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WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen – Zwischenlagen und Nahtreinigung beurteilen

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WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen – Zwischenlagen und Nahtreinigung beurteilen

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WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen – Zwischenlagen und Nahtreinigung beurteilen

Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Fertigungstechnik und schweißtechnischen Lernfeldern.

Kurzbeschreibung: Du beurteilst Zwischenlagen und die Nahtreinigung beim WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen. Im Mittelpunkt stehen Fehlervermeidung und die nachfolgende Sichtprüfung.

Wichtig: Dieser Lernkurs vermittelt Beobachtungs- und Entscheidungswissen. Er ersetzt keine Schweißerqualifikation, Prüfung, betriebliche Unterweisung oder praktische Einweisung. Praktische Arbeiten sind ausschließlich im dafür vorgesehenen Ausbildungsbereich, nach Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung sowie unter Fachaufsicht durchzuführen.

Beobachtungsauftrag: Welche Bereiche von Brenner, Lichtbogen und Werkstück musst Du nach einer Lage besonders vor Verunreinigung schützen?

Beobachtungsauftrag: Achte beim Lichtbogenhandschweißen auf Elektrode, Schweißrauch und die später zu entfernende Schlacke.


Einleitung

Bei einer mehrlagigen Schweißnaht wird eine neue Lage auf bereits erstarrtes Schweißgut gelegt. Fehler oder Rückstände auf einer Zwischenlage können deshalb in der nächsten Lage eingeschlossen werden. Deine zentrale Entscheidung lautet:

Ist die vorhandene Lage sauber, zugänglich und nach Arbeitsanweisung beziehungsweise WPS für die nächste Lage freigegeben – oder muss die Arbeit gestoppt werden?

Merkmal WIG-Schweißen Lichtbogenhandschweißen
Verfahrensprinzip Nicht abschmelzende Wolframelektrode, Inertgas, Zusatzwerkstoff bei Bedarf Abschmelzende umhüllte Stabelektrode
Prozessnummer nach EN ISO 4063 141 111
Typischer Rückstand Keine verfahrensbedingte Schlackendecke; Oxide und Fremdverunreinigungen bleiben trotzdem kritisch Schlacke aus der Elektrodenumhüllung
Vor der nächsten Lage Oberfläche, Oxidation, Verschmutzung und Temperatur nach Vorgabe beurteilen Schlacke vollständig entfernen, Oberfläche säubern und Lage beurteilen


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Zwischenlage: zwischen „weiter“, „reinigen“ und „stoppen und Fachaufsicht hinzuziehen“ unterscheiden.
  2. Schlacke: ihre Bedeutung beim Lichtbogenhandschweißen erklären und Rückstände als Qualitätsrisiko erkennen.
  3. WIG-Schweißen: erklären, warum auch ohne Schlacke eine saubere Zwischenlage notwendig ist.
  4. Sichtprüfung: Nahtoberflächen systematisch auf auffällige Merkmale prüfen, ohne eigenmächtig Zulässigkeitsgrenzen zu erfinden.
  5. Arbeitsschutz beim Schweißen: Schweißrauch, optische Strahlung, Hitze, elektrischen Strom und Brandgefahr in Deine Entscheidung einbeziehen.


Sicherheits-Gate: Erst sicher, dann beurteilen

Praktische Arbeit beginnt erst nach Freigabe durch die Fachaufsicht.

Gefährdung Vor jeder Praxisaufgabe prüfen
Schweißrauch und Gase Wirksame Erfassung beziehungsweise Lüftung nach Gefährdungsbeurteilung; Kopf nicht in die Rauchfahne bringen
Optische Strahlung Geeigneter Schweißerschutz, Abschirmung des Arbeitsbereichs und Schutz unbeteiligter Personen
Hitze, Spritzer und heiße Schlacke Geeignete PSA; heiße Teile kennzeichnen und nur mit geeigneten Mitteln handhaben
Elektrischer Strom Anlage, Leitungen, Elektrodenhalter, Brenner und Rückleitung nur im freigegebenen, unbeschädigten Zustand benutzen
Brand- und Explosionsgefahr Brennbare Stoffe aus dem Gefahrenbereich entfernen; betriebliche Brandschutzmaßnahmen einhalten
Schleifen und Bürsten Zusätzliche Gefährdungen durch Staub, Partikel, Lärm und Funken berücksichtigen; nur freigegebene Werkzeuge und Absaugung verwenden

Beim WIG-Schweißen können trotz vergleichsweise geringer Partikelemissionen gesundheitsgefährdende Gase entstehen. Insbesondere bei Aluminium und gut reflektierenden Oberflächen wie Edelstahl ist die Ozonbildung zu berücksichtigen. Beim Lichtbogenhandschweißen entstehen erhebliche Partikelemissionen. Deshalb darf „wenig sichtbarer Rauch“ niemals mit „ungefährlich“ gleichgesetzt werden.


Lerneinheit 1: Die beiden Verfahren erkennen

Zeichnungsauftrag: Finde Wolframelektrode, Schutzgas, Lichtbogen, Schmelzbad und Zusatzwerkstoff.

Beobachtungsauftrag zum Video: Notiere drei Merkmale, an denen Du WIG erkennst. Entscheide anschließend: Würdest Du bei diesem Verfahren nach jeder Lage automatisch nach einer Schlackendecke suchen?

Begründetes Feedback: Nein. Beim WIG-Verfahren entsteht keine typische Schlackendecke aus einer Elektrodenumhüllung. Du prüfst stattdessen besonders auf Oxide, Anlauffarben je nach Werkstoff und Vorgabe, Spritzer oder Fremdpartikel, Verunreinigungen, Nahtform und mögliche Kontaktverunreinigung der Wolframelektrode.

Zeichnungsauftrag: Finde im Schema Elektrode, Lichtbogen, Schmelzbad und die Schlacke über dem Schweißgut.

Beobachtungsauftrag zum Video: Achte auf Stromkreis, Elektrodenhalter, Rückleitung und Werkstück. Erkläre, warum eine sichere elektrische Verbindung auch zur Prozessstabilität gehört.

Begründetes Feedback: Beim Lichtbogenhandschweißen bilden Umhüllungsbestandteile Schutzgas und Schlacke. Die erstarrte Schlacke gehört nicht in die nächste Schweißlage.


Lerneinheit 2: Zwischenlagen verstehen

Bildauftrag: Zeige mit dem Finger Wurzellage, mögliche Zwischenlagen und Decklage. An welcher Grenzfläche wäre eingeschlossene Schlacke später nicht mehr direkt sichtbar?

Eine mehrlagige Naht ist eine Folge von Qualitätsentscheidungen. Die Oberfläche einer Lage wird zur „Fügefläche“ für die nächste Lage.

Merksatz: Was Du vor der nächsten Lage nicht entfernst oder beurteilst, kann danach verdeckt sein.

Beobachtung an der Zwischenlage Entscheidung Begründung
Sichtbare Schlacke oder Schlackeninseln beim Lichtbogenhandschweißen STOP – reinigen Rückstände können eingeschlossen werden und die sichere Bindung zur Folgelage behindern
Öl, Fett, Schmutz oder ungeeignete Markierungsreste STOP – nach betrieblicher Vorgabe reinigen Verunreinigungen können Poren, Bindefehler und weitere Unregelmäßigkeiten begünstigen
Sichtbare Rissanzeige STOP – kennzeichnen und Fachaufsicht informieren Ein Riss wird nicht durch eine weitere Lage „repariert“
Zwischenlagentemperatur unbekannt STOP – WPS beziehungsweise Arbeitsanweisung prüfen Es gibt keinen universellen Zahlenwert für alle Werkstoffe und Aufgaben
Oberfläche sauber, Nahtform unauffällig, Temperatur und Arbeitsfolge freigegeben Weiter nach Freigabe Erst dann sind die Voraussetzungen für die Folgelage erfüllt


Lerneinheit 3: Lichtbogenhandschweißen – Schlacke ist ein Prüfpunkt

Bauteilbeobachtung: Wo wird nach dem Erstarren die Schlacke liegen? Welche Bereiche an den Nahtflanken sind beim Reinigen besonders leicht zu übersehen?

Beim Lichtbogenhandschweißen entsteht durch die Elektrodenumhüllung eine Schlackeschicht. Für eine weitere Lage gilt die Ausbildungsregel: Schlacke entfernen, Naht reinigen, Naht ansehen, erst dann weiterentscheiden.

Nicht ausreichend: Nur die Nahtmitte blank klopfen und Randzonen unbeachtet lassen.

Nicht zulässig als Lernstrategie: Verdächtige Stellen einfach mit der nächsten Lage überdecken.

Werkzeuge: Nur die für Werkstoff, Arbeitsauftrag und Ausbildungsbereich freigegebenen Werkzeuge einsetzen. Drahtbürste, Schlackenhammer oder mechanische Bearbeitung werden nur entsprechend Betriebsanweisung und unter Berücksichtigung von Partikel-, Funken-, Lärm- und Brandgefahr verwendet.

Videoentscheidung: Ordne die gezeigten Lichtbogenverfahren. Bei welchem der verglichenen Verfahren ist eine Schlackenentfernung zwischen Lagen ein typischer Arbeitsschritt?

Begründetes Feedback: Beim Lichtbogenhandschweißen mit umhüllter Stabelektrode ist Schlacke verfahrensbedingt zu erwarten und vor einer Folgelage zu entfernen.


Lerneinheit 4: WIG – sauber heißt mehr als „keine Schlacke“

Bauteilbeobachtung: Beurteile nur das Sichtbare. Wo würdest Du nach einer Lage zuerst nach Oxidation, Verschmutzung oder einer auffälligen Nahtform suchen?

Beim WIG-Schweißen ist die Oberfläche ebenfalls ein Qualitätsfaktor. Besonders kritisch sind Fremdstoffe, Oxidschichten, ungeeignete Werkzeuge mit Fremdmetallübertrag, verschmutzter Zusatzwerkstoff oder eine durch Werkstückkontakt verunreinigte Wolframelektrode.

Gerätebeobachtung: Welche Bauteile am Brenner dürfen bei der Zwischenlagenreinigung nicht beschädigt oder verschmutzt werden?

Beobachtungsauftrag: Konzentriere Dich auf Werkstückvorbereitung und Sauberkeit. Formuliere eine STOP-Regel für den Fall, dass eine Oberfläche vor der Folgelage nicht sauber ist.

Musterentscheidung: „Ich schweiße nicht weiter. Ich lasse die Zwischenlage nach Arbeitsanweisung reinigen und prüfe sie erneut.“

Beobachtungsauftrag: Notiere, welche sichtbaren Merkmale einer Edelstahl-WIG-Naht Du nach einer Lage beurteilen kannst. Trenne Beobachtung und Bewertung.

Begründetes Feedback: „Die Naht zeigt eine Verfärbung“ ist zunächst eine Beobachtung. Ob sie für den konkreten Auftrag zulässig ist und welche Nachbehandlung erforderlich ist, ergibt sich aus Werkstoff, WPS, Zeichnung, Qualitätsanforderung und betrieblicher Vorgabe.


Lerneinheit 5: Sichtprüfung – erst sehen, dann bewerten

Fehlerbild: Das Foto zeigt eine Einbrandkerbe. Markiere gedanklich die Nahtübergänge und beschreibe nur, was Du siehst, bevor Du eine Ursache vermutest.

Vergleichsauftrag: Welche Aussagen kannst Du aus einem Foto zur Oberfläche treffen – und welche Aussagen zu inneren Fehlern gerade nicht?

Die Sichtprüfung nach DIN EN ISO 17637 dient der visuellen Prüfung von Schmelzschweißverbindungen. Für die Beurteilung von Unregelmäßigkeiten können bei entsprechendem Auftrag unter anderem die in DIN EN ISO 5817 festgelegten Bewertungsgruppen relevant sein.

Wichtig: Eine Sichtprüfung erkennt nur zugängliche, sichtbare Merkmale. Eine unauffällige Oberfläche beweist nicht automatisch Fehlerfreiheit im Inneren.

Prüfschritt Leitfrage
Reinheit Kann ich die Oberfläche wirklich beurteilen oder verdecken Schlacke, Schmutz oder lose Rückstände die Naht?
Form Ist der Verlauf gleichmäßig oder fallen Kerben, starke Überhöhungen, Unterwölbungen oder andere Formabweichungen auf?
Oberfläche Sind Risse, Porenöffnungen, auffällige Endkrater oder Fremdpartikel sichtbar?
Übergänge Sind Nahtflanken und Übergänge vollständig zugänglich und sauber?
Vorgaben Welche WPS, Zeichnung, Prüfanweisung und Bewertungsgruppe gilt tatsächlich?
Entscheidung Weiter, reinigen und erneut prüfen oder sperren und Fachaufsicht hinzuziehen?


Lerneinheit 6: Ausbildungsfall „Zwei Bauteile vor der nächsten Lage“

Du arbeitest in einer Ausbildungswerkstatt. Vor Dir liegen zwei gekennzeichnete Übungsbauteile. Du schweißt in dieser Aufgabe nicht selbst, sondern entscheidest über den nächsten Arbeitsschritt.

Bauteil A: Stahlkonsole, mehrlagige Kehlnaht, Lichtbogenhandschweißen. Nach der ersten Lage sind an einem Nahtübergang dunkle, harte Rückstände sichtbar. Ein Teil der Naht ist bereits gebürstet.

Bauteil B: Edelstahl-Übungsstück, mehrlagige WIG-Naht. Die Oberfläche ist weitgehend frei von Rückständen, an einer Stelle ist jedoch eine deutliche Fremdverschmutzung erkennbar. Die Zwischenlagentemperatur wurde nicht dokumentiert.


Entscheidung A

Deine Aufgabe: Darf auf Bauteil A direkt die nächste Lage geschweißt werden?

Musterentscheidung: Nein. Die Rückstände müssen vollständig nach Vorgabe entfernt werden. Anschließend wird die gesamte zugängliche Zwischenlage einschließlich der Nahtübergänge erneut beurteilt.

Warum? Teilweises Reinigen reicht nicht. Verbleibende Schlacke kann in der Folgelage eingeschlossen werden.


Entscheidung B

Deine Aufgabe: Darf auf Bauteil B direkt weitergeschweißt werden?

Musterentscheidung: Nein. Die Verschmutzung ist zu beseitigen und die fehlende Temperaturinformation ist anhand der WPS beziehungsweise Arbeitsanweisung zu klären.

Warum? WIG erzeugt zwar keine typische Schlackendecke, verlangt aber eine saubere Oberfläche. Außerdem darf eine unbekannte Zwischenlagentemperatur nicht durch Raten ersetzt werden.


Gestufte Hilfen

Hilfe 1 – Erkennen: Bestimme zuerst das Verfahren. Erwartest Du verfahrensbedingt Schlacke?

Hilfe 2 – Beobachten: Suche systematisch nach Rückständen, Fremdstoffen, sichtbaren Rissen, auffälliger Nahtform und fehlenden Prozessinformationen.

Hilfe 3 – Entscheiden: Nutze nur drei sichere Ausgangsentscheidungen: weiter nach Freigabe, reinigen und erneut prüfen oder stoppen und Fachaufsicht hinzuziehen.


Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback


Basis

Aufgabe 1: Warum wird beim Lichtbogenhandschweißen die Schlacke zwischen zwei Lagen entfernt?

Feedback: Weil Rückstände sonst von der nächsten Lage eingeschlossen werden können und die Bindung zwischen den Lagen beeinträchtigen können.

Aufgabe 2: WIG erzeugt normalerweise keine Schlackendecke. Ist Zwischenlagenreinigung deshalb überflüssig?

Feedback: Nein. Oxide, Schmutz, Fett, Fremdpartikel und werkstoffabhängige Oberflächenzustände müssen trotzdem nach Vorgabe beurteilt und gegebenenfalls entfernt werden.


Anwendung

Aufgabe 3: Eine E-Hand-Zwischenlage ist in der Mitte blank, an einem Nahtübergang sitzt noch Schlacke. Entscheide.

Feedback: STOP – reinigen. Die gesamte relevante Oberfläche muss für die Folgelage geeignet sein; ein sauberer Teilbereich genügt nicht.

Aufgabe 4: Eine WIG-Zwischenlage sieht sauber aus, aber die gültige Zwischenlagentemperatur ist Dir nicht bekannt. Entscheide.

Feedback: STOP – Vorgabe prüfen. Temperaturgrenzen sind abhängig von Werkstoff, Verfahren und Arbeitsanweisung. Ein frei gewählter Wert ist fachlich nicht vertretbar.


Transfer

Aufgabe 5: In einer Werkstatt wird dieselbe Drahtbürste zuerst an unlegiertem Stahl und danach an Edelstahl eingesetzt. Bewerte das Vorgehen.

Feedback: Für empfindliche Werkstoffe kann Fremdmetallübertrag eine unerwünschte Verunreinigung verursachen. Werkstoffgetrennte beziehungsweise ausdrücklich freigegebene Reinigungswerkzeuge sind deshalb nach betrieblicher Vorgabe zu verwenden.

Aufgabe 6: Eine verdächtige Stelle soll „zur Sicherheit“ einfach überschweißt werden. Formuliere Deine Gegenentscheidung.

Feedback: Nicht überdecken. Erst reinigen, sichtbar beurteilen, Vorgaben prüfen und bei einem Verdacht die Fachaufsicht entscheiden lassen. Eine zusätzliche Lage beseitigt die Ursache nicht und kann die spätere Prüfung erschweren.


Medien- und Quellenprüfung

Stand der Quellenprüfung: Oktober 2026. Die Fachinformationen wurden mit aktuellen beziehungsweise als aktuell ausgewiesenen Normeninformationen, Arbeitsschutzquellen und Fachinformationen von Schweißtechnik-Anbietern abgeglichen.

  1. DGUV Information 209-010 „Lichtbogenschweißen“: Gefährdungen durch elektrischen Strom, Lichtbogenstrahlung, thermische Energie, Gefahrstoffe und weitere Einwirkungen.
  2. TRGS 528 „Schweißtechnische Arbeiten“: Gefahrstoffe, Schutzmaßnahmen, Betriebsanweisung und Unterweisung.
  3. DIN EN ISO 17637:2017-04: aktuell ausgewiesene Norm zur Sichtprüfung von Schmelzschweißverbindungen.
  4. DIN EN ISO 5817:2023-07: aktuell ausgewiesene Bewertungsgruppen für Unregelmäßigkeiten an Schmelzschweißverbindungen.
  5. EWM Fachwissen WIG: Verfahrensgrundlagen und Werkstückvorbereitung.
  6. EWM Fachwissen E-Hand: Verfahrensgrundlagen, Elektrodenumhüllung und Schlackebildung.
  7. Fronius Training Materials: Ausbildungsunterlagen und Grundlagenvideos für WIG und MMA.
  8. Miller SMAW Guidelines: Schlacke entfernen und Schweißraupe vor der nächsten Lage prüfen.
  9. TWI – Lack of Sidewall and Inter-Run Fusion: Zusammenhang von Oberflächenzustand, Reinigung und Bindefehlern.


Medienrechte

Die eingebundenen Bilder stammen aus Wikimedia Commons. Die Dateibeschreibungsseiten wurden auf vorhandene Lizenzangaben geprüft. Die YouTube-Videos werden nur über den YouTube-Player eingebettet und nicht kopiert; die Rechte verbleiben bei den jeweiligen Herausgebern. Verwendet werden Hersteller- beziehungsweise Fachkanäle, keine Sofatutor-Inhalte.

Medium Rechtehinweis auf Wikimedia Commons
Tig Welding.jpg CC BY-SA 4.0
TIG welding.jpg Public Domain
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Shielded Metal Arc Welding.jpg CC BY-SA 4.0
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Multilayer welding 001.PNG CC BY-SA 3.0 und GFDL
TIG Weld low magnification.jpg Public Domain
Weld Undercut.jpg CC BY-SA 4.0


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was muss mit sichtbarer Schlacke auf einer E-Hand-Zwischenlage vor der nächsten Lage geschehen? (Sie wird vollständig entfernt und die Lage anschließend geprüft) (!Sie wird mit der nächsten Lage eingeschmolzen) (!Sie wird nur in der Nahtmitte entfernt) (!Sie bleibt als zusätzlicher Schutz auf der Naht)




Bei welchem Verfahren ist eine Schlackenschicht durch die Elektrodenumhüllung typisch? (Lichtbogenhandschweißen) (!WIG-Schweißen) (!Widerstandspunktschweißen) (!Laserschweißen)




Welche Elektrode wird beim WIG-Schweißen verwendet? (Eine nicht abschmelzende Wolframelektrode) (!Eine umhüllte abschmelzende Stabelektrode) (!Eine Kohleelektrode mit Schlackenumhüllung) (!Eine Kunststoffelektrode)




Was tust Du, wenn die zulässige Zwischenlagentemperatur nicht bekannt ist? (Arbeit stoppen und WPS oder Arbeitsanweisung prüfen) (!Einen beliebigen Erfahrungswert verwenden) (!Sofort die nächste Lage schweißen) (!Nur die Nahtfarbe beurteilen)




Wie reagierst Du auf eine sichtbare Rissanzeige an einer Zwischenlage? (Stoppen und die Fachaufsicht informieren) (!Mit höherem Strom überschweißen) (!Nur die Stelle abbürsten und weiterarbeiten) (!Die Anzeige mit Kreide verdecken)




Warum wird eine Zwischenlage vor der nächsten Lage gereinigt? (Damit Rückstände und Verunreinigungen entfernt und die Oberfläche beurteilt werden kann) (!Damit die Naht möglichst glänzend aussieht) (!Damit jede Lage dünner wird) (!Damit keine Sichtprüfung mehr nötig ist)




Welche Gefährdung geht direkt vom hellen Schweißlichtbogen aus? (Optische Strahlung) (!Kälte) (!Unterdruck) (!Magnetischer Staub)




Welche Maßnahme gehört zum Schutz vor Schweißrauch und Gasen? (Die nach Gefährdungsbeurteilung vorgesehene Erfassung oder Lüftung benutzen) (!Mit dem Kopf möglichst dicht über der Naht bleiben) (!Schutzmaßnahmen nur bei sichtbarem Rauch einsetzen) (!Den Rauch mit Druckluft ins Gesichtsfeld blasen)




Welche Norm behandelt die Sichtprüfung von Schmelzschweißverbindungen? (DIN EN ISO 17637) (!DIN EN ISO 9001) (!DIN EN 60204) (!DIN EN ISO 14001)




Welche Aussage zum Abschluss dieses Lernkurses ist richtig? (Der Kurs ersetzt keine Schweißerqualifikation) (!Der Kurs erteilt automatisch eine Schweißerqualifikation) (!Nach dem Kurs darf ohne Fachaufsicht praktisch geschweißt werden) (!Nach dem Kurs sind betriebliche Unterweisungen entbehrlich)





Memory

Zwischenlage Schweißlage zwischen Wurzelbereich und Deckbereich einer mehrlagigen Naht
Schlacke Erstarrter Rückstand aus der Elektrodenumhüllung beim Lichtbogenhandschweißen
Wolfram Werkstoff der nicht abschmelzenden WIG-Elektrode
Sichtprüfung Beurteilung zugänglicher äußerer Merkmale einer Schweißverbindung
Absaugung Technische Maßnahme zur Verringerung der Exposition gegenüber Schweißrauch
WPS Schweißanweisung mit festgelegten Prozessvorgaben
Einbrandkerbe Rinnenförmige Unregelmäßigkeit am Nahtübergang





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Entscheidung
Schlackenrest Reinigen
Fremdverschmutzung Säubern
Rissanzeige Sperren
Unklare Zwischenlagentemperatur Vorgabe prüfen
Freigegebene saubere Zwischenlage Weiterarbeiten






Kreuzworträtsel

Schlacke Welcher erstarrte Rückstand muss beim Lichtbogenhandschweißen zwischen Lagen entfernt werden?
Wolfram Aus welchem Element besteht die WIG-Elektrode hauptsächlich?
Sichtprüfung Wie heißt die zerstörungsfreie Prüfung mit dem Auge oder optischen Hilfsmitteln?
Absaugung Welche technische Schutzmaßnahme erfasst Schweißrauch möglichst an der Entstehungsstelle?
Zwischenlage Wie heißt eine Lage innerhalb einer mehrlagigen Schweißnaht?
Einbrandkerbe Wie heißt eine rinnenförmige Unregelmäßigkeit am Nahtübergang?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim Lichtbogenhandschweißen entsteht aus der Elektrodenumhüllung

. Beim WIG-Schweißen wird eine nicht abschmelzende Elektrode aus

verwendet. Vor einer Folgelage muss sichtbare Schlacke vollständig

werden. Eine unbekannte Zwischenlagentemperatur wird anhand der

oder Arbeitsanweisung geklärt. Die visuelle Prüfung von Schmelzschweißverbindungen wird in DIN EN ISO

beschrieben. Der Lichtbogen erzeugt gefährliche optische

. Praktische Übungen dürfen nur unter geeigneter

stattfinden. Dieser Lernkurs ersetzt keine

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Schlacke erkennen: Erstelle aus zwei der eingebundenen Bilder eine beschriftete Gegenüberstellung „WIG ohne typische Schlackendecke“ und „E-Hand mit Schlackebildung“.
  2. Sicherheitscheck: Formuliere fünf Ja-Nein-Fragen, die vor einer beaufsichtigten Praxisübung zu Rauch, Strahlung, Hitze, Strom und Brandgefahr beantwortet werden müssen.
  3. Nahtbeobachtung: Beschreibe ein bereitgestelltes Bauteilfoto ausschließlich mit sichtbaren Merkmalen, ohne Ursachen zu behaupten.
  4. Prozessvergleich: Erstelle eine kleine Tabelle mit Elektrode, Schutzwirkung, typischen Zwischenlagenrückständen und Reinigungsbedarf für WIG und Lichtbogenhandschweißen.


Standard

  1. Entscheidungsbaum: Entwirf einen Ablauf mit den drei Ausgängen „weiter“, „reinigen und erneut prüfen“ sowie „stoppen und Fachaufsicht hinzuziehen“.
  2. Videoanalyse: Wähle eines der eingebundenen Fachvideos und protokolliere fünf Beobachtungen, die für die Beurteilung einer Zwischenlage wichtig sind.
  3. Fehlerbildanalyse: Vergleiche das Foto der Einbrandkerbe mit einer unauffälligen Nahtaufnahme und trenne Beobachtung, mögliche Ursache und notwendige Folgeentscheidung.
  4. Werkzeugtrennung: Entwickle für eine Ausbildungswerkstatt ein Kennzeichnungskonzept für werkstoffbezogene Reinigungswerkzeuge, ohne eine praktische Bearbeitung durchzuführen.


Schwer

  1. Prüfplan: Erstelle für den Ausbildungsfall einen kompakten Prüfplan vom Ende einer Lage bis zur Freigabe der nächsten Lage.
  2. Qualitätsargumentation: Begründe, warum eine optisch saubere WIG-Zwischenlage trotzdem nicht automatisch zur nächsten Lage freigegeben werden darf.
  3. Gefährdungsbeurteilung: Analysiere, welche zusätzlichen Gefährdungen durch Schlackenhammer, Bürsten und Schleifen entstehen und welche betrieblichen Schutzmaßnahmen geprüft werden müssen.
  4. Transferfall: Entwickle einen neuen Ausbildungsfall mit einer E-Hand- und einer WIG-Zwischenlage, zwei eindeutigen STOP-Signalen und einer begründeten Musterentscheidung. Praktische Schweißarbeiten dürfen nur im geeigneten Ausbildungsbereich unter Fachaufsicht erfolgen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Entscheidung unter Unsicherheit: Eine Naht wirkt sauber, aber WPS und Zwischenlagentemperatur sind nicht verfügbar. Begründe eine fachlich sichere Entscheidung und nenne die fehlenden Informationen.
  2. Fehlerkette: Erkläre eine mögliche Fehlerkette von „Schlacke bleibt an der Nahtflanke“ über „nächste Lage wird geschweißt“ bis zur späteren Qualitätsprüfung.
  3. Verfahrensvergleich: Ein Auszubildender behauptet: „WIG muss zwischen Lagen nicht gereinigt werden, weil keine Schlacke entsteht.“ Widerlege die Aussage fachlich.
  4. Prüfgrenzen: Begründe, warum eine unauffällige Sichtprüfung keine Aussage „innerlich fehlerfrei“ erlaubt.
  5. Arbeitsschutzentscheidung: Die Absaugung im Ausbildungsbereich ist ausgefallen. Begründe, warum ein ansonsten technisch korrekt vorbereiteter Übungsauftrag nicht einfach fortgesetzt werden darf.
  6. Qualität und Sicherheit: Zeige an einem Beispiel, dass eine richtige Qualitätsmaßnahme zugleich neue Gefährdungen erzeugen kann, etwa beim mechanischen Reinigen, und leite daraus eine sichere Arbeitsentscheidung ab.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sollst Du zeigen, dass Du:

  1. WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen an ihren wesentlichen Prozessmerkmalen unterscheiden kannst.
  2. typische Zwischenlagenrückstände und Verunreinigungen fachlich einordnest.
  3. eine Entscheidung „weiter“, „reinigen“ oder „stoppen“ nachvollziehbar begründest.
  4. WPS, Zeichnung, Arbeitsanweisung und Prüfvorgaben als verbindliche Informationsquellen einbeziehst.
  5. die Grenzen der Sichtprüfung benennen kannst.
  6. Schweißrauch, Strahlung, Hitze, Strom, Funken und Brandgefahr in Deiner Arbeitsentscheidung berücksichtigst.
  7. weißt, dass dieser Lernnachweis keine Schweißerqualifikation ersetzt.




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