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Agentische KI im Schulkontext

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Agentische KI im Schulkontext




Agentische KI im Schulkontext: Leitfaden für Lehrkräfte


Einleitung

Agentische KI bezeichnet Künstliche Intelligenz, die nicht nur auf einzelne Fragen antwortet, sondern ein Ziel in mehrere Schritte zerlegen, Informationen beschaffen, Werkzeuge nutzen, Zwischenergebnisse prüfen und Handlungen vorbereiten kann. Im Schulkontext verändert sie damit die Arbeit von Lehrkräften, Lernenden, Schulleitungen und Bildungsverwaltungen. Dieser aiMOOC ist als praxisnaher Lehrerfortbildungssnack angelegt: Du lernst, was agentische KI kann, welche Chancen sie bietet, welche Risiken zu beachten sind und wie Du sie verantwortungsvoll in Unterricht, Unterrichtsplanung, Feedback, Differenzierung und Schulentwicklung einsetzt.

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Zentrale Leitidee: Agentische KI darf pädagogische Verantwortung nicht ersetzen. Sie kann Dich unterstützen, aber Didaktik, Beziehungsarbeit, Bewertung, Datenschutz, Transparenz und Bildungsgerechtigkeit bleiben menschliche Aufgaben.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, worin sich ein einfacher Chatbot von einem KI-Agenten unterscheidet. Du kannst typische Einsatzszenarien im Schulalltag beurteilen, Risiken wie Halluzinationen, Bias, Prompt Injection, Datenschutzverletzungen und unfaire Automatisierung erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen formulieren. Außerdem entwickelst Du eigene Unterrichtsideen, Fortbildungsminiaturen und schulinterne Regeln für einen kritisch-konstruktiven Umgang mit agentischer KI.


Was bedeutet agentische KI?

Ein klassischer Chatbot beantwortet meist eine einzelne Eingabe. Eine agentische KI arbeitet stärker zielorientiert. Sie kann einen Auftrag analysieren, Unteraufgaben planen, Informationen suchen, Dokumente vergleichen, Tabellen bearbeiten, Entwürfe erstellen, Ergebnisse überprüfen und bei Unsicherheit Rückfragen stellen. Ein KI-Agent ist deshalb kein magisches Wesen, sondern ein technisches System, das Sprachmodelle, Werkzeugnutzung, Planung, Speicher, Benutzerschnittstellen und teilweise externe Dienste kombiniert.

Typische Merkmale agentischer Systeme sind Zielorientierung, Mehrschrittigkeit, Werkzeugnutzung, Zwischenprüfung, Interaktion und begrenzte Autonomie. Wichtig ist: Auch wenn ein System eigenständig wirkt, bleibt es abhängig von Daten, Modellgrenzen, Systemvorgaben und menschlicher Kontrolle. Agentische KI kann überzeugend formulieren, aber sie versteht pädagogische Situationen nicht wie eine erfahrene Lehrkraft.


Chatbot, Copilot, Tutor und Agent

Im Schulalltag begegnen Dir verschiedene KI-Rollen. Ein Chatbot unterstützt durch Dialog. Ein Copilot begleitet Dich bei einer Aufgabe, zum Beispiel beim Formulieren eines Elternbriefs. Ein Tutor kann Lernende durch Übungen führen. Ein KI-Agent kann komplexere Abläufe übernehmen, etwa eine Materialsammlung erstellen, Quellen vergleichen, einen Ablaufplan entwerfen und einen ersten Entwurf für differenzierte Aufgaben generieren. Je stärker ein System handelt, desto wichtiger werden Kontrolle, Dokumentation, Rechenschaftspflicht und klare Grenzen.


Warum ist agentische KI für Schule relevant?

Schule hat den Auftrag, junge Menschen auf eine Welt vorzubereiten, in der Künstliche Intelligenz in Arbeitswelt, Wissenschaft, Medien, Verwaltung, Kultur und Alltag eine wachsende Rolle spielt. Agentische KI verschiebt die Frage von „Kann die KI einen Text schreiben?“ zu „Welche Aufgaben darf ich an ein System delegieren, welche muss ich selbst verantworten und welche Kompetenzen brauchen Lernende, um Delegation kritisch zu steuern?“

Für Lehrkräfte entstehen neue Möglichkeiten: Unterrichtsmaterialien können schneller variiert, Lernwege stärker differenziert, Sprachhilfen bereitgestellt, Ideen für Inklusion entwickelt und Routineaufgaben vorbereitet werden. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen: Lernprozesse können unsichtbar werden, wenn Lernende Ergebnisse ohne eigenen Denkweg übernehmen. Bewertungsaufgaben können unfair werden, wenn KI-Nutzung nicht transparent geregelt ist. Personenbezogene Daten dürfen nicht unbedacht in fremde Systeme eingegeben werden. Deshalb braucht Schule nicht nur KI-Tools, sondern KI-Kompetenz.


Orientierung im Bildungsbereich

Die Kultusministerkonferenz empfiehlt einen konstruktiv-kritischen Umgang mit KI in schulischen Bildungsprozessen. Für Lehrkräfte bedeutet das: Weder ein pauschales Verbot noch ein unkritischer Einsatz reichen aus. Sinnvoll ist eine pädagogisch begründete Nutzung, die Kompetenzorientierung, Chancengerechtigkeit, Datenschutz, Prüfungskultur und Schulentwicklung zusammen denkt.

Auch internationale Orientierungshilfen betonen eine menschenzentrierte Perspektive. UNESCO hebt hervor, dass Generative KI Lernende, Lehrende und Forschende unterstützen kann, wenn Menschenwürde, Teilhabe, Datenschutz, Transparenz, Gerechtigkeit und pädagogische Verantwortung geschützt werden. Der EU AI Act unterscheidet risikobasiert zwischen unterschiedlichen KI-Anwendungen. Im Bereich Bildung können KI-Systeme besonders sensibel sein, wenn sie etwa Zugang, Zulassung, Leistungsbewertung oder Bildungswege beeinflussen. Für Schulen heißt das: Je näher ein KI-System an Bewertung, Auswahl, Überwachung oder Laufbahnentscheidungen rückt, desto strenger müssen Prüfung, Dokumentation und menschliche Aufsicht sein.


Chancen für Lehrkräfte

  1. Unterrichtsplanung: Agentische KI kann aus Lehrplanvorgaben, Kompetenzzielen und vorhandenen Materialien erste Unterrichtsentwürfe erstellen, die Du fachlich und didaktisch prüfst.
  2. Binnendifferenzierung: Aufgaben können auf unterschiedlichen Niveaustufen formuliert werden, etwa mit leichter Sprache, Zusatzhilfen, Erweiterungsaufgaben oder alternativen Darstellungsformen.
  3. Feedback: KI kann Entwürfe für formatives Feedback liefern, wenn Du Kriterien, Ton und Ziel klar vorgibst und die Rückmeldungen pädagogisch kontrollierst.
  4. Inklusion: KI kann Barrieren abbauen helfen, etwa durch Zusammenfassungen, Sprachhilfen, Visualisierungsideen oder strukturierende Lernhilfen.
  5. Medienbildung: Lernende können an realen Beispielen üben, KI-Ausgaben zu prüfen, Quellen zu vergleichen und Verantwortung für eigene Arbeit zu übernehmen.
  6. Entlastung: Routineentwürfe, Checklisten, Varianten und organisatorische Vorlagen können vorbereitet werden, damit mehr Zeit für Beziehungsarbeit, Diagnostik und pädagogische Entscheidungen bleibt.


Risiken und Grenzen

Agentische KI kann Fehler machen, Quellen erfinden, Vorurteile reproduzieren oder scheinbar plausible Ergebnisse liefern, die fachlich falsch sind. Dieses Phänomen wird häufig als Halluzination bezeichnet. Hinzu kommt Bias: Wenn Trainingsdaten gesellschaftliche Ungleichheiten enthalten, können Ergebnisse diskriminierende Muster verstärken. Bei agentischen Systemen kommt ein weiteres Risiko hinzu: Sie können Werkzeuge nutzen oder Abläufe starten. Dadurch wird aus einer falschen Antwort möglicherweise eine falsche Handlung.

Ein besonderes Risiko ist Prompt Injection. Dabei enthalten Webseiten, Dokumente oder andere Daten versteckte Anweisungen, die einen KI-Agenten manipulieren sollen. Im Schulkontext kann das relevant werden, wenn ein Agent externe Materialien auswertet, Webseiten besucht oder Dokumente von Lernenden verarbeitet. Deshalb sollten Lehrkräfte agentische Systeme nur in kontrollierten Umgebungen einsetzen und keine sensiblen Daten preisgeben.


Datenschutz und Persönlichkeitsrechte

Datenschutz ist im Schulbereich besonders wichtig, weil Schulen mit personenbezogenen Daten von Minderjährigen arbeiten. Namen, Leistungsdaten, Förderbedarfe, Gesundheitsdaten, Verhaltensbeschreibungen, Klassenlisten, Elternkontakte und Konfliktfälle gehören nicht ungeprüft in KI-Systeme. Auch scheinbar harmlose Angaben können in Kombination Rückschlüsse auf Personen ermöglichen. Der Grundsatz der Datensparsamkeit bedeutet: Nutze nur die Informationen, die für den konkreten Zweck wirklich nötig sind, und anonymisiere Beispiele so weit wie möglich.

Praxisregel: Gib keine personenbezogenen oder vertraulichen Schuldaten in ein KI-System ein, wenn dafür keine schulisch freigegebene, datenschutzrechtlich geprüfte Lösung vorliegt. Prüfe außerdem die Vorgaben Deines Bundeslandes, Deines Schulträgers und Deiner Schule.


Pädagogische Leitplanken

Ein verantwortungsvoller Einsatz agentischer KI folgt klaren Leitplanken. Erstens muss der pädagogische Zweck vor dem Tool stehen. Zweitens müssen Lernende wissen, wann und wie KI genutzt werden darf. Drittens muss Leistung nachvollziehbar bleiben. Viertens müssen Ergebnisse überprüft werden. Fünftens braucht Schule Räume für Lernen mit KI, über KI und ohne KI.

Lernen mit KI bedeutet, KI als Werkzeug für Recherche, Übung, Feedback oder Gestaltung zu nutzen. Lernen über KI bedeutet, Funktionsweisen, Grenzen, gesellschaftliche Folgen und ethische Fragen zu thematisieren. Lernen ohne KI bleibt wichtig, weil Lesen, Schreiben, Rechnen, Argumentieren, Erinnern, Diskutieren und eigenständiges Denken nicht ausgelagert werden dürfen.


Ampelmodell für den Schuleinsatz

Bereich Beispiele Einschätzung
Grün Ideenfindung, anonymisierte Materialvarianten, Übungsaufgaben, Strukturierung, sprachliche Vereinfachung In der Regel gut geeignet, wenn fachliche Prüfung und Datenschutz beachtet werden
Gelb Feedbackentwürfe, Lernstandsdiagnosen, Rechercheaufträge, Lernbegleitung, Unterrichtsdialoge Nur mit klaren Kriterien, Transparenz, menschlicher Kontrolle und schulischer Regelung
Rot Automatische Noten, Auswahlentscheidungen, Überwachung, sensible Personendaten, heimliche Profilbildung Nicht ohne rechtliche Prüfung, transparente Verfahren, menschliche Verantwortung und klare Zuständigkeit


Didaktische Einsatzszenarien

Einsatzszenario Agentischer Auftrag Rolle der Lehrkraft Schutzmaßnahme
Unterrichtsvorbereitung Erstelle drei Varianten einer Stunde zu einem Kompetenzziel Prüfen, auswählen, an Lerngruppe anpassen Keine personenbezogenen Daten verwenden
Differenzierung Formuliere Aufgaben in drei Schwierigkeitsstufen Fachliche Progression kontrollieren Aufgaben selbst testen
Feedback Erzeuge Rückmeldebausteine zu einem anonymisierten Text Ton, Fairness und Kriterien prüfen Keine Noten automatisieren
Projektarbeit Plane einen Arbeitsprozess mit Meilensteinen Lernprozess begleiten und Reflexion sichern Transparente KI-Nutzung dokumentieren
Medienbildung Simuliere kontroverse Positionen zu KI in der Schule Diskussion moderieren und Quellenkritik anleiten Rollen und Grenzen offenlegen


Auftragsschablone für KI-Agenten

Ein guter Auftrag an agentische KI ist präzise, begrenzt und prüfbar. Nutze eine Struktur, die Ziel, Kontext, Material, Grenzen, Prüfkriterien und Ausgabeformat enthält.

Baustein Leitfrage Beispiel
Ziel Was soll am Ende vorliegen? Erstelle einen ersten Entwurf für eine 20-minütige Übungsphase
Kontext Für welche Lerngruppe und welches Fach? Klasse 8, Deutsch, Argumentieren, heterogene Lerngruppe
Material Welche Inhalte dürfen verwendet werden? Nur die folgenden Stichpunkte und ein anonymisierter Beispieltext
Grenzen Was darf das System nicht tun? Keine Noten vergeben und keine personenbezogenen Daten verarbeiten
Prüfkriterien Woran wird Qualität gemessen? Fachliche Richtigkeit, Verständlichkeit, Differenzierung, Kompetenzbezug
Ausgabeformat Wie soll das Ergebnis aussehen? Tabelle mit Phase, Aufgabe, Sozialform, Material und Prüfhinweis


Beispielprompt für Lehrkräfte

Rolle: Du bist ein didaktischer Assistent für eine Lehrkraft. Aufgabe: Erstelle drei differenzierte Übungsaufgaben zu einem Thema. Kontext: Die Lerngruppe ist heterogen. Grenzen: Verwende keine personenbezogenen Daten, erfinde keine Quellen und kennzeichne Unsicherheiten. Qualitätskriterien: Die Aufgaben sollen kompetenzorientiert, altersangemessen, inklusiv und überprüfbar sein. Ausgabe: Tabelle mit Niveau, Aufgabenstellung, Hilfekarte, Erwartungshorizont und möglicher Reflexionsfrage.

Dieser Prompt ist bewusst nicht als Kopiervorlage für alle Situationen gedacht. Er zeigt, dass gute KI-Nutzung eine klare Aufgabenkultur braucht. Je besser Du das didaktische Ziel beschreibst, desto besser kannst Du das Ergebnis beurteilen.


Qualitätsprüfung von KI-Ergebnissen

Verlasse Dich nicht auf die erste Ausgabe. Prüfe KI-Ergebnisse mit einer einfachen Vier-Schritt-Routine: Fachlichkeit, Didaktik, Fairness und Datenschutz. Fachlichkeit fragt, ob Inhalte stimmen. Didaktik fragt, ob Aufgabe, Ziel, Methode und Lerngruppe zusammenpassen. Fairness fragt, ob Stereotype, Benachteiligungen oder unrealistische Erwartungen entstehen. Datenschutz fragt, ob Informationen über Personen geschützt bleiben.


Agentische KI und Leistungserhebung

Leistungserhebung muss nachvollziehbar, fair und kompetenzorientiert sein. Wenn KI erlaubt ist, sollten Lernende dokumentieren, welche Werkzeuge sie genutzt haben, wofür sie genutzt wurden und welche Entscheidungen sie selbst getroffen haben. Wenn KI nicht erlaubt ist, muss die Aufgabe so gestaltet sein, dass eigenständige Leistung sichtbar wird. Geeignet sind etwa mündliche Reflexionen, Prozessportfolios, Versionenvergleiche, Quellenkritik, handschriftliche Planungsphasen, praktische Produkte, Diskussionen und individuelle Transferaufgaben.

Eine zeitgemäße Prüfungskultur fragt weniger: „Wie verhindere ich jede KI-Nutzung?“ und stärker: „Welche Kompetenzen sollen sichtbar werden, und wie mache ich Lernwege nachvollziehbar?“


KI-Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern

KI-Kompetenz umfasst mehr als Bedienung. Lernende sollen verstehen, dass KI-Systeme mit Daten und Wahrscheinlichkeiten arbeiten, nicht mit menschlichem Verstehen. Sie sollen Prompts formulieren, Ergebnisse prüfen, Quellen vergleichen, eigene Verantwortung übernehmen und ethische Folgen reflektieren. Dazu gehören Informationskompetenz, Medienkompetenz, Datenkompetenz, Urheberrecht, Datenschutz, kritisches Denken und Kollaboration.


Lehrerfortbildungssnack: Ablauf für 15 Minuten

  1. Einstieg: Zeige das Video und sammle spontane Fragen zu agentischer KI.
  2. Begriffsklärung: Vergleiche Chatbot, Copilot und Agent anhand eines Schulbeispiels.
  3. Praxisimpuls: Demonstriere einen anonymisierten Auftrag zur Differenzierung einer Aufgabe.
  4. Risikocheck: Prüfe gemeinsam Datenschutz, Halluzinationen, Bias und Bewertung.
  5. Transfer: Jede Lehrkraft formuliert eine sichere Einsatzidee und eine klare Grenze.
  6. Schulvereinbarung: Sammelt offene Fragen für eine schulinterne KI-Regelung.


Schulische Mindestvereinbarung

Eine Schule sollte nicht jede Lehrkraft allein entscheiden lassen, wie agentische KI genutzt wird. Sinnvoll ist eine kurze, verständliche Vereinbarung. Sie sollte regeln, welche Tools freigegeben sind, welche Daten nicht eingegeben werden dürfen, wie Lernende KI-Nutzung kennzeichnen, welche Formen von KI-Unterstützung erlaubt sind, wie Leistung bewertet wird, wer bei Unsicherheit entscheidet und wie Erfahrungen ausgewertet werden.


Rollenverteilung im Kollegium

Schulleitung schafft Rahmenbedingungen, klärt Zuständigkeiten und sorgt für Fortbildung. Lehrkräfte gestalten Lerngelegenheiten, prüfen Ergebnisse und begleiten Lernende. Datenschutzbeauftragte prüfen Risiken und Verfahren. Medienbeauftragte unterstützen bei Toolauswahl und Technik. Eltern sollten verständlich informiert werden. Schülerinnen und Schüler sollten beteiligt werden, weil Regeln nur wirksam sind, wenn sie verstanden und als fair erlebt werden.


Checkliste vor dem Einsatz

Frage Ja Noch klären
Ist der pädagogische Zweck klar? Einsatz möglich Ziel präzisieren
Sind personenbezogene Daten geschützt? Weiter prüfen Einsatz stoppen
Ist das Tool schulisch freigegeben? Einsatz möglich Vorgaben klären
Können Lernende die KI-Nutzung transparent machen? Einsatz möglich Dokumentationsform festlegen
Wird das Ergebnis menschlich geprüft? Einsatz möglich Prüfprozess einbauen
Bleibt eigenständige Leistung sichtbar? Einsatz möglich Aufgabe überarbeiten


Mini-Fallbeispiel 1: Unterrichtsplanung

Eine Lehrkraft möchte eine Stunde zu Klimawandel planen. Der KI-Agent erhält nur das Kompetenzziel, die Jahrgangsstufe und nicht personenbezogene Informationen zur Lerngruppe. Er erstellt drei Vorschläge: eine Einstiegsdiskussion, eine Quellenanalyse und eine handlungsorientierte Aufgabe. Die Lehrkraft prüft die fachliche Richtigkeit, streicht ungeeignete Quellen, ergänzt lokale Bezüge und baut eine Reflexionsphase ein. Hier unterstützt KI die Vorbereitung, aber die didaktische Verantwortung bleibt bei der Lehrkraft.


Mini-Fallbeispiel 2: Feedback ohne Notenautomat

Eine Lehrkraft hat anonymisierte Textausschnitte aus einer Übungsphase. Der KI-Agent schlägt Rückmeldebausteine zu Argumentationsstruktur, Belegen und sprachlicher Klarheit vor. Die Lehrkraft nutzt diese Bausteine nicht automatisch, sondern wählt passende Formulierungen aus, ergänzt konkrete Hinweise und entscheidet selbst über die Rückmeldung. Hier ist KI ein Formulierungspartner, kein Bewertungsautomat.


Mini-Fallbeispiel 3: Lernende als kritische Prüfer

Lernende lassen sich von einer KI eine Erklärung zu Photosynthese geben. Anschließend vergleichen sie die Erklärung mit dem Schulbuch, markieren ungenaue Stellen, verbessern den Text und reflektieren, warum die KI überzeugend, aber nicht automatisch richtig wirkt. Hier wird KI zum Gegenstand von Quellenkritik und Wissenschaftspropädeutik.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein zentrales Merkmal agentischer KI? (Sie kann Ziele in mehrere Handlungsschritte zerlegen) (!Sie liefert immer fehlerfreie Ergebnisse) (!Sie ersetzt die pädagogische Verantwortung) (!Sie benötigt niemals menschliche Kontrolle)




Warum ist Datenschutz beim KI-Einsatz in der Schule besonders wichtig? (Weil Schulen mit personenbezogenen Daten von Minderjährigen arbeiten) (!Weil KI grundsätzlich keine Texte speichern kann) (!Weil alle KI-Systeme automatisch schulisch geprüft sind) (!Weil Datenschutz nur für Unternehmen gilt)




Welche Nutzung ist im Unterricht meist unproblematischer? (Anonymisierte Materialvarianten erstellen lassen) (!Klassenlisten in ein offenes KI-System eingeben) (!Automatisch Noten vergeben lassen) (!Fördergutachten ungeprüft analysieren lassen)




Was bedeutet Halluzination bei KI-Systemen? (Eine plausibel klingende, aber falsche oder erfundene Ausgabe) (!Eine absichtliche Lernstrategie der Lehrkraft) (!Eine gesetzlich vorgeschriebene Prüfungsform) (!Eine sichere Quellenangabe der KI)




Welche Rolle sollte die Lehrkraft beim KI-Feedback behalten? (Sie prüft und verantwortet die Rückmeldung) (!Sie übernimmt jede KI-Ausgabe unverändert) (!Sie lässt die KI allein die Note festlegen) (!Sie verzichtet auf Kriterien)




Was ist Prompt Injection? (Ein Manipulationsversuch durch versteckte Anweisungen in Daten oder Webseiten) (!Eine Methode zum handschriftlichen Schreiben) (!Ein zuverlässiger Schutz vor Datenschutzproblemen) (!Ein anderes Wort für Gruppenarbeit)




Welche Frage gehört zur Qualitätsprüfung von KI-Ergebnissen? (Passt das Ergebnis fachlich und didaktisch zur Lerngruppe) (!Klingt der Text möglichst kompliziert) (!Hat die KI immer die gleiche Antwort gegeben) (!Wurde die Aufgabe ohne Ziel formuliert)




Was ist beim Einsatz von KI in Prüfungen besonders wichtig? (Eigenständige Leistung muss nachvollziehbar bleiben) (!KI-Nutzung muss immer geheim bleiben) (!Alle Aufgaben müssen nur noch zu Hause bearbeitet werden) (!Quellenkritik wird überflüssig)




Welche Kompetenz gehört zur KI-Kompetenz? (KI-Ergebnisse kritisch prüfen und einordnen) (!Jede KI-Ausgabe sofort glauben) (!Prompts möglichst unklar formulieren) (!Datenschutz ignorieren)




Was beschreibt eine gute schulische KI-Vereinbarung? (Sie regelt Tools, Daten, Transparenz, Bewertung und Zuständigkeiten) (!Sie verbietet jede Diskussion über KI) (!Sie erlaubt jede Nutzung ohne Prüfung) (!Sie ersetzt Fortbildung vollständig)





Memory

Agentische KI Zielorientierte Mehrschrittaufgabe
Prompt Auftrag an das KI-System
Datenschutz Schutz personenbezogener Informationen
Halluzination Plausibel klingender Fehler
Bias Verzerrung durch Daten oder Modell
Human in the Loop Menschliche Kontrolle im Prozess
Prompt Injection Versteckte Manipulationsanweisung
Transparenz Offenlegung der KI-Nutzung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Ziel klären Beginn eines agentischen Auftrags
Daten schützen Voraussetzung für den Schuleinsatz
Ergebnis prüfen Umgang mit KI-Ausgaben
Nutzung offenlegen Transparenz im Lernprozess
Verantwortung behalten Rolle der Lehrkraft






Kreuzworträtsel

Agent Wie nennt man ein KI-System, das mehrschrittig und zielorientiert handeln kann?
Prompt Wie heißt der Auftrag, den Du einem KI-System gibst?
Datenschutz Welcher Schutzbereich ist bei personenbezogenen Schuldaten zentral?
Bias Wie heißt eine Verzerrung in Daten oder Ergebnissen?
Mensch Wer muss pädagogische Verantwortung behalten?
Transparenz Was entsteht, wenn KI-Nutzung offen und nachvollziehbar gemacht wird?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Eine agentische KI kann ein Ziel in mehrere

zerlegen. Im Schulkontext muss die pädagogische

bei der Lehrkraft bleiben. Personenbezogene Daten dürfen nur in geprüften und freigegebenen Systemen verarbeitet werden, deshalb ist

besonders wichtig. KI-Ausgaben können überzeugend klingen und dennoch falsch sein, dieses Risiko nennt man

. Bei der Leistungsbewertung muss eigenständige Leistung

bleiben. Eine gute schulische KI-Regelung schafft

für Lehrkräfte und Lernende.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffsklärung: Erstelle eine einfache Erklärung für den Unterschied zwischen Chatbot, Copilot und KI-Agent in höchstens fünf Sätzen.
  2. Ampelmodell: Ordne fünf mögliche KI-Einsätze in Schule den Bereichen Grün, Gelb und Rot zu und begründe Deine Entscheidungen.
  3. Datenschutz: Formuliere drei Beispiele für Informationen, die nicht ungeprüft in ein KI-System eingegeben werden dürfen.
  4. Prompt: Schreibe einen sicheren Prompt für die Erstellung einer anonymisierten Übungsaufgabe in Deinem Fach.


Standard

  1. Unterrichtsplanung: Entwickle eine 20-minütige Unterrichtsphase, in der Lernende KI-Ergebnisse mit einem Schulbuch oder einer zuverlässigen Quelle vergleichen.
  2. Feedbackkultur: Entwerfe ein Verfahren, mit dem KI-Feedback nur als Entwurf genutzt und durch die Lehrkraft geprüft wird.
  3. Prüfungskultur: Überarbeite eine Hausaufgabe so, dass der Lernprozess sichtbar wird und KI-Nutzung transparent dokumentiert werden kann.
  4. Schulvereinbarung: Formuliere fünf verständliche Regeln für eine schulinterne KI-Nutzung durch Schülerinnen und Schüler.


Schwer

  1. Schulentwicklung: Entwickle ein Konzept für eine schulinterne Mikrofortbildung zu agentischer KI mit Ziel, Ablauf, Material, Risikoanalyse und Transferaufgabe.
  2. Ethik: Analysiere einen Fall, in dem eine KI Lernleistungen automatisch bewertet, und beurteile Chancen, Risiken und notwendige Schutzmaßnahmen.
  3. Inklusion: Plane ein KI-gestütztes Lernangebot, das Barrieren reduziert, ohne Lernende zu stigmatisieren oder personenbezogene Daten preiszugeben.
  4. Forschendes Lernen: Führe ein Interview mit Lehrkräften oder Lernenden zur KI-Nutzung und leite daraus Empfehlungen für Eure Schule ab.



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Lernkontrolle

  1. Transferaufgabe: Vergleiche zwei Unterrichtssituationen, in denen agentische KI eingesetzt wird, und entscheide, welche pädagogisch verantwortbarer ist.
  2. Fallanalyse: Beurteile ein Szenario, in dem ein KI-Agent Feedback zu Schülertexten gibt, und entwickle ein Verfahren zur menschlichen Kontrolle.
  3. Konzeptentwicklung: Entwirf eine schulische Regel zur transparenten Kennzeichnung von KI-Nutzung und begründe sie aus Sicht von Lernenden, Lehrkräften und Eltern.
  4. Risikobewertung: Analysiere einen KI-Einsatz nach den Kriterien Datenschutz, Fairness, Fachlichkeit, Transparenz und Verantwortung.
  5. Prüfungsdesign: Entwickle eine Leistungsaufgabe, bei der KI als Werkzeug erlaubt ist, aber eigenständige Leistung klar sichtbar bleibt.
  6. Reflexion: Erkläre, warum Schule Lerngelegenheiten mit KI, über KI und ohne KI braucht.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe wiedergibst, sondern verantwortungsvolle Entscheidungen begründen kannst.

  1. Fachverständnis: Du erklärst den Unterschied zwischen generativer KI, Chatbot, Copilot und agentischer KI.
  2. Praxisbezug: Du entwickelst ein realistisches Einsatzszenario für Dein Fach oder Deine Schule.
  3. Risikokompetenz: Du erkennst Datenschutzrisiken, Halluzinationen, Bias, Prompt Injection und Bewertungsprobleme.
  4. Didaktik: Du formulierst einen pädagogisch sinnvollen Zweck für den KI-Einsatz.
  5. Transparenz: Du legst offen, wie KI genutzt wurde und wie Ergebnisse geprüft wurden.
  6. Transfer: Du überträgst die Leitplanken auf eine neue Unterrichts- oder Prüfungssituation.
  7. Reflexion: Du begründest, welche Aufgaben nicht an KI delegiert werden sollten.




OERs zum Thema


Links


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