Systematische Fehlersuche an Maschinen – Eine Funktionskette zur Diagnose aufbauen
Systematische Fehlersuche an Maschinen – Eine Funktionskette zur Diagnose aufbauen
Einleitung
Zielgruppe: Ausbildung in Mechatronik, Industrieelektrik, Elektronik für Automatisierungstechnik, Industriemechanik und verwandten Berufen.
Kurzidee: Du zerlegst eine Maschinenfunktion in eine prüfbare Kette aus Energie → Signal → Verarbeitung → Aktorik → mechanischer Wirkung. Fehler werden nicht durch Raten gesucht, sondern durch einen Soll-Ist-Vergleich an klaren Schnittstellen eingegrenzt.

| Sicherheitsgrenze dieses Lernkurses | Alle Diagnoseübungen beginnen in einer Simulation. Es gibt keine automatische Live-Ansteuerung einer realen Maschine. Schutzeinrichtungen werden niemals überbrückt, außer Kraft gesetzt oder umgangen. Reale Prüfungen, Messungen oder Arbeiten erfolgen nur durch dafür geeignete Personen, unter Fachaufsicht, nach betrieblicher Freigabe und nach den für die konkrete Maschine festgelegten Schutzmaßnahmen. Unerwarteten Anlauf und gespeicherte bzw. verbleibende Energien musst Du mitdenken. |
|---|
Lernziele
| Nach dem Kurs kannst Du … | Nachweis |
|---|---|
| eine Maschinenfunktion als Funktionskette darstellen | Energie-, Signal- und Wirkpfad sind vollständig |
| Soll- und Ist-Zustände an Schnittstellen vergleichen | Abweichungen werden einem Funktionsabschnitt zugeordnet |
| Fehler systematisch eingrenzen | Hypothesen werden durch gezielte simulierte Prüfungen bestätigt oder verworfen |
| Sensor, SPS, Magnetventil und Zylinder funktional einordnen | Signalfluss und Energiefluss werden nicht verwechselt |
| eine sichere Diagnoseplanung formulieren | keine Umgehung von Schutzeinrichtungen, keine unzulässige Live-Ansteuerung |
| Diagnoseergebnisse dokumentieren | Symptom, Prüfschritt, Ergebnis, Schlussfolgerung und Wiederholungsprüfung sind nachvollziehbar |
Ausbildungsfall: Die Vereinzelungsstation
Eine didaktische Station transportiert metallische Werkstücke. Ein Sensor erkennt das Werkstück. Eine SPS wertet das Signal aus. Ein Magnetventil schaltet Druckluft. Ein Pneumatikzylinder schiebt das Werkstück auf eine zweite Förderstrecke.
Störung: Das Werkstück steht an der Erkennungsposition, der Ausschieber bleibt jedoch eingefahren.

Wichtig: Die folgende Station ist ein Simulationsfall. Bezeichnungen wie S1, Q1, Y1 und A1 sind Lernbezeichnungen und keine Handlungsanweisung für eine reale Anlage.
Sollablauf der Station
| Funktionsglied | Sollzustand | Art |
|---|---|---|
| 24-V-Steuerenergie | Sensorik und Steuerung sind versorgt | Energie |
| Druckluftversorgung | pneumatische Energie steht für den Aktor bereit | Energie |
| Sensor S1 | erkennt das metallische Werkstück | Signalaufnahme |
| SPS-Eingang | übernimmt den Sensorzustand | Signal |
| SPS-Logik | prüft Freigaben und erzeugt den Stellbefehl | Verarbeitung |
| SPS-Ausgang Q1 | gibt den Stellbefehl an die Ventilansteuerung | Signal |
| Magnetspule Y1 | betätigt das Wegeventil | elektromechanische Wandlung |
| Wegeventil V1 | lenkt die Druckluft zum Zylinder | pneumatische Steuerung |
| Zylinder A1 | fährt aus | mechanische Wirkung |
| Endlagensignal S2 | bestätigt die erreichte Bewegung | Rückmeldung |
Lerneinheit 1: Funktionsketten lesen
Eine Funktionskette beschreibt nicht nur Bauteile. Sie zeigt, was von Glied zu Glied weitergegeben wird: Energie, Information oder Kraft beziehungsweise Bewegung.

Merksatz: Ein Fehler liegt oft nicht „in der Maschine“, sondern zwischen zwei erwarteten Zuständen.
Drei Ebenen gleichzeitig denken
| Ebene | Leitfrage | Beispiel im Ausbildungsfall |
|---|---|---|
| Energie | Ist die benötigte Energie in der vorgesehenen Form verfügbar? | elektrische Steuerenergie und Druckluft |
| Signal | Wird der Prozesszustand richtig erfasst, verarbeitet und weitergegeben? | S1 → SPS-Eingang → Logik → Q1 |
| Wirkung | Wird aus dem Stellbefehl die erwartete physische Bewegung? | Ventil → Zylinder → Ausschieben |
Lerneinheit 2: Sensor und Signalpfad
Ein Sensor bildet einen Prozesszustand auf ein Signal ab. Bei der Fehlersuche ist deshalb die Frage entscheidend: Sieht die Steuerung dasselbe, was Du im Prozess erwartest?

Bei einer SPS werden Eingangssignale verarbeitet und daraus Ausgangssignale gebildet. Für die Diagnose trennst Du deshalb mindestens Sensorzustand, SPS-Eingang, Logikergebnis und SPS-Ausgang.

Signaldiagnose ohne Ratespiel
| Beobachtung in der Simulation | Aussage |
|---|---|
| Sensorzustand korrekt, SPS-Eingang falsch | Fehlerbereich liegt an der Schnittstelle Sensor → Eingang |
| SPS-Eingang korrekt, Logikfreigabe fehlt | Ursache liegt eher in Bedingungen, Verriegelungen oder Ablaufzuständen |
| Logikergebnis korrekt, Ausgang bleibt aus | Fehlerbereich liegt in der Ausgangsbildung oder Ausgangsstufe |
| Ausgang ist aktiv, nachfolgende Komponente reagiert nicht | Diagnose wandert vom Signalpfad zur Schnittstelle beziehungsweise Aktorik |

Lerneinheit 3: Vom Signal zur pneumatischen Wirkung
Das Magnetventil verbindet den elektrischen Stellbefehl mit dem pneumatischen Energiefluss.

Das Ventil kann elektrisch angesteuert sein, ohne dass am Zylinder bereits die erwartete Wirkung entsteht. Deshalb müssen Stellbefehl, Ventilzustand, pneumatische Energie und mechanische Bewegung getrennt betrachtet werden.
Funktionsanimation: mechanische Wirkung

Beobachte die Animation und formuliere drei Zustände: eingefahren – Bewegung – ausgefahren. Für jeden Zustand überlegst Du anschließend, welche Energie- und Signalinformationen dazu passen müssten.
Lerneinheit 4: Systematische Diagnose
Die Diagnose beginnt mit einem präzisen Symptom und endet mit einer überprüften Ursache. Eine verbreitete Grundidee der technischen Fehlerdiagnose ist Hypothese und Test: Du bildest eine begründete Vermutung und prüfst sie gezielt.
Diagnosekette
| Schritt | Frage | Ergebnis |
|---|---|---|
| Sicherer Rahmen | Darf und kann der Diagnosezustand sicher hergestellt werden? | Simulation oder freigegebene reale Diagnose |
| Symptom | Was geschieht tatsächlich, und was sollte geschehen? | klare Soll-Ist-Abweichung |
| Funktionskette | Welche Glieder müssen zusammenwirken? | prüfbare Reihenfolge |
| Schnittstellen | Bis zu welchem Glied stimmt der Sollzustand? | Fehlerbereich wird kleiner |
| Hypothese | Welche Ursache erklärt alle Beobachtungen? | gezielte Vermutung |
| Test | Welche sichere simulierte Prüfung unterscheidet die Hypothesen? | Ursache wird bestätigt oder verworfen |
| Abschluss | Funktioniert anschließend der komplette Ablauf? | Wiederholungsprüfung und Dokumentation |
Praxisregel für die Ausbildung: Nicht wahllos Bauteile tauschen. Erst die Funktionskette verstehen, dann den Fehlerbereich eingrenzen.
Lerneinheit 5: Sicher diagnostizieren
Fehlersuche und Störungsbeseitigung gehören zu den unfallträchtigen Tätigkeiten an Maschinen. Die DGUV fordert deshalb eine geplante Vorgehensweise, die Gefährdungen, Restenergien, Freigaben und geeignete Schutzmaßnahmen berücksichtigt.

Ein Not-Halt ist kein Ersatz für eine sichere Instandhaltungs- oder Freigabeprozedur. Für reale Arbeiten gelten die Herstellerangaben, die betriebliche Gefährdungsbeurteilung und die festgelegten Arbeitsverfahren.
Nie als Diagnosemethode: Schutztürschalter überbrücken, Verriegelungen manipulieren, unkontrolliert Aktoren erzwingen oder eine reale Maschine aus dem Lernkurs heraus automatisch ansteuern.
Sicherheits-Stoppregel
| Situation | Entscheidung |
|---|---|
| Der Ablauf lässt sich vollständig in einer Simulation untersuchen | Simulation verwenden |
| Eine reale Prüfung ist nicht betrieblich freigegeben | nicht durchführen |
| Eine Schutzeinrichtung müsste umgangen werden | nicht durchführen; sichere Diagnosemethode beziehungsweise geeignete Betriebsart klären |
| Restenergie oder unerwarteter Anlauf sind nicht beherrscht | Diagnose stoppen und Schutzmaßnahmen klären |
| Qualifikation oder Fachaufsicht ist unklar | reale Arbeit nicht beginnen |
Diagnose-Simulation: Fehler an der Vereinzelungsstation
Simuliertes Symptom: Werkstück erkannt, Zylinder A1 bleibt eingefahren.
| Diagnosepunkt | Simulierter Ist-Zustand | Soll-Zustand |
|---|---|---|
| Steuerenergie | vorhanden | vorhanden |
| Pneumatikversorgung | vorhanden | vorhanden |
| Sensor S1 | EIN | EIN |
| SPS-Eingang S1 | EIN | EIN |
| Logikfreigabe | erfüllt | erfüllt |
| SPS-Ausgang Q1 | EIN | EIN |
| Magnetspule Y1 | AUS | EIN |
| Ventil V1 | Grundstellung | geschaltet |
| Zylinder A1 | eingefahren | ausfahrend |
Diagnose: Der letzte korrekte Zustand liegt am SPS-Ausgang Q1. Der erste falsche Zustand liegt an der Magnetspule Y1. In der Simulation ist deshalb der Fehlerbereich Schnittstelle Q1 → Y1 beziehungsweise Ventilansteuerung einzugrenzen.
Gestufte Hilfen
| Hilfe | Hinweis |
|---|---|
| Hilfe 1 | Suche nicht zuerst nach einem Bauteilnamen. Markiere den letzten richtigen und den ersten falschen Zustand. |
| Hilfe 2 | Zwischen diesen beiden Zuständen liegt der kleinste sinnvolle Fehlerbereich. |
| Hilfe 3 | Prüfe in der Simulation genau diese Schnittstelle mit einer einzigen veränderten Bedingung. |
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben mit Feedback
Basisaufgabe
Auftrag: Markiere im Ausbildungsfall alle Glieder, die Energie bereitstellen oder Energie umformen. Trenne sie von reinen Signalgliedern.
Begründetes Feedback: Eine gute Lösung nennt mindestens Steuerenergie, Druckluftversorgung, Magnetventil und Zylinder in ihrer jeweiligen Funktion. Wenn Sensor oder SPS einfach als „Energiebauteil“ eingeordnet werden, wurde Signalverarbeitung mit Energiefluss verwechselt.
Anwendungsaufgabe
Auftrag: Nutze die Tabelle der Diagnose-Simulation. Bestimme den kleinsten Fehlerbereich und begründe, warum Du nicht beim Zylinder beginnst.
Begründetes Feedback: Q1 ist korrekt, Y1 ist falsch. Damit liegt die Abweichung vor der pneumatischen Wirkung. Ein Start beim Zylinder würde einen bereits eingegrenzten Signalfehler ignorieren und zu unnötigen Prüfungen führen.
Transferaufgabe
Neues Symptom: Der Zylinder fährt in der Simulation aus, aber deutlich langsamer als im Sollablauf.
Auftrag: Erstelle eine neue Funktionskette und nenne drei Diagnosepunkte, die Energie, Stellglied und Mechanik voneinander trennen.
Begründetes Feedback: Gute Antworten unterscheiden mindestens pneumatische Energie, Ventilzustand und mechanische Bewegung beziehungsweise Last. Nicht sinnvoll wäre es, ohne Diagnose einfach den Druck zu erhöhen. Ziel ist eine sichere Ursache-Wirkungs-Prüfung, nicht das Erzwingen der Bewegung.
Dokumentation einer Diagnose
| Feld | Beispiel |
|---|---|
| Symptom | A1 bleibt eingefahren |
| Sollfunktion | S1 erkennt Werkstück → Q1 schaltet → Y1 betätigt V1 → A1 fährt aus |
| letzter korrekter Zustand | Q1 EIN |
| erster falscher Zustand | Y1 AUS |
| Hypothese | Fehler an der Schnittstelle Q1 → Y1 |
| simulierte Prüfung | Verbindung im Modell auf Unterbrechung setzen beziehungsweise wiederherstellen |
| Ergebnis | Y1 reagiert nach Fehlerkorrektur |
| Abschluss | kompletter Zyklus wird in der Simulation erneut geprüft |
Quellen- und Medienprüfung
| Quelle | Verwendung im Kurs |
|---|---|
| DGUV Information 209-015: Instandhaltung an Maschinen und Anlagen | Sicherheitsrahmen, Planung, Restenergien, Freigaben und sichere Durchführung |
| FBHM-127: Sichere Störungsbeseitigung an Maschinen und Anlagen | sichere Planung von Störungssuche und Störungsbeseitigung |
| IFA/DGUV: Manipulation von Schutzeinrichtungen verhindern | Verbot beziehungsweise Vermeidung von Manipulationen und sichere Diagnosebedingungen |
| Festo Didactic: Mechatronik-Curriculum | didaktische Einordnung von Simulation, Fehlersuche und mechatronischen Lernpfaden |
| Wikipedia: Fehlerdiagnose | Begriff Fehlerdiagnose und Prinzip Hypothese/Test |
| Wikipedia: Speicherprogrammierbare Steuerung | Einordnung von Sensoren, Eingängen, Programmlogik, Ausgängen und Aktoren |
Medienrechte
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist der erste Schritt vor einer realen Diagnose an einer Maschine? (Sicheren Diagnosezustand und betriebliche Freigabe klären) (!Bauteile auf Verdacht austauschen) (!Schutzeinrichtungen vorübergehend überbrücken) (!Die Maschine automatisch neu starten)
Wozu dient eine Funktionskette bei der Fehlersuche? (Sie gliedert die Sollfunktion in prüfbare Abschnitte) (!Sie ersetzt die Gefährdungsbeurteilung) (!Sie macht Messungen grundsätzlich überflüssig) (!Sie zeigt nur die mechanischen Bauteile)
Welche Aufgabe hat ein Sensor in der Funktionskette? (Einen Prozesszustand erfassen und als Signal bereitstellen) (!Druckluft verdichten) (!Die mechanische Last tragen) (!Schutzeinrichtungen außer Kraft setzen)
Was geschieht in der SPS im vereinfachten Modell? (Eingänge werden nach einer Logik verarbeitet und Ausgänge gebildet) (!Druckluft wird gespeichert) (!Der Zylinder wird mechanisch geführt) (!Die Schutzeinrichtung wird ersetzt)
Q1 ist in der Simulation EIN, Y1 bleibt AUS. Wo liegt der kleinste Fehlerbereich? (Zwischen SPS-Ausgang und Magnetspule) (!Zwischen Zylinder und Werkstück) (!Nur im Sensor) (!Nur in der Druckluftversorgung)
Das Ventil schaltet korrekt, der Zylinder bewegt sich aber nicht. Welcher Bereich wird nun besonders relevant? (Pneumatische Energie und mechanische Wirkung) (!Nur die SPS-Programmlogik) (!Nur der Werkstücksensor) (!Nur die Bildschirmdarstellung)
Welche Handlung ist bei der Fehlersuche unzulässig? (Schutzeinrichtungen zur Diagnose überbrücken) (!Eine Simulation verwenden) (!Soll- und Ist-Zustände vergleichen) (!Diagnoseergebnisse dokumentieren)
Warum müssen Restenergien berücksichtigt werden? (Sie können trotz Stillstand eine gefährliche Wirkung verursachen) (!Sie verbessern automatisch die Diagnosegeschwindigkeit) (!Sie ersetzen die Betriebsfreigabe) (!Sie betreffen ausschließlich Software)
Warum ist die Suche vom beobachteten Fehler über Schnittstellen sinnvoll? (Sie grenzt den Fehlerbereich schrittweise ein) (!Sie macht die Sollfunktion unwichtig) (!Sie verlangt den Austausch mehrerer Komponenten) (!Sie beginnt immer mit einer Manipulation der Steuerung)
Was folgt nach einer simulierten Fehlerkorrektur? (Den vollständigen Ablauf erneut prüfen und dokumentieren) (!Die Dokumentation löschen) (!Die Schutzfunktion deaktivieren) (!Ohne Prüfung zur realen Live-Ansteuerung wechseln)
Memory
| Sensor | erfasst einen Prozesszustand |
| SPS | verarbeitet Eingangssignale nach Logik |
| Magnetventil | schaltet einen pneumatischen Weg |
| Zylinder | erzeugt eine lineare Bewegung |
| Soll-Ist-Vergleich | grenzt einen Fehlerabschnitt ein |
| Freigabe | ist Voraussetzung für reale Arbeiten im festgelegten Rahmen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Energiequelle | stellt die benötigte Energie bereit |
| Sensor | erfasst einen Maschinenzustand |
| Steuerungslogik | verarbeitet Bedingungen und Signale |
| Stellglied | setzt einen Steuerbefehl in einen Energiefluss um |
| Aktor | erzeugt die mechanische Wirkung |
...
Kreuzworträtsel
| Sensor | Welches Bauteil erfasst einen Prozesszustand? |
| Steuerung | Welche Einheit verarbeitet Eingangssignale nach einer Logik? |
| Ventil | Welches Bauteil lenkt in der Pneumatik den Luftstrom? |
| Zylinder | Welcher Aktor erzeugt im Ausbildungsfall die lineare Bewegung? |
| Restenergie | Welche Energie kann auch nach dem Abschalten noch gefährlich sein? |
| Freigabe | Was muss vor realen Arbeiten betrieblich geklärt sein? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Funktionskette: Zeichne für einen ungefährlichen Alltagsautomaten eine Kette aus Energie, Signal und Wirkung.
- Sensor: Fotografiere oder skizziere drei Sensorarten aus Lernwerkstatt oder Schulmodell und beschreibe jeweils nur die erfasste Prozessgröße.
- Pneumatik: Erkläre anhand des Schaltbilds, welche Aufgabe Ventil und Zylinder übernehmen.
- Fehlerdiagnose: Formuliere aus „Maschine geht nicht“ ein präzises, beobachtbares Fehlersymptom.
Standard
- Speicherprogrammierbare Steuerung: Erstelle für den Ausbildungsfall eine Tabelle mit Sensorzustand, SPS-Eingang, Logikergebnis, Ausgang und Aktorzustand.
- Soll-Ist-Vergleich: Entwickle drei simulierte Fehlerfälle und markiere jeweils den letzten richtigen und den ersten falschen Zustand.
- Arbeitssicherheit: Erstelle ein kurzes Poster mit Diagnosehandlungen, die ohne betriebliche Freigabe nicht durchgeführt werden dürfen.
- Dokumentation: Entwirf ein Diagnoseprotokoll mit Symptom, Hypothese, simuliertem Test, Ergebnis und Schlussfolgerung.
Schwer
- Mechatronik: Übertrage die Methode auf eine Anlage mit Elektromotor, Frequenzumrichter, Sensor und mechanischem Antrieb.
- Fehlerbaum: Entwickle aus dem Symptom „Aktor bewegt sich nicht“ einen Fehlerbaum, der Energie-, Signal- und Mechanikursachen trennt.
- Simulation: Baue in einer freigegebenen Lernsoftware eine virtuelle Funktionskette auf und injiziere mindestens drei ungefährliche Modellfehler.
- Instandhaltung: Plane ein Rollenspiel zwischen Auszubildendem und Fachaufsicht, in dem eine reale Diagnosefreigabe fachlich begründet erteilt oder verweigert wird.


Lernkontrolle
- Diagnosestrategie: Ein Sensor zeigt im Prozess „Werkstück vorhanden“, der SPS-Eingang bleibt aber aus. Begründe, welche Fehlerbereiche dadurch wahrscheinlicher und welche unwahrscheinlicher werden.
- Funktionskette: Vergleiche zwei Strategien: Bauteile auf Verdacht tauschen oder Schnittstellen systematisch prüfen. Bewerte Zeitbedarf, Nachvollziehbarkeit und Sicherheitsrisiko.
- Transfer: Ein Zylinder fährt korrekt aus, erreicht aber die Endlage nicht. Entwickle eine Funktionskette, die Signal, Pneumatik und Mechanik trennt, ohne eine Live-Ansteuerung vorzusehen.
- Arbeitssicherheit: Eine Diagnose wäre nur bei geöffneter Schutztür möglich. Begründe, warum „kurz überbrücken“ keine zulässige Lernstrategie ist, und nenne sichere Alternativen auf Planungs- beziehungsweise Simulationsebene.
- Hypothese und Test: Formuliere zu einem selbst gewählten simulierten Fehler zwei konkurrierende Hypothesen und einen Test, der beide voneinander unterscheidet.
- Fehlerdokumentation: Bewerte ein Diagnoseprotokoll daraufhin, ob eine zweite Fachkraft die Schlussfolgerung ohne zusätzliche Vermutungen nachvollziehen könnte.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- Funktionskette: Du kannst Energie-, Signal- und Wirkpfad vollständig darstellen.
- Soll-Ist-Vergleich: Du kannst prüfbare Sollzustände formulieren und Abweichungen lokalisieren.
- Fehlerdiagnose: Du kannst eine Hypothese aus Beobachtungen ableiten und in einer Simulation gezielt testen.
- Arbeitssicherheit: Du erkennst Grenzen der Diagnose und verzichtest auf Manipulationen von Schutzeinrichtungen oder unzulässige Live-Ansteuerungen.
- Transfer: Du kannst die Methode auf eine andere Maschine oder einen anderen Aktor übertragen.
- Dokumentation: Du hältst Symptom, Prüfschritte, Ergebnisse, Begründung und Abschlussprüfung nachvollziehbar fest.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
NEWSLernweltNOAH fragen



