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Bauhaus - Kunst

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Bauhaus - Kunst



Bauhaus - Kunst


Einleitung

Das Bauhaus war eine 1919 gegründete Kunstschule, an der Kunst, Handwerk, Design, Architektur, Fotografie, Typografie und Bühne gemeinsam gedacht wurden. Für die Schule ist besonders wichtig: Das Bauhaus war kein einziger, starrer Stil. Es war ein Ort des Experimentierens, Entwerfens und Lernens.

Leitfrage: Wie kann Gestaltung zugleich schön, nützlich, verständlich und für viele Menschen herstellbar sein?


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. Bauhaus einordnen: Du erklärst die wichtigsten Stationen von Weimar über Dessau bis Berlin.
  2. Gestaltung untersuchen: Du beschreibst Form, Farbe, Material, Funktion und Wirkung.
  3. Kunst und Handwerk verbinden: Du erkennst das Werkstattprinzip des Bauhauses.
  4. Selbst entwerfen: Du entwickelst ein eigenes Bauhaus-inspiriertes Produkt, Plakat oder Bild.
  5. Urteile begründen: Du unterscheidest zwischen Beobachtung, Deutung und Bewertung.


Geschichte in Kürze


Vier Stationen

  1. 1919 – Weimar: Walter Gropius gründete das Staatliche Bauhaus.
  2. 1925 – Dessau: Die Schule zog nach politischen Konflikten nach Dessau.
  3. 1932 – Berlin: Das Bauhaus arbeitete kurz als private Schule weiter.
  4. 1933 – Schließung: Unter dem Druck der Nationalsozialisten wurde die Schule geschlossen.

Direktoren: Walter Gropius, Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe setzten unterschiedliche Schwerpunkte. Gemeinsam blieb die Frage, wie Gestaltung auf die moderne Gesellschaft reagieren kann.


Das Gebäude als Lernort

Das von Walter Gropius entworfene Bauhausgebäude Dessau zeigt viele Ideen der Klassischen Moderne: klare Baukörper, große Glasflächen, sichtbare Konstruktion und Räume für unterschiedliche Funktionen.

Bildauftrag: Suche waagerechte und senkrechte Linien. Wo erkennst Du Transparenz, Wiederholung und Funktion?


Lernen am Bauhaus


Vorkurs und Werkstätten

Im Vorkurs untersuchten die Lernenden Materialien, Farben, Kontraste, Formen und räumliche Wirkungen. Danach arbeiteten sie in Werkstätten, zum Beispiel mit Metall, Holz, Textilien, Druck, Wandmalerei oder auf der Bühne. Lernen bedeutete: beobachten, ausprobieren, verwerfen, verbessern und präsentieren.

Das Ziel war nicht nur ein schönes Einzelstück. Viele Entwürfe sollten als gut gestaltete Gebrauchsgegenstände für den Alltag weiterentwickelt und hergestellt werden können.


Gestaltung untersuchen

Nutze bei jedem Werk diese fünf Fragen:

  1. Form: Welche geometrischen oder freien Formen erkennst Du?
  2. Farbe: Wie wirken Farbkontraste, Helligkeit und Sättigung?
  3. Material: Welche Eigenschaften des Materials werden sichtbar?
  4. Funktion: Wozu dient der Gegenstand oder Raum?
  5. Wirkung: Wirkt die Gestaltung ruhig, dynamisch, streng, spielerisch oder sachlich?


Malerei, Form und Farbe


Wassily Kandinsky

Wassily Kandinsky untersuchte Beziehungen zwischen Linie, Fläche, Farbe, Rhythmus und Spannung. Seine abstrakten Kompositionen zeigen, dass ein Bild ohne erkennbare Gegenstände dennoch Bewegung und Stimmung erzeugen kann.

Sehauftrag: Wähle drei Formen. Beschreibe ihre Lage, Richtung, Größe und Beziehung zueinander, ohne das Bild sofort zu bewerten.


Paul Klee

Paul Klee verband Naturbeobachtung, Zeichen, Rhythmus, Farbe und Fantasie. In seinem Unterricht ging es häufig darum, wie aus einfachen Elementen komplexe Bildordnungen entstehen.

Gestaltungsimpuls: Entwickle aus Punkt, Linie und Fläche ein kleines Bild, das langsam, schnell oder schwebend wirkt.


Josef Albers und das Lernen durch Versuch

Josef Albers ließ Materialien praktisch untersuchen. Entscheidend war nicht teures Material, sondern eine kluge Lösung. Später wurde er besonders durch seine Forschungen zur Wechselwirkung von Farben bekannt.

Merksatz: Eine Farbe wirkt nie allein. Ihre Umgebung verändert, wie hell, dunkel, warm, kalt, nah oder fern sie erscheint.


Design und Alltag


Möbel aus Stahlrohr

Marcel Breuer nutzte gebogenes Stahlrohr für leichte, offen wirkende Möbel. Die Konstruktion wurde nicht versteckt, sondern Teil der Gestaltung.

Designfrage: Welche Vorteile und Nachteile könnte Stahlrohr gegenüber massivem Holz haben?


Metallwerkstatt

In der Metallwerkstatt entstanden Lampen, Gefäße und andere Alltagsobjekte. Marianne Brandt verband geometrische Grundformen mit genauer Materialkenntnis.

Vergleiche Kugel, Kreis, Zylinder und Halbkreis im Objekt. Prüfe anschließend, ob die Form nur auffällig ist oder auch die Benutzung unterstützt.


Lichtgestaltung

Die Bauhaus-Leuchte von Wilhelm Wagenfeld zeigt, wie Glas und Metall zu einer klaren, funktionalen Form verbunden werden können.

Alltagsauftrag: Untersuche eine Lampe in Deiner Umgebung. Wo befinden sich Schalter, Kabel, Lichtquelle und Standfläche? Was würdest Du verbessern?


Textilkunst und Frauen am Bauhaus

Frauen konnten am Bauhaus studieren, wurden jedoch in der Praxis häufig in die Weberei gelenkt. Dort entwickelten Künstlerinnen bedeutende abstrakte Muster, neue Stoffe und funktionale Textilien. Gunta Stölzl wurde die einzige Frau mit dem Titel einer Bauhausmeisterin.

Diskussionsfrage: Wie kann eine Schule offen wirken und trotzdem durch Rollenbilder Möglichkeiten ungleich verteilen?


Bühne, Körper und Bewegung

Oskar Schlemmer erforschte auf der Bühne am Bauhaus das Verhältnis von Mensch, Raum, Kostüm, Farbe und Bewegung. Im Triadischen Ballett verändern geometrische Kostüme die Bewegungsmöglichkeiten des Körpers.

Bewegungsversuch: Gehe einmal wie ein Kreis, einmal wie ein Dreieck und einmal wie ein Quadrat. Beschreibe, wie sich Tempo, Richtung und Körperhaltung verändern.


Typografie, Fotografie und Medien

Am Bauhaus wurden Schrift, Fotografie, Druck und Werbung als moderne Kommunikationsmittel erprobt. Klare Gliederung, starke Kontraste, Fotomontage und ungewöhnliche Blickwinkel sollten Informationen sichtbar und wirksam machen.

Analyseauftrag: Prüfe Leserichtung, Schriftgrößen, freie Flächen und Bildausschnitt. Was siehst Du zuerst, was zuletzt?


Bauhaus heute

Das Bauhaus beeinflusst bis heute Produktdesign, Grafikdesign, Innenarchitektur, Kunstpädagogik und Architektur. Dennoch sollte nicht jedes weiße Gebäude oder jedes geometrische Möbel vorschnell „Bauhausstil“ genannt werden. Wichtiger ist die Frage nach dem Entwurfsprozess: Wurden Funktion, Material, Herstellung, soziale Nutzung und ästhetische Wirkung gemeinsam bedacht?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr wurde das Bauhaus gegründet? (1919) (!1905) (!1929) (!1945)




Wer gründete das Staatliche Bauhaus in Weimar? (Walter Gropius) (!Paul Klee) (!Oskar Schlemmer) (!Marcel Breuer)




Welche Verbindung war für das frühe Bauhaus zentral? (Kunst und Handwerk) (!Sport und Medizin) (!Politik und Militär) (!Landwirtschaft und Handel)




Was wurde im Vorkurs besonders untersucht? (Materialien Formen Farben und Kontraste) (!Nur historische Jahreszahlen) (!Nur das Kopieren alter Meisterwerke) (!Ausschließlich technische Formeln)




In welche Stadt zog das Bauhaus 1925? (Dessau) (!München) (!Hamburg) (!Köln)




Welche Künstler lehrten über Form und Farbe am Bauhaus? (Wassily Kandinsky und Paul Klee) (!Claude Monet und Auguste Renoir) (!Albrecht Dürer und Lucas Cranach) (!Andy Warhol und Roy Lichtenstein)




Mit welchem Bereich ist Gunta Stölzl besonders verbunden? (Weberei und Textilgestaltung) (!Filmregie) (!Gartenbau) (!Operngesang)




Wer entwickelte das Triadische Ballett? (Oskar Schlemmer) (!Walter Gropius) (!Marianne Brandt) (!Hannes Meyer)




Warum endete das Bauhaus 1933? (Es wurde unter nationalsozialistischem Druck geschlossen) (!Es wurde durch ein Erdbeben zerstört) (!Es zog vollständig nach Paris) (!Es wurde in eine Sportschule umgewandelt)




Welche Frage passt am besten zu einer Bauhaus-Analyse? (Wie wirken Form Material Funktion und Herstellung zusammen) (!Wie teuer ist das Werk heute) (!Welche Farbe ist immer die schönste) (!Wie lässt sich jedes Werk gleich benennen)





Memory

Vorkurs Grundlagen des Gestaltens
Metallwerkstatt Lampen und Gefäße
Gunta Stölzl Textilkunst
Oskar Schlemmer Bühne und Bewegung
Walter Gropius Gründung und Architektur
Marcel Breuer Stahlrohrmöbel
Marianne Brandt Geometrische Metallobjekte





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsfeld
Walter Gropius Gründung und Architektur
Wassily Kandinsky Abstraktion und Farbwirkung
Paul Klee Bildnerische Formenlehre
Gunta Stölzl Weberei und Textilgestaltung
Oskar Schlemmer Bühne Körper und Bewegung




...


Kreuzworträtsel

Gropius Wie lautet der Nachname des Bauhausgründers?
Weimar In welcher Stadt wurde das Bauhaus gegründet?
Dessau In welche Stadt zog die Schule 1925?
Vorkurs Wie hieß die grundlegende erste Ausbildungsphase?
Weberei Welche Werkstatt wurde besonders durch Gunta Stölzl geprägt?
Schlemmer Wie lautet der Nachname des Künstlers des Triadischen Balletts?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Das Bauhaus wurde 1919 in

gegründet. Sein erster Direktor war Walter

. Im

untersuchten Lernende grundlegende Eigenschaften von Form, Farbe und Material. Nach dem Umzug arbeitete die Schule in

weiter. Gunta Stölzl prägte besonders die

. Oskar Schlemmer verband Körper, Kostüm und Raum auf der

. Viele Entwürfe sollten ästhetische Wirkung und praktische

verbinden. Unter nationalsozialistischem Druck wurde das Bauhaus 1933

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Formensuche: Fotografiere in Deiner Schule fünf Kreise, Dreiecke oder Rechtecke und ordne sie zu einer digitalen Bildtafel.
  2. Farbkontrast: Gestalte zwei kleine Bilder mit denselben Formen, aber unterschiedlichen Farbkontrasten. Beschreibe die veränderte Wirkung.
  3. Materialexperiment: Falte aus einem Blatt Papier eine stabile, frei stehende Form. Verwende weder Klebstoff noch Heftklammern.
  4. Werkbeschreibung: Wähle ein Bild aus dem Kurs und schreibe eine Beschreibung nur aus beobachtbaren Merkmalen.


Standard

  1. Bauhaus-Plakat: Entwirf ein Plakat für ein Schulfest mit geometrischen Formen, klarer Leserichtung und höchstens drei Hauptfarben.
  2. Produktdesign: Verbessere einen alltäglichen Gegenstand für den Schulranzen. Zeichne Vorderansicht, Seitenansicht und Benutzung.
  3. Fotografie: Erstelle eine Serie aus fünf Fotos mit ungewöhnlichen Perspektiven auf Treppen, Fenster oder Schulmöbel.
  4. Textilmuster: Entwickle ein wiederholbares Muster auf Karopapier und erkläre Rhythmus, Farbwahl und mögliche Verwendung.


Schwer

  1. Designvergleich: Vergleiche ein historisches Bauhausobjekt mit einem heutigen Produkt. Bewerte Funktion, Material, Herstellung und Wirkung.
  2. Ausstellungskonzept: Plane eine kleine Bauhaus-Ausstellung im Klassenraum mit Werken, Beschriftungen, Laufweg und Mitmachstation.
  3. Kritische Bauhausgeschichte: Untersuche Chancen und Benachteiligungen von Frauen am Bauhaus und präsentiere Deine Ergebnisse mit Quellen.
  4. Bühnenprojekt: Entwickle in einer Gruppe ein geometrisches Kostüm aus Pappe und führe eine einminütige Bewegungssequenz auf.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Gestaltungsanalyse: Analysiere ein unbekanntes Alltagsobjekt nach Form, Farbe, Material, Funktion und Herstellung. Begründe, welche Merkmale mit Bauhausideen vereinbar sind.
  2. Transferaufgabe Schulraum: Entwickle zwei konkrete Vorschläge, wie ein Klassenraum funktionaler und zugleich gestalterisch klarer werden könnte.
  3. Urteilsbildung: Prüfe die Aussage „Am Bauhaus war alles schlicht und rechtwinklig“. Widerlege oder differenziere sie mit mindestens drei Bereichen aus dem Kurs.
  4. Entwurfsentscheidung: Wähle zwischen Holz, Metall, Textil und Papier für ein neues Sitzobjekt. Begründe Deine Wahl anhand von Materialeigenschaften und Nutzung.
  5. Bildvergleich: Vergleiche eine Komposition von Kandinsky mit einem Textilmuster von Gunta Stölzl. Untersuche Ordnung, Rhythmus, Farbe und Wirkung.
  6. Gesellschaft und Gestaltung: Erkläre an einem Beispiel, wie gutes Design den Alltag vieler Menschen verbessern kann und wo dabei Zielkonflikte entstehen.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis sind wichtig:

  1. Fachwissen: Du ordnest Gründung, Orte, Personen und Werkstätten richtig ein.
  2. Analysefähigkeit: Du untersuchst Gestaltung mit passenden Fachbegriffen.
  3. Entwurfsprozess: Du dokumentierst Idee, Skizze, Versuch, Überarbeitung und Ergebnis.
  4. Begründung: Du erklärst Entscheidungen zu Form, Farbe, Material und Funktion.
  5. Reflexion: Du benennst Stärken, Grenzen und gesellschaftliche Fragen des Bauhauses.
  6. Präsentation: Du stellst Dein Ergebnis verständlich, geordnet und anschaulich vor.




OERs zum Thema


Freie Medien zum Weiterlernen

  1. Wikimedia Commons: Suche in den Kategorien Bauhaus, Bauhaus Dessau und Bauhaus-Künstler nach frei lizenzierten Bildern.
  2. Bauhaus-Archiv: Nutze Biografien, Chronologien und Objektinformationen für vertiefte Recherchen.
  3. Stiftung Bauhaus Dessau: Erkunde Gebäude, Geschichte, Sammlung und aktuelle Vermittlungsangebote.



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