Toleranzen Passungen und Geometrie – Übergangspassungen beurteilen
Einleitung
Toleranzen Passungen und Geometrie – Übergangspassungen beurteilen ist ein kompakter Lernkurs für die Ausbildung in der Metalltechnik. Du beurteilst, ob eine Maßkombination Spiel, Übermaß oder den Grenzfall Null ergibt, und erkennst, warum eine Übergangspassung trotz korrekter Maße in der Werkstatt unterschiedlich wirken kann.
Kurzbeschreibung: Mögliche Passungsfälle und Fertigungseinfluss. Im Mittelpunkt stehen ein konkreter Ausbildungsfall, Messwertansichten, Geometrie- und Oberflächeneinflüsse sowie begründete Entscheidungen.
Sicherheits- und Freigabehinweis: Praktische Werkstattarbeiten dürfen ausschließlich nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter zuständiger Aufsicht durchgeführt werden. Dieser Kurs ersetzt keine Betriebsanweisung und erteilt keine Arbeitsfreigabe.

Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du eine Passung aus Grenzmaßen beurteilen, die drei möglichen Passungsfälle unterscheiden, eine Übergangspassung mit Istmaßen bewerten, Fertigungs- und Messeinflüsse benennen und erklären, warum Maßhaltigkeit allein die Funktion einer Paarung nicht vollständig beschreibt.
| Niveau | Du kannst ... |
|---|---|
| Basis | Nennmaß, Grenzmaß, Abmaß, Toleranz und Passungsfall sicher unterscheiden. |
| Anwendung | Spiel oder Übermaß aus gemessenen Bohrungs- und Wellenmaßen berechnen und bewerten. |
| Transfer | Prozessdrift, Temperatur, Oberflächen- und Geometrieabweichungen in eine Passungsentscheidung einbeziehen. |
Lerneinheit 1: Was eine Passung beschreibt
Eine Passung ist die maßliche Beziehung zweier zusammengehöriger Geometrieelemente, typischerweise Bohrung und Welle. Beide besitzen dasselbe Nennmaß, aber eigene Toleranzfelder. Nach ISO 286 werden Toleranzen linearer Größen sowie Grundlagen von Abmaßen und Passungen systematisch beschrieben.[1]
| Begriff | Kurz erklärt |
|---|---|
| Nennmaß | Bezugsmaß der Paarung. |
| Grenzmaße | Kleinster und größter zulässiger Wert. |
| Toleranz | Differenz zwischen oberem und unterem Grenzmaß. |
| Passung | Ergebnis aus den Toleranzfeldern zweier zu fügender Geometrieelemente. |
Merksatz: Die Passungsart wird aus den möglichen Grenzfallkombinationen beurteilt. Ein einzelnes reales Teilepaar hat dagegen einen konkreten Istzustand.
Die drei Passungsfälle
| Passungsfall | Kennzeichen | Bedeutung |
|---|---|---|
| Spiel | Bohrungs-Istmaß ist größer als Wellen-Istmaß | Zwischen den Teilen bleibt ein positiver Maßunterschied. |
| Nullfall | Bohrungs-Istmaß und Wellen-Istmaß sind gleich | Rechnerisch liegt weder Spiel noch Übermaß vor. |
| Übermaß | Wellen-Istmaß ist größer als Bohrungs-Istmaß | Die Teile überdecken sich maßlich. |
Für die Rechnung verwenden wir im Kurs: S = DBohrung − dWelle. Ein positiver Wert bedeutet Spiel, ein negativer Wert Übermaß.
Lerneinheit 2: Ausbildungsfall Ø20 H7/k6
Fiktiver Ausbildungsfall: In einer Montagebaugruppe soll eine Nabe auf einer Welle zentriert werden. Die Zeichnung fordert Ø20 H7/k6. Du sollst die Fertigungsergebnisse beurteilen, nicht selbst eine Bearbeitung freigeben.
Für den Nennmaßbereich über 18 mm bis 30 mm ergeben sich für dieses Lernbeispiel aus ISO-286-Werten:[2]
| Element | Unteres Grenzmaß | Oberes Grenzmaß | Toleranzbreite |
|---|---|---|---|
| Bohrung 20 H7 | 20,000 mm | 20,021 mm | 0,021 mm |
| Welle 20 k6 | 20,002 mm | 20,015 mm | 0,013 mm |
Engster Fall: 20,000 mm − 20,015 mm = −0,015 mm. Es können also 15 µm Übermaß entstehen.
Weitester Fall: 20,021 mm − 20,002 mm = +0,019 mm. Es können also 19 µm Spiel entstehen.
Weil innerhalb der zulässigen Grenzmaße sowohl ein negativer als auch ein positiver Unterschied möglich ist, ist H7/k6 in diesem Bereich eine Übergangspassung.
Messwertansicht: sechs reale Paarungen simulieren
Die folgenden Werte sind didaktische Messdaten innerhalb der oben angegebenen Grenzmaße.
| Paar | Bohrung | Welle | S = Bohrung − Welle | Istzustand |
|---|---|---|---|---|
| A | 20,006 mm | 20,012 mm | −0,006 mm | 6 µm Übermaß |
| B | 20,015 mm | 20,008 mm | +0,007 mm | 7 µm Spiel |
| C | 20,010 mm | 20,010 mm | 0,000 mm | Nullfall |
| D | 20,020 mm | 20,014 mm | +0,006 mm | 6 µm Spiel |
| E | 20,001 mm | 20,003 mm | −0,002 mm | 2 µm Übermaß |
| F | 20,021 mm | 20,002 mm | +0,019 mm | 19 µm Spiel |
Wichtig: Paar A ist nicht plötzlich eine „Übermaßpassung“. Die spezifizierte Passung bleibt H7/k6 als Übergangspassung; das konkrete Paar besitzt lediglich einen Istzustand mit Übermaß.
Lerneinheit 3: Fertigungseinfluss erkennen
Fertigung streut. Auch innerhalb zulässiger Grenzmaße können sich die Istmaße systematisch verschieben. Mögliche Einflüsse sind Werkzeugverschleiß, Maschinenerwärmung, Aufspannung, Schneidbedingungen, Werkstoffzustand, Messstrategie und Temperatur.
Beurteile deshalb zwei Ebenen getrennt: Ist das Einzelteil maßhaltig? Und zeigt der Prozess eine auffällige Lage oder Drift?
Prozessdrift als Messwertbild
Beispiel: Die Bohrung bleibt bei 20,010 mm. Die Welle wird in fünf aufeinanderfolgenden Teilen größer.
| Teil | Welle | Maßdifferenz | Paarzustand |
|---|---|---|---|
| 1 | 20,005 mm | +5 µm | Spiel |
| 2 | 20,007 mm | +3 µm | Spiel |
| 3 | 20,009 mm | +1 µm | Spiel |
| 4 | 20,011 mm | −1 µm | Übermaß |
| 5 | 20,013 mm | −3 µm | Übermaß |
Alle Wellenwerte liegen noch im k6-Toleranzfeld. Trotzdem verändert sich die Häufigkeit der möglichen Paarzustände. Eine erkennbare Drift ist ein Anlass zur Prozessprüfung. Aus der Zahlenfolge allein darfst Du die Ursache nicht automatisch als Werkzeugverschleiß festlegen.
Temperatur als Einflussgröße
Die Norm-Bezugstemperatur für geometrische Produktspezifikation und Verifikation beträgt 20 °C.[3]
Als Größenordnung: Bei einem angenommenen linearen Wärmeausdehnungskoeffizienten von 12 µm/(m·K), 20 mm Länge und 10 K Temperaturdifferenz ergibt sich ungefähr 2,4 µm Längenänderung. Der reale Wert hängt vom Werkstoff ab; für eine Freigabe sind Werkstoffdaten, Messbedingungen und betriebliche Vorgaben maßgebend.
Lerneinheit 4: Werkstoff und Oberfläche
Werkstoff und Wärmebehandlung können Zerspanbarkeit, Härte, Eigenspannungen und Maßstabilität beeinflussen. Ein Gefügebild hilft beim Verständnis des Werkstoffzustands, beweist aber keine Passung.


Auch die Oberfläche zählt: Zwei Bauteile können gleiche Durchmessermaße besitzen und sich beim Fügen dennoch unterschiedlich verhalten, wenn sich Rauheit, Form oder Kanten unterscheiden.

Merksatz: Maß, Geometrie und Oberfläche sind verschiedene Merkmale und müssen entsprechend der Zeichnung getrennt geprüft werden.
Lerneinheit 5: Messen und Prüfen
Das Messmittel muss zur geforderten Toleranz, zum Merkmal und zur notwendigen Messunsicherheit passen. Eine Anzeige mit vielen Dezimalstellen ist nicht automatisch ausreichend genau.


Messwertansicht: Messschraube
Eine Bügelmessschraube kann für präzise Außenmessungen geeigneter sein als ein Messschieber. Entscheidend bleiben Messbereich, Auflösung, Messunsicherheit, Messkraft, Temperatur und korrekte Anwendung.

Grenzlehren
Grenzlehren ermöglichen eine Gut-Ausschuss-Prüfung gegen festgelegte Grenzbedingungen. Sie liefern nicht denselben numerischen Messwert wie ein anzeigendes Messgerät.

Lerneinheit 6: Geometrie kann die Passung verändern
ISO 286-2 weist darauf hin, dass reine Maßtoleranzen die Funktion nicht in jedem Fall ausreichend sichern. Geometrische Toleranzen und Anforderungen an die Oberflächenbeschaffenheit können zusätzlich erforderlich sein.[4]

DIN EN ISO 1101 legt die Symbolsprache und Regeln für geometrische Tolerierung von Form, Richtung, Ort und Lauf fest.[5]

Achtung: Eine Messuhr zeigt bei einer konkreten Messanordnung eine Abweichung an. Ein solcher Einzelaufbau ist nicht automatisch ein normgerechter Nachweis von Rundheit oder Zylindrizität.
Lerneinheit 7: Entscheidungsweg für die Ausbildung
| Schritt | Prüffrage |
|---|---|
| 1 Zeichnung | Welches Nennmaß, welche Toleranzfelder und welche Zusatzanforderungen sind angegeben? |
| 2 Grenzmaße | Welche kleinsten und größten zulässigen Maße gelten? |
| 3 Grenzfälle | Sind nur Spiel, nur Übermaß oder beide Fälle möglich? |
| 4 Istwerte | Liegen die Einzelteile innerhalb ihrer Grenzmaße? |
| 5 Paarung | Welche Maßdifferenz hat das konkrete Teilepaar? |
| 6 Geometrie und Oberfläche | Können Form, Lage, Lauf, Rauheit, Grat oder Verschmutzung die Funktion beeinflussen? |
| 7 Prozess | Gibt es Drift, Temperatur- oder Messmitteleinflüsse? |
Stopp-Regel: Eine richtige Rechnung ist noch keine Arbeitsfreigabe. Bei realen Bauteilen gelten Zeichnung, Prüfplan, Betriebsanweisung, Unterweisung und zuständige Aufsicht.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
Hilfe 1 – Vorzeichen lesen
Berechne immer Bohrungsmaß minus Wellenmaß. Positiv bedeutet Spiel, negativ bedeutet Übermaß.
Hilfe 2 – Grenzfälle bilden
Für den engsten Fall kombinierst Du die kleinste Bohrung mit der größten Welle. Für den weitesten Fall kombinierst Du die größte Bohrung mit der kleinsten Welle.
Hilfe 3 – Passungsart entscheiden
Sind beide Grenzfallwerte positiv, liegt eine Spielpassung vor. Sind beide negativ, liegt eine Übermaßpassung vor. Wechseln die Vorzeichen, liegt eine Übergangspassung vor.
Hilfe 4 – Werkstatttransfer
Prüfe zusätzlich Messunsicherheit, Temperatur, Sauberkeit, Grat, Oberflächenzustand und gegebenenfalls geometrische Anforderungen. Ziehe bei Unklarheiten die zuständige Fachkraft hinzu.
Basis-, Anwendungs- und Transfertraining mit Feedback
Basisaufgabe
Aufgabe: Begründe allein mit den Grenzmaßen, warum Ø20 H7/k6 eine Übergangspassung ist.
Begründetes Feedback
Der engste Grenzfall ergibt −15 µm, der weiteste +19 µm. Weil das Vorzeichen wechseln kann, sind sowohl Übermaß als auch Spiel möglich. Genau das kennzeichnet hier die Übergangspassung.
Anwendungsaufgabe
Aufgabe: Gemessen werden Bohrung 20,015 mm und Welle 20,008 mm. Beurteile Einzelteile und Paarzustand.
Begründetes Feedback
Beide Maße liegen innerhalb der angegebenen H7- beziehungsweise k6-Grenzen. 20,015 mm − 20,008 mm = +0,007 mm. Das konkrete Paar besitzt 7 µm Spiel. Die spezifizierte H7/k6-Passung bleibt trotzdem eine Übergangspassung.
Transferaufgabe
Aufgabe: Zwei Teile liegen laut Messprotokoll innerhalb ihrer Maßgrenzen, lassen sich aber nicht wie erwartet fügen. Welche Prüfpfade sind sinnvoll, bevor eine Ursache behauptet wird?
Begründetes Feedback
Sinnvoll sind die Prüfung von Messbedingungen und Messunsicherheit, Sauberkeit und Grat, Oberflächenzustand sowie Form-, Lage- oder Laufabweichungen gemäß Zeichnung. Erst Messdaten und Prüfanforderungen zusammen erlauben eine begründete Ursachenbewertung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann liegt bei den Grenzfallkombinationen eine Übergangspassung vor? (Es sind sowohl Spiel als auch Übermaß möglich) (!Es ist ausschließlich Spiel möglich) (!Es ist ausschließlich Übermaß möglich) (!Bohrung und Welle haben immer dasselbe Istmaß)
Wie wird die Maßdifferenz S in diesem Kurs berechnet? (Bohrungsmaß minus Wellenmaß) (!Wellenmaß minus Bohrungsmaß) (!Nennmaß plus Toleranz) (!Oberes Grenzmaß plus unteres Grenzmaß)
Welcher Grenzfall ergibt sich bei Ø20 H7/k6 aus 20,000 mm Bohrung und 20,015 mm Welle? (−0,015 mm) (!+0,015 mm) (!−0,019 mm) (!+0,019 mm)
Welches maximale Spiel ergibt sich im Ausbildungsfall Ø20 H7/k6? (0,019 mm) (!0,015 mm) (!0,021 mm) (!0,034 mm)
Was ergibt sich bei 20,006 mm Bohrung und 20,012 mm Welle? (6 µm Übermaß) (!6 µm Spiel) (!12 µm Spiel) (!18 µm Übermaß)
Was kann eine Prozessdrift innerhalb zulässiger Grenzmaße bewirken? (Die Häufigkeit von Spiel- und Übermaßpaarungen kann sich verschieben) (!Die Zeichnungstoleranz wird automatisch größer) (!Das Nennmaß ändert sich automatisch) (!Die Messunsicherheit wird immer null)
Welche Eigenschaft ist durch eine einzelne Zweipunkt-Durchmessermessung nicht vollständig nachgewiesen? (Rundheit) (!Nennmaßbezeichnung) (!Maßeinheit) (!Vorzeichen der Maßdifferenz)
Welche Standardreferenztemperatur gilt nach ISO 1 für geometrische Produktspezifikation und Verifikation? (20 °C) (!0 °C) (!10 °C) (!25 °C)
Worauf bezieht sich bei H7/k6 der Großbuchstabe H? (Auf die Lage des Toleranzfeldes der Bohrung) (!Auf die Härte der Welle) (!Auf die Rauheit der Bohrung) (!Auf die Messunsicherheit des Prüfmittels)
Wie ist eine Welle mit 20,017 mm zu beurteilen, wenn für k6 maximal 20,015 mm zulässig sind? (Sie liegt außerhalb des angegebenen Toleranzfeldes) (!Sie ist automatisch eine Spielpassung) (!Sie liegt genau auf dem Nennmaß) (!Sie ist wegen H7 immer zulässig)
Memory
| Übergangspassung | Spiel oder Übermaß möglich |
| Toleranzfeld | Bereich zulässiger Maße |
| Nulllinie | Bezug zum Nennmaß |
| Bohrung H | Unteres Abmaß null |
| Messschraube | Präzise Außenmessung |
| Grenzlehrdorn | Gut-Ausschuss-Prüfung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Spielpassung | Grenzfälle ergeben stets Spiel |
| Übergangspassung | Grenzfälle erlauben Spiel oder Übermaß |
| Übermaßpassung | Grenzfälle ergeben stets Übermaß |
| Rundheit | Formeigenschaft eines Kreisquerschnitts |
| Rauheit | Mikrogeometrie einer Oberfläche |
Kreuzworträtsel
| Toleranz | Wie heißt die Differenz zwischen oberem und unterem Grenzmaß? |
| Bohrung | Welches Geometrieelement wird bei H7 mit dem Großbuchstaben beschrieben? |
| Welle | Welches Geometrieelement wird bei k6 mit dem Kleinbuchstaben beschrieben? |
| Rauheit | Welche Oberflächeneigenschaft kann das Fügen beeinflussen? |
| Rundheit | Welche Formeigenschaft kann trotz passendem Durchmesser abweichen? |
| Messschraube | Welches Präzisionsmessmittel eignet sich für Außenmaße? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Sicherheit: Reale Mess-, Prüf-, Montage- oder Bearbeitungsarbeiten erfolgen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, betrieblicher Freigabe und unter zuständiger Aufsicht. Die folgenden Aufgaben sind Lernaufträge und keine Arbeitsfreigabe.
Leicht
- Toleranzfeld: Zeichne die Toleranzfelder von Ø20 H7 und Ø20 k6 maßstäblich oder stark vergrößert auf einer gemeinsamen Nulllinie und markiere den Überlappungsbereich.
- Grenzmaß: Berechne für den Ausbildungsfall engsten und weitesten Grenzfall und schreibe zu jedem Ergebnis einen vollständigen Begründungssatz.
- Messwert: Übertrage die sechs simulierten Paarungen in eine eigene Tabelle und kennzeichne Spiel, Nullfall und Übermaß.
- Medienanalyse: Wähle eines der eingebundenen Messmittelbilder und erkläre in drei Sätzen, welche Information das Bild zeigt und welche Aussage es nicht beweist.
Standard
- Prüfplan: Entwirf einen Prüfplan für Bohrung und Welle mit Merkmal, geeignetem Messprinzip, Dokumentation und Entscheidungsregel. Eine reale Durchführung ist nur nach betrieblicher Freigabe zulässig.
- Prozessdrift: Stelle die fünf Wellenwerte der Prozessdrift in einem Diagramm dar und erkläre, warum alle Werte noch zulässig sein können, obwohl sich der Paarzustand verschiebt.
- Tabellenkalkulation: Erstelle eine Tabelle, die aus Bohrungs- und Wellen-Istmaß automatisch Maßdifferenz und Paarzustand berechnet. Ergänze eine Plausibilitätsprüfung gegen die Grenzmaße.
- Fehleranalyse: Entwickle für den Fall „Maße in Toleranz, Montage auffällig“ einen Prüfbaum mit den Bereichen Messung, Temperatur, Sauberkeit, Oberfläche und Geometrie.
Schwer
- ISO 286: Nutze eine in Deinem Betrieb oder Deiner Schule autorisiert verfügbare Norm- oder Tabellenquelle und untersuche eine andere Übergangspassung bei einem anderen Nennmaß. Dokumentiere Quelle, Grenzmaße und Begründung.
- Messunsicherheit: Erkläre anhand eines selbst gewählten Zahlenbeispiels, warum Auflösung und Messunsicherheit nicht dasselbe sind und wie dies eine Entscheidung nahe am Grenzmaß beeinflusst.
- Wärmeausdehnung: Vergleiche qualitativ Stahl und Aluminium bei gleicher Temperaturänderung. Recherchiere verlässliche Werkstoffwerte und kennzeichne Deine Quellen.
- Erklärvideo: Plane ein maximal 90-sekündiges Erklärvideo zur Frage „Warum kann eine Übergangspassung mal Spiel und mal Übermaß haben?“. Nutze nur selbst erstellte oder frei lizenzierte Medien und dokumentiere die Rechte.


Lernkontrolle
- Grenzfallanalyse: Eine neue Paarung besitzt andere Grenzmaße als der Ausbildungsfall. Leite aus vier Grenzmaßen die Passungsart ab und begründe Deine Entscheidung ausschließlich über die möglichen Extremfälle.
- Prozessfähigkeit: Eine Messreihe bleibt vollständig innerhalb der Einzelteiltoleranz, nähert sich aber kontinuierlich einer Grenze. Erkläre, warum „noch gut“ nicht dieselbe Aussage ist wie „Prozess unauffällig“.
- Geometrischer Transfer: Entwickle ein Beispiel, bei dem der Durchmesser eines Bauteils zulässig ist, eine Formabweichung aber die Funktion beeinträchtigen kann. Nenne die zusätzlich zu prüfende Eigenschaft.
- Temperaturtransfer: Begründe, warum Messwerte aus unterschiedlich temperierten Bauteilen kritisch sein können, obwohl dasselbe Messgerät verwendet wurde.
- Prüfstrategie: Vergleiche ein anzeigendes Messgerät mit einer Grenzlehre für eine Serienprüfung. Entscheide für zwei unterschiedliche Prüfziele, welches Prinzip zweckmäßiger ist, und begründe.
- Qualitätssicherung: Formuliere einen fachlich begründeten Eskalationsweg für den Fall, dass Zeichnungsmaß, Messwert und Montageeindruck scheinbar nicht zusammenpassen. Trenne Beobachtung, Messung, Hypothese und Freigabeentscheidung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe wiedergibst, sondern Entscheidungen nachvollziehbar begründest.
- Passungsart: Du leitest Spiel-, Übergangs- oder Übermaßpassung aus den Grenzfällen ab.
- Istzustand: Du berechnest für konkrete Messwerte Spiel, Nullfall oder Übermaß mit korrektem Vorzeichen.
- Toleranzprüfung: Du trennst die Frage „Einzelteil innerhalb der Grenzmaße?“ von der Frage „Wie ist der Zustand dieses Teilepaars?“.
- Fertigungseinfluss: Du erkennst Prozessdrift und nennst mögliche Ursachen, ohne aus wenigen Daten vorschnell eine Ursache zu behaupten.
- Geometrie: Du erklärst, warum Maß, Form, Lage, Lauf und Oberfläche getrennte Anforderungen sein können.
- Sicheres Handeln: Du weißt, wann eine Fachkraft, ein Prüfplan oder eine betriebliche Freigabe erforderlich ist und dass der Kurs selbst keine Arbeitsfreigabe erteilt.
Fachquellen und Normencheck
Für die fachliche Einordnung wurden offizielle Normseiten und ergänzende Bildungsquellen geprüft. Verbindlich sind in realen Ausbildungs- und Betriebssituationen die jeweils autorisierten Normausgaben, die technische Zeichnung und die betrieblichen Vorgaben.
- ISO 286-1:2010: ISO-System für Toleranzen linearer Größen; Grundlagen von Toleranzen, Abmaßen und Passungen. Die ISO-Seite kennzeichnet die Ausgabe nach erneuter Überprüfung als aktuell.
- DIN EN ISO 286-1:2019-09: Deutsche Fassung zu Grundlagen von Toleranzen, Abmaßen und Passungen.
- ISO 286-2:2010: Tabellen der Toleranzklassen und Grenzabmaße.
- DIN EN ISO 1101:2017-09: Geometrische Tolerierung von Form, Richtung, Ort und Lauf.
- DIN EN ISO 1:2022-10: Standardreferenztemperatur von 20 °C.
- Wikipedia: Passung: Überblick zu Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassungen.
Medien- und Rechtecheck
Die eingebundenen Dateinamen wurden auf Wikimedia Commons geprüft. Maßgeblich für Nachnutzung bleiben jeweils die aktuelle Dateibeschreibungsseite und deren Lizenzangaben.
- Mechanical Tolerance Definitions.svg: gemeinfrei.
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- Surface roughness.svg: CC0 1.0.
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- Geometric dimenioning and tolerancing-hole.svg: auf der Dateiseite unter anderem CC BY-SA 3.0 ausgewiesen.
- Dial Indicator in Use.jpg: CC BY-SA 4.0.
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- ↑ ISO 286-1:2010, ISO – Grundlagen von Toleranzen, Abmaßen und Passungen, abgerufen am 04.10.2026.
- ↑ ISO 286-2:2010 bei DIN Media – Tabellen der Toleranzklassen und Grenzabmaße, abgerufen am 04.10.2026.
- ↑ DIN EN ISO 1:2022-10 bei DIN Media – Standardreferenztemperatur, abgerufen am 04.10.2026.
- ↑ ISO 286-2:2010, ISO Online Browsing Platform, abgerufen am 04.10.2026.
- ↑ DIN EN ISO 1101:2017-09 bei DIN Media – Geometrische Produktspezifikation, abgerufen am 04.10.2026.
OERs zum Thema
- ISO-Toleranzen und Passungen im TIB AV-Portal: Lehrvideo von TU Dortmund/ORCA.nrw, CC BY 4.0.
- Form- und Lagetoleranzen im TIB AV-Portal: Lehrvideo von TU Dortmund/ORCA.nrw, CC BY 4.0.
- HubbS – Toleranzen und Passungen: berufliche Unterrichtsmaterialien, CC BY-NC 4.0.
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