Zum Inhalt springen

Bauteile passen, justieren und sichern - Schmied

Aus MOOCsWiki Staging

Bauteile passen, justieren und sichern - Schmied




Bauteile passen, justieren und sichern - Schmied


Einleitung

Beim Herstellen, Montieren und Instandsetzen geschmiedeter Bauteile reicht es nicht aus, dass die Einzelteile nur ungefähr zusammenpassen. Ein Torband muss sich auf seinem Kloben bewegen lassen, ein Bolzen darf nicht herauswandern, eine Schraubverbindung muss ihre Vorspannung behalten und zwei ausgerichtete Bauteile müssen auch nach dem Sichern in der vorgesehenen Lage bleiben. Deshalb gehören das Passen, Justieren und Sichern zu den grundlegenden beruflichen Handlungen in der Metalltechnik.

Der Lernkurs richtet sich an Auszubildende im Schmiede- und Metallbauerhandwerk, besonders an Lernende im Ausbildungsberuf Metallbauerin oder Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung. Diese duale Ausbildung dauert regulär dreieinhalb Jahre. Typische Arbeitsfelder sind Beschlag- und Kunstschmieden, Kunstschlossereien, Metallbaubetriebe und Restaurierungswerkstätten.

Du lernst in diesem aiMOOC, wie Du Bauteile nach Zeichnung und Funktionsanforderung prüfst, maßgerecht anpasst, zu einer Baugruppe ausrichtest und mit einem geeigneten Sicherungselement gegen Losdrehen, axiales Verschieben oder Verlust sicherst. Im Mittelpunkt stehen fachgerechtes Arbeiten, Arbeitssicherheit, Funktionsprüfung und Qualitätskontrolle.


Berufliche Einordnung und Lernziele

Das Thema ist Teil der beruflichen Handlungskompetenz beim Montieren und Demontieren von Bauteilen und Baugruppen. In der Fachrichtung Metallgestaltung kommt hinzu, dass geschmiedete Werkstücke häufig Zunder, leichte Formabweichungen, Schmiederadien und durch das Abkühlen entstandene Verzüge aufweisen. Die Fügestellen müssen deshalb besonders sorgfältig geprüft werden.

Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du:

  1. technische Zeichnungen, Stücklisten und Montageangaben auswerten.
  2. Maße, Form, Lage, Oberfläche und Funktionsflächen eines Bauteils prüfen.
  3. zwischen Spielpassung, Übergangspassung und Übermaßpassung unterscheiden.
  4. geeignete Werkzeuge zum Passen und Justieren auswählen.
  5. Bauteile nach einer Bezugskante, Achse oder Bezugsebene ausrichten.
  6. lösbare und unlösbare Verbindungen unterscheiden.
  7. Sicherungselemente entsprechend ihrer Aufgabe auswählen und montieren.
  8. eine montierte Baugruppe prüfen und das Arbeitsergebnis dokumentieren.


Fachliche Grundlagen


Was bedeutet Passen?

Eine Passung beschreibt die maßliche Beziehung zweier zusammengehöriger Fügeteile. Ein typisches Beispiel ist ein Bolzen, der in eine Bohrung eingesetzt wird. Beide Teile besitzen ein Nennmaß, ihre tatsächlichen Maße dürfen aber innerhalb festgelegter Toleranzen liegen.

Passen bedeutet in der Werkstatt, die Fügeteile so zu prüfen und gegebenenfalls fachgerecht nachzuarbeiten, dass die geforderte Funktion erreicht wird. Dabei darf nicht nach Gefühl so lange Material entfernt werden, bis die Teile irgendwie zusammengehen. Maß, Form, Oberflächengüte und vorgesehene Beweglichkeit müssen erhalten bleiben.

Wichtige Prüfmittel sind Messschieber, Bügelmessschraube, Stahlmaßstab, Winkel, Fühlerlehre, Grenzlehre und Richtlatte. Vor dem Messen müssen Messflächen und Werkstück sauber, gratfrei und ausreichend abgekühlt sein. Ein warmes Schmiedestück kann wegen seiner Wärmeausdehnung ein anderes Maß besitzen als nach vollständigem Abkühlen.


Passungsarten

Bei Bohrung und Welle beziehungsweise Auge und Bolzen werden drei grundlegende Passungsarten unterschieden:

  1. Spielpassung: Zwischen den Fügeteilen bleibt immer Spiel. Die Teile lassen sich bewegen oder leicht montieren.
  2. Übergangspassung: Je nach tatsächlichem Maß entsteht geringes Spiel oder geringes Übermaß. Zum Fügen kann leichter Druck erforderlich sein.
  3. Übermaß- oder Presspassung: Das Außenteil ist gegenüber der Bohrung größer. Die Teile werden durch Pressen oder ein freigegebenes thermisches Fügeverfahren verbunden.

Eine Passung darf nicht durch unkontrollierte Hammerschläge erzwungen werden. Bei Presspassungen werden eine geeignete Presse, passende Druckstücke und eine sichere Werkstückauflage verwendet. Erwärmen oder Abkühlen von Fügeteilen darf nur erfolgen, wenn Zeichnung, Arbeitsplan oder betriebliche Vorgabe dieses Verfahren zulassen.


Fügestellen geschmiedeter Bauteile vorbereiten

Geschmiedete Werkstücke besitzen häufig Zunder und können an nicht bearbeiteten Flächen geringe Unregelmäßigkeiten aufweisen. An Funktions- und Passflächen müssen jedoch die in der Zeichnung geforderten Maße und Oberflächen erreicht werden.

Eine fachgerechte Vorbereitung umfasst:

  1. Werkstück vollständig abkühlen lassen und eindeutig als kalt oder heiß kennzeichnen.
  2. Zunder, Schmutz, Öl und lose Beschichtungen an der Fügestelle entfernen.
  3. Grate und scharfe Kanten beseitigen, ohne die Bezugskante zu verrunden.
  4. Maße und Form prüfen.
  5. nur die vorgesehene Fläche mit Feile, Reibahle, Schleifmittel oder Maschine bearbeiten.
  6. nach jedem Bearbeitungsschritt erneut prüfen.

Das Werkstück wird sicher gespannt. Empfindliche Oberflächen werden durch Schonbacken geschützt. Beim Feilen muss die Feile einen festen Griff besitzen. Die Bearbeitung erfolgt mit kontrolliertem Druck, damit keine Kanten abrunden und keine konischen Flächen entstehen, wenn eine ebene Passfläche gefordert ist.


Was bedeutet Justieren?

Justieren ist das genaue Einstellen oder Ausrichten von Bauteilen innerhalb einer Baugruppe. Dabei werden Lage, Winkel, Abstand, Flucht, Höhe oder Bewegungsspiel auf den Sollzustand gebracht.

Justieren ist nicht dasselbe wie Richten:

  1. Beim Justieren wird die Position eines Bauteils eingestellt.
  2. Beim Richten wird die Form eines verzogenen Bauteils durch gezielte plastische Verformung verändert.

Als Bezug dienen beispielsweise eine Grundfläche, eine Mittellinie, eine Bohrungsachse, eine Anrisslinie oder ein bereits montiertes Referenzbauteil. Zum Justieren werden unter anderem Anschläge, Schraubzwingen, Montagekeile, Distanzscheiben, Unterlegbleche, Richtplatte, Wasserwaage, Lot, Winkel und Messuhr eingesetzt.

Eine typische Reihenfolge lautet: Bauteile lose vormontieren, Bezug festlegen, Lage prüfen, schrittweise korrigieren, erneut messen und erst danach endgültig sichern. Werden Schrauben sofort vollständig angezogen, kann sich die Baugruppe verspannen oder aus ihrer Lage ziehen.


Sichern von Bauteilen

Ein Sicherungselement muss zur tatsächlichen Gefahr passen. Es kann verhindern, dass sich eine Schraubverbindung selbsttätig löst, dass ein Bolzen axial wandert, dass ein Bauteil herausfällt oder dass ein Verbindungselement verloren geht.

Typische Sicherungsarten sind:

  1. Schraubensicherung: zum Beispiel selbstsichernde Mutter, Klemmteil, Keilsicherungsscheiben oder ein zugelassener Schraubensicherungsklebstoff.
  2. Formschlüssige Sicherung: zum Beispiel Kronenmutter mit Splint, Sicherungsblech oder Sicherungsdraht.
  3. Axialsicherung: zum Beispiel Sicherungsring in einer Nut, Stellring oder Splint hinter einer Scheibe.
  4. Stiftverbindung: zum Beispiel Zylinderstift zur genauen Lagefixierung oder Kegelstift zur lösbaren Positionierung.
  5. Nietverbindung: dauerhafte formschlüssige Verbindung, die durch das Umformen des Nietschafts entsteht.
  6. Schweißverbindung: stoffschlüssige, in der Regel nicht zerstörungsfrei lösbare Verbindung.

Einfache Federringe und Federscheiben dürfen nicht automatisch als zuverlässige Sicherung für dynamisch hoch belastete Schraubverbindungen betrachtet werden. Maßgeblich sind Zeichnung, Belastung, Herstellervorgabe, betriebliche Anweisung und gegebenenfalls eine konstruktive Berechnung.


Splinte und Kronenmuttern

Ein Splint dient vor allem als formschlüssige Sicherung. Bei einer Kronenmutter wird der Splint durch die Schlitze der Mutter und eine Querbohrung im Schrauben- oder Bolzenschaft geführt. Anschließend werden die Schenkel fachgerecht umgebogen.

Beim Einbau ist darauf zu achten, dass:

  1. Splintdurchmesser und Bohrung zusammenpassen.
  2. der Splint vollständig durchgesteckt ist.
  3. die Schenkel so umgelegt werden, dass keine Verletzungsgefahr entsteht.
  4. die Sicherung sichtbar kontrolliert werden kann.
  5. ein bereits stark verformter Standardsplint bei der erneuten Montage ersetzt wird.

Ein Splint erzeugt nicht die Vorspannung der Schraubverbindung. Er verhindert bei einer Kronenmutter das vollständige Verdrehen beziehungsweise Lösen über die zulässige Stellung hinaus.


Sicherungsringe

Ein Sicherungsring hält Bauteile axial auf einer Welle oder in einer Bohrung. Er sitzt in einer dafür vorgesehenen Nut. Außenringe werden auf Wellen, Innenringe in Bohrungen montiert. Für beide Bauarten werden passende Sicherungsringzangen verwendet.

Der Ring darf nur so weit gespreizt oder zusammengedrückt werden, wie es für die Montage notwendig ist. Nach dem Einsetzen muss er vollständig in der Nut sitzen. Nut, Ring und angrenzende Bauteile werden auf Beschädigung, Verschleiß und richtigen Sitz geprüft. Die Einbaurichtung richtet sich nach Zeichnung und Herstellervorgabe.


Nieten im Schmiedehandwerk

Nietverbindungen sind im Schmiede- und Metallgestaltungsbereich sowohl technisch als auch gestalterisch bedeutsam. Vollniete können kalt oder warm gesetzt werden. Beim Warmnieten wird der Niet erwärmt, durch die Bohrungen gesteckt und der Schließkopf geformt. Beim Abkühlen zieht sich der Niet zusammen und verspannt die Bauteile.

Für eine sichere Nietverbindung müssen Nietdurchmesser, Bohrungsdurchmesser, Nietlänge, Werkstoff, Kopfform und Fügeteilpaket zusammenpassen. Ein zu kurzer Niet bildet keinen vollständigen Schließkopf. Ein zu langer Niet kann umknicken oder einen außermittigen Kopf bilden. Die Bauteile müssen während des Nietens dicht aneinanderliegen.


Arbeitsablauf in der Werkstatt


Vom Auftrag zur geprüften Baugruppe

Ein fachgerechter Arbeitsablauf folgt einer nachvollziehbaren Reihenfolge:

  1. Arbeitsauftrag prüfen: Zeichnung, Stückliste, Toleranzen, Oberflächenangaben und Sicherungsart auswerten.
  2. Arbeitsplatz vorbereiten: Werkzeuge, Prüfmittel, persönliche Schutzausrüstung und Hilfsmittel bereitstellen.
  3. Bauteile identifizieren: Werkstoff, Einbaulage und Zusammengehörigkeit prüfen.
  4. Fügestellen vorbereiten: reinigen, entgraten, Zunder entfernen und Beschädigungen erkennen.
  5. Maße prüfen: Istmaße aufnehmen und mit Sollmaßen vergleichen.
  6. Passen: nur die freigegebenen Flächen schrittweise bearbeiten.
  7. Vormontieren: Bauteile ohne endgültige Sicherung zusammenfügen.
  8. Justieren: Achsen, Abstände, Winkel und Bewegungsspiel einstellen.
  9. Sichern: vorgesehenes Sicherungselement richtig montieren.
  10. Prüfen: Funktion, Sitz, Maßhaltigkeit und Arbeitssicherheit kontrollieren.
  11. Dokumentieren: Abweichungen, verwendete Teile und Prüfergebnis festhalten.


Praxisbeispiel: Geschmiedetes Torband auf einem Kloben

Ein geschmiedetes Torband soll auf einem Kloben montiert und gegen Abheben gesichert werden. Das Auge des Torbands muss sich auf dem Klobenbolzen bewegen lassen, ohne stark zu klemmen. Gleichzeitig darf das Spiel nicht so groß sein, dass das Tor sichtbar absackt oder schlägt.

Passen: Zuerst werden Bolzendurchmesser und Innendurchmesser des Auges geprüft. Zunder und Grate werden entfernt. Ist eine Nacharbeit zulässig, wird die Bohrung mit einer geeigneten Reibahle oder Feile gleichmäßig bearbeitet. Nach jedem Schritt wird erneut geprüft.

Justieren: Beide Kloben werden so ausgerichtet, dass ihre Bolzenachsen fluchten. Das Tor wird mit Montagehilfen abgestützt. Spaltmaß, Höhe, Lot und Bewegungsweg werden kontrolliert.

Sichern: Je nach Konstruktion wird oberhalb des Torbands eine Scheibe mit Splint, ein Sicherungsring oder ein anderes zeichnungsgemäßes Element montiert. Danach wird geprüft, ob das Tor frei läuft und nicht vom Kloben abgehoben werden kann.

Qualitätskontrolle: Das Tor muss den vorgesehenen Öffnungsbereich erreichen, darf nicht unkontrolliert klemmen und muss in allen Stellungen sicher geführt sein. Alle Sicherungselemente müssen vollständig sitzen.


Werkzeuge und Prüfmittel


Auswahl nach Arbeitsaufgabe

  1. Messschieber: Außen-, Innen- und Tiefenmaße prüfen.
  2. Bügelmessschraube: Außendurchmesser mit höherer Auflösung messen.
  3. Fühlerlehre: Spalte und Bewegungsspiel prüfen.
  4. Winkel: Rechtwinkligkeit kontrollieren.
  5. Richtplatte: Lage, Ebenheit und Verzug beurteilen.
  6. Feile: Passflächen kontrolliert nacharbeiten und Grate entfernen.
  7. Reibahle: Bohrungen maß- und formgenau fertigbearbeiten.
  8. Schonhammer: Bauteile ohne unnötige Oberflächenschäden ausrichten.
  9. Drehmomentschlüssel: Schrauben mit vorgegebenem Anziehdrehmoment anziehen.
  10. Sicherungsringzange: Innen- oder Außenringe sicher montieren.
  11. Schraubstock: Werkstücke sicher spannen, bei Bedarf mit Schonbacken.

Messmittel sind keine Richt- oder Schlagwerkzeuge. Ein Messschieber darf nicht zum Anreißen gehärteter Flächen, zum Hebeln oder zum Entfernen von Spänen missbraucht werden. Prüfmittel müssen sauber, unbeschädigt und gegebenenfalls kalibriert sein.


Arbeitssicherheit und Umweltschutz


Gefährdungen erkennen

Beim Passen, Justieren und Sichern entstehen Gefährdungen durch heiße Werkstücke, scharfe Kanten, Quetschstellen, wegfliegende Späne, Funken, Lärm und gespeicherte Kräfte in verspannten Bauteilen.

Wichtige Schutzmaßnahmen sind:

  1. Schutzbrille, geeignete Arbeitskleidung und Sicherheitsschuhe tragen.
  2. heiße Werkstücke eindeutig ablegen und kennzeichnen, da heißer Stahl dunkel aussehen kann.
  3. Werkstücke sicher spannen und nicht mit der Hand in Quetsch- oder Scherstellen greifen.
  4. beschädigte Hämmer, Feilen ohne Griff und ungeeignete Verlängerungen nicht verwenden.
  5. Pressvorgänge mit geeigneten Vorrichtungen durchführen und niemals zwischen Druckstück und Werkstück greifen.
  6. beim Schleifen und Entgraten Absaugung und vorgeschriebenen Gehörschutz verwenden.
  7. Öle, Klebstoffe, Metallspäne und verbrauchte Sicherungselemente getrennt und betriebsgerecht entsorgen.

Vor Arbeiten an montierten Toren, Gittern oder schweren Baugruppen müssen diese gegen Umkippen, Absinken und unbeabsichtigte Bewegung gesichert werden.


Typische Fehler und ihre Vermeidung

  1. Zu viel Material abgetragen: häufige Folge von zu grober Feile oder fehlender Zwischenprüfung. Abhilfe: kleine Bearbeitungsschritte und regelmäßiges Messen.
  2. Bauteile verspannt: entsteht durch vollständiges Anziehen vor dem Ausrichten. Abhilfe: lose vormontieren, justieren und über Kreuz beziehungsweise nach Montagefolge anziehen.
  3. Sicherungsring sitzt nicht in der Nut: Gefahr des Herausspringens. Abhilfe: Sicht- und Tastprüfung rund um den Ring.
  4. Splint nur teilweise eingesetzt: keine vollständige Sicherung. Abhilfe: passende Splintlänge und freie Querbohrung sicherstellen.
  5. Schraube ohne vorgegebenes Drehmoment angezogen: zu geringe oder zu hohe Vorspannung möglich. Abhilfe: Montagevorgabe und geeignetes Werkzeug verwenden.
  6. Zunder auf der Passfläche belassen: ungenaue Lage und späteres Setzen möglich. Abhilfe: Funktionsflächen reinigen und prüfen.
  7. Warmmaß mit Kaltmaß verwechselt: Abweichung nach dem Abkühlen. Abhilfe: Endprüfung im vorgeschriebenen Temperaturzustand.
  8. Improvisierte Sicherung verwendet: Drahtreste, Nägel oder ungeeignete Scheiben ersetzen kein vorgesehenes Sicherungselement.


Qualitätsmerkmale

Eine fachgerecht montierte Baugruppe erfüllt mehrere Anforderungen gleichzeitig. Die Teile besitzen die geforderte Lage, die Verbindung überträgt die vorgesehenen Kräfte, bewegliche Teile laufen im festgelegten Spiel und die Sicherung verhindert eine ungewollte Lageänderung.

Zur Endkontrolle gehören:

  1. Sichtprüfung auf Risse, Grate, Beschädigungen und vollständig sitzende Sicherungen.
  2. Maßprüfung von Lage, Abstand, Flucht und Spiel.
  3. Funktionsprüfung über den vorgesehenen Bewegungsbereich.
  4. Prüfung des Anziehdrehmoments, wenn dieses vorgeschrieben ist.
  5. Kontrolle der Oberfläche und des Korrosionsschutzes.
  6. Dokumentation von Messergebnissen und Abweichungen.


Quellen und Vertiefung

  1. BIBB: Metallbauerin oder Metallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung
  2. Verordnung über die Berufsausbildung zum Metallbauer und zur Metallbauerin
  3. KMK: Rahmenlehrplan Metallbauerin oder Metallbauer
  4. Wikipedia: Passung
  5. Wikipedia: Schraubensicherung
  6. Wikipedia: Splint


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was beschreibt eine Passung? (Die maßliche Beziehung zweier zusammengehöriger Fügeteile) (!Die Farbe zweier Werkstücke) (!Die Härte eines Hammers) (!Die Länge eines Stromkabels)




Was kennzeichnet eine Spielpassung? (Zwischen den Fügeteilen bleibt Spiel) (!Die Fügeteile sind immer verschweißt) (!Die Bohrung ist immer kleiner als die Welle) (!Die Verbindung kann nur warm gefügt werden)




Was ist das Ziel des Justierens? (Bauteile genau in die vorgesehene Lage einzustellen) (!Bauteile vollständig zu entkohlen) (!Werkstücke ohne Prüfung zu verschweißen) (!Schrauben möglichst stark zu überziehen)




Welches Prüfmittel eignet sich zum Messen eines Bolzendurchmessers? (Messschieber) (!Schweißschild) (!Schmiedezange) (!Körner)




Warum wird Zunder an einer Passfläche entfernt? (Damit Maß und Sitz zuverlässig geprüft werden können) (!Damit das Werkstück automatisch härter wird) (!Damit kein Sicherungselement mehr benötigt wird) (!Damit sich das Nennmaß vergrößert)




Wie wird eine vorgesehene Presspassung fachgerecht gefügt? (Mit geeigneter Presse und passenden Druckstücken) (!Mit unkontrollierten Hammerschlägen) (!Mit einem Messschieber als Hebel) (!Mit einem lose eingesetzten Nagel)




Welche Aufgabe kann ein Splint an einer Kronenmutter übernehmen? (Er verhindert formschlüssig ein vollständiges Losdrehen) (!Er erzeugt allein das Anziehdrehmoment) (!Er vergrößert den Schraubendurchmesser) (!Er ersetzt die Gewindegänge)




Was muss bei einem Sicherungsring nach der Montage geprüft werden? (Er muss vollständig in der vorgesehenen Nut sitzen) (!Er muss auf dem Gewinde frei drehbar sein) (!Er muss mit Zunder bedeckt sein) (!Er muss außerhalb der Nut liegen)




Worin unterscheidet sich Richten vom Justieren? (Beim Richten wird die Form eines Bauteils verändert) (!Beim Richten wird nur die Farbe geprüft) (!Beim Richten wird immer ein Splint eingesetzt) (!Beim Richten wird ausschließlich gemessen)




Welche Prüfung gehört zur Endkontrolle einer montierten Baugruppe? (Funktionsprüfung über den vorgesehenen Bewegungsbereich) (!Nur das Zählen der Werkzeuge) (!Nur das Wiegen der Verpackung) (!Das Entfernen aller Sicherungselemente)





Memory

Spielpassung Bewegliche Verbindung mit Spiel
Übergangspassung Je nach Istmaß Spiel oder Übermaß
Übermaßpassung Fügeverbindung mit Presssitz
Justieren Genaue Lage einstellen
Splint Formschlüssige Verliersicherung
Sicherungsring Axiale Sicherung in einer Nut
Drehmomentschlüssel Vorgegebenes Anziehdrehmoment





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Funktion
Messschieber Außen- und Innenmaße prüfen
Fühlerlehre Spaltmaß kontrollieren
Reibahle Bohrung feinbearbeiten
Splint Kronenmutter formschlüssig sichern
Sicherungsring Bauteil axial in einer Nut halten






Kreuzworträtsel

Passung Wie heißt die maßliche Beziehung zweier Fügeteile?
Messschieber Welches Prüfmittel misst Außen- und Innenmaße?
Spielpassung Welche Passungsart ermöglicht stets Bewegungsfreiheit?
Sicherungsring Welches Bauteil sichert in einer Nut gegen axiales Verschieben?
Splint Welches Sicherungselement wird durch eine Querbohrung gesteckt?
Vorspannung Welche Kraft hält eine korrekt angezogene Schraubverbindung zusammen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine

beschreibt die maßliche Beziehung zweier zusammengehöriger Fügeteile. Bei einer

bleibt zwischen den Teilen stets ein Zwischenraum. Vor dem Messen müssen die Messflächen sauber und

sein. Beim

wird ein Bauteil in die vorgesehene Lage gebracht. Ein

sitzt in einer dafür vorgesehenen Nut. Eine Kronenmutter kann mit einem

formschlüssig gesichert werden. Schrauben werden bei einer Vorgabe mit einem

angezogen. Zunder muss an einer maßgeblichen

entfernt werden. Eine Presspassung wird mit einer geeigneten

und passenden Druckstücken gefügt. Nach der Montage folgt eine

über den vorgesehenen Bewegungsbereich.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugkunde: Fotografiere oder zeichne fünf Werkzeuge zum Passen, Justieren und Sichern und beschrifte ihre Funktionen.
  2. Sicherungsarten: Suche in der Werkstatt drei unterschiedliche Sicherungselemente und beschreibe, welche Bewegung sie verhindern.
  3. Messübung: Miss drei Bolzen und drei Bohrungen mit dem Messschieber und dokumentiere die Ergebnisse in einer Tabelle.
  4. Fehleranalyse: Erstelle eine Bildkarte mit vier typischen Montagefehlern und passenden Verbesserungsmaßnahmen.


Standard

  1. Montageplan: Entwickle einen Arbeitsplan für die Montage eines geschmiedeten Torbands auf einem Kloben.
  2. Passungsprüfung: Vergleiche mehrere Bolzen-Bohrungs-Paare und ordne sie nach Beweglichkeit und fühlbarem Spiel.
  3. Sicherungsring: Erstelle eine kurze Videoanleitung zur sicheren Montage eines Innen- oder Außensicherungsrings.
  4. Betriebsinterview: Befrage eine Fachkraft, welche Schraubensicherungen im Betrieb eingesetzt werden und nach welchen Kriterien die Auswahl erfolgt.


Schwer

  1. Konstruktionsaufgabe: Entwirf eine geschmiedete Gelenkverbindung, die justierbar und gegen axiales Verschieben gesichert ist.
  2. Prüfplan: Erstelle für eine Baugruppe einen Prüfplan mit Prüfmerkmal, Prüfmittel, Sollwert, Toleranz und Prüfreihenfolge.
  3. Versuchsreihe: Untersuche an einem ungefährlichen Modell, wie sich unterschiedliche Anziehfolgen auf die Lage einer verschraubten Baugruppe auswirken.
  4. Qualitätsdokumentation: Analysiere eine fehlerhafte Montage, bestimme mögliche Ursachen und formuliere einen fachgerechten Nacharbeits- und Kontrollplan.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Auswahl einer Passung: Begründe für ein geschmiedetes Torband, ob eine Spiel-, Übergangs- oder Übermaßpassung zwischen Auge und Klobenbolzen geeignet ist.
  2. Montagereihenfolge: Entwickle eine Reihenfolge zum Passen, Vormontieren, Justieren, Anziehen und Sichern einer verschraubten Baugruppe und begründe jeden Schritt.
  3. Sicherungsentscheidung: Vergleiche Splint, Sicherungsring und selbstsichernde Mutter für eine konkrete Anwendung mit Schwingungsbelastung.
  4. Fehlerübertragung: Erkläre, wie Zunder oder ein Grat an einer Bezugskante die Lage mehrerer nachfolgend montierter Bauteile beeinflussen kann.
  5. Arbeitssicherheit: Analysiere die Gefährdungen beim Einpressen eines Bolzens und entwickle geeignete technische und organisatorische Schutzmaßnahmen.
  6. Qualitätsbewertung: Beurteile eine Baugruppe, die leichtgängig ist, aber deutliches Seitenspiel besitzt, und schlage eine fachgerechte Prüfmethode vor.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Fachbegriffe nennen, sondern einen vollständigen Montageprozess planen, durchführen, prüfen und begründen kannst.

  1. Du wertest eine Zeichnung oder Montagevorgabe richtig aus.
  2. Du wählst geeignete Prüfmittel und Werkzeuge aus.
  3. Du misst Fügeteile und beurteilst ihre Passung.
  4. Du bearbeitest Passflächen kontrolliert und maßhaltig.
  5. Du richtest eine Baugruppe nach festgelegten Bezügen aus.
  6. Du wählst ein zur Belastung passendes Sicherungselement.
  7. Du montierst Splint, Sicherungsring oder Schraubensicherung fachgerecht.
  8. Du beachtest Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz.
  9. Du führst eine Sicht-, Maß- und Funktionsprüfung durch.
  10. Du dokumentierst Ergebnisse, Abweichungen und Nacharbeiten nachvollziehbar.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte