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BK5 - Sehen, Wirkung und Deutung unterscheiden

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BK5 - Sehen, Wirkung und Deutung unterscheiden




Einleitung

Bilder zeigen etwas – aber wir Menschen machen beim Betrachten noch mehr: Wir sehen sichtbare Einzelheiten, wir erleben eine Wirkung und wir geben dem Gesehenen eine Deutung. Diese drei Schritte liegen oft so nah beieinander, dass wir sie im Alltag vermischen. Genau hier setzt dieser aiMOOC für die Klasse 5 an.

Du trainierst, drei verschiedene Satzanfänge bewusst zu verwenden:

  1. Ich sehe … = Ich beschreibe etwas, das am Bild überprüfbar ist.
  2. Auf mich wirkt … = Ich beschreibe meine persönliche Wirkung und begründe sie mit sichtbaren Merkmalen.
  3. Ich vermute … / Ich deute … = Ich formuliere eine mögliche Erklärung oder Bedeutung und kennzeichne sie als Deutung.

Die wichtigste Regel lautet: Eine Aussage über ein Bild wird stärker, wenn Du zeigen kannst, worauf im Bild sie sich stützt. Deshalb arbeitest Du immer wieder mit Bildbelegen.

In diesem aiMOOC begegnen Dir Kunstwerke, Fotografien, rätselhafte Nahaufnahmen, Kippbilder, optische Täuschungen und Entscheidungssituationen. Manche Bilder lassen mehrere Deutungen zu. Das ist kein Fehler. Entscheidend ist, ob Du Beobachtung, Wirkung und Deutung sauber trennst und Deine Aussagen am Bild überprüfst.

Erster Schnelltest: Schreibe noch vor dem Weiterlesen drei Sätze zu diesem Bild:

  1. Ich sehe …
  2. Auf mich wirkt …
  3. Ich vermute …

Vergleiche anschließend Deine Sätze mit den Regeln dieses aiMOOCs.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du:

  1. sichtbare Merkmale eines Bildes möglichst genau beschreiben.
  2. Beobachtungen von persönlichen Wirkungen unterscheiden.
  3. Vermutungen und Deutungen sprachlich als solche kennzeichnen.
  4. Aussagen mithilfe sichtbarer Bilddetails überprüfen.
  5. erkennen, wenn eine Aussage mehr behauptet, als das Bild sicher zeigt.
  6. mehrere plausible Deutungen zu einem Bild entwickeln.
  7. eine Deutung mit mindestens einem Bildbeleg begründen.
  8. bei Kippbildern und optischen Täuschungen beschreiben, wie Wahrnehmung und Deutung zusammenwirken.
  9. auf Deinem Lernniveau G, M oder E passende Bildaussagen formulieren.


Die drei Blickweisen


Ich sehe … – Beobachtung

Mit Ich sehe … beschreibst Du, was im Bild sichtbar und gemeinsam überprüfbar ist. Andere Personen sollen möglichst auf dieselbe Stelle zeigen können.

Gute Beobachtungen nennen zum Beispiel:

  1. Farben und Helligkeiten
  2. Formen und Linien
  3. Größen und Mengen
  4. Positionen im Bild
  5. sichtbare Körperhaltungen
  6. Gegenstände
  7. Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund
  8. auffällige Kontraste oder Wiederholungen

Beispiel:

„Ich sehe im Vordergrund eine Figur. Beide Hände liegen seitlich am Kopf. Der Mund ist geöffnet. Im Hintergrund befinden sich zwei weitere Figuren.“

Das beschreibt Sichtbares. Der Satz „Die Figur hat große Angst“ wäre dagegen bereits eine Deutung, weil Angst nicht direkt als Gegenstand im Bild sichtbar ist.

Bildcheck: Zeige mit dem Finger auf drei Details, die Du mit „Ich sehe …“ beschreiben kannst. Formuliere erst danach eine Wirkung oder Deutung.


Auf mich wirkt … – Wirkung

Eine Wirkung beschreibt, was ein Bild bei Dir auslöst oder welche Atmosphäre Du wahrnimmst. Wirkungen können sich von Person zu Person unterscheiden.

Mögliche Wörter sind zum Beispiel:

  1. ruhig
  2. unruhig
  3. freundlich
  4. bedrückend
  5. geheimnisvoll
  6. weit
  7. eng
  8. lebendig
  9. kalt
  10. warm
  11. einsam
  12. feierlich

Eine Wirkung wird überzeugender, wenn Du sie mit sichtbaren Merkmalen verbindest.

Schwach: „Das Bild wirkt komisch.“

Stärker: „Auf mich wirkt das Bild unruhig, weil viele Linien geschwungen sind und starke Farbkontraste nebeneinanderliegen.“

Wichtig: Eine Wirkung ist nicht einfach „richtig“ oder „falsch“. Sie soll aber am Bild nachvollziehbar begründet werden.

Auftrag: Ergänze drei unterschiedliche Sätze:

  1. Auf mich wirkt der Himmel …
  2. Auf mich wirkt das Dorf …
  3. Auf mich wirkt das gesamte Bild …

Nenne jeweils mindestens ein sichtbares Detail als Begründung.


Ich vermute … / Ich deute … – Deutung

Eine Deutung geht über das direkt Sichtbare hinaus. Du entwickelst eine mögliche Erklärung, Bedeutung oder Geschichte.

Typische Deutungsfragen sind:

  1. Was könnte gerade geschehen?
  2. Was könnte eine Person denken?
  3. Warum könnte etwas so dargestellt sein?
  4. Wofür könnte eine Farbe, Figur oder Landschaft stehen?
  5. Welche Aussage könnte ein Bild vermitteln?

Deutungen solltest Du sprachlich als Vermutung kennzeichnen:

„Ich vermute, dass …“

„Ich deute die dunkle Fläche als …“

„Eine mögliche Erklärung ist …“

„Das könnte bedeuten, dass …“

„Vielleicht wollte die Bildgestaltung …“

Wichtig: Eine Deutung ist nicht automatisch wahr. Sie wird überzeugender, wenn sie durch Bildbelege gestützt wird und keine sichtbaren Details ignoriert.

Drei mögliche Ebenen:

Ich sehe: Eine Person steht mit dem Rücken zu uns auf einem Felsen. Vor ihr liegen Nebel, Felsen und Berge.

Auf mich wirkt: Die Szene wirkt auf mich still und weit.

Ich deute: Ich vermute, dass die Person über ihren weiteren Weg nachdenkt. Das ist möglich, aber nicht direkt sichtbar.


Die wichtigste Prüffrage: Wo siehst Du das?

Wenn jemand eine Aussage zu einem Bild macht, frage:

„Wo genau im Bild kannst Du das zeigen?“

Damit kannst Du Aussagen sortieren.

Satzart Prüffrage Beispiel
Sehen Kann ich auf eine sichtbare Stelle zeigen? Ich sehe drei helle Sterne im oberen Bildbereich.
Wirkung Ist das meine persönliche Wahrnehmung, und kann ich sie mit Bildmerkmalen begründen? Auf mich wirkt die Fläche kalt, weil überwiegend Blau verwendet wird.
Deutung Gehe ich über das Sichtbare hinaus, und könnte es auch anders sein? Ich vermute, dass die Figur sich einsam fühlt.

Merksatz: Je stärker eine Aussage über Gedanken, Gefühle, Absichten, Ursachen oder Bedeutungen spricht, desto wahrscheinlicher handelt es sich um eine Deutung.


Die Drei-Satz-Methode

Nutze bei jedem unbekannten Bild diese Reihenfolge:

  1. Sehen: Nenne mindestens drei überprüfbare Bilddetails.
  2. Wirkung: Beschreibe eine Wirkung und nenne einen Bildbeleg.
  3. Deutung: Formuliere eine Vermutung und nenne einen Bildbeleg.

Erst danach darfst Du eine zweite Deutung ergänzen.

Diese Reihenfolge schützt Dich davor, eine schnelle Vermutung sofort für eine Tatsache zu halten.


Differenzierung G / M / E

Du kannst alle Aufgaben auf drei Niveaus bearbeiten.

Niveau Dein Auftrag Satzhilfe
G – Grundniveau Formuliere eine sichere Beobachtung, eine Wirkung und eine Vermutung. Ich sehe … / Auf mich wirkt … / Ich vermute …
M – Mittleres Niveau Begründe Wirkung und Deutung jeweils mit einem sichtbaren Bilddetail. …, weil ich im Bild … erkenne.
E – Erweitertes Niveau Prüfe zusätzlich eine alternative Deutung und nenne Bilddetails, die dafür oder dagegen sprechen. Einerseits könnte …, andererseits könnte …; dafür spricht …; dagegen spricht …

G-Tipp: Bleibe zunächst bei Dingen, Farben, Formen und Positionen.

M-Tipp: Verknüpfe jeden Wirkungssatz mit einem „weil“.

E-Tipp: Frage Dich: „Welche zweite Erklärung passt ebenfalls zu denselben Bilddetails?“


Wahrnehmung ist nicht dasselbe wie Deutung

Beim Sehen werden visuelle Informationen verarbeitet und geordnet. Dabei nutzt unser Wahrnehmungssystem unter anderem Kontraste, Formen, räumliche Hinweise und Erfahrungen. Gerade optische Täuschungen zeigen, dass unser erster Eindruck nicht immer mit einer messbaren Eigenschaft übereinstimmt.

Ein besonders gutes Trainingsfeld sind Kippbilder: Dieselben Linien können zu unterschiedlichen Wahrnehmungen führen.

Auftrag:

  1. Beschreibe zuerst nur schwarze und weiße Formen.
  2. Sage danach, welche Gegenstände oder Gesichter Du erkennst.
  3. Prüfe: Welche Deiner Aussagen waren reine Beschreibung und welche bereits Deutung?

Beim sogenannten Vase-Gesichter-Kippbild kann einmal die helle Form als Vase und einmal können die dunklen Randformen als Gesichter wahrgenommen werden. Das Bildmaterial bleibt dabei gleich – die Zuordnung von Figur und Hintergrund wechselt.


Video: Wie optische Täuschungen unser Sehen herausfordern

Videoauftrag G: Notiere zwei Dinge, die Dich überrascht haben.

Videoauftrag M: Notiere ein Beispiel dafür, dass Wahrnehmung mehr ist als bloßes „Abfotografieren“ der Umwelt.

Videoauftrag E: Erkläre, warum optische Täuschungen ein gutes Training für vorsichtige Bilddeutungen sind.


Medienstation 1: Kippbild – Ente oder Hase?

Schau zehn Sekunden auf das Bild.

Runde 1 – Sehen: Vermeide zunächst die Wörter „Ente“ und „Hase“. Beschreibe nur Linien, Kurven, Spitzen, dunkle und helle Bereiche.

Runde 2 – Deuten: Welche zwei Figuren kannst Du erkennen?

Runde 3 – Bildbeleg: Zeige, welches sichtbare Detail in der einen Deutung als Schnabel und in der anderen als Ohren gelesen wird.

Runde 4 – E-Niveau: Erkläre, warum beide Deutungen dieselben Linien verwenden können.

Entscheidungssituation:

Aussage A: „Ich sehe zwei lange, schmale Formen, die links aus der Figur herausragen.“

Aussage B: „Ich sehe die Ohren eines Hasen.“

Aussage C: „Auf mich wirkt das Bild überraschend, weil meine Wahrnehmung wechseln kann.“

Prüfe: Welche Aussage bleibt am nächsten am sichtbaren Material? Welche enthält bereits eine Gegenstandsdeutung? Welche beschreibt eine Wirkung?


Medienstation 2: Rätselhafte Nahaufnahmen

Bei einem Bildausschnitt fehlen Informationen. Dadurch beginnen wir besonders schnell zu raten. Genau das macht Nahaufnahmen zu einem guten Training.


Rätselbild A

Schreibe vor dem Nachschauen oder Anklicken des Dateinamens:

  1. Ich sehe …
  2. Auf mich wirkt …
  3. Ich vermute, dass der Ausschnitt zeigt …

Prüfung: Welche Wörter in Deinem ersten Satz wären auch dann noch korrekt, wenn Deine Vermutung falsch wäre?


Rätselbild B

G: Nenne fünf sichtbare Eigenschaften.

M: Formuliere zwei verschiedene Vermutungen und belege beide.

E: Ordne Deine Aussagen von „sehr sicher“ bis „stark gedeutet“ und begründe die Reihenfolge.


Rätselbild C

Aussagen-Check:

„Ich sehe Metallteile.“ – überprüfbar.

„Das ist eine Hose.“ – sehr plausible Gegenstandsdeutung, aber der Ausschnitt allein zeigt nicht die ganze Hose.

„Auf mich wirkt die Nahaufnahme technisch.“ – Wirkung.

„Die Person trägt gerade diese Hose.“ – nicht durch den Ausschnitt belegt.

Merksatz: Ein Bildausschnitt kann etwas sichtbar zeigen, ohne den gesamten Zusammenhang zu beweisen.


Medienstation 3: Fotografie – Was zeigt das Bild wirklich?

Bei Fotografien glauben wir leicht, sie würden einfach „die Wirklichkeit“ zeigen. Aber auch ein Foto ist ein ausgewählter Ausschnitt: Jemand entscheidet über Blickwinkel, Zeitpunkt, Nähe, Bildgrenze und Aufnahme.

Betrachte das Foto zunächst ohne Hintergrundwissen.

Sichere Beobachtungen könnten sein:

  1. Eine erwachsene Person befindet sich in der Bildmitte.
  2. Mehrere Kinder sind dicht bei ihr.
  3. Zwei Kinder wenden ihre Gesichter von der Kamera ab.
  4. Eine Hand der erwachsenen Person liegt am Gesicht.
  5. Das Foto ist schwarz-weiß.

Vorsicht bei schnellen Deutungen:

„Die Frau ist verzweifelt.“

„Die Kinder haben Angst.“

„Die Familie wartet auf Hilfe.“

Solche Aussagen können möglich sein, sind aber nicht direkt sichtbar. Du solltest sie als Vermutung kennzeichnen und mit Bildmerkmalen begründen.

G: Formuliere zwei Beobachtungen und eine Wirkung.

M: Formuliere eine Deutung und nenne zwei Bildbelege.

E: Formuliere eine zweite Deutung und erkläre, warum ein einzelnes Foto nicht jede Vorgeschichte beweisen kann.


Medienstation 4: Fotografie aus dem Weltraum

Dieses Foto zeigt die Erde über dem Horizont des Mondes.

Trenne wieder:

Sehen: Welche Formen, Farben, Größenverhältnisse und Flächen sind sichtbar?

Wirkung: Wirkt die Erde auf Dich groß, klein, fern, kostbar, einsam oder ganz anders? Begründe.

Deutung: Manche Menschen verbinden solche Bilder mit Gedanken über die Verletzlichkeit der Erde. Ist diese Aussage im Foto direkt sichtbar oder ist sie eine Deutung, die durch die Bildwirkung angeregt wird?

E-Frage: Kann dieselbe sichtbare Kleinheit der Erde sowohl „verletzlich“ als auch „beeindruckend stark“ gedeutet werden? Finde Bildbelege für beide Möglichkeiten.


Medienstation 5: Kunstwerke – Sehen vor Deuten


Johannes Vermeer: Mädchen mit dem Perlenohrring

Formuliere zu dem Gesicht keine Gefühlsbehauptung, bevor Du sichtbare Merkmale beschrieben hast.

Beobachtung: „Der Kopf ist über die Schulter gedreht. Der Mund ist leicht geöffnet. Die Augen blicken in Richtung der Betrachtenden.“

Wirkung: „Auf mich wirkt der Blick direkt.“

Deutung: „Ich vermute, die Figur wolle gerade etwas sagen.“

Prüfe: Der letzte Satz klingt möglich. Kannst Du ihn aber beweisen?


Claude Monet: Impression, Sonnenaufgang

G: Suche drei Farbbereiche.

M: Erkläre, wie Farbkontraste die Wirkung beeinflussen.

E: Entwickle zwei unterschiedliche Deutungen derselben nebligen Atmosphäre.


Vincent van Gogh: Sternennacht

Bildbeleg-Challenge: Jemand sagt: „Die Nacht ist gefährlich.“

  1. Was davon ist sichtbar?
  2. Was ist Wirkung?
  3. Was ist Deutung?
  4. Wie könntest Du den Satz vorsichtiger und genauer umformulieren?

Eine mögliche bessere Formulierung wäre: „Auf mich wirkt der Himmel unruhig, weil die Linien stark geschwungen sind. Deshalb deute ich die Nacht als angespannt.“


Caspar David Friedrich: Wanderer über dem Nebelmeer

Entscheidungssituation:

„Der Mann hat sein Ziel erreicht.“

Kannst Du das im Bild sehen? Nein. Sichtbar ist, dass eine Rückenfigur auf erhöhtem Fels steht und in eine Landschaft blickt. Ob sie ein Ziel erreicht hat, ist eine mögliche Geschichte.

M-Auftrag: Formuliere eine Wirkung, ohne die Gedanken der Person zu behaupten.

E-Auftrag: Schreibe zwei gegensätzliche Deutungen: eine über „Ankommen“, eine über „noch nicht wissen, wie es weitergeht“. Belege beide am Bild.


Edvard Munch: Der Schrei

Sprachfalle: „Die Person schreit.“

Am Bild sichtbar ist unter anderem ein geöffneter Mund. Ob die Person tatsächlich einen Laut ausstößt, können wir aus einem stummen Bild allein nicht hören. Der Titel kann unsere Deutung beeinflussen.

G: Formuliere einen Satz, der nur Sichtbares nennt.

M: Formuliere einen Wirkungssatz mit zwei Bildbelegen.

E: Überlege, wie sich Deine Deutung verändern würde, wenn das Werk einen völlig anderen Titel hätte.


Medienstation 6: Optische Täuschungen als Beweis-Training

Optische Täuschungen sind ideal, um zwischen Eindruck und überprüfbarer Eigenschaft zu unterscheiden.


Müller-Lyer-Täuschung

Die waagerechten Linien können unterschiedlich lang wirken. In der dargestellten Vergleichsversion sind sie jedoch gleich lang.

G: Beschreibe Deinen ersten Eindruck.

M: Miss mit Lineal oder Papierstreifen nach.

E: Erkläre den Unterschied zwischen „wirkt länger“ und „ist länger“.

Sprachtraining:

Ungenau: „Die mittlere Linie ist länger.“

Besser: „Die mittlere Linie wirkt auf mich länger.“

Nach dem Prüfen: „Beim Nachmessen zeigt sich, dass die Linien gleich lang sind.“


Adelsons Schachbrett-Täuschung

Die markierten Felder A und B wirken unterschiedlich hell, obwohl sie in der Darstellung denselben Grauwert besitzen.

Aussagenprüfung:

„B ist heller als A.“ – erster Eindruck, aber nicht durch Messung bestätigt.

„B wirkt auf mich heller als A.“ – korrekte Wirkungsbeschreibung.

„A und B haben denselben Grauwert.“ – überprüfbare Eigenschaft der Abbildung.

E: Erkläre, warum ein starker Bildkontext unsere Helligkeitswahrnehmung beeinflussen kann, ohne daraus zu schließen, dass unser Sehen „schlecht“ sei.


Kanizsa-Dreieck

Viele Menschen erkennen ein helles Dreieck, obwohl seine vollständige Umrisslinie nicht gezeichnet ist.

G: Beschreibe zuerst die tatsächlich vorhandenen schwarzen Formen.

M: Erkläre den Unterschied zwischen „Es sind drei vollständige Dreiecke gezeichnet“ und „Ich nehme ein Dreieck wahr“.

E: Formuliere eine Regel dafür, wie unser Wahrnehmungssystem Lücken sinnvoll ergänzt.


Hermann-Gitter

Schau auf unterschiedliche Kreuzungspunkte. Manche dunklen oder grauen Flecken scheinen an Stellen aufzutauchen, die Du gerade nicht direkt fixierst.

Auftrag: Formuliere drei Sätze:

  1. Ich sehe beziehungsweise nehme wahr …
  2. Auf mich wirkt …
  3. Beim gezielten Fixieren überprüfe ich …

Damit trainierst Du, einen ersten Eindruck nicht sofort als unveränderliche Bildeigenschaft zu behandeln.


Video: Optische Täuschungen zum Mitmachen

G: Wähle eine Täuschung und beschreibe Deinen ersten Eindruck.

M: Erkläre, wie sich der Eindruck überprüfen lässt.

E: Übertrage das Prinzip auf Kunstbetrachtung: Warum sollte auch dort zuerst genau beobachtet und erst danach gedeutet werden?


Video: Auge oder Gehirn?

Beobachte beim Video Deine eigene Sprache. Sagst Du „Das ist …“ oder genauer „Es wirkt, als ob …“?


Aussagen am Bild überprüfen

Eine gute Bildanalyse besteht nicht darin, möglichst schnell eine „richtige Bedeutung“ zu nennen. Sie besteht darin, Aussagen zu prüfen, zu begrenzen und zu begründen.

Nutze diesen Vier-Schritt:

  1. Behauptung erkennen: Was wird gesagt?
  2. Satzart bestimmen: Beobachtung, Wirkung oder Deutung?
  3. Bildbeleg suchen: Wo genau sieht man etwas, das die Aussage stützt?
  4. Vorsicht prüfen: Behauptet der Satz mehr, als das Bild hergibt?


Prüfstation A: Der Schrei

Aussage Deine Entscheidung Prüfmöglichkeit
Die Figur hält beide Hände seitlich an den Kopf. Sehen Am Bild direkt zeigbar.
Das Bild wirkt auf mich unruhig. Wirkung Mit Linien, Farben und Formen begründen.
Die Figur hat Angst. Deutung Möglich, aber ein inneres Gefühl ist nicht direkt sichtbar.
Der Himmel besteht aus vielen geschwungenen Farbbändern. Sehen Am oberen Bildbereich überprüfbar.
Gleich geschieht eine Katastrophe. Deutung Dafür liefert das Einzelbild keinen sicheren Beweis.


Prüfstation B: Migrant Mother

Aussage Kategorie Bildprüfung
Zwei Kinder wenden ihre Gesichter von der Kamera ab. Sehen Direkt sichtbar.
Auf mich wirkt das Foto bedrückend. Wirkung Persönliche Wirkung; Bildmerkmale als Begründung nennen.
Die Frau hat gerade schlechte Nachrichten erhalten. Deutung Im Bild nicht beweisbar.
Eine Hand liegt am Gesicht. Sehen Direkt sichtbar.
Die Familie braucht sofort Hilfe. Deutung Kann durch Kontextwissen begründet werden, ist aus dem einzelnen Foto allein aber nicht vollständig ableitbar.


Prüfstation C: Wanderer über dem Nebelmeer

Formuliere zu jeder Zeile eine bessere Version:

Zu schnelle Aussage Verbessere sie
Der Mann ist einsam. Auf mich wirkt die Rückenfigur einsam, weil …
Er hat Angst vor der Zukunft. Ich vermute, dass …; dafür könnte … sprechen.
Er steht auf einem Felsen. Ich sehe …
Er weiß nicht, wohin er gehen soll. Eine mögliche Deutung ist …


Interaktive Entscheidungssituationen

Entscheide jeweils: S = Sehen, W = Wirkung oder D = Deutung.

Situation Aussage Deine Entscheidung
Porträt Der Mund ist leicht geöffnet. S / W / D
Porträt Die Person will etwas sagen. S / W / D
Landschaft Auf mich wirkt die große freie Fläche ruhig. S / W / D
Foto Im rechten Bildbereich stehen zwei Personen. S / W / D
Foto Die beiden Personen sind Freunde. S / W / D
Kippbild Ich kann dieselben Linien einmal als Ente und einmal als Hase deuten. S / W / D
Nahaufnahme Die Oberfläche wirkt auf mich rau. S / W / D
Kunstwerk Die dunkle Farbe bedeutet Trauer. S / W / D

Lösungshinweis:

  1. Mund geöffnet = Sehen.
  2. „will etwas sagen“ = Deutung.
  3. „wirkt ruhig“ = Wirkung.
  4. zwei Personen rechts = Sehen.
  5. „sind Freunde“ = Deutung.
  6. Ente/Hase = Deutung derselben sichtbaren Linien.
  7. „wirkt rau“ = Wirkung.
  8. „bedeutet Trauer“ = Deutung.


Die Wörterfalle

Einige Wörter klingen wie Beobachtungen, enthalten aber oft schon eine Deutung.

Beispiele:

  1. traurig
  2. glücklich
  3. gefährlich
  4. freundlich
  5. böse
  6. mutig
  7. einsam
  8. verzweifelt
  9. hoffnungsvoll
  10. gelangweilt

Wenn Du eines dieser Wörter benutzt, frage Dich: Kann man dieses Gefühl oder diese Eigenschaft wirklich sehen, oder leite ich sie aus sichtbaren Zeichen ab?

Beispiel:

Zu schnell: „Das Kind ist traurig.“

Genauer sehen: „Der Blick ist nach unten gerichtet und die Mundwinkel zeigen nach unten.“

Wirkung: „Auf mich wirkt die Haltung traurig.“

Deutung: „Ich vermute, dass das Kind traurig ist.“

So wird aus einer unbelegten Behauptung eine nachvollziehbare Bildaussage.


Bildbelege sammeln

Ein Bildbeleg ist ein sichtbares Merkmal, auf das Du Deine Aussage stützt.

Gute Bildbelege können sein:

  1. Farbkontraste
  2. Blickrichtungen
  3. Körperhaltungen
  4. Größenverhältnisse
  5. Linienrichtungen
  6. Licht und Schatten
  7. Bildausschnitt
  8. Nähe und Distanz
  9. Anordnung von Figuren
  10. Wiederholungen
  11. Vordergrund und Hintergrund

Satzmuster:

„Auf mich wirkt das Bild …, weil …“

„Ich vermute …, dafür spricht …“

„Eine andere Deutung wäre …, weil …“

„Dagegen spricht allerdings …“


G/M/E-Training an einem Bild

G – Grundniveau

  1. Ich sehe …
  2. Außerdem sehe ich …
  3. Auf mich wirkt …
  4. Ich vermute …

M – Mittleres Niveau

  1. Formuliere drei Beobachtungen.
  2. Beschreibe eine Wirkung mit „weil“.
  3. Formuliere eine Deutung mit mindestens zwei Bildbelegen.
  4. Markiere sprachlich, was sicher und was vermutet ist.

E – Erweitertes Niveau

  1. Formuliere zwei gegensätzliche Deutungen.
  2. Suche für beide Deutungen Bildbelege.
  3. Nenne ein Detail, das keine der Deutungen sicher beweist.
  4. Erkläre, welche Zusatzinformation Du bräuchtest, um sicherer urteilen zu können.


Partnerübung: Bildanwalt und Bilddetektiv

Arbeitet zu zweit.

Person A ist Bildanwalt und stellt eine Deutung auf.

Person B ist Bilddetektiv und fragt:

„Wo siehst Du das?“

„Welches Detail spricht dafür?“

„Könnte es auch anders sein?“

„Was wäre eine vorsichtigere Formulierung?“

Dann tauscht Ihr die Rollen.

Diese Übung hilft besonders beim Übergang vom M- zum E-Niveau.


Blickwechsel: Dasselbe Bild, andere Wirkung

Schreibe zwei Wirkungssätze, die sich unterscheiden dürfen.

Beispiel:

„Auf mich wirkt das Bild ruhig, weil große Flächen weich ineinander übergehen.“

„Auf mich wirkt das Bild unsicher und geheimnisvoll, weil viele Formen im Nebel undeutlich bleiben.“

Beide Wirkungen können begründet sein. Der Unterschied zeigt: Wirkung ist persönlich, aber nicht beliebig. Sie sollte sich auf sichtbare Merkmale beziehen.


Expertenhinweis für E

Auch das scheinbar reine „Sehen“ ist nicht völlig ohne Verarbeitung. Schon wenn wir eine Form als „Gesicht“, „Baum“ oder „Mensch“ erkennen, ordnen wir Wahrgenommenes mithilfe unserer Erfahrung ein.

Für die Bildarbeit in Klasse 5 verwenden wir deshalb eine praktische Regel:

Als Beobachtung gilt, was mehrere Betrachtende am Bild zeigen und gemeinsam überprüfen können.

Als Wirkung gilt, was das Bild bei Dir auslöst.

Als Deutung gilt, was Du als mögliche Bedeutung, Ursache, Absicht, Geschichte oder inneren Zustand erschließt.

Diese Regel ist bewusst einfach und hilft Dir, Bildaussagen klarer zu formulieren.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aussage ist am eindeutigsten eine Beobachtung? (Im oberen Bildbereich befinden sich drei helle Kreise) (!Die Kreise wirken hoffnungsvoll) (!Die Kreise bedeuten Freiheit) (!Der Künstler wollte damit Hoffnung zeigen)




Welche Aussage beschreibt eine Wirkung? (Auf mich wirkt das Bild unruhig, weil viele Linien geschwungen sind) (!Im Bild sind geschwungene Linien) (!Die Figur flieht vor einer Gefahr) (!Der Künstler hatte beim Malen Angst)




Welche Formulierung kennzeichnet eine Deutung besonders gut? (Ich vermute, dass die Person auf jemanden wartet) (!Ich sehe eine Person) (!Im Hintergrund steht ein Baum) (!Die Fläche ist dunkel)




Was ist ein Bildbeleg? (Ein sichtbares Detail, mit dem ich eine Aussage begründe) (!Eine Vermutung ohne Bezug zum Bild) (!Der Name des Betrachters) (!Eine Meinung, die nicht erklärt werden muss)




Was zeigt das Ente-Hase-Kippbild besonders gut? (Dieselben Linien können unterschiedlich gedeutet werden) (!Jedes Bild hat nur eine richtige Bedeutung) (!Eine Deutung braucht niemals sichtbare Merkmale) (!Nur eine Person kann ein Kippbild erkennen)




Welche Formulierung passt zur Müller-Lyer-Täuschung nach dem Nachmessen? (Die Linien sind gleich lang, obwohl sie unterschiedlich lang wirken können) (!Die mittlere Linie ist sicher länger) (!Jede Linie hat eine andere Farbe) (!Die Pfeilformen verändern tatsächlich die gemessene Länge)




Welche Aussage geht über das direkt Sichtbare hinaus? (Die beiden Personen sind beste Freunde) (!Zwei Personen stehen nebeneinander) (!Eine Person trägt eine helle Jacke) (!Im Hintergrund befindet sich eine Wand)




Wie wird eine Wirkungsbeschreibung überzeugender? (Ich verbinde sie mit sichtbaren Bildmerkmalen) (!Ich behaupte sie besonders laut) (!Ich vermeide jeden Bezug zum Bild) (!Ich erkläre sie automatisch zur einzigen richtigen Lösung)




Was gehört besonders zum E-Niveau? (Eine alternative Deutung entwickeln und beide am Bild prüfen) (!Nur einen Gegenstand benennen) (!Nur die Bildgröße abschreiben) (!Jede Vermutung als Tatsache formulieren)




Wie prüfst Du eine Beobachtung am besten? (Ich zeige die betreffende Stelle direkt im Bild) (!Ich erfinde eine passende Vorgeschichte) (!Ich frage nur nach meinem Gefühl) (!Ich ändere den Bildtitel)





Memory

Ich sehe … überprüfbare Bildbeobachtung
Auf mich wirkt … persönliche Wirkung mit Bildbeleg
Ich deute … begründete Bedeutungsidee
Bildbeleg sichtbares Detail als Begründung
Alternative Lesart zweite mögliche Erklärung
Kippfigur Bild mit wechselnden Wahrnehmungen
Kontrast Unterschied zwischen Bildbereichen
Ausschnitt begrenzter Teil eines größeren Zusammenhangs





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Ich sehe … Beobachtung
Auf mich wirkt … Wirkung
Ich vermute … Deutung
Wo genau siehst Du das? Bildprüfung
Dafür spricht im Bild … Bildbeleg






Kreuzworträtsel

Beobachtung Wie heißt eine Aussage über direkt überprüfbare sichtbare Merkmale?
Wirkung Wie heißt das persönliche Erleben, das ein Bild bei Dir auslöst?
Deutung Wie heißt eine mögliche Erklärung oder Bedeutungszuweisung?
Kontrast Wie heißt ein auffälliger Unterschied etwa zwischen Hell und Dunkel?
Ausschnitt Wie nennt man einen begrenzten Teil eines größeren Bildzusammenhangs?
Kippbild Wie heißt ein Bild, das zwischen verschiedenen Wahrnehmungen wechseln kann?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Mit dem Satzanfang „Ich sehe“ beschreibst Du möglichst

Bildmerkmale.
Eine persönliche Reaktion auf ein Bild nennst Du

.
Eine mögliche Erklärung der Bildbedeutung ist eine

.
Eine Deutung sollte durch mindestens einen sichtbaren

gestützt werden.
Bei einer Beobachtung hilft die Frage, ob Du die entsprechende Stelle im Bild

kannst.
Bei einer Wirkung ist die Formulierung „Auf mich wirkt“ besonders

.
Eine Vermutung wird vorsichtiger, wenn Du Wörter wie „vielleicht“ oder

verwendest.
Bei einem Kippbild können dieselben sichtbaren Linien zu verschiedenen

führen.
Ein Bildausschnitt kann wichtige Informationen außerhalb des sichtbaren Bereichs

.
Auf dem E-Niveau vergleichst Du zusätzlich mindestens eine alternative

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Drei-Satz-Karte: Suche ein Bild in Deiner Umgebung oder in einem Schulbuch und schreibe genau je einen Satz mit „Ich sehe …“, „Auf mich wirkt …“ und „Ich vermute …“.
  2. Bilddetail-Sammler: Fotografiere oder zeichne drei Nahaufnahmen von Alltagsgegenständen. Lass Mitschüler zuerst nur sichtbare Merkmale beschreiben und erst danach raten.
  3. Wörterfalle: Sammle zehn Wörter wie „traurig“, „freundlich“ oder „gefährlich“ und formuliere zu jedem Wort eine beobachtbare Alternative.
  4. Kippbild-Protokoll: Beobachte das Ente-Hase-Bild oder die Rubin-Vase und notiere, wann Deine Wahrnehmung zwischen den Lesarten wechselt.


Standard

  1. Bildbeleg-Plakat: Gestalte ein Poster mit den drei Bereichen Sehen, Wirkung und Deutung. Ergänze zu jedem Bereich mindestens vier Beispielsätze.
  2. Fotovergleich: Fotografiere denselben Gegenstand aus drei verschiedenen Blickwinkeln. Untersuche, wie sich Wirkung und Deutung durch den Bildausschnitt verändern.
  3. Kunstgespräch: Führe mit einer Partnerperson ein zweiminütiges Bildgespräch. Eine Person deutet, die andere fragt immer wieder „Wo siehst Du das?“. Tauscht danach die Rollen.
  4. Täuschungs-Test: Wähle eine optische Täuschung, dokumentiere Deinen ersten Eindruck und prüfe ihn anschließend durch Messen, Abdecken oder gezieltes Fixieren.


Schwer

  1. Zwei-Deutungen-Projekt: Wähle ein Kunstwerk und entwickle zwei gegensätzliche Deutungen. Belege beide mit sichtbaren Details und nenne jeweils ein Gegenargument.
  2. Bildtitel-Experiment: Zeige dasselbe Bild zwei Gruppen mit unterschiedlichen erfundenen Titeln. Vergleiche anschließend, wie die Titel die Deutungen beeinflusst haben.
  3. Ausschnitt-Forschung: Erstelle aus einem eigenen Foto drei unterschiedlich enge Ausschnitte. Untersuche, welche Aussagen auf jeder Stufe noch sicher möglich sind und welche zu Vermutungen werden.
  4. Mini-Erklärvideo: Produziere ein kurzes Video, in dem Du an einem Bild erklärst, warum „Ich sehe …“, „Auf mich wirkt …“ und „Ich deute …“ nicht dasselbe bedeuten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Aussagen sortieren: Du erhältst zu einem unbekannten Bild zwölf Aussagen. Sortiere sie in Beobachtung, Wirkung und Deutung. Begründe mindestens vier schwierige Entscheidungen.
  2. Behauptung verbessern: Überarbeite die Aussage „Der Mann ist traurig“, sodass daraus nacheinander eine beobachtbare Beschreibung, eine Wirkung und eine vorsichtige Deutung entstehen.
  3. Bildbeleg prüfen: Eine Mitschülerin deutet ein Landschaftsbild als „gefährlich“. Finde zwei Bilddetails, die diese Deutung stützen könnten, und ein Detail, das auch eine andere Deutung zulässt.
  4. Ausschnitt und Kontext: Vergleiche eine Nahaufnahme mit dem vollständigen Bild. Erkläre, welche Deiner ersten Vermutungen bestätigt, widerlegt oder weiterhin offen sind.
  5. Täuschung übertragen: Erkläre anhand einer optischen Täuschung, warum ein erster visueller Eindruck nicht automatisch eine überprüfte Tatsache ist. Übertrage diese Erkenntnis auf die Betrachtung eines Kunstwerks.
  6. Alternative Deutung: Entwickle zu einem Porträt zwei unterschiedliche Deutungen. Nutze für beide dieselben sichtbaren Ausgangsmerkmale und erkläre, an welcher Stelle die Deutungen auseinandergehen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Du kannst mindestens drei überprüfbare Beobachtungen zu einem unbekannten Bild formulieren.
  2. Du verwendest „Auf mich wirkt …“ für persönliche Wirkungen und begründest sie mit Bildmerkmalen.
  3. Du kennzeichnest Vermutungen und Deutungen sprachlich als solche.
  4. Du kannst zu einer Deutung mindestens einen passenden Bildbeleg nennen.
  5. Du unterscheidest zwischen dem, was sichtbar ist, und dem, was Du über Gefühle, Absichten oder Bedeutungen erschließt.
  6. Du kannst eine zu starke Behauptung in eine vorsichtigere Bildaussage umformulieren.
  7. Du kannst bei einer optischen Täuschung zwischen Eindruck und überprüfbarer Bildeigenschaft unterscheiden.
  8. Du kannst auf M-Niveau Wirkung und Deutung begründen.
  9. Du kannst auf E-Niveau mindestens eine alternative Deutung entwickeln und Gegenbelege berücksichtigen.
  10. Du kannst erklären, warum ein Bildausschnitt nicht automatisch den gesamten Zusammenhang zeigt.




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