Technischer Verkauf und Kundenberatung – Nachhaltigkeitsargumente prüfen
Technischer Verkauf und Kundenberatung – Nachhaltigkeitsargumente prüfen
Lernkurs für die Ausbildung im technischen Vertrieb, Groß- und Außenhandelsmanagement und kaufmännisch-technischen Berufen
Kurzbeschreibung: Du prüfst Nachhaltigkeitsversprechen auf Nachweise, Systemgrenzen und mögliche Irreführung. Mit einem fiktiven Pumpenvergleich berechnest Du Betriebskosten, bewertest Werbeaussagen und führst ein sachliches Kundengespräch.
Lernzeit: 60–75 Minuten für den Grundkurs. Vertiefungsaufgaben können zusätzlich bearbeitet werden.
Lernweg: Sechs kurze Lerneinheiten, ein durchgehender Ausbildungsfall, Medien, Quiz, kaufmännische Entscheidungen und Gesprächstraining.
Datenschutz: Alle Firmennamen, Produktdaten, Preise und Prüfberichte im Fall sind erfunden. Es sind keine Uploads, Anmeldungen, personenbezogenen Daten oder externen KI-Dienste erforderlich. Externe Videos und Zusatzangebote sind freiwillig.
Einleitung
Eine Kundin fragt im technischen Verkauf:
„Welche Pumpe ist wirklich nachhaltiger – und können Sie mir das beweisen?“
Deine Aufgabe ist nicht, möglichst überzeugend zu werben. Du sollst fachlich richtig, wirtschaftlich nachvollziehbar und ehrlich beraten.
Drei Leitfragen:
- Nachweis: Welche Aussage ist durch welche Unterlage gedeckt?
- Systemgrenze: Welche Lebensphasen und Umweltwirkungen wurden erfasst?
- Greenwashing: Wird aus einem begrenzten Vorteil ein übertriebener Gesamteindruck?

Medienimpuls: Schematischer Aufbau einer Kreiselpumpe. Die Abbildung zeigt kein Produkt aus dem erfundenen Ausbildungsfall. Quelle: Wikimedia Commons, Fantagu / sunspeanzler, CC BY-SA.
Dein Ausbildungsauftrag
Du arbeitest bei der fiktiven Technikhandel Nord GmbH.
Die ebenfalls fiktive Kundin Frau Kaya benötigt eine Umwälzpumpe für eine technische Anlage. Zwei Angebote erfüllen laut Falldaten denselben erforderlichen hydraulischen Betriebspunkt.
Deine Ausbildungsleitung erwartet:
- Eine Nachweisprüfung
- Einen Kostenvergleich
- Eine Einschätzung der Umweltargumente
- Eine sachliche Kaufempfehlung
- Ein kurzes Beratungsgespräch
Wichtig: Im Kurs werden Aussagen anhand vorgegebener Übungsdaten geprüft. Diese Daten sind keine realen Hersteller- oder Umweltprüfnachweise.
Lerneinheit 1: Greenwashing erkennen
Dauer: 7 Minuten

Bildimpuls: Greenwashing. Quelle: Wikimedia Commons, Lucquessoy, CC BY-SA 3.0.
Greenwashing entsteht, wenn Werbung einen größeren Umweltvorteil vermittelt, als tatsächlich belegt ist.
| Werbeaussage | Prüffrage |
|---|---|
| „Unsere Pumpe ist grün.“ | Was bedeutet „grün“ konkret? |
| „Die nachhaltigste Wahl.“ | Welche Produkte und Auswirkungen wurden verglichen? |
| „Mit Recyclingverpackung.“ | Betrifft der Vorteil nur die Verpackung? |
| „Klimaneutral durch CO₂-Ausgleich.“ | Beruht die Aussage nur auf Kompensation? |
| „Unabhängig geprüft.“ | Wer hat was nach welcher Methode geprüft? |
Merksatz: Ein zutreffender Teilaspekt ist noch kein Nachweis für ein insgesamt nachhaltiges Produkt.
Videoimpuls: Greenwashing in der Werbung
Europäisches Parlament: New EU rules to prevent greenwashing decrypted. Englisch, etwa eine Minute.
Beobachtungsfrage: Warum reichen positiv klingende Umweltbegriffe ohne überprüfbare Grundlage nicht aus?
Feedback: Ohne konkrete Bedeutung und belastbare Belege können Kundinnen und Kunden die Aussage nicht nachprüfen oder mit Alternativen vergleichen.
Fachquelle: Umweltbundesamt: Greenwashing erkennen.
Lerneinheit 2: Nachweise und Umweltzeichen prüfen
Dauer: 8 Minuten
Prüfschema: Behauptung → Beleg → Geltungsbereich → zulässige Aussage.
| Unterlage | Aussagekraft | Grenze |
|---|---|---|
| Werbeflyer | Zeigt die Behauptung des Anbieters | Ist allein kein unabhängiger Nachweis |
| Technisches Datenblatt | Beschreibt Produkteigenschaften | Messbedingungen müssen vergleichbar sein |
| Prüfbericht | Dokumentiert bestimmte Prüfergebnisse | Gilt nur für geprüfte Merkmale und Bedingungen |
| Unabhängiges Umweltzeichen | Bestätigt die Erfüllung definierter Kriterien | Gilt nur für zertifizierte Produkte und Kriterien |
| Ökobilanz | Bewertet definierte Umweltwirkungen entlang einer festgelegten Systemgrenze | Ergebnisse hängen von Daten und Annahmen ab |
Prüfe immer: Aussteller, Produktbezug, Datum, Prüfmethode, unabhängige Überprüfung und Gültigkeit.
Medienvergleich: Zwei bekannte Umweltzeichen

Blauer Engel: Staatlich getragenes Umweltzeichen mit produktgruppenspezifischen Kriterien. Logo: Wikimedia Commons, gemeinfreies Textlogo; Kennzeichenrechte sind zu beachten.

EU Ecolabel: Europäisches Umweltzeichen für bestimmte Produkt- und Dienstleistungsgruppen. Abbildung: Innenstadt, CC BY-SA 4.0; Zeichennutzungsrechte bleiben unberührt.
Wichtig: Die dargestellten Zeichen dienen ausschließlich der Erklärung. Keine der fiktiven Pumpen besitzt im Ausbildungsfall diese Zertifizierung.
Gesprächsmedium: Ein Siegel ist kein Freibrief
Kundin: „Wenn ein Produkt ein Umweltzeichen hat, ist es dann automatisch das nachhaltigste?“
Auszubildende: „Ein anerkanntes Umweltzeichen bestätigt bestimmte Kriterien für ein ausgezeichnetes Produkt. Wir sollten aber die Produktgruppe und die zugrunde liegenden Anforderungen prüfen.“
Kundin: „Kann ich damit die gesamten CO₂-Emissionen bestimmen?“
Auszubildende: „Nicht automatisch. Dafür benötigen wir geeignete Emissionsdaten und eine passende Bilanzierung.“
RAL: Warum ist das Umweltzeichen Blauer Engel so vertrauenswürdig?
Arbeitsimpuls: Notiere zwei Eigenschaften glaubwürdiger Umweltzeichen.
Feedback: Unabhängige Vergabe und öffentlich zugängliche Kriterien erhöhen die Nachprüfbarkeit. Ein Zeichen ist aber keine pauschale Aussage über sämtliche Nachhaltigkeitswirkungen.
Fachquellen: Blauer Engel – Grundlagen und EU Ecolabel – Vergabekriterien.
Lerneinheit 3: Systemgrenzen verstehen
Dauer: 8 Minuten

Produktlebenszyklus und Systemgrenzen. Quelle: Wikimedia Commons, MtW17, CC BY-SA 4.0.
Eine Ökobilanz betrachtet definierte Umweltwirkungen eines Produktsystems.
| Lebensphase | Typische Prüffrage |
|---|---|
| Rohstoffe | Welche Materialien werden benötigt? |
| Herstellung | Welcher Energie- und Materialaufwand entsteht? |
| Transport | Welche Wege und Transportmittel sind enthalten? |
| Nutzung | Wie viel Strom verbraucht das Produkt? |
| Lebensende | Wie erfolgen Reparatur, Verwertung oder Entsorgung? |
Systemgrenze A: Rohstoffe bis Werkstor – oft als „Cradle to Gate“ bezeichnet.
Systemgrenze B: Rohstoffe bis Lebensende – „Cradle to Grave“.
Funktionelle Einheit: Eine eindeutig beschriebene Vergleichsleistung. Bei Pumpen müssen insbesondere die erforderliche hydraulische Leistung beziehungsweise der Betriebspunkt und die betrachtete Nutzungsdauer übereinstimmen.
Lernvideo: Kreislauf und Umweltwirkungen
Datei:Life cycle analysis 4-Circularity.webm
Wikimedia-Commons-Video: Circularity in Life Cycle Assessment, Englisch, 4:05 Minuten. Graineahumus, CC BY-SA 4.0.
Datei:Life cycle analysis Part 5-Impacts.webm
Wikimedia-Commons-Video: Impacts in Life Cycle Assessment, Englisch, 4:09 Minuten. Graineahumus, CC BY-SA 4.0.
Medienauftrag: Erkläre, warum die Wiederverwertbarkeit eines Produkts allein keine vollständige Ökobilanz ersetzt.
Feedback: Recycling betrifft vor allem das Lebensende und mögliche Materialkreisläufe. Herstellung, Energieverbrauch, Transport und weitere Umweltwirkungen dürfen deshalb nicht ungeprüft ausgeblendet werden.
Fachquelle: Umweltbundesamt: Ökobilanz.
Lerneinheit 4: Der konkrete Ausbildungsfall
Dauer: 12 Minuten
Die Technikhandel Nord GmbH bietet der Kundin zwei fiktive Pumpen an.
Gemeinsame Modellannahmen: Gleicher erforderlicher hydraulischer Betriebspunkt, gleiche Laufzeit, keine Unterschiede bei Wartung, Montage oder Lebensdauer im Rechenmodell. Die elektrischen Leistungsaufnahmen sind in den erfundenen Prüfdaten bei diesem Betriebspunkt dokumentiert.
Produktvergleich
| Merkmal | BasisFlow A | SparFlow B |
|---|---|---|
| Anschaffungspreis netto | 180 € | 260 € |
| Elektrische Leistungsaufnahme am Vergleichspunkt | 110 W | 75 W |
| Betriebsstunden pro Jahr | 4.000 | 4.000 |
| Strompreis | 0,30 €/kWh | 0,30 €/kWh |
| Betrachtete Nutzungszeit | 5 Jahre | 5 Jahre |
| Übungsnachweis | Technisches Messprotokoll | Technisches Messprotokoll |
| Werbeaussage | „70 % Recyclingmaterial“ | „Klimaneutral durch Kompensation“ |
| Tatsächlich dokumentierter Bezug | Herstellerangabe: 70 % Recyclingkarton in der Versandverpackung | Anbieterangabe: Erwerb von CO₂-Zertifikaten |
| Vollständige Produktökobilanz | Nicht vorhanden | Nicht vorhanden |
Hinweis: Die Messprotokolle und Herstellerangaben existieren ausschließlich innerhalb dieses fiktiven Lernfalls. Sie stellen keine unabhängigen realen Nachweise dar.
Kaufmännische Rechnung
Jährlicher Strombedarf:
BasisFlow A: 0,110 kW × 4.000 h = 440 kWh
SparFlow B: 0,075 kW × 4.000 h = 300 kWh
Jährliche Stromkosten:
BasisFlow A: 440 kWh × 0,30 € = 132 €
SparFlow B: 300 kWh × 0,30 € = 90 €
Jährliche Einsparung von B gegenüber A: 42 €.
Mehrpreis von B: 80 €.
Einfache Amortisationszeit: 80 € / 42 € pro Jahr = rund 1,9 Jahre.
Gesamtkosten über fünf Jahre im vereinfachten Modell:
| Produkt | Anschaffung | Stromkosten in 5 Jahren | Gesamtkosten |
|---|---|---|---|
| BasisFlow A | 180 € | 660 € | 840 € |
| SparFlow B | 260 € | 450 € | 710 € |
Ergebnis: Im definierten Betriebsszenario ist B über fünf Jahre um 130 € günstiger.
Grenze: Das Modell berücksichtigt keine Finanzierung, Wartungsunterschiede, Preissteigerungen, Ausfälle oder Restwerte. Es ist keine vollständige Lebenszykluskostenrechnung.
Umweltrechnung: Nur die Nutzungsphase
Die errechnete Stromeinsparung beträgt 140 kWh pro Jahr.
Mit dem ausdrücklich fiktiven Übungsfaktor von 0,35 kg CO₂-Äquivalent je kWh ergibt sich:
140 kWh × 0,35 kg CO₂e/kWh = 49 kg CO₂e pro Jahr.
Was darfst Du sagen?
„Unter unseren Modellannahmen verursacht SparFlow B im Betrieb rechnerisch 49 kg CO₂-Äquivalent weniger pro Jahr.“
Was darfst Du daraus nicht ableiten?
„SparFlow B verursacht über seinen gesamten Lebensweg 49 kg weniger CO₂e und ist vollständig klimaneutral.“
Begründung: Die Rechnung berücksichtigt ausschließlich die Stromnutzung. Materialherstellung, Transport, Reparaturen und Entsorgung fehlen.
Fallentscheidung: Werbung auf dem Prüfstand
| Aussage | Bewertung | Begründetes Feedback |
|---|---|---|
| „A besteht zu 70 % aus Recyclingmaterial.“ | Nicht belegt und irreführend | Die Angabe betrifft nur den Versandkarton, nicht die Pumpe. |
| „B benötigt am gleichen Prüfpunkt 35 W weniger.“ | Im Übungsfall belegt | Die Leistungswerte beziehen sich auf denselben definierten Betriebspunkt. |
| „B ist das nachhaltigste Produkt.“ | Nicht belegt | Es fehlt eine umfassende und vergleichbare Bewertung. |
| „B ist klimaneutral durch Kompensation.“ | Als produktbezogene Klimaneutralitätswerbung auf dieser Grundlage unzulässig | Der Kauf externer Zertifikate macht die tatsächlichen Emissionen des Produkts nicht ungeschehen. |
| „B hat unter den Modellannahmen geringere fünfjährige Gesamtkosten.“ | Im Übungsfall begründbar | Anschaffung und Stromkosten sind nachvollziehbar berechnet. |
Lerneinheit 5: Kundenberatung im Verkaufsgespräch
Dauer: 9 Minuten
Gesprächsmedium A: Problematischer Verkaufsdialog
Kundin: „Ist die teurere Pumpe nachhaltiger?“
Verkäufer: „Auf jeden Fall! SparFlow ist klimaneutral und spart enorm viel Geld.“
Kundin: „Wo kann ich das überprüfen?“
Verkäufer: „Das steht in unserem Prospekt.“
Deine Analyse: Der Verkäufer verwechselt Werbung mit Nachweisen, berücksichtigt die Systemgrenze nicht und verspricht zu viel.
Gesprächsmedium B: Fachlich fundierte Beratung
Kundin: „Welche Pumpe empfehlen Sie?“
Auszubildende: „Wie viele Stunden wird die Anlage voraussichtlich pro Jahr laufen?“
Kundin: „Etwa 4.000 Stunden.“
Auszubildende: „Dann kostet SparFlow B zwar 80 Euro mehr, spart in unserer Modellrechnung aber jährlich 42 Euro Stromkosten.“
Kundin: „Ist sie auch nachhaltiger?“
Auszubildende: „Für den betrachteten Betriebspunkt können wir den geringeren Stromverbrauch begründen. Über die gesamte Umweltwirkung können wir ohne weitere Nachweise noch keine abschließende Aussage treffen.“
Kundin: „Und die Klimaneutralität?“
Auszubildende: „Eine produktbezogene Klimaneutralitätsaussage allein durch externe Kompensation ist nicht zulässig. Ich würde Ihnen stattdessen die konkret belegbaren Verbrauchswerte erklären.“
Gesprächstechnik: Bedarf ermitteln → Belege erläutern → Kosten transparent vergleichen → Grenzen benennen → Entscheidung ermöglichen.
Drei gestufte Gesprächshilfen
Hilfe 1 – Leitfrage
Beginne mit der Frage: „Welchen Betriebspunkt und welche jährliche Laufzeit hat Ihre Anlage?“
Hilfe 2 – Satzanfang
„Unter den angenommenen Einsatzbedingungen ist ... nachweisbar. Nicht nachgewiesen ist dagegen ...“
Hilfe 3 – Musterantwort
„Bei 4.000 Betriebsstunden pro Jahr ist SparFlow B im vereinfachten Fünfjahresvergleich 130 Euro günstiger. Für einen allgemeinen Nachhaltigkeitsvergleich benötigen wir aber zusätzliche Lebenszyklusdaten.“
Mini-Rollenspiel
Übernimm mit einer zweiten Person abwechselnd die Rolle der Kundin und des Verkaufsberaters.
Gesprächsauftrag: Erkläre den Mehrpreis, die jährliche Ersparnis und die Grenzen der Umweltbewertung in höchstens 90 Sekunden.
Eine freiwillige Audioaufnahme darf ausschließlich lokal auf dem eigenen Gerät erfolgen. Eine Aufnahme oder Veröffentlichung ist für die Aufgabe nicht erforderlich.
Feedbackkriterien: Gute Beratung fragt nach dem Einsatzfall, nutzt überprüfbare Zahlen, trennt Teilvorteile vom Gesamturteil und vermeidet unzulässige Versprechen.
Lerneinheit 6: Rechtssichere und glaubwürdige Aussagen
Dauer: 6 Minuten
Seit dem 27. September 2026 gelten in Deutschland die neuen Vorgaben zur Bekämpfung irreführender Umweltwerbung auf Grundlage der EU-Richtlinie 2024/825.
Besonders kritisch sind nicht ausreichend begründete allgemeine Umweltbehauptungen, irreführende Aussagen über das gesamte Produkt, nicht entsprechend abgesicherte Nachhaltigkeitszeichen und produktbezogene Klimaneutralitätsbehauptungen, die auf externer Treibhausgaskompensation beruhen.
Verkaufsregel: Beschreibe nur das, was Du für das konkrete Produkt, den konkreten Einsatz und den nachgewiesenen Geltungsbereich tatsächlich belegen kannst.
Primärquelle: Richtlinie (EU) 2024/825.
Deutsche Fachquellen: Umweltbundesamt: Neue Regeln zum Schutz vor Greenwashing und Verbraucherzentrale: Greenwashing erkennen.
Visueller Abschlussimpuls

Reduce, Reuse, Recycle – Wikimedia Commons, Yhuahn, CC BY-SA 4.0.
Reflexion: Welche zusätzlichen Informationen über Reparierbarkeit, Nutzungsdauer, Materialeinsatz und Entsorgung würdest Du vor einer umfassenden Nachhaltigkeitsempfehlung beschaffen?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welches Merkmal ist für eine belastbare Umweltaussage wesentlich? (Ein überprüfbarer Nachweis mit klarem Bezug zum Produkt) (!Eine besonders überzeugende Werbeformulierung) (!Ein grünes Firmenlogo) (!Ein möglichst hoher Verkaufspreis)
Welche Aussage beschreibt eine Systemgrenze? (Die einbezogenen Prozesse und Lebensphasen) (!Die Mindestbestellmenge) (!Die Vertriebsregion) (!Die Gewinnspanne des Händlers)
Was folgt aus der Herstellerangabe zum Recyclingkarton von BasisFlow A? (Die Angabe betrifft die Versandverpackung und benötigt eine Prüfung) (!Die gesamte Pumpe besteht zu siebzig Prozent aus Recyclingmaterial) (!Die Pumpe hat keine Umweltauswirkungen) (!Die Pumpe besitzt automatisch ein staatliches Umweltzeichen)
Welche jährliche Strommenge spart SparFlow B bei den angegebenen Betriebsstunden? (140 kWh) (!35 kWh) (!300 kWh) (!440 kWh)
Wie hoch sind die jährlichen Stromkosteneinsparungen von SparFlow B? (42 Euro) (!80 Euro) (!90 Euro) (!140 Euro)
Wann amortisiert sich der Mehrpreis von SparFlow B unter den Modellannahmen ungefähr? (Nach 1,9 Jahren) (!Nach 0,5 Jahren) (!Nach 5 Jahren) (!Nach 10 Jahren)
Welche Gesamtkosten entstehen für SparFlow B im Fünfjahresmodell? (710 Euro) (!260 Euro) (!840 Euro) (!450 Euro)
Welche Umweltbewertung ist mit den fiktiven Verbrauchsdaten begründbar? (Ein geringerer Stromverbrauch beim definierten Betriebspunkt) (!Eine vollständig klimaneutrale Herstellung) (!Eine nachgewiesen umweltfreundlichere Entsorgung) (!Eine insgesamt bessere Ökobilanz)
Wie ist eine Klimaneutralitätsbehauptung für ein Produkt zu bewerten, die nur auf externer Kompensation beruht? (Sie ist nach den geltenden Regeln unzulässig) (!Sie ist immer zulässig, wenn Zertifikate gekauft werden) (!Sie wird durch den höheren Produktpreis zulässig) (!Sie ersetzt eine technische Prüfung)
Was ist bei nur 1.000 Betriebsstunden pro Jahr und fünf Jahren im vereinfachten Kostenmodell richtig? (BasisFlow A hat die geringeren Gesamtkosten) (!SparFlow B hat die geringeren Gesamtkosten) (!Beide Produkte verursachen dieselben Gesamtkosten) (!Ohne eine Ökobilanz ist keine Kostenrechnung möglich)
Begründetes Quiz-Feedback
- Nachweis: Aussagen müssen überprüfbar und auf das konkrete Produkt bezogen sein.
- Systemgrenze: Sie bestimmt, welche Umweltwirkungen erfasst und welche ausgeschlossen sind.
- Verpackung: Ein Verpackungsmerkmal lässt sich nicht ohne Weiteres auf die Pumpe übertragen.
- Strom: 35 W Unterschied entsprechen bei 4.000 Stunden genau 140 kWh.
- Kosten: 140 kWh multipliziert mit 0,30 Euro ergeben 42 Euro.
- Amortisation: Der Mehrpreis von 80 Euro wird durch jährlich 42 Euro Einsparung ausgeglichen.
- Gesamtkosten: 260 Euro Anschaffung plus 450 Euro Stromkosten ergeben 710 Euro.
- Umweltwirkung: Der Betriebsvergleich ist keine vollständige Ökobilanz.
- Kompensation: Externe Zertifikate machen ein Produkt nicht tatsächlich emissionsfrei.
- Einsatzdauer: Bei geringer Laufzeit kann der höhere Kaufpreis die Einsparung übersteigen.
Memory
| Systemgrenze | Berücksichtigte Lebensphasen |
| Funktionelle Einheit | Vergleichbare Nutzleistung |
| Prüfbericht | Dokumentierte Untersuchung |
| Kompensation | Rechnerischer Ausgleich von Emissionen |
| Amortisation | Ausgleich einer Mehrinvestition |
| Greenwashing | Irreführender Umwelteindruck |
| Lebenszykluskosten | Kosten über die betrachtete Nutzungsdauer |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Rohstoffgewinnung | Materialbereitstellung |
| Herstellung | Fertigung |
| Transport | Distribution |
| Nutzung | Betriebsenergie |
| Entsorgung | Endbehandlung |
Kreuzworträtsel
| Nachweis | Wie heißt ein Beleg für eine überprüfbare Behauptung? |
| Energie | Welche Größe wird beim Stromverbrauch in Kilowattstunden erfasst? |
| Karton | Welches Verpackungsmaterial wird im Ausbildungsfall als Recyclingmaterial beschrieben? |
| Messung | Wie heißt die Ermittlung einer technischen Größe mit geeigneten Geräten? |
| Siegel | Wie bezeichnet man ein grafisches Kennzeichen für geprüfte Kriterien? |
| Beratung | Wie heißt das kundengerechte Erklären und Bewerten von Angeboten im Verkauf? |
LearningApps
Freiwillige Suche nach ergänzenden Lernspielen. Die hier gefundenen fremden Inhalte sind nicht Bestandteil des geprüften Ausbildungsfalls.
Lückentext
Kaufmännische Fallwerkstatt
Fall A: Sinkende Betriebsstunden
Die Kundin erklärt nach dem Beratungsgespräch, dass die Pumpe vielleicht nur 1.000 Stunden jährlich läuft.
Berechne die Gesamtkosten erneut.
Hilfe 1 – Ansatz
Berechne zunächst die jährlichen Kilowattstunden aus Leistung und Laufzeit.
Hilfe 2 – Formel
Gesamtkosten = Anschaffungspreis + fünfmal jährliche Stromkosten.
Hilfe 3 – Lösung mit Feedback
BasisFlow A: 110 kWh im Jahr, 33 Euro Stromkosten, insgesamt 345 Euro.
SparFlow B: 75 kWh im Jahr, 22,50 Euro Stromkosten, insgesamt 372,50 Euro.
Feedback: A ist in diesem Szenario um 27,50 Euro günstiger. Der geringere Stromverbrauch von B bleibt bestehen, wirtschaftlich rechnet sich der Mehrpreis innerhalb von fünf Jahren aber nicht.
Fall B: Ein unvollständiger Nachweis
Die Kundin möchte wissen, ob die geringere Stromaufnahme von B automatisch geringere gesamte Treibhausgasemissionen bedeutet.
Hilfe 1 – Denkimpuls
Welche Lebensphasen werden bei der Stromverbrauchsrechnung nicht betrachtet?
Hilfe 2 – Prüffragen
Frage nach Produktion, Materialien, Transport, Lebensdauer, Reparatur und Entsorgung.
Hilfe 3 – Begründetes Feedback
Die Rechnung zeigt ausschließlich einen Vorteil in der Nutzungsphase. Ob B insgesamt geringere Emissionen verursacht, kann ohne vergleichbare Daten zu den übrigen Lebensphasen nicht entschieden werden.
Fall C: Der Werbetext wird geändert
Die Marketingabteilung schlägt vor:
„SparFlow B – die klimaneutrale Premium-Pumpe.“
Formuliere eine sachlich überprüfbare Alternative.
Beispiel mit Feedback:
„SparFlow B benötigt laut den Übungs-Prüfdaten beim festgelegten Betriebspunkt 75 W statt 110 W bei BasisFlow A. Bei 4.000 Betriebsstunden pro Jahr entspricht das einer errechneten Stromeinsparung von 140 kWh.“
Begründung: Die Formulierung nennt den konkreten Vergleich, die Nutzungsbedingungen und den erfassten Vorteil, ohne eine nicht belegte Klimaneutralität zu behaupten.
Offene Aufgaben
Bearbeite mindestens eine Aufgabe je Schwierigkeitsstufe. Die Lösungen können schriftlich oder mündlich im Unterricht beziehungsweise im Betrieb besprochen werden.
Leicht – Basisaufgaben
- Werbewörter markieren: Kennzeichne in den beiden fiktiven Produktwerbungen die nicht ausreichend belegten Umweltbehauptungen.
- Siegelvergleich: Vergleiche anhand der geprüften Quellen den Blauen Engel und das EU Ecolabel. Formuliere zwei Gemeinsamkeiten.
- Nachweiskarte: Gestalte eine kleine Übersicht mit den vier Feldern Behauptung, Beleg, Systemgrenze und Ergebnis.
- Gesprächseinstieg: Sprich einen 30-sekündigen Einstieg für die Kundin und stelle zwei sinnvolle Bedarfsfragen.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Kostenvergleich: Berechne die Jahres- und Fünfjahreskosten beider Produkte bei 2.000 Betriebsstunden.
- Beratungsdialog: Spiele ein zweiminütiges Gespräch und erkläre die Mehrkosten, Energieeinsparung und Nachweisgrenzen.
- Werbeanzeige korrigieren: Erstelle aus drei problematischen Werbesprüchen drei konkrete und vorsichtig formulierte Produktaussagen.
- Systemgrenzenplakat: Zeichne eine einfache Produktlebenszyklusgrafik und markiere die im Übungsfall tatsächlich untersuchten Phasen.
Schwer – Transferaufgaben
- Kundenszenarien: Vergleiche die Wirtschaftlichkeit bei 1.000, 4.000 und 6.000 Betriebsstunden jährlich. Leite eine kundenabhängige Empfehlung ab.
- Beschaffungsentscheidung: Entwickle eine Bewertungsmatrix mit Wirtschaftlichkeit, technischem Nutzen, Nachweisqualität und Reparierbarkeit. Markiere fehlende Daten.
- Werbeprüfung: Analysiere eine selbst formulierte fiktive Nachhaltigkeitswerbung anhand der geltenden Regeln und begründe notwendige Änderungen.
- Beratungsprojekt: Entwirf ein kurzes Storyboard für ein Schulungsvideo mit einer problematischen und einer verbesserten Kundenberatung. Eine Veröffentlichung ist nicht erforderlich.


Begründetes Feedback zu den Aufgabenstufen
| Niveau | Gutes Ergebnis | Warum? |
|---|---|---|
| Basis | Eine Behauptung wird vom tatsächlichen Nachweis getrennt. | Nur so können Werbewirkung und überprüfbare Information unterschieden werden. |
| Anwendung | Rechnung, Einheit, Annahmen und Bewertung stimmen überein. | Der Kunde muss das kaufmännische Ergebnis nachvollziehen können. |
| Transfer | Mehrere Kriterien und Unsicherheiten werden berücksichtigt. | Eine professionelle Kaufempfehlung hängt von Einsatzfall, Belegen und Prioritäten ab. |
Beispielfeedback zur Standardrechnung bei 2.000 Stunden:
BasisFlow A: 220 kWh jährlich, 66 Euro jährliche Stromkosten, 510 Euro über fünf Jahre.
SparFlow B: 150 kWh jährlich, 45 Euro jährliche Stromkosten, 485 Euro über fünf Jahre.
Bewertung: B bleibt im vereinfachten Modell um 25 Euro günstiger. Die Einsparung ist deutlich kleiner als bei 4.000 Stunden, weil die Betriebsdauer geringer ist.
Lernkontrolle
Die folgenden Aufgaben prüfen Zusammenhänge und Transfer, nicht nur Faktenwissen.
- Vergleichbarkeit: Ein Anbieter legt eine CO₂-Berechnung nur für die Produktion vor, ein anderer eine Berechnung für Produktion und Nutzung. Erkläre, weshalb ein direkter Zahlenvergleich problematisch ist.
- Bedarfsabhängigkeit: Zwei Kunden haben unterschiedliche jährliche Laufzeiten. Entwickle für beide eine begründete Empfehlung und erläutere den Unterschied.
- Nachweisbewertung: Eine Pumpe besitzt ein selbst gestaltetes grünes Siegel. Beschreibe, welche Informationen Du vor einer werblichen Verwendung benötigst.
- Zielkonflikt: Ein Produkt verbraucht weniger Strom, lässt sich aber möglicherweise schlechter reparieren. Entwickle einen Prüfplan für eine verantwortliche Beschaffungsentscheidung.
- Professionelle Kommunikation: Ein Vorgesetzter fordert Dich auf, eine nicht belegte Klimaneutralitätsaussage im Verkauf einzusetzen. Formuliere eine sachliche Reaktion mit einer überprüfbaren Alternative.
- Übertragbarkeit: Übertrage die vier Prüffragen auf ein anderes technisches Produkt, etwa einen Motor oder ein Netzteil, und benenne zusätzliche notwendige Informationen.
Bewertungsraster für die Lernkontrolle
| Kriterium | Punkte |
|---|---|
| Sachliche Richtigkeit und korrekte Begriffe | 0–3 |
| Verwendung passender Nachweise und Systemgrenzen | 0–3 |
| Nachvollziehbare technische und wirtschaftliche Begründung | 0–3 |
| Kundenorientierung und Umgang mit Unsicherheit | 0–3 |
Maximal 12 Punkte je ausführlich bearbeiteter Aufgabe.
Begründetes Feedback:
Eine vollständige Antwort nennt nicht nur ein Ergebnis, sondern erläutert, auf welchen Belegen es beruht, welche Annahmen gelten und was offenbleibt.
Eine Antwort mit korrekter Rechnung, aber pauschalem Umwelturteil bleibt fachlich unvollständig.
Eine abweichende Kaufempfehlung kann richtig sein, wenn sie auf anderen nachvollziehbaren Einsatzbedingungen oder sachlich begründeten Kundenprioritäten beruht.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis erstellst Du eine interne Beratungsnotiz und führst ein kurzes simuliertes Kundengespräch.
Die Beratungsnotiz enthält:
- Den Bedarf der Kundin und den definierten Betriebspunkt
- Eine vergleichende Übersicht beider Produkte
- Eine überprüfte technische oder kaufmännische Rechnung
- Eine Tabelle mit belegten, unbelegten und problematischen Umweltaussagen
- Eine ausdrückliche Beschreibung der Systemgrenze
- Eine kundenorientierte Kaufempfehlung
- Mindestens zwei benötigte zusätzliche Nachweise
Bewertung: Die Angaben sind nachvollziehbar, die Einheiten stimmen, Unsicherheiten sind benannt und das Beratungsergebnis ist sachlich begründet.
Die Materialien können lokal gespeichert, handschriftlich erstellt oder direkt im Unterricht besprochen werden. Ein Upload oder der Einsatz externer KI ist nicht Bestandteil des Lernnachweises.
OERs zum Thema
Wikipedia: Greenwashing
Geprüfte Fachquellen
- Umweltbundesamt – Valide Umweltaussage oder Greenwashing? Fachliche Orientierung zu irreführenden Umweltbehauptungen, zuletzt aktualisiert 2026.
- Umweltbundesamt – Neue Regeln zum Schutz vor Greenwashing Erläuterungen zu den ab September 2026 geltenden Anforderungen.
- EUR-Lex – Richtlinie (EU) 2024/825 Europäische Rechtsgrundlage.
- Umweltbundesamt – Ökobilanz Einführung in die Lebenszyklusanalyse.
- Blauer Engel – Unser Zeichen für die Umwelt Kriterien und institutionelle Grundlagen.
- EU Ecolabel – Vergabekriterien Produktgruppen und Kriterien.
- Verbraucherzentrale – Greenwashing erkennen Verbraucherorientierte Prüfung von Werbeversprechen.
Medien- und Rechteprüfung
Wikimedia-Commons-Medien:
| Medium | Urheber / Lizenz |
|---|---|
| Kreiselpumpe | Fantagu / sunspeanzler, CC BY-SA |
| Greenwashing | Lucquessoy, CC BY-SA 3.0 |
| Lebenszyklusgrafik | MtW17, CC BY-SA 4.0 |
| Blauer Engel | Gemeinfreies Textlogo, Kennzeichenrechte beachten |
| EU Ecolabel | Innenstadt, CC BY-SA 4.0; Kennzeichenrechte beachten |
| Kreislaufgrafik | Yhuahn, CC BY-SA 4.0 |
| Circularity-Video | Graineahumus, CC BY-SA 4.0 |
| LCA-Impacts-Video | Graineahumus, CC BY-SA 4.0 |
YouTube-Videos:
- Europäisches Parlament – New EU rules to prevent greenwashing decrypted
- RAL – Warum ist das Umweltzeichen Blauer Engel so vertrauenswürdig?
Die YouTube-Medien werden nur über ihre jeweiligen Plattform-Links beziehungsweise Einbettung angezeigt. Es wird keine freie Nachnutzungslizenz für diese Videos behauptet. Ihre Einbettung bedeutet keine Freigabe für Download, Bearbeitung oder Weiterveröffentlichung.
Die Logos dienen ausschließlich der sachlichen Erklärung von Umweltzeichen und dürfen nicht zur Kennzeichnung der fiktiven Pumpen verwendet werden.
Quellenstand: Oktober 2026. Rechtsvorgaben, Gültigkeit von Zertifikaten, Medienverfügbarkeit und aktuelle Zeichenkriterien sollten bei einer späteren Nutzung erneut geprüft werden.
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