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Werkzeuge und Hilfswerkzeuge instand halten - Schmied

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Werkzeuge und Hilfswerkzeuge instand halten - Schmied



Werkzeuge und Hilfswerkzeuge instand halten - Schmied


Einleitung

In einer Schmiede wirken hohe Temperaturen, Zunder, Schlagbeanspruchungen, Schleifstaub und wechselnde Kräfte auf Werkzeuge und Hilfswerkzeuge ein. Ein Hammer mit lockerem Kopf, eine schlecht passende Schmiedezange oder ein beschädigter Schleifbock gefährdet nicht nur die Qualität des Werkstücks, sondern auch Dich und andere Personen in der Werkstatt. Fachgerechte Instandhaltung bedeutet deshalb mehr als gelegentliches Reinigen: Du prüfst den tatsächlichen Zustand, erkennst Verschleiß, führst zulässige Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten aus, sperrst unsichere Arbeitsmittel und dokumentierst die Freigabe.

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in metalltechnischen und schmiedebezogenen Berufen. Du lernst die Fachbegriffe, Prüfmerkmale und Arbeitsabläufe kennen, die bei Handwerkzeugen, Ambosswerkzeugen, Schmiedezangen und einfachen kraftbetriebenen Hilfsmaschinen wichtig sind. Betriebliche Betriebsanweisungen, Herstellerangaben, die Gefährdungsbeurteilung und die Unterweisung durch verantwortliche Fachkräfte haben dabei immer Vorrang.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du den Unterschied zwischen Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung erklären. Du kannst typische Schmiedewerkzeuge fachgerecht benennen, Schäden beurteilen, einfache Pflegemaßnahmen planen und sichere Entscheidungen über Weiterverwendung, Reparatur oder Aussonderung treffen. Außerdem kannst Du eine Werkzeugkontrolle dokumentieren und begründen, warum improvisierte Reparaturen bei schlagend oder rotierend beanspruchten Werkzeugen unzulässig sein können.


Grundlagen der Instandhaltung

Die DIN 31051 gliedert die Instandhaltung in vier Grundmaßnahmen:

  1. Wartung: Maßnahmen, die den Abbau des vorhandenen Abnutzungsvorrats verzögern, zum Beispiel Reinigen, Schmieren, Konservieren und Nachstellen.
  2. Inspektion: Feststellen und Beurteilen des Ist-Zustands durch Sichtprüfung, Messung, Beobachtung oder Funktionsprüfung.
  3. Instandsetzung: Wiederherstellen des festgelegten Soll-Zustands, zum Beispiel fachgerechtes Ersetzen eines Hammerstiels oder eines verschlissenen Zangenniets.
  4. Verbesserung: Erhöhen der Zuverlässigkeit oder Beseitigen einer Schwachstelle, ohne die geforderte Funktion unzulässig zu verändern.

Für die Schmiedepraxis ist die Reihenfolge sichern – reinigen – prüfen – beurteilen – bearbeiten – prüfen – freigeben besonders sinnvoll. Ein verschmutztes Werkzeug lässt sich nur eingeschränkt beurteilen. Vor dem Reinigen musst Du aber zuerst klären, ob Restwärme, scharfe Kanten, gespeicherte Energie, elektrische Spannung oder Gefahrstoffe vorhanden sind.


Werkzeuge und Hilfswerkzeuge unterscheiden

Werkzeuge übertragen Kräfte oder bearbeiten das Werkstück unmittelbar. Dazu gehören Schmiedehämmer, Zuschlägerhämmer, Schmiedezangen, Warm- und Kaltmeißel, Durchschläge, Dorne, Setzhämmer, Gesenke, Feilen und Schaber.

Hilfswerkzeuge unterstützen das Prüfen, Reinigen, Einstellen oder sichere Handhaben. Beispiele sind Feilenbürste beziehungsweise Feilenkarte, Drahtbürste, Schleifstein, Richtscheit, Messschieber, Lehre, Ölkanne, Reinigungstuch, Kennzeichnungsschild und geeignete Aufbewahrungsvorrichtungen. Auch ein Schleifbock kann als Hilfsmaschine für das Instandhalten von Werkzeugschneiden eingesetzt werden. Persönliche Schutzausrüstung ist dagegen kein Werkzeug, sondern eine Schutzmaßnahme.


Systematischer Arbeitsablauf


1. Arbeitsmittel sichern

Nimm das Werkzeug aus dem Arbeitsbereich, lasse heiße Teile kontrolliert abkühlen und kennzeichne erkannte Mängel. Bei elektrischen oder pneumatischen Arbeitsmitteln trennst Du die Energiezufuhr nach betrieblicher Vorgabe und sicherst sie gegen unbeabsichtigtes Wiedereinschalten. Ein unsicheres Werkzeug darf nicht einfach zurück an den Werkzeugplatz gelegt werden.


2. Schonend reinigen

Entferne losen Zunder, Metallspäne, Staub und alte Konservierungsmittel mit einem für den Werkstoff geeigneten Verfahren. Verwende Drahtbürsten, Feilenkarten, Tücher oder geeignete Absaugtechnik so, dass keine Partikel in Augen oder Atemwege gelangen. Druckluft darf nicht zum Abblasen von Haut oder Kleidung verwendet werden. Reinigungsmittel werden nur nach Betriebsanweisung eingesetzt; Rückstände müssen vor einer späteren Warmarbeit entfernt werden, wenn Brand, Rauch oder schädliche Dämpfe entstehen könnten.


3. Zustand prüfen

Die Prüfung umfasst Sicht-, Tast-, Maß- und Funktionskontrollen. Achte besonders auf Risse, Ausbrüche, plastische Verformungen, Pilzbildung an Schlagköpfen, lockere Verbindungen, übermäßiges Spiel, verschlissene Greifflächen, Korrosion, Überhitzungsspuren und beschädigte Schutzeinrichtungen. Bei sicherheitsrelevanten Zweifeln wird das Arbeitsmittel gesperrt und einer befähigten oder verantwortlichen Person vorgelegt.


4. Maßnahme festlegen

Nicht jeder Mangel darf in der Ausbildung selbst behoben werden. Ein verstopfter Feilenhieb kann gereinigt werden. Ein beschädigtes Feilenheft kann nach Unterweisung ersetzt werden. Ein gerissener Hammerkopf, eine rissige Schmiedezange oder eine beschädigte Schleifscheibe wird dagegen nicht improvisiert repariert. Die Entscheidung richtet sich nach Schadensart, Werkstoff, Herstellerangaben, betrieblicher Regelung und eigener Qualifikation.


5. Funktionsprüfung und Freigabe

Nach der Maßnahme prüfst Du, ob das Werkzeug sicher, vollständig und für seinen vorgesehenen Zweck geeignet ist. Bewegliche Teile müssen gleichmäßig laufen, Verbindungen fest sitzen und Arbeitsflächen die geforderte Form besitzen. Bei Maschinen erfolgt die Prüfung nach Betriebsanweisung. Erst danach wird das Werkzeug freigegeben, sauber abgelegt und die Maßnahme dokumentiert.


Schmiedehämmer instand halten

Ein Schmiedehammer besteht unter anderem aus Bahn, Finne, Hammerauge und Stiel. Je nach Aufgabe werden Handhammer, Kreuzschlaghammer, Vorschlaghammer oder Setzhammer verwendet. Hammergewicht, Bahnform und Stiellänge müssen zur Tätigkeit passen.


Prüfmerkmale am Hammer

  1. Hammerkopf: Prüfe Bahn, Finne und Auge auf Risse, Ausbrüche, scharfe Grate, ungewöhnliche Verformung und starke Korrosion.
  2. Hammerstiel: Prüfe Holzstiele auf Risse, Splitter, Quetschungen, Brandstellen und Feuchtigkeitsschäden. Kunststoff- oder Faserstiele werden auf Schnitte, Ablösungen und chemische Schädigung kontrolliert.
  3. Befestigung: Der Kopf darf sich nicht auf dem Stiel bewegen. Keile und Sicherungselemente müssen fachgerecht sitzen.
  4. Schlagfläche: Die Bahn muss für die vorgesehene Arbeit geeignet sein. Eine pilzförmig ausgeschlagene, abgesplitterte oder rissige Schlagfläche kann Teile abschleudern.

Lose Köpfe, gerissene Stiele und rissige Hammerköpfe bedeuten: sofort außer Betrieb nehmen. Klebeband ersetzt keinen fachgerechten Stielwechsel. Ein beschädigter Hammerkopf wird nicht durch Schweißen oder unkontrolliertes Schleifen „gerettet“, weil sich Werkstoffzustand, Härte und Rissverlauf nicht sicher beurteilen lassen.


Hammerstiel fachgerecht beurteilen

Ein Holzstiel soll trocken, glatt, griffig und frei von Splittern sein. Leichte raue Stellen können nach betrieblicher Vorgabe geglättet werden; Querschnitt und Faserverlauf dürfen dabei nicht gefährlich geschwächt werden. Beim Ersetzen müssen Form, Länge und Werkstoff zum Hammerkopf passen. Das Eintreiben und Verkeilen wird nur nach Unterweisung ausgeführt. Nach dem Einstielen prüfst Du Sitz, Ausrichtung und Bewegungsfreiheit des Hammers.


Schmiedezangen instand halten

Schmiedezangen halten heiße Werkstücke. Wichtige Bauteile sind Maul, Gelenkbereich, Niet und Schenkel. Das Maul muss zur Werkstückform passen. Eine ungeeignete Zange verleitet zu übermäßigem Kraftaufwand und kann das heiße Werkstück verlieren.


Kontrolle von Maul, Niet und Schenkeln

Prüfe die Zange kalt und sauber. Die Maulflächen müssen gleichmäßig tragen, ohne dass die Schenkel vorzeitig gegeneinander schlagen. Der Niet soll das Gelenk führen, ohne starkes Klemmen oder übermäßiges seitliches Spiel. Risse entstehen häufig an Übergängen, im Gelenkbereich oder an scharf ausgearbeiteten Kerben. Verbogene Schenkel, ausgedünnte Querschnitte und stark verschlissene Greifflächen müssen fachlich beurteilt werden.

Das Gelenk kann nach betrieblicher Vorgabe sparsam geschmiert werden, wenn die Zange kalt ist. Zu viel Öl bindet Schmutz und kann bei späterer Erwärmung rauchen. Klemmt das Gelenk trotz Reinigung oder ist der Niet stark verschlissen, wird der Niet fachgerecht ersetzt. Bloßes Nachschlagen eines beschädigten Niets ist keine dauerhafte Lösung.


Zangenmaul anpassen

Eine Anpassung erfolgt nur für eine definierte Werkstückform und mit ausreichendem Querschnitt. Das Maul wird gleichmäßig gerichtet, damit es das Material formschlüssig hält. Nach der Anpassung folgt eine kalte Funktionsprüfung mit einem Probestück. Erst dann wird die Zange im Warmbereich eingesetzt. Eine Zange mit Riss, verbranntem Querschnitt oder unsicherem Gelenk wird ausgesondert.


Meißel, Durchschläge, Dorne und Setzwerkzeuge

Schlagwerkzeuge besitzen ein Arbeitsende und einen Schlagkopf. Warmmeißel, Kaltmeißel und Durchschläge unterscheiden sich in Form, Schneidengeometrie und Werkstoffzustand. Sie dürfen nicht beliebig vertauscht werden.


Typische Schäden

Am Schlagkopf kann durch wiederholte Schläge eine Pilzbildung entstehen. Die ausgebreitete Kante kann absplittern. Am Arbeitsende treten Ausbrüche, Stauchungen, Rundungen oder falsche Schneidenwinkel auf. Anlassfarben nach dem Schleifen können ein Hinweis auf unzulässige Erwärmung und eine Veränderung der Härte sein. Risse, tiefe Ausbrüche oder unbekannte Wärmebehandlung erfordern die Beurteilung durch eine Fachkraft.


Nachschleifen ohne Überhitzung

Ein zulässiges Nachschleifen erfolgt mit geeignetem Schleifmittel, geringem Anpressdruck und kontrollierter Kühlung. Die ursprüngliche Geometrie muss erhalten bleiben. Wird der Werkzeugstahl beim Schleifen blau oder stark verfärbt, wurde er wahrscheinlich zu heiß; die Schneide kann dadurch weich oder der Werkstoffzustand ungleichmäßig werden. Härten und Anlassen sind eigenständige Wärmebehandlungen und dürfen nicht durch zufälliges Erwärmen am Schleifbock ersetzt werden.


Feilen und Schaber pflegen

Feilen sind gehärtete, spröde Werkzeuge. Fachbegriffe sind Feilenblatt, Hieb, Angel und Feilenheft. Eine Feile wird niemals ohne fest sitzendes Heft benutzt, weil die spitze Angel schwere Stichverletzungen verursachen kann.


Feilen reinigen und lagern

Im Hieb festgesetzte Späne verursachen Riefen und verringern die Schneidwirkung. Reinige die Feile mit einer Feilenkarte oder einem geeigneten weichen Metallstreifen in Hiebrichtung. Schlage Feilen nicht gegeneinander und klopfe sie nicht auf harte Kanten. Lagere sie trocken und möglichst so getrennt, dass sich die Hiebe nicht gegenseitig beschädigen. Stark korrodierte, gerissene oder verbogene Feilen werden ausgesondert.


Feilenheft kontrollieren

Das Heft muss passend zur Angelgröße gewählt und fest montiert sein. Es darf keine Risse, scharfen Kanten oder lockere Zwingen aufweisen. Ein provisorisches Heft aus ungeeigneten Reststücken ist nicht zulässig. Nach dem Ersetzen kontrollierst Du, ob die Feile gerade im Heft sitzt und sich nicht verdrehen lässt.


Amboss und Ambosswerkzeuge

Der Amboss nimmt hohe Schlagkräfte auf. Wichtige Bereiche sind Bahn, Horn, Vierkantloch und je nach Bauform ein Rundloch. Der Amboss muss standsicher befestigt sein und eine für die Arbeit geeignete Höhe besitzen.


Amboss prüfen und pflegen

Entferne losen Zunder von der Bahn, ohne die Oberfläche durch ungeeignete Schleifarbeiten zu verändern. Prüfe Bahn, Kanten, Horn und Lochbereiche auf Ausbrüche, Risse und lose Teile. Scharfe Abplatzungen werden gesperrt und fachlich bewertet. Die Standbefestigung, Unterlage und eventuelle Spannmittel dürfen sich nicht lockern.

Nicht beanspruchte blanke Außenflächen können bei längerer Stillstandszeit dünn konserviert werden. Vor Warmarbeiten muss überschüssiges Öl entfernt sein. Die Ambossbahn wird nicht eigenmächtig großflächig abgeschliffen, aufgeschweißt oder wärmebehandelt. Solche Maßnahmen können Ebenheit, Härteverlauf und Dauerfestigkeit verändern.


Gesenke, Abschrote und Einsteckwerkzeuge

Einsteckwerkzeuge müssen zum Vierkantloch passen und dürfen nicht unkontrolliert kippen. Prüfe Schaft, Übergänge und Arbeitsflächen auf Stauchungen, Risse und Ausbrüche. Ein zu langer Schaft kann auf dem Ambossfuß aufsetzen und dadurch Schlagkräfte ungünstig übertragen. Abschrote besitzen eine Schneide; sie werden so gelagert, dass niemand versehentlich hineingreift oder darüber schlägt.


Drahtbürsten, Schleifbock und weitere Hilfsmittel

Drahtbürsten entfernen Zunder und Korrosion. Prüfe Handbürsten auf festen Sitz des Besatzes, gebrochene Drähte und beschädigte Griffe. Bei rotierenden Bürsten sind zulässige Drehzahl, Laufrichtung, Befestigung und Schutzhaube entscheidend. Lose Drähte können mit hoher Geschwindigkeit weggeschleudert werden.


Schleifbock sicher kontrollieren

Vor Benutzung oder Wartung beachtest Du die Herstellerangaben und die betriebliche Unterweisung. Der Schleifbock muss standsicher befestigt sein. Schleifkörper müssen für Maschine, Drehzahl, Werkstoff und Arbeitsaufgabe geeignet sein. Beschädigte oder unbekannte Schleifscheiben werden nicht verwendet.

Zu den Prüfmerkmalen gehören Schutzhaube, Sichtschutz, Werkstückauflage, Befestigung, elektrische Leitung, Schalter, Absaugung und ruhiger Lauf. Typische betriebliche Grenzwerte sind höchstens 3 mm Abstand zwischen Werkstückauflage und Schleifscheibe sowie höchstens 5 mm im vorderen Bereich zwischen Schutzhaube beziehungsweise Stirnschieber und Schleifkörper; maßgeblich sind die aktuelle Betriebsanweisung und Herstellerangaben. Das Aufspannen von Schleifkörpern, eine gegebenenfalls vorgeschriebene Klangprobe und der Probelauf dürfen nur von unterwiesenen Personen durchgeführt werden.

Beim Schleifen trägst Du die vorgeschriebene Augen- und Gesichtsschutzkombination sowie gegebenenfalls Gehör- und Atemschutz. Kleidung liegt eng an. Lange Haare und Schmuck werden gesichert. Handschuhe können an rotierenden Teilen erfasst werden; ihr Einsatz richtet sich deshalb nach Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung.


Korrosionsschutz und geordnete Lagerung

Korrosion entsteht, wenn ungeschützte Metalloberflächen mit Feuchtigkeit und Sauerstoff reagieren. Zunder, Schleifstaub, Handschweiß und aggressive Rückstände beschleunigen örtliche Angriffe. Reinige und trockne kalte Werkzeuge deshalb vor der Lagerung. Geeignete blanke Flächen können dünn mit einem freigegebenen Korrosionsschutzmittel versehen werden.

Werkzeuge sollen übersichtlich, trocken und gegen Herabfallen gesichert lagern. Schneiden, Spitzen und Feilenhiebe werden voneinander getrennt. Schwere Hämmer und Gesenke gehören in tragfähige, niedrige Ablagen. Zangen werden nach Größe und Maulform geordnet. Dadurch erkennst Du fehlende oder gesperrte Werkzeuge schneller und vermeidest Suchzeiten.


Schadensbeurteilung: weiterverwenden, instand setzen oder aussondern

Arbeitsmittel Feststellung Fachliche Entscheidung
Schmiedehammer Kopf fest, Stiel glatt und rissfrei, Bahn ohne Ausbruch Reinigen, gegebenenfalls konservieren und freigeben
Schmiedehammer Kopf locker oder Stiel gerissen Sofort sperren; Stiel nur fachgerecht ersetzen
Schmiedezange Gelenk verschmutzt, sonst rissfrei Reinigen, kalt sparsam schmieren, Funktion prüfen
Schmiedezange Riss am Gelenk oder stark verschlissener Niet Sperren; fachliche Instandsetzung oder Aussonderung
Meißel Leichte Pilzbildung ohne Riss Nur nach betrieblicher Freigabe geometriegerecht nacharbeiten
Meißel Riss, tiefer Ausbruch oder unbekannter Werkstoffzustand Aussondern beziehungsweise fachlich prüfen lassen
Feile Hieb zugesetzt, Heft fest Mit Feilenkarte reinigen
Feile Heft locker oder Feilenblatt gerissen Sperren; Heft ersetzen oder Feile aussondern
Schleifbock Schutzhaube fehlt oder Schleifscheibe beschädigt Nicht benutzen; kennzeichnen und verantwortliche Person informieren


Dokumentation und Qualitätskontrolle

Eine einfache Werkzeugkarte oder digitale Prüfliste enthält mindestens Werkzeugbezeichnung, Inventarnummer, Prüfdatum, festgestellten Zustand, ausgeführte Maßnahme, Name der prüfenden Person und Freigabestatus. Bei wiederkehrenden Schäden ergänzt Du die vermutete Ursache. So wird sichtbar, ob etwa ein bestimmter Hammer ständig falsch eingesetzt wird oder eine Zange nicht zur üblichen Materialabmessung passt.

Qualitätskontrolle bedeutet nicht nur „funktioniert noch“. Ein instand gehaltenes Werkzeug soll sicher sein, die geforderte Form besitzen und reproduzierbare Arbeitsergebnisse ermöglichen. Ein schlecht gerichtetes Zangenmaul kann Druckstellen erzeugen. Eine falsche Meißelgeometrie erhöht die Schlagzahl. Ein unebener Amboss oder eine beschädigte Hammerbahn prägt Fehler in jedes Werkstück.


Arbeitsschutz und Umweltschutz

Vor Instandhaltungsarbeiten führst Du eine kurze Gefährdungsbeurteilung durch: Welche Energie ist vorhanden? Ist das Werkzeug heiß? Können Splitter, Staub oder Drahtstücke wegfliegen? Sind Reinigungschemikalien beteiligt? Muss das Arbeitsmittel gegen Benutzung gesperrt werden?

  1. Persönliche Schutzausrüstung: Schutzbrille ist bei Bürst-, Schleif- und Schlagarbeiten zentral. Weitere PSA richtet sich nach Tätigkeit und Betriebsanweisung.
  2. Brandschutz: Ölige Tücher, Funkenflug und brennbare Reinigungsmittel werden getrennt betrachtet. Entsorgung und Lagerung erfolgen in den vorgesehenen Behältern.
  3. Gefahrstoff: Nur freigegebene Reinigungs- und Korrosionsschutzmittel verwenden. Kennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt beachten.
  4. Maschinensicherheit: Schutzeinrichtungen niemals überbrücken. Störungen nur bei sicher stillgesetzter Maschine beseitigen.
  5. Ergonomie: Schwere Werkzeuge körpernah heben, geeignete Ablagen verwenden und Griffdurchmesser sowie Stiellänge passend auswählen.


Praxisbeispiel: Wöchentliche Werkzeugkontrolle

Du erhältst einen Werkzeugständer mit vier Schmiedehämmern, sechs Zangen, zwei Warmmeißeln, drei Durchschlägen und mehreren Feilen. Zuerst sperrst Du den Bereich und legst eine Prüfliste an. Danach reinigst Du die kalten Werkzeuge trocken. Bei einem Hammer bewegt sich der Kopf, eine Zange klemmt am Niet, ein Meißel zeigt Pilzbildung und eine Feile hat kein Heft.

Der Hammer wird sofort gekennzeichnet und aus dem Bestand genommen. Die Zange wird auf Risse geprüft, gereinigt und nur bei einwandfreiem Gelenk sparsam geschmiert. Der Meißel wird wegen des Schlagkopfschadens einer fachkundigen Person vorgelegt. Die Feile bleibt gesperrt, bis ein passendes Feilenheft fachgerecht montiert und geprüft wurde. In der Dokumentation hältst Du nicht nur die Maßnahme fest, sondern auch, wer das Werkzeug freigegeben hat.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Maßnahme gehört zur Inspektion? (Den Ist-Zustand eines Hammers prüfen und beurteilen) (!Eine neue Zange schmieden) (!Ein Werkstück auf Schmiedetemperatur erwärmen) (!Den Amboss versetzen)




Was ist bei einem lockeren Hammerkopf zu tun? (Den Hammer sofort außer Betrieb nehmen) (!Den Stiel mit Klebeband umwickeln) (!Den Hammer nur mit leichten Schlägen weiterverwenden) (!Den Hammerkopf mit Öl füllen)




Welches Bauteil führt das Gelenk einer Schmiedezange? (Der Niet) (!Die Bahn) (!Die Angel) (!Das Feilenheft)




Womit wird ein zugesetzter Feilenhieb fachgerecht gereinigt? (Mit einer Feilenkarte) (!Mit einem Schmiedehammer) (!Mit einem Warmmeißel) (!Mit einer Zange)




Welche Beobachtung weist beim Schleifen auf mögliche Überhitzung hin? (Deutliche Anlassfarben am Werkzeug) (!Ein trockener Werkzeuggriff) (!Eine saubere Werkstückauflage) (!Ein fest sitzendes Feilenheft)




Welche Aussage zum Schleifbock ist richtig? (Schutzeinrichtungen müssen vollständig und wirksam sein) (!Eine beschädigte Schleifscheibe darf langsam weiterlaufen) (!Die Werkstückauflage wird während des Laufs mit der Hand verstellt) (!Die Schutzhaube darf für bessere Sicht entfernt werden)




Warum muss eine Feile ein festes Heft besitzen? (Die spitze Angel kann sonst Stichverletzungen verursachen) (!Das Heft erhöht die Härte des Feilenblatts) (!Das Heft verhindert jede Korrosion) (!Das Heft ersetzt die Schutzbrille)




Was ist bei einer rissigen Schmiedezange richtig? (Die Zange sperren und fachlich beurteilen lassen) (!Den Riss mit Draht umwickeln) (!Die Zange nur für kleine Werkstücke verwenden) (!Den Riss mit Öl füllen)




Welche Reihenfolge ist für eine Werkzeugkontrolle sinnvoll? (Sichern, reinigen, prüfen, beurteilen, bearbeiten, prüfen, freigeben) (!Freigeben, benutzen, reinigen, prüfen) (!Schleifen, erhitzen, ablegen, kennzeichnen) (!Ölen, verstecken, benutzen, entsorgen)




Welche Instandhaltungsmaßnahme stellt den Soll-Zustand wieder her? (Die Instandsetzung) (!Die Lagerung) (!Die Beschaffung) (!Die Warmarbeit)





Memory

Wartung Abnutzung verzögern
Inspektion Ist-Zustand feststellen
Instandsetzung Soll-Zustand wiederherstellen
Hammerauge Aufnahme des Stiels
Zangenniet Führung des Gelenks
Feilenkarte Reinigen des Hiebs
Ambossbahn Schlag- und Formfläche
Werkstückauflage Abstützung am Schleifbock





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Hammerbahn Schlagfläche am Hammerkopf
Feilenangel Spitzes Ende zur Aufnahme des Hefts
Zangenmaul Greift das Schmiedestück
Pilzbildung Aufgestauchter Rand am Schlagkopf
Korrosionsschutz Verzögert Rostbildung auf blanken Flächen
Funktionsprüfung Kontrolle nach einer Instandhaltungsmaßnahme
Sperrkennzeichnung Verhindert die versehentliche Weiterbenutzung
Schutzhaube Umschließt den Schleifkörper teilweise






Kreuzworträtsel

Wartung Welche Grundmaßnahme verzögert den Verschleiß?
Inspektion Wie heißt das Feststellen und Beurteilen des Ist-Zustands?
Hammerauge Welche Öffnung im Hammerkopf nimmt den Stiel auf?
Feilenkarte Welches Hilfswerkzeug reinigt den Feilenhieb?
Zangenniet Welches Bauteil verbindet die Teile einer Schmiedezange beweglich?
Ambossbahn Wie heißt die ebene Arbeitsfläche des Ambosses?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Instandhaltung gliedert sich unter anderem in Wartung, Inspektion, Instandsetzung und

. Vor jeder Werkzeugkontrolle wird das Arbeitsmittel zuerst

. Ein lockerer Hammerkopf führt zur sofortigen

. Das bewegliche Gelenk einer Schmiedezange wird durch den

geführt. Festgesetzte Späne im Feilenhieb werden mit einer

entfernt. Die spitze Angel einer Feile muss in einem festen

sitzen. Pilzbildung am Schlagkopf kann gefährliche

verursachen. Deutliche Anlassfarben beim Schleifen weisen auf mögliche

hin. Nach einer Instandsetzungsarbeit folgt eine

. Erst ein sicheres und geprüftes Werkzeug erhält die betriebliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugsteckbrief: Wähle ein Schmiedewerkzeug aus und beschrifte auf einer Skizze mindestens fünf Bauteile mit den richtigen Fachbegriffen.
  2. Sichtprüfung: Untersuche unter Aufsicht drei kalte Werkzeuge und notiere jeweils Zustand, möglichen Mangel und erforderliche Maßnahme.
  3. Werkzeugordnung: Entwickle eine sinnvolle Anordnung für Hämmer, Zangen, Meißel und Feilen an einem Werkzeugständer.
  4. Fotodokumentation: Erstelle eine Bildfolge, die den Unterschied zwischen sauberem, verschmutztem und gesperrtem Werkzeug zeigt.


Standard

  1. Prüfliste: Erarbeite eine betriebstaugliche Checkliste für die wöchentliche Kontrolle von Schmiedehämmern und Schmiedezangen.
  2. Feilenpflege: Führe unter Aufsicht eine fachgerechte Reinigung einer zugesetzten Feile durch und dokumentiere Werkzeug, Vorgehen und Ergebnis.
  3. Schadensanalyse: Vergleiche Pilzbildung, Riss, Korrosion und Verschleiß. Erkläre für jeden Schaden Ursache, Risiko und mögliche Maßnahme.
  4. Unterweisungsvideo: Produziere ein kurzes Video über das sichere Sperren, Kennzeichnen und Weiterleiten eines mangelhaften Werkzeugs.


Schwer

  1. Instandhaltungsplan: Plane Prüfintervalle und Verantwortlichkeiten für den Werkzeugbestand einer Ausbildungsschmiede und begründe Deine Auswahl.
  2. Gefährdungsbeurteilung: Analysiere die Gefährdungen beim Nachschleifen eines Meißels und leite technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen ab.
  3. Fehlerursachenanalyse: Untersuche einen wiederholt auftretenden Zangenschaden mit einer Ursache-Wirkungs-Darstellung und entwickle eine dauerhafte Verbesserung.
  4. Qualitätsprojekt: Vergleiche Arbeitsergebnisse vor und nach fachgerechter Werkzeugpflege und bewerte Oberflächengüte, Maßhaltigkeit, Arbeitszeit und Sicherheit.




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Lernkontrolle

  1. Fallanalyse Hammer: Ein Hammerkopf bewegt sich leicht, der Stiel ist jedoch äußerlich unbeschädigt. Entwickle ein sicheres Vorgehen von der Feststellung bis zur möglichen Freigabe und begründe jeden Schritt.
  2. Transfer Zangenwahl: Für Rundmaterial, Flachmaterial und ein unregelmäßiges Werkstück stehen verschiedene Zangen zur Verfügung. Erkläre, wie Maulform, Gelenkzustand und Werkstückabmessung zusammenwirken.
  3. Bewertung Schleifschaden: Ein Auszubildender schleift einen Meißel mit hohem Druck, bis die Schneide blau wird. Analysiere die möglichen Folgen für Werkstoffzustand, Standzeit und Arbeitssicherheit.
  4. Planung Werkzeuglager: Entwirf ein Lagerkonzept, das Korrosion, Beschädigung der Feilenhiebe, Verwechslung gesperrter Werkzeuge und ergonomisch ungünstiges Heben vermeidet.
  5. Entscheidungsmatrix: Entwickle Kriterien, mit denen Du zwischen Weiterverwenden, Reinigen, Instandsetzen, fachlich Prüfen und Aussondern unterscheidest.
  6. Prozessverbesserung: In einer Schmiede treten immer wieder lockere Hammerköpfe auf. Untersuche mögliche Ursachen in Auswahl, Nutzung, Lagerung, Prüfung und Unterweisung und schlage eine wirksame Verbesserung vor.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. die vier Grundmaßnahmen der Instandhaltung fachlich unterscheiden kannst,
  2. Schmiedehämmer, Zangen, Feilen, Meißel, Amboss- und Schleifbockteile korrekt benennst,
  3. typische Schäden erkennst und deren Gefährdung begründest,
  4. eine sichere Reihenfolge für Inspektion und Instandsetzung anwendest,
  5. einfache Wartungsarbeiten nach Vorgabe fachgerecht ausführst,
  6. Grenzen der eigenen Qualifikation erkennst und unsichere Werkzeuge sperrst,
  7. eine Funktionsprüfung und nachvollziehbare Dokumentation erstellst,
  8. Arbeitsschutz, Brandschutz und Umweltschutz in Deine Entscheidung einbeziehst.




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