Biko Musik Widerstand und das Erbe der Apartheid - aiMOOC


Biko Musik Widerstand und das Erbe der Apartheid - aiMOOC
Einleitung
Biko: Musik, Widerstand und das Erbe der Apartheid ist ein aiMOOC über die politische Kraft von Musik, die Erinnerung an den südafrikanischen Anti-Apartheid-Aktivisten Steve Biko und die Frage, wie Protestsongs gegen Diskriminierung, Rassismus und staatliche Gewalt wirken können. Im Mittelpunkt steht der Song Biko von Peter Gabriel, der 1980 veröffentlicht wurde und weltweit dazu beitrug, Menschen auf die Unterdrückung im Apartheidstaat Südafrika aufmerksam zu machen.
Der Kurs verbindet Musikanalyse, Politische Bildung, Geschichte, Menschenrechte, Medienbildung und Ethik. Du untersuchst, wie ein Lied historische Ereignisse aufgreift, welche Botschaften durch Text, Klang, Stimme, Rhythmus und Aufführung vermittelt werden und warum Musik in sozialen Bewegungen eine besondere Rolle spielen kann.
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Steve Biko und der historische Kontext
Apartheid in Südafrika
Die Apartheid war ein System gesetzlich verankerter Rassentrennung in Südafrika, das von 1948 bis Anfang der 1990er-Jahre die politische, wirtschaftliche und soziale Ordnung prägte. Menschen wurden nach rassistischen Kategorien eingeteilt. Die weiße Minderheitsregierung bestimmte, wo Menschen wohnen, arbeiten, lernen, reisen und politisch mitbestimmen durften. Schwarze Südafrikanerinnen und Südafrikaner sowie andere nichtweiße Bevölkerungsgruppen wurden systematisch entrechtet.
Die Apartheid war nicht nur eine Ansammlung einzelner Gesetze, sondern ein umfassendes Herrschaftssystem. Sie griff in Schulen, Universitäten, Arbeitswelt, Wohnorte, öffentliche Verkehrsmittel, Kultur, Medien und politische Organisationen ein. Widerstand gegen dieses System wurde häufig überwacht, kriminalisiert und gewaltsam unterdrückt. Zu den bekanntesten Organisationen und Bewegungen gegen die Apartheid gehörten der African National Congress, die Südafrikanische Kommunistische Partei, Gewerkschaften, Studierendenorganisationen, Kirchen, internationale Solidaritätsgruppen und die Black-Consciousness-Bewegung.
Steve Biko
Steve Biko, geboren 1946 und gestorben 1977, war ein südafrikanischer Aktivist, Denker und Mitbegründer der Black-Consciousness-Bewegung. Diese Bewegung betonte, dass Befreiung nicht nur politisch und rechtlich, sondern auch psychologisch und kulturell verstanden werden müsse. Menschen, die durch Kolonialismus, Rassismus und Apartheid entwertet wurden, sollten ihr Selbstbewusstsein, ihre Würde und ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen.
Biko schrieb und sprach über Selbstbestimmung, Menschenwürde, politisches Bewusstsein und die Notwendigkeit, Unterdrückung nicht als naturgegeben hinzunehmen. Seine Ideen beeinflussten viele junge Menschen, Studierende und Aktivistinnen und Aktivisten in Südafrika. Für das Apartheidregime wurde er dadurch zu einer gefährlichen Stimme des Widerstands.
1977 wurde Steve Biko von der Polizei festgenommen. Er starb am 12. September 1977 an den Folgen schwerer Verletzungen in Polizeigewahrsam. Sein Tod wurde international bekannt und verstärkte die weltweite Kritik am Apartheidregime.

Black Consciousness als Idee des Widerstands
Die Black-Consciousness-Bewegung setzte an der Erfahrung an, dass Unterdrückung nicht nur durch Gesetze, Polizei und wirtschaftliche Ungleichheit wirkt, sondern auch durch Sprache, Bilder, Bildung und Selbstbilder. Wer ständig als minderwertig dargestellt wird, kann beginnen, diese Fremdbilder zu übernehmen. Black Consciousness wollte genau das durchbrechen.
Zentrale Ideen waren:
- Würde: Jeder Mensch besitzt unverlierbare Würde.
- Selbstbewusstsein: Befreiung beginnt auch im Denken über sich selbst.
- Solidarität: Unterdrückte Menschen sollen sich gegenseitig stärken.
- Kritisches Denken: Herrschaftssysteme müssen analysiert und benannt werden.
- Handlungsmacht: Menschen sollen sich nicht nur als Opfer, sondern als handelnde Subjekte verstehen.
Für die Analyse von Protestmusik ist diese Perspektive wichtig. Ein Song gegen Diskriminierung kann mehr tun, als Fakten zu vermitteln. Er kann Gefühle, Erinnerungen, Empörung, Trauer, Mut und Gemeinschaft erzeugen.
Der Song Biko von Peter Gabriel
Entstehung und Thema
Der britische Musiker Peter Gabriel veröffentlichte Biko 1980 auf seinem dritten Soloalbum. Der Song ist eine musikalische Erinnerung an Steve Biko und zugleich ein politischer Protest gegen die Apartheid. Gabriel machte damit ein internationales Publikum auf ein konkretes Unrecht aufmerksam: den Tod eines politischen Aktivisten im Polizeigewahrsam.
Biko ist kein neutraler Bericht. Der Song nimmt eine klare Haltung ein. Er stellt die Frage, was geschieht, wenn ein Staat Menschen wegen ihrer politischen Überzeugungen verfolgt, und wie Erinnerung zu Widerstand werden kann. Der Song wurde zu einem wichtigen Beispiel dafür, wie Popmusik politische Themen in die Öffentlichkeit tragen kann.
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Musikalische Wirkung
Die Wirkung von Biko entsteht durch mehrere musikalische Mittel. Der Song arbeitet mit einem markanten, getragenen Rhythmus, einer ernsten Atmosphäre und einem wiederkehrenden, eindringlichen Aufbau. Die Musik wirkt nicht wie Unterhaltung im engeren Sinn, sondern wie ein Ritual des Gedenkens und der Mobilisierung.
Wichtige musikalische Merkmale sind:
- Rhythmus: Der gleichmäßige Puls erinnert an einen Marsch, eine Prozession oder einen kollektiven Schritt.
- Dynamik: Die Musik steigert sich und erzeugt dadurch Dringlichkeit.
- Stimme: Die Stimme wirkt erzählend, anklagend und zugleich solidarisch.
- Wiederholung: Wiederkehrende musikalische Elemente verstärken die Botschaft.
- Klangfarbe: Dunkle, ernste Klänge unterstützen das Thema Trauer und Widerstand.
Durch diese Mittel wird der Song zu mehr als einer biografischen Erzählung. Er wird zu einem musikalischen Erinnerungsraum, in dem Trauer und Protest zusammenkommen.
Textliche Botschaft
Der Text von Biko verweist auf die reale historische Situation: einen politischen Gefangenen, staatliche Gewalt, Schweigen, Öffentlichkeit und Erinnerung. Der Song zeigt, dass ein einzelner Name zum Symbol werden kann. Der Name Biko steht nicht nur für eine Person, sondern für die Frage, wie Gesellschaften mit Unrecht umgehen.
Wichtig ist dabei die Spannung zwischen Tod und Weiterleben. Steve Biko wurde getötet, aber seine Ideen verschwanden nicht. Gerade durch Erinnerung, Erzählung und Musik wurden sie weitergetragen. Der Song zeigt damit ein zentrales Prinzip vieler Protestlieder: Sie verwandeln individuelles Leid in kollektives Bewusstsein.
Songs gegen Diskriminierung
Was ist ein Protestsong?
Ein Protestsong ist ein Lied, das gesellschaftliche Missstände kritisiert, politische Forderungen formuliert oder Solidarität mit Betroffenen ausdrückt. Protestsongs können gegen Krieg, Rassismus, Armut, Sexismus, Kolonialismus, Umweltzerstörung, Polizeigewalt oder andere Formen von Ungerechtigkeit gerichtet sein.
Nicht jedes politische Lied klingt gleich. Manche Songs sind laut, direkt und kämpferisch. Andere sind traurig, poetisch oder erzählerisch. Manche nennen konkrete Ereignisse und Personen, andere arbeiten mit Symbolen. Entscheidend ist, dass Musik hier nicht nur als Kunstform, sondern auch als Mittel gesellschaftlicher Kommunikation wirkt.
Wie Musik gegen Diskriminierung wirken kann
Musik kann Diskriminierung nicht allein abschaffen. Sie kann aber Wahrnehmung verändern, Öffentlichkeit herstellen, Gefühle ausdrücken und Menschen verbinden. Gerade in Zeiten politischer Unterdrückung kann Musik zu einem Raum werden, in dem Erfahrungen ausgesprochen werden, die in offiziellen Medien verschwiegen oder verzerrt werden.
Musik kann:
- Erinnerung schaffen, indem sie Namen, Ereignisse und Erfahrungen bewahrt.
- Empathie fördern, indem sie Zuhörende emotional anspricht.
- Solidarität stärken, indem Menschen gemeinsam singen oder hören.
- Kritik formulieren, indem sie Machtverhältnisse sichtbar macht.
- Öffentlichkeit erzeugen, indem sie Themen über Grenzen hinweg verbreitet.
Bei Biko wird besonders deutlich, wie ein Song internationale Aufmerksamkeit erzeugen kann. Viele Menschen außerhalb Südafrikas erfuhren durch Musik, Konzerte, Medienberichte und Kampagnen von der Brutalität des Apartheidregimes.
Chancen und Grenzen politischer Popmusik
Politische Popmusik kann wirksam sein, aber sie ist nicht automatisch gerecht, eindeutig oder folgenreich. Ein Song kann Menschen bewegen, aber er ersetzt keine politische Organisation, keine Bildungsarbeit, keine juristische Aufarbeitung und keine gesellschaftlichen Reformen. Außerdem besteht die Gefahr, dass Leid ästhetisiert oder vereinfacht wird.
Darum ist eine kritische Analyse wichtig. Du solltest fragen:
- Wer spricht im Song?
- Über wen wird gesprochen?
- Welche Perspektiven fehlen?
- Wird ein Thema differenziert dargestellt?
- Welche Wirkung hatte der Song in seiner Zeit?
- Wie wird der Song heute verstanden?
Gerade bei einem Song wie Biko ist diese Reflexion wichtig, weil ein britischer Musiker über einen südafrikanischen Widerstandskämpfer singt. Das kann internationale Solidarität ausdrücken, muss aber auch kritisch auf Machtverhältnisse, kulturelle Vermittlung und Repräsentation befragt werden.
Musik, Erinnerung und Verantwortung
Erinnerung als Widerstand
In vielen politischen Konflikten versuchen Machthaber, Opfer unsichtbar zu machen, Verbrechen zu vertuschen oder kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Erinnerung kann deshalb selbst eine Form von Widerstand sein. Wenn Namen, Geschichten und Zusammenhänge weitergegeben werden, wird verhindert, dass Unrecht folgenlos verschwindet.
Biko zeigt, wie Musik Erinnerung hörbar macht. Der Song ruft einen Namen auf, erzählt von Gewalt und verweist auf Verantwortung. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Wer den Song heute hört, kann fragen: Welche Formen von Diskriminierung existieren weiterhin? Welche Stimmen werden heute überhört? Welche Verantwortung haben Kunst, Medien und Publikum?
Das Erbe der Apartheid
Die politische Apartheid wurde in Südafrika Anfang der 1990er-Jahre überwunden. 1994 fanden die ersten demokratischen Wahlen statt, an denen alle Bevölkerungsgruppen teilnehmen konnten. Dennoch wirkt das Erbe der Apartheid bis heute nach. Ungleichheit, räumliche Trennung, Bildungsunterschiede, wirtschaftliche Benachteiligung und gesellschaftliche Spannungen verschwinden nicht automatisch, wenn diskriminierende Gesetze abgeschafft werden.
Deshalb ist die Beschäftigung mit Apartheid nicht nur ein Blick in die Vergangenheit. Sie hilft, strukturelle Diskriminierung zu verstehen: Diskriminierung besteht nicht nur aus einzelnen Vorurteilen, sondern kann in Institutionen, Gewohnheiten, Wohnverhältnissen, Sprache, Bildern und Chancenverteilungen verankert sein.
Gegenwartsbezug
Songs gegen Diskriminierung sind auch heute relevant. In vielen Ländern protestieren Menschen musikalisch gegen Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie, Transfeindlichkeit, Sexismus, Ableismus, Klassismus und andere Formen der Abwertung. Musik kann dabei ein Werkzeug sein, um Erfahrungen zu teilen, Bündnisse zu bilden und Diskussionen anzustoßen.
Für Deine eigene Analyse ist wichtig: Ein politischer Song sollte nie nur nach dem persönlichen Geschmack beurteilt werden. Entscheidend sind auch Kontext, Botschaft, Wirkung, Perspektive und die Frage, welche gesellschaftlichen Verhältnisse der Song sichtbar macht.
Analysemodell für den Unterricht
Schritt 1: Kontext klären
Bevor Du einen Protestsong analysierst, solltest Du recherchieren, auf welches Ereignis, welche Person oder welches Problem er sich bezieht. Bei Biko gehören dazu Steve Biko, die Apartheid, die Black-Consciousness-Bewegung, staatliche Gewalt und internationale Anti-Apartheid-Solidarität.
Schritt 2: Musik untersuchen
Achte auf Tempo, Rhythmus, Instrumentierung, Lautstärke, Wiederholungen, Melodie, Harmonie, Klangfarben und Aufbau. Frage Dich: Unterstützt die Musik eher Trauer, Wut, Hoffnung, Entschlossenheit oder Nachdenklichkeit? Wie verändert sich die Wirkung im Verlauf des Songs?
Schritt 3: Text und Sprache analysieren
Untersuche, welche Wörter wiederholt werden, welche Bilder entstehen und welche Perspektive der Text einnimmt. Frage Dich auch, ob der Song direkt argumentiert oder eher symbolisch arbeitet. Bei politischen Songs ist besonders wichtig, ob sie konkrete Verantwortung benennen oder allgemeine Appelle formulieren.
Schritt 4: Wirkung und Rezeption reflektieren
Ein Song entfaltet seine Bedeutung nicht nur im Text oder in der Musik, sondern auch durch Aufführungen, Medienberichte, Musikvideos, Konzerte und die Reaktion des Publikums. Biko wurde durch Live-Auftritte und internationale Verbreitung Teil einer größeren Erinnerungskultur gegen Apartheid.
Schritt 5: Eigene Haltung begründen
Am Ende solltest Du nicht nur sagen, ob Dir ein Song gefällt. Begründe, ob Du ihn als wirksamen Beitrag gegen Diskriminierung einschätzt. Nutze dafür Belege aus Text, Musik, Kontext und Wirkung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wofür steht der Name Biko im Song von Peter Gabriel vor allem? (Für die Erinnerung an den Anti-Apartheid-Aktivisten Steve Biko) (!Für eine erfundene Figur aus einem Roman) (!Für eine südafrikanische Stadt) (!Für eine politische Partei in Großbritannien)
Was bezeichnet Apartheid? (Ein System gesetzlich verankerter rassistischer Trennung und Unterdrückung) (!Eine Musikrichtung aus Südafrika) (!Ein internationales Sportturnier) (!Eine religiöse Reformbewegung)
Welche Bewegung war eng mit Steve Biko verbunden? (Black-Consciousness-Bewegung) (!Impressionismus) (!Futurismus) (!Beat Generation)
In welchem Jahr starb Steve Biko? (1977) (!1948) (!1980) (!1994)
Welche Funktion kann ein Protestsong haben? (Er kann gesellschaftliche Missstände sichtbar machen) (!Er muss immer unpolitisch bleiben) (!Er ersetzt jede politische Handlung vollständig) (!Er darf keine Gefühle auslösen)
Warum ist der Kontext bei der Analyse von Biko wichtig? (Weil der Song auf reale Unterdrückung und einen konkreten Todesfall verweist) (!Weil der Song nur als Tanzmusik verstanden werden kann) (!Weil der historische Hintergrund keine Rolle spielt) (!Weil der Text keine Bedeutung hat)
Welche Wirkung kann Wiederholung in einem politischen Song haben? (Sie kann eine Botschaft eindringlicher machen) (!Sie verhindert jede emotionale Wirkung) (!Sie macht den historischen Kontext überflüssig) (!Sie löscht die Aussage des Textes)
Was meint strukturelle Diskriminierung? (Benachteiligung, die in Institutionen und gesellschaftlichen Strukturen verankert ist) (!Eine zufällige Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Personen) (!Eine reine Stilfrage in der Musik) (!Ein anderes Wort für Konzertkritik)
Welche Frage gehört zu einer kritischen Analyse politischer Musik? (Wer spricht über wen und mit welcher Wirkung) (!Wie kann man jeden historischen Kontext vermeiden) (!Warum darf Musik nie politisch sein) (!Welche Farbe hat das Albumcover ausschließlich)
Was war 1994 für Südafrika besonders bedeutsam? (Die ersten demokratischen Wahlen mit Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen) (!Die Einführung der Apartheid) (!Die Geburt von Steve Biko) (!Die Veröffentlichung des Songs Biko)
Memory
| Steve Biko | Anti-Apartheid-Aktivist |
| Apartheid | Rassentrennung |
| Peter Gabriel | Musiker von Biko |
| Protestsong | Lied gegen Unrecht |
| Black Consciousness | Selbstbewusstsein und Würde |
| Erinnerungskultur | Bewahrung historischer Erfahrungen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Steve Biko | Person des Widerstands |
| Apartheid | Unterdrückungssystem |
| Biko | Protestsong |
| Black Consciousness | Befreiung im Denken |
| Solidarität | Gemeinsames Handeln gegen Unrecht |
| Musikanalyse | Untersuchung von Klang und Wirkung |
Kreuzworträtsel
| Biko | Wie lautet der Nachname des südafrikanischen Aktivisten Steve? |
| Apartheid | Wie heißt das südafrikanische System rassistischer Trennung? |
| Gabriel | Wie lautet der Nachname des Musikers Peter? |
| Rassismus | Welche Ideologie wertet Menschen aufgrund zugeschriebener Herkunft ab? |
| Widerstand | Wie nennt man aktives Handeln gegen Unterdrückung? |
| Solidarität | Wie nennt man unterstützendes Zusammenstehen mit Betroffenen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Song-Steckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu Biko mit Angaben zu Künstler, Erscheinungsjahr, Thema, historischer Person und zentraler Botschaft.
- Begriffskarte: Gestalte eine Begriffskarte zu Apartheid, Protestsong, Diskriminierung und Solidarität.
- Höreindruck: Beschreibe Deinen ersten Höreindruck zu Biko. Achte auf Stimmung, Tempo, Klang und Gefühle.
- Bildimpuls: Wähle ein Bild zu Steve Biko oder zur Anti-Apartheid-Bewegung aus und erkläre, warum es zum Song passt.
Standard
- Musikanalyse: Analysiere, wie Rhythmus, Wiederholung, Stimme und Dynamik die politische Botschaft des Songs unterstützen.
- Kontextrecherche: Recherchiere zu Steve Biko und fasse zusammen, warum sein Leben und Tod international bekannt wurden.
- Vergleich: Vergleiche Biko mit einem anderen Song gegen Diskriminierung. Untersuche Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Thema, Klang und Wirkung.
- Kommentar: Schreibe einen Kommentar zur Frage, ob Popmusik gesellschaftliche Veränderungen unterstützen kann.
Schwer
- Podcast-Projekt: Produziere eine kurze Podcastfolge über Musik als Form des Widerstands. Beziehe Biko und mindestens ein weiteres Beispiel ein.
- Videoreflexion: Erstelle ein kurzes Erklärvideo über das Erbe der Apartheid und zeige, welche Rolle Musik in Erinnerungskultur spielen kann.
- Quellenkritik: Untersuche zwei verschiedene Darstellungen von Steve Biko. Vergleiche, welche Perspektiven betont werden und welche fehlen.
- Eigener Protestsong: Schreibe einen eigenen Songtext gegen eine Form von Diskriminierung. Erkläre anschließend, welche musikalische Wirkung Du Dir vorstellst.

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Lernkontrolle
- Transferanalyse: Erkläre an einem selbst gewählten aktuellen Beispiel, wie Musik auf Diskriminierung aufmerksam machen kann, ohne politische Arbeit zu ersetzen.
- Kontext und Wirkung: Beurteile, warum ein Song wie Biko ohne Wissen über Steve Biko und die Apartheid nur unvollständig verstanden werden kann.
- Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen Text aus der Perspektive einer Person, die den Song 1980 zum ersten Mal hört und bisher wenig über Südafrika wusste.
- Strukturelle Diskriminierung: Vergleiche individuelle Vorurteile mit struktureller Diskriminierung und erkläre, warum dieser Unterschied für die Analyse von Protestmusik wichtig ist.
- Kritische Medienanalyse: Prüfe, welche Chancen und Risiken entstehen, wenn internationale Popstars über politische Gewalt in anderen Ländern singen.
- Erinnerungskultur: Entwickle ein Konzept für eine schulische Gedenkveranstaltung, in der Musik, historische Information und Diskussion sinnvoll verbunden werden.
OERs zum Thema
Links
Zusammenfassung
Biko ist ein Beispiel dafür, wie Musik historische Erinnerung, politische Kritik und emotionale Wirkung verbinden kann. Der Song erinnert an Steve Biko, einen wichtigen Aktivisten der Black-Consciousness-Bewegung, der 1977 in Polizeigewahrsam starb. Durch den Song wurde sein Name weltweit bekannter und zu einem Symbol gegen die Apartheid. Für die Analyse politischer Musik ist wichtig, Text, Klang, Kontext, Perspektive und Wirkung zusammen zu betrachten. Musik kann Diskriminierung nicht allein überwinden, aber sie kann Menschen sensibilisieren, Solidarität stärken und Erinnerung lebendig halten.
Medienkompetenz und Quellenkritik
Wenn Du Videos, Musikclips oder Online-Artikel zu Biko nutzt, solltest Du immer prüfen, wer sie veröffentlicht hat, welche Absicht erkennbar ist und welche Informationen belegt werden. Besonders bei politischen Themen ist Quellenkritik wichtig. Nutze möglichst seriöse Informationsquellen, vergleiche mehrere Darstellungen und achte darauf, ob historische Ereignisse vereinfacht, dramatisiert oder aus ihrem Zusammenhang gerissen werden.
Fragen für Deine Quellenprüfung:
- Autorenschaft: Wer hat den Beitrag erstellt?
- Intention: Soll informiert, erinnert, geworben oder überzeugt werden?
- Belege: Werden Fakten nachvollziehbar belegt?
- Perspektive: Welche Stimmen kommen vor und welche fehlen?
- Aktualität: Ist der Beitrag historisch korrekt eingeordnet?
Unterrichtsideen
Dieser aiMOOC eignet sich für Musikunterricht, Geschichtsunterricht, Ethikunterricht, Gemeinschaftskunde, Politische Bildung und fächerübergreifende Projekte. Besonders sinnvoll ist eine Kombination aus Hören, historischer Recherche, Textanalyse, Diskussion und eigener kreativer Produktion.
Mögliche Unterrichtsformen:
- Höranalyse: Gemeinsames Hören mit Beobachtungsaufträgen zu Rhythmus, Stimme und Stimmung.
- Gruppenarbeit: Recherchegruppen zu Steve Biko, Apartheid, Peter Gabriel, Protestsongs und Erinnerungskultur.
- Debatte: Diskussion über die Frage, ob Musik politische Verantwortung trägt.
- Projektarbeit: Erstellung eigener Medienprodukte wie Podcast, Plakat, Video oder Songtext.
- Reflexion: Persönliche Lernjournale zur Wirkung von Musik gegen Diskriminierung.
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