwartung einbezieht.
- Vergleich: Vergleiche Ironie und Sarkasmus anhand zweier eigener Beispiele und erkläre, welches Beispiel stärker verletzend wirkt.
- Urteilskraft: Diskutiere, ob Ironie politische Kritik wirksamer machen kann als eine direkte Parole.
- Mehrdeutigkeit: Entwickle zwei unterschiedliche Interpretationen zu einem ironischen Songmoment und entscheide begründet, welche überzeugender ist.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis zum Thema Bob Dylan und Ironie solltest Du zeigen, dass Du zentrale Begriffe sicher erklären, ironische Verfahren erkennen und begründet interpretieren kannst. Wichtig sind eine klare Unterscheidung zwischen Autor, lyrischem Ich und Rollenfigur, eine genaue Beschreibung von Stimme und musikalischer Wirkung, ein sinnvoller Bezug zum historischen oder kulturellen Kontext und eine reflektierte Bewertung verschiedener Deutungsmöglichkeiten. Als Lernprodukt eignen sich ein Interpretationsaufsatz, ein Hörprotokoll mit Analyse, eine Präsentation, ein Podcastbeitrag, ein Vergleich mit einem aktuellen Song oder ein eigenes kreatives Projekt mit schriftlicher Reflexion.
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