Urformen Gießen und Pulvermetallurgie – Den sicheren Gießereiarbeitsplatz beurteilen
Einleitung
Urformen Gießen und Pulvermetallurgie – Den sicheren Gießereiarbeitsplatz beurteilen
Du lernst, einen Gießerei- und Pulvermetallurgie-Arbeitsplatz aus Sicht einer auszubildenden Fachkraft zu beurteilen. Im Mittelpunkt stehen Hitze, heiße Werkstoffe, Feuchte, Staub, Metallrauche, Abgase, Feuer, Brand- und Explosionsgefahren sowie Fachaufsicht.
Sicherheitsregel für diesen Lernkurs: Alle Fertigungssimulationen sind papierbasiert, digital oder als Beobachtungsaufgabe angelegt. Es wird hier kein Metall geschmolzen, kein Feuer entzündet, kein Pulver aufgewirbelt und kein Löschversuch durchgeführt. Praktische Demonstrationen an Öfen, Pfannen, heißen Werkstoffen oder Metallpulvern erfolgen ausschließlich nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und unter geeigneter fachlicher Aufsicht. Keine unbeaufsichtigten Versuche.

Beobachtungsauftrag: Erkenne auf dem Bild Schmelze, Gießpfanne, Bewegungsraum und mögliche thermische Gefahren. Das Bild ist kein vollständiges PSA-Muster.
Kurzauftrag: Notiere nach dem Video drei Gründe, warum eine Unterweisung vor einer gefährlichen Tätigkeit wichtiger ist als eine bloße Warnung.
Ausbildungsfall
Du bist im ersten Ausbildungsabschnitt in einer Metallgießerei. Vor Schichtbeginn soll eine kleine Serie von Sandgussteilen vorbereitet werden. Im Nachbarbereich werden pulvermetallurgische Teile hergestellt. Bei der Begehung fallen Dir folgende Punkte auf: Ein Behälter mit Einsatzmaterial wirkt außen feucht, im Formbereich liegt feiner Staub, eine Absaugung zeigt eine Störmeldung, ein Transportweg ist teilweise zugestellt, eine Gießpfanne steht zur Prüfung bereit und die ausbildende Fachkraft ist noch nicht am Arbeitsplatz.
Dein Auftrag: Beurteile, was sofort gestoppt, gemeldet oder vor Arbeitsbeginn geklärt werden muss. Du führst keine gefährliche Tätigkeit selbst aus.
| Beobachtung | Erste sichere Entscheidung | Begründung |
|---|---|---|
| Feuchtes Material im Umfeld der Schmelze | Nicht einsetzen, Bereich sichern und Fachkraft informieren | Feuchtigkeit kann beim Kontakt mit feuerflüssigem Metall zu heftigem Auswurf führen. |
| Absaugung meldet Störung | Staub- oder emissionsrelevante Tätigkeit nicht starten | Stäube, Metallrauche und Gase sollen möglichst an der Entstehungsstelle erfasst werden. |
| Transportweg teilweise blockiert | Freimachen lassen und Freigabe abwarten | Sichere Verkehrs-, Flucht- und Rettungswege sind Voraussetzung für den Betrieb. |
| Fachaufsicht noch nicht vor Ort | Gefährliche Ausbildungsarbeit nicht beginnen | Qualifikation, Unterweisung, Beauftragung und bei Jugendlichen fachkundige Aufsicht sind zu beachten. |
Kurzlerneinheiten
Urformen: Gießen und Pulvermetallurgie
Beim Gießen wird ein Werkstoff in fließfähigem Zustand in eine Form eingebracht und erstarrt dort. Bei der Pulvermetallurgie werden Metallpulver hergestellt oder bereitgestellt, dosiert, verdichtet und anschließend gesintert. Beide Verfahren erzeugen Werkstücke aus formlosem Ausgangsmaterial, aber ihre Gefährdungen unterscheiden sich deutlich.

Ablaufauftrag: Beschreibe die Animation mit den Begriffen Form, Einbringen, Formfüllung und Entformen. Bewerte anschließend, welche Schritte bei Metallguss wegen der Temperatur nicht als unbeaufsichtigte Übung geeignet sind.

Werkzeug- und Ablaufauftrag: Zeige am Bild auf Formkasten, Modellbereich und Formhohlraum. Erkläre Deinem Lernpartner, warum die Vorbereitung der Form vom eigentlichen sicheren Abguss organisatorisch getrennt betrachtet werden muss.
Hitze, heiße Werkstoffe und Wärmestrahlung
Feuerflüssige Metalle, heiße Ofenteile, Gießpfannen, Formen und gerade erstarrte Gussteile können schwere Verbrennungen verursachen. Zusätzlich belastet Wärmestrahlung den Körper. Schutz beginnt nicht mit Handschuhen, sondern mit einer sicheren Anlage, Abstand, Abschirmung, geeigneten Arbeitsabläufen und erst danach passender PSA.

Arbeitsauftrag: Markiere auf einer Skizze drei mögliche Wärmezonen: direkte Nähe zur Schmelze, Arbeitsbereich und sicherer Beobachtungsbereich. Lege keine realen Abstände fest; diese ergeben sich betrieblich aus Gefährdungsbeurteilung und Anlagenkonzept.
Feuchtigkeit: unscheinbar, aber kritisch
Wasser oder Feuchte kann beim Kontakt mit feuerflüssigem Metall schlagartig verdampfen oder weitere Reaktionen auslösen. Schon kleine Mengen können gefährlich sein. Deshalb müssen Einsatzstoffe, Werkzeuge und Arbeitsbereiche entsprechend der betrieblichen Vorgaben kontrolliert werden. Verdächtige Feuchte ist ein Stopp- und Meldegrund.
Merksatz: Heißes Metall + unkontrollierte Feuchte = keine Ausbildungsprobe, sondern Gefährdung.
Staub, Metallrauche und Abgase
In Sandformgießereien können einatembare Stäube und Quarzstaub auftreten. Beim Gießen und bei der Nachbehandlung können außerdem Metallrauche und Gase entstehen. Kohlenmonoxid ist besonders tückisch, weil es farb- und geruchlos ist. Wirksame Erfassung, Lüftung, geeignete Verfahren, Reinigung ohne unnötige Staubaufwirbelung und betriebliche Mess- oder Überwachungskonzepte sind zentrale Schutzmaßnahmen.
STOP-Prinzip: Substitution vor technischen, technischen vor organisatorischen und organisatorischen vor personenbezogenen Maßnahmen.

Beobachtungsauftrag: Benenne zwei Stellen eines Sandgussprozesses, an denen Staub entstehen kann. Formuliere jeweils eine technische oder organisatorische Schutzidee, ohne eine betriebliche Gefährdungsbeurteilung zu ersetzen.
Feuer und Brandgefahren
Heiße Oberflächen und Schmelzen können entzündbare Stoffe, Schmiermittel oder Ablagerungen entzünden. Brandlasten gehören nicht in den gefährdeten Bereich. Feuerlöscheinrichtungen, Alarmierung, Fluchtwege und das betriebliche Verhalten im Brandfall müssen festgelegt und unterwiesen sein.
Wichtig: Ein ungeeignetes Löschmittel kann bei Metallbränden oder im Bereich feuerflüssiger Metalle zusätzliche Gefahren erzeugen. Wähle deshalb niemals eigenmächtig ein Löschverfahren. Folge Alarmplan, Betriebsanweisung und Anweisung der zuständigen Fachkräfte.
Gießpfanne, Transport und Arbeitsraum
Gießpfannen tragen feuerflüssige Massen. Schäden, Verschleiß, unsichere Aufhängungen, unbeabsichtigtes Pendeln oder ungeeignete Transportwege können zu schweren Ereignissen führen. Sichtbare Mängel werden gemeldet; Prüfungen und Freigaben erfolgen nach betrieblicher Organisation durch beauftragte bzw. sachkundige Personen.

Konstruktionsauftrag: Nutze die Grafik nur zur Prozessanalyse. Erkläre, warum Gießsystem und Speiser zur Bauteilherstellung gehören, während die Sicherheitsbeurteilung zusätzlich Pfanne, Weg, Personenbereich und Notfallorganisation betrachtet.
Videoauftrag: Beobachte, welche Aufgaben eine Handhabungshilfe übernehmen kann. Nenne danach zwei Risiken, die trotz Mechanisierung weiterhin beurteilt werden müssen.
Pulvermetallurgie: Pulver ist kein harmloser Feststoff
Feines Metallpulver kann eingeatmet werden. Je nach Metall, Korngröße und Prozess kann es außerdem brennbar oder explosionsfähig sein. Deshalb dürfen Pulver nicht zu Demonstrationszwecken aufgewirbelt werden. Stoffdaten, Sicherheitsdatenblatt, Gefährdungsbeurteilung, geeignete Absaugung und Explosionsschutzkonzept bestimmen die sichere Handhabung.

Vergleichsauftrag: Beschreibe nur sichtbare Unterschiede zwischen den beiden Pulverabbildungen. Leite daraus keine Aussage zur Explosionsfähigkeit ab; diese muss stoff- und prozessbezogen ermittelt werden.

Ablaufauftrag: Ordne die Prozessidee Schmelze – Zerteilung in Tropfen – Erstarrung – Pulver zu. Die Grafik dient nur der Verfahrensübersicht und ist keine Anleitung zum Nachbauen.

Mikrostrukturauftrag: Erkläre, warum Partikelgestalt und Oberfläche die Verarbeitung beeinflussen können. Trenne dabei Qualitätsfragen konsequent von Sicherheitskenngrößen.
Fachaufsicht, Unterweisung und Freigabe
Vor dem Einsatz von Arbeitsmitteln und vor gefährlichen Tätigkeiten müssen Unterweisung, betriebliche Anweisungen und Zuständigkeiten geklärt sein. Bei minderjährigen Auszubildenden dürfen bestimmte gefährliche Arbeiten nur im Rahmen des Ausbildungsziels und unter den gesetzlichen Schutzvoraussetzungen ausgeführt werden; dazu gehört bei den einschlägigen Tätigkeiten die Aufsicht eines Fachkundigen.
Ausbildungsregel: Wenn Du Auftrag, Freigabe, Schutzmaßnahme oder Aufsicht nicht eindeutig verstehst, beginnst Du nicht und fragst nach.
Sichere Fertigungssimulationen
Simulation A: Arbeitsplatz-Ampel
Du erhältst nur Karten oder eine digitale Darstellung. Es gibt keine heiße Anlage und kein reales Pulver.
| Situation | Deine Entscheidung | Begründetes Feedback |
|---|---|---|
| Trockener, freier Transportweg; Prüfung der Pfanne dokumentiert; Fachkraft anwesend | Grün: weitere Freigabepunkte prüfen | Einzelne sichere Merkmale ersetzen nicht die vollständige Arbeitsfreigabe. |
| Feuchte Anhaftung an einem Einsatzstoff | Rot: Stopp und melden | Unkontrollierte Feuchte kann beim Kontakt mit Schmelze zu gefährlichem Auswurf führen. |
| Staubabsaugung ausgefallen | Rot: staubrelevante Tätigkeit nicht beginnen | Eine vorgesehene technische Schutzmaßnahme ist nicht wirksam. |
| Unklare Betriebsanweisung | Gelb: nachfragen und klären | Unklare Anweisungen dürfen nicht durch eigene Annahmen ersetzt werden. |
| Offener Pulverbehälter neben möglicher Zündquelle | Rot: Bereich nicht eigenmächtig verändern, melden | Metallpulver können je nach Stoff und Feinheit Brand- oder Explosionsgefahren besitzen. |
Simulation B: Prozesskette beurteilen
Arbeitsauftrag: Lege fünf Karten in eine sichere Entscheidungslogik: Auftrag verstehen, Gefährdungen prüfen, Schutzmaßnahmen/Freigabe prüfen, Tätigkeit fachlich begleitet durchführen, Abweichung melden und stoppen. Die Simulation endet vor jeder realen Gefährdung.
Feedback: Eine gute Reihenfolge zeigt, dass Produktion erst nach Beurteilung und Freigabe beginnt. Sicherheit ist kein letzter Kontrollpunkt, sondern Teil des gesamten Prozesses.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Erkennen
Frage Dich: Was ist heiß, feucht, staubig, brennbar, gasförmig, bewegt oder unklar?
Hilfe 2 – Ordnen
Ordne die Beobachtung einer Gefährdungsgruppe zu: thermisch, chemisch, Brand/Explosion, mechanisch oder organisatorisch.
Hilfe 3 – Entscheiden
Nutze das STOP-Prinzip und die Grundentscheidung: sicher freigegeben – klären – stoppen und melden.
Hilfe 4 – Begründen
Eine gute Begründung nennt Gefahr + mögliche Folge + passende Schutzebene. Beispiel: „Absaugung gestört – Staubexposition möglich – Tätigkeit stoppen, technische Schutzfunktion wiederherstellen und Freigabe abwarten.“
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basis
- Gefährdungen erkennen: Ordne Hitze, Feuchte, Staub, Kohlenmonoxid, Feuer und fehlende Aufsicht jeweils einer Gefährdungsart zu. Feedbackkriterium: Die Zuordnung ist gut, wenn Du die mögliche Wirkung auf Menschen oder Prozess mitnennst.
- STOP-Prinzip: Formuliere zu „Staub entsteht beim Auspacken“ je eine technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahme. Feedbackkriterium: Technische Erfassung muss gegenüber reiner PSA bevorzugt gedacht werden.
Anwendung
- Arbeitsplatzcheck: Bewerte den Ausbildungsfall mit den Kategorien „freigabefähig“, „klärungsbedürftig“ und „Stopp“. Feedbackkriterium: Feuchte, gestörte Absaugung und fehlende Freigabe dürfen nicht verharmlost werden.
- Gießpfanne: Entwickle eine Beobachtungscheckliste für den sicheren Transportbereich, ohne Prüfhandlungen an der Pfanne selbst vorzunehmen. Feedbackkriterium: Gute Checklisten trennen sichtbare Umfeldkontrolle von sachkundiger technischer Prüfung.
Transfer
- Pulvermetallurgie: Übertrage das STOP-Prinzip auf einen Arbeitsplatz mit feinem Metallpulver und möglicher Zündquelle. Feedbackkriterium: Eine gute Lösung berücksichtigt Stoffeigenschaften, Erfassung, Zündquellenkontrolle und Organisation.
- Ausbildungsorganisation: Begründe, warum ein Zeitdruck-Auftrag niemals eine fehlende Unterweisung oder Fachaufsicht ersetzt. Feedbackkriterium: Produktionstermin und Arbeitsschutz werden nicht gegeneinander aufgerechnet.
Medien- und Quellencheck
Die Medien wurden vor Einbau auf auffindbare Quelle und Rechtehinweis geprüft. Commons-Dateien werden über ihre Originaldateinamen eingebunden.
Die eingebetteten YouTube-Videos werden nicht kopiert, sondern über die YouTube-Einbettung wiedergegeben. Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern. Vor einer dauerhaften schulischen Nutzung sollte die aktuelle Verfügbarkeit und Einbettbarkeit erneut geprüft werden.
Geprüfte Fachquellen
- DGUV Regel 109-608 „Branche Gießereien“: branchenspezifische Gefährdungen und Schutzmaßnahmen.
- DGUV FBHM-144 „Umgang und Transport mit Pfannen“, 08/2026: aktuelle Hinweise zu Pfannensicherheit und Transport.
- DGUV Information 209-095: quarzhaltiger Staub in der Gießerei.
- BAuA TRGS 559: quarzhaltiger Staub.
- BAuA TRGS 900: Arbeitsplatzgrenzwerte.
- Gefahrstoffverordnung, Anhang I: ergänzende Schutzmaßnahmen bei Staubexposition.
- Arbeitsschutzgesetz § 5: Gefährdungsbeurteilung.
- Arbeitsschutzgesetz § 12: Unterweisung.
- Jugendarbeitsschutzgesetz § 22: gefährliche Arbeiten und fachkundige Aufsicht in der Ausbildung.
- DGUV Arbeit & Gesundheit „Staubexplosionen vorbeugen“: Brand- und Explosionsgefahren feiner Stäube.
Webprüfung der verlinkten Fachquellen und Medien: Oktober 2026.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist bei verdächtig feuchtem Einsatzmaterial im Umfeld einer Metallschmelze richtig? (Tätigkeit stoppen und die zuständige Fachkraft informieren) (!Material schnell in den Ofen geben) (!Feuchte mit der Hand prüfen) (!Mit heißem Metall einen Test durchführen)
Warum ist Kohlenmonoxid in Gießereien besonders kritisch? (Es kann farb- und geruchlos auftreten) (!Es ist immer sichtbar) (!Es riecht stark nach Metall) (!Es entsteht nur im Freien)
Welche Maßnahme steht beim STOP-Prinzip vor persönlicher Schutzausrüstung? (Technische Schutzmaßnahmen) (!Private Arbeitskleidung) (!Eigenes Erfahrungswissen) (!Schnelleres Arbeiten)
Was gilt bei einer gestörten Staubabsaugung vor einer staubrelevanten Tätigkeit? (Tätigkeit nicht beginnen und Störung klären lassen) (!Tätigkeit schneller durchführen) (!Staub mit Druckluft verteilen) (!Absaugung ignorieren)
Was ist eine sichere Lernsimulation in diesem Kurs? (Eine digitale Arbeitsplatzbeurteilung ohne reale Hitze oder Pulverfreisetzung) (!Metall unbeaufsichtigt schmelzen) (!Metallpulver in die Luft blasen) (!Einen Metallbrand probeweise entzünden)
Wozu dient Fachaufsicht in gefährlichen Ausbildungssituationen? (Sie stellt fachlich geeignete Begleitung und Schutz sicher) (!Sie ersetzt jede Gefährdungsbeurteilung) (!Sie macht PSA überflüssig) (!Sie erlaubt unbeaufsichtigte Versuche)
Welche Gefahr kann von feinem Metallpulver ausgehen? (Je nach Stoff und Feinheit kann Brand- oder Explosionsgefahr bestehen) (!Metallpulver ist grundsätzlich nicht brennbar) (!Pulver kann nie eingeatmet werden) (!Korngröße hat keine Bedeutung)
Was gehört zu einer sicheren Beurteilung eines Gießpfannentransports? (Freie Wege, geeignete Freigaben und sichere Organisation) (!Nur die Farbe der Pfanne) (!Nur die Geschwindigkeit der Produktion) (!Nur die Stückzahl des Auftrags)
Wie ist ein unbekanntes Löschverfahren bei einem Metallbrand zu behandeln? (Nicht eigenmächtig anwenden, sondern Alarmplan und Anweisungen befolgen) (!Immer Wasser verwenden) (!Zuerst selbst experimentieren) (!Zündquelle suchen und anfassen)
Was ist bei einer unklaren Betriebsanweisung die richtige Reaktion? (Nachfragen und vor Arbeitsbeginn Klarheit herstellen) (!Eigene Regeln erfinden) (!Trotzdem starten) (!Die Schutzmaßnahme weglassen)
Memory
| Feuchtigkeit | möglicher Auswurf feuerflüssiger Masse |
| Kohlenmonoxid | farb- und geruchloses Gefahrgas |
| Quarzstaub | alveolengängige Belastung in Sandbereichen |
| Fachaufsicht | qualifizierte Begleitung gefährlicher Ausbildungsarbeit |
| Absaugung | technische Erfassung an der Entstehungsstelle |
| Gießpfanne | Behälter für feuerflüssige Masse |
| Metallpulver | mögliche Brand- und Explosionsgefährdung |
| Wärmestrahlung | thermische Belastung ohne Berührung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Sichere Reaktion |
|---|---|
| feuchtes Einsatzmaterial | stoppen und melden |
| gestörte Absaugung | Tätigkeit nicht starten |
| unklare Betriebsanweisung | Fachkraft fragen |
| blockierter Transportweg | vor Freigabe beseitigen lassen |
| offenes Metallpulver nahe Zündquelle | Bereich sichern und zuständige Person informieren |
| fehlende Fachaufsicht bei gefährlicher Ausbildungsarbeit | Arbeitsbeginn verschieben |
Kreuzworträtsel
| Feuchte | Was kann beim Kontakt mit Schmelze einen gefährlichen Auswurf begünstigen? |
| Absaugung | Welche technische Einrichtung erfasst Staub oder Rauch möglichst an der Entstehungsstelle? |
| Giesspfanne | Wie heißt der Behälter zum Transport feuerflüssiger Masse? |
| Kohlenmonoxid | Welches farb- und geruchlose Gas kann in Gießereien auftreten? |
| Unterweisung | Wie heißt die arbeitsplatzbezogene Vermittlung von Gefahren und Schutzmaßnahmen? |
| Quarzstaub | Welcher Staub ist besonders für Sandformgießereien relevant? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Gefahrenfoto analysieren: Wähle eines der Commons-Bilder aus dem Kurs und kennzeichne fünf sichtbare Prozessmerkmale. Trenne Beobachtung und Vermutung.
- Sicherheitswortschatz: Erstelle zwölf Karteikarten zu Hitze, Feuchte, Staub, Abgas, Brand, Gießpfanne, Unterweisung und Fachaufsicht.
- STOP-Prinzip visualisieren: Gestalte ein A4-Schaubild mit je einem Gießerei-Beispiel für jede Schutzebene.
- Meldeformulierung: Formuliere drei kurze professionelle Sätze, mit denen Du Feuchte, Absaugstörung oder blockierten Verkehrsweg an die Fachkraft meldest.
Standard
- Arbeitsplatzbegehung als Simulation: Erstelle mit Papierkarten einen Gießereiarbeitsplatz und lasse eine zweite Person Gefahren erkennen. Verwende keine realen heißen Stoffe oder Pulver.
- Gießprozess erklären: Produziere ein zweiminütiges Erklärvideo mit Zeichnungen zum sicheren Entscheidungsablauf vor einem Abguss. Zeige keine praktische Schmelzarbeit.
- Pulvermetallurgie vergleichen: Erstelle eine Tabelle mit Prozessschritt, Qualitätsziel, möglicher Gefährdung und geeigneter Schutzebene.
- Quellenprüfung: Vergleiche eine DGUV-Quelle mit einer frei gewählten Internetquelle. Bewerte Autorität, Aktualität, Belegbarkeit und Nutzbarkeit für eine Unterweisung.
Schwer
- Gefährdungsbeurteilung entwerfen: Entwickle für den Ausbildungsfall eine vereinfachte Gefährdungsmatrix mit Gefahr, Folge, Schutzmaßnahme, Verantwortlichkeit und Freigabepunkt.
- Störfallkommunikation: Entwirf ein Rollenspiel für „Absaugung fällt aus, Auftrag ist eilig“. Zeige, wie Produktionsdruck sicher zurückgewiesen und eskaliert wird.
- Ausbildungskonzept: Plane eine 15-minütige praktische Demonstration durch eine fachkundige ausbildende Person. Beschreibe nur Organisation, Lernziele, Sperrbereich, Unterweisung und Beobachtungsaufträge, keine gefährlichen Handgriffe.
- Transferprojekt: Vergleiche Gießerei und Pulvermetallurgie hinsichtlich Hitze, Staub, Brand, Explosion, Gasen und Aufsicht. Begründe, welche Schutzprinzipien gleich bleiben und welche prozessspezifisch sind.


Lernkontrolle
- Fallentscheidung Feuchte: Ein Auftrag ist fertig vorbereitet, aber ein Einsatzstoff wirkt feucht. Begründe die sichere Entscheidung, nenne die betroffenen Schutzebenen und erkläre, warum Zeitdruck daran nichts ändert.
- Fallentscheidung Abgas: In einem Bereich klagt eine Person über Kopfschmerzen und eine Gaswarnung ist unklar. Beschreibe, welche organisatorischen Prinzipien für Alarmierung, Bereichssicherung und fachliche Klärung gelten, ohne selbst Messungen zu improvisieren.
- Fallentscheidung Staub: Eine Reinigung würde viel Staub aufwirbeln. Entwickle eine sicherere Vorgehenslogik auf Basis des STOP-Prinzips und begründe die Reihenfolge.
- Fallentscheidung Pulver: Ein unbekanntes Metallpulver soll umgefüllt werden. Leite ab, welche Informationen vorab benötigt werden und warum die Optik des Pulvers keine ausreichende Gefahrenbewertung erlaubt.
- Fallentscheidung Fachaufsicht: Eine auszubildende Person soll eine neue gefährliche Tätigkeit „schon einmal ausprobieren“, weil die Fachkraft verspätet ist. Beurteile die Situation arbeitsorganisatorisch und rechtlich.
- Transfer Schutzkonzept: Übertrage die Sicherheitslogik des Gießereiarbeitsplatzes auf einen Wärmebehandlungs- oder Schweißarbeitsplatz. Zeige Gemeinsamkeiten und Grenzen der Übertragung.
Lernnachweis
Für einen erfolgreichen Lernnachweis zeigst Du, dass Du Gefährdungen nicht nur benennen, sondern begründet beurteilen kannst.
- Gefährdungsbeurteilung: Du erkennst Hitze, Feuchte, Staub, Gase, Feuer, Explosion, mechanische Risiken und organisatorische Mängel.
- Schutzmaßnahmen: Du wendest das STOP-Prinzip in sinnvoller Reihenfolge an.
- Gießereisicherheit: Du erklärst, warum feuerflüssige Massen, Feuchtigkeit und Pfannentransport besondere Schutzorganisation erfordern.
- Pulvermetallurgie: Du unterscheidest Gesundheits-, Brand- und Explosionsgefährdungen feiner Metallpulver.
- Unterweisung und Aufsicht: Du begründest, wann Du stoppen, nachfragen und fachliche Begleitung einfordern musst.
- Transfer: Du kannst ein unbekanntes Arbeitsszenario strukturiert beurteilen, ohne gefährliche Eigenversuche vorzuschlagen.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
NEWSLernweltNOAH fragen