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Universität Freiburg - Baden-Württemberg

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Universität Freiburg - Baden-Württemberg



Universität Freiburg - Baden-Württemberg

Die Universität Freiburg – offiziell Albert-Ludwigs-Universität Freiburg – ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität in Freiburg im Breisgau im Bundesland Baden-Württemberg. Sie verbindet eine mehr als 550-jährige Geschichte mit moderner Forschung, einem breiten Studienangebot und einem akademischen Leben, das eng mit der Stadt und der Oberrheinregion verflochten ist. Dieser aiMOOC richtet sich an Lernende der gymnasialen Oberstufe und an Studieninteressierte sowie Studierende. Du lernst nicht nur Fakten über die Universität kennen, sondern untersuchst auch, wie Studium, Forschung, Wissenschaftskultur und gesellschaftliche Verantwortung zusammenhängen.


Einleitung

Eine Universität ist mehr als ein Ort, an dem Vorlesungen stattfinden. Sie ist zugleich Bildungsinstitution, Forschungsorganisation, Arbeitsplatz, öffentlicher Diskussionsraum und Teil gesellschaftlicher Entwicklungen. An der Universität Freiburg lässt sich diese Vielschichtigkeit besonders gut beobachten: Mittelalterliche Gründungsgeschichte, Humanismus, moderne Naturwissenschaften, Medizin, Geistes- und Sozialwissenschaften, Ingenieurwissenschaften sowie aktuelle Forschung zu biologischen Signalsystemen oder zur Zukunft von Wäldern gehören zu ein und derselben Institution.

Die Universität wurde 1457 gegründet und nahm 1460 ihren Lehrbetrieb auf. Heute studieren dort rund 24.500 Menschen. Die Universität umfasst elf Fakultäten und mehr als 240 Studiengänge. Damit reicht das Spektrum von Theologie, Rechtswissenschaft, Medizin und Philosophie über Biologie, Chemie, Physik und Mathematik bis zu Informatik, Mikrosystemtechnik, Nachhaltigkeit, Wirtschaftswissenschaft und Umweltwissenschaften. Diese Zahlen und Angaben entsprechen dem Informationsstand vom August 2026.

Für Dich ist die Universität Freiburg deshalb ein geeignetes Beispiel, um zentrale Fragen des wissenschaftlichen Lebens zu untersuchen: Wie entsteht Wissen? Wie unterscheidet sich ein Studium vom schulischen Lernen? Warum arbeiten verschiedene Disziplinen zusammen? Welche Verantwortung haben Hochschulen gegenüber der Gesellschaft? Und wie verändert eine Universität die Stadt, in der sie liegt?


Universität im Profil

Die Universität Freiburg ist eine staatliche Universität des Landes Baden-Württemberg. Ihre offizielle Bezeichnung Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erinnert an zwei historische Persönlichkeiten: an Albrecht VI. von Österreich, der die Universität 1457 stiftete, und an Großherzog Ludwig I. von Baden, der im frühen 19. Jahrhundert ihren Fortbestand sicherte. Seit 1820 trägt die Hochschule ihren Doppelnamen.

Als klassische Volluniversität vereint Freiburg viele Wissenschaftsbereiche. Zu den elf Fakultäten gehören die Theologische Fakultät, die Rechtswissenschaftliche Fakultät, die Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaftliche Fakultät, die Medizinische Fakultät, die Philologische Fakultät, die Philosophische Fakultät, die Fakultät für Mathematik und Physik, die Fakultät für Chemie und Pharmazie, die Fakultät für Biologie, die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen sowie die Technische Fakultät.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Forschung immer innerhalb fester Fachgrenzen bleibt. Viele aktuelle Fragestellungen lassen sich nur interdisziplinär bearbeiten. Klimawandel, künstliche Intelligenz, Gesundheit, Biodiversität, gesellschaftliche Transformation oder nachhaltige Technik verbinden beispielsweise naturwissenschaftliche, technische, medizinische, wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Perspektiven.

Das Universitätssiegel verweist auf die lange Geschichte der Hochschule. Solche Symbole erfüllen nicht nur repräsentative Funktionen. Sie zeigen auch, wie Universitäten ihre Tradition deuten und nach außen darstellen.


Von 1457 zur modernen Forschungsuniversität

Die Geschichte begann mit dem Stiftungsbrief Albrechts VI. von Österreich vom 21. September 1457. Freiburg gehörte damals zu Vorderösterreich. Drei Jahre später, 1460, begann der Lehrbetrieb. Im ersten Semester waren nach Angaben der Universität 215 Studenten eingeschrieben. Wie an mittelalterlichen Universitäten üblich, gab es eine Artistenfakultät als Grundstudium sowie die höheren Fakultäten für Theologie, Medizin und Recht.

Die heutige Alte Universität erinnert an verschiedene Phasen dieser Entwicklung. Im Laufe der Jahrhunderte veränderten sich Lehrinhalte, Unterrichtssprache, staatlicher Einfluss und wissenschaftliche Methoden erheblich. Im 18. Jahrhundert wurden im Zuge von Bildungsreformen stärker praxisbezogene Fächer eingeführt. Experimente und der Vergleich unterschiedlicher Forschungsmeinungen gewannen an Bedeutung; Deutsch ersetzte zunehmend Latein als Unterrichtssprache.

Eine besondere Verbindung zwischen Freiburg und der europäischen Wissensgeschichte zeigt der Kartograf Martin Waldseemüller. Er hatte in Freiburg studiert. Auf seiner Weltkarte von 1507 erschien der Name America für den neu beschriebenen Kontinent. Das Beispiel macht deutlich, wie geographisches Wissen, Buchdruck, Reisen, gelehrte Netzwerke und die europäische Expansion der Frühen Neuzeit miteinander verbunden waren.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Universität weiter. Großherzog Ludwig I. von Baden garantierte 1818 ihren Fortbestand; 1820 wurde der Doppelname Albert-Ludwigs-Universität eingeführt. Im Umfeld des Vormärz beteiligten sich Freiburger Professoren an politischen Debatten über Verfassung, Pressefreiheit und Liberalismus.

Um 1900 wuchs die Universität stark. Im Jahr 1900 ließ Freiburg als erste Universität in Deutschland Frauen zum regulären Studium zu. Johanna Kappes und weitere Studentinnen konnten sich nach vorausgegangenen Auseinandersetzungen für das Medizinstudium einschreiben. Der Schritt zeigt, dass Hochschulen gesellschaftliche Ungleichheiten sowohl reproduzieren als auch verändern können.

Seit den 1880er Jahren entwickelte sich Freiburg immer stärker zu einer Forschungsuniversität. Neue Institute, Laboratorien und Kliniken entstanden. 1911 wurde das heutige Kollegiengebäude I bezogen.


Wissenschaft, Diktatur und Erinnerung

Die Universitätsgeschichte enthält nicht nur Erfolge. Sie ist auch mit politischer Anpassung, Ausgrenzung und Verfolgung verbunden. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 unterstützten große Teile der Professorenschaft und der Studierendenschaft das neue Regime oder passten sich ihm an. Jüdische und politisch unerwünschte Hochschullehrende wurden aus ihren Ämtern gedrängt. Nach Angaben der Universität waren bis 1937 insgesamt 55 jüdische Dozierende entlassen worden. Jüdische Studierende wurden zunehmend ausgegrenzt und mussten nach den Novemberpogromen 1938 die Universität verlassen.

Der Philosoph Martin Heidegger wurde 1933 Rektor und trat im selben Jahr in die NSDAP ein. Sein Rektorat und das Verhältnis zwischen seiner Philosophie und seiner politischen Haltung sind bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Zugleich existierten auch oppositionelle Gruppen, darunter der sogenannte Freiburger Kreis.

Diese Geschichte ist für das Verständnis von Wissenschaft wichtig: Forschung und Lehre finden nie vollständig außerhalb gesellschaftlicher Machtverhältnisse statt. Wissenschaftliche Freiheit, Menschenwürde, Transparenz, Kritikfähigkeit und institutionelle Verantwortung müssen deshalb aktiv geschützt werden. Die Universität Freiburg setzt sich heute in ihrer Erinnerungskultur mit ihrer Rolle im Nationalsozialismus und mit kolonialen Verflechtungen auseinander.

Der Satz „Die Wahrheit wird euch frei machen“ ist mit der Universität verbunden. Für eine moderne Wissenschaftskultur kann er als Anlass dienen, über die Bedeutung von Wahrheit, überprüfbaren Belegen, Kritik und Verantwortung nachzudenken.


Wiederaufbau, Wachstum und neue Fächer

Beim Luftangriff auf Freiburg am 27. November 1944 wurden große Teile der Universität zerstört. Ab Herbst 1945 begann der Lehrbetrieb schrittweise erneut. 1949 wurde ein Studium generale eingerichtet, das fächerübergreifende Bildung und staatsbürgerliche Orientierung fördern sollte.

In den folgenden Jahrzehnten stiegen die Studierendenzahlen stark. Neue Gebäude, Institute und Studienangebote entstanden. Die Universität entwickelte sich zu einer großen Forschungs- und Bildungsinstitution. 1995 wurde die damalige Fakultät für Angewandte Wissenschaften gegründet, aus der die heutige Technische Fakultät hervorging. Damit erhielten Informatik, Mikrosystemtechnik und später nachhaltige technische Systeme einen deutlich stärkeren Platz im Freiburger Fächerspektrum.

Der technische Campus im Freiburger Westen zeigt, dass eine Universität räumlich nicht aus einem einzigen Campus bestehen muss. In Freiburg verteilen sich universitäre Einrichtungen auf mehrere Teile der Stadt: die historischen Kollegiengebäude in der Innenstadt, das Institutsviertel, medizinische Einrichtungen, den Campus der Technischen Fakultät und weitere Standorte.


Studium in Freiburg

Ein Studium unterscheidet sich in mehreren Punkten vom schulischen Lernen. Du übernimmst deutlich mehr Verantwortung für die Planung Deines Lernens. Studienordnungen, Module, Prüfungsleistungen, Wahlbereiche und Fristen geben zwar einen Rahmen vor, aber innerhalb dieses Rahmens musst Du viele Entscheidungen selbst treffen.

Bachelor- und Masterstudiengänge sind in der Regel modular aufgebaut. Häufig werden Studienleistungen mit ECTS-Punkten beschrieben, die den vorgesehenen Arbeitsaufwand abbilden. Daneben gibt es Studiengänge mit Staatsexamen, beispielsweise in Medizin und Rechtswissenschaft. Für das Lehramt gelten wiederum eigene Studienstrukturen. Nach einem geeigneten Hochschulabschluss kann eine Promotion folgen.

Die Universität Freiburg bietet mehr als 240 Studiengänge an. Diese Zahl bedeutet nicht, dass Du Dich nur zwischen einzelnen Schulfächern entscheidest. Viele Studienangebote verbinden Disziplinen miteinander. Ein Beispiel ist der englischsprachige Bachelor Liberal Arts and Sciences am University College Freiburg, der bewusst fachübergreifend angelegt ist.


Lehr- und Lernformen

An der Universität begegnen Dir unterschiedliche Lehrformen. Eine Vorlesung kann einen systematischen Überblick über ein Fachgebiet vermitteln. In einem Seminar steht häufig die intensive Auseinandersetzung mit Texten, Quellen, Methoden und Argumenten im Mittelpunkt. Eine Übung dient der Anwendung und Vertiefung. In Laborpraktika, Feldkursen, klinischen Lehrformaten oder technischen Projekten wird Wissen praktisch erprobt. Nicht jedes Fach nutzt alle diese Formen.

Besonders wichtig ist das Selbststudium. Dazu gehören das Lesen wissenschaftlicher Literatur, die Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen, das Lösen von Aufgaben, das Schreiben eigener Texte, die Vorbereitung von Referaten und Prüfungen sowie die Arbeit in Lerngruppen. Erfolgreiches Studieren bedeutet deshalb nicht nur, viele Informationen zu kennen, sondern auch, Fragen zu entwickeln, Quellen zu bewerten und eigene Argumente nachvollziehbar zu begründen.

Das Video zu Übungen ist Teil digitaler Selbstlernangebote für Studienanfänger*innen. Es zeigt beispielhaft, dass Hochschulen Lernkompetenzen selbst zum Gegenstand von Lehre machen.


Wissenschaftliches Arbeiten

Wissenschaftliches Arbeiten verlangt mehr als eine überzeugende Meinung. Aussagen sollen auf nachvollziehbaren Quellen, Daten oder methodisch begründeten Interpretationen beruhen. Du musst deutlich unterscheiden, was eine Quelle behauptet, was Du daraus schließt und welche Unsicherheiten bestehen.

Dazu gehören korrektes Zitieren, der transparente Umgang mit Daten, die Beachtung von Urheberrechten, die kritische Prüfung von Literatur und die Kennzeichnung eigener sowie fremder Beiträge. Je nach Fach unterscheiden sich Methoden stark: Historiker*innen analysieren beispielsweise Quellen, Physiker*innen führen Experimente durch, Psycholog*innen arbeiten mit empirischen Studien, Informatiker*innen entwickeln und prüfen Algorithmen, und Literaturwissenschaftler*innen interpretieren Texte mit fachlich begründeten Verfahren.

Wissenschaft lebt außerdem davon, dass Ergebnisse kritisiert, überprüft und weiterentwickelt werden können. Eine gute Forschungsfrage ist daher oft wertvoller als eine vorschnelle Antwort.


Universitätsbibliothek und Lernorte

Die Universitätsbibliothek Freiburg ist ein zentraler Lern- und Informationsort. Hinzu kommen zahlreiche Fachbibliotheken. Bibliotheken stellen nicht nur Bücher bereit, sondern ermöglichen den Zugang zu wissenschaftlichen Zeitschriften, Datenbanken und digitalen Medien. Für Studierende sind sie zugleich Arbeitsorte für konzentriertes Lesen, Schreiben und Recherchieren.

Die heutige Universitätsbibliothek wurde 2015 in ihrem neuen Gebäude eröffnet. Ihre moderne Architektur steht direkt gegenüber historischen Universitätsbauten. Dadurch wird räumlich sichtbar, wie eng Tradition und Gegenwart an der Universität Freiburg nebeneinanderliegen.


Akademisches Leben außerhalb von Lehrveranstaltungen

Akademisches Leben besteht nicht nur aus Prüfungen. Fachschaften, studentische Initiativen, Hochschulgruppen, kulturelle Veranstaltungen, Hochschulsport, öffentliche Vorträge, Forschungsseminare und politische Debatten prägen das universitäre Umfeld. Auch Mensen und Cafeterien sind wichtige soziale Orte.

Studierende können sich in Gremien und studentischen Vertretungen engagieren. Dabei geht es beispielsweise um Studienbedingungen, Lehrqualität, Nachhaltigkeit, gesellschaftspolitische Themen oder Interessen einzelner Fachbereiche. Universität wird auf diese Weise zu einem Raum, in dem wissenschaftliche und demokratische Kompetenzen miteinander verbunden sein können.

Der Platz der Universität und die umliegenden Kollegiengebäude liegen unmittelbar in der Freiburger Innenstadt. Anders als bei einem abgeschlossenen Campus sind Stadt und Universität hier stark miteinander verflochten.


Forschung

Forschung ist neben der Lehre eine Kernaufgabe der Universität. Sie soll neues Wissen erzeugen, bestehende Erklärungen überprüfen und neue Methoden oder Anwendungen entwickeln. Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung stehen dabei nicht zwangsläufig im Gegensatz. Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung können später technische oder medizinische Anwendungen ermöglichen; umgekehrt können praktische Probleme neue Grundlagenfragen hervorbringen.

In Freiburg reicht die Forschung von Philosophie, Geschichte, Sprachen und Recht über Wirtschaft, Psychologie und Sozialwissenschaften bis zu Biologie, Chemie, Physik, Medizin, Informatik und Ingenieurwissenschaften. Eine besondere Rolle spielen interdisziplinäre Verbünde.


Exzellenzcluster CIBSS und Future Forests

Im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern werden besonders leistungsfähige Forschungsverbünde als Exzellenzcluster gefördert. Stand August 2026 besitzt die Universität Freiburg zwei geförderte Exzellenzcluster.

CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies untersucht biologische Signalprozesse. Solche Signale steuern unter anderem, wie Zellen miteinander kommunizieren, wie Organismen auf ihre Umwelt reagieren oder wie biologische Systeme auf Störungen antworten. Das Forschungsfeld verbindet beispielsweise Zellbiologie, Molekularbiologie, Medizin und weitere Lebenswissenschaften.

Future Forests – Adapting Complex Social-ecological Forest Systems to Global Change wird seit Januar 2026 gefördert. Der Cluster erforscht, wie Wälder und ihre Nutzung unter Bedingungen des globalen Wandels anpassungsfähiger werden können. Dabei geht es nicht nur um Bäume und Ökosysteme. Wälder sind auch wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Systeme. Deshalb verbindet die Forschung ökologische, forstwissenschaftliche, sozialwissenschaftliche und ökonomische Perspektiven.

Das Video über Experimente in sogenannten Ecotronen veranschaulicht, wie kontrollierte Umweltbedingungen genutzt werden können, um Reaktionen von Pflanzen auf Stressfaktoren zu untersuchen. Solche Forschungsansätze sind für Fragen des Klimawandels und der Anpassung von Waldsystemen relevant.

Die Förderung durch die Exzellenzstrategie ist ein Wettbewerb und kein dauerhaftes Gütesiegel für alle Bereiche einer Universität. Im August 2026 bewirbt sich Freiburg auf Grundlage seiner zwei Cluster zusätzlich um den Status einer Exzellenzuniversität. Die Entscheidung ist für Oktober 2026 angekündigt. Diese zeitliche Einordnung ist wichtig, weil sich hochschulpolitische Förderentscheidungen verändern können.


Forschung, Kooperation und Transfer

Universitäre Forschung findet häufig in Kooperation mit anderen Einrichtungen statt. In Freiburg bestehen Verbindungen zu Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft und der Max-Planck-Gesellschaft, zum Universitätsklinikum, zu Hochschulen im In- und Ausland sowie zu Unternehmen, Verwaltungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Als Transfer bezeichnet die Universität den wechselseitigen Austausch zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft. Dazu können technologische Innovationen, wissenschaftliche Beratung, öffentliche Vorträge, Weiterbildungsangebote, Ausgründungen oder Wissenschaftskommunikation gehören.

Transfer bedeutet dabei nicht, dass jede Forschung unmittelbar wirtschaftlich verwertbar sein muss. Auch historische Forschung, ethische Analyse, Grundlagenforschung oder kulturelle Bildung können gesellschaftlich wirksam sein.


Internationalität und europäische Vernetzung

Wissenschaft überschreitet politische und sprachliche Grenzen. Die Universität Freiburg ist in internationale Kooperationen eingebunden und liegt in einer Region, in der Deutschland, Frankreich und die Schweiz eng miteinander verbunden sind.

Besonders wichtig ist Eucor – The European Campus. Der Verbund verbindet die Universität Freiburg mit der Universität Basel, der Universität Straßburg, der Université de Haute-Alsace und dem Karlsruher Institut für Technologie. Dadurch werden grenzüberschreitende Lehre, Mobilität und gemeinsame Forschung erleichtert.

Außerdem beteiligt sich Freiburg an der europäischen Hochschulallianz EPICUR. Internationale Studiengänge, Austauschprogramme, Gastwissenschaftler*innen und Forschungskooperationen erweitern den akademischen Alltag. Für Studierende bedeutet Internationalität nicht nur Auslandssemester. Sie zeigt sich auch darin, dass wissenschaftliche Literatur häufig auf Englisch erscheint, Forschungsgruppen international zusammengesetzt sind und Fragestellungen globale Perspektiven verlangen.


Universität und Stadt Freiburg

Freiburg ist eine ausgeprägte Universitätsstadt. Rund 24.500 Studierende prägen bei einer Stadt dieser Größe das kulturelle, wirtschaftliche und soziale Leben deutlich mit. Viele universitäre Gebäude liegen mitten in der Innenstadt. Andere Einrichtungen befinden sich im Institutsviertel, im Westen der Stadt oder im Umfeld der Universitätsmedizin.

Die Lage am Oberrhein, die Nähe zum Schwarzwald, die Verbindungen nach Frankreich und in die Schweiz sowie das starke Forschungsumfeld machen Freiburg zu einem besonderen Wissenschaftsstandort. Gleichzeitig entstehen typische Herausforderungen einer attraktiven Hochschulstadt, etwa bei Wohnraum, Mobilität und Lebenshaltungskosten. Wer ein Studium plant, sollte deshalb nicht nur den Studiengang, sondern auch praktische Rahmenbedingungen recherchieren.


Wissenschaft und Nachhaltigkeit

Freiburg ist gesellschaftlich stark mit Themen wie Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit verbunden. Auch an der Universität spielen diese Fragen in verschiedenen Disziplinen eine Rolle. An der Technischen Fakultät werden etwa nachhaltige technische Systeme erforscht und gelehrt. Die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen untersucht unter anderem Ökosysteme, Waldnutzung und Umweltveränderungen. Gleichzeitig können Rechtswissenschaft, Ökonomie, Ethik und Sozialwissenschaften fragen, wie nachhaltige Transformation politisch und gesellschaftlich gestaltet werden kann.

Nachhaltigkeit ist damit kein einzelnes Studienfach, sondern ein Beispiel für ein komplexes Problemfeld, das unterschiedliche Formen von Wissen zusammenführt.


Studienorientierung: Passt Freiburg zu Dir?

Wenn Du über ein Studium in Freiburg nachdenkst, solltest Du nicht nur auf den Namen der Universität oder auf Rankings achten. Entscheidend ist, ob ein konkreter Studiengang zu Deinen Interessen, Fähigkeiten und Zielen passt. Lies deshalb Modulhandbücher und Studienverlaufspläne, informiere Dich über Zulassungsvoraussetzungen und prüfe, welche Schwerpunkte, Wahlmöglichkeiten und Lehrformen ein Fach bietet.

Eine sinnvolle Studienorientierung verbindet mindestens drei Perspektiven: fachliches Interesse, Arbeitsweise und Lebensbedingungen. Frage Dich zum Beispiel, ob Du gerne experimentierst, Texte analysierst, mathematisch modellierst, programmierst, mit Menschen arbeitest oder gesellschaftliche Konflikte untersuchst. Überlege auch, ob Du mit einem hohen Maß an Selbstorganisation umgehen kannst.

Besuche nach Möglichkeit Informationsveranstaltungen, Hochschultage oder öffentliche Vorlesungen. Gespräche mit Studierenden können Dir einen Eindruck vom Alltag geben. Dabei solltest Du einzelne Erfahrungsberichte nicht mit allgemeingültigen Fakten verwechseln.


Quellen und Aktualitätsstand

Die historischen und aktuellen Angaben dieses aiMOOCs wurden mit offiziellen Informationen der Universität Freiburg und weiteren offenen Quellen abgeglichen. Zahlen, Förderprogramme und Bewerbungsbedingungen können sich verändern. Für konkrete Studienentscheidungen solltest Du deshalb immer die jeweils aktuellen offiziellen Seiten prüfen.

  1. Offizielle Website der Universität Freiburg
  2. Geschichte der Universität Freiburg
  3. Exzellenzstrategie der Universität Freiburg
  4. Wikipedia: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  5. Wikimedia Commons: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  6. Offizieller YouTube-Kanal der Universität Freiburg


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

In welchem Jahr wurde die Universität Freiburg gegründet? (1457) (!1460) (!1820) (!1900)




Wer stiftete die Universität Freiburg? (Albrecht VI. von Österreich) (!Ludwig XIV. von Frankreich) (!Friedrich II. von Preußen) (!Wilhelm I. von Württemberg)




Warum trägt die Universität den Namen Albert-Ludwigs-Universität? (Der Name erinnert an den Gründer Albrecht und an Ludwig I. von Baden) (!Der Name verbindet zwei Freiburger Stadtteile) (!Der Name geht auf zwei Nobelpreise zurück) (!Der Name bezeichnet zwei frühere Fakultäten)




Welche besondere Entwicklung fand im Jahr 1900 statt? (Frauen wurden in Freiburg als erste an einer deutschen Universität regulär zum Studium zugelassen) (!Die Technische Fakultät wurde gegründet) (!Die Universität zog vollständig aus der Innenstadt weg) (!Der Exzellenzcluster Future Forests startete)




Wie viele Fakultäten hat die Universität Freiburg derzeit? (Elf) (!Fünf) (!Siebzehn) (!Vierundzwanzig)




Was ist ein zentrales Merkmal universitärer Forschung? (Neue Erkenntnisse werden mit nachvollziehbaren Methoden gewonnen und überprüft) (!Ergebnisse dürfen grundsätzlich nicht kritisiert werden) (!Forschung besteht nur aus dem Lesen von Lehrbüchern) (!Nur wirtschaftlich verwertbare Fragen gelten als Forschung)




Womit beschäftigt sich der Exzellenzcluster CIBSS? (Mit biologischen Signalprozessen) (!Mit mittelalterlicher Architektur) (!Mit ausschließlich juristischen Prüfungen) (!Mit der Geschichte des Buchdrucks)




Was untersucht der Exzellenzcluster Future Forests? (Die Anpassung sozial-ökologischer Waldsysteme an globalen Wandel) (!Die Restaurierung historischer Bibliotheken) (!Die Entwicklung antiker Schriftsysteme) (!Die Verwaltung mittelalterlicher Universitäten)




Was ist Eucor? (Ein grenzüberschreitender Verbund von Universitäten am Oberrhein) (!Eine einzelne Fakultät der Universität Freiburg) (!Ein studentischer Sportverein) (!Eine Prüfungsordnung für Medizinstudierende)




Welche Fähigkeit ist für wissenschaftliches Arbeiten besonders wichtig? (Quellen kritisch prüfen und Aussagen nachvollziehbar begründen) (!Nur möglichst viele Fakten auswendig lernen) (!Abweichende Ergebnisse grundsätzlich ignorieren) (!Fremde Texte ohne Kennzeichnung übernehmen)





Memory

Stiftungsjahr 1457 Albrecht VI. von Österreich
Lehrbeginn 1460 Erste Lehrveranstaltungen
Doppelname seit 1820 Ludwig I. von Baden
Frauenstudium ab 1900 Johanna Kappes
CIBSS Biologische Signalprozesse
Future Forests Anpassungsfähige Waldsysteme
Eucor Europäischer Campus am Oberrhein
Universitätsbibliothek Wissenschaftliche Informationsversorgung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Vorlesung Strukturierter Überblick über ein Fachgebiet
Seminar Diskussionsorientierte Vertiefung wissenschaftlicher Fragen
Übung Anwendung und Festigung von Methoden
Praktikum Praktisches oder experimentelles Arbeiten
Selbststudium Eigenständige Vor- und Nachbereitung




...


Kreuzworträtsel

Freiburg In welcher Stadt liegt die Albert-Ludwigs-Universität?
Waldseemüller Welcher frühere Freiburger Student verwendete 1507 den Namen America auf einer Weltkarte?
Bibliothek Wie heißt eine zentrale Einrichtung zur wissenschaftlichen Literatur- und Informationsversorgung?
Signalwege Welche biologischen Prozesse stehen im Zentrum der Forschung von CIBSS?
Eucor Wie heißt der grenzüberschreitende Universitätsverbund am Oberrhein?
Exzellenz Welcher Begriff bezeichnet im deutschen Hochschulsystem den Wettbewerb um besonders geförderte Forschungsverbünde?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Der Stiftungsbrief der Universität Freiburg stammt aus dem Jahr

.
Der reguläre Lehrbetrieb begann im Jahr

.
Seit 1820 trägt die Hochschule den Namen

.
Frauen wurden in Freiburg im Jahr

regulär zum Studium zugelassen.
Die Universität gliedert sich gegenwärtig in

Fakultäten.
An der Universität studieren derzeit rund

Menschen.
Der Exzellenzcluster für biologische Signalprozesse heißt

.
Der seit 2026 geförderte Wald-Cluster trägt den Kurznamen

.
Der grenzüberschreitende Hochschulverbund am Oberrhein heißt

.
Ein zentraler Ort für Recherche und Selbststudium ist die

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Campuskarte: Erstelle eine digitale oder gezeichnete Karte mit mindestens fünf wichtigen Standorten der Universität Freiburg und erkläre jeweils kurz deren Funktion.
  2. Studiengangprofil: Wähle einen Studiengang der Universität Freiburg aus und stelle Abschluss, typische Inhalte, Lehrformen und mögliche Berufsfelder auf einer Seite dar.
  3. Medienanalyse: Suche auf Wikimedia Commons ein freies Bild zur Universität Freiburg, prüfe die Lizenz und erkläre, warum das Bild für einen Lerntext geeignet ist.
  4. Lernalltag: Entwirf einen beispielhaften Wochenplan für eine Studentin oder einen Studenten mit Vorlesung, Seminar, Übung, Selbststudium und Freizeit.


Standard

  1. Interviewprojekt: Führe ein Interview mit einer studierenden oder forschenden Person über Unterschiede zwischen Schule und Universität und werte die Antworten thematisch aus.
  2. Forschungsfrage: Entwickle aus CIBSS oder Future Forests eine eigene Forschungsfrage und begründe, welche Fachrichtungen zu ihrer Bearbeitung beitragen könnten.
  3. Quellencheck: Vergleiche eine Information über die Universität auf der offiziellen Website, in Wikipedia und in einem journalistischen Beitrag. Untersuche Unterschiede bei Aktualität, Sprache und Belegen.
  4. Mini-Podcast: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Audiobeitrag mit dem Titel „Ein Tag an einer Forschungsuniversität“ und verbinde Studium, Forschung und akademisches Leben.


Schwer

  1. Wissenschaftsgeschichte: Untersuche anhand eines selbst gewählten Beispiels, wie sich gesellschaftliche Veränderungen in der Geschichte der Universität spiegeln. Geeignet sind etwa Frauenstudium, Nationalsozialismus oder Studierendenbewegung.
  2. Forschungsdesign: Entwirf eine kleine empirische Untersuchung zu einem Aspekt studentischen Lebens, formuliere Hypothese oder Forschungsfrage, Methode, mögliche Daten und Grenzen der Untersuchung.
  3. Hochschulpolitik: Analysiere Chancen und Risiken wettbewerblicher Forschungsförderung am Beispiel der Exzellenzstrategie. Entwickle anschließend eine begründete eigene Position.
  4. Transferprojekt: Entwickle ein Konzept, mit dem ein aktuelles Freiburger Forschungsthema verständlich für eine nichtwissenschaftliche Zielgruppe vermittelt werden kann. Plane Medium, Zielgruppe, Kernbotschaft und Qualitätskontrolle.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Studium und Selbstorganisation: Erkläre anhand eines konkreten Beispiels, warum der Übergang von Schule zu Universität eine Veränderung der Lernorganisation verlangt. Entwickle zwei Strategien, die diesen Übergang erleichtern könnten.
  2. Interdisziplinarität: Wähle ein gesellschaftliches Problem wie Klimawandel, Gesundheit oder künstliche Intelligenz und zeige, wie mindestens drei Freiburger Fachrichtungen gemeinsam dazu forschen könnten.
  3. Wissenschaft und Verantwortung: Leite aus der Geschichte der Universität im Nationalsozialismus mindestens drei Anforderungen an eine verantwortungsvolle Wissenschaftskultur der Gegenwart ab.
  4. Exzellenzstrategie: Beurteile die Aussage „Ein Exzellenzcluster macht automatisch die gesamte Universität exzellent“. Nutze Dein Wissen über Forschungsförderung, um die Aussage differenziert zu prüfen.
  5. Universität und Stadt: Analysiere, welche Vorteile und Konflikte entstehen können, wenn eine große Universität eng in eine Innenstadt eingebunden ist.
  6. Internationalisierung: Erkläre am Beispiel von Eucor, warum grenzüberschreitende Hochschulkooperation sowohl wissenschaftliche Chancen als auch organisatorische Herausforderungen mit sich bringt.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du historische Entwicklung, heutige Hochschulstrukturen und wissenschaftliche Arbeitsweisen miteinander verbinden kannst.

  1. Historische Orientierung: Du kannst zentrale Entwicklungsschritte von der Gründung 1457 bis zur modernen Forschungsuniversität zeitlich einordnen und ihre Bedeutung erklären.
  2. Studienkompetenz: Du kannst typische universitäre Lehrformen unterscheiden und die Bedeutung von Selbststudium und wissenschaftlichem Arbeiten erläutern.
  3. Forschungskompetenz: Du kannst an mindestens einem Freiburger Forschungsfeld zeigen, wie Forschungsfragen, Methoden und interdisziplinäre Zusammenarbeit zusammenhängen.
  4. Quellenkritik: Du kannst aktuelle Hochschulinformationen mit geeigneten Quellen überprüfen und zwischen institutioneller Selbstdarstellung, enzyklopädischer Information und eigener Bewertung unterscheiden.
  5. Reflexionskompetenz: Du kannst die gesellschaftliche Verantwortung einer Universität anhand historischer und aktueller Beispiele begründet diskutieren.
  6. Transferleistung: Du kannst Dein Wissen auf eine neue Frage zur Studienwahl, Hochschulpolitik, Wissenschaftskommunikation oder Forschungsorganisation anwenden.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche

Die Universität Freiburg verbindet Hochschulgeschichte, Wissenschaftspraxis, Studienorientierung, Forschungspolitik und regionale Entwicklung. Besonders sinnvoll sind deshalb Verknüpfungen zu folgenden Lernbereichen:


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