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T9 E - Smart Home als technisches System

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T9 E - Smart Home als technisches System




T9 E - Smart Home als technisches System


Einleitung

Ein Smart Home ist ein vernetztes technisches System im Wohnbereich. Sensoren erfassen Zustände. Eine Steuerung verarbeitet Signale. Aktoren führen Aktionen aus. Geräte tauschen Daten über Schnittstellen aus.

Ziel dieses aiMOOCs: Du analysierst Smart-Home-Funktionen wie eine technische Fachkraft. Du erklärst sie als EVA-System, liest Block-, Netzwerk-, Schalt- und Ablaufpläne, findest Fehler und begründest technische Entscheidungen.

Niveau: Klasse 9, Technik, Baden-Württemberg, E-Niveau.

Prüfungsfokus: Eine Smart-Home-Funktion sicher als Eingabe – Verarbeitung – Ausgabe erklären.

Sicherheitsregel: Praktische Versuche erfolgen nur nach schulischer Unterweisung, unter Aufsicht und mit erforderlicher Schutzausrüstung. Keine eigenständige Nutzung gefährlicher Maschinen. Keine Arbeiten an Netzspannung. Elektrische Versuche nur mit freigegebenen Komponenten und sicherer Kleinspannung.

Bildauftrag: Beobachte das Netzwerk. Markiere gedanklich Router, Endgeräte und Internetzugang. Überlege: Welche Verbindung wäre für einen Sensor nötig?


Bildungsplanbezug Baden-Württemberg

Der Technikunterricht fordert das Analysieren elektro- und digitaltechnischer Systeme, das Beschreiben des Zusammenwirkens von Teilsystemen sowie das Nutzen und Prüfen von Steuerungen. Auf E-Niveau sind außerdem Logikfunktionen und Simulationen wichtig.

Du kannst nach diesem aiMOOC:

  1. Technisches System: Ein Smart Home in Teilsysteme zerlegen.
  2. Sensor: Eingaben erkennen und passenden Sensoren zuordnen.
  3. Aktor: Ausgaben und Wirkungen beschreiben.
  4. Steuerung: Signale nach Regeln verarbeiten.
  5. Automatisierung: selbsttätige Abläufe erklären.
  6. Schnittstelle: Verbindungen für Signale, Daten oder Energie beschreiben.
  7. EVA-Prinzip: eine Funktion prüfungsnah darstellen.
  8. Fehlersuche: Fehlerstellen systematisch eingrenzen.
  9. Datenschutz und IT-Sicherheit: technische Risiken beurteilen.
  10. Ausfallsicherheit: sinnvolle Rückfallebenen begründen.


Grundbegriffe


Sensor

Ein Sensor erfasst eine physikalische Größe oder ein Ereignis und wandelt es in ein auswertbares Signal um.

Beispiele: Temperatur, Helligkeit, Bewegung, Fensterzustand, Luftfeuchtigkeit.

Bildlegende: PIR-Bewegungssensor für Kleinspannungs- und Mikrocontroller-Anwendungen.

Animationsauftrag: Beobachte die Änderung am Sensor. Beschreibe in einem Satz, was die Eingabe ist und welches elektrische Signal daraus entsteht.

Merksatz: Sensoren sind die Informationsaufnehmer eines automatisierten Systems.


Aktor

Ein Aktor setzt ein Steuersignal in eine Wirkung um.

Beispiele: Lampe schalten, Ventil bewegen, Rollladenmotor drehen, Summer aktivieren.

Animationsauftrag: Beobachte die Bewegung. Markiere gedanklich: Wo kommt das Steuersignal an? Was ist die mechanische Ausgabe?

Merksatz: Aktoren sind die Wirkglieder eines Systems.


Steuerung

Eine Steuerung verarbeitet Eingaben nach festgelegten Regeln und erzeugt Ausgangssignale.

Beispiel: Bewegung erkannt UND Helligkeit zu niedrig → Licht einschalten.

Wichtig: Bei einer reinen Steuerung wird die tatsächliche Wirkung nicht zwingend zurückgemeldet.


Regelung als Abgrenzung

Eine Regelung besitzt eine Rückmeldung. Der Istwert wird gemessen und mit einem Sollwert verglichen.

Beispiel Heizung: Temperatursensor misst 19 °C. Sollwert ist 21 °C. Die Regelung öffnet das Heizventil. Danach wird die Temperatur erneut gemessen.

Prüfungstipp: Heizung mit ständig gemessener Raumtemperatur ist typischerweise eine Regelung. Eine Zeitschaltung ohne Rückmeldung ist eine Steuerung.


Automatisierung

Automatisierung bedeutet: Ein technischer Ablauf wird nach festgelegten Bedingungen selbsttätig ausgeführt.

Beispiel: Bei starker Sonne fährt der Sonnenschutz automatisch aus.


Schnittstelle

Eine Schnittstelle ist eine festgelegte Übergabestelle zwischen Systemteilen.

Sie kann elektrische Signale, digitale Daten oder Energie übertragen.

Beispiele: digitaler Eingang, Funkverbindung, Busleitung, Netzwerkanschluss.


Das Smart Home als technisches System

Ein Smart Home besteht aus mehreren Teilsystemen. Typisch sind Sensoren, Steuerung, Aktoren, Energieversorgung und Kommunikation.

Teilsystem Aufgabe Beispiel
Sensorik Zustand erfassen Helligkeitssensor
Verarbeitung Signal auswerten Mikrocontroller oder Smart-Home-Zentrale
Aktorik Wirkung erzeugen Relais, Ventilantrieb, Motor
Kommunikation Daten übertragen Funk, Bus, LAN oder WLAN
Bedienung Eingreifen oder Sollwerte setzen Taster, App, Display
Energieversorgung System mit Energie versorgen sichere Kleinspannung im Schulversuch

Bildauftrag: Vergleiche das Blockbild mit dem EVA-Prinzip. Ordne die Blöcke Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe zu.


EVA-System: prüfungsnah erklären

EVA steht für Eingabe – Verarbeitung – Ausgabe.

EVA-Schritt Smart-Home-Beispiel Beleuchtung Fachbegriff
Eingabe Bewegungsmelder erkennt eine Person; Helligkeitssensor misst Dunkelheit. Sensor
Verarbeitung Steuerung prüft: Bewegung vorhanden UND Helligkeit unter Grenzwert? Steuerung
Ausgabe Schaltaktor aktiviert die Leuchte. Aktor

Mustersatz für die Prüfung: Der Bewegungs- und Helligkeitssensor liefern die Eingaben. Die Steuerung verarbeitet die Signale nach der programmierten UND-Bedingung. Der Schaltaktor schaltet als Ausgabe die Leuchte ein.

Prüfungsregel: Nenne immer Sensor → Signal/Bedingung → Verarbeitung → Aktor → Wirkung.


Mini-Selbstkontrolle: EVA in 30 Sekunden

Erkläre mündlich eine automatische Rollladenfunktion mit genau fünf Bausteinen:

  1. Sensor
  2. Messwert oder Ereignis
  3. Steuerungsregel
  4. Aktor
  5. Wirkung

Hilfe: Helligkeit oder Wind kann eine Eingabe sein.

Lösungsweg: Formuliere zuerst die Eingabe, dann die Bedingung, zuletzt die sichtbare Wirkung.

Musterlösung: Ein Helligkeitssensor misst starke Sonneneinstrahlung. Die Steuerung vergleicht den Wert mit einem Grenzwert. Wird der Grenzwert überschritten, sendet sie ein Signal an den Rollladenaktor. Der Aktor bewegt den Sonnenschutz nach unten.


Sensor-Aktor-Kette untersuchen

Untersuchungsauftrag:

  1. Beobachte die PIR-Animation.
  2. Benenne die erfasste Größe.
  3. Bestimme das erzeugte Signal als Information für die Steuerung.
  4. Ordne einen sinnvollen Aktor zu.
  5. Formuliere eine Automatisierungsregel.

Beispielregel: WENN Bewegung erkannt UND Raum dunkel, DANN Licht einschalten.

Fehlerfrage: Was passiert, wenn der Sensor dauerhaft „Bewegung“ meldet?

Lösungsidee: Die Steuerung erhält eine falsche Eingabe. Das Licht kann unnötig eingeschaltet bleiben. Die Fehlersuche beginnt deshalb bei Sensorwert, Leitung/Funkverbindung und Programmregel.


Netzwerk- und Blockdiagramme

Bildlegende: Beispiel eines Heimnetzes mit mehreren vernetzten Geräten.

Untersuchungsauftrag: Markiere auf dem Bild drei mögliche Schnittstellen. Vergleiche kabelgebundene und drahtlose Verbindungen.


Einfaches Smart-Home-Blockdiagramm

Umwelt / MenschSensorSchnittstelleSteuerungSchnittstelleAktorWirkung

Beispiel: Person → PIR-Sensor → Digitalsignal → Steuerung → Schaltsignal → LED-Aktor → Licht.


Lokale und cloudabhängige Verarbeitung

Lokal: Die Steuerung arbeitet im eigenen Gebäude oder Heimnetz.

Cloudabhängig: Daten werden über das Internet an einen externen Dienst übertragen und dort verarbeitet.

Kriterium Lokale Verarbeitung Cloudabhängige Verarbeitung
Internet nötig häufig nein häufig ja
Reaktionsweg kurz im lokalen Netz zusätzlich über Internet
Datenschutz Daten können eher lokal bleiben Daten können externe Systeme erreichen
Ausfallrisiko Funktion kann bei Internetausfall erhalten bleiben Funktion kann vom Internet oder Dienst abhängen

Technische Entscheidung: Kritische Grundfunktionen sollten möglichst auch lokal bedienbar bleiben.


Schaltplan lesen: sichere Kleinspannung

Bildlegende: Einfacher LED-Stromkreis mit Spannungsquelle und Vorwiderstand.

Beobachtungsauftrag: Zeige Spannungsquelle, Widerstand und LED. Erkläre die Aufgabe des Widerstands.

Übertragung auf Smart Home: Ein Mikrocontroller kann eine LED nicht nur direkt schalten, sondern über eine geeignete Schaltstufe einen Aktor ansteuern. Im Unterricht werden nur freigegebene Kleinspannungskomponenten verwendet.

Sicherheitsgrenze: Keine Versuche an Steckdosen, Hausinstallationen oder Netzspannung. Keine improvisierten Netzspannungsaufbauten.


Schulischer Kleinspannungsaufbau als Blockschaltbild

SensorControllerSchaltstufeLED oder Kleinspannungsaktor
Energieversorgung nur mit freigegebener sicherer Kleinspannung

Messauftrag unter Aufsicht: Miss nur an den freigegebenen Messpunkten. Vergleiche Sensorsignal vor und nach dem Auslösen.


Ablaufplan einer automatisierten Beleuchtung

Schritt Entscheidung oder Aktion
Start System betriebsbereit
Sensor lesen Bewegung und Helligkeit erfassen
Entscheidung 1 Bewegung erkannt?
Entscheidung 2 Helligkeit unter Grenzwert?
Aktion Licht einschalten
Wartezeit Zeitglied läuft
Kontrolle Neue Sensordaten lesen
Aktion Licht ausschalten, wenn Bedingung nicht mehr erfüllt ist

Simulationsauftrag: Spiele den Ablauf mit drei Fällen durch:

  1. Raum leer und dunkel.
  2. Raum belegt und hell.
  3. Raum belegt und dunkel.

Selbstkontrolle: Nur im dritten Fall soll die UND-Bedingung unmittelbar zum Einschalten führen.


Drei Smart-Home-Funktionen analysieren


Automatisierte Beleuchtung

Sensoren: Bewegung, Präsenz, Helligkeit.

Steuerung: Verknüpft Bedingungen, zum Beispiel mit UND.

Aktor: Schalt- oder Dimmaktor.

Nutzen: Komfort und bedarfsgerechte Beleuchtung.

Möglicher Fehler: Helligkeitssensor ist falsch platziert. Die Steuerung schaltet bei Tageslicht unnötig.

Technische Verbesserung: Grenzwert prüfen, Sensorposition verbessern, Nachlaufzeit sinnvoll einstellen, manuelle Bedienung vorsehen.

Videoauftrag: Notiere während des Videos je zwei Beispiele für Sensoren und Aktoren. Vergleiche sie mit dem Smart-Home-System.


Automatisierte Heizung

Bildlegende: Thermostatventil als Beispiel für temperaturabhängige Beeinflussung eines Heizsystems.

Sensor: Temperatursensor.

Sollwert: gewünschte Raumtemperatur.

Verarbeitung: Soll-Ist-Vergleich.

Aktor: Ventilantrieb.

Wirkung: Heizwasserdurchfluss wird verändert.

Fachlich wichtig: Wird der Istwert fortlaufend zurückgemeldet, handelt es sich um eine Regelung.

Mess- und Vergleichsauftrag: Zeichne eine Tabelle mit Zeit, Solltemperatur, Isttemperatur und Aktorzustand. Simuliere fünf Messzeitpunkte.

Animationsauftrag: Beobachte das Temperaturverhalten. Suche die Stelle, an der eine Rückmeldung für die Regelung wichtig wird.


Automatisierter Sonnenschutz

Sensoren: Helligkeit, Temperatur, Wind.

Steuerung: entscheidet nach Grenzwerten und Sicherheitsregeln.

Aktor: Rollladen- oder Jalousieantrieb.

Wirkung: Sonnenschutz fährt auf oder ab.

Technischer Zielkonflikt: Beschattung kann Überhitzung verringern. Starker Wind kann außenliegenden Sonnenschutz gefährden.

Begründete Entscheidung: Eine Windschutzfunktion erhält Vorrang vor einer reinen Komfortfunktion, wenn dies für das konkrete System als Schutzfunktion vorgesehen ist.


Steuerungslogik

Typische Logikfunktionen sind UND, ODER und NICHT.

Logik Beispiel Smart Home Ergebnis
UND Bewegung erkannt UND dunkel Licht ein
ODER Taster gedrückt ODER App-Befehl Licht ein
NICHT NICHT Fenster geschlossen Heizung absenken

Fehler-finden-Auftrag: Ein Raumlicht soll nur bei Dunkelheit und Bewegung einschalten. In der Steuerung wurde ODER statt UND programmiert. Erkläre die Fehlfunktion.

Lösung: Bei ODER reicht bereits eine der beiden Bedingungen. Das Licht könnte also bei Dunkelheit ohne Person oder bei Bewegung am hellen Tag einschalten.


Schnittstellen und Kommunikation

Smart-Home-Geräte können über Kabel oder Funk kommunizieren.

Kabelgebunden: Daten laufen über Leitungen oder Bussysteme.

Drahtlos: Daten laufen über Funk, zum Beispiel WLAN, Bluetooth oder andere Smart-Home-Funkstandards.

Schnittstellenfrage: Entscheidend ist nicht nur der Stecker. Auch Datenformat, Signalpegel, Funkstandard und Übertragungsregeln müssen zusammenpassen.

Prüfungstipp: Eine Schnittstelle beschreibt wie zwei Teilsysteme miteinander Informationen, Energie oder Signale austauschen.


Datenschutz und IT-Sicherheit

Smart-Home-Sensoren können Daten aus einem besonders privaten Bereich erfassen.

Mögliche Daten: Anwesenheit, Raumtemperatur, Nutzungszeiten, Kamerabilder, Sprache, Tür- und Fensterzustände.

Datensparsamkeit: Nur Daten erfassen und speichern, die für die Funktion erforderlich sind.

Sicherheitsmaßnahmen:

  1. Geräte und Router aktuell halten.
  2. Sichere, unterschiedliche Passwörter verwenden.
  3. Wenn möglich Zwei-Faktor-Authentisierung nutzen.
  4. Verschlüsselte Kommunikation bevorzugen.
  5. IoT-Geräte sinnvoll vom sensiblen Heimnetz trennen.
  6. Prüfen, wo Daten gespeichert und weitergegeben werden.
  7. Nicht benötigte Fernzugriffe deaktivieren.
  8. Grundfunktionen möglichst lokal nutzbar halten.

Videoauftrag: Notiere drei Risiken. Ordne zu: Datenschutz, IT-Sicherheit oder Ausfallsicherheit.

Quellenhinweis: Hinweise zu sicherem Smart Home und Heimnetz bietet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: BSI – Basistipps zur IT-Sicherheit


Ausfallsicherheit

Ausfallsicherheit bedeutet: Ein System soll bei Störungen möglichst kontrolliert, sicher und nachvollziehbar reagieren.

Mögliche Ausfälle: Sensor defekt, Funkverbindung unterbrochen, Router ausgefallen, Internet ausgefallen, Aktor blockiert, Versorgung unterbrochen, Softwarefehler.

Ausfall Mögliche Folge Sinnvolle technische Maßnahme
Internetausfall Cloudbefehl erreicht System nicht lokale Grundfunktion vorsehen
Sensorfehler falsche Eingabe Plausibilitätsprüfung oder Fehlermeldung
Funkstörung Telegramm kommt nicht an Zustandsrückmeldung oder lokale Bedienung
Steuerungsausfall Automatik stoppt manuellen sicheren Betrieb ermöglichen
Aktor blockiert gewünschte Wirkung fehlt Rückmeldung, Wartung, sichere Abschaltung

Wichtig: Ein sicherer Ausfallzustand hängt von der Funktion ab. Er muss geplant und begründet werden.


Fehlerdiagnose mit System

Nutze die Reihenfolge Eingabe → Übertragung → Verarbeitung → Übertragung → Ausgabe.

Fehlerfall: Das Licht bleibt aus, obwohl sich eine Person im dunklen Raum bewegt.

  1. Prüfe: Erkennt der Sensor Bewegung?
  2. Prüfe: Liefert der Helligkeitssensor einen plausiblen Wert?
  3. Prüfe: Erreichen die Signale die Steuerung?
  4. Prüfe: Ist die UND-Bedingung korrekt programmiert?
  5. Prüfe: Sendet die Steuerung ein Ausgangssignal?
  6. Prüfe: Reagiert der Aktor?
  7. Prüfe: Ist die Leuchte im freigegebenen Kleinspannungsaufbau funktionsfähig?

Lösungsstrategie: Immer vom Eingang zur Ausgabe prüfen. So vermeidest Du planloses Austauschen von Bauteilen.


Medienlabor: beobachten, markieren, vergleichen, messen, simulieren, Fehler finden


Beobachten

Auftrag: Beobachte drei Zyklen. Formuliere die Veränderung als Ursache-Wirkungs-Satz.


Markieren

Auftrag: Markiere auf einer eigenen Skizze Router, lokale Geräte, Internet und eine denkbare Smart-Home-Zentrale.


Vergleichen

Auftrag: Vergleiche Sensor und Aktor nach Aufgabe, Signalrichtung und Wirkung.


Messen

Praxis nur unter Aufsicht: Miss an einem schulisch freigegebenen Kleinspannungsmodell den Sensorwert vor und nach einem Ereignis. Dokumentiere Einheit, Messpunkt und Ergebnis.

Hilfe: Vor dem Messen Messbereich und Anschluss des Messgeräts kontrollieren.


Simulieren

Simuliere eine Lichtsteuerung mit den Eingangszuständen Bewegung = ja/nein und dunkel = ja/nein.

Bewegung Dunkel Ausgang Licht
nein nein aus
nein ja aus
ja nein aus
ja ja ein

Selbstkontrolle: Das entspricht einer UND-Verknüpfung.


Fehler finden

Fehlerbild: Der Sonnenschutz fährt bei starkem Wind aus.

Mögliche Ursachen: Windwert wird nicht erkannt, Grenzwert ist falsch, Vorzeichen ist vertauscht, Sensor ist ausgefallen oder die Sicherheitsbedingung fehlt.

Lösungsweg: Sensorwert prüfen → Grenzwert prüfen → Logik prüfen → Aktor testen → sicheren Zustand kontrollieren.


Prüfungsnahe Aufgaben mit Lösungswegen


Aufgabe 1: EVA erklären

Situation: Eine Außenleuchte schaltet sich nachts bei Bewegung ein.

Arbeitsauftrag: Erkläre die Funktion als EVA-System.

Hilfe: Nenne Sensor, Verarbeitungsregel und Aktor.

Lösungsweg: Bewegung und Helligkeit sind Eingaben. Die Steuerung prüft beide Bedingungen. Der Schaltaktor ist die Ausgabeebene.

Musterlösung: Bewegungs- und Helligkeitssensor erfassen die Eingangssituation. Die Steuerung verarbeitet die Signale mit einer UND-Bedingung. Sind Bewegung und Dunkelheit vorhanden, schaltet der Aktor die Außenleuchte ein.


Aufgabe 2: Technische Entscheidung begründen

Situation: Eine Heizungsfunktion kann entweder nur über einen Internetdienst oder zusätzlich lokal arbeiten.

Arbeitsauftrag: Begründe eine ausfallsichere Lösung.

Hilfe: Denke an Internetausfall und Datenschutz.

Musterlösung: Eine lokale Grundfunktion ist technisch sinnvoll, weil die Heizung auch bei Internetausfall bedienbar bleibt und weniger Betriebsdaten das lokale Netz verlassen müssen. Fernzugriff kann zusätzlich angeboten werden.


Aufgabe 3: Fehler lokalisieren

Situation: Die App zeigt „Licht ein“, die Leuchte bleibt aber dunkel.

Arbeitsauftrag: Nenne drei mögliche Fehlerstellen und eine sinnvolle Prüf-Reihenfolge.

Musterlösung: Zuerst Ausgangssignal der Steuerung prüfen, dann Aktor, danach Leuchte und Kleinspannungsversorgung. Eine reine Sensorprüfung wäre hier weniger wahrscheinlich, weil bereits ein Einschaltbefehl angezeigt wird.


Aufgabe 4: Steuerung oder Regelung

Situation A: Heizung schaltet täglich von 06:00 bis 07:00 Uhr ein.

Situation B: Heizung misst ständig die Raumtemperatur und passt das Ventil an den Sollwert an.

Lösung: A ist eine zeitabhängige Steuerung. B ist eine Regelung mit Rückmeldung des Istwerts.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aufgabe hat ein Sensor im Smart Home? (Er erfasst einen Zustand oder eine physikalische Größe) (!Er erzeugt immer eine mechanische Bewegung) (!Er ersetzt die Energieversorgung) (!Er speichert grundsätzlich alle Daten in einer Cloud)




Welche Aufgabe hat ein Aktor? (Er setzt ein Steuersignal in eine Wirkung um) (!Er misst ausschließlich Temperaturen) (!Er erstellt automatisch ein Netzwerkpasswort) (!Er ist immer ein Internetrouter)




Wofür steht EVA? (Eingabe Verarbeitung Ausgabe) (!Energie Verbrauch Anschluss) (!Erfassen Verbinden Absichern) (!Elektronik Verarbeitung Automatik)




Welche Zuordnung passt zur automatischen Beleuchtung? (Bewegungssensor Steuerung Schaltaktor) (!Schaltaktor Sensor Router) (!Lampe Sensor Temperatur) (!Router Motor Sicherung)




Wann ist eine UND-Bedingung für das Licht erfüllt? (Wenn Bewegung erkannt wird und es dunkel ist) (!Wenn nur Bewegung erkannt wird) (!Wenn nur Dunkelheit erkannt wird) (!Wenn keine Eingabe vorhanden ist)




Was kennzeichnet eine Regelung? (Ein Istwert wird zurückgemeldet und mit einem Sollwert verglichen) (!Es gibt grundsätzlich keinen Sensor) (!Ein Aktor fehlt immer) (!Die Verarbeitung erfolgt nur manuell)




Was ist eine Schnittstelle? (Eine festgelegte Übergabestelle zwischen Systemteilen) (!Nur das Gehäuse eines Sensors) (!Ausschließlich eine Steckdose mit Netzspannung) (!Eine mechanische Sicherung ohne Signalübertragung)




Welche Maßnahme verbessert die Ausfallsicherheit? (Eine lokale Grundbedienung bleibt bei Internetausfall möglich) (!Alle Funktionen werden von einem einzigen Internetdienst abhängig) (!Fehlermeldungen werden deaktiviert) (!Sensorwerte werden nie geprüft)




Welche Maßnahme unterstützt Datenschutz und IT-Sicherheit? (Nur notwendige Daten erfassen und Geräte aktuell halten) (!Für alle Geräte dasselbe einfache Passwort verwenden) (!Jeden Fernzugriff dauerhaft offen lassen) (!Updates grundsätzlich vermeiden)




Welche Reihenfolge ist für die Fehlersuche sinnvoll? (Eingabe Übertragung Verarbeitung Übertragung Ausgabe) (!Ausgabe zufällig Sensor zufällig Steuerung) (!Nur den Aktor austauschen) (!Nur die App neu starten)





Memory

Sensor erfasst eine physikalische Größe oder ein Ereignis
Aktor setzt ein Signal in eine Wirkung um
Steuerung verarbeitet Eingaben nach festgelegten Regeln
Automatisierung führt einen Ablauf selbsttätig aus
Schnittstelle verbindet Teilsysteme zur Signal- oder Datenübertragung
Eingabe liefert Informationen an die Verarbeitung
Verarbeitung wertet Bedingungen und Signale aus
Ausgabe bewirkt eine technische Aktion





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Bewegungsmelder Sensor
Schaltrelais Aktor
Mikrocontroller Steuerung
WLAN-Verbindung Schnittstelle
Selbsttätiges Einschalten Automatisierung
Temperaturmessung Eingabe
Ventilbewegung Ausgabe





Kreuzworträtsel

Sensor Welches Bauteil erfasst eine physikalische Größe?
Aktor Welches Bauteil erzeugt eine technische Wirkung?
Steuerung Wie heißt die Verarbeitung von Eingaben nach festgelegten Regeln?
Schnittstelle Wie heißt eine festgelegte Übergabestelle zwischen Systemteilen?
Automatik Welcher Begriff bezeichnet einen selbsttätigen Ablauf?
Netzwerk Wie heißt die Verbindung mehrerer digital kommunizierender Geräte?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein

erfasst einen Zustand oder eine physikalische Größe.
Ein

setzt ein Signal in eine technische Wirkung um.
Die

verarbeitet Eingangssignale nach festgelegten Regeln.
Eine

verbindet zwei Teilsysteme für den Austausch von Signalen oder Daten.
Beim EVA-Prinzip folgt auf die Eingabe die

.
Die sichtbare oder technische Wirkung gehört zur

.
Eine Heizung mit ständigem Soll-Ist-Vergleich arbeitet als

.
Eine selbsttätig ablaufende technische Funktion heißt

.
Bei einem Internetausfall verbessert eine

Grundfunktion die Ausfallsicherheit.
Zur IT-Sicherheit gehören regelmäßige

.




Wiederholung und Selbstkontrolle

60-Sekunden-Check:

  1. Kannst Du Sensor und Aktor unterscheiden?
  2. Kannst Du eine Funktion als EVA-System erklären?
  3. Kannst Du Steuerung und Regelung abgrenzen?
  4. Kannst Du eine UND-Bedingung aufstellen?
  5. Kannst Du eine Schnittstelle benennen?
  6. Kannst Du drei Ausfallursachen nennen?
  7. Kannst Du zwei Datenschutzmaßnahmen begründen?

Wenn Du bei 1–2 Punkten unsicher bist: Wiederhole Grundbegriffe und EVA-Tabelle.

Wenn Du bei 3–4 Punkten unsicher bist: Bearbeite Ablaufplan und Fehlerdiagnose erneut.

Wenn Du bei 5–7 Punkten sicher bist: Löse die Transferaufgaben ohne Hilfen.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Sensoren im Alltag: Fotografiere oder skizziere fünf ungefährliche Sensoranwendungen im Alltag. Ordne jeweils Messgröße und mögliche Ausgabe zu.
  2. EVA-Karte: Erstelle eine Karteikarte zu einer automatischen Beleuchtung mit Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe.
  3. Blockdiagramm: Zeichne ein Smart-Home-Blockdiagramm mit Sensor, Schnittstelle, Steuerung und Aktor.
  4. Medienanalyse: Beobachte die PIR-Animation. Beschreibe drei aufeinanderfolgende Zustände und formuliere eine passende Automatisierungsregel.


Standard

  1. Ablaufplan Beleuchtung: Entwirf einen Ablaufplan für Bewegung UND Dunkelheit mit Nachlaufzeit und manueller Ausschaltmöglichkeit.
  2. Heizungsregelung: Erstelle eine Messwerttabelle mit Soll- und Isttemperatur. Simuliere den Ventilzustand über fünf Zeitpunkte.
  3. Fehlerprotokoll: Entwickle für „Licht bleibt aus“ eine systematische Prüfreihenfolge vom Sensor bis zum Aktor.
  4. Datenschutz-Check: Untersuche ein fiktives Smart-Home-Gerät nach Sensoren, gespeicherten Daten, Übertragungswegen, Fernzugriff und Updatefähigkeit.


Schwer

  1. Ausfallsicheres Smart Home: Entwirf eine Architektur, bei der Beleuchtung und Heizung auch ohne Internet grundlegend funktionieren. Begründe die Schnittstellen.
  2. Sonnenschutz mit Prioritäten: Entwickle eine Steuerungslogik mit Sonne, Raumtemperatur und Wind. Begründe, welche Bedingung im Konflikt Vorrang erhält.
  3. Simulation und Testplan: Erstelle einen Testplan für eine automatisierte Beleuchtung mit mindestens acht Testfällen, erwarteten Ergebnissen und Fehlerfällen.
  4. Technische Entscheidung: Vergleiche zwei Lösungen für dieselbe Smart-Home-Funktion: cloudabhängig und lokal. Bewerte sie nach Funktion, Datenschutz, Wartung und Ausfallsicherheit und begründe Deine Entscheidung.

Praxis-Hinweis für alle Aufgaben: Reale Aufbauten nur nach Unterweisung, mit Aufsicht, freigegebenen Komponenten und sicherer Kleinspannung. Keine Netzspannung und keine eigenständige Nutzung gefährlicher Maschinen.




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Lernkontrolle

  1. EVA-Transfer: Ein Fensterkontakt meldet „offen“. Entwickle eine sinnvolle Heizungsfunktion und erkläre sie vollständig als EVA-System.
  2. Systemanalyse: Zerlege eine automatische Beschattung in Sensorik, Verarbeitung, Kommunikation, Aktorik und Wirkung. Begründe jede Zuordnung.
  3. Logikfehler: Eine Lampe schaltet bei Bewegung ODER Dunkelheit ein. Prüfe, ob dies für einen Klassenraum sinnvoll ist, und entwickle eine bessere Logik.
  4. Ausfallanalyse: Bei Internetausfall lässt sich die Heizung nicht mehr bedienen. Entwickle zwei technische Verbesserungen und begründe sie.
  5. Datenschutzabwägung: Vergleiche einen reinen Helligkeitssensor mit einer Innenraumkamera für die Funktion „Licht automatisch schalten“. Begründe eine datensparsame Lösung.
  6. Regelung oder Steuerung: Vergleiche eine zeitgesteuerte Heizung mit einer temperaturgeregelten Heizung. Erkläre den Unterschied anhand der Rückmeldung.
  7. Fehlersuche: Sensorwerte sind korrekt und die Steuerung zeigt „Aktor EIN“, aber der Rollladen bewegt sich nicht. Plane eine sichere Prüfreihenfolge ohne Eingriff an Netzspannung.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:

  1. ein Smart Home als technisches System mit Teilsystemen erklären kannst,
  2. die Fachbegriffe Sensor, Aktor, Steuerung, Automatisierung und Schnittstelle korrekt verwendest,
  3. eine Smart-Home-Funktion sicher als EVA-System darstellst,
  4. Steuerung und Regelung unterscheiden kannst,
  5. Block-, Netzwerk-, Schalt- und Ablaufpläne lesen und selbst erstellen kannst,
  6. einfache UND-, ODER- und NICHT-Verknüpfungen auf technische Situationen anwenden kannst,
  7. automatisierte Beleuchtung, Heizung und Sonnenschutz analysieren kannst,
  8. Fehler systematisch von der Eingabe bis zur Ausgabe eingrenzen kannst,
  9. Datenschutz und IT-Sicherheit technisch begründet berücksichtigen kannst,
  10. Ausfallsicherheit und lokale Rückfallebenen begründen kannst,
  11. Sicherheitsregeln für schulische Praxisversuche einhältst,
  12. technische Entscheidungen mit Kriterien statt nur mit persönlichem Geschmack begründest.




OERs zum Thema

Freie Medien zur Vertiefung:

  1. Wikimedia Commons: Heimnetzwerk-Diagramm
  2. Wikimedia Commons: PIR-Sensor
  3. Wikimedia Commons: PIR-Animation
  4. Wikimedia Commons: Aktor-Animation
  5. Wikimedia Commons: LED-Schaltbild
  6. Wikimedia Commons: Thermostatventil

Fachliche Vertiefung:

  1. Bildungspläne Baden-Württemberg
  2. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
  3. DiKraft: Wie funktioniert ein Smart Home?



Verknüpfte Lernbereiche


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