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Wohnen und Wohnbedürfnisse - AES

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Wohnen und Wohnbedürfnisse - AES



Einleitung

Wohnen gehört zu den grundlegenden Bedürfnissen des Menschen. Eine Wohnung bietet Schutz vor Wetter, ermöglicht Schlaf und Erholung und schafft einen persönlichen Rückzugsraum. Gleichzeitig ist Wohnen mehr als ein Dach über dem Kopf: Menschen möchten sich sicher fühlen, Gemeinschaft erleben, ihre Umgebung gestalten und ihren Alltag organisieren.

Im Fach AES untersuchst Du, welche Wohnbedürfnisse Menschen haben, welche Wohnformen dazu passen und wie Wohnentscheidungen mit Geld, Nachhaltigkeit, Lebensphase und persönlichen Vorstellungen zusammenhängen.


Was bedeutet Wohnen?

Eine Wohnung besteht aus einem oder mehreren Räumen, die zum Wohnen oder Schlafen genutzt werden. Für einen selbstständig geführten Haushalt sind Bereiche für Kochen, Körperpflege und Toilette besonders wichtig.

Wohnen erfüllt verschiedene Funktionen. Dazu gehören Schutz, Sicherheit, Erholung, Privatsphäre, Gemeinschaft und Selbstgestaltung. Nicht alle Menschen gewichten diese Bedürfnisse gleich. Eine Person braucht vielleicht viel Ruhe, eine andere legt mehr Wert auf gemeinschaftliche Räume oder eine gute Lage.


Wohnbedürfnisse

Wohnbedürfnisse beschreiben, was Menschen von ihrem Zuhause erwarten. Sie hängen unter anderem von Alter, Gesundheit, Haushaltsgröße, Einkommen, Alltag und persönlichen Vorlieben ab.

  1. Sicherheit: Die Wohnung soll Schutz geben und ein Gefühl von Geborgenheit ermöglichen.
  2. Privatsphäre: Menschen brauchen Bereiche, in denen sie ungestört sein können.
  3. Gemeinschaft: Zusammen wohnen kann Austausch, Unterstützung und Nähe ermöglichen.
  4. Erholung: Schlaf, Ruhe und Freizeit brauchen passende Räume oder Rückzugsmöglichkeiten.
  5. Selbstbestimmung: Menschen möchten ihren Alltag und ihre Wohnumgebung möglichst selbst gestalten.
  6. Barrierefreiheit: Eine Wohnung soll auch bei körperlichen Einschränkungen gut nutzbar sein.


Räume und ihre Funktionen

Räume unterstützen unterschiedliche Tätigkeiten. Die Küche dient vor allem der Zubereitung und Aufbewahrung von Lebensmitteln. Das Badezimmer wird für Körperpflege und Hygiene genutzt. Wohn- und Schlafbereiche ermöglichen Begegnung, Freizeit, Erholung und Rückzug.

Ein Grundriss zeigt die Anordnung von Räumen, Türen und oft auch Fenstern. Er hilft Dir zu prüfen, ob Wege praktisch sind und ob die Raumaufteilung zu den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner passt.


Wohnformen

Menschen können sehr unterschiedlich wohnen. Häufige Wohnformen sind zum Beispiel das Wohnen allein, als Familie, als Paar oder in einer Wohngemeinschaft. Auch Wohnheime, Mehrgenerationenwohnen oder unterstützte Wohnformen können zum Alltag passen.

Eine Wohnform ist nicht automatisch besser als eine andere. Entscheidend ist, ob sie zu den Bedürfnissen, finanziellen Möglichkeiten und zur Lebenssituation passt.


Die erste eigene Wohnung und Wohnkosten

Beim Ausziehen werden viele Entscheidungen wichtig: Lage, Größe, Ausstattung, Erreichbarkeit, Mietkosten und laufende Ausgaben. Neben der Miete können zum Beispiel Kosten für Heizung, Strom, Internet, Versicherungen oder Mobilität entstehen.

Die Kaltmiete bezeichnet die Miete ohne die zusätzlich vereinbarten Betriebskosten. Die Warmmiete umfasst die Kaltmiete und vereinbarte Nebenkosten. Welche Kosten genau enthalten sind, steht im Mietvertrag. Deshalb ist es wichtig, Angebote nicht nur nach einem einzelnen Preis zu vergleichen.


Barrierefreies und anpassbares Wohnen

Wohnbedürfnisse verändern sich. Ein Kind, eine alleinlebende junge Person, eine Familie oder ein älterer Mensch kann ganz unterschiedliche Anforderungen haben. Auch Krankheit oder Behinderung können verändern, welche Ausstattung nötig ist.

Barrierefreiheit bedeutet, dass Räume und Einrichtungen möglichst selbstständig und ohne besondere Erschwernis genutzt werden können. Beispiele sind stufenlose Zugänge, ausreichend breite Türen oder eine bodengleiche Dusche. Anpassbare Wohnungen können dabei helfen, länger selbstständig zu wohnen.


Nachhaltig wohnen

Nachhaltiges Wohnen verbindet Umwelt, Alltag und Kosten. Der Energiebedarf einer Wohnung hängt unter anderem von Größe, Gebäude, Dämmung, Heizung und Nutzungsverhalten ab.

Du kannst im Alltag zum Beispiel bewusst heizen und lüften, Strom sparen, Möbel lange nutzen, reparieren oder gebraucht kaufen und vorhandenen Wohnraum sinnvoll verwenden. Auch energieeffiziente Gebäude und erneuerbare Energien können den Ressourcenverbrauch verringern.


Wohnen als gesellschaftliche Aufgabe

Wohnraum ist nicht überall gleich verfügbar oder gleich teuer. Besonders in gefragten Städten kann es schwierig sein, eine passende und bezahlbare Wohnung zu finden. Deshalb ist Wohnen auch ein Thema von Verbraucherbildung, Stadtplanung, Sozialpolitik und Nachhaltigkeit.

Bei Wohnentscheidungen müssen häufig mehrere Ziele gleichzeitig abgewogen werden: niedrige Kosten, kurze Wege, genügend Platz, Ruhe, Gemeinschaft, Barrierefreiheit und Umweltverträglichkeit.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Wohnbedürfnis wird durch einen ungestörten Rückzugsraum besonders unterstützt? (Privatsphäre) (!Mobilität) (!Werbung) (!Konsum)




Wozu dient ein Grundriss? (Er zeigt die Anordnung von Räumen) (!Er zeigt den Stromverbrauch eines Jahres) (!Er ersetzt einen Mietvertrag) (!Er bestimmt die Hausordnung)




Welche Wohnform ist durch gemeinsam genutzte Räume mehrerer Personen gekennzeichnet? (Wohngemeinschaft) (!Einfamilienhaus) (!Ferienhotel) (!Gartenhaus)




Welcher Raum dient hauptsächlich der Zubereitung von Lebensmitteln? (Küche) (!Schlafzimmer) (!Flur) (!Keller)




Was gehört zu barrierefreiem Wohnen? (Gut nutzbare Zugänge ohne unnötige Hindernisse) (!Möglichst viele Treppen) (!Sehr schmale Türen) (!Nur hohe Schränke)




Was beschreibt die Warmmiete am besten? (Kaltmiete plus vereinbarte Nebenkosten) (!Nur den Strompreis) (!Nur die Kaltmiete) (!Den Kaufpreis der Wohnung)




Welche Aussage zu Wohnbedürfnissen ist richtig? (Sie können sich im Laufe des Lebens verändern) (!Sie sind bei allen Menschen gleich) (!Sie hängen nur von der Wohnfläche ab) (!Sie spielen bei Wohnentscheidungen keine Rolle)




Was unterstützt nachhaltiges Wohnen im Alltag? (Energie bewusst nutzen und Dinge lange verwenden) (!Räume dauerhaft überheizen) (!Funktionsfähige Möbel früh wegwerfen) (!Licht immer eingeschaltet lassen)




Welches Bedürfnis wird durch ein Schlafzimmer besonders unterstützt? (Erholung) (!Werbung) (!Verkehr) (!Einkauf)




Warum ist Wohnen auch ein gesellschaftliches Thema? (Weil bezahlbarer Wohnraum nicht überall gleich verfügbar ist) (!Weil jede Wohnung gleich groß sein muss) (!Weil alle Menschen gleich wohnen möchten) (!Weil Wohnkosten keine Rolle spielen)





Memory

Rückzug Privatsphäre
Geborgenheit Sicherheit
Kochbereich Lebensmittelzubereitung
Ruhezone Erholung
Stufenlosigkeit Barrierefreiheit
Wohngemeinschaft Gemeinschaftsräume
Raumskizze Grundriss
Mietpreis mit Nebenkosten Warmmiete





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Wohnbereich
Schlafen Schlafzimmer
Kochen Küche
Körperpflege Badezimmer
Begegnen Wohnzimmer
Aufbewahren Abstellraum




...


Kreuzworträtsel

Privatsphäre Welches Bedürfnis schützt einen persönlichen Rückzugsbereich?
Küche In welchem Raum werden Lebensmittel meist zubereitet?
Mietvertrag Welches Dokument regelt wichtige Vereinbarungen zwischen Mietparteien?
Barrierefreiheit Welcher Begriff bezeichnet eine möglichst selbstständig nutzbare Umgebung?
Rückzug Wie heißt das Bedürfnis, zeitweise ungestört zu sein?
Grundriss Wie heißt die zeichnerische Darstellung einer Raumaufteilung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Wohnen gehört zu den grundlegenden menschlichen

. Ein persönlicher Rückzugsbereich unterstützt die

. Ein Plan der Raumaufteilung heißt

. In einer

teilen mehrere Personen meist bestimmte Räume. Stufenlose Zugänge können die

verbessern. Die

umfasst die Kaltmiete und vereinbarte Nebenkosten. Bewusstes Heizen und Lüften kann helfen,

zu sparen. Wohnbedürfnisse können sich mit der

verändern.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Wohnbedürfnisse: Erstelle eine kleine Mindmap mit fünf Dingen, die Dir an einem Zuhause wichtig wären, und begründe zwei davon.
  2. Raumfunktion: Zeichne vier typische Räume einer Wohnung und notiere jeweils eine wichtige Tätigkeit, die dort stattfindet.
  3. Wohnformen: Vergleiche das Wohnen allein mit einer Wohngemeinschaft. Nenne jeweils zwei mögliche Vorteile.
  4. Energiesparen: Entwickle eine Checkliste mit fünf einfachen Möglichkeiten, im Wohnalltag Energie oder Ressourcen zu sparen.


Standard

  1. Grundriss: Plane auf Papier eine kleine Wohnung für zwei Personen. Achte auf kurze Wege, Rückzug und gemeinschaftlich nutzbare Bereiche.
  2. Haushaltsbudget: Erstelle für eine erfundene Person ein Monatsbudget und berücksichtige Miete, Energie, Lebensmittel, Mobilität und Freizeit.
  3. Barrierefreiheit: Untersuche einen öffentlich zugänglichen Raum oder einen Schulbereich auf Hindernisse. Dokumentiere drei Beobachtungen und drei Verbesserungen.
  4. Wohnbiografie: Führe mit Einverständnis ein kurzes Interview mit einer erwachsenen Person darüber, wie sich ihre Wohnbedürfnisse im Leben verändert haben.


Schwer

  1. Nachhaltiges Wohnen: Entwickle ein Konzept für eine möglichst ressourcenschonende Wohnung und begründe Deine Entscheidungen zu Fläche, Energie, Möbeln und Nutzung.
  2. Wohnraummangel: Recherchiere für Deinen Wohnort oder eine nahe Stadt, welche Gruppen Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche haben könnten, und stelle mögliche Ursachen und Lösungsansätze gegenüber.
  3. Konflikte im Haushalt: Entwickle ein Rollenspiel zu einem Konflikt über Lärm, Ordnung oder gemeinsame Räume und zeige eine faire Lösung.
  4. Wohnentscheidung: Erstelle für eine erfundene Person drei Wohnungsangebote und entscheide mit einer gewichteten Kriterienliste, welches Angebot am besten passt.




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Lernkontrolle

  1. Fallanalyse Wohnbedürfnisse: Eine vierköpfige Familie sucht eine neue Wohnung. Zwei Personen arbeiten zeitweise zu Hause. Entwickle fünf Kriterien für die Wohnungssuche und begründe ihre Reihenfolge.
  2. Wohnkosten vergleichen: Zwei Wohnungen haben unterschiedliche Kaltmieten, Nebenkosten und Wege zur Schule oder Arbeit. Erkläre, welche weiteren Informationen Du vor einer Entscheidung benötigst.
  3. Barrierefreiheit übertragen: Eine Person nutzt nach einem Unfall vorübergehend einen Rollstuhl. Prüfe einen erfundenen Grundriss und beschreibe, welche Bereiche angepasst werden müssten.
  4. Nachhaltigkeit bewerten: Vergleiche eine große unsanierte Wohnung mit einer kleineren energieeffizienten Wohnung. Erkläre, welche Informationen für eine faire Umweltbewertung fehlen.
  5. Wohnformen abwägen: Eine junge Person überlegt, allein oder in einer WG zu wohnen. Entwickle eine Entscheidungshilfe, die Kosten, Rückzug, Gemeinschaft und Organisation berücksichtigt.
  6. Lebensphasen: Zeige an drei Lebenssituationen, warum sich Wohnbedürfnisse verändern können, und leite jeweils eine passende Wohnanforderung ab.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du:

  1. zentrale Wohnbedürfnisse erklären und auf Alltagssituationen übertragen kannst.
  2. unterschiedliche Wohnformen vergleichen kannst.
  3. Räume und Grundrisse nach Funktionen und Bedürfnissen beurteilen kannst.
  4. wichtige Wohnkosten unterscheiden und in eine Entscheidung einbeziehen kannst.
  5. Merkmale von Barrierefreiheit erkennst.
  6. Möglichkeiten für nachhaltiges Wohnen begründen kannst.
  7. bei einer Wohnentscheidung mehrere Kriterien abwägen und Deine Entscheidung nachvollziehbar erklären kannst.




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