The BossHoss - Don't Gimme That

The BossHoss - Don't Gimme That
The BossHoss – Don't Gimme That
Don't Gimme That ist eine 2011 veröffentlichte Single der Berliner Band The BossHoss und gehört zum Album Liberty of Action. Der Titel verbindet Elemente aus Country-Rock, Rock ’n’ Roll, Funk, Popmusik und samplebasierter Produktion. Für eine Songanalyse ist die Aufnahme besonders ergiebig, weil hier die typische Country-Rock-Ästhetik der Band mit einem deutlich funkorientierten Groove, einer prominenten Bläsersektion und einem historisch belegten Sample zusammenkommt.[1]

Das Foto zeigt Sascha „Hoss Power“ Vollmer und Alec „Boss Burns“ Völkel 2012. Die Datei stammt aus Wikimedia Commons und steht unter CC BY-SA 3.0.[2]
Das offizielle Musikvideo ermöglicht Dir, Klang, Performance und visuelle Inszenierung gemeinsam zu untersuchen:
Wichtig für die Analyse: Die folgenden Notenbeispiele mit der MediaWiki-Erweiterung Extension:Score sind kurze, selbst erstellte didaktische Modelle. Sie sind keine Transkription der geschützten Originalmelodie und keine vollständige Partitur.
Kurzprofil der Aufnahme
- Interpret: The BossHoss
- Titel: Don't Gimme That
- Veröffentlichung: Single am 11. November 2011; das zugehörige Album Liberty of Action erschien laut Universal Music am 25. November 2011.[3][4]
- Spieldauer: etwa 3:30 Minuten in der Albumfassung.[5]
- Album: Liberty of Action
- Gastmusiker: The Tijuana Wonderbrass wird in den offiziellen Metadaten als beteiligte Bläserformation geführt.[6]
- Produktion: Hoss Power wird in den offiziellen UMG-Metadaten als Produzent, Recording Engineer, Recording Arranger und Mixing Engineer genannt; Guss Brooks als Engineer und Sascha Bühren als Mastering Engineer.[6]
- Songwriting: Hoss Power und Charles Fred Bobbitt werden in den UMG-Metadaten als Composer/Lyricist ausgewiesen. Bobbitts Beteiligung hängt mit der verwendeten James-Brown-Komposition zusammen.[6]
Entstehung und zeitgeschichtlicher Kontext
Vor Liberty of Action hatte The BossHoss nach Angaben des Labels eine etwa eineinhalbjährige kreative Pause eingelegt. Anschließend reiste die Band gemeinsam nach Texas, spielte dort in drei Clubs und nutzte den Aufenthalt als Inspirationsphase. Das Musikvideo zu Don't Gimme That wurde ebenfalls in Texas gedreht.[3]
Der Texas-Aufenthalt ist deshalb mehr als bloße Kulisse: The BossHoss hatte sich bereits seit der Bandgründung eine bewusst amerikanisierte „City-Cowboy“-Ästhetik aufgebaut. Mit der Reise verband sich 2011 die Selbstdarstellung als Berliner Band, die Country-, Rock-, Blues- und Americana-Codes nicht nur zitiert, sondern mit Popproduktion und eigener Songarbeit kombiniert.
Zeitgleich waren Boss Burns und Hoss Power ab Herbst 2011 als Coaches in der ersten Staffel von The Voice of Germany stark im Fernsehen präsent. Universal Music stellte die Veröffentlichung von Liberty of Action ausdrücklich in diesen Medienkontext.[7] Daraus darf jedoch nicht automatisch geschlossen werden, dass die TV-Präsenz allein den Charterfolg verursacht habe.

Das Commons-Foto dokumentiert Boss Burns und Hoss Power gemeinsam mit Rea Garvey im Umfeld von The Voice of Germany beim Deutschen Fernsehpreis 2012.[8]
Mindestens drei belegte Besonderheiten genau dieser Aufnahme
1. James-Brown-Sample als klangliches Grundgerüst
Universal Music nennt ausdrücklich ein Sample aus James Browns Give It Up Or Turnit A Loose von 1969 als Grundlage von Don't Gimme That. Das Label beschreibt daraus entstehend einen Bläser-Piano-Groove. Die Nennung von Charles Fred Bobbitt in den Songwriting-Credits passt dazu, da Bobbitt Autor der zugrunde liegenden Komposition ist.[1][6]
Zum Vergleich kannst Du die von James Browns offiziellem Künstlerkanal bereitgestellte Aufnahme hören:
2. The Tijuana Wonderbrass als prägender Bestandteil
Die Aufnahme wird in offiziellen Streaming- und UMG-Metadaten gemeinsam mit The Tijuana Wonderbrass geführt.[5][6] Damit ist die Bläserfarbe nicht nur ein beiläufiger Studioeffekt, sondern ein konkret kreditiertes Element der Aufnahme. Auf Liberty of Action bestand die Bläsergruppe unter anderem aus Trompeten, Saxophonen und Posaune; dadurch entsteht ein dichter, soul- und funkverwandter Satzklang.
Die Datei zeigt den Trompeter Semjon Barias im BossHoss-Kontext beim Rock im Park 2013 und veranschaulicht die Bläserdimension der Live-Besetzung.[9]
3. Ungewöhnlich starke Produktionsrolle von Hoss Power
Die offiziellen UMG-Metadaten weisen Hoss Power nicht nur als Autor aus, sondern gleichzeitig als Produzenten, Recording Engineer, Recording Arranger und Mixing Engineer. Diese Mehrfachfunktion ist für die Interpretation wichtig: Komposition, Arrangement und Klanggestaltung liegen hier in hohem Maß in derselben künstlerischen Hand.[6]
4. Das Video entstand während des Texas-Kontexts
Das offizielle Label nennt Texas als Drehort des Musikvideos. Bildsprache und Western-Inszenierung sind damit unmittelbar mit jener Reise verknüpft, aus der die Band nach eigener Darstellung neue Inspiration für Liberty of Action gewann.[3]
5. Der Song markiert eine hörbare Stilverschiebung
Universal Music bezeichnete den Track später ausdrücklich als funkig und hob das Sample, den Pianoanteil und die Bläser hervor. In einem Rückblick auf das Album wird Don't Gimme That als Stück beschrieben, das für die damalige Veränderung des Bandsounds besonders stark steht.[1] Im Unterschied zu einer reinen Country-Rock-Produktion rückt hier der Groove deutlich in den Vordergrund.
Musikalische Analyse
Stil und Genre
Die Aufnahme lässt sich als Crossover aus Country-Rock, Rock ’n’ Roll, Funk und Pop beschreiben. Typisch für The BossHoss bleiben die rauen Männerstimmen, Gitarren, ein kräftiger Backbeat und die Western-/Americana-Ästhetik. Gleichzeitig verschiebt der James-Brown-Bezug das Stück deutlich in Richtung Funk und Soul: kurze rhythmische Zellen, ein ostinater Groove, prägnante Bläsersignale und das Piano wirken stärker als traditionelle Country-Merkmale.
Das ist musikgeschichtlich interessant, weil Don't Gimme That nicht einfach einen älteren Song covert. Stattdessen wird ein historisches Klangfragment beziehungsweise ein daraus abgeleitetes Sampleprinzip in einen neuen Bandkontext eingebaut. So entsteht eine Verbindung zwischen Funk der späten 1960er Jahre und einer deutschen Country-Rock-Pop-Produktion von 2011.
Tempo, Metrum und Rhythmus
Die Aufnahme steht in einem geraden Vierer-Metrum. Sekundärdatenbanken messen ungefähr 95 bis 96 Schläge pro Minute; diese Angabe passt zum mittelschnellen, schweren „Kopfnicker“-Charakter.[10]
Der Groove lebt weniger von hohem Tempo als von:
- Backbeat: deutlicher Betonung der Zählzeiten zwei und vier.
- Synkope: Einsätze werden teilweise zwischen den Hauptzählzeiten platziert.
- Ostinato: kurze rhythmische Figuren kehren wieder.
- Akzent: Bläser und Gesang setzen punktuelle, energische Schwerpunkte.
- Pause: kurze Freiräume steigern die Wirkung des folgenden Einsatzes.
Selbst erstelltes Rhythmusmodell – nicht die Originalmelodie:

Das Beispiel zeigt, wie Offbeats, Pausen und Akzente einen funkorientierten Impuls erzeugen können, ohne die Originalmusik zu notieren.
Melodie und Hookbildung
Die Gesangslinie arbeitet stark mit kurzen, wiederholbaren Motiven. Der Titelruf fungiert als Hookline: Er ist sprachlich knapp, rhythmisch prägnant und leicht kollektiv mitsingbar. Die melodische Wirkung entsteht weniger durch lange Bögen als durch energische, teilweise sprechnahe Phrasen, Wiederholung und Kontrast zwischen Leadstimme und Antwort-Rufen.
Die melodische Gestaltung passt damit zur inhaltlichen Haltung des Textes: Die Stimme argumentiert nicht ausführlich, sondern setzt Grenzen. Kurze musikalische Gesten unterstützen diese Direktheit.
Harmonik
Bei frei zugänglichen Online-Transkriptionen finden sich unterschiedliche Tonart- und Akkordangaben. Einige Fassungen transponieren für Gitarre, andere benennen das tonale Zentrum unterschiedlich. Deshalb sollte eine seriöse Unterrichtsanalyse nicht so tun, als sei eine einzelne Internet-Akkordfolge automatisch die autorisierte Partitur.
Als robustes Hörmerkmal lässt sich festhalten: Die Harmonik wirkt über längere Strecken riff- und schleifenorientiert und trägt eine dunklere, minorartige Färbung. Funktionale Kadenzwirkungen stehen weniger im Vordergrund als das wiederkehrende harmonische Feld, auf dem Groove, Gesang und Bläser arbeiten.
Selbst erstelltes Harmoniemodell – keine Akkordfolge des Songs:

Das Beispiel zeigt ein mögliches Prinzip: wenige harmonische Flächen, die einem Groove Raum geben. Es ist ausdrücklich keine Transkription von Don't Gimme That.
Gesang
The BossHoss arbeitet mit zwei Frontmännern und einer bewusst rauen Rock-/Country-Stimmästhetik. In Don't Gimme That steht ein kraftvoller, kantiger Vortrag im Vordergrund. Charakteristisch sind:
- kurze, deutlich artikulierte Phrasen,
- Shout- und Call-and-Response-Wirkungen,
- wiederholte Hook-Rufe,
- blues- und rockverwandte Rauigkeit,
- ein Wechsel aus gesungener Linie und sprechnaher Attacke.
Die frei zugänglichen Track-Metadaten dokumentieren nicht für jede einzelne Textzeile, welcher Frontmann sie singt. Eine genaue Stimmzuordnung sollte daher im Unterricht durch eigenes Hören begründet und nicht bloß behauptet werden.
Die beiden Commons-Fotos zeigen Boss Burns sowie Hoss Power als Sänger beziehungsweise Sänger und Gitarrist auf der Bühne.[9]
Instrumentierung
Für die Aufnahme sind besonders wichtig:
- Schlagzeug und Bass als Fundament des Grooves.
- Gitarren als rockiges und countrybezogenes Klanggerüst.
- Piano beziehungsweise pianobezogene Sampleanteile als Teil der Funktextur.
- Trompeten, Saxophone und Posaune der Tijuana Wonderbrass.
- Gesang und Background-Rufe als rhythmisches Element.
Die Bläser sind dabei nicht bloß „Dekoration“. Kurze, harte Einsätze übernehmen eine ähnliche Funktion wie rhythmische Gitarrenriffs: Sie markieren Formteile, verstärken Akzente und verdichten den Groove.
Selbst erstelltes Bläsersatz-Modell – keine Passage aus dem Original:

Arrangement
Das Arrangement lässt sich als schichtweise organisierter Groove verstehen. Ein wiederkehrendes rhythmisches Fundament trägt die Strophen; darüber setzen Stimme, Gitarren, Pianoelemente und Bläser unterschiedliche Akzente. Im Refrain nimmt die Dichte zu, weil die Hook wiederholt und stärker kollektivisiert wird.
Besonders wirkungsvoll ist das Verhältnis von Dichte und Lücke: Pausen und kurze Stopps erzeugen Erwartung, danach wirken Hook oder Bläsereinsatz umso stärker. Dieses Verfahren ist sowohl im Funk als auch im Rock verbreitet.
Produktion
Die Produktion ist kompakt und auf unmittelbare Wirkung angelegt. Die Rhythmusgruppe sitzt klanglich weit vorne, die Stimme bleibt präsent und die Bläser werden so gemischt, dass ihre Attacke deutlich hörbar ist. Hoss Powers Mehrfachrolle als Produzent, Arrangeur, Recording- und Mixing-Verantwortlicher erklärt, warum Songidee und Klangbild eng aufeinander abgestimmt erscheinen.[6]
Guss Brooks wird als Engineer genannt, Sascha Bühren als Mastering Engineer.[6] Diese Arbeitsteilung zeigt, dass „Eigenproduktion“ nicht bedeutet, eine Person habe sämtliche technischen Aufgaben allein ausgeführt.
Songform
Eine didaktische Höranalyse der offiziellen Aufnahme ergibt als sinnvolle Gliederung:
- Intro: Aufbau der Hook- und Groove-Erwartung.
- Strophe: Textorientierter Abschnitt mit vergleichsweise klarer Leadstimme.
- Refrain: Verdichtung um den Titelruf.
- Strophe: Fortführung der Argumentation und erneute Zuspitzung.
- Refrain: Wiederaufnahme der zentralen Hook.
- Bridge beziehungsweise Kontrastteil: klangliche und inhaltliche Variation.
- Schlussrefrain und Outro: erneute Hook-Bündelung und Abschluss.
Je nach Analysemodell können kurze Übergänge anders benannt werden. Entscheidend ist, dass Du Deine Formgrenzen hörend begründest.
Textthemen, Bildsprache und sinngemäße Übersetzung
Der vollständige Songtext ist urheberrechtlich geschützt und wird hier nicht wiedergegeben. Für die Analyse genügen zwei sehr kurze Zitate: „Don't gimme that“ und „don't take my rock n roll“. Zusammen zeigen sie bereits den zentralen Konflikt: Eine Sprecherfigur wehrt sich gegen Kontrolle und verteidigt einen Kern persönlicher Identität.
Sinngemäß lässt sich der Titelruf als „Komm mir nicht damit“ oder „Das lasse ich mir nicht aufdrängen“ verstehen. Die zweite kurze Passage bedeutet sinngemäß: Die eigene Rock-’n’-Roll-Identität soll unangetastet bleiben.
Zentrale Themen sind:
- Autonomie: Die Sprecherfigur zieht eine klare Grenze.
- Identität: Musik und Gitarre stehen symbolisch für ein unverhandelbares Selbstbild.
- Freiheit: Materielle Dinge erscheinen weniger wichtig als die Möglichkeit, den eigenen Lebensstil zu behalten.
- Widerstand: Der Text nutzt Übertreibung und Trotz als Ausdrucksmittel.
- Rock ’n’ Roll als Symbol: Er steht nicht nur für ein Genre, sondern für Selbstbestimmung.
Die Bildsprache arbeitet mit Gegensätzen: Besitz kann weggenommen werden, die innere Haltung nicht. Motive wie Ketten, Flügel, Gitarre oder Besitz machen diesen Konflikt anschaulich, ohne dass eine vollständige Textwiedergabe nötig ist.
Verbindung von Text und Musik
Die musikalische Gestaltung verstärkt die Botschaft des Textes. Der insistierende Groove wirkt körperlich und beharrlich. Die kurze Hook klingt wie eine wiederholte Zurückweisung. Bläserakzente setzen Ausrufezeichen, während die raue Stimme dem lyrischen Ich Durchsetzungsfähigkeit gibt.
Damit entsteht eine Form von musikalischer Ikonizität: Die Musik „klingt“ so, wie die Textfigur handelt – direkt, selbstbewusst, widerständig und wenig kompromissbereit.
Vergleich verschiedener Fassungen
Studiofassung 2011
Die Studiofassung dauert rund 3:30 Minuten und ist durch Samplebezug, Piano-/Bläsergroove, kompakte Form und kontrollierte Produktion geprägt.[5][1]
Live-&-Acoustic-Fassung 2011
Universal Music veröffentlichte Ende November 2011 eine Live-&-Acoustic-Fassung. Das Label beschreibt die Besetzung ausdrücklich als eine Akustikgitarre und zwei Stimmen.[11]
Der Unterschied ist musikpädagogisch besonders aufschlussreich: Ohne großes Band- und Bläserarrangement müssen Puls, Harmonie, Textverständlichkeit und Stimmcharakter die Wirkung tragen. Dadurch kannst Du untersuchen, welche Elemente für die Wiedererkennbarkeit des Songs wirklich unverzichtbar sind.
Livefassung 2016
Auf dem Livealbum Dos Bros Live erscheint eine etwa 4:28 Minuten lange Konzertfassung; die Studiofassung ist rund eine Minute kürzer.[12] Eine zeitgenössische Besprechung hebt bei Don't Gimme That den massiven Bläsereinsatz hervor.[13]
Beim Vergleich kannst Du auf folgende hörbare Unterschiede achten: längere Form, stärkerer Bühneneindruck, Raumklang, Publikumsreaktionen, größere dynamische Schwankungen und die Wirkung der Bläser im Konzertmix.
Nenas Cover 2016
In Sing meinen Song – Das Tauschkonzert interpretierte Nena den Titel gemeinsam mit ihrer Tochter Larissa neu. RTL/VOX beschreibt diese Fassung ausdrücklich als spritzige „Girlpunk“-Version des ursprünglich raueren Country-Songs.[14]
Der Vergleich zeigt, wie stark sich Genrezuordnung durch Gesang, Artikulation, Gitarrensound, Tempoempfinden und Bühnengestus verschieben kann, obwohl die grundlegende Songidentität erhalten bleibt.
Rezeption und Bedeutung im Werk von The BossHoss
Don't Gimme That wurde zu einem der kommerziell wichtigsten Titel der Band. In Deutschland erreichte die Single Platz 8; die Chartdaten führen insgesamt 58 Wochen in der deutschen Hitparade. In Österreich erreichte der Song Platz 1 und blieb dort 41 Wochen in den Charts. In der Schweiz erreichte er Platz 49 und war zehn Wochen platziert.[15][16]
Die offiziellen deutschen Wochencharts dokumentieren Anfang Februar 2012 Platz 8 als Peak der Single.[17]
Für die langfristige Bedeutung ist auch eine spätere Äußerung von Hoss Power wichtig: In einem SWR1-Interview 2024 bezeichnete er Don't Gimme That als den bekanntesten Song der Band und verwies darauf, wie unmittelbar das Publikum live darauf reagiere.[18]
Dass der Titel 2017 auf The Very Best Of Greatest Hits 2005–2017 erneut prominent herausgestellt wurde, unterstreicht seine Stellung im Katalog der Band.[1]

Das Commons-Foto zeigt The BossHoss beim Wacken Open Air 2012 und veranschaulicht die damalige Live-Präsenz der Band.[19]
Geführte Höranalyse
Höre die offizielle Aufnahme mehrmals mit jeweils einem anderen Fokus.
- Groove: Klopfe nur die Viertel mit und markiere anschließend die Stellen, an denen Bläser oder Gesang bewusst gegen diese Gleichmäßigkeit arbeiten.
- Klangfarbe: Notiere, wann Du Gitarre, Piano, Bass, Schlagzeug und Bläser besonders deutlich wahrnimmst.
- Form: Setze eigene Zeitmarken für Intro, Strophen, Refrains, Kontrastteil und Outro.
- Gesang: Unterscheide Leadgesang, Background-Rufe und sprechnahe Passagen.
- Dynamik: Suche mindestens drei Stellen, an denen eine Pause, ein Stop oder ein dichterer Einsatz die Spannung verändert.
- Vergleich: Höre anschließend die Livefassung und prüfe, welche dieser Merkmale gleich bleiben und welche verändert werden.
Medienkompetenz und Urheberrecht
Dieser aiMOOC verwendet verschiedene Medientypen bewusst unterschiedlich:
- Wikimedia Commons: Die eingebundenen Fotos sind frei lizenzierte Dateien. Für eine Nachnutzung außerhalb von Wikimedia musst Du die jeweilige Lizenz, die Urheberangabe und gegebenenfalls Share-Alike-Bedingungen beachten.
- YouTube: Eingebettet werden offizielle Künstler- oder Rechteinhaberquellen beziehungsweise professionell veröffentlichte Fassungen. Das Einbetten ersetzt keine freie Lizenz am Video.
- Songtext: Es werden keine vollständigen Lyrics wiedergegeben, sondern nur zwei sehr kurze Zitate zu Analysezwecken.
- Noten: Die Score-Beispiele sind kurze Eigenkompositionen zur Erklärung von Rhythmus, Harmonik und Bläserakzenten; sie bilden nicht die geschützte Originalpartitur nach.
- Quellenkritik: Bei widersprüchlichen Akkord- oder Tonartangaben aus nicht autorisierten Internet-Transkriptionen wird die Unsicherheit ausdrücklich benannt.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welcher historische Funk-Titel bildet laut Universal Music die Sample-Grundlage von Don't Gimme That? (Give It Up Or Turnit A Loose) (!Sex Machine) (!Papa Was A Rollin Stone) (!Superstition)
Welche Formation ist bei der Aufnahme als Bläsergruppe beteiligt? (The Tijuana Wonderbrass) (!Tower of Power) (!The Memphis Horns) (!Earth Wind and Fire Horns)
Welche besondere Produktionsrolle hatte Hoss Power bei der Aufnahme? (Er war unter anderem Produzent Arrangeur Recording Engineer und Mixing Engineer) (!Er war ausschließlich Gastgitarrist) (!Er war nur für das Coverfoto zuständig) (!Er war nur Konzertveranstalter)
Wo wurde das Musikvideo laut Label gedreht? (In Texas) (!In London) (!In Wien) (!In Nashville ausschließlich im Studio)
Welcher musikalische Aspekt prägt den Titel besonders stark? (Ein funkorientierter Groove) (!Ein langsamer Walzer) (!Eine reine A-cappella-Struktur) (!Ein barockes Fugenprinzip)
Welche Aussage beschreibt die Textaussage am besten? (Die Sprecherfigur verteidigt persönliche Freiheit und musikalische Identität) (!Die Sprecherfigur beschreibt eine historische Schlacht) (!Der Text ist eine Reisebeschreibung ohne Konflikt) (!Der Text erklärt Musiktheorie)
Welche Fassung reduziert den Song auf besonders wenige Klangquellen? (Die Live und Acoustic Fassung mit Akustikgitarre und zwei Stimmen) (!Die Studiofassung mit Bläsergruppe) (!Die 2016er Livefassung mit großer Band) (!Das offizielle Musikvideo als Bildmedium)
Welche Chartspitze erreichte Don't Gimme That in Österreich? (Platz 1) (!Platz 12) (!Platz 27) (!Platz 49)
Was ist bei den Score-Beispielen dieses aiMOOCs besonders wichtig? (Sie sind selbst erstellte Analysemodelle und keine Transkription des Originals) (!Sie geben die vollständige Originalpartitur wieder) (!Sie stammen aus dem Songbook der Band) (!Sie ersetzen das Hören der Aufnahme vollständig)
Wie wurde Nenas Neuinterpretation 2016 von RTL beziehungsweise VOX beschrieben? (Als Girlpunk Version) (!Als Opernarie) (!Als Reggae Dub) (!Als klassisches Streichquartett)
Memory
| James Brown | Samplequelle |
| Tijuana Wonderbrass | Bläsersektion |
| Hoss Power | Produktion |
| Texas | Videodreh |
| Freiheit | Zentrales Textthema |
| Groove | Rhythmisches Grundprinzip |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Sample | Historischer Funkbezug |
| Bläser | Markante Klangakzente |
| Hook | Wiedererkennbarer Titelruf |
| Livefassung | Erweiterte Konzertwirkung |
| Autonomie | Zentrale Textaussage |
Kreuzworträtsel
| Groove | Welcher Begriff bezeichnet das körperlich spürbare rhythmische Zusammenspiel? |
| Sample | Wie heißt die Übernahme eines Klangfragments oder einer Aufnahme in einen neuen Produktionskontext? |
| Texas | In welchem US-Bundesstaat wurde das Musikvideo gedreht? |
| Freiheit | Welches zentrale Thema verteidigt die Sprecherfigur? |
| Blaeser | Welche Instrumentengruppe prägt den Funkcharakter besonders? |
| Produktion | Wie nennt man die klangliche Gestaltung und technische Realisierung einer Aufnahme? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Hörprotokoll: Höre die Studioaufnahme und notiere fünf Klangereignisse, die Dir besonders auffallen. Ordne sie Gesang, Rhythmusgruppe, Gitarre, Piano oder Bläsern zu.
- Coverbild: Gestalte ein eigenes, vollständig neues Covermotiv, das das Thema Freiheit visualisiert, ohne das Originalcover zu kopieren.
- Rhythmusübung: Entwickle einen eigenen zweitaktigen 4/4-Groove mit Pausen und Synkopen und klatsche ihn in der Lerngruppe vor.
- Begriffskarte: Erstelle eine Mindmap mit den Begriffen Funk, Country-Rock, Sample, Hook, Bläser und Groove.
Standard
- Songform: Erstelle anhand des offiziellen Videos eine Zeitleiste der Formteile und begründe mindestens zwei Grenzstellen musikalisch.
- Fassungsvergleich: Vergleiche Studio-, Acoustic- und Livefassung in einer Tabelle zu Besetzung, Klangdichte, Dynamik, Form und Wirkung.
- Textdeutung: Schreibe eine eigene Interpretation zum Thema Autonomie und erkläre, wie musikalische Gestaltung die Botschaft unterstützt.
- Medienanalyse: Untersuche das Texas-Musikvideo auf Western-Symbole, Kameraführung, Kleidung und Schauplätze. Trenne Beobachtung und Interpretation deutlich.
Schwer
- Samplinganalyse: Vergleiche die BossHoss-Aufnahme mit James Browns Give It Up Or Turnit A Loose und beschreibe, welche Funktion der historische Bezug im neuen Kontext erhält, ohne geschützte Passagen zu transkribieren.
- Produktionsanalyse: Erstelle ein mögliches Spurenmodell der Aufnahme mit Rhythmusgruppe, Gitarren, Stimmen, Piano und Bläsern. Begründe Panorama, Dynamikbearbeitung und Mischprioritäten.
- Arrangementprojekt: Arrangiere eine eigene acht- bis sechzehntaktige Komposition für Rhythmusgruppe und drei Bläser nach dem Prinzip kurzer Funk-Akzente. Verwende keine Melodie aus Don't Gimme That.
- Quellenkritik: Vergleiche mindestens vier Quellen zu Veröffentlichungsdatum, Credits, Tonart, Tempo oder Chartdaten. Bewerte, welche Angaben Primärquellen, Sekundärquellen oder nutzergenerierte Transkriptionen sind.


Lernkontrolle
- Stiltransfer: Erkläre, wie sich derselbe Song verändern würde, wenn die Bläser entfernt und durch ein Streichquartett ersetzt würden. Beziehe Groove, Klangfarbe und Genre-Wahrnehmung ein.
- Sample und Autorschaft: Begründe, warum die Nennung von Charles Fred Bobbitt in den Credits für die Analyse der Aufnahme relevant ist.
- Form und Wirkung: Zeige an zwei selbst gewählten Stellen, wie Wiederholung und Kontrast zusammenwirken können, um eine Hook stärker erscheinen zu lassen.
- Text und Musik: Analysiere, wie die musikalische Direktheit zur inhaltlichen Idee persönlicher Grenzziehung passt.
- Versionsvergleich: Erkläre, welche musikalischen Informationen in einer Acoustic-Fassung deutlicher hervortreten können als in einer dicht produzierten Studiofassung.
- Quellenbewertung: Entwickle Kriterien, mit denen Du widersprüchliche Angaben zu Tonart oder Akkorden im Internet prüfen würdest.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu Don't Gimme That solltest Du zeigen können, dass Du:
- die Entstehung der Single in den Kontext von Liberty of Action, Texas-Reise und Medienpräsenz 2011 einordnen kannst,
- mindestens drei auf Quellen gestützte Besonderheiten genau dieser Aufnahme benennen und erklären kannst,
- Stil, Groove, Harmonik, Melodik, Gesang, Instrumentierung, Arrangement, Produktion und Form fachsprachlich beschreiben kannst,
- den Text inhaltlich erschließen kannst, ohne geschützte Lyrics vollständig zu übernehmen,
- Studio-, Acoustic-, Live- und Coverversionen anhand konkreter musikalischer Kriterien vergleichen kannst,
- Sampleverwendung, Credits und Quellen kritisch einordnen kannst,
- zwischen belegtem Fakt, eigener Hörbeobachtung und Interpretation unterscheiden kannst,
- rechtssichere Mediennutzung und freie Lizenzen erklären kannst.
Quellen und Nachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Universal Music: Don’t Gimme That und das James-Brown-Sample, 06.05.2017
- ↑ Wikimedia Commons: Voelkel Vollmer 2012-02-24.jpg
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Universal Music: Don’t Gimme That – Die Single ab sofort überall, 11.11.2011
- ↑ Universal Music: Liberty Of Action
- ↑ 5,0 5,1 5,2 Spotify: Don’t Gimme That
- ↑ 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 6,6 6,7 UMG / YouTube: Don’t Gimme That – Audio und Credits
- ↑ Universal Music: Neues Album, neue Single, neues Video, 25.11.2011
- ↑ Wikimedia Commons: Deutscher Fernsehpreis 2012 – Rea Garvey – The BossHoss.jpg
- ↑ 9,0 9,1 Wikimedia Commons: The BossHoss – Rock im Park 2013
- ↑ SongBPM: Don’t Gimme That
- ↑ Universal Music: Live & Acoustic Don’t Gimme That
- ↑ Spotify: Dos Bros Live
- ↑ laut.de: Dos Bros Live
- ↑ RTL/VOX: Nena interpretiert Don’t Gimme That
- ↑ hitparade.ch: Don’t Gimme That
- ↑ austriancharts.at: The BossHoss
- ↑ Offizielle Deutsche Charts: Woche 03.02.–09.02.2012
- ↑ SWR1: Interview mit Hoss Power, 27.05.2024
- ↑ Wikimedia Commons: The BossHoss beim Wacken Open Air 2012
Zusätzliche Quellen zur Vertiefung:
- Universal Music: offizielles Videoportal zu Don't Gimme That
- Universal Music: Biografie The BossHoss
- WDR Rockpalast: Besetzung und Setlist 2012
- Wikipedia: Liberty of Action
- Wikipedia: The BossHoss
- Wikimedia Commons: Kategorie The BossHoss
OERs zum Thema
Für Don't Gimme That gibt es keinen eigenständigen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel. Das zugehörige Album bietet jedoch einen geeigneten offenen Einstieg:
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