Zum Inhalt springen

Werkstoffprüfung und Schadensanalyse – Magnetpulverprüfung als Prinzip erklären

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Werkstoffprüfung und Schadensanalyse – Magnetpulverprüfung als Prinzip erklären

QR-Code



Werkstoffprüfung und Schadensanalyse – Magnetpulverprüfung als Prinzip erklären

Kurzbeschreibung: Geeignete Werkstoffe und erkennbare Fehlstellen. Du lernst das Prinzip der Magnetpulverprüfung, erkennst Grenzen des Verfahrens und triffst in einem Ausbildungsfall sichere Entscheidungen.

Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Fertigung, Instandhaltung, Schweißtechnik und zerstörungsfreier Werkstoffprüfung.

Wichtig: Dieser Lernkurs ersetzt weder Unterweisung noch praktische Qualifikation, Zertifizierung, betriebliche Prüfanweisung oder Freigabe. Eine Anzeige ist nicht automatisch ein bestätigter Fehler. Bei Unsicherheit gilt im Ausbildungsfall: Prüfung stoppen – Bauteil sichern – dokumentieren – zuständige Prüfaufsicht oder verantwortliche Fachkraft informieren.


Einleitung

Die Magnetpulverprüfung, kurz MT, ist ein zerstörungsfreies Prüfverfahren für ferromagnetische Werkstoffe. Besonders gut lassen sich rissartige Fehlstellen an oder knapp unter der Oberfläche auffinden.

Das Grundprinzip ist kurz:

  1. Das Bauteil wird nach einer freigegebenen Prüfanweisung magnetisiert.
  2. Eine quer zum Magnetfluss liegende Fehlstelle erzeugt ein magnetisches Streufeld.
  3. Ferromagnetische Prüfteilchen sammeln sich im Streufeld.
  4. Die Teilchenansammlung wird als Anzeige sichtbar.
  5. Die Anzeige wird nicht spontan „freigegeben“, sondern nach Prüfanweisung bewertet und dokumentiert.

Merksatz: Fehlstelle quer zum Magnetfluss → stärkeres Streufeld → bessere Anzeige.

Das Video zeigt die sichtbare Magnetpulverprüfung. Nutze es als Anschauung des Prinzips, nicht als Ersatz für betriebliche Unterweisung.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. ferromagnetische von ungeeigneten Werkstoffen für MT unterscheiden.
  2. das Streufeldprinzip mit eigenen Worten erklären.
  3. typische rissartige Oberflächenanzeigen erkennen.
  4. Grenzen der Magnetpulverprüfung nennen.
  5. zwischen Anzeige, möglicher Fehlstelle und Freigabeentscheidung unterscheiden.
  6. Gefährdungen erkennen und bei fehlender Freigabe sicher eskalieren.


Lerneinheit 1: Welche Werkstoffe sind geeignet?

MT funktioniert nur bei Werkstoffen, die sich ausreichend ferromagnetisch magnetisieren lassen.

Werkstoffgruppe Für MT? Ausbildungs-Hinweis
Unlegierte und viele niedriglegierte Stähle häufig geeignet Werkstoffangabe und Prüfanweisung prüfen
Ferritische oder martensitische Stähle häufig geeignet konkrete Werkstoffsorte prüfen
Gusseisen grundsätzlich möglich Oberfläche und Gefüge können die Anzeige erschweren
Austenitischer nichtrostender Stahl meist ungeeignet andere Prüfverfahren prüfen
Aluminium ungeeignet nicht ferromagnetisch
Kupfer und Messing ungeeignet nicht ferromagnetisch

Achtung: Ein haftender Handmagnet ist nur ein grober Hinweis und ersetzt keine eindeutige Werkstoffidentifikation oder freigegebene Prüfanweisung.

Das Bild zeigt eine deutlich sichtbare Rissanzeige an einem Gussstahlteil. Es ist ein Werkstoffbeispiel, keine allgemeine Aussage über jede Gussoberfläche.


Mini-Entscheidung: Werkstoff auswählen

Ordne die richtige Entscheidung zu. Werkstoff
MT grundsätzlich passend Niedriglegierter ferromagnetischer Stahl
Anderes Verfahren wählen Aluminiumlegierung
Werkstoffzustand zuerst klären Nichtrostender Stahl ohne genaue Sortenangabe
Anderes Verfahren wählen Messing
MT grundsätzlich möglich Ferritischer Stahl



Begründetes Feedback: Entscheidend ist nicht die Farbe oder Bezeichnung „Metall“, sondern die ausreichende Ferromagnetisierbarkeit des konkreten Werkstoffs. Fehlt die Werkstoffidentifikation, wird nicht geraten.


Lerneinheit 2: Warum wird ein Riss sichtbar?

In einem magnetisierten Bauteil verlaufen magnetische Flusslinien. Eine rissartige Unterbrechung kann den Fluss stören. An der Oberfläche entsteht ein Streufeld. Fein verteilte magnetische Teilchen werden dort angezogen und bilden eine sichtbare Linie oder Teilchenansammlung.

Wichtig: Sichtbar wird zunächst eine Anzeige. Erst die qualifizierte Bewertung entscheidet, ob sie relevant, nicht relevant oder weiter zu untersuchen ist.


Orientierung der Fehlstelle

Die Nachweisempfindlichkeit ist am größten, wenn die Fehlstelle möglichst quer zum Magnetfluss liegt. Eine ungünstig orientierte Fehlstelle kann schwach oder gar nicht angezeigt werden.

Deshalb werden Prüfbereiche in der Praxis nach gültiger Prüfanweisung so magnetisiert, dass unterschiedliche Fehlstellenrichtungen erfasst werden können.

Die beiden Diagramme zeigen unterschiedliche Magnetisierungsprinzipien und damit unterschiedliche Feldrichtungen.


Lerneinheit 3: Welche Fehlstellen sind gut erkennbar?

Fehlstellenart Eignung von MT Warum?
Oberflächenriss sehr gut erzeugt an der Oberfläche ein deutliches Streufeld
Ermüdungsriss an der Oberfläche sehr gut häufig rissartig und oberflächenoffen
Schleifriss oder Härteriss gut feine lineare Oberflächenfehlstelle
knapp unter der Oberfläche liegende rissartige Fehlstelle eingeschränkt Empfindlichkeit nimmt mit Tiefe schnell ab
tiefer innen liegende Fehlstelle ungeeignet MT ist kein Volumenprüfverfahren
geometrischer Übergang kann Anzeige erzeugen Streufelder können auch ohne schädlichen Riss auftreten

Merksatz: MT ist stark bei rissartigen Oberflächen- und oberflächennahen Fehlstellen, aber schwach bei tiefen inneren Fehlern.

Das Bild zeigt eine Nassprüfung mit Joch an einer Rohrleitung. Geometrie, Oberflächenzustand und Feldrichtung gehören immer zur Bewertung.


Lerneinheit 4: Prüfmittel und Anzeige

Magnetische Partikel können als trockenes Pulver oder in einer Flüssigkeit eingesetzt werden. Es gibt sichtbare und fluoreszierende Systeme. Welches System zulässig ist, legt die gültige Prüfanweisung fest.

Bei fluoreszierenden Prüfmitteln wird die Anzeige unter geeigneter Anregungsbeleuchtung betrachtet.

Sicherheitsregel: Fluoreszierende Prüfung kann mit UV-A-Exposition verbunden sein. Schutzmaßnahmen ergeben sich aus Gefährdungsbeurteilung, Geräteangaben und Betriebsanweisung. Augen und Haut dürfen nicht unnötig exponiert werden.


Lerneinheit 5: Geräte und Magnetisierung

Zur Magnetisierung gibt es unter anderem Joche, Spulen, Stromdurchflutung und stationäre Prüfanlagen. Die Auswahl hängt von Bauteil, Fehlerorientierung und freigegebenem Prüfverfahren ab.

Das Diagramm zeigt verschiedene Stromformen zur Magnetisierung. Für die Ausbildung reicht zunächst die Kernaussage: Stromart und Magnetisierungsart beeinflussen Feldverlauf und Nachweisempfindlichkeit.


Lerneinheit 6: Prinzipablauf statt Arbeitsanweisung

Der folgende Ablauf erklärt nur das Prinzip. Er ist keine betriebliche Prüfanweisung.

  1. Prüfauftrag, Werkstoff und Freigabe klären.
  2. Oberfläche und Prüfbereich nach freigegebener Anweisung vorbereiten.
  3. Gerät, Prüfmittel und Betrachtungsbedingungen gemäß Vorgabe kontrollieren.
  4. Bauteil in geeigneter Richtung magnetisieren.
  5. Prüfmittel im vorgeschriebenen Ablauf anwenden.
  6. Anzeigen unter den vorgeschriebenen Bedingungen betrachten.
  7. erforderliche weitere Magnetisierungsrichtung anwenden.
  8. Anzeigen kennzeichnen, dokumentieren und bewerten lassen.
  9. falls vorgeschrieben entmagnetisieren, reinigen und dokumentieren.

Nicht improvisieren: Keine Prüfparameter, Grenzwerte oder Akzeptanzkriterien aus diesem Lernkurs ableiten.


Lerneinheit 7: Messwertansicht verstehen

Trainingsdaten – keine Normgrenzwerte. Die Tabelle simuliert eine Ausbildungsanzeige im Prüfprotokoll.

Kontrollpunkt Trainingsanzeige Sichere Entscheidung
Werkstoff S355 laut Bauteildokumentation MT grundsätzlich plausibel
Prüfauftrag freigegebene Arbeitsanweisung liegt vor weiter
Geräteprüfung nach betrieblicher Vorgabe bestanden weiter
Oberfläche Prüfbereich vorbereitet weiter
Anzeige A schmale lineare Anzeige am Schweißnahtübergang markieren, dokumentieren, bewerten lassen
Anzeige B diffuse Ansammlung an einer scharfen Kante mögliche Geometrieanzeige, nicht selbst freigeben
Freigabestatus noch offen Bauteil nicht verwenden

Leseregel: Eine Mess- oder Sichtanzeige beantwortet nicht automatisch die Frage „Bauteil gut oder schlecht?“. Bewertung und Freigabe folgen den gültigen Kriterien und Zuständigkeiten.


Ausbildungsfall: Anschlaglasche nach Reparaturschweißung

Du arbeitest in der Instandhaltung. Eine geschweißte Anschlaglasche aus S355 an einem Transportgestell wurde repariert. Vor der Wiederverwendung ist eine MT nach betrieblicher Prüfanweisung vorgesehen.

Nach der Prüfung erscheint am Schweißnahtübergang eine schmale, lineare Anzeige.

Deine Aufgabe: Entscheide nicht über die Zulässigkeit des Bauteils, sondern über den sicheren nächsten Schritt.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Werkstoff: S355 ist ein ferromagnetischer Baustahl. Das Verfahren ist grundsätzlich passend.

Hilfe 2 – Anzeige: Eine lineare Anzeige am Schweißnahtübergang kann relevant sein. Sie ist noch kein abschließend bestätigter Riss.

Hilfe 3 – Zuständigkeit: Ohne gültige Bewertung und Freigabe darf die Anschlaglasche nicht wieder eingesetzt werden.

Sichere Lösung: Verwendung stoppen, Bauteil kennzeichnen oder sichern, Anzeige dokumentieren und die zuständige qualifizierte Prüfperson oder Prüfaufsicht informieren. Keine eigenmächtige Nacharbeit und keine Freigabe durch den Auszubildenden.


Basisaufgabe mit Feedback

Aufgabe: Nenne den physikalischen Effekt, durch den sich Partikel an einer rissartigen Fehlstelle sammeln.

Begründetes Feedback: Richtig ist das magnetische Streufeld. Die Fehlstelle stört den Magnetfluss; dadurch entsteht ein lokales Feld außerhalb des Werkstoffs, das ferromagnetische Partikel anzieht.


Anwendungsaufgabe mit Feedback

Aufgabe: Bei einer ersten Magnetisierungsrichtung ist keine Anzeige sichtbar. Darf das Bauteil deshalb sofort freigegeben werden?

Begründetes Feedback: Nein. Die Nachweisbarkeit hängt von der Orientierung zwischen Fehlstelle und Magnetfluss ab. Die vorgeschriebenen Magnetisierungsrichtungen und alle Prüfschritte müssen vollständig abgearbeitet werden. Die Freigabe erfolgt nur durch die zuständige Stelle.


Transferaufgabe mit Feedback

Aufgabe: Ein Aluminiumbauteil hat einen vermuteten Oberflächenriss. Ein Kollege schlägt MT vor. Wie reagierst Du?

Begründetes Feedback: Aluminium ist nicht ferromagnetisch und deshalb für MT ungeeignet. Du eskalierst die Verfahrenswahl an die zuständige Fachkraft. Für Oberflächenrisse kann je nach Bauteil und Vorschrift beispielsweise eine Eindringprüfung in Betracht kommen.


Gefahrenerkennung und sichere Eskalation

Situation Entscheidung Begründung
Werkstoff unbekannt STOPP und klären Eignung des Verfahrens ist nicht gesichert
beschädigtes Kabel oder auffälliges Prüfgerät STOPP und melden elektrische und betriebliche Sicherheit nicht gesichert
Implantat oder aktives Körperhilfsmittel und Magnetfeldrisiko ungeklärt STOPP und Gefährdungsbeurteilung veranlassen elektromagnetische Felder können Implantate beeinflussen
UV-A-Schutzmaßnahmen ungeklärt STOPP und Betriebsanweisung prüfen Augen- und Hautexposition muss beurteilt sein
Prüfmittel verschüttet Bereich sichern und nach Betriebsanweisung handeln Rutsch- und Stoffgefährdung möglich
lineare Anzeige an sicherheitsrelevantem Bereich Bauteil sperren und eskalieren keine Freigabe ohne Bewertung
Akzeptanzkriterium fehlt nicht entscheiden ISO 9934-1 legt allgemeine Prinzipien fest, nicht automatisch die Bauteil-Zulässigkeit

Eskalationskette: STOPP → Gefahrenbereich sichern → Bauteil kennzeichnen → Befund dokumentieren → zuständige Prüfperson oder Prüfaufsicht informieren → Freigabe abwarten.


Auswahltraining: sicher oder unsicher?

Ordne die sichere Entscheidung zu. Situation
Weiter nach Prüfanweisung Werkstoff identifiziert, Auftrag freigegeben, Geräteprüfung bestanden
Prüfung stoppen Kabelisolierung beschädigt
Eskalieren lineare Anzeige an sicherheitsrelevantem Bereich
Werkstoff klären Bauteil nur mit Edelstahl bezeichnet
Anderes Prüfverfahren prüfen Aluminiumbauteil mit vermutetem Oberflächenriss
Freigabe abwarten Bewertungskriterium ist dem Auszubildenden nicht bekannt



Begründetes Feedback: Sicheres Prüfen bedeutet nicht, möglichst schnell ein Ergebnis zu erzeugen. Sicher ist die Entscheidung, wenn Werkstoff, Verfahren, Gerät, Zuständigkeit und Akzeptanzkriterium geklärt sind.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Für welche Werkstoffgruppe ist die Magnetpulverprüfung grundsätzlich vorgesehen? (Ferromagnetische Werkstoffe) (!Alle Metalle) (!Nur Aluminiumlegierungen) (!Nur Kunststoffe)




Was macht eine rissartige Fehlstelle bei geeigneter Magnetisierung sichtbar? (Ein magnetisches Streufeld zieht Prüfteilchen an) (!Der Riss beginnt selbst zu leuchten) (!Das Bauteil wird an der Fehlstelle durchsichtig) (!Der Riss erzeugt Ultraschall ohne Prüfkopf)




Wann ist ein Riss mit MT besonders gut nachweisbar? (Wenn er möglichst quer zum Magnetfluss liegt) (!Wenn er genau parallel zum Magnetfluss liegt) (!Wenn er tief im Bauteilinneren liegt) (!Wenn das Bauteil nicht magnetisiert wird)




Welche Aussage zur Prüftiefe ist richtig? (MT ist vor allem für Oberflächen- und oberflächennahe Fehlstellen geeignet) (!MT zeigt jeden inneren Fehler unabhängig von seiner Tiefe) (!MT ist ausschließlich ein Volumenprüfverfahren) (!MT funktioniert nur bei vollständig durchgebrochenen Bauteilen)




Welcher Werkstoff ist für die klassische Magnetpulverprüfung ungeeignet? (Aluminium) (!Ferromagnetischer Baustahl) (!Ferritischer Stahl) (!Martensitischer Stahl)




Was bedeutet eine sichtbare Teilchenansammlung zunächst? (Sie ist eine Anzeige, die bewertet werden muss) (!Sie beweist immer einen unzulässigen Riss) (!Sie bedeutet automatisch Freigabe) (!Sie darf ohne Dokumentation entfernt werden)




Warum können mehrere Magnetisierungsrichtungen erforderlich sein? (Weil die Nachweisbarkeit von der Fehlstellenrichtung zum Magnetfeld abhängt) (!Weil das Bauteil dadurch härter wird) (!Weil dadurch jeder Werkstoff ferromagnetisch wird) (!Weil dann keine Prüfteilchen mehr benötigt werden)




Was ist vor einer fluoreszierenden Prüfung sicherzustellen? (Die vorgesehenen Schutz- und Betrachtungsbedingungen sind geklärt) (!Die UV-A-Quelle wird ohne Gefährdungsbeurteilung direkt betrachtet) (!Die Betriebsanweisung kann entfallen) (!Persönliche Schutzausrüstung ist grundsätzlich verboten)




Wie ist bei ungeklärtem Risiko für eine Person mit aktivem Implantat zu handeln? (Prüfung stoppen und eine gesonderte Gefährdungsbeurteilung veranlassen) (!Magnetfeldstärke nach Gefühl reduzieren) (!Implantatrisiko ignorieren) (!Prüfung ohne Information fortsetzen)




Was ist im Ausbildungsfall bei einer linearen Anzeige an der reparierten Anschlaglasche richtig? (Bauteil sichern, Befund dokumentieren und zuständige Fachkraft informieren) (!Bauteil sofort freigeben) (!Anzeige wegschleifen und weiterarbeiten) (!Prüfprotokoll verwerfen)





Memory

Ferromagnetischer Stahl grundsätzlich für MT geeignet
Streufeld zieht magnetische Prüfteilchen an
Lineare Anzeige muss fachlich bewertet werden
Aluminium für MT ungeeignet
Joch erzeugt ein Magnetfeld im Prüfbereich
UV-A mögliche Gefährdung bei fluoreszierender Prüfung
Prüfaufsicht zuständige Eskalationsstelle
Oberflächenriss typische gut nachweisbare Fehlstelle





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Ferromagnetisch geeignete Werkstoffeigenschaft
Streufeld physikalischer Nachweiseffekt
Anzeige sichtbare Teilchenansammlung
Magnetfluss Richtung beeinflusst Rissnachweis
Eskalation sichere Reaktion bei unklarem Befund
Freigabe erfolgt nur durch zuständige Stelle




...


Kreuzworträtsel

Streufeld Wie heißt das lokale Magnetfeld an einer geeigneten Fehlstelle?
Ferromagnetisch Welche Werkstoffeigenschaft ist für MT entscheidend?
Magnetisierung Welcher Vorgang erzeugt den nötigen Magnetfluss im Bauteil?
Rissanzeige Wie kann sich eine lineare Fehlstelle bei MT sichtbar machen?
Prüfmittel Wie heißt das eingesetzte magnetische Partikelsystem allgemein?
Eskalation Wie heißt die sichere Weitergabe eines unklaren oder kritischen Befunds?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Magnetpulverprüfung eignet sich für

Werkstoffe.
Eine rissartige Fehlstelle kann ein magnetisches

erzeugen.
Magnetische Prüfteilchen sammeln sich an einer geeigneten

.
Die beste Nachweisbarkeit entsteht häufig bei einer Fehlstelle

zum Magnetfluss.
MT ist besonders empfindlich für Fehler an der

.
Mit zunehmender Fehlstellentiefe nimmt die

ab.
Eine sichtbare Teilchenansammlung heißt zunächst

.
Aluminium ist für die klassische MT

.
Bei einem unklaren sicherheitsrelevanten Befund ist eine

erforderlich.
Eine betriebliche Verwendung ist erst nach zuständiger

zulässig.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkstoffauswahl: Erstelle eine Bildkarte mit fünf Bauteilwerkstoffen und markiere, welche Du für MT grundsätzlich geeignet oder ungeeignet hältst. Begründe jede Entscheidung mit einem Satz.
  2. Streufeld: Zeichne ein magnetisiertes Stahlstück mit einem Oberflächenriss und markiere Magnetfluss, Streufeld und Partikelansammlung.
  3. Gefahrenerkennung: Fotografiere oder skizziere einen fiktiven Prüfplatz und markiere mindestens vier Punkte, die vor Arbeitsbeginn sicherheitlich geklärt werden müssen.
  4. Fachsprache: Erstelle sechs Lernkarten zu Ferromagnetismus, Magnetfluss, Streufeld, Anzeige, Fehlstelle und Freigabe.


Standard

  1. Prüfplanung: Entwickle für die Ausbildungs-Anschlaglasche eine Checkliste mit den Punkten Werkstoff, Prüfauftrag, Gerät, Prüfmittel, Betrachtung, Dokumentation und Eskalation.
  2. Anzeigenbewertung: Zeichne drei mögliche Anzeigen – linear, diffus und an einer Kante – und beschreibe, warum keine davon ohne Prüfkriterium automatisch freigegeben werden darf.
  3. Verfahrensvergleich: Vergleiche MT und Eindringprüfung für je ein Stahl- und ein Aluminiumbauteil. Begründe die Verfahrenswahl.
  4. Sicherheitskommunikation: Formuliere ein kurzes Übergabegespräch an die Prüfaufsicht, nachdem Du eine lineare Anzeige an einem sicherheitsrelevanten Bereich entdeckt hast.


Schwer

  1. Fehlerorientierung: Entwickle eine Skizzenfolge, die zeigt, wie sich die Sichtbarkeit desselben Risses bei zwei unterschiedlichen Magnetflussrichtungen verändert.
  2. Schadensanalyse: Entwirf eine Hypothese, wie eine wiederkehrende lineare Anzeige an einem Schweißnahtübergang mit Beanspruchung, Fertigung oder Instandhaltung zusammenhängen könnte. Trenne Beobachtung und Vermutung deutlich.
  3. Prüfstrategie: Entwickle für ein Bauteil aus unbekanntem Edelstahl eine sichere Entscheidungsfolge von der Werkstoffidentifikation bis zur Wahl eines geeigneten ZfP-Verfahrens.
  4. Qualitätssicherung: Erstelle ein kurzes Ausbildungs-Video, in dem Du erklärst, warum „keine Anzeige“ nicht automatisch „fehlerfrei“ bedeutet und welche Rolle Magnetisierungsrichtung, Oberfläche und Prüfanweisung spielen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Werkstoffentscheidung: Ein Betrieb erhält zwei äußerlich gleiche Bauteile, eines aus ferromagnetischem Stahl, eines aus Aluminium. Begründe, warum dasselbe MT-Prüfkonzept nicht für beide verwendet werden darf, und schlage für das Aluminiumbauteil einen sicheren nächsten Entscheidungsschritt vor.
  2. Fehlerorientierung: Eine lineare Fehlstelle liegt nahezu parallel zum Magnetfluss. Erkläre, warum sie schwach angezeigt werden kann und welche Konsequenz sich daraus für die Prüfplanung ergibt.
  3. Befund und Freigabe: Begründe, warum eine deutliche lineare Anzeige noch keine eigenständige Aussage „Bauteil unzulässig“ erlaubt.
  4. Gefahrenerkennung: Entwickle eine Stop-Regel für drei Situationen: beschädigtes Prüfgerät, ungeklärte UV-A-Schutzmaßnahmen und ungeklärtes Implantatrisiko.
  5. Transfer auf die Schadensanalyse: Erkläre, wie ein dokumentierter MT-Befund mit Bauteilhistorie, Beanspruchung und weiteren Prüfverfahren zusammengeführt werden kann, ohne aus einer Anzeige vorschnell eine Schadensursache abzuleiten.
  6. Qualitätssicherung: Begründe, warum ein korrektes Prüfergebnis sowohl ein geeignetes Verfahren als auch qualifiziertes Personal, gültige Prüfanweisung und dokumentierte Betrachtungsbedingungen benötigt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. das Streufeldprinzip fachlich korrekt erklären kannst.
  2. geeignete und ungeeignete Werkstoffe unterscheiden kannst.
  3. typische Oberflächen- und oberflächennahe Fehlstellen einordnen kannst.
  4. den Einfluss der Fehlstellenrichtung auf die Anzeige erklären kannst.
  5. Anzeige, Fehlstelle, Bewertung und Freigabe sprachlich sauber trennst.
  6. Grenzen der Magnetpulverprüfung kennst.
  7. Gefährdungen durch Prüfgerät, elektromagnetische Felder, UV-A und Prüfmittel erkennst.
  8. bei unklaren oder kritischen Befunden sicher stoppst, dokumentierst und eskalierst.
  9. den Ausbildungsfall nachvollziehbar lösen kannst.
  10. erklären kannst, warum ein Quiz keine Unterweisung, praktische Qualifikation oder betriebliche Freigabe ersetzt.




Fachliche Quellen und Medienprüfung

Die fachlichen Kernaussagen wurden mit öffentlich zugänglichen Informationen der DGZfP, ISO, DGUV, TWI und Wikipedia abgeglichen. Für reale Prüfungen gelten immer die aktuelle betriebliche Prüfanweisung, die anwendbaren Produktnormen und die jeweils gültigen Normausgaben.

  1. DGZfP – Magnetpulverprüfung: Einsatz an magnetisierbaren beziehungsweise ferromagnetischen Werkstoffen, Nachweis von Oberflächenfehlstellen und Ausbildungskontext.
  2. ISO 9934-1:2016: Allgemeine Grundsätze der Magnetpulverprüfung; vor allem Oberflächen- und oberflächennahe Diskontinuitäten. Die Norm definiert nicht automatisch die Zulässigkeitskriterien eines konkreten Bauteils.
  3. ISO 9934-2:2015: Eigenschaften und Prüfung von Prüfmitteln.
  4. ISO 9934-3:2015: Geräte für Magnetisierung, Entmagnetisierung, Beleuchtung, Messung und Überwachung.
  5. DGUV/IFA – Beschäftigte mit Implantaten: elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder können Implantate beeinflussen; eine gesonderte Gefährdungsbeurteilung kann erforderlich sein.
  6. DGUV Forum – Arbeitsplätze mit UV-Exposition: UV-Strahlung kann Haut und Augen schädigen; Schutzmaßnahmen müssen zur Gefährdung passen.
  7. TWI – Prinzip der Magnetic Particle Inspection: Magnetisierung, Streufeld, Partikelansammlung und Einfluss der Fehlerorientierung.

Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien:

Datei Lernzweck Lizenz laut Commons-Seite
Defect in MPI.svg Streufeld am Defekt CC0 1.0
MPI crack indication.png reale Rissanzeige CC BY-SA 4.0
Magnetizing currents.png Stromformen als Diagramm CC BY-SA 4.0
CentralConductor.svg Magnetisierung mit Zentralleiter CC BY-SA 2.5
Coil.png Magnetisierung mit Spule CC BY-SA 2.5
New Wet Horizontal.jpg stationäre Nassprüfanlage CC BY-SA 3.0 oder GFDL
Wet magnetic particle testing on a pipeline.jpg Jochprüfung an einer Rohrleitung CC0
MT inspection of cast piece-P6160133A.jpg Werkstoffbild mit Rissanzeige CC0
Portable magnetizer.JPG tragbares Magnetisierungsgerät CC BY 2.0

YouTube-Medien: Die eingebetteten Videos stammen vom Herstellerkanal Magnaflux und werden über die YouTube-Einbettung angezeigt, nicht kopiert. Rechte und Verfügbarkeit verbleiben beim jeweiligen Rechteinhaber beziehungsweise bei YouTube.


OERs zum Thema


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte