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Werkzeugstahl - Schmied

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Werkzeugstahl - Schmied




Werkzeugstahl - Schmied

Zielgruppe: Ausbildung im Schmiede- und Metallbereich Schmied-Thema: Werkstoffkunde Ziel: Werkzeugstahl sicher auswählen, schmieden und wärmebehandeln.


Einleitung

Werkzeugstahl wird für Werkzeuge und Formen genutzt. Er kann hart, verschleißfest, zäh oder warmfest sein. Die richtige Eigenschaft entsteht durch passende Stahlsorte, richtiges Schmieden und kontrollierte Wärmebehandlung.


Lernziele

Du kannst nach dem Kurs:

  1. Werkzeugstahl auswählen: Belastung und Stahlsorte verbinden.
  2. Werkstoffbezeichnung: Kurzname und Werkstoffnummer lesen.
  3. Schmiedetemperatur: nach Werkstoffdatenblatt arbeiten.
  4. Härten und Anlassen: die Arbeitsschritte erklären.
  5. Werkstofffehler: Risse, Zunder und Entkohlung erkennen.
  6. Arbeitssicherheit: Gefahren beim Erwärmen und Abschrecken beachten.


Werkzeugstahl verstehen


Wichtige Gruppen

Gruppe Typische Eigenschaft Beispiel
Unlegierter Kaltarbeitsstahl hohe Härte, geringe Durchhärtung C80U, 1.1525
Legierter Kaltarbeitsstahl gute Härtbarkeit und Verschleißfestigkeit 90MnCrV8, 1.2842
Warmarbeitsstahl warmfest und anlassbeständig X40CrMoV5-1, 1.2344
Schnellarbeitsstahl hohe Warmhärte für Schneidwerkzeuge HS6-5-2C, 1.3343

Merke: Kaltarbeitsstahl arbeitet meist bei niedriger Werkzeugtemperatur. Warmarbeitsstahl ist für thermisch belastete Werkzeuge geeignet. HSS bleibt auch bei hoher Schneidentemperatur hart.


Werkstoff richtig bestimmen

Nutze zuerst Materialzeugnis, Kennzeichnung und Werkstoffdatenblatt. Eine Funkenprobe gibt nur eine grobe Orientierung. Sie ersetzt keinen sicheren Werkstoffnachweis.


Wichtige Eigenschaften

Fachbegriff Einfache Erklärung
Härte Widerstand gegen Eindringen und Verschleiß
Zähigkeit Widerstand gegen Riss und Bruch
Härtbarkeit Fähigkeit, Martensit bis in eine bestimmte Tiefe zu bilden
Aufhärtbarkeit erreichbare höchste Härte
Anlassbeständigkeit Härte bleibt bei Erwärmung besser erhalten
Verschleißfestigkeit Widerstand gegen Materialabtrag


Werkzeugstahl schmieden


Arbeitsfolge

  1. Werkstoff prüfen: Sorte, Lieferzustand und Abmessung klären.
  2. Datenblatt lesen: Schmiedebeginn, Schmiedeende und Abkühlung beachten.
  3. Gleichmäßig erwärmen: Besonders legierte Stähle langsam und vollständig durchwärmen.
  4. Im Temperaturfenster schmieden: Unterhalb der unteren Schmiedetemperatur nicht weiter umformen.
  5. Kontrolliert abkühlen: Vorgabe des Herstellers einhalten.
  6. Nachbehandlung planen: Je nach Stahl normalisieren, weichglühen oder direkt weiterbearbeiten.

Datei:Smithy- steel forging (2).webm


Fehler beim Schmieden

Fehler Mögliche Ursache Folge
Riss zu kalt geschmiedet oder zu starke Kerbe Werkzeug kann brechen
Grobkorn zu heiß oder zu lange erwärmt geringere Zähigkeit
Zunder Sauerstoff und hohe Temperatur Materialverlust und raue Oberfläche
Entkohlung lange Erwärmung in oxidierender Atmosphäre weiche Randzone
Verzug ungleichmäßige Erwärmung oder Abkühlung Maß- und Formfehler


Wärmebehandlung


Härten

Beim Härten wird der Stahl auf die vorgeschriebene Austenitisiertemperatur erwärmt, gehalten und abgeschreckt. Dabei kann hartes Martensit entstehen.

Wichtig: Temperatur, Haltezeit und Abschreckmittel stehen im Werkstoffdatenblatt. Wasser, Öl, Luft oder Salz sind nicht beliebig austauschbar.


Anlassen

Nach dem Härten ist Werkzeugstahl oft sehr spröde. Durch Anlassen werden Spannungen abgebaut und die Gebrauchseigenschaften eingestellt. Manche hochlegierten Stähle werden mehrfach angelassen.


Härtbarkeit prüfen

Der Jominy-Stirnabschreckversuch zeigt, wie weit ein Stahl bei unterschiedlicher Abkühlgeschwindigkeit härtet.


Härte messen

Für gehärtete Werkzeugstähle wird häufig die Rockwell-Härteprüfung mit der Skala HRC genutzt. Das Prüfverfahren muss zur Probe passen.


Auswahl für Schmiedewerkzeuge

Werkzeug Belastung Auswahlziel
Kaltmeißel Schlag und Schneidverschleiß harte Schneide, zäher Körper
Warmmeißel Schlag und hohe Temperatur Warmfestigkeit und Zähigkeit
Durchschlag Druck, Schlag und Reibung hohe Zähigkeit und passende Härte
Gesenk Druck, Verschleiß und Temperaturwechsel Warmarbeitsstahl mit hoher Anlassbeständigkeit
Feile oder Schneidwerkzeug Schneidverschleiß hohe Härte und Verschleißfestigkeit

Grundsatz: Nicht der härteste Stahl ist immer der beste. Das Werkzeug braucht ein passendes Verhältnis aus Härte und Zähigkeit.


Arbeitssicherheit

  1. Persönliche Schutzausrüstung: Schutzbrille, geeignete Kleidung, Gehörschutz und Sicherheitsschuhe tragen.
  2. Heißes Metall: Werkstücke kennzeichnen und nur mit passender Zange greifen.
  3. Abschrecken: Betriebsanweisung, Lüftung und Brandschutz einhalten.
  4. Schleifen: Schutzhaube und Absaugung nutzen.
  5. Prüfmaschinen: Nur nach Einweisung bedienen.
  6. Gefahrstoffe: Abschreckmedien und Reinigungsmittel richtig lagern und entsorgen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wofür wird Werkzeugstahl hauptsächlich verwendet? (Für Werkzeuge und Formen) (!Für elektrische Leitungen) (!Für Fensterglas) (!Für Holzverbindungen)




Welche Gruppe eignet sich für thermisch stark belastete Schmiedegesenke? (Warmarbeitsstahl) (!Baustahl) (!Automatenstahl) (!Reineisen)




Was beschreibt die Härtbarkeit? (Die Tiefe der möglichen Martensitbildung) (!Die Farbe des Stahls) (!Die Länge des Werkstücks) (!Die elektrische Spannung)




Welche Angabe ist vor dem Schmieden besonders wichtig? (Das Temperaturfenster im Werkstoffdatenblatt) (!Die Lackfarbe der Maschine) (!Die Schuhgröße des Schmieds) (!Die Raumhöhe der Werkstatt)




Was kann beim Schmieden unterhalb der unteren Schmiedetemperatur entstehen? (Risse) (!Kunststoff) (!Kupfer) (!Glas)




Was entsteht bei geeigneter Härtung im Stahl? (Martensit) (!Beton) (!Messing) (!Graphitfolie)




Warum wird gehärteter Werkzeugstahl angelassen? (Um die Gebrauchseigenschaften einzustellen) (!Um den Stahl zu lackieren) (!Um das Werkstück zu verkleben) (!Um den Kohlenstoff vollständig zu entfernen)




Was bedeutet Entkohlung? (Kohlenstoffverlust an der Oberfläche) (!Zunahme der Werkstücklänge) (!Einbau von Kupfer) (!Abkühlung auf Raumtemperatur)




Welche Härteskala wird häufig für gehärteten Werkzeugstahl genutzt? (HRC) (!Volt) (!Liter) (!Watt)




Was ersetzt die Funkenprobe nicht? (Einen sicheren Werkstoffnachweis) (!Eine Werkbank) (!Einen Schmiedehammer) (!Eine Schutzbrille)





Memory

Werkzeugstahl Werkzeuge und Formen
Kaltarbeitsstahl niedrige Werkzeugtemperatur
Warmarbeitsstahl hohe thermische Belastung
Schnellarbeitsstahl hohe Warmhärte
Härten Erwärmen und Abschrecken
Anlassen Zähigkeit einstellen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Bedeutung
Härtbarkeit Tiefe der Martensitbildung
Aufhärtbarkeit erreichbare höchste Härte
Anlassbeständigkeit Widerstand gegen Härteverlust bei Erwärmung
Zunder Oxidschicht beim Erwärmen
Entkohlung Kohlenstoffverlust an der Oberfläche






Kreuzworträtsel

Martensit Welches harte Gefüge kann beim Abschrecken entstehen?
Zunder Wie heißt die Oxidschicht auf heißem Stahl?
Anlassen Welche Behandlung folgt meist nach dem Härten?
Härtbarkeit Welcher Begriff beschreibt die mögliche Härtetiefe?
Kaltarbeitsstahl Welche Stahlgruppe arbeitet meist bei niedriger Werkzeugtemperatur?
Warmarbeitsstahl Welche Stahlgruppe wird für heiße Schmiedegesenke genutzt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein Stahl für Werkzeuge und Formen heißt

. Für Werkzeuge mit niedriger Einsatztemperatur wird häufig

genutzt. Thermisch belastete Gesenke bestehen oft aus

. Die genauen Temperaturen stehen im

. Beim Härten wird zuerst

gebildet. Durch schnelles Abkühlen kann

entstehen. Danach folgt meist das

. Die erreichte Härte wird durch eine

kontrolliert.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugliste: Nenne fünf Schmiedewerkzeuge aus Werkzeugstahl und ihre Belastung.
  2. Fachwortkarten: Gestalte Karten zu Härte, Zähigkeit, Härtbarkeit und Verschleiß.
  3. Sicherheitsplakat: Zeichne ein Plakat zum sicheren Abschrecken.
  4. Werkstoffkennzeichnung: Fotografiere erlaubte Materialkennzeichnungen in der Werkstatt und erkläre sie.


Standard

  1. Werkstoffvergleich: Vergleiche C80U, 1.2842 und 1.2344 mit Herstellerdatenblättern.
  2. Arbeitsplan Schmieden: Erstelle einen kurzen Arbeitsplan für einen Durchschlag.
  3. Wärmebehandlungsplan: Zeichne den Ablauf Erwärmen, Abschrecken und Anlassen.
  4. Funkenprobe: Dokumentiere unter Aufsicht verschiedene Funkenbilder und ihre Grenzen.


Schwer

  1. Werkzeugauswahl: Wähle einen Stahl für einen Warmmeißel und begründe die Entscheidung.
  2. Fehleranalyse: Untersuche ein gerissenes Werkzeug und formuliere mögliche Ursachen.
  3. Härtevergleich: Plane unter fachlicher Aufsicht eine Härteprüfung vor und nach dem Anlassen.
  4. Lehrvideo: Produziere ein kurzes Video über Werkstoffwahl, Schmieden und Wärmebehandlung.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Werkstoffwahl begründen: Entscheide zwischen Kaltarbeits- und Warmarbeitsstahl für zwei Werkzeuge.
  2. Härte und Zähigkeit: Erkläre, warum maximale Härte bei Schlagwerkzeugen gefährlich sein kann.
  3. Prozessfehler bewerten: Leite aus einem zu kalt geschmiedeten Werkstück mögliche Schäden ab.
  4. Datenblatt anwenden: Übertrage Angaben zu Schmieden, Härten und Anlassen in einen Arbeitsplan.
  5. Qualität sichern: Entwickle eine Prüffolge aus Sichtprüfung, Maßprüfung und Härteprüfung.
  6. Sicher handeln: Erkläre Maßnahmen bei einem ungeeigneten oder unbekannten Abschreckmedium.




Lernnachweis

Für den Lernnachweis ist wichtig:

  1. Werkzeugstähle fachlich einteilen.
  2. Belastung und Werkstoffauswahl verbinden.
  3. Schmiedetemperaturen aus einem Datenblatt übernehmen.
  4. Härten, Abschrecken und Anlassen erklären.
  5. typische Fehler und ihre Ursachen beurteilen.
  6. eine sichere Arbeitsfolge planen.
  7. ein Ergebnis mit geeigneten Prüfungen bewerten.




OERs zum Thema

  1. Wikimedia Commons: Werkzeugstahl
  2. Wikipedia: Härten
  3. Wikipedia: Anlassen
  4. Wikipedia: Rockwell



Verknüpfte Lernbereiche


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