Werkstofflabor und Prüfdatenauswertung – Probenvorbereitung als Einflussgröße verstehen
Werkstofflabor und Prüfdatenauswertung – Probenvorbereitung als Einflussgröße verstehen
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Werkstofflabor und Prüfdatenauswertung – Probenvorbereitung als Einflussgröße verstehen
Einleitung
Warum kann eine Probe einen falschen Befund liefern?
Eine fehlerhafte Probenvorbereitung kann die Ergebnisse einer Werkstoffprüfung verfälschen. Kratzer, Überhitzung, Verformung oder Verunreinigungen können die Beurteilung erschweren oder zu falschen Schlussfolgerungen führen.
In diesem aiMOOC lernst Du anhand eines Ausbildungsfalls, wie Du Präparationsfehler erkennst, Prüfdaten vergleichst und einen Befund fachlich absicherst.
Zielgruppe: Ausbildung in Werkstoffprüfung, Metallografie, Werkstofftechnik und Qualitätssicherung.
Dauer: Etwa 60–90 Minuten mit sechs kurzen Lerneinheiten und Übungen.
Lernziele: Du kannst Präparationsschritte zuordnen, mögliche Fehlerursachen erklären, Messwerte auswerten, Unsicherheiten benennen und geeignete Kontrollmaßnahmen begründen.
Sicherheit: Alle Aufgaben sind anhand von Bildern, Videos, vorgegebenen Daten und Modellen lösbar. Keine gefährlichen Eigenversuche. Reale Trenn-, Schleif-, Polier- und chemische Prozesse dürfen nur in geeigneten Betrieben mit Fachaufsicht, Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung stattfinden.
Lerneinheit 1: Die richtige Probe auswählen
Lernzeit: etwa 5 Minuten
Eine Probenahme muss zur Prüffrage passen. Wichtig sind Entnahmestelle, Schnittrichtung, Probenkennzeichnung und Dokumentation.
Wird beispielsweise ein ungeeigneter Bereich eines Bauteils untersucht, kann der Befund für das eigentliche Prüfziel nicht repräsentativ sein.

Bildauftrag: Vergleiche die Metalloberflächen. Achte auf erkennbare Bearbeitungsspuren. Das Bild zeigt unterschiedliche Werkstoffe und Präparationszustände, keine identischen Vergleichsproben.
Merksatz: Eine technisch einwandfreie Messung an der falschen Stelle kann trotzdem zur falschen Entscheidung führen.
Video: Metallografie – makroskopische Verfahren
Fachvideo von Prof. Dr.-Ing. Rainer Schwab, Hochschule Karlsruhe. Beobachte die Probenentnahme und die Vorbereitung für unterschiedliche Untersuchungsziele.
Lerneinheit 2: Trennen ohne unerwünschte Veränderungen
Lernzeit: etwa 5 Minuten
Beim Trennen können Wärme, mechanische Verformung und Beschädigungen entstehen. Diese Einflüsse können oberflächennahe Eigenschaften verändern.
Die Auswahl des Verfahrens sowie geeignete Kühlung und Bearbeitungsparameter richten sich nach Werkstoff, Prüffrage, Anlage und betrieblicher Arbeitsanweisung.

Bildauftrag: Erkenne Trennwerkzeug, Probenaufnahme und Bearbeitungsbereich.
Merksatz: Die Vorbereitung darf den zu untersuchenden Werkstoffzustand nicht unbemerkt verändern.
Kontrollfrage: Warum reicht es nicht, dass eine getrennte Probe äußerlich unbeschädigt aussieht?
Feedback: Weil eine thermisch oder mechanisch veränderte Randzone auch dann vorhanden sein kann, wenn sie mit bloßem Auge nicht erkennbar ist.
Lerneinheit 3: Einbetten und Prüfränder schützen
Lernzeit: etwa 5 Minuten
Beim Einbetten werden kleinere oder ungünstig geformte Proben für die weitere Bearbeitung unterstützt. Geeignete Einbettverfahren können empfindliche Ränder schützen und das sichere Handhaben erleichtern.
Eine ungeeignete Einbettung kann Randspalten, fehlende Unterstützung oder andere Präparationsprobleme verursachen.

Bildauftrag: Suche die eingebetteten Querschnitte und überlege, welche Stellen beim späteren Schleifen besonders geschützt werden müssen.
Merksatz: Gute Randerhaltung ist wichtig, wenn Oberflächen, Schichten oder Randzonen beurteilt werden.
Lerneinheit 4: Schleifen, Polieren und Reinigen
Lernzeit: etwa 8 Minuten
Beim Schleifen werden Bearbeitungsspuren schrittweise reduziert. Beim Polieren wird die Oberfläche für die vorgesehene Untersuchung weiter verbessert.
Jede Stufe muss die relevanten Schäden der vorherigen Stufe ausreichend entfernen. Grobe Schleifpartikel dürfen nicht in feinere Bearbeitungsschritte verschleppt werden.

Detailbild: Schleifmittel als Werkzeug des Materialabtrags.

Detailbild: Poliersystem für die metallografische Probenvorbereitung.

Gerätebeispiel: Eine metallografische Präparationsmaschine.
Typische Präparationsartefakte:
- Schleifriefen: Zurückgebliebene Bearbeitungsspuren erschweren die Auswertung.
- Verformung: Mechanische Belastung kann oberflächennahe Bereiche verändern.
- Kantenverrundung: Die Randgeometrie wird verfälscht.
- Kontamination: Fremdpartikel können Kratzer oder scheinbare Einschlüsse verursachen.
- Reliefbildung: Unterschiedlich starker Abtrag verschiedener Gefügebestandteile erzeugt Höhenunterschiede.
Merksatz: Glänzend bedeutet nicht automatisch fehlerfrei.
Video: Metallografie – mikroskopische Verfahren
Fachvideo von Prof. Dr.-Ing. Rainer Schwab, Hochschule Karlsruhe. Beobachte besonders die Reihenfolge von Trennen, Einbetten, Schleifen, Reinigen und Polieren.
Sicherheitshinweis zum Video: Das Video zeigt auch chemisches Ätzen. Dieser Abschnitt dient ausschließlich der Beobachtung. Chemische Verfahren, Stoffe und Arbeitsschritte dürfen nicht eigenständig nachgemacht werden.
Lerneinheit 5: Vom Schliff zum Prüfbefund
Lernzeit: etwa 7 Minuten
In der Metallografie werden präparierte Werkstoffoberflächen untersucht. Je nach Prüffrage können Gefügebestandteile, Einschlüsse oder andere Merkmale sichtbar gemacht werden.

Detailbild: Beispiel einer ferritisch-perlitischen Stahlmikrostruktur. Helle Bereiche sind Ferrit, dunklere Bereiche Perlit. Das Bild gehört nicht zum späteren Ausbildungsfall.
Härteprüfung nach Vickers
Bei der Vickershärteprüfung wird ein Diamantprüfkörper mit festgelegter Kraft eingedrückt. Aus den gemessenen Eindruckdiagonalen wird der Härtewert bestimmt.


Bildauftrag: Suche die beiden Eindruckdiagonalen. Warum ist ihre eindeutige Erkennung wichtig?

Praxisbild: Beispiel einer Vickers-Eindruckstelle.

Weiteres Praxisbild: Härteeindruck in gehärtetem Stahl.
Merksatz: Eine raue, verschmutzte, verformte oder ungeeignet abgestützte Prüffläche kann die Zuverlässigkeit der Härtemessung beeinträchtigen.
Die geltende DIN EN ISO 6507-1 legt Anforderungen an Verfahren und Prüffläche fest. Prüfkräfte, Geometrie, geeignete Eindruckabstände und die verwendete Normfassung müssen berücksichtigt werden.
Video: Vickers-Härteprüfung
Fachvideo von Prof. Dr.-Ing. Rainer Schwab, Hochschule Karlsruhe. Beobachte die Entstehung und Auswertung des Prüfeindrucks.
Lerneinheit 6: Arbeitssicherheit und Entsorgung
Lernzeit: etwa 6 Minuten
Staub und mechanische Bearbeitung: Schleifen kann gesundheitsgefährdende Stäube freisetzen. Bei bestimmten Metallstäuben bestehen zusätzlich Brand- oder Explosionsgefahren. Aluminiumstaub erfordert besondere Schutzmaßnahmen; auch Wasserstoffbildung und die sichere Handhabung von Staub- beziehungsweise Schlammansammlungen sind zu berücksichtigen.
Schutzprinzip: Die betriebliche Gefährdungsbeurteilung legt geeignete technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen fest. Absaugung, geeignete Anlagen, Reinigungsverfahren und Schutzausrüstung müssen auf Material und Tätigkeit abgestimmt sein. Staub nicht unkontrolliert aufwirbeln.
Chemische Präparation: Ätzmittel, Einbettchemikalien, Reinigungs- und Poliermittel können Gefahrstoffe enthalten. Vor Tätigkeiten sind aktuelle Sicherheitsdatenblätter, Betriebsanweisungen und die Unterweisung zu beachten. Chemische Ätzverfahren sind keine Eigenversuche.
Entsorgung: Chemikalienreste, belastete Polierflüssigkeiten, Schleifschlämme und andere Rückstände müssen nach ihrer Zusammensetzung und der betrieblichen Abfallregelung beurteilt werden. Unverträgliche Abfälle werden getrennt gesammelt. Keine eigenmächtige Einleitung in den Abfluss oder Entsorgung mit dem Hausmüll.
Quellen zur Sicherheit:
- TRGS 400 – Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
- TRGS 500 – Schutzmaßnahmen
- TRGS 526 – Laboratorien
- TRGS 555 – Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten
- DGUV Regel 109-001 – Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium
- DGUV Information 213-850 – Sicheres Arbeiten in Laboratorien
- DGUV – Aufbau des Sicherheitsdatenblatts, einschließlich Entsorgungshinweisen
Ausbildungsfall: Ein auffälliger Härtewert
Ausgangssituation
Du arbeitest im Werkstofflabor eines fiktiven metallverarbeitenden Ausbildungsbetriebs.
Eine Stahlprobe trägt die Kennzeichnung L-17. Der Prüfauftrag sieht eine Vickers-Härtemessung mit der Prüfkraftstufe HV 1 vor.
Für diese Modellaufgabe wurde ein fiktiver betrieblicher Akzeptanzbereich von 230 bis 250 HV 1 festgelegt. Das ist kein allgemeiner Normgrenzwert.
Beobachtungen:
Die erste Prüffläche zeigt sichtbare Riefen. Ihre stabile Auflage ist fraglich. Nach einer erneuten, dokumentierten Vorbereitung wird an einer geeigneten Prüffläche erneut gemessen.
Vorgegebene Modelldaten:
| Merkmal | Messreihe A | Messreihe B |
|---|---|---|
| Oberflächenzustand | Sichtbare Riefen, Auflage fraglich | Sichtkontrolle ohne auffällige Riefen, stabile Auflage |
| Messwert 1 | 214 HV 1 | 239 HV 1 |
| Messwert 2 | 222 HV 1 | 242 HV 1 |
| Messwert 3 | 215 HV 1 | 244 HV 1 |
| Mittelwert | 217,0 HV 1 | 241,7 HV 1 |
| Spannweite | 8 HV 1 | 5 HV 1 |
Wichtig: Die Werte sind eigens erstellte Übungsdaten, keine realen Versuchsergebnisse. Aus ihnen allein lässt sich die tatsächliche Ursache der Abweichung nicht beweisen.
Basisaufgabe: Daten verstehen
Berechne die Mittelwerte und ordne beide Reihen dem fiktiven Akzeptanzbereich zu.
Begründetes Feedback: A liegt rechnerisch unter dem Bereich, B innerhalb. Wegen der dokumentierten Mängel darf A aber nicht ohne Prüfung als gültiger Nachweis eines zu weichen Werkstoffs verwendet werden.
Anwendungsaufgabe: Ursachen bewerten
Nenne drei mögliche Gründe für die Abweichung. Trenne Beobachtungen von Vermutungen.
Begründetes Feedback: Riefen und fragliche Auflage sind dokumentierte Hinweise. Messort, Oberflächenveränderung durch Bearbeitung, Gerätezustand und Prüfdurchführung sind weitere mögliche Einflussgrößen. Welche Ursache tatsächlich wirksam war, muss untersucht werden.
Transferaufgabe: Über die Freigabe entscheiden
Entwirf eine begründete Entscheidung für die Qualitätssicherung: Welche Ergebnisse sind vorläufig zurückzuhalten? Welche Kontrollen müssen vor einer Freigabe abgeschlossen sein?
Begründetes Feedback: Fachlich sinnvoll ist es, die auffällige Erstprüfung zu kennzeichnen, Voraussetzungen der Prüfung und Rückverfolgbarkeit zu kontrollieren und eine normgerechte, nachvollziehbare Wiederholungsprüfung zu bewerten. Auch Messreihe B führt nicht automatisch zur Freigabe, solange die erforderlichen Nachweise fehlen.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Orientierung: Prüfe zuerst, welche Messreihe außerhalb des vorgegebenen Bereichs liegt.
Hilfe 2 – Zusammenhang: Überlege, welche Voraussetzung einer zuverlässigen Vickers-Prüfung bei Messreihe A möglicherweise verletzt wurde.
Hilfe 3 – Entscheidung: Unterscheide zwischen auffälligem Zahlenwert, gültigem Prüfergebnis und nachgewiesenem Materialfehler.
Musterlösung zum Ausbildungsfall
Rechnung:
Messreihe A: (214 + 222 + 215) / 3 = 217,0 HV 1
Messreihe B: (239 + 242 + 244) / 3 = 241,7 HV 1
Differenz der Mittelwerte: ungefähr 24,7 HV 1.
Bewertung: Die Vorbereitung ist eine plausible Einflussgröße. Sie ist aber nicht allein anhand der Zahlen als Ursache bewiesen. Erforderlich sind die Prüfung von Probenidentität, Messort, Oberfläche, Auflage, Prüfgerät, Prüfmethode und Dokumentation.
Möglicher Laborvermerk:
„Messreihe A zeigt einen auffälligen Härtewert bei dokumentierten Mängeln der Prüffläche. Die Ergebnisse werden bis zur Klärung zurückgehalten. Messreihe B liegt im fiktiven Akzeptanzbereich. Eine abschließende Bewertung erfolgt erst nach Kontrolle der Prüfbedingungen und der Rückverfolgbarkeit.“
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Warum muss die Entnahmestelle einer Werkstoffprobe dokumentiert werden? (Damit die Messung dem untersuchten Bauteilbereich zugeordnet werden kann) (!Damit die Probe schneller poliert werden kann) (!Damit die Härte automatisch steigt) (!Damit kein Prüfgerät mehr benötigt wird)
Welcher Einfluss kann beim unsachgemäßen Trennen entstehen? (Überhitzung und Veränderung oberflächennaher Eigenschaften) (!Automatische Verbesserung der Messgenauigkeit) (!Garantierte Erhöhung der Werkstoffreinheit) (!Vollständige Beseitigung aller Bearbeitungsschäden)
Warum werden kleine metallografische Proben häufig eingebettet? (Zur Unterstützung und zum Schutz empfindlicher Bereiche) (!Zur beliebigen Änderung ihrer chemischen Zusammensetzung) (!Zur Vermeidung jeder späteren Reinigung) (!Zur automatischen Bestimmung der Zugfestigkeit)
Warum ist die Reinigung zwischen Präparationsstufen wichtig? (Verschleppte Schleifpartikel können neue Kratzer verursachen) (!Sie verändert immer die Legierungszusammensetzung) (!Sie macht eine geeignete Probenahme überflüssig) (!Sie ersetzt jede Sichtkontrolle)
Was kennzeichnet einen Präparationsartefakt? (Ein durch die Vorbereitung erzeugtes oder beeinflusstes Merkmal) (!Einen immer nachgewiesenen Werkstofffehler) (!Einen verbindlichen Härtegrenzwert) (!Eine vorgeschriebene Prüfkraft)
Was wird bei der Vickers-Härteprüfung optisch ausgewertet? (Die Diagonalen des bleibenden Eindrucks) (!Die Farbe des Probenetiketts) (!Der Durchmesser der Schleifscheibe) (!Die Länge der Probennummer)
Wie ist ein auffälliger Härtewert bei erkennbar ungeeigneter Prüffläche zu behandeln? (Prüfbedingungen klären und Ergebnis vorläufig zurückhalten) (!Sofort einen Werkstofffehler bestätigen) (!Den Messwert ohne Dokumentation löschen) (!Den Härtewert auf den Sollwert ändern)
Was lässt sich aus der Differenz der beiden Modellmessreihen sicher ableiten? (Die Messreihen unterscheiden sich deutlich) (!Die genaue Ursache der Abweichung ist bewiesen) (!Das Prüfgerät war nachweislich defekt) (!Der Stahl hat seine Legierung vollständig verändert)
Was muss vor einer Tätigkeit mit gefährlichen Präparationschemikalien vorliegen? (Gefährdungsbeurteilung und geeignete betriebliche Unterweisung) (!Eine frei gewählte Chemikalienmischung) (!Eine private Versuchsanleitung) (!Die Entsorgung im normalen Waschbecken)
Wie werden unbekannte belastete Polierflüssigkeiten behandelt? (Nach betrieblicher Regelung sicher gesammelt und fachlich beurteilt) (!Ohne Prüfung in den Abfluss gegeben) (!Mit beliebigen Chemikalien vermischt) (!In offenen Behältern verdampft)
Memory
Ordne jeweils den Fachbegriff der passenden Erklärung zu.
| Probenahme | Auswahl eines prüfrelevanten Bauteilbereichs |
| Trennen | Abtrennen eines Untersuchungsstücks |
| Einbetten | Unterstützen und Fixieren kleiner Proben |
| Schleifen | Stufenweises Entfernen gröberer Bearbeitungsspuren |
| Polieren | Verfeinern einer Oberfläche für die Untersuchung |
| Kontamination | Eintrag unerwünschter Fremdstoffe |
| Artefakt | Durch die Vorbereitung hervorgerufenes Scheinmerkmal |
| Rückverfolgbarkeit | Eindeutige Zuordnung von Probe und Prozessdaten |
Drag and Drop
Ordne den Präparationsschritten die passende Funktion zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Funktion |
|---|---|
| Probenahme | Relevanten Untersuchungsbereich auswählen |
| Trennbearbeitung | Untersuchungsstück herstellen |
| Einbettung | Empfindliche Bereiche unterstützen |
| Schleifbearbeitung | Bearbeitungsspuren stufenweise reduzieren |
| Politur | Oberfläche für die Auswertung verfeinern |
Kreuzworträtsel
| Probenahme | Wie heißt die Auswahl und Entnahme einer Untersuchungsprobe? |
| Trennen | Welcher Arbeitsgang teilt ein Werkstück in Probenstücke? |
| Einbetten | Wie heißt das Fixieren einer kleinen Probe in geeignetem Material? |
| Schleifen | Welcher Arbeitsgang entfernt Bearbeitungsspuren mithilfe von Schleifmitteln? |
| Polieren | Welcher Arbeitsgang verbessert die Oberflächengüte nach dem Schleifen? |
| Vickers | Wie heißt das Härteprüfverfahren mit einem pyramidenförmigen Diamantprüfkörper? |
LearningApps
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Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben ohne gefährliche Eigenversuche. Nutze die Kursbilder, Videos, Übungsdaten und freigegebene Lernmaterialien.
Leicht – Basisaufgaben
- Probenvorbereitung: Gestalte eine bebilderte Prozessübersicht von der Probenahme bis zur Auswertung. Begründe die Reihenfolge.
- Werkstoffprüfung: Benenne an zwei Kursbildern mögliche Qualitätsmerkmale einer geeigneten Prüffläche.
- Metallografie: Schreibe fünf Fachbegriffe mit jeweils einer kurzen Erklärung in Dein Lernjournal.
- Prüfprotokoll: Erstelle ein Musterprotokoll mit Proben-ID, Entnahmestelle, Prüfverfahren und dokumentierten Besonderheiten.
Feedback zur Basisstufe: Eine gute Bearbeitung stellt die Verbindung zwischen Arbeitsschritt und Prüfziel her. Eine bloße Aufzählung ohne Begründung reicht nicht.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Härteprüfung: Zeichne die beiden Messreihen des Ausbildungsfalls als einfaches Diagramm und markiere den fiktiven Akzeptanzbereich.
- Fehleranalyse: Erstelle eine Tabelle mit vier Präparationsfehlern, ihren möglichen Auswirkungen und geeigneten Kontrollen.
- Qualitätssicherung: Verfasse einen kurzen Prüfvermerk für die fiktive Probe L-17 und begründe, warum ein Messwert vorläufig zurückgehalten werden kann.
- Arbeitssicherheit: Entwickle anhand der genannten DGUV- und BAuA-Quellen eine sichere Beobachtungscheckliste für einen beaufsichtigten Laborbesuch.
Feedback zur Anwendungsstufe: Deine Ergebnisse sollen Beobachtung, mögliche Ursache und Kontrollmaßnahme unterscheidbar machen. Schutzmaßnahmen müssen aus den betrieblichen Vorgaben abgeleitet werden.
Schwer – Transferaufgaben
- Messunsicherheit: Erkläre, warum eine kleinere Spannweite allein noch nicht beweist, dass eine Messreihe richtig ist.
- Prüfplanung: Entwirf einen Prüfplan für zwei vergleichbare Stahlproben mit definiertem Messort, dokumentierter Vorbereitung und Kriterien für eine gültige Auswertung.
- Schadensanalyse: Entwickle einen Entscheidungsbaum, der einen echten Materialfehler von einem möglichen Präparationsartefakt unterscheiden hilft.
- Nachhaltigkeit: Erstelle ein Konzept zur Verringerung von Nacharbeit, Verbrauchsmaterial und Abfall, ohne Arbeitssicherheit und Prüfqualität zu verschlechtern.
Feedback zur Transferstufe: Überzeugende Lösungen berücksichtigen mehrere Einflussgrößen, benennen Grenzen der verfügbaren Daten und begründen die vorgeschlagenen Entscheidungen.


Lernkontrolle
- Ursache und Wirkung: Erkläre an einem selbst gewählten Präparationsfehler, über welche Zwischenschritte ein falscher Prüfbefund entstehen kann.
- Prüfdatenauswertung: Zwei Messreihen haben ähnliche Mittelwerte, aber unterschiedliche Oberflächenzustände. Begründe, warum ihre Aussagekraft dennoch verschieden sein kann.
- Qualitätssicherung: Ein Auftraggeber verlangt sofortige Freigabe trotz unklarer Prüffläche. Formuliere eine fachlich begründete Reaktion.
- Gefügeanalyse: Begründe, weshalb sichtbare dunkle Linien auf einem Schliff nicht ohne weitere Prüfung als echte Risse bezeichnet werden dürfen.
- Prozessoptimierung: Schlage zwei Verbesserungen der Probenvorbereitung vor und erkläre, wie ihre Wirksamkeit überprüft werden kann.
- Arbeitsschutz: Ein neuer Werkstoff erzeugt unbekannte Bearbeitungsrückstände. Erkläre, warum bisherige Schutz- und Entsorgungsregeln nicht ungeprüft übernommen werden dürfen.
Bewertungskriterien: Fachliche Richtigkeit, nachvollziehbare Argumentation, Umgang mit Unsicherheiten, sichere Entscheidungen und vollständige Dokumentation.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du folgende Fähigkeiten nachweisen:
- Du kannst die wichtigsten Schritte der Probenvorbereitung erklären und ihrer Funktion zuordnen.
- Du erkennst typische Hinweise auf Präparationsartefakte und unterscheidest sie von nachgewiesenen Materialfehlern.
- Du kannst Mittelwert und Spannweite vorgegebener Prüfdaten berechnen und fachlich interpretieren.
- Du begründest, wann ein Prüfergebnis vorläufig zurückgehalten werden muss.
- Du dokumentierst Probenidentität, Messbedingungen, Auffälligkeiten und mögliche Fehlerursachen nachvollziehbar.
- Du erläuterst die Bedeutung von Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und geregelter Abfallentsorgung.
- Du kannst einen sicheren und plausiblen Kontroll- oder Wiederholungsprüfplan formulieren.
Empfohlenes Lernprodukt: Ein kurzes digitales Prüfprotokoll zur Probe L-17 mit Diagramm, Fehlerhypothesen und begründeter Entscheidung.
OERs zum Thema
Wikipedia: Metallografie
Wikipedia: Härte
Fachlich geprüfte Informationsquellen
- Struers – Grinding and Polishing: Fachinformationen zu Präparationszielen und Artefakten.
- Buehler – Metallographic Grinding and Polishing Guide: Fachinformationen zu Schleif-, Polier- und Präparationsfehlern.
- DIN Media – DIN EN ISO 6507-1:2024-01: Aktuelle deutsche Normausgabe zum Vickers-Prüfverfahren.
- ISO 6507-1:2023: Internationale Norminformation zum Vickers-Prüfverfahren.
- DGUV Regel 109-001: Gefährdungen beim Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium.
- DGUV Information 213-850: Sicheres Arbeiten im Labor.
- BAuA – Technische Regeln für Gefahrstoffe: Aktuelle Übersicht der TRGS.
Hinweis: Herstellerinformationen ergänzen die fachliche Orientierung. Maßgeblich für die betriebliche Durchführung sind die anwendbaren Normen, Sicherheitsanforderungen und freigegebenen Verfahren.
Medienquellen und Nutzungsrechte
Alle folgenden Bilder wurden anhand ihrer Wikimedia-Commons-Dateiseiten auf Existenz und ausgewiesene Lizenz geprüft. Die eingebundenen Bilder sind unverändert; Quellen- und Lizenzangaben stehen auf den verlinkten Dateiseiten.
CC BY 4.0:
- Präzisionstrennsäge – Vijesh Gogia.
- Eingebettete Querschnittsproben – Gabriela P.
- Metallografisches Schleifmittel – Vijesh Gogia.
- Metallografische Poliertechnik – Vijesh Gogia.
CC BY-SA:
- Metallische Probenoberflächen – Bill Abbott, CC BY-SA 2.0.
- Micropol-Präparationsmaschine – Struers A/S, CC BY-SA 3.0.
- Vickers-Eindruckgeometrie – Bob Clemintime, CC BY-SA 4.0.
- Vickers-Eindruckbild – Encik Tekateki, CC BY-SA 4.0.
- Härteeindruck in gehärtetem Stahl – Dennis M. Clarke / Blastwave, CC BY-SA 3.0.
CC0 beziehungsweise Public Domain:
- Vickers-Schema – Freundchen, CC0 1.0.
- Ferritisch-perlitisches Stahlgefüge – A. J. Duncan und Mitautoren, als gemeinfreies US-Regierungswerk ausgewiesen.
Videonachweise:
- Metallography Part I – Macroscopic Techniques – MaterialsScience2000, Prof. Dr.-Ing. Rainer Schwab.
- Metallography Part II – Microscopic Techniques – MaterialsScience2000, Prof. Dr.-Ing. Rainer Schwab.
- Vickers Hardness Test – MaterialsScience2000, Prof. Dr.-Ing. Rainer Schwab.
Medienrechtlicher Hinweis: Die YouTube-Videos werden über den externen Player eingebettet. Die Einbettung stellt keine Freigabe zur Bearbeitung oder Weiterverbreitung der Videodateien dar. Die jeweiligen Rechte bleiben bei den Rechteinhabern. Lernaufgaben und Modelldaten dieses Kurses sind eigenständig erstellt.
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