Zum Inhalt springen

WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen – Grenzen eigener Schweißbefugnisse erkennen

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
aiMOOC-Siegel aiMOOC

WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen – Grenzen eigener Schweißbefugnisse erkennen

QR-Code



WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen – Grenzen eigener Schweißbefugnisse erkennen


Einleitung

Kurzbeschreibung: Ausbildungsübung, Verfahrensvorgabe und erforderliche Prüfung.

Du lernst, bei WIG-Schweißen und Lichtbogenhandschweißen nicht nur den Prozess zu erkennen, sondern vor allem die Grenze Deiner eigenen Befugnis. Entscheidend ist nicht: „Kann ich die Naht technisch schweißen?“, sondern: Darf ich diese konkrete Schweißaufgabe unter den vorgegebenen Bedingungen ausführen?

Zielgruppe: Auszubildende in Metalltechnik, Konstruktionstechnik, Anlagenmechanik, Feinwerkmechanik und verwandten Berufen.

Wichtig: Dieser Lernkurs vermittelt keine Schweißerqualifikation und ersetzt weder eine praktische Ausbildung noch eine Schweißerprüfung, betriebliche Beauftragung, Schweißanweisung oder Fachaufsicht.

Sicherheitsregel: Praktische Schweißarbeiten dürfen nur in einem dafür eingerichteten Ausbildungsbereich, nach Gefährdungsbeurteilung, mit geeigneter Absaugung und persönlicher Schutzausrüstung sowie unter unmittelbarer Fachaufsicht stattfinden.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Schweißverfahren: WIG und Lichtbogenhandschweißen unterscheiden.
  2. Schweißanweisung: erkennen, warum eine WPS bzw. betriebliche Verfahrensvorgabe für die konkrete Aufgabe wichtig ist.
  3. Schweißerprüfung: verstehen, dass eine Prüfung nur für ihren jeweiligen Geltungsbereich qualifiziert.
  4. Schweißaufsicht: erkennen, wann Du eine Entscheidung an Fachaufsicht oder Schweißaufsicht abgeben musst.
  5. Arbeitsschutz: Schweißrauch, optische Strahlung, Hitze, elektrischen Strom und Brandgefahr in die Freigabeentscheidung einbeziehen.


Lerneinheit 1: Zwei Verfahren – zwei Prozessnummern

Nach DIN EN ISO 4063 werden Schweißprozesse mit Ordnungsnummern bezeichnet. Für diesen Kurs sind besonders wichtig:

Verfahren Typische Ordnungsnummer Kennzeichen
Lichtbogenhandschweißen 111 Umhüllte Stabelektrode schmilzt ab; Schutzwirkung entsteht unter anderem aus der Elektrodenumhüllung.
WIG-Schweißen mit Massivdraht- oder Massivstabzusatz 141 Nicht abschmelzende Wolframelektrode, inertes Schutzgas, Zusatzwerkstoff getrennt zuführbar.

Beobachtungsauftrag: Finde in der Zeichnung Wolframelektrode, Schutzgas, Lichtbogen, Schmelzbad und Zusatzwerkstoff.

Entscheidungsfrage: Reicht es aus, einen WIG-Brenner sicher bedienen zu können, um eine betriebliche Produktionsschweißung ausführen zu dürfen?

Feedback: Nein. Handfertigkeit ist nur ein Teil. Zusätzlich müssen Auftrag, Verfahrensvorgabe, Qualifikationsbereich, betriebliche Beauftragung und sichere Arbeitsbedingungen passen.

Video-Beobachtung: Achte bei dem EWM-Video auf Gerätevorbereitung, Brenner, Wolframelektrode, Blechvorbereitung und Prozessführung.

Entscheidungsauftrag: Trenne auf einem Blatt in zwei Spalten:

  1. Prozessparameter: Dinge, die eine konkrete Verfahrensvorgabe festlegen kann.
  2. Befugnisnachweis: Dinge, die klären, ob Du die Aufgabe überhaupt ausführen darfst.

Hinweis: Das Video ist ein Hersteller- und Schulungsvideo. Übernimm keine gezeigten Einstellungen ungeprüft auf andere Werkstoffe, Bauteile oder Schweißaufgaben.


Lerneinheit 2: Lichtbogenhandschweißen erkennen

Beim Lichtbogenhandschweißen entsteht der Lichtbogen zwischen der umhüllten Stabelektrode und dem Werkstück. Die Elektrode schmilzt ab und liefert Schweißzusatz. Schlacke kann die erstarrende Naht bedecken.

Beobachtungsauftrag: Erkennst Du am Bild Elektrode, Elektrodenhalter, Lichtbogenbereich, Schutzausrüstung und Werkstück?

Video-Beobachtung: Beobachte Zündung, Elektrodenführung und Lichtbogen. Notiere nur Beobachtungen – keine Einstellwerte zum Nachmachen.

Entscheidungsfrage: Eine Auszubildende hat praktische WIG-Erfahrung. Darf sie deshalb automatisch eine Produktionsnaht mit Prozess 111 ausführen?

Feedback: Nein. Eine Qualifikation oder Übung in einem anderen Schweißprozess überträgt sich nicht automatisch auf Prozess 111. Der konkrete Geltungsbereich und die betriebliche Freigabe müssen geprüft werden.


Lerneinheit 3: Bauteil und Nahtart lesen

Bei der Befugnisprüfung zählt nicht nur das Verfahren. Auch Produktform, Nahtart, Werkstoff, Abmessungen, Schweißposition und Nahteinzelheiten können eine Rolle spielen.

Bildauftrag: Zeige auf Grundwerkstoff, Schmelzzone und Wärmeeinflusszone. Erkläre einem Partner in zwei Sätzen, warum eine scheinbar kleine Nahtänderung technisch bedeutsam sein kann.


Merksatz: Prüfen statt vermuten

Eine Schweißer-Prüfungsbescheinigung ist kein allgemeiner „Schweißführerschein“. Ihr Geltungsbereich ergibt sich aus der jeweiligen Prüfungsnorm und dem tatsächlich abgelegten Prüfstück.

Für Stahl beschreibt DIN EN ISO 9606-1 Anforderungen an die Schweißerprüfung. Typische Angaben in einer Prüfungsbezeichnung betreffen unter anderem:

  1. Schweißprozess
  2. Produktform
  3. Nahtart
  4. Schweißzusatz
  5. Prüfstückabmessungen
  6. Schweißposition
  7. Nahteinzelheiten

Praxisregel: Wenn Du den Geltungsbereich nicht sicher lesen kannst, entscheidest Du nicht selbst „wird schon passen“, sondern fragst die zuständige Fach- oder Schweißaufsicht.


Lerneinheit 4: Verfahrensvorgabe – WPS

Eine WPS beschreibt die Verfahrensvorgaben für eine Schweißaufgabe. DIN EN ISO 15609-1 legt Anforderungen an den Inhalt von Schweißanweisungen für Lichtbogenschweißprozesse fest.

Typische Prüfpunkte sind:

  1. Verfahren
  2. Grundwerkstoff und Zusatzwerkstoff
  3. Nahtvorbereitung
  4. Schweißposition
  5. elektrische und prozessbezogene Parameter
  6. Vorwärmung oder Zwischenlagentemperatur, falls gefordert
  7. Schutzgas oder Elektrodenangaben
  8. Lagenfolge und besondere Ausführungsbedingungen

Wichtig: Die WPS sagt Dir, wie die freigegebene Aufgabe auszuführen ist. Sie erteilt Dir nicht automatisch die persönliche Befugnis.


Entscheidungsregel: Vier Ebenen müssen passen

Ebene Leitfrage Wenn unklar oder nicht passend
Auftrag Ist klar, welches Bauteil und welche Qualitätsanforderung gilt? Stoppen und klären
Person Deckt meine gültige Qualifikation die Aufgabe ab? Nicht eigenmächtig schweißen
Verfahren Liegt eine passende freigegebene WPS oder betriebliche Vorgabe vor? Schweißaufsicht fragen
Sicherheit Ist der Arbeitsplatz freigegeben und sind Gefährdungen beherrscht? Arbeit nicht beginnen


Lerneinheit 5: Der Ausbildungsfall

Ausgangslage: Du bist im zweiten Ausbildungsjahr. Im Ausbildungsbereich hast Du mehrere WIG-Übungen an Blechen durchgeführt. Heute liegen zwei Aufträge vor.

Auftrag Situation
A – Ausbildungsübung Übungsblech im Schweißlernplatz, WIG-Verfahren nach vorgegebener Ausbildungs-WPS, Absaugung vorhanden, PSA geprüft, Ausbilderin steht direkt bereit.
B – Fertigungsauftrag Eine reale Halterung an einem Bauteil soll kurzfristig mit Lichtbogenhandschweißen repariert werden. Du hast dafür keine nachgewiesene Qualifikation und keine Freigabe der Schweißaufsicht gesehen.

Deine Entscheidung zu A: Die Übung kann nur nach Freigabe durch die Fachaufsicht im eingerichteten Ausbildungsbereich durchgeführt werden. Sie ist eine Ausbildungsübung, keine Produktionsberechtigung.

Deine Entscheidung zu B: Nicht selbst schweißen. Auftrag stoppen und zuständige Fach- oder Schweißaufsicht einbeziehen.

Begründung: Verfahrenswechsel, reale Fertigungsaufgabe und fehlender Nachweis der persönlichen Befugnis dürfen nicht durch Selbsteinschätzung ersetzt werden.


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

Hilfe 1: Frage zuerst: Übungsstück oder reales Bauteil?

Hilfe 2: Vergleiche dann Verfahren, Nahtart, Werkstoff, Position und Vorgabe mit Deinem nachgewiesenen Geltungsbereich.

Hilfe 3: Prüfe zuletzt Freigabe, WPS, Arbeitsplatz und Arbeitsschutz. Fehlt ein Punkt, gilt: nicht beginnen – klären lassen.


Lerneinheit 6: Sicherheit ist Teil der Befugnisentscheidung

Beim Lichtbogenschweißen können mehrere Gefährdungen gleichzeitig auftreten.

Gefahr Woran Du denken musst
Schweißrauch und Gase Geeignete Erfassung an der Entstehungsstelle, Lüftung, Werkstoff und Beschichtungen beachten. Schweißrauch nicht „wegatmen“ oder nur mit Abstand kompensieren.
Optische Strahlung Augen und Haut gegen intensive sichtbare Strahlung sowie UV- und IR-Anteile schützen; auch Personen im Umfeld abschirmen.
Hitze und Spritzer Geeignete Schutzkleidung, Handschuhe und sichere Ablage heißer Teile.
Elektrischer Strom Nur intakte, geeignete Schweißausrüstung verwenden; beschädigte Leitungen oder Halter nicht weiter benutzen.
Brand- und Explosionsgefahr Brennbare Stoffe entfernen oder wirksam schützen; betriebliche Freigabeverfahren und Brandwache beachten, wenn erforderlich.
Prozessgase Sichere Handhabung von Gasflaschen und ausreichende Lüftung; in engen Räumen können Gase Sauerstoff verdrängen.

Sofort-Stop-Kriterien: unbekannte Beschichtung, defekte Leitungen, fehlende Absaugung, unklare Brandlast, fehlende Abschirmung, ungeklärte Freigabe oder fehlende Fachaufsicht.

Fachlicher Hintergrund: Die TRGS 528 behandelt Gefahrstoffe bei schweißtechnischen Arbeiten. Die DGUV Information 209-010 beschreibt Gefährdungen des Lichtbogenschweißens, unter anderem elektrischen Strom, Lichtbogenstrahlung, thermische Energie und Gefahrstoffe.


Lerneinheit 7: Prüfung, Qualifikation und betriebliche Beauftragung

Eine Schweißerprüfung nach DIN EN ISO 9606-1 bewertet für Stahl die Handfertigkeit für definierte Bedingungen und führt zu einem bestimmten Geltungsbereich. Sie ist nicht mit einer pauschalen Erlaubnis für jedes Bauteil gleichzusetzen.

Die Schweißaufsicht organisiert und überwacht qualitätsbezogene Aufgaben. DIN EN ISO 14731 beschreibt Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Schweißkoordination. In der betrieblichen Praxis müssen Zuständigkeit und persönliche Beauftragung klar sein.

Prüfkette vor einer realen Schweißung:

Prüfschritt Frage
1 Gehört die Aufgabe zu meinem Ausbildungs- oder Arbeitsauftrag?
2 Ist das Schweißverfahren von meinem gültigen Nachweis abgedeckt?
3 Passen Nahtart, Produktform, Werkstoff, Abmessungen und Position?
4 Liegt eine gültige und passende Verfahrensvorgabe vor?
5 Bin ich betrieblich für diese Aufgabe beauftragt?
6 Ist der Arbeitsplatz sicher freigegeben?

Eine einzige ungeklärte Antwort reicht für: Stoppen, Rückfrage, keine eigenmächtige Produktionsschweißung.

Beobachtungsauftrag: Das Fronius-Video zeigt virtuelles Training für Elektrodenschweißen. Entscheide: Was kann Simulation trainieren, und was kann sie nicht ersetzen?

Feedback: Simulation kann Bewegungsabläufe und Prozessverständnis unterstützen. Sie ersetzt keine reale Gefährdungsbeurteilung, keine betriebliche Beauftragung und keine geforderte Schweißerprüfung.


Lerneinheit 8: Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben


Basis

  1. Verfahrensnummer: Ordne 111 und 141 den beiden Verfahren zu.
  2. WPS: Erkläre in einem Satz, wozu eine WPS dient.
  3. Stop-Regel: Nenne drei Gründe, bei denen Du vor dem Schweißen Rücksprache halten musst.

Begründetes Feedback: Gute Antworten trennen Verfahren, Verfahrensvorgabe und persönliche Befugnis. Wer nur „ich kann schweißen“ als Begründung nennt, hat die zentrale Unterscheidung noch nicht erfasst.


Anwendung

  1. Prüfungsbescheinigung: Du erhältst eine Prüfungsbezeichnung und einen Fertigungsauftrag. Markiere zuerst Verfahren, Nahtart, Produktform, Position und Werkstoffbezug. Entscheide dann: sicher abgedeckt, sicher nicht abgedeckt oder Rückfrage erforderlich.
  2. Arbeitsplatzfreigabe: Ein Auftrag passt technisch, aber die Absaugung ist ausgefallen. Entscheide und begründe.
  3. Verfahrenswechsel: Deine nachgewiesene Qualifikation betrifft WIG, der Auftrag verlangt Lichtbogenhandschweißen. Entscheide und begründe.

Begründetes Feedback: Eine sichere Entscheidung lautet bei Unklarheit nicht „wahrscheinlich zulässig“, sondern „Rückfrage erforderlich“. Ein technisch passender Auftrag ist ohne sicheren Arbeitsplatz trotzdem nicht freigegeben.


Transfer

  1. Produktionsauftrag: Entwickle für Deinen Ausbildungsbetrieb eine sechs Punkte lange Vorab-Prüfkarte für Schweißaufträge.
  2. Fehleranalyse: Beschreibe einen Fall, in dem eine fachlich gute Naht trotzdem unzulässig hergestellt wurde.
  3. Kommunikation: Formuliere eine kurze professionelle Rückfrage an die Schweißaufsicht, wenn der Geltungsbereich unklar ist.

Begründetes Feedback: Transfer ist gelungen, wenn Du technische Qualität, Personalkompetenz, Verfahrensvorgabe, Organisation und Arbeitsschutz zusammenführst.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aussage trifft den Kern dieses Lernkurses? (Eine Schweißaufgabe darf nur ausgeführt werden, wenn Person Auftrag Verfahren und Sicherheit zusammenpassen) (!Wer eine gute Naht schweißen kann darf jedes Verfahren einsetzen) (!Eine WPS ersetzt die persönliche Qualifikation) (!Eine Ausbildungsübung ist automatisch eine Schweißerprüfung)




Welche Ordnungsnummer steht typischerweise für Lichtbogenhandschweißen? (111) (!131) (!135) (!141)




Welche Ordnungsnummer steht typischerweise für WIG-Schweißen mit Massivzusatz? (141) (!111) (!121) (!311)




Was ist bei einem unbekannten Geltungsbereich einer Prüfungsbescheinigung richtig? (Rückfrage bei Fach- oder Schweißaufsicht) (!Selbst entscheiden wenn die Naht klein ist) (!Nur den Strom etwas reduzieren) (!Ein anderes Verfahren wählen)




Welche Aussage zur WPS ist richtig? (Sie beschreibt Vorgaben für die Ausführung einer konkreten Schweißaufgabe) (!Sie ersetzt jede Schweißerprüfung) (!Sie ist nur für Maschinenwartung vorgesehen) (!Sie gilt automatisch für jedes Bauteil)




Was ist bei ausgefallener Schweißrauchabsaugung richtig? (Arbeit nicht beginnen und sichere Bedingungen wiederherstellen lassen) (!Mit höherem Schweißstrom schneller fertig werden) (!Nur das Visier schließen) (!Den Rauch mit Druckluft wegblasen)




Welche Gefahr geht vom Lichtbogen unter anderem aus? (Intensive optische Strahlung) (!Nur sichtbarer Wasserdampf) (!Ausschließlich mechanische Schwingung) (!Nur niedrige Raumtemperatur)




Was bedeutet eine erfolgreich bestandene Schweißerprüfung am ehesten? (Eine Qualifikation innerhalb eines definierten Geltungsbereichs) (!Eine unbegrenzte Freigabe für alle Schweißverfahren) (!Eine automatische betriebliche Beauftragung für jedes Bauteil) (!Eine Befreiung von Arbeitsschutzregeln)




Wann darf eine praktische Ausbildungsübung durchgeführt werden? (Im geeigneten Ausbildungsbereich nach Freigabe und unter Fachaufsicht) (!Allein in jeder Werkstatt) (!Ohne Absaugung wenn nur kurz geschweißt wird) (!An einem Kundenbauteil ohne Auftrag)




Was ist bei einem Wechsel von WIG zu Lichtbogenhandschweißen zuerst zu prüfen? (Ob Qualifikation Auftrag und Vorgabe den neuen Prozess abdecken) (!Ob die Elektrodenfarbe ähnlich aussieht) (!Ob der Lichtbogen gleich hell ist) (!Ob die Schweißnaht kurz genug ist)





Memory

WIG Wolframelektrode
E-Hand Stabelektrode
WPS Verfahrensvorgabe
Schweißerprüfung Geltungsbereich
Schweißaufsicht Zuständigkeit
Absaugung Schweißrauch
Abschirmung Lichtbogenstrahlung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Qualifikationsnachweis persönliche Eignung
Schweißanweisung Verfahrensvorgabe
Fachaufsicht betriebliche Freigabe
Absaugung Gefahrstoffschutz
Schutzschirm Strahlungsschutz





Kreuzworträtsel

Wolfram Welche Elektrode schmilzt beim WIG-Schweißen nicht bestimmungsgemäß ab?
Elektrode Was wird beim Lichtbogenhandschweißen als umhüllter Stab geführt?
Absaugung Welche technische Maßnahme erfasst Schweißrauch möglichst an der Entstehungsstelle?
Strahlung Welche Gefährdung entsteht durch den hellen Lichtbogen für Augen und Haut?
Aufsicht Wer muss praktische Ausbildungsarbeiten fachlich begleiten?
Freigabe Was muss vor einer nicht eindeutig erlaubten Arbeit geklärt sein?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim Lichtbogenhandschweißen wird häufig die Ordnungsnummer

verwendet. Das WIG-Schweißen mit Massivzusatz wird typischerweise mit

bezeichnet. Eine schriftliche Verfahrensvorgabe heißt häufig

. Eine Schweißerprüfung gilt nur innerhalb ihres jeweiligen

. Bei unklarer Befugnis wird die Arbeit

. Schweißrauch soll mit geeigneter technischer

erfasst werden. Praktische Ausbildungsarbeiten finden nur unter fachlicher

statt. Der Lernkurs selbst verleiht keine

.




Beobachtungs- und Entscheidungsstationen


Station 1: WIG-Prozessbild

Beobachte: Brennerhaltung, Zusatzwerkstoff, Lichtbogenbereich, Handschutz.

Entscheide: Welche Merkmale kannst Du aus einem Foto beurteilen, welche nicht?

Feedback: Erkennbar sind sichtbare Prozess- und Schutzmerkmale. Nicht sicher beurteilbar sind unter anderem WPS-Konformität, Werkstoffidentität, Stromparameter, Qualifikationsnachweis und betriebliche Freigabe.


Station 2: E-Hand-Prozessbild

Beobachte: Elektrodenführung, Lichtbogen, mögliche Rauchfahne, Schutzkleidung.

Entscheide: Darf aus einem professionell aussehenden Prozessbild auf eine gültige persönliche Befugnis geschlossen werden?

Feedback: Nein. Ein Bild zeigt keine vollständige Prüfungsbescheinigung, keine WPS-Freigabe und keine betriebliche Beauftragung.


Station 3: Prozessvideo WIG

Beobachte: Welche Handbewegungen dienen der Brennerführung und welche dem Zusatzwerkstoff?

Entscheide: Darfst Du die gezeigte Technik ohne betrieblichen Auftrag praktisch nachmachen?

Feedback: Nur als freigegebene Ausbildungsübung im geeigneten Ausbildungsbereich und unter Fachaufsicht. Ein Onlinevideo ist keine Arbeitsfreigabe.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Verfahrensvergleich: Erstelle eine Bildkarte mit drei sichtbaren Unterschieden zwischen WIG und Lichtbogenhandschweißen.
  2. Gefahrenkarte: Ordne Schweißrauch, Strahlung, Hitze, Strom und Brandgefahr jeweils einer passenden Schutzmaßnahme zu.
  3. Stoppsignal: Gestalte ein Werkstattposter mit dem Satz „Unklarer Geltungsbereich = Stoppen und nachfragen“.
  4. WPS-Lesekarte: Markiere auf einer bereitgestellten betrieblichen Übungs-WPS die Angaben zu Verfahren, Werkstoff, Naht und Position.


Standard

  1. Prüfungsbescheinigung analysieren: Analysiere mit Deiner Ausbilderin eine anonymisierte Schweißer-Prüfungsbescheinigung und erkläre fünf Angaben.
  2. Bauteilentscheidung: Fotografiere oder skizziere ein Übungsbauteil und notiere, welche Informationen vor einer Schweißfreigabe fehlen könnten.
  3. Videoanalyse: Wähle eines der eingebetteten Fachvideos und protokolliere Beobachtung, mögliche Gefährdung und notwendige Rückfrage.
  4. Werkstattinterview: Befrage eine Schweißaufsichtsperson oder Ausbilderin dazu, wie im Betrieb Schweißaufträge freigegeben werden.


Schwer

  1. Freigabematrix: Entwickle eine Matrix aus Auftrag, Person, WPS und Sicherheit für drei betriebliche Beispielfälle.
  2. Grenzfallanalyse: Formuliere einen Fall, in dem eine gültige Prüfung vorhanden ist, der konkrete Auftrag aber trotzdem nicht eigenständig ausgeführt werden darf.
  3. Gefährdungsbeurteilung: Analysiere mit Fachaufsicht einen Ausbildungs-Schweißplatz hinsichtlich Rauch, Strahlung, Strom, Hitze und Brandgefahr.
  4. Qualitätskette: Erstelle ein Ablaufdiagramm von Auftragseingang über WPS und Personalprüfung bis zur Freigabe und Dokumentation.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Entscheidung unter Unsicherheit: Du erhältst einen Fertigungsauftrag mit Prozess 111, besitzt aber nur einen nachgewiesenen WIG-Geltungsbereich. Begründe Dein Vorgehen und nenne die zuständige Rückfrage.
  2. WPS und Person: Erkläre an einem Beispiel, warum eine passende WPS und eine qualifizierte Person zwei verschiedene Anforderungen sind.
  3. Sicherheitskonflikt: Der Qualifikationsbereich passt, aber die Absaugung funktioniert nicht. Begründe, warum die Aufgabe trotzdem nicht freigegeben ist.
  4. Bauteiltransfer: Vergleiche eine Kehlnaht am Blech mit einer Stumpfnaht am Rohr und erkläre, warum der eigene Geltungsbereich geprüft werden muss.
  5. Organisationsfall: Eine erfahrene Fachkraft bittet Dich, „nur schnell“ eine Reparaturnaht zu setzen. Entwickle eine professionelle Antwort, die Auftrag, Qualifikation und Freigabe berücksichtigt.
  6. Medienkritik: Erkläre, warum ein korrektes Prozessvideo Wissen vermitteln kann, aber keine persönliche Schweißbefugnis erzeugt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. WIG und Lichtbogenhandschweißen sicher unterscheidest.
  2. die Ordnungsnummern 141 und 111 zuordnen kannst.
  3. WPS, Schweißerprüfung, Geltungsbereich und betriebliche Beauftragung auseinanderhältst.
  4. bei einem konkreten Auftrag relevante Angaben aus Bauteil, Vorgabe und Qualifikationsnachweis vergleichst.
  5. eine begründete Stop- oder Rückfrageentscheidung treffen kannst.
  6. Schweißrauch, Strahlung, Hitze, Strom und Brandgefahr in Deine Entscheidung einbeziehst.
  7. erklären kannst, warum dieser Lernkurs keine Schweißerqualifikation verleiht.




Fachquellen und Medienrechte

Fachquellen, geprüft am 06.10.2026:

  1. BAuA: TRGS 528 – Schweißtechnische Arbeiten
  2. DGUV Information 209-010 – Lichtbogenschweißen
  3. DIN EN ISO 9606-1:2017-12 – Prüfung von Schweißern, Stähle
  4. DIN EN ISO 15609-1:2019-12 – Schweißanweisung für Lichtbogenschweißen
  5. DIN EN ISO 14731:2019-07 – Schweißaufsicht, Aufgaben und Verantwortung
  6. DIN EN ISO 4063:2023-07 – Prozesse und Ordnungsnummern
  7. DVS: Übersicht zur Bezeichnung und zum Geltungsbereich der Schweißerprüfung

Wikimedia-Commons-Medien:

  1. GTAW-de.svg – CC BY-SA 3.0 / GFDL.
  2. Tig Welding WP9.jpg – CC BY-SA 4.0.
  3. TIG-toorts.jpg – CC0 1.0.
  4. Shielded Metal Arc Welding.jpg – CC BY-SA 4.0.
  5. Shielded metal arc welding at TWI Ltd.jpg – CC BY-SA 4.0.
  6. SMAW weld area.svg – auf Commons als Werk der U.S. Army mit Public-Domain-Kennzeichnung geführt.
  7. Common joint types.svg – vom Rechteinhaber weltweit gemeinfrei veröffentlicht.
  8. Welded butt joint x-section.svg – CC BY-SA 3.0.
  9. Welding helmet.jpg – CC BY-SA 4.0.

YouTube-Medien:

  1. EWM: WIG Aluminium schweißen – die wichtigsten Grundlagen
  2. Lincoln Electric: TIG Welding Basics
  3. Fronius Welding: Elektroden-Schweissen Deutsch
  4. Fronius Welding: Virtual Welding – MMAW

Rechtehinweis: Die YouTube-Videos werden nur über den offiziellen YouTube-Player eingebettet. Die Rechte bleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern; eine Einbettung macht die Videos nicht automatisch zu frei lizenzierten OER. Verfügbarkeit und Einbettungsfreigabe können sich ändern. Die Commons-Medien sind entsprechend den auf den jeweiligen Dateiseiten ausgewiesenen Lizenzen zu verwenden.

Fachhinweis: Hersteller-Videos wurden wegen ihrer nachvollziehbaren Prozessdarstellung ausgewählt und mit Fachquellen abgeglichen. Produktbezogene Aussagen der Hersteller ersetzen keine Norm, WPS, Gefährdungsbeurteilung oder betriebliche Anweisung.


OERs zum Thema


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte