T9 M - Werkstoffe prüfen und vergleichen

T9 M - Werkstoffe prüfen und vergleichen
T9 M - Werkstoffe prüfen und vergleichen
Werkstoffe werden in technischen Produkten nicht nach Gefühl ausgewählt. Sie werden geprüft, gemessen und verglichen. In diesem aiMOOC lernst Du, einfache Werkstoffprüfungen zu planen, gleiche Versuchsbedingungen einzuhalten, Messwerte auszuwerten und eine technische Werkstoffwahl mit Daten zu begründen.
Zielgruppe: Klasse 9, M-Niveau, Technik in Baden-Württemberg.
Prüfungsfokus: Du kannst Messdaten lesen, Fehler in Versuchen erkennen und aus Anforderungen einen passenden Werkstoff bestimmen.
| Sicherheitsregel |
|---|
| Praxis nur nach schulischer Unterweisung, mit Aufsicht und erforderlicher Schutzausrüstung. Nutze keine gefährlichen Maschinen eigenständig. Keine Netzspannung. Elektrische Versuche sind nur mit freigegebenen Komponenten und sicherer Kleinspannung zulässig. Bruchversuche im Unterricht nur an ungefährlichen, von der Lehrkraft ausgewählten Proben. Keine Glasproben, keine scharfkantigen Bruchstücke und keine improvisierten Schlagversuche. |
Kompetenzbezug Baden-Württemberg
Der Bildungsplan für das Wahlpflichtfach Technik in der Sekundarstufe I verbindet Werkstoffe mit technischem Planen, Experimentieren, Dokumentieren und Bewerten. Für das M-Niveau ist besonders wichtig, grundlegende Eigenschaften von Holz, Kunststoff und Metall zu beschreiben und ihre Eignung für Produkte zu begründen.
Dieser aiMOOC trainiert dazu besonders:
- Technische Experimente: Versuche planen, durchführen und auswerten.
- Messwerte: Daten erfassen, in Tabellen ordnen und in Diagrammen darstellen.
- Werkstoffauswahl: Werkstoffe anhand überprüfbarer Anforderungen vergleichen.
- Sicherheit: Regeln beachten und Risiken vor dem Versuch erkennen.
- Dokumentation: Vorgehen, Beobachtungen, Messwerte und Ergebnis nachvollziehbar festhalten.
Bildungsplan-Quelle: Werkstoffe und Produkte – Technik, Sekundarstufe I, Baden-Württemberg
Grundbegriffe
| Fachbegriff | Kurze Erklärung | Woran erkennst Du ihn? |
|---|---|---|
| Werkstoffprüfung | Geplantes Prüfen von Werkstoffeigenschaften unter festgelegten Bedingungen. | Es gibt eine Prüffrage, einen Aufbau, Messwerte und eine Auswertung. |
| Belastung | Eine Kraft oder Beanspruchung wirkt auf eine Probe. | Die Probe wird zum Beispiel gezogen, gedrückt oder gebogen. |
| Verformung | Form oder Abmessung einer Probe ändern sich durch Belastung. | Eine Länge, Durchbiegung oder Eindringtiefe verändert sich. |
| Bruch | Die Probe versagt und trennt sich ganz oder teilweise. | Riss, Trennung oder sichtbare Bruchstelle. |
| Härte | Widerstand eines Werkstoffs gegen das Eindringen eines härteren Körpers. | Bei gleichen Prüfbedingungen bedeutet ein kleinerer Eindruck meist einen höheren Eindringwiderstand. |
| Elastizität | Fähigkeit, nach Entlastung wieder in die ursprüngliche Form zurückzukehren. | Nach dem Wegnehmen der Belastung bleibt möglichst wenig bleibende Verformung. |
| Messwert | Gemessene Zahl mit Einheit. | Zum Beispiel 4,2 mm, 6 N oder 12 s. |
Merksatz: Ein Eindruck wie „fühlt sich hart an“ ist subjektiv. Ein Wert wie „Eindrucktiefe 0,6 mm bei gleicher Prüfkraft“ ist messbar.
Belastungsbilder verstehen
| Belastungsart | Einfaches Belastungsbild | Typische Beobachtung |
|---|---|---|
| Zug | ← [ Probe ] → | Die Probe wird länger. |
| Druck | → [ Probe ] ← | Die Probe wird kürzer oder breiter. |
| Biegung | ▲──────↓ F──────▲ | Die Probe biegt sich durch. |
| Torsion | ↺ [ Probe ] ↻ | Die Probe wird verdreht. |
| Schlag | → ● [ Probe ] | Sehr schnelle Belastung; im Unterricht nur beobachten oder simulieren. |
Aufgabe am Belastungsbild: Zeichne bei Zug, Druck und Biegung die Kraftrichtung mit Pfeilen ein. Markiere anschließend die Stelle, an der Du die Verformung messen würdest.
Medienbeobachtung: Universalprüfmaschine

Bildlegende: Eine Universalprüfmaschine kann je nach Aufbau Zug-, Druck- oder Biegebelastungen erzeugen. Solche Maschinen gehören in geschulte Hände.
Untersuche das Bild:
- Markiere in einer eigenen Skizze den Bereich, in dem eine Probe eingespannt wird.
- Zeichne mögliche Kraftrichtungen ein.
- Erkläre, warum eine Maschine für vergleichbare Prüfungen Kraft und Weg kontrolliert erfassen muss.

Bildlegende: Beispiel einer Druckprüfung in einer Universalprüfmaschine. Beobachte die Richtung der Belastung und die Position der Probe.
Faire Vergleiche: gleiche Versuchsbedingungen
Wenn Du zwei Werkstoffe vergleichst, darf sich möglichst nur eine entscheidende Größe ändern: der Werkstoff. Andere Bedingungen bleiben gleich.
| Bedingung | Muss gleich bleiben, weil … |
|---|---|
| Probenlänge | eine längere Probe sich oft stärker verformen kann. |
| Probenbreite | eine breitere Probe meist mehr Last aufnehmen kann. |
| Probendicke | schon kleine Dickenunterschiede die Biegung stark verändern können. |
| Auflageabstand | ein größerer Abstand die Durchbiegung verändert. |
| Belastungsstelle | eine mittige und eine randnahe Belastung nicht vergleichbar sind. |
| Prüfkraft | sonst nicht derselbe Belastungszustand vorliegt. |
| Messmethode | verschiedene Lineale, Blickwinkel oder Nullpunkte zu unterschiedlichen Messwerten führen können. |
| Belastungsdauer | manche Werkstoffe verändern sich mit der Zeit unter Last. |
Kontrollregel: Erst Bedingungen festlegen, dann messen.
Fehlerbild: Welcher Vergleich ist unfair?
| Probe | Breite | Dicke | Auflageabstand | Kraft | Durchbiegung |
|---|---|---|---|---|---|
| A | 20 mm | 2 mm | 150 mm | 4 N | 5,2 mm |
| B | 20 mm | 3 mm | 150 mm | 4 N | 2,1 mm |
Frage: Darfst Du aus diesen Daten schließen, dass Werkstoff B steifer ist?
| Hilfe |
|---|
| Prüfe zuerst, ob die Geometrie beider Proben gleich ist. |
| Lösung und Feedback |
|---|
| Nein. Die Dicke ist verschieden. Der Werkstoff wurde nicht unter gleichen Bedingungen verglichen. Ein kleinerer Messwert bei B kann durch die größere Dicke verursacht sein. |
Vom Gefühl zum Messwert
Du bekommst drei gleich große, mit A, B und C codierte Proben.
Phase 1 – subjektiv: Du schätzt mit der Hand, welche Probe „steif“ oder „weich“ wirkt.
Phase 2 – messend: Die Proben werden mit gleicher Geometrie, gleichem Auflageabstand und gleicher Kraft geprüft.
| Probe | Subjektiver Eindruck | Durchbiegung bei 4 N | Messbasierte Aussage |
|---|---|---|---|
| A | „fühlt sich eher weich an“ | 2,4 mm | geringste Durchbiegung; im Vergleich am steifsten |
| B | „wirkt hart“ | 6,1 mm | mittlere Durchbiegung |
| C | „wirkt leicht und fest“ | 12,0 mm | größte Durchbiegung; im Vergleich am wenigsten steif |
Auswertung: Der subjektive Eindruck war nicht zuverlässig. Erst die Messung unter gleichen Bedingungen erlaubt einen belastbaren Vergleich.
Wichtig: Härte und Steifigkeit sind nicht dasselbe. Eine Oberfläche kann hart sein, obwohl sich das ganze Bauteil deutlich biegt.
Einfacher vergleichender Biegetest
Der folgende Aufbau ist ein schulischer Vergleichstest. Er ersetzt keinen genormten Werkstoffversuch.

Bildlegende: Beim Drei-Punkt-Biegen liegt die Probe auf zwei Auflagen. Die Belastung wirkt in der Mitte.
Seitenansicht
Auflage Auflage
▲──────────────┬──────────────▲
↓ F
Messpunkt
Messgröße: Durchbiegung in der Mitte
Geeignete Schulausstattung: von der Lehrkraft vorbereitete, kantenarme Proben; Lineal oder Messuhr; markierte Auflagen; freigegebener Federkraftmesser.
Versuchsbedingungen festlegen:
| Größe | Beispiel |
|---|---|
| Probenlänge | für alle Proben gleich |
| Breite | für alle Proben gleich |
| Dicke | für alle Proben gleich |
| Auflageabstand | fest markieren |
| Belastungsstelle | genau in der Mitte |
| Kraftstufen | vorher festlegen |
| Messpunkt | genau unter der Mitte |
Sicherheitsgrenze: Die Lehrkraft legt Proben und maximale Kraft so fest, dass der Versuch im elastischen oder ungefährlichen Bereich bleibt. Keine improvisierte Prüfung bis zum Bruch mit Metall, Glas oder spröden Kunststoffen.
Simulationsdaten zum Biegetest
Die folgenden Werte sind didaktische Simulationswerte. Sie sind keine Werkstoffkennwerte für einen realen Werkstoff.
| Kraft | Probe A | Probe B | Probe C |
|---|---|---|---|
| 0 N | 0,0 mm | 0,0 mm | 0,0 mm |
| 2 N | 1,2 mm | 3,0 mm | 6,0 mm |
| 4 N | 2,4 mm | 6,1 mm | 12,0 mm |
| 6 N | 3,6 mm | 9,0 mm | 18,4 mm |
Durchbiegung
20 mm | C ●
18 mm | /
16 mm | /
14 mm | /
12 mm | C ●
10 mm | B ●
8 mm | /
6 mm | C ● B ●
4 mm | A ●
2 mm | B ● A ●
0 mm |●____________________________ Kraft
0 2 4 6 N
Messdaten lesen:
- Bei gleicher Kraft verformt sich A am wenigsten.
- B liegt zwischen A und C.
- C zeigt die größte Durchbiegung.
- Für ein Bauteil, das sich wenig biegen soll, wäre A nach diesem Kriterium günstiger.
Medienbeobachtung: realer Biegeversuch

Bildlegende: Reale Drei-Punkt-Biegeprüfung an einer Prüfmaschine.
Beobachtungsauftrag:
- Finde die beiden Auflagen.
- Finde den Punkt der Krafteinleitung.
- Vergleiche den realen Aufbau mit der schematischen Darstellung.
- Nenne zwei Bedingungen, die bei einem Materialvergleich gleich bleiben müssen.
Elastizität prüfen
Elastisch bedeutet: Nach dem Entlasten nähert sich die Probe wieder ihrer Ausgangsform.
Nicht verwechseln: Ein Werkstoff kann sich unter Last stark biegen und trotzdem elastisch zurückkehren. Große Verformung bedeutet also nicht automatisch geringe Elastizität.
Vorher Belastet Entlastet ──────── ────∪──── ──────── 0 mm 8 mm 0,2 mm Rest
Ein einfacher schulischer Vergleich kann die bleibende Verformung nach einer festgelegten Belastung messen.
| Probe | Durchbiegung unter 6 N | Restverformung nach Entlastung | Deutung |
|---|---|---|---|
| A | 3,6 mm | 0,0 mm | sehr gute Rückkehr im Versuch |
| B | 9,0 mm | 0,2 mm | fast vollständige Rückkehr |
| C | 18,4 mm | 0,1 mm | starke Verformung, aber ebenfalls gute Rückkehr |
Prüfungsfalle: C ist in diesem Beispiel nicht „unelastisch“. C verformt sich stark, kehrt aber fast vollständig zurück. Das beschreibt hohe Nachgiebigkeit bei guter elastischer Rückkehr.
Härte untersuchen
Bei vielen Härteprüfungen wird ein Prüfkörper mit festgelegter Kraft in die Oberfläche gedrückt. Größe oder Tiefe des Eindrucks wird ausgewertet.

Bildlegende: Prinzip der Brinell-Härteprüfung mit Kugel und Eindruck. Das Verfahren ist genormt und wird mit definierter Prüfkraft, Prüfkörper und Auswertung durchgeführt.

Bildlegende: Sichtbarer Eindruck einer Brinell-Härteprüfung.
Medienauftrag:
- Markiere Kugel, Prüfkraft und Eindruck in einer eigenen Skizze.
- Erkläre: Warum reicht „mit dem Fingernagel drücken“ nicht für einen fairen technischen Vergleich?
- Erkläre: Warum darfst Du aus einem Foto ohne Maßstab keine genaue Eindruckgröße bestimmen?
Videoauftrag: Beobachte nur das Prüfprinzip. Notiere Prüfkörper, Belastung und Messgröße. Führe das industrielle Verfahren nicht selbstständig nach.
Sicheres Schulmodell zur Eindruckprüfung
Das folgende Verfahren ist nur ein Vergleichsmodell, keine Brinell-, Rockwell- oder Vickersprüfung.
Die Lehrkraft stellt weiche, ungefährliche Schulproben und einen stumpfen Prüfkörper bereit. Prüfkörper, Kraft, Belastungszeit und Messmethode bleiben gleich.
| Probe | Eindrucktiefe bei gleicher Prüfbedingung | Vergleichsaussage |
|---|---|---|
| P | 0,4 mm | höchster Eindringwiderstand der drei Proben |
| Q | 0,9 mm | mittlerer Eindringwiderstand |
| R | 1,6 mm | geringster Eindringwiderstand |
Achtung bei der Sprache: Schreibe nicht „P hat 0,4 mm Brinellhärte“. Das wäre fachlich falsch. Es handelt sich um eine Eindrucktiefe in einem nicht genormten Schulvergleich.
Shore-Durometer beobachten

Bildlegende: Ein Shore-Durometer dient zur Härteprüfung bestimmter Werkstoffgruppen. Die Messskalen und Prüfbedingungen hängen vom Verfahren ab.
Fehler-finden-Auftrag: Eine Gruppe drückt ein Messgerät bei Probe 1 fünf Sekunden und bei Probe 2 zwanzig Sekunden auf. Erkläre, warum der Vergleich problematisch ist.
Zugversuch, Verformung und Bruch
Beim technischen Zugversuch wird eine genormte Probe gezogen. Dabei werden Kraft und Verlängerung erfasst. Professionelle Zugversuche erfolgen an dafür vorgesehenen Prüfmaschinen.

Bildlegende: Form und Messbereich einer Zugprobe. Definierte Probengeometrien verbessern die Vergleichbarkeit.

Bildlegende: Aluminiumlegierungsprobe nach einem Zugversuch. Die sichtbare Einschnürung zeigt eine starke örtliche Verformung vor dem Bruch.
Medienauftrag:
- Beobachte, wie sich die Probe vor dem Bruch verändert.
- Stoppe gedanklich an drei Punkten: Beginn, deutliche Verformung, Bruch.
- Beschreibe nur sichtbare Veränderungen. Trenne Beobachtung von Erklärung.
Videoauftrag: Achte auf Probe, Einspannung, Kraftrichtung, Messung und Bruch. Notiere vier Fachbegriffe aus diesem aiMOOC, die Du im Versuch wiederfindest.
Spannungs-Dehnungs-Diagramm lesen
Bei professionellen Zugversuchen werden Messdaten oft als Spannungs-Dehnungs-Diagramm dargestellt.

Bildlegende: Typischer Verlauf eines duktilen Werkstoffs. Im Verlauf lassen sich Bereiche der elastischen und plastischen Verformung sowie der Bruch erkennen.
Vereinfachte Idee:
- Spannung bezieht die Kraft auf die Ausgangsquerschnittsfläche.
- Dehnung bezieht die Längenänderung auf die Ausgangslänge.
- So werden Proben unterschiedlicher Größe besser vergleichbar.
Vertiefung: σ = F / A₀
Vertiefung: ε = ΔL / L₀ · 100 %
Videoauftrag: Skizziere den Kurvenverlauf. Markiere elastischen Bereich, maximale Beanspruchung und Bruch. Schreibe zu jeder Markierung einen kurzen Erklärungssatz.
Bruch sicher untersuchen
Im Unterricht eignen sich für einfache Bruchvergleiche nur ungefährliche, von der Lehrkraft ausgewählte Proben, zum Beispiel Papierstreifen. Metallische oder spröde Proben werden nicht improvisiert bis zum Bruch belastet.
Papier-Zugmodell feste Klemme Papierstreifen niedrige Zugkraft [ Klemme ]==========|===========> F Messgrößen: - Streifenbreite - freie Länge - maximale Zugkraft vor dem Reißen
Gleiche Bedingungen: gleiche Papierbreite, gleiche freie Länge, gleiche Zugrichtung, gleiche Klemme, gleiche Zuggeschwindigkeit.
Beispielmessreihe: Papierstreifen
Die Werte sind Simulationsdaten für die Auswertung.
| Papiertyp | Versuch 1 | Versuch 2 | Versuch 3 | Mittelwert | Spannweite |
|---|---|---|---|---|---|
| A | 14 N | 15 N | 14 N | 14,3 N | 1 N |
| B | 22 N | 21 N | 23 N | 22,0 N | 2 N |
| C | 11 N | 10 N | 11 N | 10,7 N | 1 N |
Auswertung: B erreicht in dieser Messreihe die größte Bruchkraft.
Mittelwert: Summe der Messwerte geteilt durch Anzahl der Messungen.
Spannweite: größter Messwert minus kleinster Messwert.
Qualitätsregel: Ein auffälliger Messwert darf nicht einfach gelöscht werden. Prüfe zuerst, ob ein dokumentierter Versuchsfehler vorlag.
Messwerte richtig erfassen
Eine gute Messwerttabelle enthält mindestens:
- Messgröße: Was wird gemessen?
- Einheit: zum Beispiel mm oder N.
- Bedingung: zum Beispiel Kraft, Probenmaß oder Zeit.
- Wiederholungen: mehrere Messungen erhöhen die Aussagekraft.
- Bemerkung: zum Beispiel „Probe verrutscht“.
| Schlechter Eintrag | Besserer Eintrag |
|---|---|
| „biegt sich wenig“ | 2,4 mm Durchbiegung bei 4 N |
| „ziemlich hart“ | 0,4 mm Eindrucktiefe bei festgelegter Vergleichsprüfung |
| „hält gut“ | kein Bruch bis zur festgelegten Prüfkraft |
| „ging kaputt“ | Bruch bei 14 N |
Messfehler und Versuchsfehler finden
| Situation | Problem | Verbesserung |
|---|---|---|
| Lineal wird schräg abgelesen. | Ablesefehler durch Blickwinkel. | Senkrecht zur Skala ablesen. |
| Probe B ist dicker als Probe A. | Vergleichsbedingung verändert. | gleiche Dicke verwenden. |
| Kraft greift nicht in der Mitte an. | andere Biegebelastung. | Belastungsstelle markieren. |
| Nur ein Messwert wird aufgenommen. | Zufällige Abweichung ist schwer erkennbar. | Versuch wiederholen. |
| Ein unpassender Wert wird ohne Begründung gestrichen. | Daten werden manipuliert. | Ursache prüfen und dokumentieren. |
| Einheit fehlt. | Messwert ist unvollständig. | Zahl immer mit Einheit notieren. |
Interaktive Fehlerdiagnose
Datensatz:
| Probe | Breite | Dicke | Kraft | Durchbiegung |
|---|---|---|---|---|
| K | 20 mm | 2 mm | 4 N | 5,8 mm |
| L | 20 mm | 2 mm | 6 N | 5,4 mm |
Behauptung: „L ist steifer, weil 5,4 mm kleiner als 5,8 mm ist.“
| Hilfe |
|---|
| Vergleiche zuerst die Prüfkraft. |
| Lösung und Feedback |
|---|
| Die Aussage ist nicht zulässig. L wurde mit 6 N statt 4 N belastet. Die Werte stammen nicht aus gleichen Versuchsbedingungen. |
Diagramme auswerten
Ein Diagramm übersetzt Messwerte in ein sichtbares Muster.
Prüfe immer:
- Was steht auf der waagerechten Achse?
- Was steht auf der senkrechten Achse?
- Welche Einheit wird verwendet?
- Welche Kurve gehört zu welcher Probe?
- Vergleiche Werte nur bei gleicher Belastung.
Diagrammtraining: Kraft und Durchbiegung
Durchbiegung in mm
12 | C
10 | /
8 | B /
6 | C /
4 | B A
2 | A
0 |________________________
0 2 4 6 Kraft in N
Frage 1: Welche Probe zeigt bei gleicher Kraft die größte Verformung?
Frage 2: Welche Probe wäre für eine steife Halterung am geeignetsten, wenn nur dieses Kriterium zählt?
| Lösung |
|---|
| Frage 1: C. Frage 2: A, weil A bei gleicher Kraft die kleinste Durchbiegung zeigt. |
Prüfen und entscheiden
Technische Werkstoffwahl beginnt mit Anforderungen. Nicht der „beste Werkstoff insgesamt“ wird gesucht, sondern der Werkstoff, der die Anforderungen einer Aufgabe erfüllt.
Prüfungsnahe Entscheidung 1: steife Halterung
Anforderungen:
- Durchbiegung bei 6 N höchstens 4,0 mm.
- Bruchkraft mindestens 18 N.
- Nach Entlastung höchstens 0,5 mm Restverformung.
| Werkstoff | Durchbiegung bei 6 N | Bruchkraft | Restverformung |
|---|---|---|---|
| A | 3,6 mm | 24 N | 0,0 mm |
| B | 9,0 mm | 20 N | 0,2 mm |
| C | 18,4 mm | 12 N | 0,1 mm |
Aufgabe: Bestimme den passenden Werkstoff und begründe mit Messwerten.
| Lösungsweg |
|---|
| 1. Jedes Kriterium einzeln prüfen. 2. Ungeeignete Werkstoffe streichen. 3. Entscheidung mit mindestens zwei Messwerten begründen. |
| Lösung und Feedback |
|---|
| A erfüllt alle drei Anforderungen: 3,6 mm ≤ 4,0 mm, 24 N ≥ 18 N und 0,0 mm ≤ 0,5 mm. B ist zu nachgiebig. C ist zu nachgiebig und erreicht die geforderte Bruchkraft nicht. |
Prüfungsnahe Entscheidung 2: elastischer Clip
Anforderungen:
- Durchbiegung bei 6 N mindestens 8 mm.
- Restverformung höchstens 0,5 mm.
- Bruchkraft mindestens 15 N.
| Werkstoff | Durchbiegung bei 6 N | Restverformung | Bruchkraft |
|---|---|---|---|
| A | 3,6 mm | 0,0 mm | 24 N |
| B | 9,0 mm | 0,2 mm | 20 N |
| C | 18,4 mm | 0,1 mm | 12 N |
Aufgabe: Begründe die Werkstoffwahl.
| Lösung und Feedback |
|---|
| B erfüllt alle Bedingungen. A biegt sich nicht weit genug. C biegt sich weit und kehrt gut zurück, erreicht aber mit 12 N die geforderte Bruchkraft von 15 N nicht. |
Prüfungsnahe Entscheidung 3: Oberflächenwiderstand
Anforderung: Die Eindrucktiefe soll im Vergleichstest höchstens 0,6 mm betragen.
| Probe | Eindrucktiefe |
|---|---|
| P | 0,4 mm |
| Q | 0,9 mm |
| R | 1,6 mm |
Aufgabe: Welche Probe erfüllt das Kriterium?
| Lösung |
|---|
| P. Nur 0,4 mm liegt bei oder unter 0,6 mm. |
Werkstoffentscheidung als Vergleichstabelle
| Anforderung | Messgröße | günstiger Messwert | mögliche Fehlinterpretation |
|---|---|---|---|
| Bauteil soll sich wenig biegen. | Durchbiegung bei gleicher Kraft | klein | „hart“ mit „steif“ verwechseln |
| Bauteil soll nachgeben und zurückfedern. | Durchbiegung und Restverformung | große reversible Durchbiegung, kleine Restverformung | große Durchbiegung als „schlecht“ bewerten |
| Oberfläche soll Eindringen widerstehen. | Eindrucktiefe bei gleicher Prüfung | klein | subjektiven Fingerdruck als Härtemessung behandeln |
| Probe soll hohe Zuglast aushalten. | Bruchkraft bei gleichen Probenmaßen | groß | verschiedene Querschnitte direkt vergleichen |
Versuchsplanung in sechs Schritten
- Prüffrage formulieren: Zum Beispiel „Welche Probe biegt sich bei 4 N am wenigsten?“
- Messgröße festlegen: Zum Beispiel Durchbiegung in mm.
- Bedingungen kontrollieren: Geometrie, Kraft, Auflage und Messpunkt gleich halten.
- Sicher prüfen: Nur freigegebener Aufbau nach Unterweisung und unter Aufsicht.
- Mehrfach messen: Messreihe statt Einzelwert.
- Auswerten und entscheiden: Daten vergleichen und eine begründete Aussage formulieren.
Messprotokoll-Vorlage
| Feld | Dein Eintrag |
|---|---|
| Prüffrage | |
| Proben | |
| unabhängige Größe | |
| konstant gehaltene Bedingungen | |
| Messgröße mit Einheit | |
| Sicherheitsmaßnahmen | |
| Messwerte | |
| Auffälligkeiten | |
| Diagramm | |
| Ergebnis | |
| technische Entscheidung |
Medien untersuchen statt nur ansehen
Medienauftrag 1: Zugprobe markieren

- Markiere den Messbereich.
- Zeichne die Zugrichtung.
- Begründe, warum eine definierte Probenform Vergleichbarkeit verbessert.
Medienauftrag 2: Bruchbild vergleichen

- Beschreibe nur, was sichtbar ist.
- Markiere die engste Stelle.
- Formuliere anschließend eine fachliche Deutung mit dem Begriff Verformung.
Medienauftrag 3: Härteeindruck analysieren

- Skizziere den Eindruck als Kreis.
- Überlege, welche Messgröße ausgewertet werden könnte.
- Nenne zwei Gründe, warum gleiche Prüfkraft und gleicher Prüfkörper wichtig sind.
Medienauftrag 4: Belastungsaufbau vergleichen


- Ordne Schema und reales Foto einander zu.
- Markiere im Schema die Teile, die Du im Foto wiedererkennst.
- Finde einen möglichen Ablese- oder Aufbaufehler.
Medienauftrag 5: Messgerät beobachten

- Beschreibe die Kontaktstelle zwischen Messgerät und Probe.
- Erkläre, warum ein Messgerät allein noch keinen guten Versuch garantiert.
- Nenne drei Bedingungen, die zusätzlich festgelegt sein müssen.
Professionelle Härteprüfung: Einordnen, nicht nachbauen
Beobachtungsauftrag:
- Notiere die Namen Brinell, Vickers und Rockwell.
- Vergleiche die Prüfprinzipien nur auf der Ebene „Prüfkörper – Belastung – Messgröße“.
- Erkläre, warum Werte aus unterschiedlichen Härteverfahren nicht ohne Weiteres gleichgesetzt werden dürfen.
Vertiefung: zerstörend oder nicht zerstörend?
| Prüfung | Wirkung auf Probe | Einordnung im Unterricht |
|---|---|---|
| Zugversuch bis zum Bruch | Probe wird zerstört. | professionelle Prüfung beobachten; sichere Simulationen auswerten. |
| Papierstreifen-Zugtest bis zum Reißen | Papierprobe wird zerstört. | nur mit freigegebenem ungefährlichem Aufbau. |
| Biegetest unterhalb kritischer Belastung | Probe kann unbeschädigt bleiben. | gut für vergleichende Schulmessungen. |
| Härteeindruck | Oberfläche wird örtlich verändert. | industrielles Verfahren beobachten; im Unterricht nur sicheres Vergleichsmodell. |
| Sichtprüfung | Probe bleibt meist unverändert. | sicher und einfach, aber liefert andere Informationen als mechanische Prüfungen. |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein Messwert? (Eine gemessene Zahl mit Einheit) (!Eine persönliche Vermutung ohne Messung) (!Eine Werkstoffbezeichnung ohne Zahl) (!Eine Sicherheitsregel)
Warum müssen Proben bei einem Vergleich möglichst gleich groß sein? (Damit Unterschiede eher auf den Werkstoff und nicht auf die Geometrie zurückgehen) (!Damit jede Probe eine andere Belastung erhält) (!Damit keine Messwerte notiert werden müssen) (!Damit Härte und Elastizität dasselbe bedeuten)
Welche Aussage beschreibt Elastizität am besten? (Die Probe kehrt nach Entlastung möglichst in ihre Ausgangsform zurück) (!Die Probe ist besonders schwer) (!Die Oberfläche glänzt) (!Die Probe bricht sofort)
Welche Messung passt zu einem einfachen Biegevergleich? (Durchbiegung bei festgelegter gleicher Kraft) (!Farbe bei unterschiedlicher Beleuchtung) (!Masse bei unterschiedlicher Probengröße) (!Bruchkraft bei unterschiedlicher Probenbreite)
Was zeigt ein kleinerer Eindruck bei gleicher Eindruckprüfung typischerweise an? (Einen größeren Widerstand gegen das Eindringen) (!Automatisch eine größere Elastizität) (!Automatisch eine geringere Dichte) (!Automatisch eine höhere elektrische Leitfähigkeit)
Warum sind Wiederholungsmessungen sinnvoll? (Sie helfen, Streuung und auffällige Messwerte zu erkennen) (!Sie ersetzen gleiche Versuchsbedingungen) (!Sie machen Einheiten überflüssig) (!Sie erlauben beliebige Probenmaße)
Welche Aussage ist fachlich korrekt? (Härte und Steifigkeit sind unterschiedliche Eigenschaften) (!Härte und Steifigkeit bedeuten immer dasselbe) (!Eine harte Oberfläche kann sich niemals biegen) (!Elastizität bedeutet große Bruchkraft)
Was muss bei einem fairen Drei-Punkt-Biegevergleich gleich bleiben? (Auflageabstand und Belastungsstelle) (!Nur der Name der Probe) (!Nur die Farbe des Werkstoffs) (!Nur die Reihenfolge der Messungen)
Eine Probe biegt sich stark und kehrt danach fast vollständig zurück. Welche Aussage passt? (Sie kann nachgiebig und zugleich elastisch sein) (!Sie muss spröde sein) (!Sie muss besonders hart sein) (!Sie ist sicher gebrochen)
Wie wählst Du einen Werkstoff prüfungsnah aus? (Du vergleichst die Messwerte mit den vorgegebenen Anforderungen) (!Du nimmst immer den schwersten Werkstoff) (!Du entscheidest nur nach dem Aussehen) (!Du verwendest den Werkstoff mit dem längsten Namen)
Memory
| Werkstoffprüfung | geplantes Ermitteln von Werkstoffeigenschaften |
| Belastung | auf die Probe wirkende Beanspruchung |
| Verformung | Änderung von Form oder Abmessung |
| Bruch | Versagen mit Riss oder Trennung |
| Härte | Widerstand gegen das Eindringen eines härteren Körpers |
| Elastizität | Rückkehr zur Ausgangsform nach Entlastung |
| Messwert | Zahl mit zugehöriger Einheit |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Bedeutung |
|---|---|
| Durchbiegung | Messgröße beim einfachen Biegetest |
| Prüfkraft | festgelegte Belastung während eines Vergleichs |
| Restverformung | Verformung, die nach dem Entlasten verbleibt |
| Eindrucktiefe | mögliche Messgröße eines schulischen Härtevergleichs |
| Wiederholungsmessung | hilft, Streuung und auffällige Werte zu erkennen |
Kreuzworträtsel
| Härte | Welche Eigenschaft beschreibt den Widerstand gegen das Eindringen? |
| Bruch | Wie heißt das Versagen mit Riss oder Trennung? |
| Elastizität | Welche Eigenschaft beschreibt die Rückkehr zur Ausgangsform? |
| Messwert | Wie heißt eine gemessene Zahl mit Einheit? |
| Verformung | Wie heißt eine Änderung von Form oder Abmessung? |
| Belastung | Wie heißt die auf eine Probe wirkende Beanspruchung? |
LearningApps
Lückentext
Prüfungstraining mit unmittelbarer Selbstkontrolle
Aufgabe A: Messdaten interpretieren
| Probe | Durchbiegung bei 5 N | Restverformung |
|---|---|---|
| X | 2,0 mm | 0,0 mm |
| Y | 7,5 mm | 0,2 mm |
| Z | 11,0 mm | 2,5 mm |
Frage: Welche Probe ist im Versuch am steifsten? Welche zeigt die größte bleibende Verformung?
| Hilfe |
|---|
| Kleine Durchbiegung bei gleicher Kraft bedeutet in diesem Vergleich höhere Steifigkeit. Große Restverformung bedeutet geringe Rückkehr zur Ausgangsform. |
| Lösung |
|---|
| X ist am steifsten. Z zeigt mit 2,5 mm die größte bleibende Verformung. |
Aufgabe B: Versuchsfehler finden
Eine Gruppe prüft zwei Streifen. Beide sind 20 mm breit. Streifen 1 ist 2 mm dick, Streifen 2 ist 4 mm dick. Beide werden mit 5 N belastet. Die Gruppe behauptet: „Streifen 2 besteht aus dem steiferen Werkstoff.“
| Hilfe |
|---|
| Welche wichtige Probeneigenschaft wurde nicht konstant gehalten? |
| Lösung |
|---|
| Die Dicke ist unterschiedlich. Deshalb ist der Werkstoffvergleich nicht fair. Die größere Dicke kann die geringere Durchbiegung erklären. |
Aufgabe C: Technische Entscheidung
Ein Schutzbügel soll sich bei 5 N höchstens 3 mm durchbiegen. Nach Entlastung dürfen höchstens 0,3 mm Restverformung bleiben.
| Probe | Durchbiegung | Restverformung |
|---|---|---|
| M | 2,6 mm | 0,1 mm |
| N | 2,1 mm | 0,8 mm |
| O | 4,0 mm | 0,0 mm |
| Lösung |
|---|
| M erfüllt beide Anforderungen. N ist zwar steif genug, bleibt aber zu stark verformt. O kehrt gut zurück, biegt sich aber zu weit durch. |
Aufgabe D: Subjektiv oder messbar?
Ordne die Aussagen gedanklich:
| Aussage | Art |
|---|---|
| „Die Probe fühlt sich stabil an.“ | subjektiver Eindruck |
| „Die Probe biegt sich bei 4 N um 2,3 mm.“ | Messwert |
| „Die Oberfläche wirkt hart.“ | subjektiver Eindruck |
| „Der Eindruck ist bei gleicher Prüfung 0,5 mm tief.“ | Messwert |
Transfer: Formuliere aus „Das Material ist ziemlich flexibel“ eine überprüfbare Prüffrage.
| Beispiel-Lösung |
|---|
| „Wie groß ist die Durchbiegung der Probe bei 4 N, wenn Probenmaße und Auflageabstand gleich sind?“ |
Wiederholung: Schnellcheck vor einer Klassenarbeit
- Kannst Du Werkstoffprüfung, Belastung, Verformung, Bruch, Härte, Elastizität und Messwert erklären?
- Kannst Du sagen, welche Versuchsbedingungen gleich bleiben müssen?
- Kannst Du eine Tabelle lesen und Messwerte mit Einheiten vergleichen?
- Kannst Du aus einem Diagramm einen Wert bei gegebener Belastung ablesen?
- Kannst Du Härte und Steifigkeit unterscheiden?
- Kannst Du elastische und bleibende Verformung unterscheiden?
- Kannst Du einen fehlerhaften Vergleich erkennen?
- Kannst Du eine Werkstoffentscheidung mit Anforderungen und Messwerten begründen?
Offene Aufgaben
Leicht
- Belastungsbild: Zeichne Zug, Druck und Biegung mit Kraftpfeilen. Markiere jeweils eine sinnvolle Messstelle.
- Fachbegriffe: Erstelle sieben Karteikarten zu Werkstoffprüfung, Belastung, Verformung, Bruch, Härte, Elastizität und Messwert. Nutze auf jeder Karte ein eigenes technisches Beispiel.
- Medienanalyse: Wähle ein Commons-Bild aus diesem aiMOOC. Markiere Probe, Belastungsrichtung und Messbereich in einer eigenen Skizze.
- Subjektiv und objektiv: Sammle drei Alltagssätze wie „Das fühlt sich stabil an“ und formuliere daraus jeweils eine messbare Prüffrage.
Standard
- Biegeversuch: Plane einen sicheren Vergleichstest für drei von der Lehrkraft bereitgestellte Streifen. Lege Messgröße und mindestens fünf konstante Bedingungen fest.
- Messreihe: Werte eine bereitgestellte Messreihe mit drei Wiederholungen aus. Bestimme Mittelwert und Spannweite und beschreibe auffällige Werte.
- Fehleranalyse: Erstelle ein absichtlich fehlerhaftes Versuchsprotokoll mit mindestens vier Vergleichsfehlern. Tausche es mit einer anderen Gruppe und lasse die Fehler finden.
- Werkstoffauswahl: Entwickle für einen Handyhalter drei messbare Anforderungen und entscheide anhand vorgegebener Messwerte zwischen drei Werkstoffproben.
Schwer
- Versuchsoptimierung: Vergleiche zwei verschiedene Möglichkeiten, die Durchbiegung zu messen. Bewerte Genauigkeit, Aufwand und mögliche Fehler.
- Diagrammanalyse: Erstelle aus einer Messwerttabelle ein Kraft-Durchbiegungs-Diagramm. Erkläre den Kurvenverlauf und markiere einen auffälligen Messwert.
- Transferaufgabe: Entwickle ein Prüfkonzept für einen elastischen Clip. Lege Grenzwerte für Durchbiegung, Restverformung und Mindestbruchkraft fest und begründe sie.
- Technische Entscheidung: Erstelle eine Entscheidungsmatrix für ein Bauteil mit mindestens vier Kriterien. Trenne Messdaten, Sicherheitsanforderungen und begründete Wertung sauber voneinander.


Lernkontrolle
- Versuchsvergleich: Zwei Gruppen erhalten unterschiedliche Ergebnisse für denselben Biegetest. Analysiere anhand ihrer Protokolle, welche veränderten Bedingungen die Abweichung erklären könnten, und schlage einen verbesserten gemeinsamen Versuch vor.
- Messdaten und Entscheidung: Drei Werkstoffe erfüllen unterschiedliche Teile eines Anforderungsprofils. Begründe, welcher Werkstoff für eine steife Halterung geeignet ist, und nenne zugleich, wofür ein anderer Werkstoff günstiger sein könnte.
- Subjektivität: Erkläre an einem selbst gewählten Beispiel, warum ein Sinneseindruck eine Messung nicht ersetzt. Formuliere danach eine prüfbare Messgröße.
- Elastizität und Steifigkeit: Eine Probe biegt sich stark, kehrt aber vollständig zurück. Eine andere biegt sich wenig, bleibt danach aber dauerhaft verformt. Vergleiche die beiden Werkstoffe fachsprachlich.
- Fehler und Datenqualität: In einer Messreihe weicht ein Wert stark ab. Entwickle einen sinnvollen Prüfweg, bevor entschieden wird, ob der Wert wiederholt oder begründet ausgeschlossen werden darf.
- Transfer in ein Produkt: Wähle für einen Federclip, eine starre Halterung und eine druckfeste Unterlage jeweils passende Messkriterien. Begründe, warum unterschiedliche Produkte unterschiedliche Werkstoffeigenschaften verlangen.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu T9 M - Werkstoffe prüfen und vergleichen ist wichtig:
- Du verwendest die Fachbegriffe Werkstoffprüfung, Belastung, Verformung, Bruch, Härte, Elastizität und Messwert korrekt.
- Du kannst einen einfachen vergleichenden Test planen.
- Du hältst wichtige Versuchsbedingungen konstant.
- Du dokumentierst Messwerte mit Einheiten.
- Du kannst Messreihen mit Wiederholungen auswerten.
- Du erkennst unfaire Vergleiche und typische Messfehler.
- Du unterscheidest subjektive Eindrücke von gemessenen Eigenschaften.
- Du liest Tabellen und einfache Diagramme sicher.
- Du begründest eine Werkstoffwahl anhand vorgegebener Anforderungen.
- Du beachtest Sicherheitsregeln und kannst erklären, warum bestimmte Prüfungen nur professionell oder unter schulischer Aufsicht durchgeführt werden.
OERs zum Thema
Weitere freie oder öffentlich zugängliche Lernquellen:
- Wikimedia Commons – Kategorie Zugversuch
- Wikimedia Commons – Universalprüfmaschinen
- Wikipedia – Zugversuch
- Wikipedia – Biegeversuch
- Bildungsplan Baden-Württemberg – Technik: Werkstoffe und Produkte
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