Biblische Bilder im Ulmer Münster


Biblische Bilder im Ulmer Münster
Einleitung
Biblische Bilder im Ulmer Münster sind mehr als Schmuck: Sie erzählen biblische Geschichten, ordnen Glaubensinhalte in Bilderfolgen, zeigen Christus, Maria, Apostel, Propheten, Heilige und Szenen der Heilsgeschichte. Im Ulmer Münster begegnen Dir besonders eindrucksvolle Formen religiöser Bildsprache: mittelalterliche Glasmalerei, geschnitzte Figuren am Chorgestühl, Skulpturen, Altäre, Kanzelreliefs und moderne Kirchenfenster. Dieser aiMOOC hilft Dir, diese Bilder nicht nur anzuschauen, sondern sie als historische, künstlerische und theologische Quellen zu lesen.

Das Ulmer Münster ist eine der bedeutendsten gotischen Kirchen Deutschlands. Sein Bildprogramm entstand über viele Jahrhunderte hinweg. Manche Bilder stammen aus der Zeit vor der Reformation, andere wurden nach Zerstörungen, Veränderungen und neuen theologischen Fragestellungen geschaffen. Gerade dadurch ist das Münster ein Lernort, an dem Du erkennen kannst, wie Kunst, Religion, Stadtgeschichte, Handwerk und Bildung zusammenwirken.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, warum biblische Bilder in einer Kirche wie dem Ulmer Münster eine erzählende, lehrende und spirituelle Funktion haben. Du kannst wichtige Orte biblischer Bildprogramme im Münster nennen, darunter Chorfenster, Bessererkapelle, Hutzaltar, Chorgestühl, Schmerzensmann und moderne Glasfenster. Außerdem lernst Du, ein religiöses Bild systematisch zu beschreiben, mit einer Bibelstelle in Beziehung zu setzen und seine Bedeutung im historischen Kontext zu deuten.
Das Ulmer Münster als biblischer Bildraum
Das Ulmer Münster ist kein Museum im engeren Sinn, sondern eine bis heute genutzte evangelische Kirche. Trotzdem begegnen Dir dort viele Werke aus der spätmittelalterlichen Frömmigkeit, die ursprünglich in einer vorreformatorischen Kirche entstanden sind. Besonders wichtig ist deshalb die Frage: Wie wirken Bilder weiter, wenn sich Liturgie, Theologie und religiöse Praxis verändern?
Im Münster kannst Du verschiedene Medien biblischer Darstellung unterscheiden. Glasmalerei erzählt mit Licht und Farbe. Skulptur macht Körper, Haltung und Ausdruck sichtbar. Altarbilder verbinden biblische Szenen mit Stifterfamilien, Gebet und Gemeinde. Das Chorgestühl verknüpft biblische Figuren mit Philosophie, Sibyllen und Heiligen. Moderne Fenster greifen biblische Motive auf, stellen sie aber oft abstrakter und symbolischer dar.
Bilder als „Biblia pauperum“?
Manchmal werden mittelalterliche Kirchenbilder als Biblia pauperum erklärt, also als „Bibel der Armen“ oder „Bibel für Menschen ohne Lesefähigkeit“. Diese Vorstellung ist nur teilweise richtig. Bilder halfen tatsächlich beim Erinnern, Betrachten und Verstehen biblischer Geschichten. Zugleich waren viele Bildprogramme sehr anspruchsvoll. Sie setzten Kenntnisse der Bibel, der Heiligenlegende, der Symbolik, der Liturgie und manchmal auch der Antike voraus. Im Ulmer Münster zeigt sich genau diese Vielschichtigkeit: Ein Bild kann eine biblische Szene zeigen, zugleich auf eine Zunft, eine Stifterfamilie, eine Predigt oder eine politische Ordnung der Stadt verweisen.
Mittelalterliche Glasmalerei: Licht als Erzählmedium
Glasmalerei ist eine Kunstform, bei der farbige Glasscheiben, Bleiruten, Schwarzlotmalerei und Licht zusammenwirken. Wenn Sonnenlicht durch die Fenster fällt, werden biblische Szenen nicht nur sichtbar, sondern farbig durchleuchtet. Das ist theologisch bedeutsam: Licht wurde im Christentum oft mit Gott, Schöpfung, Offenbarung und Auferstehung verbunden.

Die mittelalterlichen Chorfenster des Ulmer Münsters gehören zu den kostbaren Zeugnissen der Spätgotik. Sie wurden zwischen dem späten 14. und dem 15. Jahrhundert geschaffen. Werkstätten aus Ulm, Straßburg und dem Umkreis bedeutender Glasmaler wie Jakob Acker der Ältere und Peter Hemmel von Andlau prägten diese Fenster. In ihnen begegnen Dir neutestamentliche Szenen, Heilige, Stifter und symbolische Bildordnungen.
Das Annen-Marien-Fenster
Das Annen-Marien-Fenster gehört zu den ältesten erhaltenen Buntglasfenstern im Ulmer Münster. Es wird mit der Ulmer Werkstatt Jakob Ackers des Älteren verbunden und entstand um 1385 bis 1390. Es zeigt Szenen aus der Legende der heiligen Anna und aus dem Leben Marias. Ein besonders bekanntes Detail zeigt die Geburt Jesu nach dem Lukasevangelium. Dass Maria und Anna hier eine zentrale Rolle spielen, passt zur mittelalterlichen Marienverehrung und zur Bedeutung Marias als Kirchenpatronin.

Wenn Du dieses Fenster betrachtest, kannst Du nach drei Ebenen fragen. Erstens: Welche Figuren erkennst Du? Zweitens: Welche Handlung wird erzählt? Drittens: Welche Bedeutung hat die Szene im größeren Zusammenhang der Heilsgeschichte? Gerade bei kleinen Scheiben ist genaues Hinsehen wichtig, weil Gestik, Blickrichtung, Farben und Gegenstände Hinweise auf die Deutung geben.
Das Ratsfenster als Christusfenster
Das Ratsfenster befindet sich im Chor und wurde um 1480 in der Straßburger Werkstattgemeinschaft um Peter Hemmel von Andlau geschaffen. Es ist eng mit der Stadtgeschichte verbunden, denn der Rat der Stadt erscheint als Stifter. Inhaltlich ist es als Christusfenster zu verstehen. Von unten nach oben werden Motive sichtbar, die auf Christus, seine Wunder, seinen Weg nach Jerusalem, Auferstehung und Himmelfahrt verweisen.
Das Ratsfenster zeigt, wie Religion und Politik in einer spätmittelalterlichen Reichsstadt zusammenhingen. Die Stadt stiftete nicht einfach ein schönes Fenster. Sie stellte sich selbst in eine religiöse Ordnung. Das Bildprogramm sagt damit: Die Stadt lebt vor Gott, und ihre politische Verantwortung steht im Horizont christlicher Deutung.
Das Kramerfenster und die Weihnachtsgeschichte
Das Kramerfenster wurde von der Kramerzunft gestiftet und stammt ebenfalls aus dem Umfeld Peter Hemmels von Andlau. Es enthält unter anderem eine Wurzel-Jesse-Darstellung und Szenen der Weihnachtsgeschichte: Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Jesu, Beschneidung Jesu, Anbetung der Könige und Darstellung im Tempel. Damit verbindet es Altes Testament und Neues Testament. Die Wurzel Jesse zeigt, dass Christus in eine heilsgeschichtliche Linie gestellt wird, die bei Jesse und David beginnt.
Die Bessererkapelle: Heilsgeschichte von der Schöpfung bis zum Weltgericht
Die Bessererkapelle ist einer der wichtigsten Orte für biblische Bilder im Ulmer Münster. Die Kapelle wurde von der Ulmer Familie Besserer gestiftet. Ihre mittelalterlichen Glasfenster stellen einen großen Zyklus der Heilsgeschichte dar. Er reicht von der Schöpfung über Szenen des Alten Testaments und des Neuen Testaments bis zum Jüngsten Gericht. Damit entsteht ein bildlicher „Bogen“ über die ganze biblische Weltgeschichte.

Der Glasmaler Hans Acker wird mit den um 1430 entstandenen Fenstern der Bessererkapelle verbunden. Zu den alttestamentlichen Szenen gehören unter anderem Sündenfall, Vertreibung aus dem Paradies, Brudermord, Arche Noah, Abraham und die Opferung Isaaks. In den Passionsfenstern erscheinen zentrale Szenen aus den letzten Tagen Jesu: Fußwaschung, Abendmahl, Garten Getsemani, Judaskuss, Pontius Pilatus, Geißelung, Dornenkrone, Kreuztragung, Kreuzigung, Grablegung, Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten.
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Ein Bildzyklus als erzählte Theologie
Ein Bildzyklus funktioniert anders als ein einzelnes Bild. Du liest ihn in Reihen, Achsen und Bildfeldern. In der Bessererkapelle wird die Heilsgeschichte als Zusammenhang gezeigt: Der Mensch entfernt sich von Gott, Gott begleitet die Menschen, Christus handelt heilend und erlösend, und am Ende steht die Vollendung im Weltgericht. Für die Bildanalyse bedeutet das: Eine einzelne Szene gewinnt ihre Bedeutung erst im Zusammenhang der Nachbarszenen.
Genau hinsehen: Petrus, Brille und Wirklichkeit
Ein faszinierendes Detail in der Bessererkapelle ist die Darstellung des Petrus mit einer Brille in einer Marien-Szene. Historisch ist das natürlich kein realistisches Detail aus der Zeit Jesu, denn Brillen entstanden erst im Mittelalter. Gerade deshalb ist es spannend: Das Bild übersetzt die biblische Geschichte in die Erfahrungswelt der Menschen um 1430. Mittelalterliche Kunst zeigt also nicht nur „wie es damals war“, sondern fragt: Wie wird das biblische Geschehen für die Gegenwart sichtbar?
Der Hutzaltar: Heilige Sippe, Abendmahl und Stiftergeschichte
Der Hutzaltar, auch Heilige-Sippen-Altar genannt, steht heute anstelle des verlorenen mittelalterlichen Hochaltars. Seine Tafelbilder stammen von Martin Schaffner und sind auf 1521 datiert. Die geschnitzten Figuren des Schreins werden mit der Werkstatt Niklaus Weckmanns verbunden. Das Bildprogramm zeigt die Heilige Sippe, also die Verwandtschaft Jesu, und stellt dadurch die Menschwerdung Christi in eine Familien- und Heilsgeschichte.

Besonders wichtig ist die Predella des Altars. Dort ist das Abendmahl Jesu dargestellt. Diese Szene verbindet biblische Erzählung, Abendmahlsfrömmigkeit und die Frage nach Gemeinschaft. Zugleich zeigt der Hutzaltar, wie Stifterinnen und Stifter ihre Erinnerung in sakrale Bilder einschrieben. Wer ein Kunstwerk stiftete, verband soziale Stellung, Frömmigkeit und öffentliches Gedächtnis.
Bild und Reformation
Der Hutzaltar entstand kurz vor der Reformation in einer Zeit, in der sich religiöse Vorstellungen, Bildgebrauch und kirchliche Praxis stark veränderten. Für die Interpretation ist wichtig: Ein Bild kann in einer anderen theologischen Umgebung weiterbestehen. Im evangelischen Münster werden vorreformatorische Bilder heute nicht mehr in genau derselben Weise verehrt, aber sie bleiben Zeugnisse biblischer Deutung, künstlerischer Qualität und historischer Erinnerung.
Das Chorgestühl: Geschnitzte Bilder zwischen Bibel und Weltwissen
Das Chorgestühl des Ulmer Münsters entstand zwischen 1469 und 1474. Die kunstvollen Schreinerarbeiten werden mit Jörg Syrlin dem Älteren verbunden; Figuren und Büsten werden besonders mit Michel Erhart in Verbindung gebracht. Auf der Männer- und Frauenseite erscheinen biblische Gestalten, Heilige, Sibyllen und Philosophen. Damit verbindet das Chorgestühl christliche Heilserwartung mit antikem Weltwissen und städtischer Bildungskultur.

Für die Deutung ist entscheidend, dass biblische Bilder hier nicht isoliert auftreten. Sie stehen neben Gestalten wie Sibyllen und Denkern der Antike. Das zeigt eine mittelalterliche Überzeugung: Wahrheit kann in der Bibel offenbart sein, aber Menschen können auch in der Geschichte, in der Philosophie und in der Kunst Spuren dieser Wahrheit suchen. Das Chorgestühl ist deshalb ein „Denkraum“ aus Holz.
Schmerzensmann und Passion: Leiden sichtbar machen
Der Schmerzensmann von Hans Multscher gehört zu den eindringlichen Christusdarstellungen im Zusammenhang des Ulmer Münsters. Die Figur zeigt Jesus Christus mit den Wunden der Kreuzigung. Solche Darstellungen sollten nicht nur informieren, sondern zur Betrachtung, zum Mitgefühl und zur inneren Auseinandersetzung anregen.
Die Passion Jesu wird im Münster nicht nur durch eine einzelne Figur, sondern auch durch Fenster- und Bildfolgen vermittelt. Gerade in der Bessererkapelle erscheinen die Stationen vom Abendmahl bis zur Auferstehung. Für Lernende ist hier die Frage zentral: Wie macht Kunst unsichtbare Bedeutungen sichtbar? Leiden, Schuld, Hoffnung, Erlösung und neues Leben werden durch Körperhaltung, Farbe, Blickrichtung und Bildfolge erfahrbar.
Kanzel, Sakramentshaus, Propheten und Apostel
Die Kanzel ist seit der Reformation besonders wichtig, weil der evangelische Gottesdienst stark auf Predigt und Wort Gottes ausgerichtet ist. Der geschnitzte Kanzeldeckel stammt von Jörg Syrlin dem Jüngeren aus dem Jahr 1510. Die Steinreliefs an der Kanzelbrüstung wurden 1937 durch Martin Scheible erneuert, nachdem ältere Reliefs im Bildersturm zerstört worden waren. Auch hier zeigt sich die wechselvolle Geschichte von Bild, Wort und Reformation.
Das Sakramentshaus erinnert an die vorreformatorische Praxis der Aufbewahrung geweihter Hostien. Es ist damit ein architektonisches und bildliches Zeugnis für die Bedeutung der Eucharistie vor der Reformation. Die monumentalen Propheten- und Apostelfiguren im Hauptschiff wurden erst zwischen 1890 und 1912 von Carl Federlin geschaffen. Sie zeigen, dass auch spätere Generationen biblische Figuren neu in den Kirchenraum einfügten.
Moderne Glasfenster: Biblische Bilder nach Zerstörung und Neubeginn
Viele Fenster des Hauptschiffs wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach 1945 entstanden neue Glasfenster, zunächst als schlichtere Notverglasungen und später als künstlerische Neugestaltungen. Im südlichen Seitenschiff finden sich Werke bedeutender Glasmaler des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter Hans Gottfried von Stockhausen, Wolf-Dieter Kohler, Valentin Peter Feuerstein, Johannes Schreiter und Thomas Kuzio.
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Moderne Fenster erzählen biblische Themen oft weniger erzählerisch als mittelalterliche Fenster. Sie arbeiten stärker mit Symbol, Farbe, Abstraktion, Licht und offenen Deutungsräumen. Themen wie Barmherzigkeit, Freiheit, Israel, Pfingsten, Gnade, Menschenfischer oder Baum des Lebens zeigen, dass biblische Bildsprache nicht abgeschlossen ist. Jede Zeit fragt neu: Welche biblischen Motive sprechen in unsere Gegenwart hinein?
Methode: Biblische Bilder im Münster analysieren
Wenn Du biblische Bilder im Ulmer Münster untersuchst, kannst Du in vier Schritten vorgehen. Der erste Schritt ist die genaue Beschreibung: Was siehst Du wirklich? Figuren, Farben, Gesten, Gegenstände, Architekturrahmen und Blickrichtungen sind wichtig. Der zweite Schritt ist die biblische Zuordnung: Welche Geschichte oder welches Motiv wird dargestellt? Der dritte Schritt ist die historische Einordnung: Wer hat das Werk geschaffen, gestiftet oder verändert? Der vierte Schritt ist die Deutung: Welche Aussage über Gott, Mensch, Schuld, Hoffnung, Erlösung oder Gemeinschaft wird sichtbar?
Bildanalyse in Leitfragen
- Wahrnehmung: Welche Figuren, Farben, Gegenstände und Bewegungen erkennst Du?
- Bibelbezug: Zu welcher biblischen Geschichte oder zu welchem theologischen Motiv passt das Bild?
- Komposition: Wie führen Blickrichtung, Licht, Gestik und Raumordnung Deine Aufmerksamkeit?
- Kontext: Wo befindet sich das Bild im Münster und welche Nachbarbilder stehen daneben?
- Geschichte: Welche Rolle spielen Entstehungszeit, Stifter, Reformation, Zerstörung oder Restaurierung?
- Deutung: Welche Aussage über Gott, Christus, Mensch und Gemeinschaft vermittelt das Bild?
Zusammenfassung
Die biblischen Bilder im Ulmer Münster bilden ein vielschichtiges Netzwerk aus Glasmalerei, Skulptur, Altarbild, Chorgestühl und moderner Kunst. Die mittelalterlichen Fenster erzählen die Heilsgeschichte von Schöpfung bis Weltgericht. Der Hutzaltar verbindet Heilige Sippe, Abendmahl und Stiftergedächtnis. Das Chorgestühl zeigt, wie biblische Gestalten mit Heiligen, Sibyllen und Philosophen in einen größeren Denkraum treten. Der Schmerzensmann verdichtet die Passion Christi in einer eindringlichen Figur. Moderne Fenster führen die Bildtradition weiter und stellen biblische Motive in neue künstlerische Sprache. Wer diese Bilder liest, entdeckt im Münster eine Schule des Sehens, Denkens und Deutens.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Kunstform prägt viele biblische Bildprogramme im Ulmer Münster besonders stark? (Farbige Glasmalerei) (!Bronzeguss ohne Farbe) (!Mosaikfußboden) (!Ölmalerei auf Leinwand)
Welcher Glasmaler wird mit den Fenstern der Bessererkapelle um 1430 verbunden? (Hans Acker) (!Albrecht Dürer) (!Tilman Riemenschneider) (!Caspar David Friedrich)
Welchen großen Zusammenhang zeigt die Bessererkapelle in ihren Fenstern? (Die Heilsgeschichte von der Schöpfung bis zum Weltgericht) (!Die Lebensgeschichte Karls des Großen) (!Die Geschichte der Ulmer Industrie) (!Die Reisen des Apostels Paulus als Landkarte)
Welche biblische Szene ist als Detail im Annen-Marien-Fenster bekannt? (Die Geburt Jesu) (!Der Turmbau zu Babel) (!Die Taufe Konstantins) (!Der Auszug Luthers aus Worms)
Welche Szene zeigt die Predella des Hutzaltars? (Das Abendmahl Jesu) (!Den Bau des Münsterturms) (!Die Krönung eines Kaisers) (!Die Erfindung des Buchdrucks)
Was zeigt eine Schmerzensmann-Darstellung? (Christus mit den Wunden der Kreuzigung) (!Moses mit den Gesetzestafeln) (!Noah beim Bau der Arche) (!David mit der Harfe)
Wer wird mit den kunstvollen Schreinerarbeiten des Chorgestühls verbunden? (Jörg Syrlin der Ältere) (!Leonardo da Vinci) (!Peter Paul Rubens) (!Karl der Große)
Warum sind Glasfenster in Kirchen besonders geeignet, biblische Geschichten zu vermitteln? (Sie verbinden Licht, Farbe und erzählte Szenen) (!Sie sind immer schwarzweiß und textlos) (!Sie ersetzen vollständig jede Predigt) (!Sie zeigen grundsätzlich nur Stadtpläne)
Was geschah mit vielen Fenstern des Hauptschiffs im Zweiten Weltkrieg? (Sie wurden 1944 zerstört) (!Sie wurden alle im Mittelalter entfernt) (!Sie wurden nach Rom gebracht) (!Sie blieben vollständig unverändert)
Welche Reihenfolge passt zu einer guten Bildanalyse? (Beschreiben, zuordnen, einordnen, deuten) (!Raten, bewerten, vergessen, überspringen) (!Abmalen, zählen, verstecken, schweigen) (!Kopieren, löschen, ersetzen, verbieten)
Memory
| Bessererkapelle | Heilsgeschichte |
| Ratsfenster | Christusfenster |
| Kramerfenster | Weihnachtszyklus |
| Hutzaltar | Heilige Sippe |
| Schmerzensmann | Passionsandacht |
| Chorgestühl | geschnitzte Figuren |
| Sakramentshaus | Eucharistie |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Schöpfung | Beginn der Heilsgeschichte |
| Sündenfall | Bruch zwischen Mensch und Gott |
| Arche Noah | Rettung vor der Flut |
| Geburt Jesu | Menschwerdung Christi |
| Kreuzigung | Leiden und Erlösung |
| Auferstehung | Sieg über den Tod |
| Pfingsten | Sendung des Geistes |
| Weltgericht | Vollendung der Geschichte |
Kreuzworträtsel
| Glasmalerei | Welche Kunstform nutzt farbiges Licht und Bleiruten? |
| Bessererkapelle | Welche Kapelle zeigt einen großen Zyklus der Heilsgeschichte? |
| Acker | Wie heißt der Nachname des Glasmalers Hans, der um 1430 in der Bessererkapelle wirkte? |
| Hutzaltar | Welcher Altar zeigt unter anderem die Heilige Sippe und das Abendmahl? |
| Passion | Wie nennt man die Leidensgeschichte Jesu? |
| Chorgestuehl | Wie nennt man die geschnitzten Sitzreihen im Chor einer Kirche? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bilddetektiv: Wähle ein biblisches Bild aus dem Ulmer Münster und beschreibe in zehn Sätzen nur, was Du siehst, ohne sofort zu deuten.
- Farbprotokoll: Beobachte ein Glasfenster und notiere, welche Farben besonders auffallen und welche Wirkung sie auf Dich haben.
- Bibelstelle: Suche zu einer dargestellten Szene eine passende Bibelstelle und fasse sie in eigenen Worten zusammen.
- Glossar: Erstelle ein Mini-Glossar mit zehn Begriffen wie Glasmalerei, Passion, Chorgestühl, Predella und Stifter.
Standard
- Bildvergleich: Vergleiche ein mittelalterliches Fenster mit einem modernen Fenster und erkläre Unterschiede in Erzählweise, Farbe und Symbolik.
- Audioguide: Schreibe einen zweiminütigen Audioguide für Jugendliche zu einem Fenster der Bessererkapelle.
- Stiftergeschichte: Recherchiere, warum Familien, Zünfte oder der Stadtrat Kunstwerke stifteten, und erkläre den Zusammenhang von Frömmigkeit und Stadtgesellschaft.
- Szenenfolge: Gestalte ein Plakat, das die Stationen von Abendmahl, Kreuzigung, Auferstehung und Pfingsten als Bildfolge erklärt.
Schwer
- Exkursion: Entwickle einen Beobachtungsbogen für einen Besuch im Ulmer Münster, mit dem eine Lerngruppe drei biblische Bildorte systematisch untersucht.
- Reformation und Bild: Erkläre an einem Beispiel, wie die Reformation den Umgang mit Bildern im Münster verändert hat, ohne die Kunstwerke nur als „verboten“ oder „erlaubt“ zu beurteilen.
- Online-Ausstellung: Kuratiere eine kleine digitale Ausstellung mit fünf Werken und schreibe zu jedem Werk eine Bildbeschreibung, eine biblische Zuordnung und eine Deutung.
- Fensterentwurf: Entwirf ein modernes Kirchenfenster zu einem biblischen Motiv wie Gnade, Frieden, Menschenfischer oder Baum des Lebens und begründe Deine Gestaltung theologisch und künstlerisch.

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Lernkontrolle
- Bildanalyse: Analysiere eine unbekannte Darstellung der Passion und zeige, wie Körperhaltung, Blickführung und Farbe die Aussage des Bildes unterstützen.
- Transfer: Erkläre, warum ein mittelalterlicher Bildzyklus wie in der Bessererkapelle auch für heutige Betrachterinnen und Betrachter verständlich sein kann, obwohl viele Symbole erklärt werden müssen.
- Kontextdeutung: Untersuche, wie sich die Bedeutung eines vorreformatorischen Bildes verändert, wenn es in einer evangelischen Kirche weiter genutzt und betrachtet wird.
- Vergleich der Medien: Vergleiche Glasmalerei, Skulptur und Altarbild als Formen biblischer Darstellung und arbeite heraus, was jedes Medium besonders gut zeigen kann.
- Stadt und Glaube: Beurteile, warum Stifter wie Familien, Zünfte oder der Stadtrat biblische Bilder finanzierten und welche Botschaft damit für die Stadt verbunden war.
- Gegenwartsbezug: Entwickle eine begründete These, welches biblische Motiv aus dem Münster heute besonders aktuell wirkt, und belege Deine These mit einer genauen Bildbeobachtung.
Lernnachweis
Für einen überzeugenden Lernnachweis zum Thema Biblische Bilder im Ulmer Münster ist wichtig, dass Du nicht nur Fakten aufzählst, sondern Bilder als Quellen deutest. Dein Lernnachweis sollte zeigen, dass Du zentrale Orte und Werke kennst, eine Bildanalyse methodisch durchführen kannst und die Verbindung von Bibel, Kunstgeschichte, Theologie und Stadtgeschichte verstehst.
- Sachkenntnis: Du nennst zentrale Bildorte wie Bessererkapelle, Chorfenster, Hutzaltar, Chorgestühl und Schmerzensmann.
- Bildbeschreibung: Du beschreibst Figuren, Farben, Gesten, Gegenstände und Komposition genau.
- Bibelbezug: Du ordnest mindestens eine Darstellung einer passenden Bibelstelle oder einem theologischen Motiv zu.
- Historische Einordnung: Du erklärst Entstehungszeit, Stifter, Werkstatt oder spätere Veränderungen.
- Deutung: Du formulierst eine nachvollziehbare Aussage darüber, was das Bild über Gott, Mensch, Schuld, Hoffnung oder Erlösung vermittelt.
- Transfer: Du vergleichst ältere und moderne Bildsprache oder entwickelst einen eigenen begründeten Gestaltungsentwurf.
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