Technische Physik verstehen – Schwingungen und Schall erkennen
Technische Physik verstehen – Schwingungen und Schall erkennen
Kurzbeschreibung: Frequenz, Amplitude, Resonanz und Schutzbedarf in der Ausbildung sicher erkennen und auf einen konkreten technischen Fall anwenden.
Zielgruppe: Auszubildende in technischen Berufen. Du arbeitest in kurzen Lerneinheiten mit Bildern, Audio, Videos, Zuordnungen und Entscheidungen. Alle Messdaten des Ausbildungsfalls sind fiktiv. Du musst nichts hochladen und keine externe KI verwenden.
Einleitung
Eine Maschine vibriert, ein Gehäuse dröhnt, ein Ton wird lauter: Dahinter stehen oft dieselben Grundideen. Eine Schwingung wiederholt sich. Ihre Frequenz sagt, wie oft sie sich pro Sekunde wiederholt. Die Amplitude beschreibt die maximale Auslenkung einer betrachteten Größe. Trifft eine Anregung eine passende Eigenfrequenz, kann Resonanz die Schwingungsamplitude stark vergrößern. Schall ist eine mechanische Welle; in Luft breitet er sich als Longitudinalwelle aus.
Der Kurs verbindet diese Physik mit Arbeitsschutz. Für Lärm am Arbeitsplatz gelten in Deutschland unter anderem Auslösewerte von 80 dB(A) und 85 dB(A) für den Tages-Lärmexpositionspegel. Wird der untere Auslösewert überschritten, ist geeigneter persönlicher Gehörschutz bereitzustellen. Ab Erreichen des oberen Auslösewerts muss seine bestimmungsgemäße Verwendung sichergestellt werden. Technische und organisatorische Lärmminderung bleiben vorrangig.

Bildschlüssel: 1 = Amplitude, 2 = Spitze-Spitze-Wert, 3 = Effektivwert, 4 = Periodendauer. Für diesen Kurs sind besonders 1 und 4 wichtig.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du Frequenz, Periodendauer und Amplitude unterscheiden, Resonanz in Messdaten erkennen, Schall als mechanische Welle erklären und bei Lärm begründet Schutzmaßnahmen auswählen. Du kannst außerdem technische Messdaten von rechtlich relevanten Expositionswerten unterscheiden.
Lerneinheit 1 – Schwingungen sehen
Eine Schwingung ist eine zeitliche Änderung um einen Bezugs- oder Gleichgewichtszustand. Eine harmonische Schwingung lässt sich durch eine Sinusfunktion beschreiben.
| Größe | Bedeutung | Typische Einheit |
|---|---|---|
| Amplitude A | größte Auslenkung vom Bezugswert | m, mm oder eine andere Einheit der schwingenden Größe |
| Periodendauer T | Zeit für eine vollständige Periode | s |
| Frequenz f | Perioden pro Sekunde | Hz |
Merksatz: f = 1 / T. Eine Frequenz von 25 Hz bedeutet 25 Perioden pro Sekunde; die Periodendauer beträgt 0,04 s = 40 ms.

Beobachtungsauftrag: Suche die Mittellage. Wo liegt die maximale Auslenkung? Eine größere Amplitude bedeutet nicht automatisch eine höhere Frequenz.
Mini-Fall: Drehzahl wird zu Frequenz
Ein Motor läuft mit 1500 Umdrehungen pro Minute. Bei einer dominanten Anregung pro Umdrehung gilt: 1500 / 60 = 25 Hz. Diese Umrechnung ist in der Instandhaltung hilfreich, wenn Du Drehzahl und Schwingungsspektrum vergleichst.
Hilfe 1: Teile die Umdrehungen pro Minute durch 60, um Umdrehungen pro Sekunde zu erhalten.
Hilfe 2: Eine Umdrehung pro Sekunde entspricht bei einer Anregung pro Umdrehung einer Frequenz von 1 Hz.
Feedback: 25 Hz ist richtig, weil 1500 U/min genau 25 U/s sind. Die Aussage gilt nur, wenn pro Umdrehung tatsächlich ein gleichartiger Anregungsimpuls entsteht.
Lerneinheit 2 – Frequenz und Amplitude hören
Bei einem Ton hängt die wahrgenommene Tonhöhe wesentlich von der Frequenz ab. Die Lautstärkewahrnehmung ist komplexer. Eine größere Schwingungs- oder Schalldruckamplitude kann mit einem höheren Pegel zusammenhängen, aber Amplitude und Dezibel sind nicht dieselbe Größe. Der Schalldruckpegel ist logarithmisch.
Audiofall: Höre nur kurz und bei angenehmer Geräteeinstellung. Die Aufnahme zeigt eine Stimmgabel mit 440 Hz. Die Wiedergabelautstärke Deines Geräts ist kein kalibrierter Schalldruckpegel und eignet sich nicht zur Beurteilung von Arbeitsplatzlärm.
Kurzvideo – Basic Properties of Waves: Achte auf die Unterscheidung von Amplitude, Frequenz und Wellenlänge. Der Clip ist als CC BY 3.0 dokumentiert.
Schneller Bildvergleich

Bildschlüssel: A markiert in der Grafik den Spitze-Tal-Abstand, also die doppelte Amplitude; P steht für die Periode. Die Darstellung (3) zeigt eine Längswelle.
Lerneinheit 3 – Schall erkennen
Schall ist die räumliche Ausbreitung einer mechanischen Störung. In Luft schwingen die Teilchen im Wesentlichen parallel zur Ausbreitungsrichtung: Es entstehen Verdichtungen und Verdünnungen. Schall benötigt ein Medium; im Vakuum kann sich Luftschall nicht ausbreiten.

Bei 20 °C beträgt die Schallgeschwindigkeit in Luft ungefähr 343 m/s. Für einen 440-Hz-Ton ergibt sich näherungsweise eine Wellenlänge von 343 m/s / 440 Hz ≈ 0,78 m.
Datei:Tuning fork creates waves in water.webm
15-Sekunden-Fall: Die Stimmgabel macht eine Schwingung sichtbar, indem sie Wasser anregt. Wasserwellen sind nicht identisch mit Luftschall; der Clip macht aber anschaulich, dass eine schwingende Quelle Energie an ein Medium übertragen kann.
Vom Schall zum Ohr

Schall versetzt das Trommelfell in Schwingung. Die Gehörknöchelchen übertragen die Bewegung weiter in Richtung Innenohr. Für den Arbeitsschutz ist entscheidend: Zu hohe Lärmexposition kann das Gehör schädigen; die Gefährdungsbeurteilung betrachtet Art, Ausmaß und Dauer der Exposition.
Lerneinheit 4 – Resonanz erkennen
Jedes schwingungsfähige System besitzt charakteristische Eigenfrequenzen. Wird ein System periodisch angeregt, kann die Antwortamplitude in der Nähe einer Resonanzfrequenz besonders groß werden. Dämpfung begrenzt die Amplitude.

Beobachtung: Bei passender Anregungsfrequenz baut sich eine große Bewegung auf. Genau deshalb kann ein kleiner periodischer Antrieb in Maschinen ein auffälliges Dröhnen oder starke Bauteilschwingungen verursachen.

Leseregel: Der hohe Bereich der Kurve kennzeichnet die Resonanznähe. Reale Systeme sind gedämpft; deshalb bleiben Resonanzspitzen endlich.
Kurzvideo – Standing Waves and Resonance: Beobachte, bei welchen Bedingungen die Amplitude im Rohr deutlich zunimmt. Der Clip ist als CC BY 3.0 dokumentiert.
Lerneinheit 5 – Ausbildungsfall Prüfstand P-17
Situation: Du bist in einer fiktiven Ausbildungswerkstatt. Ein Prüfstand mit Motor und Blechabdeckung klingt bei einer bestimmten Drehzahl deutlich lauter. Eine fachkundige Messperson hat zu Lernzwecken folgende fiktiven Werte bereitgestellt.
| Motordrehzahl | Anregungsfrequenz bei einer Anregung pro Umdrehung | Schwingungsamplitude an der Abdeckung | Testfenster-Schallpegel |
|---|---|---|---|
| 1200 U/min | 20 Hz | 0,6 mm | 82 dB(A) |
| 1500 U/min | 25 Hz | 2,4 mm | 88 dB(A) |
| 1800 U/min | 30 Hz | 0,8 mm | 84 dB(A) |
Zusätzlich wurde die erste Eigenfrequenz der Abdeckung im Versuch mit ungefähr 25 Hz bestimmt. Für den betrachteten Arbeitstag wurde fachkundig ein fiktiver Tages-Lärmexpositionspegel von L_EX,8h = 86 dB(A) ermittelt.
11-Sekunden-Videofall – elektromagnetisch angeregte Stimmgabel: Das Video zeigt, wie eine periodische Kraft ohne mechanischen Kontakt eine Schwingung und hörbaren Ton anregen kann. Der Clip ist als CC BY 3.0 dokumentiert.
Basisaufgabe – Rechnen
Berechne aus 1500 U/min die Anregungsfrequenz und daraus die Periodendauer.
Hilfe 1: 1500 U/min durch 60 teilen.
Hilfe 2: Verwende T = 1 / f.
Hilfe 3: 25 Hz führt zu T = 1 / 25 s.
Begründetes Feedback: f = 25 Hz und T = 0,04 s = 40 ms. Die Umrechnung verbindet die Drehbewegung des Motors mit der beobachteten periodischen Anregung.
Anwendungsaufgabe – Resonanzdiagnose
Entscheide, ob die Daten für Resonanz der Blechabdeckung sprechen. Begründe mit mindestens zwei Angaben aus der Tabelle.
Hilfe 1: Suche die größte Schwingungsamplitude.
Hilfe 2: Vergleiche die zugehörige Anregungsfrequenz mit der Eigenfrequenz.
Begründetes Feedback: Die Resonanzhypothese ist plausibel, weil bei 25 Hz die größte gemessene Amplitude von 2,4 mm auftritt und die bestimmte Eigenfrequenz ebenfalls ungefähr 25 Hz beträgt. Aus den fiktiven Daten allein folgt noch keine vollständige Ursachenanalyse; Befestigung, Unwucht, Lagerzustand und Messunsicherheit müssten fachkundig geprüft werden.
Transferaufgabe – Schutzentscheidung
Ordne sinnvolle Maßnahmen nach dem Grundsatz: Gefährdung möglichst an der Quelle verringern, dann technische und organisatorische Lösungen nutzen und persönlichen Schutz ergänzen. Formuliere drei konkrete Maßnahmen für P-17.
Hilfe 1: Denke zuerst an die schwingende Abdeckung und die Anregung bei 25 Hz.
Hilfe 2: Beispiele für technische Ansätze sind konstruktive Versteifung, Dämpfung, Entkopplung, Kapselung oder fachgerechte Instandsetzung.
Hilfe 3: Bei L_EX,8h = 86 dB(A) ist der obere Auslösewert von 85 dB(A) erreicht bzw. überschritten; geeigneter Gehörschutz muss bestimmungsgemäß verwendet werden. Persönlicher Schutz ersetzt die vorrangige Lärmminderung nicht.
Begründetes Feedback: Eine starke Lösung verbindet Ursache und Schutz: Resonanz vermeiden oder dämpfen, die Lärmemission technisch senken, Expositionszeiten bei Bedarf organisatorisch begrenzen und geeigneten Gehörschutz korrekt verwenden. So wird nicht nur die Person abgeschirmt, sondern möglichst bereits die Entstehung bzw. Übertragung des Lärms reduziert.
Lerneinheit 6 – Schutzbedarf sicher entscheiden
Für den betrieblichen Lärmschutz sind nicht beliebige Handy-Messwerte maßgeblich, sondern eine fachkundige Gefährdungsbeurteilung und geeignete Messverfahren.
| Situation | Konsequenz im Kurs |
|---|---|
| Unterer Auslösewert wird überschritten | Geeigneten Gehörschutz bereitstellen; Beschäftigte informieren und unterweisen. |
| Oberer Auslösewert wird erreicht oder überschritten | Arbeitgeber muss für bestimmungsgemäße Verwendung des Gehörschutzes sorgen; Lärmbereiche und ein Lärmminderungsprogramm können erforderlich sein. |
| Resonanzverdacht | Nicht nur Gehörschutz wählen: technische Ursache untersuchen und Schwingungsanregung bzw. Übertragung vermindern. |

Entscheidungssituation A: Am Arbeitsplatz wurde fachkundig L_EX,8h = 86 dB(A) ermittelt. Entscheidung: Gehörschutz nur anbieten oder bestimmungsgemäße Verwendung sicherstellen?
Feedback: Die Verwendung ist sicherzustellen, weil 86 dB(A) über dem oberen Auslösewert von 85 dB(A) liegt.
Entscheidungssituation B: Eine Abdeckung schwingt bei 25 Hz stark. Entscheidung: Nur Ohrschützer verteilen oder zuerst die technische Ursache der starken Anregung untersuchen?
Feedback: Die technische Ursache muss untersucht und die Exposition so weit wie möglich verringert werden. Persönliche Schutzausrüstung ist wichtig, aber nicht die erste und einzige Maßnahme.
Entscheidungssituation C: Eine Smartphone-App zeigt 84 dB(A). Entscheidung: Rechtsverbindlich Entwarnung geben oder fachkundige Gefährdungsbeurteilung heranziehen?
Feedback: Eine App-Anzeige allein reicht für eine rechtsverbindliche Bewertung nicht aus. Messungen für die Gefährdungsbeurteilung müssen fachkundig und mit geeigneter Messtechnik durchgeführt werden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt die Frequenz einer periodischen Schwingung? (Die Zahl der Perioden pro Sekunde) (!Die größte Auslenkung) (!Die Masse des schwingenden Körpers) (!Den Abstand zur Schallquelle)
Welche Beziehung gilt zwischen Frequenz f und Periodendauer T? (f = 1 durch T) (!f = T) (!f = T mal T) (!f = 60 mal T)
Was ist die Amplitude einer Schwingung? (Die maximale Auslenkung vom Bezugswert) (!Die Zahl der Schwingungen pro Minute) (!Die Zeit für zehn Perioden) (!Die Schallgeschwindigkeit)
Wann ist bei einem schwach gedämpften erzwungenen System eine große Resonanzantwort zu erwarten? (Wenn Anregungsfrequenz und Resonanzbereich nahe beieinander liegen) (!Wenn die Anregung vollständig endet) (!Wenn keine Rückstellwirkung vorhanden ist) (!Wenn die Frequenz immer null ist)
Welche Wellenart beschreibt Schall in ruhender Luft näherungsweise? (Longitudinalwelle) (!Elektromagnetische Welle) (!Reine Querwelle) (!Materiefreie Welle)
Welche Frequenz entspricht 1500 Umdrehungen pro Minute bei einer Anregung pro Umdrehung? (25 Hz) (!15 Hz) (!60 Hz) (!1500 Hz)
Welche Größe bestimmt bei einem reinen Ton wesentlich die Tonhöhe? (Frequenz) (!Bauteilfarbe) (!Schutzklasse) (!Messdauer allein)
Wie hoch ist der untere Auslösewert des Tages-Lärmexpositionspegels nach der LärmVibrationsArbSchV? (80 dB A) (!60 dB A) (!70 dB A) (!100 dB A)
Was gilt ab Erreichen des oberen Auslösewerts von 85 dB A für den Tages-Lärmexpositionspegel? (Die bestimmungsgemäße Verwendung geeigneten Gehörschutzes ist sicherzustellen) (!Gehörschutz ist grundsätzlich verboten) (!Nur die Maschinenfarbe muss geändert werden) (!Eine Gefährdungsbeurteilung ist nicht mehr nötig)
Welche Maßnahme entspricht dem Grundgedanken wirksamer Lärmminderung am besten? (Die Lärmentstehung oder Übertragung technisch verringern) (!Nur die Warnschilder größer machen) (!Nur die Pausenmusik leiser stellen) (!Messwerte ohne Prüfung ignorieren)
Memory
| Frequenz | Hertz |
| Amplitude | Maximalauslenkung |
| Resonanz | Eigenfrequenznähe |
| Schall | Mechanische Welle |
| Periodendauer | Wiederholungszeit |
| Gehörschutz | Persönliche Schutzausrüstung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Hertz | Frequenz |
| Maximale Auslenkung | Amplitude |
| Eigenfrequenznähe | Resonanz |
| Longitudinalwelle | Schall in Luft |
| Gehörschutzpflicht | Oberer Auslösewert |
Kreuzworträtsel
| Frequenz | Welche Größe gibt Perioden pro Sekunde an? |
| Amplitude | Wie heißt die maximale Auslenkung einer Schwingung? |
| Resonanz | Wie heißt die starke Antwort eines passend angeregten schwingungsfähigen Systems? |
| Hertz | Wie heißt die Einheit der Frequenz? |
| Schall | Wie heißt eine mechanische Welle, die wir hören können? |
| Gehörschutz | Wie heißt persönliche Schutzausrüstung für das Gehör? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Basis – Frequenz erkennen: Suche an drei ungefährlichen Alltagsbeispielen periodische Vorgänge und beschreibe, was sich wiederholt. Begründetes Feedback: Gut ist Deine Lösung, wenn Du Wiederholung und Frequenz klar trennst und keine Lautstärke mit Frequenz verwechselst.
- Basis – Amplitude markieren: Zeichne eine Sinusschwingung auf Papier und markiere Mittellage, Amplitude und Periodendauer. Begründetes Feedback: Die Amplitude muss von der Mittellage bis zum Extremwert reichen; Spitze zu Spitze wäre die doppelte Amplitude.
- Basis – Zeit messen: Beobachte ein ungefährliches Pendel oder Federobjekt und miss die Zeit für zehn Perioden. Bestimme daraus T und f. Begründetes Feedback: Mehrere Perioden gemeinsam zu messen reduziert den relativen Einfluss Deiner Reaktionszeit.
- Basis – Schallweg erklären: Erstelle eine Skizze von Schallquelle, Luft, Ohr und Wahrnehmung. Begründetes Feedback: Deine Skizze ist fachlich stimmig, wenn die Quelle das Medium anregt und Schall nicht als Materiestrom zum Ohr dargestellt wird.
Standard
- Anwendung – Resonanzdaten deuten: Nutze die P-17-Tabelle und formuliere eine Diagnosehypothese mit zwei Belegen und einer Unsicherheit. Begründetes Feedback: Gute Diagnosen verbinden Frequenzgleichheit und Amplitudenmaximum, benennen aber alternative Ursachen oder Messunsicherheit.
- Anwendung – Drehzahl umrechnen: Erstelle für 600, 900, 1200 und 1800 U/min eine kleine Tabelle in Hz, wenn eine Anregung pro Umdrehung auftritt. Begründetes Feedback: Jede Frequenz ergibt sich aus U/min geteilt durch 60; eine andere Zahl von Anregungen pro Umdrehung würde das Ergebnis verändern.
- Anwendung – Audio vergleichen: Höre die 440-Hz-Stimmgabel kurz bei sicherer Lautstärke und beschreibe, welche Information die Frequenz liefert und welche nicht. Begründetes Feedback: Richtig ist die Trennung zwischen Tonhöhe/Frequenz und unkalibrierter Wiedergabelautstärke.
- Anwendung – Maßnahmen ordnen: Formuliere für P-17 je eine technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahme. Begründetes Feedback: Die technische Maßnahme sollte an Quelle oder Übertragungsweg ansetzen; PSA ergänzt die Lärmminderung.
Schwer
- Transfer – Messplan: Entwirf einen Messplan, mit dem eine fachkundige Person prüfen könnte, ob das Dröhnen bei P-17 tatsächlich von Resonanz der Abdeckung stammt. Begründetes Feedback: Stark ist der Plan, wenn er Drehzahl, Schwingungsfrequenz, Amplitude, Messorte, Wiederholungen und Unsicherheiten berücksichtigt.
- Transfer – Konstruktion verbessern: Vergleiche Versteifung, Dämpfung und Entkopplung für die Blechabdeckung und begründe, welche Wirkung Du jeweils erwartest. Begründetes Feedback: Eine gute Antwort erklärt, ob Eigenfrequenz, Resonanzamplitude oder Übertragungsweg verändert werden soll.
- Transfer – Schutzkonzept: Entwickle ein kurzes Schutzkonzept für einen fiktiven L_EX,8h von 86 dB(A), ohne Dich allein auf Gehörschutz zu verlassen. Begründetes Feedback: Vollständig ist das Konzept, wenn technische und organisatorische Lärmminderung sowie korrekte persönliche Schutzausrüstung zusammenspielen.
- Transfer – Unterweisung: Entwirf ein einseitiges Lernplakat für neue Auszubildende mit den vier Begriffen Frequenz, Amplitude, Resonanz und Gehörschutz. Begründetes Feedback: Das Plakat ist wirksam, wenn jede Aussage fachlich korrekt, kurz, visuell eindeutig und mit einer konkreten Handlungsregel verbunden ist.


Lernkontrolle
- Fehleranalyse: Eine Person behauptet: „Die Maschine ist lauter geworden, also muss ihre Frequenz gestiegen sein.“ Prüfe die Aussage und erkläre mindestens zwei mögliche Gegenargumente.
- Resonanzdiagnose: Ein Bauteil zeigt bei 24 Hz eine kleine, bei 26 Hz eine sehr große und bei 28 Hz wieder eine kleine Amplitude. Entwickle eine plausible Erklärung und nenne eine Prüfung, die Deine Hypothese stützen könnte.
- Schutzentscheidung: Vergleiche zwei Maßnahmen: Gehörschutz verteilen oder die dröhnende Abdeckung konstruktiv dämpfen. Begründe, warum beide sinnvoll sein können, aber unterschiedliche Stellen der Wirkungskette adressieren.
- Messwertkritik: Erkläre, warum ein kurzer Smartphone-Messwert nicht automatisch einem fachkundig bestimmten Tages-Lärmexpositionspegel entspricht.
- Transfer: Eine andere Maschine läuft mit 3000 U/min und erzeugt zwei gleichartige Anregungsimpulse pro Umdrehung. Bestimme die Anregungsfrequenz und erkläre, wann daraus ein Resonanzrisiko entstehen könnte.
- Systemdenken: Beschreibe die Kette Anregung → Schwingung → Resonanzmöglichkeit → Schallabstrahlung → Exposition → Schutzmaßnahme an einem eigenen technischen Beispiel.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du Zusammenhänge nicht nur benennst, sondern an Messdaten begründest.
- Frequenz: Frequenz aus Periodendauer oder Drehzahl korrekt bestimmen und die Annahmen nennen.
- Amplitude: Amplitude eindeutig von Spitze-Spitze-Wert und Frequenz unterscheiden.
- Resonanz: Resonanz anhand von Anregungsfrequenz, Eigenfrequenz und Amplitudenänderung plausibel begründen.
- Schall: Schall als mechanische Welle erklären und Frequenz, Wellenlänge und Schallgeschwindigkeit sinnvoll einordnen.
- Arbeitsschutz: Schutzbedarf aus fachkundig ermittelten Expositionsdaten ableiten und technische, organisatorische sowie persönliche Maßnahmen unterscheiden.
- Reflexion: Grenzen von fiktiven Kursdaten, unkalibrierten Apps und vereinfachten Modellen benennen.
Fachliche Quellen
| Quelle | Wofür im Kurs genutzt |
|---|---|
| Wikipedia: Schwingung | Amplitude, Periodendauer, harmonische Schwingung und f = 1/T |
| Wikipedia: Frequenz | Definition der Frequenz und Einheit Hertz |
| Wikipedia: Resonanzfrequenz | Zusammenhang von Anregung, Resonanz und großer Antwortamplitude |
| Wikipedia: Schall | Schall als mechanische Welle, Longitudinalwelle in Luft und Schallgeschwindigkeit |
| Wikipedia: Schalldruckpegel | logarithmische Pegelgröße und Bezug auf Schalldruck |
| LärmVibrationsArbSchV § 6 | untere und obere Auslösewerte 80 dB(A) und 85 dB(A) |
| LärmVibrationsArbSchV § 7 | Rangfolge und Maßnahmen zur Verringerung der Lärmexposition |
| LärmVibrationsArbSchV § 8 | Bereitstellung und Verwendung von Gehörschutz |
| DGUV/IFA: Gehörschützer | Auswahl und Einsatz von Gehörschutz bei den Auslösewerten |
| BAuA: Lärm | Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen und arbeitsbezogene Einordnung |
Hinweis: Die Rechts- und Fachquellen sind für den deutschen Arbeitsschutz gewählt. Der Kurs ersetzt keine betriebliche Gefährdungsbeurteilung und keine fachkundige Messung.
Medien und Rechte
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| Medium | Lizenz / Rechtehinweis | Prüfseite |
|---|---|---|
| Sinusspannung.svg | Public Domain als einfache Geometrie | Commons |
| Animated-mass-spring.gif | CC BY-SA 3.0 | Commons |
| Wellen.svg | CC BY-SA 3.0, zusätzlich GFDL | Commons |
| Sound wave physics.gif | CC BY-SA 4.0 | Commons |
| Tuning-fork-440Hz.ogg | CC0 1.0 | Commons |
| Tuning fork creates waves in water.webm | CC BY-SA 4.0 | Commons |
| HumanEar deutsch.jpg | CC BY-SA 4.0 | Commons |
| Mass Spring System Resonance.gif | CC BY-SA 4.0 | Commons |
| Harmonic oscillator gain.svg | Public Domain | Commons |
| Safety Symbols Art, Mandatory - Hearing Protection.svg | CC0 1.0 | Commons |
| YouTube: Basic Properties of Waves | CC BY 3.0 laut Commons-Lizenzprüfung | Commons |
| YouTube: Magnetic Noise Experiment with a Tuning Fork | CC BY 3.0 laut Commons-Lizenzprüfung | Commons |
| YouTube: Standing Waves and Resonance | CC BY 3.0 laut Commons-Lizenzprüfung | Commons |
Medienregel für Lernende: Du brauchst für die Aufgaben keine eigenen Dateien hochzuladen. Wenn Du ein eigenes Plakat, Foto oder Video erstellst, kann es lokal bleiben. Prüfe vor jeder Veröffentlichung Rechte, Einwilligungen und betriebliche Geheimhaltung.
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