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Technischer Verkauf und Kundenberatung – Reklamationen sachlich aufnehmen

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Technischer Verkauf und Kundenberatung – Reklamationen sachlich aufnehmen

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Einleitung

Technischer Verkauf und Kundenberatung – Reklamationen sachlich aufnehmen

Zielgruppe: Ausbildung in Verkauf, Handel und technischer Kundenberatung. Lernzeit: ca. 60–75 Minuten in fünf kurzen Einheiten. Leitfrage: Was ist der Befund, was erwartet der Kunde und wie bleibt jeder Schritt nachvollziehbar?

Dein Lernziel: Du unterscheidest Beobachtung und Vermutung, führst ein ruhiges Reklamationsgespräch, vergleichst technische Produkte sachlich und dokumentierst den weiteren Ablauf. Alle Personen, Firmen, Geräte, Preise, Termine und Vorgangsnummern des Übungsfalls sind fiktiv.

Gesprächssituation als Symbolbild; nicht der konkrete Übungsfall.

Arbeitsregel: Nutze nur fiktive Daten. Kein Hochladen von Kundenunterlagen, Gesprächsaufzeichnungen oder Bildern; keine externen KI-Dienste erforderlich. Verlinkte Videos sind freiwillige Drittanbieterangebote und können beim Abspielen Daten an YouTube übertragen. Du kannst alle Aufgaben auch allein mit den Textdialogen lösen.


Lerneinheit 1: Ruhig zuhören und präzise nachfragen

Dauer: 10 Minuten · Schwerpunkt: Aktives Zuhören


Gesprächsmedium 1: Kundenkontakt

Deutsche Welle: Kundenberatung im Einzelhandel. Beobachte, wie Fragen gestellt und Informationen geklärt werden. Das Video zeigt Beratung, nicht den fiktiven Reklamationsfall.

Mini-Regel: Ausreden lassen → Verständnis zeigen → offen nachfragen → Gesagtes zusammenfassen.

Ungünstig: „Sie haben das Gerät bestimmt falsch benutzt.“

Besser: „Ich verstehe, dass Sie das Gerät dringend brauchen. Was genau passiert beim Einschalten?“

Kurzvideo: Techniken des aktiven Zuhörens. Hörauftrag: Finde eine Formulierung zum Nachfragen.

Basisimpuls: Formuliere eine offene Frage, die nicht schon eine Fehlerursache unterstellt.


Lerneinheit 2: Ausbildungsfall – Befund und Erwartung trennen

Dauer: 15 Minuten · Schwerpunkt: Reklamation und Sachmangel

Symbolfoto einer Akku-Bohrmaschine; keine Abbildung der fiktiven Artikel.

Fallakte TW-26-1048 (rein fiktiv): Bei der TechnikWerk Lernhandel GmbH meldet sich am 09.10.2026 die Privatkundin Mira Feld. Sie erhielt am 21.09.2026 einen BohrFix T18 für 149,00 €. Nach ihrer Aussage stoppt das Gerät bei normaler Nutzung nach ungefähr 20 Sekunden. Sie möchte möglichst vor dem 14.10.2026 ein funktionierendes Gerät. Die technische Ursache ist ungeklärt.


Gesprächsmedium 2: Zwei mögliche Gesprächsverläufe

Problematisches Gespräch Sachliche Variante
Kundin: „Mein Akkuschrauber bleibt ständig stehen!“
Azubi: „Das ist sicher der Akku. Da können wir nichts machen.“
Kundin: „Mein Akkuschrauber bleibt ständig stehen!“
Azubi: „Danke für den Hinweis. Tritt das auch bei voll geladenem Akku auf? Ich notiere zunächst Ihre Beobachtung.“
Kundin: „Ich brauche ihn nächste Woche!“
Azubi: „Bis dahin bekommen Sie garantiert Ersatz.“
Kundin: „Ich brauche ihn nächste Woche!“
Azubi: „Ich halte Ihren Terminwunsch fest und kläre, wann wir verbindlich Rückmeldung geben können.“

Merke: Ein Befund beschreibt das Beobachtete. Eine Ursache darfst Du ohne Prüfung nicht als Tatsache ausgeben. Die Erwartung der Kundin ist kein bereits zugesagtes Ergebnis.

Beispiel für einen Kassenbeleg; nicht der Kaufbeleg von Mira Feld.

Kurzauftrag: Trenne im Fall drei Angaben: Kundenbeobachtung, Kundenwunsch und noch ungeprüfte Ursache.


Lerneinheit 3: Technische Angaben und Produkte vergleichen

Dauer: 10 Minuten · Schwerpunkt: Produktvergleich

Vergleichsbild eines Akkuwerkzeugs; die nachstehenden Produktdaten sind erfunden.

Merkmal BohrFix T18 BohrFix T18 Plus
Verkaufspreis (fiktiv) 149,00 € 179,00 €
Akkuspannung 18 V 18 V
Drehmoment (fiktiv) 40 Nm 50 Nm
Lieferumfang (fiktiv) 1 Akku mit 2 Ah 2 Akkus mit je 2 Ah
Verfügbarkeit laut Übungsfall Ersatzgerät momentan nicht lagernd Modell lagernd

Kaufmännischer Vergleich: Das Plus-Modell kostet 30,00 € mehr. Mehr Drehmoment und ein zusätzlicher Akku sind Produktmerkmale, kein Beweis für die Ursache des Defekts.

Wichtig: Die Kundin muss nicht allein wegen ihrer Reklamation ein teureres Gerät kaufen. Ein freiwilliges Upgrade ist getrennt von der kostenlosen gesetzlichen Nacherfüllung zu besprechen. Auch das sofort verfügbare Plus-Modell darf nicht ungefragt als kostenpflichtige Pflichtlösung dargestellt werden.

Entscheidungsfall: Die Kundin fragt nach einer schnellen Lösung. Welche Gesprächsantwort ist am geeignetsten?

A: „Zahlen Sie 30 Euro dazu, sonst gibt es keine Reklamation.“

B: „Ich erfasse zuerst Ihren Anspruch und prüfe Reparatur oder Ersatzlieferung. Über das Plus-Modell können wir getrennt sprechen, wenn Sie möchten.“

C: „Ich gebe Ihnen das Plus-Modell sofort gratis, ohne Rücksprache.“

Begründetes Feedback zum Entscheidungsfall anzeigen A ist ungeeignet: Eine Zahlung darf nicht zur Voraussetzung einer berechtigten Nacherfüllung gemacht werden. B ist angemessen: Erst Rechte und Machbarkeit prüfen, dann gegebenenfalls freiwillige Alternativen anbieten. C verspricht eine nicht freigegebene Lösung und überspringt die Klärung.


Lerneinheit 4: Rechte kennen, ohne vorschnell zu versprechen

Dauer: 10 Minuten · Schwerpunkt: Gewährleistung

Verbraucherzentralen: „Deine Rechte bei der Reklamation“. Rechtsinformationen bitte mit den unten verlinkten Gesetzestexten abgleichen.

Für den typischen Kauf neuer Waren durch Privatpersonen in Deutschland gilt: Bei einem Sachmangel ist grundsätzlich der Verkäufer Ansprechpartner. Die Kundin kann zunächst Nacherfüllung durch Reparatur oder Ersatzlieferung wählen; eine gewählte Art kann unter gesetzlichen Voraussetzungen verweigert werden. Die erforderlichen Nacherfüllungskosten trägt der Verkäufer (§ 439 BGB). Die regelmäßige Verjährung für Mängelansprüche beträgt zwei Jahre ab Ablieferung (§ 438 BGB). Zeigt sich der mangelhafte Zustand im ersten Jahr, greift beim Verbrauchsgüterkauf grundsätzlich die Vermutung nach § 477 BGB.

Aktuell seit 31.07.2026: Bei einschlägigen neuen Verbrauchsgüterkäufen verlängert eine Nacherfüllung durch Reparatur die ursprüngliche Verjährungsfrist einmalig um zwölf Monate (§ 475e Abs. 5 BGB). Vor der Nacherfüllung ist über das Wahlrecht sowie diese Folge der Reparatur zu informieren (§ 475 Abs. 4 BGB). Garantie ist dagegen eine zusätzliche freiwillige Zusage; Kulanz ersetzt keine gesetzlichen Rechte.

Verkäuferpflicht heißt nicht: sofort Geld zurückzahlen oder jedes gewünschte Ersatzmodell ungeprüft zusagen. Zunächst den Sachverhalt aufnehmen und den rechtlich sowie technisch zulässigen Weg klären.


Mini-Fall im Geschäftskundenbereich

Die Falkenwerkstatt GmbH kauft als gewerbliche Kundin fiktiv fünf Ladegeräte bei einem kaufmännischen Lieferanten. Bei der Warenprüfung wird eine fehlende Einheit entdeckt. Wenn der Kauf für beide Seiten ein Handelsgeschäft ist, verlangt § 377 HGB grundsätzlich eine unverzügliche Untersuchung und Anzeige erkennbarer Mängel. Frage: Warum ist in diesem Fall das Datum der Entdeckung besonders wichtig?

Feedback anzeigen Weil der Zeitpunkt der Entdeckung und der Anzeige für die handelsrechtliche Rügeobliegenheit entscheidend sein kann. „Unverzüglich“ bedeutet nicht pauschal eine feste Zahl von Tagen. Die Regeln für Privatkundinnen dürfen nicht unbesehen auf Handelsgeschäfte übertragen werden.


Lerneinheit 5: Dokumentierter Ablauf und Rückmeldung

Dauer: 15 Minuten · Schwerpunkt: Beschwerdemanagement

Eine klare Checkliste verhindert Informationsverluste.

Ablauf: Kontakt → Beobachtung erfassen → Kauf und Produkt zuordnen → Wunsch notieren → Prüfweg festlegen → verantwortliche Person benennen → Rückmeldung dokumentieren → Abschluss bestätigen.


Muster eines Reklamationsprotokolls

Feld Sachlicher Eintrag (alles fiktiv)
Vorgangsnummer TW-26-1048
Eingang / Kanal 09.10.2026, Gespräch im Laden
Produkt / Kauf BohrFix T18, 149,00 €, Ablieferung 21.09.2026
Kundenangabe / Befund Gerät stoppt laut Kundin nach etwa 20 Sekunden Betrieb
Eigene technische Prüfung Noch nicht erfolgt; keine Ursache festgestellt
Kundenwunsch Möglichst funktionsfähiges Gerät bis 14.10.2026
Vereinbart / noch offen Nacherfüllungsart und Verfügbarkeit werden geprüft
Zuständig Serviceteam; Übergabe durch Auszubildende
Nächste Rückmeldung Spätestens 12.10.2026 zum Bearbeitungsstand; keine Zusage der Fertigstellung
Status Offen – Prüfung veranlasst

Symbolbild für die telefonische Statusmitteilung.

Abschlussformulierung: „Ich habe Ihre Beobachtung und Ihren Terminwunsch aufgenommen. Die Prüfung läuft unter TW-26-1048. Wir melden uns spätestens am 12. Oktober zum Stand. Das ist noch keine Zusage für eine Reparatur oder Lieferung bis zum 14. Oktober.“

Datensparsamkeit: Im echten Betrieb nur erforderliche Kundendaten im freigegebenen System erfassen; keine privaten Geräte, unbefugten Weiterleitungen oder heimlichen Tonaufnahmen verwenden.


Gestufte Hilfen für den Ausbildungsfall

Hilfe 1 – Denkanstoß anzeigen Markiere in der Kundenaussage alle beobachtbaren Vorgänge. Alles, was nur die Ursache vermutet, gehört nicht in die Spalte „festgestellter Fehler“.

Hilfe 2 – Satzstarter anzeigen „Die Kundin berichtet, dass …“ / „Sie wünscht …“ / „Die technische Ursache ist …“ / „Die nächste Statusmeldung erfolgt …“

Hilfe 3 – Muster und Begründung anzeigen „Die Kundin berichtet einen Ausfall nach ungefähr 20 Sekunden. Sie wünscht zeitnah ein funktionsfähiges Gerät. Eine Ursache ist noch nicht geprüft; das Serviceteam informiert bis zum 12. Oktober über den Stand.“ Diese Notiz trennt Beobachtung, Wunsch, Unsicherheit und nächsten Schritt.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Angabe ist ein sachlicher Befund? (Das Gerät stoppt laut Kundin nach etwa 20 Sekunden) (!Der Akku ist zweifelsfrei defekt) (!Die Kundin hat falsch gearbeitet) (!Das Gerät ist immer unbrauchbar)




Welche Frage hilft bei der Sachverhaltsklärung? (Wann genau tritt die Störung auf) (!Warum haben Sie das Gerät beschädigt) (!Sie möchten doch das teurere Gerät) (!Warum reklamieren Sie überhaupt)




Was beschreibt eine Kundenerwartung? (Der Wunsch nach einem funktionsfähigen Gerät bis zum Termin) (!Eine bereits nachgewiesene technische Fehlerursache) (!Eine automatisch genehmigte Erstattung) (!Einen internen Warenbestand)




Was muss bei ungeprüfter Fehlerursache dokumentiert werden? (Ursache noch nicht festgestellt) (!Motor nachweislich beschädigt) (!Kunde haftet sicher) (!Garantie automatisch ausgeschlossen)




Wer ist bei gesetzlicher Mängelhaftung grundsätzlich Ansprechpartner der Privatkundin? (Der Verkäufer) (!Ausschließlich der Akkuhersteller) (!Nur das Versandunternehmen) (!Immer die Berufsschule)




Welche Formen der Nacherfüllung nennt das Kaufrecht grundsätzlich? (Reparatur oder Ersatzlieferung) (!Nur sofortige Kaufpreiserstattung) (!Nur ein kostenpflichtiges Upgrade) (!Nur eine Gutschrift auf Kulanz)




Was bedeutet eine Garantie im Vergleich zur gesetzlichen Gewährleistung? (Eine zusätzliche freiwillige Zusage) (!Sie ersetzt alle gesetzlichen Käuferrechte) (!Sie gilt nur für Geschäftskunden) (!Sie verlangt immer einen Aufpreis)




Was gehört zu einem nachvollziehbaren Reklamationsprotokoll? (Zuständigkeit und Termin der nächsten Rückmeldung) (!Nur der Vorname des Auszubildenden) (!Eine unbewiesene Schuldzuweisung) (!Eine nicht genehmigte Lösungsgarantie)




Wie hoch ist der Aufpreis des fiktiven Plus-Modells? (30 Euro) (!10 Euro) (!50 Euro) (!70 Euro)




Welche Rückmeldung ist sachlich korrekt? (Wir informieren bis zum vereinbarten Tag über den Bearbeitungsstand) (!Die Reparatur ist ohne Prüfung garantiert) (!Eine Rückmeldung ist unnötig) (!Sie müssen zuerst ein neues Gerät kaufen)





Begründetes Feedback zur Quiz-Selbstkontrolle

  1. Befund: Beobachtetes ist prüfbar; Fehlerursachen und Schuldzuweisungen nicht.
  2. Offene Frage: Sie schafft Information, ohne die Antwort vorwegzunehmen.
  3. Erwartung: Ein Kundenwunsch ist zunächst weder Befund noch Zusage.
  4. Ungeklärte Ursache: Diese Kennzeichnung vermeidet falsche Diagnosen.
  5. Verkäufer: Bei gesetzlichen Ansprüchen ist nicht allein der Hersteller zuständig.
  6. Nacherfüllung: Reparatur und Ersatzlieferung stehen grundsätzlich zur Wahl, unter gesetzlichen Grenzen.
  7. Garantie: Ihre Bedingungen kommen zusätzlich zur gesetzlichen Mängelhaftung.
  8. Dokumentation: Zuständigkeit und Rückmeldetermin ermöglichen Nachverfolgung.
  9. Preisdifferenz: 179 minus 149 ergibt 30 Euro; ein Upgrade ist keine Pflicht.
  10. Statusmeldung: Ein überprüfbarer nächster Schritt ist besser als ein leeres Versprechen.


Memory

Befund beobachteter Zustand
Erwartung gewünschtes Ergebnis
Vorgangsnummer eindeutige Fallkennung
Eingangstag Datum der Reklamationsaufnahme
Nacherfüllung Reparatur oder Ersatzlieferung
Kulanz freiwilliges Entgegenkommen
Rückmeldung Information über den Bearbeitungsstand





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Gesprächsphase
Zuhören und begrüßen Gesprächseröffnung
Gezielt nachfragen Sachverhaltsklärung
Wunsch wiedergeben Erwartungsabgleich
Prüfung veranlassen Vorgehensplanung
Statuskontakt vereinbaren Gesprächsabschluss





Kreuzworträtsel

Befund Wie heißt eine sachlich dokumentierte Beobachtung zum Fehler?
Erwartung Wie heißt das gewünschte Ergebnis der Kundin?
Protokoll Wie heißt die geordnete schriftliche Vorgangsdokumentation?
Garantie Wie heißt eine zusätzliche freiwillige Zusage?
Kulanz Wie heißt das freiwillige Entgegenkommen ohne Rechtspflicht?
Reparatur Wie heißt die Beseitigung eines Mangels am vorhandenen Gerät?





LearningApps

Suche nach passenden Übungen; Suchergebnisse sind keine vorab geprüften Einzelaufgaben.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine sachliche Reklamationsaufnahme beginnt mit dem beschriebenen

.
Der Wunsch der Kundin wird als

notiert.
Eine unbewiesene technische

darf nicht behauptet werden.
Durch gezieltes

klärst Du wichtige Einzelheiten.
Die Bearbeitung erhält eine eindeutige

.
Das Serviceteam plant die weitere

.
Bei gesetzlichen Mängelrechten ist der

grundsätzlich Ansprechpartner.
Reparatur und Ersatzlieferung heißen rechtlich

.
Ein höherwertiges Gerät darf nicht als verpflichtendes

verkauft werden.
Zum Schluss vereinbarst Du eine verlässliche

.



Offene Aufgaben

Arbeitsform: Zu zweit im Rollenspiel oder allein schriftlich. Verwende ausschließlich die fiktive Fallakte und lokale Notizen.


Leicht – Basis

  1. Befund: Unterstreiche im Falltext genau zwei nachprüfbare Angaben und formuliere sie neutral.
  2. Kundenwunsch: Notiere den Wunsch der Kundin in einem Satz ohne Lösungsversprechen.
  3. Fragetechnik: Schreibe drei offene Fragen zum Ausfall des Akkuwerkzeugs.
  4. Dokumentation: Übertrage Datum, Produkt, Preis und Vorgangsnummer in eine eigene Mini-Tabelle.


Standard – Anwendung

  1. Rollenspiel: Spiele einen zweiminütigen Reklamationsdialog mit Begrüßung, Rückfrage und Zusammenfassung; keine Aufzeichnung nötig.
  2. Produktvergleich: Vergleiche die beiden fiktiven Geräte hinsichtlich Preis, Drehmoment und Lieferumfang; erkläre, warum das den Mangel nicht diagnostiziert.
  3. Reklamationsprotokoll: Erstelle eine vollständige Notiz mit „Kundenangabe“, „ungeprüft“, „Wunsch“, „zuständig“ und „nächster Schritt“.
  4. Kundenkommunikation: Formuliere eine sachliche Statusnachricht für den 12.10.2026, wenn die Prüfung noch nicht abgeschlossen ist.


Schwer – Transfer

  1. Verbrauchsgüterkauf: Begründe, weshalb Du weder sofort Geld zurück noch ein kostenpflichtiges Plus-Modell als Pflichtlösung zusagen darfst.
  2. Handelskauf: Vergleiche die Reklamation von Mira Feld mit dem Fall der Falkenwerkstatt GmbH und erläutere die Bedeutung von § 377 HGB.
  3. Beschwerdemanagement: Entwirf ein einfaches Eskalationsschema für verspätete Rückmeldungen und nenne je Schritt die verantwortliche Rolle.
  4. Qualitätsmanagement: Entwickle zwei anonymisierte Kennzahlen zur Reklamationsbearbeitung und erkläre, wie sie Fehler im Ablauf sichtbar machen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Feedback und Bewertung für die offenen Aufgaben

Basis – erreicht: Beobachtung und Wunsch sind sauber getrennt. Nachbessern: Streiche Diagnosewörter wie „definitiv defekt“, solange keine Prüfung vorliegt.

Anwendung – erreicht: Ein Gespräch bleibt respektvoll; das Protokoll enthält Ursache-Status, Zuständigkeit und nächstes Datum. Nachbessern: Ersetze vage Sätze wie „Wir melden uns irgendwann“ durch einen konkreten, realistisch vereinbarten Kontakt.

Transfer – erreicht: Du trennst B2C und gegebenenfalls B2B, nennst Rechte nur unter ihren Voraussetzungen und schlägst datensparsame Prozessverbesserungen vor. Nachbessern: Ergänze die Begründung, wenn Du lediglich „Kunde bekommt ein neues Gerät“ notiert hast.

Bewertungsraster (je 0–2 Punkte): sachlicher Befund, geklärte Erwartung, korrekte rechtliche Einordnung, lückenloser Ablauf, respektvolle Sprache. 8–10 Punkte: sicher; 5–7: gezielt überarbeiten; 0–4: zunächst Basis und Hilfen wiederholen. Begründung: Für eine verlässliche Reklamationsbearbeitung müssen alle fünf Bereiche erkennbar sein.


Lernkontrolle

  1. Perspektivwechsel: Eine Kundin besteht auf sofortiger Rückzahlung. Erkläre freundlich den Grundgedanken der Nacherfüllung und beschreibe den nächsten korrekten Prüfungsschritt.
  2. Ursache und Wirkung: Welche Folgen hätte die falsche Protokollnotiz „Akku defekt“ für Werkstatt, Kundin und Betrieb? Formuliere eine bessere Notiz.
  3. Zeitmanagement: Die vereinbarte Statusmeldung ist nicht möglich, weil die zuständige Person krank ist. Entwickle einen verlässlichen Ersatzablauf.
  4. Beratungsethik: Ein Kollege will das Plus-Modell nur gegen Aufpreis anbieten und die Reklamation davon abhängig machen. Begründe Deine Reaktion.
  5. Rechtstransfer: Erläutere anhand der zwei Fälle, warum die Rügeobliegenheit des § 377 HGB nicht pauschal für jede Privatkundin gilt.
  6. Prozessverbesserung: Die gleichen Ausfallbeschreibungen tauchen häufig auf. Entwirf einen datensparsamen Weg von Reklamationsnotizen zu Qualitätsverbesserungen.

Rückmeldemaßstab: Eine gute Antwort verknüpft beobachtete Tatsachen, Kundeninteresse, rechtliche Voraussetzungen und einen dokumentierbaren nächsten Schritt; reine Schlagwortlisten reichen nicht.




Lernnachweis

  1. Gespräch: Du führst ein kurzes, respektvolles Reklamationsgespräch mit offenen Fragen.
  2. Befund: Du trennst Aussage, Beobachtung, Vermutung und bestätigte Prüfung.
  3. Kundenorientierung: Du hältst die Erwartung fest, ohne nicht autorisierte Zusagen.
  4. Dokumentation: Du lieferst ein anonymes, vollständiges Protokoll mit Status, Zuständigkeit und Rückmeldepunkt.
  5. Recht und Beratung: Du erläuterst an den beiden fiktiven Fällen die Grundzüge von Nacherfüllung und Handelskauf.
  6. Transfer: Du begründest eine produktbezogene Entscheidung ohne Verkaufsdruck.




OERs zum Thema

Wikipedia: Reklamation, Beschwerdemanagement, Gewährleistung, Aktives Zuhören.

Geprüfte fachliche Quellen (Deutschland; Stand 10.10.2026):

  1. § 437 BGB – Käuferrechte bei Mängeln
  2. § 439 BGB – Nacherfüllung
  3. § 438 BGB – Verjährung
  4. § 477 BGB – Beweislastumkehr
  5. § 475 BGB – Verbrauchsgüterkauf
  6. § 475e BGB – verlängerte Verjährung bei Reparatur
  7. § 377 HGB – Untersuchung und Mängelanzeige im Handelskauf
  8. Verbraucherzentralen – Recht auf Reparatur seit 31. Juli 2026
  9. Verbraucherzentrale – So reklamieren Sie richtig
  10. IHK Reutlingen – Reklamationsgespräche

Mediennachweise und Nutzungsrechte (jeweils Dateibeschreibung bei Wikimedia Commons):

  1. Telephone Headset.jpg – Panelxf, CC0.
  2. CordlessDrill.jpg – Greg Hume, CC BY-SA 3.0.
  3. Example Reciept 001.png – DoubleCritch, CC0.
  4. Easy drill.JPG – Gisling, CC BY-SA 3.0.
  5. Clipboard check.svg – Mahua Sarkar, CC0.
  6. Aspect Tel-set telephone call centre.jpg – Petiatil, CC BY-SA 3.0.

Videos: Deutsche Welle – Kundenberatung, Deutsche Schlafakademie – Aktives Zuhören und Verbraucherzentralen – Rechte bei der Reklamation. Die YouTube-Videos sind nicht als frei nachnutzbar gekennzeichnet; hier werden nur nachprüfbare Originalvideos eingebettet, nicht kopiert. Externe Materialien können eigene Nutzungs- und Datenschutzbedingungen haben. Die Falltabellen und Gesprächsbeispiele sind eigens erstellte, fiktive Lernmaterialien.



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