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Babylonien - Geschichte

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Babylonien - Geschichte




Babylonien - Geschichte


Einleitung

Babylonien bezeichnet eine historische Region im südlichen Mesopotamien, deren politisches, religiöses und kulturelles Zentrum die Stadt Babylon am unteren Euphrat war. Babylonien ist nicht mit Babylon gleichzusetzen: Babylon war eine Stadt, Babylonien ein wechselnd abgegrenzter Herrschafts- und Kulturraum, und Mesopotamien umfasst als moderner Forschungsbegriff einen noch größeren Raum zwischen und um Euphrat und Tigris. Die Ruinen Babylons liegen beim heutigen Hilla im Irak, ungefähr 85 Kilometer südlich von Bagdad.

Dieser aiMOOC richtet sich an Studierende des Fachs Geschichte, eignet sich aber auch für die gymnasiale Oberstufe und die historische Erwachsenenbildung. Du untersuchst mehr als anderthalb Jahrtausende politischer Geschichte: von der Entstehung des altbabylonischen Königtums über die kassitische und assyrisch dominierte Zeit bis zum Neubabylonischen Reich, zur persischen Eroberung und zum langsamen Bedeutungsverlust der Stadt in hellenistischer und parthischer Zeit. Zugleich lernst Du, wie Historikerinnen und Historiker Keilschrifttexte, archäologische Befunde, Bilder, spätere Erzählungen und moderne Rekonstruktionen quellenkritisch miteinander verbinden.

Leitfrage: Wie konnte Babylon über viele politische Umbrüche hinweg zu einem dauerhaften Symbol von Königtum, Wissen, Religion und Großstadt werden?

Arbeitsauftrag zum Medium: Notiere beim Sehen drei Aussagen über die historische Stadt, zwei Aussagen über ihre spätere Erinnerung und eine Frage, die nur durch Quellenkritik beantwortet werden kann.


Kursprofil

Bereich Ausrichtung
Studienfach Geschichte mit Bezügen zu Alte Geschichte, Vorderasiatische Archäologie und Assyriologie
Niveau Einführungs- bis Vertiefungsniveau im Studium; anpassbar für die Oberstufe
Kompetenzen Chronologie, Quellenkritik, Raumgeschichte, Herrschaftsanalyse, Transfer und historische Urteilsbildung
Gegenstand Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht, Religion, Wissenskultur, Stadtgeschichte und Erinnerung
Zeitrahmen Schwerpunkt etwa 2000 bis 100 v. Chr.; Ausblicke bis in die Gegenwart


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du:

  1. Babylonien räumlich und begrifflich einordnen und von Babylon sowie Mesopotamien unterscheiden.
  2. die wichtigsten Phasen vom Altbabylonischen bis zum Neubabylonischen Reich chronologisch erklären.
  3. Herrschaft nicht nur über einzelne Könige, sondern über Institutionen, Ressourcen, Religion, Gewalt und Kommunikation analysieren.
  4. Codex Hammurapi, Königsinschriften, Chroniken, Verwaltungsurkunden und archäologische Befunde quellenkritisch beurteilen.
  5. die Beziehungen Babyloniens zu Assyrien, Elam, den Hethitern, den Achämeniden und den Gesellschaften der Levante einordnen.
  6. zwischen gesicherten Befunden, plausiblen Rekonstruktionen und umstrittenen Deutungen unterscheiden.
  7. die moderne Rezeption Babylons als Teil von Erinnerungskultur, Museumsgeschichte und Kulturerbepolitik bewerten.


Raum, Umwelt und historische Begriffe

Babylonien lag in der flachen Schwemmlandebene des südlichen Mesopotamien. Niederschläge allein reichten dort für zuverlässigen Ackerbau meist nicht aus. Landwirtschaft war deshalb eng mit Bewässerungskanälen, Deichen, Wasserverteilung und gemeinschaftlich organisierter Arbeit verbunden. Die Flüsse ermöglichten Transport und Handel, konnten aber durch Laufverlagerungen, Überschwemmungen oder Versandung zugleich Risiken erzeugen. Umweltbedingungen bestimmten die Geschichte nicht automatisch; sie eröffneten und begrenzten vielmehr Handlungsmöglichkeiten für Haushalte, Tempel, Paläste und lokale Verwaltungen.

Der Name Babylonien wird in der Forschung für den politischen und kulturellen Raum verwendet, der im frühen zweiten Jahrtausend v. Chr. zunehmend von Babylon geprägt wurde. Seine Grenzen waren nie dauerhaft. Je nach Epoche konnte babylonische Herrschaft große Teile Mesopotamiens umfassen oder auf ein kleineres Kerngebiet zusammenschrumpfen. Auch nach dem Ende politischer Unabhängigkeit im Jahr 539 v. Chr. bestanden babylonische Institutionen, Schreibertraditionen und lokale Identitäten fort.

Kartenkritik: Die Karte zeigt zwei Herrschaftsstände aus der Regierungszeit Hammurabis. Prüfe, ob sie politische Kontrolle, militärische Reichweite, Tributbeziehungen oder kulturellen Einfluss abbildet. Historische Karten sind Deutungen und keine neutralen Abbilder vergangener Räume.


Quellen und Methoden

Die Geschichte Babyloniens ist außergewöhnlich quellenreich, aber nicht lückenlos. Zehntausende beschriftete Tontafeln überliefern Verträge, Briefe, Gerichtsentscheidungen, Abrechnungen, Schultexte, Omina, astronomische Beobachtungen und historische Chroniken. Königsinschriften schildern Bauprojekte und Siege aus der Perspektive der Herrschaft. Archäologische Befunde erschließen Stadtmauern, Tempel, Paläste, Wohnviertel, Keramik und Umweltspuren. Spätere griechische Autoren und biblische Texte prägten das Bild Babylons stark, entstanden jedoch in eigenen politischen, religiösen und literarischen Zusammenhängen.

Bei jeder Quelle solltest Du mindestens fünf Fragen stellen:

  1. Urheberschaft: Wer ließ den Text oder das Objekt herstellen?
  2. Entstehungssituation: Wann, wo und unter welchen Bedingungen entstand die Quelle?
  3. Adressierung: Für wen war sie bestimmt und wer konnte sie wahrnehmen?
  4. Zweck: Sollte sie verwalten, legitimieren, erinnern, unterrichten, warnen oder verehren?
  5. Überlieferung: Ist sie vollständig, versetzt, kopiert, rekonstruiert oder nur durch spätere Abschriften bekannt?

Methodenimpuls: Das Video stellt Assyriologie als Verbindung von Sprachwissenschaft, Geschichte und Archäologie vor. Formuliere anschließend, warum die Übersetzung eines Keilschrifttextes bereits eine historische Interpretation ist.


Chronologie als Forschungsproblem

Datierungen des zweiten Jahrtausends v. Chr. hängen teilweise von verschiedenen chronologischen Modellen ab. In diesem Kurs wird für die alt- und mittelbabylonische Geschichte überwiegend die verbreitete mittlere Chronologie verwendet. Deshalb werden etwa Hammurabis Regierungszeit mit 1792 bis 1750 v. Chr. und der hethitische Angriff auf Babylon mit ungefähr 1595 v. Chr. angegeben. In anderen Chronologiesystemen können diese Daten um Jahrzehnte abweichen. Für wissenschaftliches Arbeiten ist es wichtig, das verwendete System offenzulegen, statt scheinbar absolute Genauigkeit vorzutäuschen.


Historischer Überblick


Voraussetzungen: Sumer, Akkad und die Zeit nach Ur III

Babylonien entstand nicht aus dem Nichts. Südmesopotamische Städte verfügten bereits im dritten Jahrtausend v. Chr. über lange Traditionen urbaner Organisation, Tempelwirtschaft, Schriftlichkeit und Königtum. Auf die Reiche von Akkad und der Ur-III-Zeit folgte um 2000 v. Chr. eine politisch vielfältige Epoche. Dynastien in Isin, Larsa, Ešnunna, Mari und anderen Städten konkurrierten um Land, Wasserwege, Handelsverbindungen und symbolische Vorrangstellung.

Viele Herrscher dieser Zeit werden als Amoriter bezeichnet. Dieser Begriff benennt Gruppen und Dynastien mit westsemitischen Namen, darf aber nicht als starre ethnische Einheit verstanden werden. Politische Zugehörigkeit, Sprache, lokale Tradition und Familiennetzwerke überlagerten einander. Babylon war zunächst nur eine von mehreren konkurrierenden Städten.


Das Altbabylonische Reich und Hammurabi

Die erste Dynastie von Babylon begann nach mittlerer Chronologie ungefähr 1894 v. Chr. Unter Hammurapi stieg Babylon im 18. Jahrhundert v. Chr. zur führenden Macht Mesopotamiens auf. Hammurabi regierte ungefähr von 1792 bis 1750 v. Chr. Er nutzte wechselnde Bündnisse, militärische Feldzüge, Diplomatie, Kanalbau und die Integration eroberter Gebiete. Gegen Ende seiner Herrschaft kontrollierte er unter anderem Gebiete, die zuvor von Larsa, Ešnunna und Mari geprägt worden waren.

Hammurabis Reich war jedoch kein moderner Flächenstaat mit überall gleicher Verwaltung. Herrschaft beruhte auf persönlichen Loyalitäten, lokalen Amtsträgern, Garnisonen, Abgaben, Kommunikationswegen und der Fähigkeit, Konflikte zu entscheiden. Bereits unter seinen Nachfolgern gingen viele Gebiete wieder verloren.


Der sogenannte Codex Hammurapi

Der Codex Hammurapi ist eine ungefähr 2,25 Meter hohe Stele mit einem Prolog, einer Sammlung von 282 Rechtssprüchen nach moderner Zählung und einem Epilog. Im Relief steht Hammurabi vor dem Gott Šamaš, der mit Sonne, Recht und Gerechtigkeit verbunden war. Der Text behandelt unter anderem Eigentum, Handel, Schulden, Landwirtschaft, Familie, Körperverletzung, Arbeit und Sklaverei.

Die Bezeichnung Codex kann irreführen. Die Stele ist kein Gesetzbuch im modernen Sinn und nicht die älteste bekannte Rechtssammlung. Viele Bestimmungen sind kasuistisch formuliert: Auf einen angenommenen Fall folgt eine Rechtsfolge. Die Sammlung zeigt soziale Statusunterschiede und verbindet Recht mit königlicher Legitimation. In der Forschung ist umstritten, ob sie vor allem geltendes Recht, gelehrte Musterfälle, königliche Gerechtigkeitsideologie oder mehrere Funktionen zugleich repräsentierte.

Quellenübung: Wähle einen Rechtsspruch in einer wissenschaftlichen Übersetzung. Trenne Tatbestand, Rechtsfolge, soziale Voraussetzungen und implizite Wertordnung. Vermeide dabei die unhistorische Annahme, moderne Rechtsbegriffe ließen sich unverändert übertragen.


Krise, hethitischer Angriff und kassitische Herrschaft

Nach Hammurabis Tod verlor die erste Dynastie schrittweise an Macht. Um 1595 v. Chr. griff der hethitische König Muršili I. Babylon an. Der Feldzug markiert in der mittleren Chronologie das Ende der altbabylonischen Dynastie, doch die anschließende Entwicklung ist nur teilweise rekonstruierbar.

In der mittelbabylonischen Epoche herrschten die Kassiten mehrere Jahrhunderte über Babylonien, ungefähr von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts v. Chr. Sie übernahmen viele babylonische Traditionen, förderten Tempel und verwendeten die babylonische Schriftkultur. Die Hauptstadt lag zeitweise in Dur-Kurigalzu. Grenzsteine und Stiftungsurkunden, oft als Kudurru bezeichnet, dokumentieren Landzuweisungen, Privilegien und göttliche Schutzformeln.

Die kassitische Zeit war keine bloße Unterbrechung zwischen zwei bekannteren Reichen. Sie stabilisierte Babylonien langfristig, intensivierte internationale Beziehungen und festigte Babylon als religiösen Bezugspunkt. Zugleich kam es zu Konflikten mit Assyrien und Elam. Um 1155 v. Chr. beendeten elamische Angriffe die kassitische Dynastie.


Vom 12. bis zum 8. Jahrhundert v. Chr.

Nach dem Ende der Kassiten folgten mehrere Dynastien und Phasen politischer Zersplitterung. Die zweite Dynastie von Isin brachte mit Nebukadnezar I. im 12. Jahrhundert v. Chr. einen bedeutenden Herrscher hervor, der die zuvor nach Elam verschleppte Mardukstatue zurückführte. Die Rückkehr eines Kultbildes war politisch und religiös bedeutsam, weil göttliche Präsenz, Stadtordnung und legitimes Königtum eng miteinander verbunden waren.

Im ersten Jahrtausend v. Chr. beeinflussten aramäische und chaldäische Gruppen die politische Landschaft. Stadteliten, Stammesverbände und auswärtige Großmächte konkurrierten. Babylon blieb trotz instabiler Herrschaft ein Zentrum mit enormem religiösem Prestige. Gerade deshalb strebten assyrische Könige häufig danach, nicht nur das Gebiet zu kontrollieren, sondern auch als legitime Könige Babylons anerkannt zu werden.


Assyrische Vorherrschaft und babylonischer Widerstand

Seit dem 9. Jahrhundert v. Chr. griff das Neuassyrische Reich immer stärker in Babylonien ein. Tiglat-Pileser III. nahm 729 v. Chr. selbst den babylonischen Königstitel an. In den folgenden Jahrzehnten wechselten direkte assyrische Herrschaft, eingesetzte Könige, lokale Aufstände und chaldäische Gegenherrschaft.

Marduk-apla-iddina II., in biblischen Texten Merodach-Baladan genannt, konnte Babylon zeitweise kontrollieren. Der assyrische König Sanherib ließ Babylon 689 v. Chr. nach langjährigen Konflikten schwer zerstören. Sein Nachfolger Asarhaddon begann den Wiederaufbau. Unter Assurbanipal führte der Aufstand seines Bruders Šamaš-šuma-ukin, der als König von Babylon eingesetzt worden war, zu einem verheerenden Bürgerkrieg. Diese Ereignisse zeigen, dass Babylonien nicht einfach eine passive Provinz war: lokale Eliten, Tempel, Städte und Dynastien verfolgten eigene Interessen.


Das Neubabylonische Reich

Im Jahr 626 v. Chr. etablierte sich Nabopolassar als König von Babylon und begründete die neubabylonische Dynastie. Gemeinsam mit den Medern und weiteren Verbündeten besiegten babylonische Truppen das geschwächte Assyrien. Ninive fiel 612 v. Chr.; nach weiteren Kämpfen endete die assyrische Großmachtstellung.

Nabopolassars Sohn Nebukadnezar II. regierte von 605 oder 604 bis 562 v. Chr. Er sicherte babylonische Herrschaft über weite Teile der Levante, kämpfte gegen Ägypten und ließ Babylon monumental ausbauen. Jerusalem wurde 597 v. Chr. eingenommen. Nach einer weiteren Rebellion zerstörten babylonische Truppen die Stadt und den ersten Tempel 587 oder 586 v. Chr. Teile der Bevölkerung wurden deportiert. Das sogenannte Babylonische Exil prägte die Geschichte des antiken Judentums tief, darf aber weder als vollständige Entvölkerung Judas noch als einziges Beispiel altorientalischer Deportationspolitik verstanden werden.

Königliche Bauinschriften Nebukadnezars berichten ausführlich von Tempeln, Mauern, Toren, Kaianlagen und Palästen. Solche Texte dokumentieren reale Bauprogramme, stellen den König aber zugleich als von den Göttern berufenen Erneuerer dar. Historische Information und Herrschaftspropaganda sind daher gemeinsam zu analysieren.


Die Stadt Babylon unter Nebukadnezar II.

Das Ischtar-Tor, die Prozessionsstraße, der Marduktempel Esagila, die Zikkurat Etemenanki, Paläste und Befestigungen machten Babylon zu einer inszenierten Residenz- und Kultstadt. Blau glasierte Ziegel und Tierreliefs verbanden technische Meisterschaft mit religiöser Symbolik. Löwen konnten mit Ištar, Stiere mit dem Wettergott Adad und drachenartige Mušḫuššu-Wesen mit Marduk verbunden werden.

Bildanalyse: Untersuche Material, Farbe, Maßstab, Tiermotive und Wegführung. Erkläre anschließend, wie Architektur religiöse Erfahrung und politische Macht zugleich inszenieren konnte.

Die berühmten Hängenden Gärten gehören zu den Sieben Weltwundern der Antike. Ihre Existenz in Babylon ist jedoch archäologisch und textlich nicht sicher belegt. Antike Beschreibungen entstanden überwiegend später; einige Forschende vermuten, dass Berichte über königliche Gärten in Ninive auf Babylon übertragen wurden. Eine seriöse Darstellung muss daher zwischen antiker Überlieferung, moderner Popularität und gesichertem Befund unterscheiden.


Nabonid und das Ende der politischen Unabhängigkeit

Nach Nebukadnezar II. folgten mehrere kurz regierende Könige. Nabonid herrschte von 556 bis 539 v. Chr. Er förderte besonders den Mondgott Sin, hielt sich lange in Tayma in Nordarabien auf und überließ seinem Sohn Belšazar wichtige Aufgaben in Babylonien. Konflikte mit Teilen der Marduk-Priesterschaft werden in Quellen betont, doch diese Quellen können die nachfolgende persische Herrschaft legitimieren und müssen kritisch gelesen werden.

539 v. Chr. besiegte Kyros II. die babylonische Armee bei Opis. Sippar und anschließend Babylon gerieten unter persische Kontrolle. Die babylonische Chronik beschreibt die Einnahme Babylons ohne größere Kämpfe in der Stadt. Andere spätere Traditionen erzählen den Vorgang anders. Mit der Eroberung endete das Neubabylonische Reich, nicht jedoch das städtische und kulturelle Leben Babylons.

Der Kyros-Zylinder stellt Kyros in babylonischer Sprache und in babylonischen Herrschaftsformen als von Marduk erwählten Wiederhersteller von Ordnung und Kulten dar. Er ist eine wichtige Quelle für persische Legitimationspolitik. Die moderne Bezeichnung als erste Menschenrechtserklärung ist historisch problematisch, weil sie einen antiken königlichen Propagandatext mit modernen universalen Rechtsvorstellungen gleichsetzt.

Vergleichsauftrag: Vergleiche die Darstellung der Eroberung im Kyros-Zylinder mit der Babylonischen Chronik. Achte auf Gattung, Auftraggeber, Gottesbezug, Auslassungen und politische Zielsetzung.


Babylon unter Persern, Makedonen, Seleukiden und Parthern

Unter den Achämeniden blieb Babylon eine bedeutende Residenz, Verwaltungsstadt und Kultmetropole. Babylonische Schreiber führten Verwaltung, Astronomie und Gelehrsamkeit fort. Aufstände gegen persische Herrschaft zeigen, dass Integration und Konflikt nebeneinander bestanden. Ältere Erzählungen von einer vollständigen Zerstörung der Stadt unter Xerxes I. werden in der Forschung differenziert beurteilt.

Alexander der Große zog 331 v. Chr. nach dem Sieg über Dareios III. in Babylon ein. Er plante umfangreiche Maßnahmen und starb 323 v. Chr. in der Stadt. In den Kämpfen seiner Nachfolger blieb Babylon strategisch wichtig. Die Gründung und Förderung von Seleukeia am Tigris zu Beginn des 3. Jahrhunderts v. Chr. verlagerte jedoch Bevölkerung und politische Funktionen. Babylon verlor schrittweise an Bedeutung, blieb aber über lange Zeit bewohnt. Babylonische astronomische und kultische Schrifttraditionen lassen sich noch in hellenistischer und parthischer Zeit nachweisen; die letzten datierbaren Keilschrifttexte gehören in die ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung.


Herrschaft, Staat und politische Kommunikation

Babylonische Königsherrschaft verband militärische Macht, richterliche Autorität, Tempelfürsorge, Baupolitik und göttliche Legitimation. Der König sollte Gerechtigkeit sichern, Kanäle instand halten, Heiligtümer versorgen, Feinde abwehren und den Wohlstand des Landes fördern. Diese Ideale standen in Königsinschriften prominent im Vordergrund, sagen aber nicht automatisch, wie Herrschaft im Alltag funktionierte.

Palast und Tempel waren große Institutionen mit Land, Arbeitskräften, Speichern und Verwaltungsapparaten. Daneben bestanden städtische Versammlungen, Familienunternehmen, Händlernetzwerke und lokale Amtsträger. Babylonische Reiche waren deshalb weder reine Tempelwirtschaften noch vollständig zentralisierte Staaten. Ihre Funktionsweise veränderte sich je nach Epoche.

Herrschaft wurde räumlich kommuniziert: durch Stadtmauern, Prozessionswege, Stelen, Kultbilder, Siegel, öffentliche Rituale und schriftliche Befehle. Deportationen dienten dazu, Widerstand zu brechen, Arbeitskräfte zu verlagern und strategische Regionen neu zu ordnen. Sie verursachten Gewalt und Entwurzelung, konnten aber auch neue Gemeinschaften, Wirtschaftsbeziehungen und kulturelle Kontakte entstehen lassen.


Gesellschaft, Wirtschaft und Recht


Soziale Ordnung

Babylonische Gesellschaften bestanden aus königlichen Familien, Tempelpersonal, Beamten, Soldaten, Kaufleuten, Handwerkern, Bauern, abhängigen Arbeitskräften und versklavten Menschen. Rechtstexte unterscheiden Statusgruppen, doch diese Kategorien dürfen nicht als vollständige Beschreibung der Gesellschaft missverstanden werden. Vermögen, Geschlecht, Familiennetzwerke, berufliche Position, Herkunft und Nähe zu Institutionen beeinflussten Handlungsmöglichkeiten.

Frauen konnten je nach Epoche und sozialer Stellung Eigentum besitzen, Mitgift verwalten, Geschäfte führen, als Priesterinnen wirken oder vor Gericht auftreten. Gleichzeitig waren viele Lebensbereiche patriarchal organisiert. Eheverträge, Erbregeln und Scheidungsbestimmungen zeigen sowohl rechtliche Handlungsspielräume als auch strukturelle Ungleichheiten.


Landwirtschaft, Arbeit und Handel

Gerste, Datteln, Sesam und Viehhaltung bildeten wichtige Grundlagen der Wirtschaft. Kanäle ermöglichten Bewässerung und Transport. Silber diente häufig als Recheneinheit und Zahlungsmittel, während Naturalien weiterhin zentral blieben. Händler verbanden Babylonien mit Anatolien, der Levante, dem Iranischen Hochland und dem Persischen Golf.

Tempel und Paläste organisierten umfangreiche Produktion und Verteilung, doch private Haushalte und Unternehmer spielten ebenfalls eine bedeutende Rolle. Archive wie das der Familie Egibi aus neubabylonischer und persischer Zeit dokumentieren Kredite, Pacht, Handel, Immobilien und komplexe Geschäftsbeziehungen. Wirtschaftsgeschichte lässt sich daher nur durch das Zusammenspiel institutioneller und privater Quellen erfassen.


Recht als Praxis und Ideologie

Recht entstand nicht allein durch königliche Sammlungen. Verträge, Zeugenaussagen, Eide, Richterkollegien, lokale Gewohnheiten und administrative Entscheidungen prägten die Praxis. Der Codex Hammurapi ist deshalb zusammen mit Gerichts- und Alltagsdokumenten zu lesen. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen normativen Texten und tatsächlich belegten Entscheidungen.

Eine historische Rechtsanalyse fragt nicht nur, welche Strafe vorgesehen war. Sie untersucht auch, wer klagen konnte, welche Beweise anerkannt wurden, wie Status und Geschlecht wirkten, welche Institutionen Vollstreckung ermöglichten und warum ein König Recht öffentlich mit seiner Person verband.


Religion, Kult und Wissenskultur


Marduk, Tempel und Neujahrsfest

Marduk wurde zum Hauptgott Babylons und gewann mit dem politischen Aufstieg der Stadt überregionale Bedeutung. Sein Tempel Esagila und die Zikkurat Etemenanki bildeten zentrale Bezugspunkte der Stadt. Im Akitu-Fest zum babylonischen Neujahr wurden göttliche Ordnung, Königtum und städtische Gemeinschaft rituell erneuert. Rituale waren damit nicht bloß private Frömmigkeit, sondern Teil politischer Kommunikation.

Die babylonische Götterwelt blieb vielfältig. Ištar, Šamaš, Sin, Nabu, Ea, Adad und viele lokale Gottheiten besaßen eigene Kulte. Könige mussten die Heiligtümer verschiedener Städte berücksichtigen. Der Vorrang Marduks bedeutete daher keine einfache Abschaffung anderer Traditionen.


Literatur und Schreiberbildung

Babylonische Gelehrte schrieben in Akkadisch, bewahrten aber Sumerisch als Kult- und Gelehrtensprache. In Schreiberschulen wurden Zeichenlisten, Wortlisten, Mathematik, Literatur, Omenkunde und Verwaltungstexte kopiert. Das Gilgamesch-Epos, das Weltschöpfungsepos Enūma eliš, Weisheitstexte, Gebete und Klagen sind in babylonischen Fassungen überliefert.

Lernauftrag: Rekonstruiere aus dem Video, welche Fähigkeiten ein Schreiber erwerben musste. Ordne jede Fähigkeit einer möglichen gesellschaftlichen Funktion zu.


Mathematik, Astronomie und Weltdeutung

Babylonische Mathematik nutzte ein Stellenwertsystem mit der Basis 60. Spuren davon leben in der Einteilung von Stunde und Winkel fort, doch direkte Entwicklungslinien sollten nicht vorschnell behauptet werden. Gelehrte berechneten Flächen, Volumina, Zinsen und Zahlenprobleme.

Über Jahrhunderte aufgezeichnete Himmelsbeobachtungen ermöglichten die Erkennung regelmäßiger Muster. Astronomische Tagebücher verbanden Planetenstände, Mondphasen, Preise, Wetter und politische Ereignisse. Moderne Kategorien wie Astronomie und Astrologie waren in der babylonischen Wissenskultur nicht strikt getrennt.

Objektanalyse: Die sogenannte Babylonische Weltkarte ist keine moderne maßstabsgerechte Karte. Untersuche, welche Orte, Grenzen und kosmologischen Vorstellungen sie ordnet und welche Perspektive dadurch sichtbar wird.


Babylon als gebaute und erinnerte Stadt

Die Topografie Babylons ist vor allem für die neubabylonische Zeit rekonstruierbar. Der Euphrat durchquerte die Stadt. Mauerringe, Tore, Tempel, Paläste, Wohnquartiere und Prozessionswege gliederten den Raum. Lehmziegel waren das wichtigste Baumaterial; gebrannte und glasierte Ziegel wurden gezielt für besonders belastete oder repräsentative Bereiche eingesetzt.

Ausgrabungen unter Robert Koldewey legten zwischen 1899 und 1917 zentrale Bereiche frei. Die damalige Praxis der Fundteilung brachte zahlreiche Originalfragmente nach Berlin, wo Teile des Ischtar-Tores und der Prozessionsstraße rekonstruiert wurden. Dadurch entstanden bedeutende Forschungs- und Bildungsobjekte, zugleich aber bis heute diskutierte Fragen nach kolonialen Machtverhältnissen, Eigentum, Kontextverlust und Restitution.

Im Irak wurden im 20. Jahrhundert Teile Babylons rekonstruiert, besonders während der Herrschaft Saddam Husseins. Manche Neubauten überlagerten antike Schichten oder vermittelten ein modern politisiertes Bild der Vergangenheit. Nach 2003 verursachte die militärische Nutzung des Geländes weitere Schäden. 2019 wurde Babylon in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Denkmalschutz muss heute archäologische Forschung, lokale Interessen, Tourismus, internationale Kooperation und die Bewahrung verschiedener Zeitschichten miteinander verbinden.

Diskussionsfrage: Wer darf über Rekonstruktion, Präsentation und Nutzung eines Welterbeortes entscheiden? Entwickle Kriterien, die wissenschaftliche Verantwortung und die Rechte lokaler Gemeinschaften verbinden.


Babylon in Bibel, Antike und Moderne

Babylon wurde weit über seine politische Geschichte hinaus zu einem Symbol. Biblische Texte erinnern Eroberung und Exil, deuten Babylon aber je nach Gattung und Entstehungszeit unterschiedlich. Die Erzählung vom Turmbau zu Babel wurde häufig mit Etemenanki verbunden, ist jedoch keine unmittelbare Bauinschrift der Zikkurat. In der Offenbarung des Johannes erscheint Babylon als Chiffre imperialer Gewalt und moralischer Verderbnis.

Griechische und römische Autoren beschrieben Babylon als gewaltige, reiche und teilweise wunderhafte Stadt. Ihre Berichte sind wertvoll, müssen aber mit zeitgenössischen Keilschriftquellen und archäologischen Befunden verglichen werden. In europäischer Kunst, Literatur, Musik und politischer Sprache wurde Babylon später zum Bild für Luxus, Vielsprachigkeit, Unterdrückung, Metropole oder kulturellen Niedergang.

Rezeptionsaufgabe: Trenne im Video archäologische Befunde, antike Texte und spätere künstlerische Vorstellungen. Markiere, an welcher Stelle aus einer historischen Stadt ein kulturelles Symbol wird.


Forschungskontroversen

Historische Forschung lebt von begründeter Auseinandersetzung. Für Babylonien sind besonders folgende Debatten wichtig:

  1. Chronologie: Wie lassen sich relative Königslisten, astronomische Angaben, Dendrodaten und archäologische Schichten zu absoluten Daten verbinden?
  2. Funktion der Rechtssammlung: War der Text Rechtsnorm, Lehrwerk, Denkmalschrift, Sammlung von Präzedenzfällen oder eine Kombination?
  3. Ort der Hängenden Gärten: Gab es sie in Babylon, in Ninive oder nur als literarisch verdichtete Vorstellung?
  4. Einnahme von 539 v. Chr.: Wie sind persische Selbstdarstellung, babylonische Chronik und spätere Erzählungen gegeneinander abzuwägen?
  5. Größe und Bevölkerung: Welche Aussagen erlauben Mauern, Siedlungsflächen und Texte, ohne moderne Bevölkerungszahlen zu erfinden?
  6. Musealisierung und Restitution: Wie sind Grabungsgeschichte, Fundteilung, Erhaltung und Herkunftsgesellschaften zu berücksichtigen?
  7. Authentizität: Wann hilft eine bauliche Rekonstruktion beim Verstehen und wann verdeckt sie den archäologischen Befund?


Zeittafel

Zeitraum Ereignis oder Phase Historische Bedeutung
ungefähr 2000 bis 1894 v. Chr. Konkurrenz von Isin, Larsa, Ešnunna, Mari und weiteren Zentren Politische Voraussetzungen für den Aufstieg Babylons
ungefähr 1894 bis 1595 v. Chr. Erste Dynastie von Babylon Entstehung des Altbabylonischen Reiches
1792 bis 1750 v. Chr. Regierung Hammurabis Reichsbildung, Verwaltung und berühmte Rechtssammlung
ungefähr 1595 v. Chr. Hethitischer Angriff auf Babylon Ende der ersten Dynastie nach mittlerer Chronologie
ungefähr Mitte 16. bis Mitte 12. Jahrhundert v. Chr. Kassitische Herrschaft Langfristige politische Stabilisierung und internationale Vernetzung
729 v. Chr. Tiglat-Pileser III. wird König von Babylon Verstärkte assyrische Kontrolle
689 v. Chr. Zerstörung Babylons durch Sanherib Höhepunkt des assyrisch-babylonischen Konflikts
626 bis 605 v. Chr. Nabopolassar Gründung des Neubabylonischen Reiches
612 v. Chr. Fall Ninives Zusammenbruch des neuassyrischen Machtzentrums
605 oder 604 bis 562 v. Chr. Nebukadnezar II. Expansion und monumentaler Ausbau Babylons
597 sowie 587 oder 586 v. Chr. Eroberungen Jerusalems Deportationen und Beginn des Babylonischen Exils
539 v. Chr. Eroberung durch Kyros II. Ende des Neubabylonischen Reiches, Beginn persischer Herrschaft
331 v. Chr. Einzug Alexanders Babylon wird Zentrum makedonischer Planungen in Asien
323 v. Chr. Tod Alexanders in Babylon Ausgangspunkt der Diadochenkonflikte
2019 Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste Internationale Anerkennung und Verpflichtung zum Schutz


Schlüsselbegriffe

Begriff Historische Bedeutung
Babylon Stadt am Euphrat, politisches und religiöses Zentrum verschiedener Reiche
Babylonien Wandelbarer Herrschafts- und Kulturraum im südlichen Mesopotamien
Keilschrift Auf Tontafeln und Monumenten verwendetes Schriftsystem
Hammurapi Altbabylonischer König und Reichsbildner des 18. Jahrhunderts v. Chr.
Codex Hammurapi Königliche Sammlung von Rechtssprüchen mit Prolog und Epilog
Kassiten Dynastie der mittelbabylonischen Zeit
Marduk Hauptgott Babylons und Bezugspunkt königlicher Legitimation
Nabopolassar Begründer des Neubabylonischen Reiches
Nebukadnezar II. Neubabylonischer König, Eroberer und Bauherr
Nabonid Letzter König des Neubabylonischen Reiches
Kyros II. Achämenidischer Eroberer Babylons
Zikkurat Gestufter mesopotamischer Tempelturm
Akitu Neujahrsfest mit religiöser und politischer Bedeutung
Königsinschrift Herrschaftsnahe Quelle über Bauten, Siege und Legitimation


Zusammenfassung

  1. Raumgeschichte: Babylonien entstand im südlichen Mesopotamien und war durch Flüsse, Kanäle, Städte und wechselnde Grenzen geprägt.
  2. Politische Geschichte: Babylon stieg unter Hammurabi auf, blieb unter Kassiten und Assyrern zentral und wurde unter Nabopolassar und Nebukadnezar II. erneut Großmachtzentrum.
  3. Herrschaft: Königtum beruhte auf Militär, Verwaltung, Recht, Baupolitik, Tempelfürsorge und göttlicher Legitimation.
  4. Gesellschaft: Status, Familie, Geschlecht, Vermögen, Beruf und institutionelle Bindung bestimmten ungleiche Handlungsspielräume.
  5. Wirtschaft: Bewässerungslandwirtschaft, Handel, Kredit und das Zusammenwirken von Tempel, Palast und privaten Akteuren waren entscheidend.
  6. Wissenskultur: Keilschriftgelehrte bewahrten und entwickelten Literatur, Mathematik, Astronomie, Recht und Divination.
  7. Quellenkritik: Monumente, Chroniken, Rechts- und Verwaltungsdokumente sowie spätere Erzählungen verfolgen unterschiedliche Zwecke.
  8. Rezeption: Babylon wurde zur religiösen, politischen und kulturellen Chiffre, die oft weiter von der historischen Stadt entfernt ist als vom jeweiligen Kontext ihrer Verwendung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aussage unterscheidet Babylon, Babylonien und Mesopotamien korrekt? (Babylon war eine Stadt, Babylonien eine Region und Mesopotamien ein größerer Kulturraum) (!Babylonien war nur ein Tempel innerhalb Babylons) (!Babylon und Mesopotamien waren zwei Namen für denselben König) (!Mesopotamien bezeichnete ausschließlich das Neubabylonische Reich)




In welcher Epoche regierte Hammurabi? (Im Altbabylonischen Reich) (!Im Achämenidenreich) (!Im Partherreich) (!Im Römischen Reich)




Warum ist die Bezeichnung Codex Hammurapi erklärungsbedürftig? (Die Stele ist kein Gesetzbuch im modernen Sinn) (!Der Text wurde ausschließlich in griechischer Sprache verfasst) (!Die Stele enthält nur astronomische Tabellen) (!Das Werk entstand erst unter Alexander dem Großen)




Welche Dynastie prägte die mittelbabylonische Epoche über mehrere Jahrhunderte? (Die Kassiten) (!Die Seleukiden) (!Die Ptolemäer) (!Die Sassaniden)




Wer begründete das Neubabylonische Reich? (Nabopolassar) (!Hammurabi) (!Kyros II.) (!Assurbanipal)




Wofür ist Nebukadnezar II. historisch besonders bekannt? (Für Expansion und den monumentalen Ausbau Babylons) (!Für die Gründung des Römischen Reiches) (!Für die Erfindung der Hieroglyphenschrift) (!Für die Zerstörung Babylons im Jahr 689 v. Chr.)




Welches Ereignis beendete 539 v. Chr. das Neubabylonische Reich? (Die Eroberung durch Kyros II.) (!Die Eroberung durch Hammurabi) (!Die Gründung von Ninive) (!Die Rückkehr der Kassiten)




Welche Quelle ist besonders geeignet, alltägliche Wirtschaftsbeziehungen zu untersuchen? (Verträge und Geschäftsurkunden auf Tontafeln) (!Nur moderne Historiengemälde) (!Ausschließlich spätere Sagen) (!Nur königliche Siegesreliefs)




Welche Gottheit stand im Zentrum des offiziellen Kultes von Babylon? (Marduk) (!Zeus) (!Osiris) (!Mars)




Welche Aussage zu den Hängenden Gärten ist wissenschaftlich angemessen? (Ihre Existenz und Lage in Babylon sind nicht sicher belegt) (!Sie sind vollständig erhalten und täglich zugänglich) (!Ihre Erbauer sind durch eine zeitgenössische Bauinschrift zweifelsfrei bekannt) (!Sie lagen nachweislich im Palast von Hammurabi)





Memory

Babylon Zentrum Babyloniens
Hammurabi Altbabylonischer Reichsbildner
Kassiten Mittelbabylonische Herrscherdynastie
Nabopolassar Gründer des Neubabylonischen Reiches
Nebukadnezar Monumentaler Ausbau der Hauptstadt
Kyros Persischer Eroberer
Marduk Stadtgott und Reichsgott
Keilschrift Zentrales Schriftsystem der Quellen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Historische Bedeutung
Hammurabi Altbabylonische Reichsbildung
Kassiten Langfristige mittelbabylonische Herrschaft
Nabopolassar Begründung des Neubabylonischen Reiches
Nebukadnezar Monumentaler Ausbau Babylons
Nabonid Letztes neubabylonisches Königtum
Kyros Beginn der persischen Herrschaft






Kreuzworträtsel

Hammurabi Welcher altbabylonische König ist mit einer berühmten Rechtssammlung verbunden?
Marduk Wie heißt der Hauptgott Babylons?
Kassiten Welche Dynastie prägte die mittelbabylonische Epoche?
Nabopolassar Wer begründete das Neubabylonische Reich?
Keilschrift Welches Schriftsystem dominiert die babylonischen Textquellen?
Euphrat An welchem Fluss lag Babylon?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Babylonien lag im Süden

. Die Stadt Babylon befand sich am Fluss

. Im Altbabylonischen Reich weitete König

die Herrschaft Babylons stark aus. Seine berühmte Stele enthält eine Sammlung von

. Nach dem Ende der ersten Dynastie prägten die

die mittelbabylonische Epoche. Im späten achten und siebten Jahrhundert griff das Reich

wiederholt in Babylonien ein. Das Neubabylonische Reich wurde von

begründet. Unter Nebukadnezar II. wurde das

monumental ausgestaltet. Der Hauptgott Babylons hieß

. Im Jahr 539 v. Chr. eroberte der Perserkönig

Babylon. Die meisten schriftlichen Quellen wurden in

aufgezeichnet. Seit 2019 gehört Babylon zum

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Digitale Zeitleiste: Erstelle eine Zeitleiste mit zwölf Stationen. Kennzeichne politische Ereignisse, kulturelle Entwicklungen und Phasen unsicherer Datierung mit unterschiedlichen Symbolen.
  2. Historische Kartenanalyse: Vergleiche zwei Karten Babyloniens aus unterschiedlichen Epochen. Beschreibe Grenzen, Zentren, Verkehrswege und das jeweilige Karteninteresse.
  3. Biografie eines Objekts: Verfolge den Weg der Hammurabi-Stele, des Kyros-Zylinders oder eines Ziegels vom Herstellungsort über Fund und Museum bis zur heutigen Präsentation.
  4. Begriffsplakat: Gestalte ein Schaubild, das Babylon, Babylonien, Mesopotamien, Chaldäer und Assyrien unterscheidet und mögliche Verwechslungen erklärt.


Standard

  1. Vergleich zweier Eroberungsberichte: Analysiere die Einnahme Babylons 539 v. Chr. anhand des Kyros-Zylinders und einer Babylonischen Chronik. Formuliere ein begründetes Sachurteil über Gemeinsamkeiten und Widersprüche.
  2. Virtuelle Ausstellung: Kuratiere fünf Objekte zum Thema Herrschaftsinszenierung unter Nebukadnezar II. Verfasse zu jedem Objekt eine quellenkritische Beschriftung.
  3. Fachinterview: Befrage eine Person aus Archäologie, Museum, Altorientalistik oder Denkmalpflege zur Frage, wie aus Fragmenten ein Bild der antiken Stadt entsteht. Dokumentiere Vorbereitung, Einwilligung und Auswertung.
  4. Fallanalyse: Wähle drei Rechtssprüche der Hammurabi-Stele und vergleiche sie mit zwei tatsächlich überlieferten Rechtsurkunden. Prüfe, ob Norm und Praxis übereinstimmen.


Schwer

  1. Kontroversenessay: Bewerte die These, die Hängenden Gärten hätten nicht in Babylon, sondern in Ninive gelegen. Trenne Quellenbefund, Argument, Gegenargument und verbleibende Unsicherheit.
  2. Prosopografisches Miniprojekt: Erfasse Personen, Verwandtschaft, Berufe und Transaktionen aus einer kleinen Gruppe übersetzter Wirtschaftstexte. Visualisiere Netzwerke und reflektiere die Grenzen der Daten.
  3. Museumskritik: Vergleiche die Präsentation Babylons in zwei Museen oder digitalen Ausstellungen. Untersuche Objektwahl, Sprache, Provenienzangaben, Rekonstruktion und Perspektiven aus dem Irak.
  4. Policy-Papier: Entwickle ein Schutz- und Vermittlungskonzept für die archäologische Stätte Babylon. Berücksichtige lokale Bevölkerung, Forschung, Tourismus, Klimarisiken, Konfliktfolgen und internationale Verantwortung.




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Lernkontrolle

  1. Periodenvergleich: Erkläre, welche Elemente babylonischer Herrschaft vom Altbabylonischen zum Neubabylonischen Reich fortbestanden und welche sich veränderten. Belege jede Aussage mit mindestens einer Quellengattung.
  2. Babylonien und Assyrien: Analysiere, wie beide Reiche Eroberung, Deportation, lokale Eliten und religiöse Legitimation nutzten. Vermeide eine reine Aufzählung von Königen.
  3. Kyros als Befreier: Beurteile die Aussage, Kyros II. habe Babylon befreit. Unterscheide zeitgenössische Selbstdarstellung, lokale Interessen, Gewaltgeschichte und moderne Erinnerung.
  4. Urbaner Raum: Zeige am Ischtar-Tor, an der Prozessionsstraße und an Esagila, wie Bewegung, Sichtbarkeit und Ritual politische Ordnung erzeugten.
  5. Rechtsordnung als Spiegel: Prüfe, welche sozialen Hierarchien die Hammurabi-Stele sichtbar macht und welche Lebensbereiche durch die Quelle kaum erfasst werden.
  6. Transfer babylonischen Wissens: Entwickle ein Modell, das zwischen direkter Übernahme, langfristiger Tradition, paralleler Entwicklung und moderner Rückprojektion unterscheidet. Wende es auf Mathematik oder Astronomie an.
  7. Verantwortung für Babylon: Entwirf ein begründetes Urteil darüber, wie Originalsubstanz, Rekonstruktionen, Museumsbestände und lokale Nutzung miteinander in Einklang gebracht werden können.




Lernnachweis

Für einen qualifizierten Lernnachweis sind folgende Leistungen wichtig:

  1. Zeitliche Orientierung: Du ordnest zentrale Phasen und Wendepunkte korrekt ein und kennzeichnest Datierungsunsicherheiten.
  2. Räumliche Orientierung: Du unterscheidest Stadt, Region und Großraum und interpretierst historische Karten kritisch.
  3. Quellenanalyse: Du bestimmst Gattung, Urheberschaft, Kontext, Adressaten, Intention, Überlieferung und Aussagegrenzen.
  4. Zusammenhangswissen: Du verbindest Politik mit Religion, Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Wissenskultur.
  5. Historisches Sachurteil: Du entwickelst aus Befunden ein nachvollziehbares Urteil und benennst Gegenargumente.
  6. Reflektiertes Werturteil: Du machst moderne Maßstäbe transparent und vermeidest anachronistische Gleichsetzungen.
  7. Belege und Fachsprache: Du verwendest belastbare Literatur, präzise Begriffe und ein einheitliches Zitationssystem.
  8. Medien- und Objektkritik: Du unterscheidest Original, Rekonstruktion, Visualisierung und populäre Inszenierung.
  9. Forschungsleistung: Du formulierst eine eigene Leitfrage, dokumentierst Arbeitsschritte und reflektierst Grenzen Deiner Ergebnisse.




OERs zum Thema


Quellenbasis und weiterführende freie Angebote

  1. UNESCO World Heritage Centre: Babylon: Informationen zur Welterbestätte und zu ihrem Schutzstatus.
  2. Metropolitan Museum of Art: Babylon: Überblick zur Stadt- und Reichsgeschichte.
  3. Metropolitan Museum of Art: Altbabylonische Zeit: Einführung in die politische und kulturelle Entwicklung.
  4. Metropolitan Museum of Art: Kassitische Zeit: Überblick zur mittelbabylonischen Epoche.
  5. Louvre: The Code of Hammurabi: Objektbeschreibung und historische Einordnung.
  6. British Museum: Cyrus Cylinder: Sammlungsdatensatz zu einer zentralen Quelle der persischen Eroberung.
  7. Wikimedia Commons: Babylon: Freie Bilder, Karten und Objektfotografien.
  8. Cuneiform Digital Library Initiative: Digitale Keilschriftquellen und Metadaten für vertiefte Forschung.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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THE MONKEY DANCE




The Monkey DanceaiMOOCs

  1. Trust Me It's True: #Verschwörungstheorie #FakeNews
  2. Gregor Samsa Is You: #Kafka #Verwandlung
  3. Who Owns Who: #Musk #Geld
  4. Lump: #Trump #Manipulation
  5. Filth Like You: #Konsum #Heuchelei
  6. Your Poverty Pisses Me Off: #SozialeUngerechtigkeit #Musk
  7. Hello I'm Pump: #Trump #Kapitalismus
  8. Monkey Dance Party: #Lebensfreude
  9. God Hates You Too: #Religionsfanatiker
  10. You You You: #Klimawandel #Klimaleugner
  11. Monkey Free: #Konformität #Macht #Kontrolle
  12. Pure Blood: #Rassismus
  13. Monkey World: #Chaos #Illusion #Manipulation
  14. Uh Uh Uh Poor You: #Kafka #BerichtAkademie #Doppelmoral
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  17. Arbeitsheft
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