Urformen Gießen und Pulvermetallurgie – Gussfehler an Beispielen beurteilen
Urformen Gießen und Pulvermetallurgie – Gussfehler an Beispielen beurteilen
Einleitung
In diesem aiMOOC lernst Du zwei wichtige Wege des Urformens kennen: das Gießen aus dem flüssigen Zustand und die Pulvermetallurgie aus Metallpulver. Der Schwerpunkt liegt auf dem fachgerechten Beurteilen typischer Gussfehler: Poren, Lunker, Einschlüsse und Risse.
Der Kurs ist für die Ausbildung in Metalltechnik, Gießereitechnik, Werkstofftechnik und Fertigungstechnik aufgebaut. Du arbeitest mit realen Fehlerbildern, Werkzeugbildern, Ablaufanimationen, digitalen Fertigungssimulationen und einem konkreten Ausbildungsfall.

Beobachtungsauftrag zur Animation: Notiere die Prozessschritte, bei denen Form, Schmelze und Erstarrung die spätere Bauteilqualität beeinflussen können.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du Gießen und Pulvermetallurgie als Urformverfahren unterscheiden, typische Gussfehler anhand ihres Erscheinungsbilds einordnen, mögliche Entstehungsursachen als Hypothesen formulieren, geeignete Prüfverfahren auswählen und eine Qualitätsentscheidung nachvollziehbar begründen.
Sicherheit zuerst
Keine unbeaufsichtigten Versuche. Praktische Demonstrationen mit Schmelzen, heißen Formen, Öfen, Metallpulvern, Flammen, Schutzgasen oder heißen Werkzeugen dürfen ausschließlich fachlich angeleitet, nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung und gemäß Betriebsanweisung durchgeführt werden.
Heiße Werkstoffe und Feuer: Flüssiges Metall, Gießpfannen, Formen, Werkzeuge und Gussteile können schwere Verbrennungen verursachen. Wärmestrahlung und Metallspritzer sind zu berücksichtigen. Feuchte oder ungeeignete Werkzeuge können beim Kontakt mit Schmelze gefährlichen Metallaustrag auslösen.
Abgase und Gefahrstoffe: Beim Schmelzen, Gießen, Formen, Entformen und Nachbearbeiten können gas- und partikelförmige Gefahrstoffe, Rauch, Dämpfe und Stäube entstehen. Absaugung, Lüftung, geschlossene Verfahren und vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung richten sich nach Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung.
Brand- und Explosionsgefahr: Heiße Oberflächen, Schmelzen und Zündquellen können Brände verursachen. Feine Metallpulver oder Metallstäube können je nach Werkstoff und Korngröße brennbar oder explosionsfähig sein. Pulver darf daher nicht eigenmächtig aufgewirbelt, erhitzt oder entzündet werden.
Im Brand- oder Störungsfall: Betriebliche Alarm-, Flucht- und Löschordnung beachten. Keine improvisierten oder eigenmächtigen Löschversuche durchführen.

Arbeitsauftrag: Markiere auf einer Skizze des Arbeitsplatzes nur die Gefahrenbereiche, die Du aus dem Bild sicher ableiten kannst. Ergänze keine Vermutungen ohne Beleg.
Kurze Lerneinheiten
Lerneinheit 1: Urformen erkennen
Beim Urformen entsteht aus einem formlosen Stoff ein fester Körper mit geometrisch bestimmter Form.
Beim Gießen wird ein flüssiger Werkstoff in eine Form gebracht und erstarrt dort.
Bei der Pulvermetallurgie werden Metallpulver aufbereitet, verdichtet und meist anschließend gesintert.
| Verfahren | Ausgangszustand | Typischer Prozess |
|---|---|---|
| Gießen | flüssig | Form füllen und erstarren |
| Pulvermetallurgie | pulverförmig | Verdichten und sintern |
Merksatz: Eine gezielt eingestellte Porosität eines Sinterwerkstoffs ist nicht automatisch ein Gussfehler. Ein Fehler muss immer im Zusammenhang mit Verfahren, Zeichnung, Funktion und Qualitätsanforderung beurteilt werden.
Lerneinheit 2: Werkzeuge und Formtechnik

Bildauftrag: Ordne die sichtbaren Formwerkzeuge den Tätigkeiten Formen, Glätten, Verdichten oder Nacharbeiten zu. Formuliere bei Unsicherheit eine Prüf-Frage statt zu raten.

Kurzauftrag: Erkläre den Zusammenhang zwischen Kernkasten, Kern, Modell und Gussteil in vier kurzen Sätzen.
Lerneinheit 3: Speiser und Erstarrung
Beim Erstarren schrumpfen viele metallische Werkstoffe. Ein Speiser kann während der Erstarrung flüssiges Metall nachliefern und damit schwindungsbedingte Hohlräume vermindern.

Arbeitsauftrag: Zeige in der Grafik, welche Bauteilbereiche beim Erstarren versorgt werden müssen. Begründe, warum ein Speiser nicht einfach nur „zusätzliches Metall“ ist.
Lerneinheit 4: Poren beurteilen
Poren sind Hohlräume. Bei Gussbauteilen können sie unter anderem durch Gase oder eingeschlossene Luft entstehen. Für eine belastbare Diagnose reicht das Aussehen allein nicht immer aus.


Erkennungsorientierung: häufig eher rundlich oder glatt begrenzt.
Nicht vorschnell schließen: Ein runder Hohlraum ist ein Hinweis, aber noch kein vollständiger Ursachennachweis.
Prüfauftrag: Formuliere zwei Beobachtungen und eine offene Frage, die Du vor einer Ursachenentscheidung klären würdest.
Lerneinheit 5: Lunker beurteilen
Ein Lunker ist ein schwindungsbedingter Hohlraum, der während Abkühlung und Erstarrung entstehen kann. Kritisch sind Bereiche, in denen die Erstarrung ungünstig verläuft oder flüssiges Metall nicht ausreichend nachgespeist wird.
Erkennungsorientierung: häufig unregelmäßig, verzweigt oder in thermisch massiven Bereichen.
Arbeitsauftrag: Vergleiche einen vermuteten Lunker mit einer Pore. Nenne ein Merkmal des Fehlerbilds und ein Merkmal des Entstehungsmechanismus.
Lerneinheit 6: Einschlüsse beurteilen
Einschlüsse sind Fremdphasen oder nichtmetallische Bestandteile im oder am Gussteil. Je nach Verfahren können beispielsweise Oxide, Schlackenbestandteile oder Formstoffpartikel eine Rolle spielen.

Hinweis: Das Mikrobild zeigt einen dunklen Schlackeneinschluss in Eisen und dient als Vergleichsbild für das Erkennen einer nichtmetallischen Phase. Es ist kein Beweis für die Ursache eines konkreten Gussfehlers.
Arbeitsauftrag: Beschreibe nur das Sichtbare und trenne Beobachtung, Vermutung und Nachweis in drei Spalten.
Lerneinheit 7: Risse beurteilen
Risse sind linienförmige Trennungen im Werkstoff. Sie können während oder nach der Erstarrung entstehen. Risse sind wegen möglicher Kerbwirkung und Festigkeitsminderung besonders kritisch zu bewerten.

Arbeitsauftrag: Erkläre, warum „Riss sichtbar“ und „Rissursache bekannt“ zwei unterschiedliche Aussagen sind.
Lerneinheit 8: Simulation statt gefährlicher Versuch

Digitale Fertigungssimulationen können Füllung, Temperaturfelder oder Erstarrung sichtbar machen. Sie unterstützen die Ursachenanalyse, ersetzen aber weder die reale Qualitätsprüfung noch die fachliche Freigabe.

Sicherer Simulationsauftrag:
- Markiere im Simulationsbild den Bereich, in dem ein Fehler vorhergesagt wird.
- Vergleiche ihn mit dem realen Fehlerbild.
- Formuliere eine Hypothese zur Prozessursache.
- Nenne eine Messung oder Prüfung, mit der Du die Hypothese absichern würdest.
- Formuliere erst danach eine Prozessänderung.
Wichtig: Dieser Auftrag bleibt digital. Es wird keine Schmelze erzeugt und kein Heißversuch nachgestellt.
Lerneinheit 9: Pulvermetallurgie im Vergleich

Die Animation zeigt das Prinzip einer Pulververdichtung.

Beim Pressen entsteht ein Grünling. Erst das anschließende Sintern erzeugt durch Diffusionsvorgänge feste Bindungen zwischen den Pulverteilchen.


Vergleichsauftrag: Entscheide, ob sichtbare Porosität in einem Sinterbauteil zwingend ein Fehler ist. Begründe mit Soll-Funktion, Dichteanforderung und Verfahren.
Sicherheit Pulvermetallurgie: Feine Metallpulver und Metallstäube können brand- oder explosionsgefährlich sein. Pulver nicht aufwirbeln, nicht mit Zündquellen zusammenbringen und keine eigenen Staub- oder Brennversuche durchführen. Sinteröfen und Schutzgasprozesse dürfen nur nach betrieblicher Freigabe und fachlicher Unterweisung bedient werden.
Ausbildungsfall: Pumpengehäuse unter Qualitätsverdacht
In einem Ausbildungsbetrieb werden gegossene Aluminium-Pumpengehäuse nachbearbeitet. Bei der Qualitätsprüfung fallen vier Befunde auf.
| Probe | Befund | Deine erste Aufgabe |
|---|---|---|
| A | Nach dem Fräsen erscheinen mehrere rundliche Hohlräume mit relativ glatten Begrenzungen. | Fehlergruppe bestimmen. |
| B | In einem dickwandigen Übergangsbereich liegt ein unregelmäßiger innerer Hohlraum. | Erstarrungsbezug prüfen. |
| C | Im Schliff ist eine dunkle, nichtmetallische Fremdphase sichtbar. | Beobachtung und Ursache trennen. |
| D | An einem geometrisch eingespannten Übergang liegt eine linienförmige Trennung vor. | Kritikalität und Prüfbedarf beurteilen. |
Dein Auftrag als Auszubildende oder Auszubildender: Erstelle für jede Probe eine Kurzbeurteilung aus Fehlerart – sichtbarer Hinweis – mögliche Ursache – geeignete Prüfung – nächste sichere Maßnahme.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
| Stufe | Hilfe |
|---|---|
| Hilfe 1 | Achte zuerst auf die Form des Befunds: rundlich, unregelmäßig, fremdstoffartig oder linienförmig. |
| Hilfe 2 | Verbinde das Fehlerbild mit dem Prozess: Gas, Erstarrungsschwund, Fremdphase oder Trennung des Werkstoffs. |
| Hilfe 3 | Denke an passende Prüfwege: Sichtprüfung, Schliff, Röntgen oder CT, Ultraschall, Farbeindring- oder Magnetpulverprüfung je nach Werkstoff und Fragestellung. |
Lösungshinweis: A spricht für Poren, B für Lunker, C für Einschluss und D für Riss. Die Zuordnung ist zunächst eine fachliche Hypothese. Eine endgültige Qualitätsentscheidung braucht Bauteilanforderung und geeignete Prüfung.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basisaufgabe
Arbeitsauftrag: Ordne die vier Befunde Poren, Lunker, Einschlüsse und Risse jeweils einem typischen Erscheinungsmerkmal zu.
Begründetes Feedback: Rundliche Hohlräume passen häufig zu Poren. Unregelmäßige schwindungsbedingte Hohlräume passen zu Lunkern. Fremdphasen passen zu Einschlüssen. Linienförmige Werkstofftrennungen passen zu Rissen. Die Form ist ein Diagnosehinweis, ersetzt aber keinen Ursachen- oder Freigabenachweis.
Anwendungsaufgabe
Arbeitsauftrag: Für Probe B zeigt eine digitale Erstarrungssimulation einen thermisch spät erstarrenden Bereich genau am Hohlraum. Entscheide, ob die Lunkerhypothese stärker oder schwächer wird, und nenne einen weiteren Nachweis.
Begründetes Feedback: Die Lunkerhypothese wird stärker, weil Fehlerlage und spät erstarrender Bereich zusammenpassen. Sie wird jedoch erst belastbar, wenn weitere Informationen wie Röntgen- oder CT-Befund, Anschnitt- und Speiserkonzept, Prozessdaten und Bauteilquerschnitt einbezogen werden.
Transferaufgabe
Arbeitsauftrag: Ein Sinterlager besitzt eine definierte offene Porosität zur Schmierstoffspeicherung. Ein gegossenes Pumpengehäuse besitzt dagegen unzulässige innere Hohlräume. Erkläre, warum der Begriff „Porosität“ nicht in beiden Fällen gleich bewertet werden darf.
Begründetes Feedback: Beim Sinterlager kann Porosität eine geplante Funktion erfüllen und Teil der Spezifikation sein. Beim Gussbauteil können Hohlräume die Dichtheit oder Festigkeit beeinträchtigen. Entscheidend sind Verfahren, Sollzustand und Funktionsanforderung.
Mediengestützte Lernaufträge
Ablaufanimation Gießen

Auftrag: Stoppe gedanklich an drei Stellen: Formherstellung, Füllen, Erstarrung. Ordne jedem Schritt mindestens einen möglichen Qualitätsrisikofaktor zu.
Fertigungssimulation

Auftrag: Erstelle eine Fehlerhypothese nur aus dem Simulationsbild. Prüfe anschließend, welche zusätzliche reale Messung nötig wäre. Simulationen sind Entscheidungshilfen, keine automatische Freigabe.
Historische Prozessbeobachtung
Sicherheitsauftrag: Beobachte das historische Gießen ausschließlich analytisch. Liste Verhaltensweisen oder Bedingungen auf, die nach heutigem Arbeitsschutz einer Gefährdungsbeurteilung und geeigneten Schutzmaßnahmen bedürfen. Nicht nachstellen.
Video: Gussfehler analysieren
Arbeitsauftrag: Notiere zu drei gezeigten Fehlerarten jeweils Erscheinungsbild, mögliche Ursache und eine Prüffrage.
Video: Gussfehler vertiefen
Arbeitsauftrag: Vergleiche die Fehlerdiagnose im Video mit dem Ausbildungsfall. Übernimm nur Aussagen, die Du fachlich begründen kannst.
Video: Pulvermetallurgie
Arbeitsauftrag: Erstelle aus dem Video eine Dreierkette: Pulver – Verdichten – Sintern. Ergänze zu jedem Schritt ein Qualitätsmerkmal.
Video: Einführung Pulvermetallurgie
Arbeitsauftrag: Nenne einen Grund, warum pulvermetallurgische Porosität anders bewertet werden kann als Porosität in einem Gussgehäuse.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Zu welcher Hauptgruppe der Fertigungsverfahren gehört Gießen? (Urformen) (!Umformen) (!Trennen) (!Fügen)
Was ist ein Lunker im metallischen Guss typischerweise? (Ein schwindungsbedingter Hohlraum) (!Eine absichtlich eingebrachte Bohrung) (!Eine Oberflächenbeschichtung) (!Ein Werkzeugabdruck)
Welches Fehlerbild spricht häufig für Gasporosität? (Rundliche Hohlräume) (!Durchgehende Gewindegänge) (!Gleichmäßige Härteschicht) (!Plan geschliffene Fläche)
Was beschreibt einen Einschluss am besten? (Eine unerwünschte Fremdphase im Werkstoff) (!Eine gewünschte Formschräge) (!Eine Maßtoleranz) (!Eine Werkzeugnummer)
Welches Merkmal ist für einen Riss typisch? (Eine linienförmige Werkstofftrennung) (!Eine gleichmäßig polierte Oberfläche) (!Eine Kennzeichnungsfarbe) (!Eine bewusst erzeugte Nut)
Welche Aufgabe hat ein Speiser beim Gießen? (Er kann Erstarrungsschwund durch Nachspeisen ausgleichen) (!Er misst automatisch die Härte) (!Er entfernt jeden Einschluss) (!Er ersetzt die Form)
Welches Verfahren eignet sich zur Beurteilung innerer Hohlräume in einem Gussteil? (Röntgenprüfung) (!Nur Sichtprüfung der Verpackung) (!Farbvergleich des Typenschilds) (!Messen der Raumtemperatur)
Welche Prozessfolge passt zur klassischen Pulvermetallurgie? (Pulver bereitstellen, pressen und sintern) (!Schweißen, lackieren und polieren) (!Drehen, fräsen und kleben) (!Bohren, stanzen und löten)
Wann darf eine praktische Gießdemonstration im Ausbildungskontext durchgeführt werden? (Nur fachlich angeleitet nach Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung) (!Allein nach einem Internetvideo) (!Unbeaufsichtigt nach Unterrichtsschluss) (!Ohne Schutzmaßnahmen bei kleinen Mengen)
Wie ist ein Ergebnis aus einer Gießsimulation zu bewerten? (Als fachliche Entscheidungshilfe, die durch reale Daten abgesichert werden muss) (!Als automatische Bauteilfreigabe) (!Als Ersatz für jede Qualitätsprüfung) (!Als Beweis ohne weitere Prüfung)
Memory
| Pore | gasbedingter Hohlraum |
| Lunker | schwindungsbedingter Hohlraum |
| Einschluss | unerwünschte Fremdphase |
| Riss | linienförmige Werkstofftrennung |
| Speiser | Nachversorgung während der Erstarrung |
| Grünling | verdichtetes Pulverteil vor dem Sintern |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Porenbild | Rundlicher Hohlraum |
| Lunkerbild | Unregelmäßiger Schwindungshohlraum |
| Einschlussbild | Nichtmetallische Fremdphase |
| Rissbild | Linienförmige Trennung |
| Sinterteil | Verdichtetes und wärmebehandeltes Pulverbauteil |
Kreuzworträtsel
| Porosität | Wie heißt das Auftreten vieler kleiner Hohlräume in einem Werkstoff? |
| Lunker | Wie heißt ein schwindungsbedingter Hohlraum im Guss? |
| Einschluss | Wie heißt eine unerwünschte Fremdphase im Werkstoff? |
| Heißriss | Wie heißt ein Riss, der während der heißen Erstarrungsphase entstehen kann? |
| Speiser | Welches Gießereielement kann flüssiges Metall zum Ausgleich des Erstarrungsschwunds nachliefern? |
| Sintern | Wie heißt die Wärmebehandlung, bei der Pulverteilchen feste Bindungen aufbauen? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fehlerbild beschreiben: Wähle eines der Commons-Bilder im Kurs und beschreibe nur sichtbare Merkmale, ohne sofort eine Ursache zu behaupten.
- Gefahren erkennen: Erstelle zu einem Gießereibild eine Gefahrenkarte mit heißen Oberflächen, Spritzbereich, Verkehrsweg und möglichem Abgasbereich.
- Ablauf ordnen: Erstelle eine Bildfolge zum Gießen aus Form herstellen, Form füllen, erstarren lassen und prüfen.
- Begriffe vergleichen: Erkläre in einer Tabelle den Unterschied zwischen Pore, Lunker, Einschluss und Riss.
Standard
- Prüfplan entwickeln: Wähle für die vier Proben des Ausbildungsfalls geeignete Prüfverfahren und begründe die Auswahl.
- Simulation auswerten: Analysiere die Gießsimulation im Kurs und formuliere eine Fehlerhypothese, einen Nachweis und eine mögliche Prozessmaßnahme.
- Pulvermetallurgie vergleichen: Erstelle ein Schaubild, das kontrollierte Sinterporosität und unzulässige Guss-Porosität funktional gegenüberstellt.
- Qualitätsbericht schreiben: Verfasse eine kurze Abweichungsmeldung zu Probe B mit Beobachtung, Hypothese, Prüfbedarf und Sperrentscheidung.
Schwer
- Ursachenbaum erstellen: Entwickle einen Ursachenbaum für einen Lunker und trenne Konstruktion, Formfüllung, Speisung, Erstarrung und Prozessdaten.
- Prozessoptimierung begründen: Leite aus einer simulierten Hot-Spot-Zone zwei denkbare Prozessänderungen ab und nenne die Daten, mit denen Du ihre Wirkung prüfen würdest.
- Freigabeentscheidung treffen: Erstelle für ein sicherheitsrelevantes Gussteil Kriterien für Nacharbeit, Nachprüfung, Sperrung oder Ausschuss. Beziehe Zeichnung und Funktion ein.
- Unterweisung gestalten: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder Poster zu Gussfehlern und Arbeitssicherheit. Gefährliche Vorgänge nur anhand freier Medien, Simulationen oder fachlich freigegebener Aufnahmen darstellen. Keine unbeaufsichtigten Heiß- oder Pulverversuche durchführen.


Lernkontrolle
- Fehlerdiagnose begründen: Du siehst einen inneren Hohlraum im Röntgenbild. Beschreibe, welche zusätzlichen Informationen Du brauchst, bevor Du ihn als Pore oder Lunker bewertest.
- Simulation und Prüfung verknüpfen: Eine Simulation zeigt einen Hot Spot. Erkläre, wie Du daraus eine prüfbare Hypothese und keine voreilige Schlussfolgerung machst.
- Verfahrensvergleich: Begründe, warum Porosität in einem Sinterlager erwünscht, in einem druckdichten Gussgehäuse aber unzulässig sein kann.
- Sicherheitsentscheidung: Beurteile, warum ein praktischer Gießversuch ohne fachliche Aufsicht auch dann unzulässig ist, wenn nur eine kleine Metallmenge verwendet werden soll.
- Qualitätsentscheidung: Ein Riss ist sichtbar, das Bauteilmaß liegt aber innerhalb der Toleranz. Begründe, warum die Maßhaltigkeit allein keine Freigabe rechtfertigt.
- Ursache und Nachweis: Entwickle für einen Einschluss eine Kette aus Beobachtung, Ursachenhypothese, Prüfverfahren und möglicher Prozessmaßnahme.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis ist wichtig, dass Du die vier Fehlerarten sicher unterscheiden kannst, Beobachtung und Ursachenhypothese trennst, ein geeignetes Prüfverfahren auswählst, Simulationsergebnisse kritisch einordnest, Gießen und Pulvermetallurgie fachlich vergleichst und Arbeitsschutz in jede Prozessentscheidung einbeziehst.
Bewertet werden besonders die Begründung Deiner Entscheidung, die korrekte Verwendung der Fachbegriffe, der Bezug zu Bauteilfunktion und Qualitätsanforderung sowie ein sicherheitsgerechtes Vorgehen ohne unbeaufsichtigte Heiß-, Feuer-, Pulver- oder Staubversuche.
Fachliche Quellen
- DGUV Regel 109-608 „Branche Gießereien“: Branchenbezogene Gefährdungen und Schutzmaßnahmen für Gießereien.
- DGUV Themenfeld Gießereien: Hinweise zu feuerflüssigen Massen, Hitzearbeit, Gefahrstoffen, Brand- und Explosionsschutz sowie PSA.
- DGUV Information 209-095: Schutzmaßnahmen bei quarzhaltigem Staub in der Gießerei-Industrie.
- DGUV Arbeit & Gesundheit – Staubexplosionen vorbeugen: Grundlagen zu brennbaren Metallstäuben und Zündquellen.
- GESTIS-STAUB-EX: Datenbank zu Brenn- und Explosionskenngrößen von Stäuben.
- Wikipedia – Gießen: Überblick zum Gießen als Urformverfahren.
- Wikipedia – Gussfehler: Einordnung typischer Gussfehler.
- Wikipedia – Lunker: Entstehung schwindungsbedingter Hohlräume.
- Wikipedia – Pulvermetallurgie: Pulverherstellung, Formgebung und Sintern.
Medien- und Rechteprüfung
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| Medium | Nachgewiesener Rechtehinweis |
|---|---|
| Afgietsel proces animatie.gif | CC BY-SA 3.0 |
| Sand molding tools.jpg | CC BY-SA 4.0 |
| CoreBoxPatternCoreCasting.jpg | CC BY-SA 2.0 |
| Casting riser types.svg | CC BY-SA 3.0 und GFDL |
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| Foundry defect blowhole.jpg | Public Domain |
| MT inspection of cast piece-P6160133A.jpg | CC0 |
| Hot crack.png | CC BY-SA 4.0 |
| Casting simulation software.gif | CC BY-SA 4.0 |
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| Powder Compaction Press.jpg | CC BY-SA 4.0 |
| Compactació.jpg | CC BY-SA 3.0 |
| Mimplus - Sinterbruecken.jpg | CC BY-SA 4.0 |
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