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Wums Gesang - Ich wünsch' mir ne kleine Miezekatze

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Wums Gesang - Ich wünsch' mir ne kleine Miezekatze



Wums Gesang - Ich wünsch' mir ne kleine Miezekatze

Ich wünsch' mir ne kleine Miezekatze ist eine 1972 veröffentlichte Single der Kunstfigur Wum, gesprochen und gesungen von Vicco von Bülow alias Loriot. Die Aufnahme verbindet Unterhaltungsmusik, Zeichentrickfigur, Fernsehgeschichte, Wortwitz und Wohltätigkeit. Sie eignet sich deshalb nicht nur für eine Musikanalyse, sondern auch für Mediengeschichte, Populäre Musik, Satire, Urheberrecht, Fernsehen und die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Dieser aiMOOC untersucht ausdrücklich die konkrete Originalaufnahme und trennt dabei belegte Fakten, quellenbasierte musikalische Analyse und didaktische Modellbeispiele. Vollständige geschützte Liedtexte oder eine vollständige geschützte Melodie werden nicht wiedergegeben. Die mit der MediaWiki-Erweiterung Score notierten Beispiele sind kurze, selbst erstellte Demonstrationen musikalischer Prinzipien und keine Transkriptionen der Originalmelodie.

[1] [2] [3] [4]

Freies Medium: Loriot bei einer Autogrammstunde 1971. Wikimedia Commons, Foto: Pacific11, Lizenz CC BY 2.0. Das Bild zeigt den tatsächlichen Sprecher und Texter der Aufnahme, nicht die urheberrechtlich geschützte Figur Wum.[5]


Lernziele

Nach der Arbeit mit diesem aiMOOC kannst Du die Entstehung der Aufnahme in den Fernseh- und Medienkontext der frühen 1970er Jahre einordnen, mindestens drei belegte Besonderheiten der Originalaufnahme erläutern, Stil und Genre begründet bestimmen, Melodie und Harmonik ohne unerlaubte Volltranskription untersuchen, Rhythmus und Sprechgesang beschreiben, Instrumentierung und Arrangement analysieren, Songform und Textthemen erschließen, den Charterfolg und die Verbindung zur damaligen Aktion Sorgenkind erklären, Unterschiede zu einer zeitnahen Coverfassung herausarbeiten und Quellen nach ihrer Aussagekraft unterscheiden.


Entstehung und zeitgeschichtlicher Kontext

Wum entstand nicht erst für die spätere ZDF-Sendung Der große Preis. Bereits im Herbst 1970 zeigte das ZDF kurze Zeichentrickspots, in denen der Hund auf die Quizsendung Drei mal Neun mit Wim Thoelke aufmerksam machte. Nach dem Erfolg der Figur erhielt sie Anfang 1971 durch eine Zuschaueraktion den Namen Wum. Erst 1974 begann die Nachfolgesendung Der große Preis. Für das Jahr 1972 ist deshalb wichtig: Der Song gehört ursprünglich in den Kontext von Drei mal Neun, auch wenn Wum später eng mit Der große Preis verbunden wurde.[1][6]

Freies Medium: historisches Röhrenfernsehgerät als Symbol für das lineare Fernsehzeitalter. Wikimedia Commons, Foto: Alf van Beem, CC0. Es handelt sich nicht um das konkrete Studiogerät der Sendung.[7]

Die Figur war eng mit der Fernsehlotterie Aktion Sorgenkind, der heutigen Aktion Mensch, verbunden. Die Verkaufseinnahmen der Wum-Platte kamen nach den einschlägigen Darstellungen der Aktion Sorgenkind zugute.[1] Damit war die Single nicht nur ein Unterhaltungsprodukt, sondern zugleich Teil einer mediengestützten Wohltätigkeitskampagne.

Die Textwelt spielt mit typischen Alltagsbildern der Bundesrepublik und enthält auch eine politische Fantasie, in der die damalige Regierungsstadt Bonn zum Bezugspunkt wird. Bonn war zu dieser Zeit Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland; daraus lässt sich die Passage als zeittypische politische Alltagsreferenz verstehen. Ein direkter Kommentar zu einem bestimmten politischen Ereignis ist daraus jedoch nicht abzuleiten.[8]


Veröffentlichung der Originalsingle

Die Originalsingle erschien 1972 bei Ariola als 7"-Single mit der Katalognummer 12 328 AU. Katalogdaten nennen für die Aufnahme eine Laufzeit von ungefähr 2:42 Minuten. Auf der Rückseite befand sich Ich bin ein kleiner Hund.[2] Die Quellen nennen Loriot als Textautor sowie Bert Claus, Jean Thomé und Elvira Ochoa als Beteiligte an der Musik. Einzelne Sekundärdatenbanken führen nicht alle Namen vollständig; für diesen aiMOOC wird deshalb die vollständigere, mehrfach belegte Urheberangabe verwendet.[1][2]

Freies Medium: Beispiel einer 7"-Single mit 45 U/min. Wikimedia Commons, Foto: Erik Henning Edvardsen, CC BY-SA 4.0. Das Bild zeigt nicht die Wum-Single selbst, sondern veranschaulicht das damalige Tonträgerformat.[9]


Mindestens drei belegte Besonderheiten dieser Aufnahme

Besonderheit Beleg für genau diese Aufnahme Bedeutung für die Analyse
Kunstfigur mit realer Stimme Loriot spricht und singt Wum selbst; die Quellen bezeichnen die Darbietung ausdrücklich als Loriots Sprechgesang.[1] Die Stimme funktioniert zugleich als Figurendarstellung, Gesang und komische Erzählstimme.
Historische Melodievorlage Die Musik lehnt sich an Shelton Brooks' 1917 veröffentlichtes Stück The Darktown Strutters' Ball an.[1] Dadurch verbindet eine bundesdeutsche Fernsehfigur der 1970er Jahre ihren Song mit Klang- und Formvorstellungen des frühen Jazz und der Unterhaltungsmusik des frühen 20. Jahrhunderts.
Banjo-geprägter Old-Time-Klang Wikipedia bezeichnet das Stück ausdrücklich als Banjo-Lied; eine zeitgenössische Rückschau beschreibt Banjo und Klarinette als prägende Instrumente des Old-Time-Jazz-Eindrucks.[1][10] Die Instrumentalfarbe bildet einen bewussten Kontrast zur trockenen, gesprochenen Wum-Stimme.
Wohltätigkeitsbezug Verkaufserlöse kamen der Aktion Sorgenkind zugute.[1] Populäre Unterhaltung, Fernsehmarketing und Spendenkommunikation waren miteinander verbunden.
Außergewöhnlicher Charterfolg einer Zeichentrickfigur Die Single stand neun Wochen auf Platz 1 der deutschen Singlecharts und erhielt eine Goldene Schallplatte.[4][1] Der Erfolg zeigt, wie stark eine Fernsehfigur in die damalige Pop- und Schallplattenkultur hineinwirken konnte.
Erfolg über die Goldschwelle hinaus Die offizielle Loriot-Seite nennt rückblickend rund 1,3 Millionen verkaufte Exemplare; Wikipedia nennt die damalige Gold-Auszeichnung bei 500.000 verkauften Platten.[3][1] Die unterschiedlichen Zahlen beschreiben keinen zwingenden Widerspruch: Die Goldschwelle bezeichnet eine Auszeichnungsschwelle, die höhere Zahl einen später genannten Gesamtverkauf.


Historische Melodievorlage: The Darktown Strutters' Ball

The Darktown Strutters' Ball wurde von Shelton Brooks geschrieben und 1917 veröffentlicht. Eine Aufnahme der Original Dixieland Jazz Band entstand im Mai 1917 und gehört zu den frühen dokumentierten Jazzaufnahmen.[11] Historische Sammlungen ordnen das Stück in Vaudeville, frühen Jazz und die damals verbreitete Unterhaltungskultur ein. Einige historische Titel- und Bildformulierungen aus diesem Umfeld enthalten heute problematische rassistische Stereotype; bei der Arbeit mit solchen Quellen ist deshalb eine kritische historische Kontextualisierung wichtig.[12]

Die konkrete Wum-Aufnahme ist keine bloße historische Wiederveröffentlichung. Sie verwendet die ältere melodische Grundlage für einen neuen deutschen Text, eine neue Figurenidentität und ein neues Arrangement. Genau diese Transformation ist musikanalytisch interessant.

Urheberrechtlicher Hinweis: Die historische Melodie und die Wum-Fassung werden hier nicht vollständig notiert. Auch eine auf Wikimedia Commons vorhandene historische Notenausgabe ist für Deutschland nicht automatisch gemeinfrei, wenn die maßgebliche Schutzfrist dort noch nicht abgelaufen ist. Deshalb werden unten ausschließlich selbst erstellte Miniaturen verwendet.


Stil und Genre

Die Aufnahme lässt sich als Mischung aus Novelty Song, humoristischem Schlager, Swing- beziehungsweise Old-Time-Jazz-Anspielung und Sprechgesang beschreiben. „Novelty Song“ meint hier ein populäres Lied, dessen Reiz stark aus einer ungewöhnlichen Figur, einem komischen Konzept oder einer Pointe entsteht. Wum ist nicht einfach ein Sänger mit Künstlernamen, sondern eine bereits bekannte Zeichentrickfigur.

Der Jazzbezug ist weniger als improvisatorischer moderner Jazz zu verstehen, sondern als stilisierte Rückblende auf frühere Tanz- und Unterhaltungsmusik. Banjo, Klarinettenfarbe, ein unkompliziert tanzbarer Puls und funktionale Dominantharmonik verstärken den Eindruck einer bewusst altmodischen musikalischen Kulisse.[13]

Freies Medium: historische Banjo-Darstellung aus dem Nordisk familjebok, gemeinfrei. Das Bild zeigt nicht das konkrete Instrument der Studioproduktion, sondern veranschaulicht die Instrumentenfamilie.[14]

Freies Hörbeispiel: kurzer Banjo-Klang auf Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Dieses Beispiel ist nicht aus Wums Aufnahme, sondern dient ausschließlich dem Erkennen der typischen Zupfklangfarbe.[15]


Gesang und Figurenstimme

Das zentrale klangliche Merkmal ist Loriots Sprechgesang. Wums Stimme bleibt sprachverständlich, rhythmisch präzise und stark von der komischen Figur geprägt. Der Effekt entsteht gerade daraus, dass die Aufnahme nicht wie ein großer emotionaler Schlagervortrag behandelt wird. Die Figur erzählt, kommentiert und singt zugleich.

Die komische Wirkung entsteht aus mehreren Ebenen: einer tierischen Kunstfigur mit menschlichen Alltagsproblemen, einer trocken vorgetragenen Stimme, der Gegenüberstellung von banalen Bildern und großen gesellschaftlichen Rollen sowie einer musikalischen Begleitung, die das Geschehen mit demonstrativ guter Laune trägt.


Instrumentierung und Arrangement

Für die Aufnahme sind Banjo und Klarinette als charakteristische Klangträger belegt beziehungsweise in zeitgenössischen Rückschauen hervorgehoben.[1][16] Weitere Instrumente der Studiobesetzung sind in den hier ausgewerteten verlässlichen Katalogquellen nicht vollständig einzeln dokumentiert. Deshalb sollte man eine konkrete Besetzung von Bass, Schlagzeug, Klavier oder Bläsern nicht ohne Quellenbeleg behaupten.

Freies Medium: As-Klarinette als Beispiel aus der Klarinettenfamilie. Wikimedia Commons, Michael Scott Cuthbert / Bearbeitung Gisbert K, CC BY-SA 2.5. Das Bild zeigt ausdrücklich nicht die konkrete Klarinette der Wum-Aufnahme.[17]

Das Arrangement arbeitet nach dem Prinzip Figurenstimme im Vordergrund – stilisierte Tanzbegleitung im Hintergrund. Das Banjo liefert eine trockene, perkussive Zupfklangfarbe; die Klarinette verweist klanglich auf Old-Time-Jazz. Wiederkehrende instrumentale beziehungsweise vokalisierte Zwischenabschnitte gliedern die Strophen und geben der Aufnahme Wiedererkennungswert.


Melodie und Harmonik

Die Melodie ist historisch nicht völlig neu erfunden, sondern an Brooks' ältere Vorlage angelehnt.[1] Für die Analyse ist deshalb weniger die Frage interessant, ob jeder Ton „neu“ ist, sondern wie die bekannte melodische Grundidee durch deutsche Sprache, Figurenstimme und neues Arrangement umgedeutet wird.

Eine spätere didaktische Akkordfassung des Liedes arbeitet überwiegend in G-Dur mit den Akkorden G, G7, C, A7 und D7. Sie ist keine originale Studiopartitur und darf daher nicht mit einer Primärquelle verwechselt werden; sie ist aber als Hinweis auf die funktionale Harmonik nützlich.[18]

Musiktheoretisch lässt sich daran ein typisches Prinzip der frühen Jazz- und Unterhaltungsharmonik erklären: Dominantseptakkorde erzeugen Vorwärtsdrang, und eine Kette wie A7 nach D7 kann als Folge von Zwischendominante und Dominante verstanden werden.


Score-Beispiel 1: selbst erstellte Dominantkette

Das folgende Beispiel ist frei erfunden und keine Abschrift der Wum-Melodie. Es zeigt nur, wie sich in G-Dur eine jazznahe Dominantbewegung anfühlen kann.


\version "2.24.0"
<<
  \new ChordNames \chordmode {
    g1:6 e:7 a:7 d:7 g:6
  }
  \new Staff \relative c' {
    \key g \major
    \time 4/4
    b4 d g d |
    b gis e' d |
    cis e a e |
    c a d fis |
    g1 \bar "|."
  }
>>

Hier führt die Akkordfolge schrittweise zurück zum tonalen Zentrum G. Solche Dominantketten sind ein allgemeines Stilmittel und kein urheberrechtlich geschütztes Zitat der Aufnahme.


Rhythmus

Der Rhythmus ist auf einen klaren, tanzbaren Viererpuls ausgerichtet. Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Begleitung und Stimme: Die Instrumente halten den musikalischen Fluss stabil, während der Sprechgesang sprachnahe Akzente setzt. Dadurch kann die Stimme rhythmisch pointiert wirken, ohne in lange gesungene Legatobögen zu wechseln.


Score-Beispiel 2: selbst erstellter Sprechgesang-Rhythmus

Auch dieses Beispiel ist vollständig selbst erstellt. Alle Töne liegen absichtlich auf derselben Tonhöhe, damit nur das rhythmische Prinzip sichtbar wird.


\version "2.24.0"
\relative c' {
  \time 4/4
  g8 g4 g8 r4 g4 |
  g4 r8 g8 g8 g4. |
  g8 r8 g4 g8 g8 r4 |
  g2 r2 \bar "|."
}

Du kannst diesen Rhythmus mit einem selbst erfundenen Satz sprechen. So wird hörbar, wie Sprache durch Akzent, Pause und Wiederholung musikalisch organisiert werden kann, ohne dass eine ausgearbeitete Gesangsmelodie nötig ist.


Songform

Die Aufnahme ist im Kern strophisch. Auf einen kurzen Beginn folgen mehrere Textstrophen; wiederkehrende Zwischenabschnitte mit einer hundeartigen Vokalisierung trennen größere Formteile. Gegen Ende wird diese Wiedererkennungsgeste ausgedehnt. Eine didaktische Formskizze kann deshalb lauten:

Abschnitt Funktion
Auftakt Kurze Einleitung und Herstellung der Figuren- und Bühnensituation
Strophenblock A Zwei kurze Textstrophen mit derselben Grundidee der Begleitung
Zwischenspiel Wiederkehrende vokale beziehungsweise instrumentale Erkennungsfigur
Strophenblock B Fortsetzung mit neuen absurden Alltagsszenen
Zwischenspiel Rückkehr der Erkennungsfigur
Strophenblock C Weitere Steigerung der komischen Situationen
Schluss Erweiterte Wiederholung der charakteristischen Schlussgeste

Diese Form unterstützt den Humor: Die musikalische Ordnung bleibt vorhersehbar, während die Textbilder immer neue unerwartete Wendungen liefern.


Textthemen und Bildsprache

Der Liedtext wird hier aus urheberrechtlichen Gründen nicht vollständig wiedergegeben. Inhaltlich lassen sich jedoch mehrere Themen sicher erschließen. Der Ausgangspunkt ist der Wunsch der Hundfigur nach einer Katze. Darum gruppieren sich absurde Bilder aus Haustierwelt, Freizeit, Essen, Körperpflege, Theater und gesellschaftlichem Aufstieg.

Die Bildsprache lebt von Vermenschlichung: Wum denkt und handelt wie ein Mensch, bleibt aber zugleich Hund. Gerade aus diesem Wechsel entstehen Pointen. Ein weiteres Thema ist die ironische Distanz zu sentimentalen Liebesliedern. Die Aufnahme macht sich damit auch über Konventionen des Schlagers lustig, ohne selbst auf eine eingängige populäre Form zu verzichten.

Eine spätere Strophe spielt mit politischer Größe und dem damaligen Regierungssitz Bonn. Hier verbindet Loriot Größenfantasie und Selbstironie. Das ist typisch für seinen Humor: gesellschaftliche Rollen wirken bedeutend, werden aber durch kleine Alltagsdetails sofort wieder relativiert.


Produktion

Die Originalsingle ist als Ariola-Veröffentlichung von 1972 mit der Katalognummer 12 328 AU gut dokumentiert.[2] Nicht ebenso eindeutig dokumentiert sind in den hier geprüften Quellen ein namentlich ausgewiesener Produzent, Toningenieur oder ein vollständiges Studiomusiker-Line-up der Originalaufnahme. Diese Lücke ist selbst eine wichtige Erkenntnis wissenschaftlichen Arbeitens: Was nicht zuverlässig belegt ist, sollte nicht als Tatsache ausgegeben werden.

Die Produktion setzt die Stimme sehr klar in den Mittelpunkt. Für die Wirkung ist weniger technische Studio-Opulenz entscheidend als die Wiedererkennbarkeit der Figur. Der Song funktioniert dadurch fast wie eine Erweiterung der Fernsehrolle auf Schallplatte.


Offizielles Hörbeispiel der Originalaufnahme

Die folgende Einbettung führt zu einer YouTube-Topic-Veröffentlichung von Wum's Gesang. Sie ist kein frei lizenzierter Download, aber eine regulär über YouTube bereitgestellte Hörquelle.

Höre beim ersten Durchgang nur auf die Figurenstimme. Achte beim zweiten Durchgang auf Banjo- und Klarinettenfarbe, Zwischenabschnitte, Pausen und die Beziehung von Sprache und Begleitung.


Vergleich mit der James-Last-Fassung

Bereits 1973 erschien auf James Lasts Album Sing mit eine Coverfassung. Die offizielle YouTube-Veröffentlichung nennt James Last als Produzenten, Dirigenten und Recording-Arrangeur sowie Peter Klemt als Toningenieur.[19] Katalogquellen geben für die Albumfassung nur etwa 1:35 bis 1:38 Minuten an; die Wum-Single dauert ungefähr 2:42 Minuten.[2][20]

Merkmal Wums Gesang 1972 James Last 1973
Identität Originalsingle der Figur Wum mit Loriots charakteristischem Sprechgesang Cover im Rahmen des James-Last-Albums Sing mit
Länge ungefähr 2:42 Minuten ungefähr 1:35 bis 1:38 Minuten
Dramaturgie Raum für mehrere Strophenblöcke und wiederkehrende Wum-Gesten deutlich komprimierter und in das schnelle Albumkonzept eingepasst
Klanglicher Fokus Figurenstimme und komische Charakterisierung stehen im Vordergrund stärkeres Gewicht auf dem arrangierten Ensemble- und Mitsing-Konzept von James Last
Funktion eigenständige Novelty-Single und Medienereignis Teil einer LP mit zahlreichen kurzen deutschen Mitsing-Titeln

Der hörbare Unterschied ist deshalb nicht nur eine Frage einzelner Instrumente. Die Funktion der Musik verändert sich: In der Originalsingle trägt die Stimme die Persönlichkeit der Zeichentrickfigur. In der James-Last-Fassung wird das Material in eine kompakte, orchestrale Party- und Mitsingdramaturgie überführt. Beim direkten A/B-Hören kannst Du besonders auf Tempoempfinden, Stimmpräsenz, Dichte des Arrangements und Kürzungen der Form achten.


Rezeption und Bedeutung im Werk Loriots

Die Single erreichte Ende 1972 Platz 1 der deutschen Charts und blieb dort neun Wochen.[4] Für den Erfolg erhielt Loriot eine Goldene Schallplatte; die offizielle Loriot-Seite nennt rückblickend rund 1,3 Millionen verkaufte Exemplare.[3] Damit wurde eine Nebenfigur aus einer Fernsehsendung zu einem eigenständigen Schallplattenphänomen.

Für Loriots Werk ist die Aufnahme besonders, weil mehrere seiner Arbeitsweisen zusammenkommen: Zeichnung, Figurenentwicklung, Text, Stimme, Timing und Medienwechsel. Wum existiert zugleich als Cartoonfigur, Fernsehfigur, Werbeträger für die Fernsehlotterie und Schallplatteninterpret. Die Aufnahme ist damit ein frühes Beispiel für medienübergreifende Figurenverwertung, lange bevor Begriffe wie „Crossmedia“ oder „Franchise“ im heutigen Sinn alltäglich wurden.

Der nachfolgende Titel Abbl-Dibabbl erreichte 1973 noch die deutschen Charts, aber nicht annähernd dieselbe Spitzenposition.[1] Dadurch bleibt die Miezekatzen-Single der herausragende Tonträgererfolg der Figur.


Rechtssichere Mediennutzung

Für diesen aiMOOC gelten vier Regeln. Erstens werden vollständige geschützte Liedtexte nicht wiedergegeben. Zweitens wird die geschützte beziehungsweise noch nicht zweifelsfrei gemeinfreie Melodie nicht vollständig notiert. Drittens werden Bilder aus Wikimedia Commons nur eingesetzt, wenn ihre freie Lizenz beziehungsweise Gemeinfreiheit auf der Dateiseite ausgewiesen ist. Viertens werden kommerzielle Tonaufnahmen nicht kopiert, sondern nur über reguläre Plattform-Einbettungen verlinkt.

Freies Medium: schematische Vinylschallplatte, Wikimedia Commons, Public Domain. Sie steht hier stellvertretend für die materielle Tonträgerkultur der Zeit.[21]


Quellenkritik

Nicht jede Internetseite erfüllt denselben Zweck. Für eine belastbare Analyse solltest Du zwischen Primär- beziehungsweise Katalogquellen, institutionellen Quellen und späteren journalistischen Rückblicken unterscheiden.

Quellentyp Beispiel Wofür geeignet?
Institutionelle Quelle Loriot.de, Aktion Mensch, Bundesarchiv Werkgeschichte, organisatorischer Kontext, historische Einordnung
Katalog- und Chartquelle hitparade.ch, offizielle beziehungsweise historische Chartlisten Veröffentlichungsdaten, Laufzeiten, Label, Chartverlauf
Bibliotheksquelle Library of Congress, Levy Music Collection historische Vorlage, Publikationsgeschichte, frühe Aufnahme
Journalistische Rückschau B.Z. Beschreibung von Klangwirkung und Rezeption, aber mit erkennbarer Kommentarperspektive
Didaktische Bearbeitung Ukulele-Liederbuch praktische Akkordorientierung, aber keine originale Studiopartitur


Nachprüfbare Quellen

  1. Wum: Wikipedia – Entstehung, Hitparade, Sprechgesang, Melodievorlage, Aktion Sorgenkind, Produktion.
  2. Loriot: Loriot.de – Bedeutung Wums und rückblickende Verkaufszahl.
  3. Single: hitparade.ch – Ariola 12 328 AU, Laufzeit, Urheberangaben.
  4. Charts: Nummer-eins-Hits 1972 – neun Wochen an der Spitze.
  5. Aktion Mensch: Chronik – Geschichte von Aktion Sorgenkind und Der große Preis.
  6. The Darktown Strutters' Ball: Library of Congress – historische Aufnahme von 1917.
  7. Shelton Brooks: Levy Music Collection – Publikations- und Formangaben.
  8. James Last: offizieller YouTube-Kanal – autorisierte Coververöffentlichung.
  9. MediaWiki: Wikimedia Commons – frei lizenzierte Medien zu Loriot.
  10. Urheberrecht: Die Score-Beispiele dieses aiMOOCs sind selbst erstellt und enthalten keine vollständige oder nachnotierte Melodie der Originalaufnahme.
  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 Wum – Wikipedia, besonders die Abschnitte „Entstehung“, „Hitparade“ und „Produktion“, abgerufen am 20.09.2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 hitparade.ch: Wum's Gesang – Ich wünsch mir 'ne kleine Miezekatze, Angaben zur 7"-Single, zum Label, zur Katalognummer, Laufzeit und zu den Urheberangaben, abgerufen am 20.09.2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Loriot.de: Wum, Beschreibung zur Figur und zum Verkaufserfolg, abgerufen am 20.09.2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 Liste der Nummer-eins-Hits in Deutschland 1972 – Wikipedia, Zeitraum des Nummer-eins-Erfolgs, abgerufen am 20.09.2026.
  5. Wikimedia Commons: Loriot 1971 (2).jpg, Lizenzinformationen, abgerufen am 20.09.2026.
  6. Aktion Mensch: Chronik, Einordnung von „Der große Preis“ und Aktion Sorgenkind, abgerufen am 20.09.2026.
  7. Wikimedia Commons: Old Philips television set, pic8.JPG, Lizenz CC0, abgerufen am 20.09.2026.
  8. Bundesarchiv: Die vergessene Vertretung in Bonn, historischer Kontext der frühen 1970er Jahre, abgerufen am 20.09.2026.
  9. Wikimedia Commons: 45 rpm Single Record.jpg, Lizenz CC BY-SA 4.0, abgerufen am 20.09.2026.
  10. B.Z.: TV-Kopf des Tages – Wum, 04.04.2008, abgerufen am 20.09.2026.
  11. Library of Congress: The Darktown Strutters' Ball, Aufnahme der Original Dixieland Jazz Band, 1917, abgerufen am 20.09.2026.
  12. Johns Hopkins University, Levy Music Collection: The Darktown Strutters' Ball, Angaben zu Publikation, Form und historischen Schlagworten, abgerufen am 20.09.2026.
  13. ChartsReplay: Ich Wünsch Mir 'Ne Kleine Miezekatze, Genreangabe Swing und Hinweise zur Aufnahme, abgerufen am 20.09.2026.
  14. Wikimedia Commons: Banjo.png, Public Domain, abgerufen am 20.09.2026.
  15. Wikimedia Commons: Banjo.ogg, CC BY-SA 3.0, abgerufen am 20.09.2026.
  16. B.Z.: TV-Kopf des Tages – Wum, Instrumentierungsbeschreibung, abgerufen am 20.09.2026.
  17. Wikimedia Commons: Clarinet A-flat 1.jpg, CC BY-SA 2.5, abgerufen am 20.09.2026.
  18. Stuttgarter Ukulele Kollektiv: Liederbuch 2025, Akkordfassung des Liedes, abgerufen am 20.09.2026.
  19. James Last Official Artist Channel: Ich wünsch mir 'ne kleine Miezekatze, bereitgestellt durch Universal Music Group, abgerufen am 20.09.2026.
  20. Musik-Sammler: James Last – Sing Mit, Trackdauer und Produktionsdaten, abgerufen am 20.09.2026.
  21. Wikimedia Commons: Vinyl Record.png, Public Domain, abgerufen am 20.09.2026.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer spricht und singt die Figur Wum auf der Originalaufnahme? (Loriot) (!Wim Thoelke) (!James Last) (!Shelton Brooks)




In welchem Jahr erschien die Originalsingle? (1972) (!1962) (!1979) (!1985)




Mit welcher Sendung war Wum zur Zeit der Veröffentlichung 1972 ursprünglich verbunden? (Drei mal Neun) (!Der große Preis) (!Dalli Dalli) (!Disco)




Welcher Organisation kamen die Verkaufseinnahmen zugute? (Aktion Sorgenkind) (!Deutsches Rotes Kreuz) (!Greenpeace) (!UNICEF)




Auf welches ältere Stück bezieht sich die musikalische Vorlage? (The Darktown Strutters' Ball) (!Take Five) (!Blue Rondo à la Turk) (!In the Mood)




Welches Instrument ist für den Klang der Originalaufnahme besonders belegt? (Banjo) (!Sitar) (!Cembalo) (!Tuba)




Wie wird Loriots Vortrag in den Quellen charakterisiert? (Sprechgesang) (!Opernarie) (!Jodelsolo) (!A-cappella-Chor)




Welches Label veröffentlichte die Originalsingle? (Ariola) (!Motown) (!Blue Note) (!ECM)




Wie lange stand die Single an der Spitze der deutschen Charts? (Neun Wochen) (!Eine Woche) (!Drei Wochen) (!Zwanzig Wochen)




Auf welchem James-Last-Album erschien 1973 eine Coverfassung? (Sing mit) (!Abbey Road) (!Machine Head) (!Autobahn)





Memory

Wum Zeichentrickhund
Loriot Figurenstimme
Ariola Originalsingle
Banjo Zupfklang
Aktion Sorgenkind Wohltätigkeitsbezug
Shelton Brooks historische Vorlage





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Sprechgesang Stimme
Banjo und Klarinette Instrumentierung
Ariola Veröffentlichung
Drei mal Neun Fernsehkontext
Sing mit Coververgleich





Kreuzworträtsel

Loriot Wer gab Wum in der Originalaufnahme seine Stimme?
Ariola Welches Label veröffentlichte die Single?
Banjo Welches Zupfinstrument prägt den Old-Time-Klang?
Swing Welcher Stilbegriff passt zur historischen Tanzmusik-Anmutung?
Brooks Wie lautet der Nachname des Komponisten der historischen Melodievorlage?
Wum Wie heißt die singende Zeichentrickfigur?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Stimme der Figur Wum stammt von

. Die Single erschien im Jahr

. Das ursprüngliche Schallplattenlabel war

. Der Vortrag wird als

beschrieben. Ein besonders auffälliges Zupfinstrument ist das

. Die Melodie lehnt sich an ein Stück von Shelton

an. Die Verkaufseinnahmen kamen der Aktion

zugute. Eine zeitnahe Coverfassung erschien auf James Lasts Album

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Hörprotokoll: Höre die Originalaufnahme zweimal und notiere fünf Beobachtungen zu Stimme, Instrumenten, Rhythmus und Form, ohne Liedtext abzuschreiben.
  2. Instrumentenkunde: Erstelle eine kleine Infokarte zum Banjo und erkläre, warum sein Klang gut zu einer Old-Time-Jazz-Anmutung passt.
  3. Mediengeschichte: Gestalte eine Zeitleiste von Wums Entstehung über die Single bis zum späteren Auftritt in Der große Preis.
  4. Coverversion: Vergleiche die Laufzeiten der Wum- und James-Last-Fassung und formuliere zwei Vermutungen, warum die Coverfassung so stark gekürzt wurde.


Standard

  1. Musikanalyse: Erstelle ein Formdiagramm der Aufnahme mit Einleitung, Strophenblöcken, Zwischenspielen und Schluss.
  2. Sprechgesang: Erfinde einen achtzeiligen humoristischen Text über ein heutiges Alltagsthema und sprich ihn rhythmisch über einen gleichmäßigen Viererpuls.
  3. Quellenkritik: Vergleiche Wikipedia, Loriot.de, hitparade.ch und eine journalistische Quelle. Bewerte nicht pauschal, sondern erkläre, welche Information Du welcher Quelle anvertrauen würdest und warum.
  4. Arrangement: Entwirf ein eigenes Arrangement für Stimme, Banjo, Klarinette und Rhythmusgruppe. Beschreibe, wann welches Instrument spielen soll.


Schwer

  1. Intertextualität: Untersuche, was sich verändert, wenn eine Melodie von 1917 in einer deutschen Fernseh-Novelty-Single von 1972 neu kontextualisiert wird.
  2. Urheberrecht: Erstelle ein Regelblatt für eine Schulklasse: Was darf man bei einer Songanalyse zitieren, einbetten, verlinken oder selbst notieren, und wo muss man vorsichtig sein?
  3. Medienkonvergenz: Analysiere Wum als Figur, die zwischen Fernsehen, Schallplatte, Wohltätigkeitskampagne und Merchandising wechselt. Vergleiche dieses Modell mit einer heutigen Medienfigur.
  4. Forschungsprojekt: Suche in Bibliotheks-, Chart- und Plattenkatalogen nach weiteren belegten Coverfassungen. Trenne sicher nachweisbare Veröffentlichungsdaten von bloßen Nutzerangaben.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Musik und Figur: Erkläre anhand eines selbst gewählten aktuellen Beispiels, wie eine Figurenstimme die Wahrnehmung eines Songs verändern kann. Übertrage danach Deine Erkenntnisse auf Wum.
  2. Historischer Kontext: Begründe, warum die Fernsehherkunft der Figur für den Charterfolg wichtig gewesen sein könnte. Unterscheide dabei belegte Tatsachen von plausiblen Vermutungen.
  3. Form und Humor: Erkläre, wie eine sehr regelmäßige musikalische Form komische Überraschungen im Text verstärken kann.
  4. Coveranalyse: Entwickle drei Kriterien für einen fairen Vergleich zwischen Original und Cover. Wende sie auf Wum und James Last an.
  5. Quellenbewertung: Zwei Quellen nennen unterschiedliche Verkaufszahlen beziehungsweise Auszeichnungsschwellen. Erkläre, wie Du prüfst, ob tatsächlich ein Widerspruch vorliegt.
  6. Urheberrechtlicher Transfer: Plane eine Präsentation zur Aufnahme, die ohne vollständigen Liedtext und ohne vollständige Partitur auskommt, aber trotzdem musikalisch aussagekräftig ist.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du folgende Kompetenzen zeigen:

  1. Du kannst die Originalaufnahme sicher in das Jahr 1972 und in den Kontext von Drei mal Neun einordnen.
  2. Du kannst mindestens drei belegte Besonderheiten genau dieser Aufnahme nennen und mit Quellen absichern.
  3. Du kannst Sprechgesang, Banjo-Klang, Klarinettenfarbe, Old-Time-Jazz-Anmutung und strophische Form fachsprachlich beschreiben.
  4. Du kannst erklären, dass die Melodie auf eine ältere Vorlage von Shelton Brooks zurückgeht, ohne die geschützte Melodie vollständig zu reproduzieren.
  5. Du kannst die Rolle von Aktion Sorgenkind und den außergewöhnlichen Charterfolg erläutern.
  6. Du kannst eine Original- und eine Coverfassung nach nachvollziehbaren Kriterien vergleichen.
  7. Du kannst zwischen Primär-, institutionellen, Katalog-, journalistischen und didaktischen Quellen unterscheiden.
  8. Du kannst urheberrechtlich sensible Inhalte durch Paraphrase, kurze Analysebeispiele und legale Einbettungen ersetzen.




OERs zum Thema

Der Wikipedia-Artikel zu Wum liefert eine frei lizenzierte Grundlage für Entstehung, Hitparade und Produktionskontext:

Weitere freie Medien findest Du über Wikimedia Commons. Prüfe bei jeder Datei die konkrete Lizenz und beachte, dass eine auf Commons verfügbare Datei nicht automatisch in jedem Staat gemeinfrei sein muss.



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