T9 E - Technische Systeme kriterienorientiert bewerten

T9 E - Technische Systeme kriterienorientiert bewerten
T9 E - Technische Systeme kriterienorientiert bewerten
Zielgruppe: Klasse 9, Technik, E-Niveau, Baden-Württemberg
Leitfrage: Welches technische System passt besser zu einer konkreten Aufgabe – und wie begründest Du diese Entscheidung mit Daten, Kriterien und Gewichtungen?
Der baden-württembergische Bildungsplan fordert im Fach Technik, technische Systeme anhand bedeutsamer Kriterien einzuschätzen. Dabei spielen unter anderem technische, ökologische, ökonomische und ergonomische Kriterien eine Rolle. Für die Klassen 7/8/9 wird beim Themenfeld „Systeme und Prozesse“ ausdrücklich auch die Untersuchung eines technischen Systems unter den Aspekten Sicherheit, Ergonomie und Wirtschaftlichkeit genannt.[1][2]
In diesem aiMOOC vergleichst Du zwei technische Systeme:
- System A: Akku-Bohrschrauber Bosch UniversalDrill 18V mit 1,5-Ah-Akku.
- System B: kabelgebundene Schlagbohrmaschine Bosch EasyImpact 600.
Die Geräte dienen als Fallbeispiel für eine technische Bewertung. Du lernst nicht, welches Gerät „allgemein besser“ ist. Du lernst, wie sich ein begründetes Gesamturteil für eine konkrete Nutzungssituation entwickelt.
Sicherheitsrahmen
Wichtig: Dieser aiMOOC ist vor allem für Analyse, Datenauswertung und Bewertung gedacht.
- Praktische Arbeiten erfolgen nur nach schulischer Unterweisung, unter Aufsicht und mit der erforderlichen persönlichen Schutzausrüstung.
- Du nutzt gefährliche Maschinen niemals eigenständig.
- Arbeiten an Netzspannung sind kein Schülerexperiment.
- Elektrische Versuche erfolgen nur mit von der Schule freigegebenen Komponenten und sicherer Kleinspannung.
- Geräte werden für Beobachtungs-, Mess- oder Demontageaufgaben nur dann verwendet, wenn die Lehrkraft die jeweilige Tätigkeit ausdrücklich freigegeben hat.
- Bei nicht freigegebenen Geräten arbeitest Du ausschließlich mit Bildern, Datenblättern, Modellen, Videos und vorbereiteten Messdaten.
- Sicherheitsregeln sind ein Mindestkriterium. Ein Sicherheitsmangel darf nicht einfach durch einen niedrigen Preis „ausgeglichen“ werden.

Medienauftrag – beobachten und Fehler finden: Notiere drei Situationen, in denen Augenschutz ein relevantes Bewertungskriterium sein kann. Erkläre anschließend, warum eine Schutzbrille niemals Unterweisung, sichere Arbeitsweise oder technische Schutzmaßnahmen ersetzt.
Was bedeutet kriterienorientiert bewerten?
Eine technische Bewertung besteht nicht aus einem spontanen „gefällt mir“ oder einer bloßen Rangliste. Du gehst systematisch vor.
| Schritt | Frage | Ergebnis |
|---|---|---|
| Aufgabe klären | Wofür soll das technische System eingesetzt werden? | Nutzungsszenario |
| Daten erheben | Welche Produktdaten und Prüfwerte liegen vor? | Messwerte und Daten |
| Kriterien festlegen | Was ist für die Aufgabe wichtig? | Bewertungskriterien |
| Kriterien gewichten | Wie wichtig ist jedes Kriterium? | Gewichtung in Prozent |
| Teilurteile bilden | Wie gut erfüllt jedes System ein Kriterium? | begründete Punktwerte |
| Zielkonflikte prüfen | Welche Vorteile verursachen Nachteile an anderer Stelle? | Abwägung |
| Gesamturteil formulieren | Welches System passt unter diesen Bedingungen besser? | begründete technische Entscheidung |
Merksatz: Erst Daten, dann Kriterien, dann Gewichtung, dann Urteil.
Fachbegriffe direkt erklärt
| Fachbegriff | Kurze Erklärung | Beispiel |
|---|---|---|
| Bewertungskriterium | Ein Gesichtspunkt, nach dem Du ein technisches System beurteilst. | Masse, Sicherheit, Energiebedarf oder Reparierbarkeit |
| Gewichtung | Die festgelegte Bedeutung eines Kriteriums für die konkrete Aufgabe. | Sicherheit 25 %, Wirtschaftlichkeit 10 % |
| Ergonomie | Die Anpassung eines technischen Systems an den Menschen und an die Aufgabe. | Masse, Griff, Bedienkräfte, Körperhaltung, Vibration |
| Sicherheit | Das Vermeiden oder Begrenzen von Gefährdungen bei bestimmungsgemäßer Nutzung. | Schutzmaßnahmen, Leitung, Akku, bewegte Teile |
| Reparierbarkeit | Wie gut sich Fehler finden und defekte Teile austauschen lassen. | austauschbarer Akku, zugängliche Verschleißteile, Ersatzteile |
| Wirtschaftlichkeit | Verhältnis von Nutzen und Kosten über einen festgelegten Zeitraum. | Anschaffung, Energie, Wartung, Reparatur |
| Nachhaltigkeit | Bewertung von Umwelt-, Ressourcen-, Nutzungs- und Lebenszykluswirkungen. | Energie, Material, Lebensdauer, Reparatur, Entsorgung |
Messwert und Werturteil unterscheiden
Messwert und Werturteil sind nicht dasselbe.
| Aussage | Art | Begründung |
|---|---|---|
| „Die Masse beträgt 1,20 kg.“ | Mess- oder Herstellerwert | Die Größe besitzt eine Einheit. |
| „Die Prüfzeit beträgt 94 s.“ | Messwert | Sie wurde unter festgelegten Prüfbedingungen ermittelt. |
| „Das Gerät ist leicht.“ | Werturteil | „Leicht“ hängt vom Vergleich und vom Nutzungskontext ab. |
| „Das Gerät ist ergonomisch günstiger.“ | Werturteil | Mehrere Daten werden anhand des Kriteriums Ergonomie gedeutet. |
| „Das System erreicht 3 von 4 Punkten.“ | formalisiertes Werturteil | Die Punktzahl entsteht aus einer Bewertungsregel, nicht direkt aus einem Messgerät. |
| „Für mobile Arbeiten im Unterricht ist System A geeigneter.“ | begründetes Gesamturteil | Daten, Kriterien, Gewichtungen und Nutzungssituation werden zusammengeführt. |
Prüfungsfalle: Eine Zahl ist nicht automatisch ein Messwert. Eine Punktzahl in einer Bewertungsmatrix bleibt ein Werturteil, weil vorher festgelegt wurde, was 0, 1, 2, 3 oder 4 Punkte bedeuten.
Mini-Selbstkontrolle
| Aussage | Selbstkontrolle |
|---|---|
| „82 dB(A)“ | Messwert |
| „zu laut“ | Werturteil |
| „1,70 kg“ | Mess- oder Herstellerwert |
| „für längeres Halten ungünstiger“ | Werturteil |
| „Anschaffungspreis 71,98 € zum Recherchezeitpunkt“ | Produktdatum |
Sofort-Feedback: Prüfe bei jeder Aussage: Gibt es eine Einheit oder klar definierte Beobachtung? Dann liegt meist ein Datenwert vor. Enthält die Aussage Wörter wie „gut“, „schlecht“, „günstig“, „geeignet“, „sicherer“ oder „nachhaltiger“, handelt es sich um ein Urteil, das begründet werden muss.
Die zwei technischen Systeme

Medienauftrag – beobachten und markieren: Zeige auf Akku, Griff, Schalter, Bohrfutter und Gehäuse. Formuliere zu jedem sichtbaren Bauteil eine mögliche Funktion. Markiere anschließend zwei Stellen, die für die Ergonomie wichtig sind.

Medienauftrag – vergleichen: Vergleiche dieses kabelgebundene Beispiel mit dem Akku-Gerät. Suche mindestens vier Unterschiede, die später als Bewertungskriterium relevant werden können.
Systemgrenze und Teilfunktionen
Ein technisches System besteht aus Bauteilen oder Teilsystemen, die zusammen eine Funktion erfüllen. Beim Bohrsystem kannst Du beispielsweise Energieversorgung, Antrieb, Kraftübertragung, Werkzeugaufnahme, Bedienung und Schutzfunktionen unterscheiden.

Medienauftrag – Systemanalyse: Folge in der Explosionsdarstellung gedanklich dem Weg vom Energieeingang bis zur mechanischen Bewegung. Nummeriere auf einem Ausdruck oder in einer digitalen Kopie die von Dir vermutete Reihenfolge der Baugruppen. Vergleiche anschließend mit einer technischen Dokumentation.
Hinweis: Eine Explosionsdarstellung ist kein Reparaturauftrag. Demontage erfolgt nur an dafür vorgesehenen Schulmodellen und nach Freigabe der Lehrkraft.
Produktdaten: System A und System B
Die folgenden Herstellerangaben wurden am 20.09.2026 recherchiert. Preise verändern sich. Deshalb ist der Preis immer mit einem Datum zu versehen.[3][4]
| Merkmal | System A: UniversalDrill 18V | System B: EasyImpact 600 | Bedeutung für die Bewertung |
|---|---|---|---|
| Energieversorgung | 18-V-Akku | 230-V-Netzversorgung | Mobilität, Leitung, Ladebedarf |
| Akkukapazität | 1,5 Ah | entfällt | Energiespeicher und Lebenszyklus |
| rechnerische Nennenergie des Akkus | 18 V × 1,5 Ah = 27 Wh | entfällt | Rechengröße, kein vollständiger Wirkungsgradwert |
| Nennaufnahme | nicht als Netzleistung vergleichbar | 600 W | unterschiedliche Systemgrenzen beachten |
| maximale Abgabeleistung | nicht direkt angegeben | 370 W | Leistung ist nur bei vergleichbaren Definitionen sinnvoll vergleichbar |
| Leerlaufdrehzahl | 0–440 / 0–1450 min⁻¹ | 50–3000 min⁻¹ | mögliche Arbeitsgeschwindigkeit |
| maximales Drehmoment | 40 Nm | andere Prüfdefinition; direkter Vergleich problematisch | Messdefinition prüfen |
| Bohrdurchmesser Stahl | bis 10 mm | bis 10 mm | vergleichbare Herstellerangabe |
| Bohrdurchmesser Holz | bis 30 mm | bis 25 mm | Einsatzbereich |
| Bohrdurchmesser Mauerwerk | nicht vorgesehen | bis 12 mm | Zusatzfunktion von System B |
| Masse | 1,20 kg mit Akku | etwa 1,70 kg | Ergonomie und Handhabung |
| Hersteller-Shop-Preis zum Recherchezeitpunkt | 112,98 € als Set mit 1,5-Ah-Akku und Ladegerät | 71,98 € | Anschaffungskosten |
Wichtig: Produktdaten sind nur dann sinnvoll vergleichbar, wenn Messverfahren, Einheit und Bezugsgröße zusammenpassen. Ein „maximales Drehmoment“ aus zwei unterschiedlichen Prüfdefinitionen darf nicht unkritisch als eindeutiger Leistungsbeweis verwendet werden.
Datencheck: Was fehlt noch?
Aus einem Datenblatt erfährst Du nicht automatisch, welches System für Deine Aufgabe besser ist. Es fehlen zum Beispiel Prüfwerte aus einem einheitlichen Test.
| Offene Frage | Mögliche Prüfgröße |
|---|---|
| Wie schnell wird die gleiche Aufgabe erledigt? | Zeit in Sekunden |
| Wie viel Energie wird für dieselbe Aufgabe benötigt? | Energie in Wh |
| Wie stark ist die Schwingungsbelastung? | bewertete Beschleunigung in m/s² |
| Wie hoch ist die Geräuschbelastung im Test? | Schalldruckpegel in dB(A) |
| Wie schnell ist das System einsatzbereit? | Rüstzeit in Sekunden |
| Wie angenehm ist der Griff? | standardisierter Nutzertest mit klarer Skala |
Prüfwerte: ein vorbereiteter Unterrichtsdatensatz
Achtung: Die folgenden Werte sind ein didaktischer, simulierter Prüfdatensatz. Sie sind keine Herstellerprüfwerte. Sie dienen dazu, die Auswertung einer fairen technischen Prüfung zu trainieren.
Prüfaufgabe: 20 gleichartige Bohrungen in ein vorbereitetes Holz-Prüfstück. Gleiche Bohrergeometrie, gleiche Bohrtiefe, gleiche Umgebungsbedingungen. Die Durchführung wird nicht von Lernenden an gefährlichen Maschinen vorgenommen.
| Prüfgröße | System A | System B | Unsicherheit / Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bearbeitungszeit | 94 s | 82 s | ± 1 s |
| Energiebedarf pro Prüfzyklus | 9,6 Wh | 11,8 Wh | ± 0,5 Wh |
| Schalldruckpegel am festgelegten Messpunkt | 79 dB(A) | 82 dB(A) | ± 1 dB |
| bewertete Hand-Arm-Vibration im Prüfmodell | 2,1 m/s² | 2,6 m/s² | ± 0,3 m/s² |
| Rüstzeit | 18 s | 43 s | ± 2 s |
| Griffumfang am definierten Messpunkt | 15,1 cm | 16,3 cm | ± 0,1 cm |
| Temperaturanstieg am Gehäuse nach Testfolge | 5 K | 7 K | ± 1 K |
| subjektive Griffbewertung einer Testgruppe | 4 von 5 | 3 von 5 | Werturteil der Testgruppe |
Denkfrage: Warum ist die letzte Zeile trotz Zahl kein physikalischer Messwert?
Lösungshinweis: Die Zahl codiert eine menschliche Einschätzung. Das Messverfahren ist eine Befragung, aber das Ergebnis bleibt ein standardisiertes Werturteil.
Medienauftrag: Vibration untersuchen
Datei:Hand Arm Vibration Study.webm Beobachte: Welche Messgeräte, Kontaktstellen und Bewegungen erkennst Du? Notiere drei Faktoren, die ein Vibrationsergebnis beeinflussen können.
Videoauftrag – Messfehler finden: Stoppe das Video an einer Messszene. Nenne zwei Bedingungen, die bei einem Vergleich zweier Geräte gleich gehalten werden müssen. Erkläre, warum eine einzelne Zahl ohne Prüfbedingungen wenig aussagekräftig sein kann.
Ergonomie bewerten
Ergonomie bedeutet nicht nur „bequemer Griff“. Sie betrachtet die Beziehung zwischen Mensch, Aufgabe, Arbeitsmittel und Umgebung.
| Beobachtungsbereich | Mögliche Daten | Mögliche Deutung |
|---|---|---|
| Masse | kg | geringere Haltebelastung möglich |
| Schwerpunkt | Abstand zum Griff | beeinflusst Handgelenk und Kontrolle |
| Griffgeometrie | Umfang, Form, Oberfläche | beeinflusst Greifen und Bedienung |
| Vibration | m/s² | beeinflusst Belastung und Komfort |
| Rüstzeit | s | beeinflusst Arbeitsablauf |
| Leitung | vorhanden oder nicht vorhanden | beeinflusst Bewegungsraum und Stolperrisiko |
Prüfungsformulierung: „System A ist mit 1,20 kg leichter als System B mit etwa 1,70 kg. Im vorgegebenen mobilen Szenario ist dies ergonomisch günstig, weil das Gerät häufiger getragen und umgesetzt wird. Dieser Vorteil ist jedoch nur ein Teilkriterium.“
Sicherheit bewerten
Sicherheit ist mehr als eine Punktzahl. Zuerst musst Du Gefährdungen erkennen und Schutzmaßnahmen betrachten.
| Aspekt | System A | System B | Bewertungsfrage |
|---|---|---|---|
| Energiequelle | Akku | Netz | Welche Gefährdungen entstehen aus der Energieversorgung? |
| Leitung im Arbeitsbereich | keine Netzleitung am Gerät | Netzleitung vorhanden | Kann die Leitung Bewegung oder Ordnung beeinflussen? |
| Akku | vorhanden | nicht vorhanden | Welche Anforderungen gelten für Laden, Lagern und Beschädigungen? |
| rotierendes Werkzeug | vorhanden | vorhanden | Welche gemeinsame Gefährdung bleibt bestehen? |
| Bedienfehler | möglich | möglich | Welche Unterweisung verhindert Fehlanwendung? |
K.-o.-Regel: Erfüllt ein System eine zwingende Sicherheitsanforderung nicht, darf eine hohe Punktzahl bei Preis oder Ergonomie diesen Mangel nicht kompensieren.

Medienauftrag – zuordnen: Ordne die sichtbare Schutzausrüstung möglichen Gefährdungen zu. Erkläre anschließend, warum die konkrete Auswahl immer aus der Gefährdungsbeurteilung und der schulischen Unterweisung folgt.
Reparierbarkeit bewerten
Reparierbarkeit fragt nicht nur: „Kann man das Gerät öffnen?“ Gute Reparierbarkeit umfasst Diagnose, Zugänglichkeit, Austauschbarkeit, Dokumentation und Verfügbarkeit passender Ersatzteile.
| Teilkriterium | Prüffrage |
|---|---|
| Diagnose | Ist der Fehler eindeutig feststellbar? |
| Zugang | Sind relevante Bauteile erreichbar? |
| Verbindungstechnik | Lassen sich Bauteile zerstörungsarm trennen? |
| Austauschbarkeit | Kann ein defektes Modul ersetzt werden? |
| Ersatzteile | Sind passende Teile verfügbar? |
| Dokumentation | Gibt es verständliche technische Unterlagen? |
| Wiederinbetriebnahme | Kann nach Reparatur eine sichere Prüfung erfolgen? |
Beim System A ist der Akku als Modul entnehmbar. Das erleichtert den Austausch des Energiespeichers. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass das gesamte Gerät leicht reparierbar ist. Beim System B entfällt ein alternder Geräteakku. Dafür bleiben Leitung, Schalter, Motor und weitere Bauteile als mögliche Reparaturstellen.
Prüfungsfalle: „Akku austauschbar“ ist ein Datenpunkt. „Gerät ist gut reparierbar“ ist ein umfassenderes Werturteil.
Wirtschaftlichkeit bewerten
Wirtschaftlichkeit betrachtet nicht nur den Kaufpreis.
Lebenszykluskosten = Anschaffung + Energie + Wartung + Reparatur + Ersatzteile + Ausfallkosten − Restwert
Für Klasse 9 genügt häufig ein vereinfachtes Modell. Entscheidend ist, dass Du Deine Annahmen offenlegst.
| Kostenposition | System A | System B |
|---|---|---|
| Anschaffung zum Recherchezeitpunkt | 112,98 € | 71,98 € |
| Energieverbrauch | abhängig von Ladeenergie und Nutzung | abhängig von Nutzungsdauer und Leistungsaufnahme |
| möglicher zusätzlicher Energiespeicher | Akku kann Kosten verursachen | entfällt |
| mögliche Leitungsreparatur | Ladegerät und Akkuanschlüsse beachten | Netzleitung kann Wartungsfall sein |
| Ausfallzeit | Ersatzakku kann Verfügbarkeit erhöhen | Netzversorgung ermöglicht Dauerbetrieb am geeigneten Anschluss |
Rechenbeispiel Lebenszykluskosten
Für eine Vergleichsrechnung gelten folgende Unterrichtsannahmen:
- Nutzungsdauer: 8 Jahre.
- 160 standardisierte Arbeitszyklen pro Jahr.
- Strompreis für die Modellrechnung: 0,35 €/kWh.
- Der simulierte Prüfwert für den Energiebedarf wird auf alle Vergleichszyklen übertragen.
- Bei System A wird für Laden und Umwandlung ein vereinfachter Gesamtfaktor von 85 % angenommen.
- Reparaturen und Akkuersatz werden zunächst nicht eingerechnet.
System A: 1280 Zyklen × 9,6 Wh = 12,288 kWh Nutzenergie.
12,288 kWh ÷ 0,85 = rund 14,46 kWh bezogene Energie.
14,46 kWh × 0,35 €/kWh = rund 5,06 € Energiekosten.
Vereinfachte Lebenszykluskosten ohne Reparatur = 112,98 € + 5,06 € = 118,04 €.
System B: 1280 Zyklen × 11,8 Wh = 15,104 kWh.
15,104 kWh × 0,35 €/kWh = rund 5,29 € Energiekosten.
Vereinfachte Lebenszykluskosten ohne Reparatur = 71,98 € + 5,29 € = 77,27 €.
Interpretation: Im gewählten Rechenmodell sind die Energiekosten klein gegenüber dem Anschaffungspreis. Daraus darfst Du aber nicht folgern, System B sei automatisch die bessere technische Lösung. Ergonomie, Sicherheit, Mobilität, Reparatur und Nutzungskontext fehlen noch.
Sensitivitätsanalyse
Eine gute Bewertung prüft, wie stabil ein Urteil ist.
| Zusatzannahme | Auswirkung auf System A | Auswirkung auf System B |
|---|---|---|
| Ein Akku muss im Nutzungszeitraum ersetzt werden | Kosten und Materialaufwand steigen | keine direkte Änderung |
| Gerät wird häufig mobil eingesetzt | Vorteil durch fehlende Netzleitung | zusätzlicher Organisationsaufwand |
| Gerät wird stationär und lange betrieben | Ladezustand und Akkuorganisation werden wichtiger | Netzversorgung kann vorteilhaft sein |
| Anschaffungspreis wird stark gewichtet | Nachteil | Vorteil |
| geringe Masse wird stark gewichtet | Vorteil | Nachteil |
Transfer: Ändert sich das Gesamturteil, wenn der Preis doppelt so stark gewichtet wird? Genau dafür ist eine Sensitivitätsanalyse da.
Nachhaltigkeit über den Lebenszyklus

Medienauftrag – Lebenszyklus markieren: Ergänze an einer Kopie die Stationen Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport, Nutzung, Reparatur, Wiederverwendung und Entsorgung. Markiere, an welchen Stellen Energie und Material eingesetzt werden.
Bei einer Nachhaltigkeitsbewertung solltest Du mindestens den gesamten Lebenszyklus betrachten.
| Lebenszyklusphase | System A | System B | Mögliche Bewertungsfrage |
|---|---|---|---|
| Rohstoffe | Gerät plus Akku | Gerät ohne Geräteakku | Welche zusätzlichen Materialien werden benötigt? |
| Herstellung | Werkzeug, Akku, Ladegerät | Werkzeug und Netzkomponenten | Welche Baugruppen erhöhen Material- und Herstellungsaufwand? |
| Nutzung | Laden erforderlich | Strom aus dem Netz | Wie hoch ist der Energiebedarf für dieselbe Aufgabe? |
| Wartung | Akku, Ladegerät, Werkzeug | Leitung, Schalter, Werkzeug | Welche Teile altern oder verschleißen? |
| Reparatur | modularer Akku als Vorteil | kein Traktions- oder Geräteakku nötig | Wie einfach lassen sich Defekte beheben? |
| Lebensdauer | abhängig von Gerät, Akku und Nutzung | abhängig von Gerät und Nutzung | Welcher Teil begrenzt die Nutzungsdauer? |
| Entsorgung | Elektrogerät und Akku getrennt behandeln | Elektrogerät | Wie werden Wertstoffe zurückgewonnen? |

Medienauftrag – beobachten und begründen: Erkläre, warum eine Sammelstelle für Batterien Teil des technischen Lebenszyklus ist. Formuliere anschließend ein Nachhaltigkeitskriterium, das nicht nur den Stromverbrauch betrachtet.
Videoauftrag – Fakten und Wertungen trennen: Erstelle während des Videos zwei Spalten. Notiere links überprüfbare Fakten zur Reparatur. Notiere rechts Wertungen oder Empfehlungen. Prüfe anschließend, welche Aussagen für eine technische Bewertungsmatrix nutzbar sind.
Kriterien operationalisieren
Ein Kriterium ist erst gut nutzbar, wenn klar ist, wie es bewertet wird. Das nennt man Operationalisierung.
Beispiel für die Masse:
| Punktzahl | Bewertungsregel für das Szenario „häufiges mobiles Arbeiten“ |
|---|---|
| 4 | unter 1,3 kg |
| 3 | 1,3 bis unter 1,6 kg |
| 2 | 1,6 bis unter 1,9 kg |
| 1 | 1,9 bis unter 2,2 kg |
| 0 | ab 2,2 kg |
Nach dieser vorher festgelegten Regel erhält System A 4 Punkte und System B 2 Punkte.
Wichtig: Die Grenzwerte sind Teil des Bewertungsmodells. Sie sind keine Naturgesetze. In einem anderen Nutzungsszenario können andere Grenzen sinnvoll sein.
Gewichtung
Gewichtung bedeutet: Nicht jedes Kriterium ist für jede Aufgabe gleich wichtig. Die Summe aller Gewichtungen soll 100 % ergeben.
Szenario: Die Schule benötigt ein System für häufig wechselnde Arbeitsplätze, kurze Einsätze und viele Transportwege.
| Kriterium | Gewichtung | Begründung |
|---|---|---|
| Leistung und Aufgabenerfüllung | 15 % | Beide Systeme müssen die geforderte Bohrarbeit sicher erfüllen. |
| Ergonomie | 20 % | Das Gerät wird häufig getragen und umgesetzt. |
| Sicherheit im Nutzungsszenario | 25 % | Schulischer Einsatz erfordert besonders klare Schutzmaßnahmen. |
| Reparierbarkeit | 15 % | Lange Nutzung und Wartbarkeit sollen berücksichtigt werden. |
| Wirtschaftlichkeit | 10 % | Kosten sind wichtig, aber nicht allein entscheidend. |
| Nachhaltigkeit | 15 % | Material, Energie, Lebensdauer und Entsorgung werden berücksichtigt. |
Kontrollfrage: 15 + 20 + 25 + 15 + 10 + 15 = 100.
Bewertungsmatrix 1: mobiles Schulszenario
Skala: 0 = nicht ausreichend, 1 = schwach, 2 = teilweise geeignet, 3 = gut geeignet, 4 = sehr gut geeignet.
Die Punktwerte sind Werturteile auf Basis der Daten. Sie müssen begründet werden.
| Kriterium | Gewicht | System A Punkte | System A Teilwert | System B Punkte | System B Teilwert | Kurzbegründung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Leistung und Aufgabenerfüllung | 15 | 3 | 45 | 4 | 60 | B ist im Prüfzyklus schneller; beide erfüllen die Kernaufgabe. |
| Ergonomie | 20 | 4 | 80 | 3 | 60 | A ist leichter und ohne Netzleitung beweglicher. |
| Sicherheit im Szenario | 25 | 4 | 100 | 3 | 75 | A vermeidet eine Netzleitung am mobilen Arbeitsplatz; beide benötigen Unterweisung. |
| Reparierbarkeit | 15 | 3 | 45 | 3 | 45 | A besitzt einen entnehmbaren Akku; für beide fehlen hier vollständige Ersatzteildaten. |
| Wirtschaftlichkeit | 10 | 2 | 20 | 4 | 40 | B hat im Beispiel geringere Anschaffungskosten. |
| Nachhaltigkeit | 15 | 3 | 45 | 3 | 45 | A benötigt einen Akku, B benötigt im Test etwas mehr Energie; Gesamturteil bleibt abhängig von Lebensdauer und Reparatur. |
| Summe | 100 | 335 | 325 |
Normierter Nutzwert: System A: 335 ÷ 4 = 83,75 von 100.
System B: 325 ÷ 4 = 81,25 von 100.
Achtung: Das Ergebnis ist keine „Wahrheit über die Geräte“. Es gilt nur für die verwendeten Kriterien, Punktregeln, Daten und Gewichtungen.
So formulierst Du das Gesamturteil
Schwache Formulierung: „System A gewinnt mit 83,75 Punkten.“
Bessere prüfungsnahe Formulierung: „Für das vorgegebene mobile Schulszenario ist System A insgesamt zweckmäßiger. Entscheidend sind die hoch gewichteten Kriterien Ergonomie und Sicherheit im mobilen Arbeitsbereich. System A ist leichter und benötigt am Gerät keine Netzleitung. System B erreicht dagegen Vorteile bei Bearbeitungszeit und Anschaffungskosten. Das Gesamturteil ist deshalb nicht allgemein gültig: Bei stationärer Nutzung mit hoher Gewichtung von Preis und Dauerbetrieb kann sich die Entscheidung ändern.“
Merksatz: Ein gutes Gesamturteil nennt Nutzungssituation, wichtigste Kriterien, entscheidende Daten, Zielkonflikte und Grenzen der Aussage.
Bewertungsmatrix 2: stationäres Werkstattszenario
Jetzt ändert sich die Aufgabe. Das System wird an einem festen Arbeitsplatz genutzt. Wirtschaftlichkeit und Arbeitsleistung sind wichtiger.
| Kriterium | Gewichtung |
|---|---|
| Leistung und Aufgabenerfüllung | 25 % |
| Ergonomie | 10 % |
| Sicherheit | 15 % |
| Reparierbarkeit | 15 % |
| Wirtschaftlichkeit | 25 % |
| Nachhaltigkeit | 10 % |
Verwende dieselben Punktwerte wie zuvor und berechne die neue Summe.
Kontrollergebnis bei unveränderten Punktwerten: System A = 300 gewichtete Punkte = 75 von 100.
System B = 350 gewichtete Punkte = 87,5 von 100.
Erkenntnis: Nicht die Rangliste ist das Lernziel. Entscheidend ist, warum sich das Urteil durch eine veränderte Gewichtung ändert.
Gewichtung simulieren
Nutze die folgende Simulation auf Papier oder in einer Tabellenkalkulation.
- Ändere jeweils nur eine Gewichtung.
- Gleiche die übrigen Gewichtungen so an, dass die Summe 100 bleibt.
- Berechne die gewichteten Teilwerte neu.
- Notiere, ab welcher Gewichtung sich das Gesamturteil ändert.
- Begründe, ob die neue Gewichtung zur Nutzungssituation passt.
Fehlerkontrolle: Eine mathematisch korrekte Matrix kann fachlich trotzdem schlecht sein, wenn Kriterien fehlen, doppelt gezählt werden oder willkürlich gewichtet wurden.
Typische Bewertungsfehler
| Fehler | Warum problematisch? | Verbesserung |
|---|---|---|
| Nur den Kaufpreis vergleichen | Lebenszyklus und Nutzen fehlen. | Gesamtkosten und Nutzung betrachten. |
| Herstellerdaten aus unterschiedlichen Prüfverfahren direkt vergleichen | Die Zahlen können unterschiedliche Bedeutungen haben. | Prüfdefinitionen kontrollieren. |
| „Leichter = immer besser“ | Aufgabe und Stabilität werden ignoriert. | Nutzungssituation nennen. |
| Sicherheit nur als normale Punktzahl behandeln | Ein schwerer Mangel könnte rechnerisch ausgeglichen werden. | Mindest- oder K.-o.-Kriterien definieren. |
| Nachhaltigkeit nur mit Stromverbrauch gleichsetzen | Material, Reparatur und Lebensdauer fehlen. | Lebenszyklus betrachten. |
| Erst das Lieblingsprodukt wählen und danach Kriterien anpassen | Die Bewertung wird verzerrt. | Kriterien und Regeln möglichst vorher festlegen. |
| Ergebnis nur als Rangliste angeben | Begründung und Zielkonflikte fehlen. | Gesamturteil in Sätzen formulieren. |
Prüfungsnahe Strategie
Bei der Aufgabe „Bewerte zwei technische Systeme kriterienorientiert und formuliere ein begründetes Gesamturteil“ kannst Du so vorgehen:
- Nutzungssituation nennen: Für welche Aufgabe wird bewertet?
- Daten auswählen: Nur relevante und vergleichbare Daten verwenden.
- Kriterien festlegen: Zum Beispiel Ergonomie, Sicherheit, Reparierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.
- Gewichtung begründen: Warum ist ein Kriterium wichtiger als ein anderes?
- Teilurteile belegen: Jede Punktzahl mit mindestens einem Datenbezug begründen.
- Gesamturteil abwägen: Vorteile, Nachteile, Zielkonflikte und Gültigkeitsgrenzen nennen.
Prüfungsaufgabe mit Lösungsweg
Aufgabe: Eine schulische Projektgruppe arbeitet an wechselnden Arbeitsplätzen. Pro Unterrichtsstunde entstehen nur kurze Bohrphasen. Die Geräte müssen häufig transportiert werden. Bewerte System A und System B mit den Kriterien Ergonomie, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Formuliere ein begründetes Gesamturteil.
Hilfe 1: Suche zuerst je Kriterium mindestens einen passenden Datenwert.
Hilfe 2: Formuliere nicht „A ist besser“, sondern „A ist bezüglich des Kriteriums X im Szenario günstiger, weil ...“.
Lösungsweg:
- Ergonomie: Masse, Leitung und Rüstzeit vergleichen.
- Sicherheit: Gefährdungen der Energieversorgung und Arbeitsumgebung betrachten.
- Wirtschaftlichkeit: Anschaffung und Lebenszyklusannahmen verwenden.
- Nachhaltigkeit: Akku, Energie, Reparatur und Lebensdauer einbeziehen.
- Zielkonflikt nennen.
- Gesamturteil auf die konkrete Aufgabe begrenzen.
Muster für ein starkes Gesamturteil: „Im beschriebenen Szenario spricht mehr für System A, weil die geringere Masse und die kabellose Energieversorgung bei häufigen Ortswechseln besonders relevant sind. System B ist günstiger in der Anschaffung und erledigt den simulierten Prüfzyklus schneller. Diese Vorteile reichen bei der gewählten Gewichtung jedoch nicht aus, weil Ergonomie und Sicherheit des mobilen Arbeitsbereichs höher gewichtet werden. Für einen festen Arbeitsplatz mit langen Betriebszeiten könnte die Entscheidung anders ausfallen.“
Selbstkontrolle für das Gesamturteil
| Prüffrage | Ja / noch verbessern |
|---|---|
| Habe ich die Nutzungssituation genannt? | |
| Habe ich mindestens drei Kriterien verwendet? | |
| Habe ich Messwerte und Werturteile getrennt? | |
| Habe ich meine Gewichtung begründet? | |
| Habe ich Zielkonflikte genannt? | |
| Habe ich mindestens einen Nachteil des bevorzugten Systems genannt? | |
| Habe ich erklärt, unter welchen Bedingungen mein Urteil gilt? | |
| Habe ich eine bloße Rangliste vermieden? |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein Bewertungskriterium? (Ein festgelegter Gesichtspunkt für die Beurteilung eines technischen Systems) (!Eine beliebige Produktwerbung) (!Nur der Kaufpreis eines Systems) (!Ein Messgerät ohne Bewertungsregel)
Welche Aussage ist ein Messwert? (Die Masse beträgt 1,20 kg) (!Das Gerät ist sehr leicht) (!Das Gerät ist ergonomisch besser) (!Das Gerät ist besonders praktisch)
Was beschreibt eine Gewichtung? (Die Bedeutung eines Kriteriums für eine bestimmte Entscheidung) (!Die Masse eines technischen Systems) (!Die Drehzahl eines Motors) (!Die Anzahl der Bauteile)
Warum kann eine Punktzahl von 4 von 4 kein reiner physikalischer Messwert sein? (Weil sie aus einer vorher festgelegten Bewertungsregel entsteht) (!Weil Zahlen grundsätzlich keine Messwerte sein können) (!Weil technische Systeme nie gemessen werden dürfen) (!Weil Punkte immer zufällig vergeben werden)
Welche Aussage beschreibt Ergonomie am besten? (Anpassung von Technik an Mensch und Aufgabe) (!Nur die Farbe eines Gehäuses) (!Nur die elektrische Leistung) (!Nur den Verkaufspreis)
Was gehört zu einer Lebenszyklusbetrachtung? (Rohstoffe Herstellung Nutzung Reparatur und Entsorgung) (!Nur der Kauf im Geschäft) (!Nur die Verpackung) (!Nur die maximale Drehzahl)
Warum ist ein Sicherheitsmangel als Kriterium besonders zu behandeln? (Weil ein schwerer Sicherheitsmangel nicht einfach durch günstige Kosten ausgeglichen werden darf) (!Weil Sicherheit immer genau null Punkte erhält) (!Weil Sicherheitsdaten nie verglichen werden können) (!Weil Sicherheit nur für Erwachsene wichtig ist)
Welche Aussage beschreibt Reparierbarkeit am besten? (Fehler können diagnostiziert und defekte Teile sinnvoll ausgetauscht werden) (!Das Gerät ist besonders schnell) (!Das Gerät hat eine hohe Drehzahl) (!Das Gerät ist neu)
Warum kann sich ein Gesamturteil ändern obwohl die Produktdaten gleich bleiben? (Weil Nutzungssituation und Gewichtungen verändert werden können) (!Weil Messwerte dann automatisch falsch werden) (!Weil technische Kriterien keine Rolle spielen) (!Weil Gewichtungen immer zufällig sind)
Was gehört in ein prüfungsnahes Gesamturteil? (Nutzungssituation entscheidende Kriterien Daten Zielkonflikte und Begründung) (!Nur die Rangnummer) (!Nur der Produktname) (!Nur die höchste Einzelpunktzahl)
Memory
| Bewertungskriterium | Gesichtspunkt für ein technisches Urteil |
| Gewichtung | Bedeutung eines Kriteriums in Prozent |
| Ergonomie | Anpassung von Technik an Mensch und Aufgabe |
| Sicherheit | Begrenzung technischer Gefährdungen |
| Reparierbarkeit | Möglichkeit zur Diagnose und Instandsetzung |
| Wirtschaftlichkeit | Verhältnis von Nutzen und Kosten |
| Nachhaltigkeit | Lebenszyklusbezogene Betrachtung von Ressourcen und Folgen |
| Messwert | Ergebnis einer definierten Messung mit Größe oder Beobachtungsregel |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Masse und Griffgestaltung | Ergonomie |
| Gefährdungen und Schutzmaßnahmen | Sicherheit |
| Ersatzteile und Zugänglichkeit | Reparierbarkeit |
| Anschaffung und Folgekosten | Wirtschaftlichkeit |
| Rohstoffe und Lebensdauer | Nachhaltigkeit |
| Bedeutung eines Kriteriums | Gewichtung |
Kreuzworträtsel
| Ergonomie | Wie heißt die Anpassung eines technischen Systems an Mensch und Aufgabe? |
| Sicherheit | Welches Kriterium betrachtet Gefährdungen und Schutzmaßnahmen? |
| Gewichtung | Wie heißt die festgelegte Bedeutung eines Kriteriums? |
| Messwert | Wie heißt das Ergebnis einer definierten Messung? |
| Reparierbarkeit | Welcher Fachbegriff beschreibt die Möglichkeit zur Instandsetzung? |
| Nachhaltigkeit | Welches Kriterium betrachtet Ressourcen und Lebenszyklusfolgen? |
LearningApps
Lückentext
Medienwerkstatt: aktiv untersuchen
| Medium | Arbeitsweise | Auftrag | Selbstkontrolle |
|---|---|---|---|
| Foto Akku-Bohrschrauber | beobachten und markieren | Bauteile und ergonomische Kontaktstellen kennzeichnen | mindestens fünf Bauteile korrekt zugeordnet |
| Foto Netzbohrmaschine | vergleichen | Unterschiede zur Akkuvariante in Kriterien übersetzen | mindestens vier bewertungsrelevante Unterschiede |
| Explosionsdarstellung | analysieren | vermutete Funktionskette eintragen | Energiepfad und Kraftübertragung getrennt beschrieben |
| Vibrationsvideo | beobachten und Messfehler finden | gleiche Prüfbedingungen identifizieren | mindestens zwei kontrollierte Variablen genannt |
| Sicherheitsmedien | Fehler finden | Schutzmittel von Schutzmaßnahmen unterscheiden | Unterweisung und technische Schutzmaßnahmen genannt |
| Batterie-Recycling | Lebenszyklus untersuchen | Entsorgung in die Bewertung einordnen | Zusammenhang mit Ressourcen erklärt |
| Bewertungsmatrix | simulieren | Gewichtungen verändern und neu rechnen | Summe der Gewichte bleibt 100 % |
| Reparaturvideo | Fakten und Wertungen trennen | Aussagen zweispaltig erfassen | Daten und Werturteile nicht vermischt |
Offene Aufgaben
Leicht
- Messwert oder Urteil: Sammle zehn Aussagen aus dem aiMOOC und ordne sie in Messwert, Produktdatum oder Werturteil ein. Begründe zwei Grenzfälle.
- Ergonomie-Fotoanalyse: Markiere auf den Gerätebildern Griff, Schwerpunktbereich, Schalter und Energiezuführung. Formuliere vier ergonomische Prüffragen.
- Kriterienkarten: Erstelle sechs Karten mit je einem Bewertungskriterium, einer Definition und einem passenden Datenbeispiel.
- Systemskizze: Zeichne ein vereinfachtes Blockdiagramm eines Bohrsystems mit Energieeingang, Antrieb, Kraftübertragung und Ausgabe.
Standard
- Gewichtungsdebatte: Entwickle für ein mobiles und ein stationäres Szenario jeweils eine Gewichtung mit insgesamt 100 %. Begründe jede Änderung.
- Lebenszykluskosten: Berechne die Kosten neu, wenn der Strompreis 0,45 €/kWh beträgt. Untersuche zusätzlich ein Szenario mit einem Akkuersatz.
- Reparierbarkeitscheck: Entwickle einen Bewertungsbogen mit Diagnose, Zugang, Austauschbarkeit, Ersatzteilen und Dokumentation. Nutze nur freigegebene Schulmodelle oder technische Unterlagen.
- Lebenszyklusposter: Gestalte ein Poster mit Rohstoffen, Herstellung, Nutzung, Reparatur und Entsorgung. Kennzeichne, welche Aussagen durch Daten belegt und welche nur Annahmen sind.
Schwer
- Eigene Bewertungsmatrix: Entwickle eine Matrix mit mindestens sechs Kriterien, operationalisierten Punktregeln und begründeten Gewichtungen. Führe eine Sensitivitätsanalyse durch.
- Prüfungsantwort: Verfasse ein begründetes Gesamturteil mit mindestens zwei Zielkonflikten und einer Aussage zur begrenzten Gültigkeit Deines Ergebnisses.
- Medienvergleich: Vergleiche Herstellerdaten, ein Erklärvideo und einen unabhängigen Prüfdatensatz. Kennzeichne Unterschiede bei Quelle, Messverfahren und Aussagekraft.
- Transferentscheidung: Übertrage die Methode auf zwei andere technische Systeme, zum Beispiel zwei Beleuchtungssysteme, zwei Mobilitätslösungen oder zwei Energieversorgungssysteme. Entwickle eine neue Entscheidungssituation.


Lernkontrolle
- Daten deuten: Ein System wiegt 1,3 kg, ein anderes 1,8 kg. Erkläre, warum daraus allein noch kein Gesamturteil zur Ergonomie folgt. Nenne mindestens drei zusätzliche Informationen.
- Gewichtung begründen: Entwickle für einen festen Werkstattarbeitsplatz eine andere Gewichtung als für einen mobilen Einsatz. Erkläre die Auswirkungen auf die Entscheidung.
- Zielkonflikt analysieren: Ein besonders leistungsfähiges System ist schwerer und teurer. Formuliere zwei mögliche Gesamturteile für unterschiedliche Nutzungssituationen.
- Mindestkriterium prüfen: Erkläre, warum ein nicht erfülltes Sicherheits-Mindestkriterium nicht durch hohe Punkte bei Wirtschaftlichkeit ausgeglichen werden sollte.
- Reparierbarkeit übertragen: Ein Gerät besitzt einen leicht wechselbaren Akku, aber verklebte Gehäuseteile und keine Ersatzteildokumentation. Bewerte differenziert, ob es „gut reparierbar“ ist.
- Lebenszyklus bewerten: Zwei Systeme haben denselben Energieverbrauch in der Nutzung. Zeige, warum ihre Nachhaltigkeitsbewertung trotzdem unterschiedlich ausfallen kann.
- Gesamturteil formulieren: Nutze eine selbst gewählte Matrix und formuliere ein Gesamturteil, das ausdrücklich einen Vorteil des nicht gewählten Systems nennt.
- Urteilsstabilität: Verändere die Gewichtung des wichtigsten Kriteriums um zehn Prozentpunkte. Prüfe rechnerisch und sprachlich, ob Dein Gesamturteil stabil bleibt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können:
- Du erklärst die Fachbegriffe Bewertungskriterium, Gewichtung, Ergonomie, Sicherheit, Reparierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.
- Du unterscheidest Messwerte, Produktdaten und Werturteile sicher.
- Du prüfst, ob Daten wirklich vergleichbar sind.
- Du entwickelst sinnvolle Bewertungskriterien aus einer Nutzungssituation.
- Du begründest eine Gewichtung und kontrollierst die Summe von 100 %.
- Du nutzt eine Bewertungsmatrix rechnerisch korrekt.
- Du erkennst Mindest- und K.-o.-Kriterien.
- Du beziehst Lebenszyklusdaten und Folgekosten ein.
- Du benennst Zielkonflikte.
- Du führst eine Sensitivitätsanalyse durch.
- Du formulierst ein begründetes Gesamturteil statt einer bloßen Rangliste.
- Du beachtest schulische Sicherheitsregeln und beschränkst praktische Arbeiten auf freigegebene, beaufsichtigte Tätigkeiten.
Quellen und Datengrundlage
Produktdaten: Herstellerangaben von Bosch DIY, Recherchezeitpunkt 20.09.2026. Preisangaben sind zeitabhängig.
Prüfwerte: Der im aiMOOC verwendete Prüfdatensatz ist ausdrücklich ein didaktischer Simulationsdatensatz. Er dient dem Erlernen der Bewertungsmethode und darf nicht als unabhängiger Produkttest zitiert werden.
Lebenszyklusrechnung: Die Rechnung arbeitet mit transparent genannten Unterrichtsannahmen. Andere Nutzungsdauern, Strompreise, Reparaturen oder Akku-Lebensdauern können zu anderen Ergebnissen führen.
Bildungsplanbezug: Technik – Wahlpflichtfach, Sekundarstufe I Baden-Württemberg, insbesondere prozessbezogene Kompetenz „Bewertung“ und inhaltsbezogener Bereich „Systeme und Prozesse“.
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