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Stahl lochen - Schmied

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Stahl lochen - Schmied



Stahl lochen - Schmied


Einleitung

Beim Lochen stellst Du in warmem Stahl eine Öffnung her. Zuerst setzt Du einen Lochmeißel oder Lochstempel ein. Danach formst Du die Öffnung mit einem Lochdorn auf Maß. Dieser Kurs richtet sich an Auszubildende im Metallbau und in der Metallgestaltung.

Wichtig: Arbeite nur nach Unterweisung, Betriebsanweisung und Gefährdungsbeurteilung.

Lochen von warmem Stahl mit Lochwerkzeug


Lernziele

Du kannst danach:

  1. Werkzeuge auswählen: Lochmeißel, Lochdorn, Hammer, Zange und Lochplatte passend einsetzen.
  2. Arbeitsablauf planen: Anzeichnen, Erwärmen, Lochen, Dornen und Prüfen sicher ordnen.
  3. Qualität prüfen: Lage, Form, Maß und Lochrand beurteilen.
  4. Sicher arbeiten: Gefahren durch Hitze, Zunder, Schläge und Lärm erkennen.


Grundlagen


Was bedeutet Lochen?

Beim Lochen wird ein Loch im warmen Werkstück erzeugt. Der Lochmeißel beginnt die Öffnung. Der ausgestoßene Rest heißt Butzen. Der Lochdorn erweitert und formt das Loch.

Beim Bohren entstehen Späne. Beim Schmiedelochen und Dornen wird warmes Material getrennt und umgeformt.


Fachbegriffe

Begriff Einfache Erklärung
Körner Markiert die Lochmitte am kalten Werkstück.
Lochmeißel Dringt in den warmen Stahl ein und löst den Butzen.
Lochdorn Bringt das Loch auf Form und Endmaß.
Butzen Herausgetrenntes Stück aus der Lochmitte.
Lochplatte Unterlage mit Öffnungen für Durchbruch und Dornen.
Zunder Oxidschicht auf heißem Stahl.


Werkzeuge und Arbeitsplatz

  1. Hammer: Für kontrollierte, gerade Schläge.
  2. Schmiedezange: Hält das warme Werkstück sicher.
  3. Lochmeißel: Seine Form passt zur geplanten Öffnung.
  4. Lochdorn: Formt rund, oval, quadratisch oder rechteckig.
  5. Amboss und Lochplatte: Stützen das Werkstück beim Lochen.
  6. Messschieber und Lehre: Prüfen das kalte Werkstück.


Werkzeug prüfen

Der Schlagkopf darf nicht aufgepilzt sein. Die Arbeitsfläche des Lochmeißels muss sauber sein. Lochdorn, Lochplatte, Hammer und Zange müssen zum Werkstück passen. Beschädigte Werkzeuge werden ausgesondert.


Sicherheit

  1. Augenschutz: Schützt vor Zunder und kleinen Teilen.
  2. Gehörschutz: Wird nach Gefährdungsbeurteilung getragen.
  3. Sicherheitsschuhe: Schützen vor fallendem Material.
  4. Arbeitskleidung: Eng anliegende Kleidung aus geeignetem Material tragen.
  5. Handschutz: Nach Betriebsanweisung passend zur Arbeit wählen.
  6. Arbeitsbereich: Frei, trocken und ohne Stolperstellen halten.

Merke: Heißer Stahl kann dunkel aussehen. Lege heiße Teile nur auf den festgelegten Platz.


Arbeitsablauf


Vorbereiten

  1. Anzeichnen: Lochmitte am kalten Werkstück festlegen und körnen.
  2. Prüfen: Werkzeuge, Zange und Unterlage kontrollieren.
  3. Erwärmen: Werkstück im Lochbereich auf die für den Stahl passende Schmiedetemperatur bringen.


Anlochen

Setze den Lochmeißel senkrecht auf die Markierung. Schlage gerade und kontrolliert. Arbeite nur so weit, bis sich auf der Gegenseite eine deutliche Markierung zeigt. Schlage nicht blind bis auf die Ambossbahn.


Wenden und Durchlochen

Wende das Werkstück. Setze den Lochmeißel auf die sichtbare Gegenmarke. Lege das Werkstück über ein passendes Ambossloch oder über die Lochplatte. Treibe den Butzen aus.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Bei Teamarbeit: Der Werkzeugführer gibt klare Kommandos. Der Zuschläger schlägt nur auf das Kommando.


Aufdornen

Setze den Lochdorn von beiden Seiten ein. Richte ihn gerade aus. Forme das Loch schrittweise auf Maß. Erwärme das Werkstück erneut, sobald es für sicheres Umformen zu kalt wird. Kühle das Lochwerkzeug nur nach betrieblicher Vorgabe.


Fertigstellen und prüfen

Entferne störenden Zunder. Lasse das Werkstück am vorgesehenen Platz abkühlen. Prüfe am kalten Teil:

  1. Lage: Das Loch sitzt an der Zeichnungsposition.
  2. Form: Rund, oval oder eckig wie gefordert.
  3. Maß: Der Dorn oder die Lehre passt.
  4. Ausrichtung: Das Loch steht gerade zur Werkstückfläche.
  5. Lochrand: Keine sichtbaren Risse, Ausbrüche oder starken Grate.


Typische Fehler

Fehler Ursache Abhilfe
Loch sitzt falsch Markierung fehlt oder Werkzeug rutscht. Kalt anzeichnen, tief körnen und Werkzeug gerade ansetzen.
Loch ist schief Lochmeißel oder Dorn steht schräg. Von zwei Seiten arbeiten und oft ausrichten.
Lochrand reißt Werkstück ist zu kalt oder wird zu stark auf einmal gedornt. Neu erwärmen und schrittweise dornen.
Amboss wird beschädigt Der Lochmeißel wird auf der Bahn durchgeschlagen. Über Lochplatte oder passendem Ambossloch durchbrechen.
Werkzeug wird weich oder krumm Werkzeug bleibt zu lange im heißen Werkstück. Zügig arbeiten und nach Vorgabe kühlen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Werkzeug beginnt die Öffnung im warmen Stahl? (Lochmeißel) (!Feile) (!Messschieber) (!Drahtbürste)




Welches Werkzeug bringt das Loch auf Endform und Endmaß? (Lochdorn) (!Körner) (!Schraubenschlüssel) (!Richtplatte)




Wie heißt das herausgetrennte Stück aus der Lochmitte? (Butzen) (!Zunder) (!Spanwinkel) (!Schenkel)




Wo wird der Butzen sicher ausgetrieben? (Über einer passenden Öffnung) (!Direkt auf der Ambossbahn) (!Auf dem Holzboden) (!Im Schraubstockmaul)




Warum wird das Werkstück beim Lochen gewendet? (Damit von der Gegenmarke durchgelocht wird) (!Damit der Stahl sofort kalt wird) (!Damit der Hammer schwerer wird) (!Damit keine Markierung nötig ist)




Was tust Du, wenn der Stahl für das Umformen zu kalt wird? (Erneut erwärmen) (!Härter schlagen) (!Mit Wasser übergießen) (!Ohne Dorn weiterarbeiten)




Welche Vorbereitung verbessert die Lochlage? (Lochmitte anzeichnen und körnen) (!Werkstück zufällig auflegen) (!Dorn zuerst abschrecken) (!Amboss einölen)




Welche Haltung des Lochmeißels hilft gegen ein schiefes Loch? (Senkrecht und ausgerichtet) (!Seitlich gekippt) (!Lose aufliegend) (!Waagerecht neben dem Werkstück)




Welche Schutzausrüstung schützt besonders vor Zunder im Auge? (Augenschutz) (!Knieschutz) (!Warnweste) (!Haarnetz)




Was gehört zur Endkontrolle? (Lage Form Maß und Lochrand prüfen) (!Nur die Farbe prüfen) (!Nur den Hammer wiegen) (!Nur das Werkstück zählen)





Memory

Lochmeißel Öffnung beginnen
Lochdorn Loch formen
Butzen Ausgestoßener Kern
Lochplatte Unterlage mit Öffnungen
Schmiedezange Warmes Werkstück halten
Körner Lochmitte markieren
Zunder Oxidschicht auf Stahl
Zuschläger Führt schwere Hammerschläge aus





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsschritt
Anzeichnen Lochmitte festlegen
Erwärmen Schmiedetemperatur erreichen
Anlochen Erste Vertiefung herstellen
Wenden Gegenmarke nach oben legen
Durchlochen Butzen austreiben
Aufdornen Loch auf Form und Maß bringen
Prüfen Lage Form Maß und Rand kontrollieren




...


Kreuzworträtsel

Lochdorn Welches Werkzeug bringt die Öffnung auf Endform?
Butzen Wie heißt der ausgestoßene Kern?
Zunder Wie heißt die Oxidschicht auf heißem Stahl?
Amboss Welche feste Unterlage trägt das Werkstück beim Schmieden?
Körner Welches Werkzeug markiert die Lochmitte?
Lochplatte Welche Unterlage besitzt passende Öffnungen zum Durchlochen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim

entsteht eine Öffnung im warmen Stahl.
Die Lochmitte wird am kalten Werkstück mit dem

markiert.
Der Lochbereich wird auf passende

gebracht.
Der

beginnt die Öffnung.
Nach der Gegenmarke musst Du das Werkstück

.
Beim Durchlochen wird der

ausgetrieben.
Der

bringt die Öffnung auf Endform.
Gegen fliegenden Zunder hilft der

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugkarte: Zeichne Lochmeißel, Lochdorn, Körner und Lochplatte und beschrifte ihre Aufgabe.
  2. Sicherheitscheck: Erstelle eine kurze Checkliste für Deinen Arbeitsplatz vor dem Erwärmen.
  3. Ablaufstreifen: Gestalte Bildkarten zu Anzeichnen, Erwärmen, Anlochen, Wenden, Durchlochen, Dornen und Prüfen.
  4. Fehlerbild: Skizziere ein gerades und ein schiefes Loch und markiere den Unterschied.


Standard

  1. Werkzeugvergleich: Vergleiche einen runden und einen eckigen Lochdorn nach Form, Einsatz und Prüfmethode.
  2. Arbeitsprobe: Führe unter Aufsicht eine Lochung aus und dokumentiere jeden Arbeitsschritt mit Stichworten.
  3. Qualitätsprotokoll: Prüfe ein Werkstück auf Lage, Form, Maß, Ausrichtung und Lochrand.
  4. Erklärvideo: Produziere ein kurzes Video zur sicheren Reihenfolge beim Lochen, ohne reale Gefahren nachzustellen.


Schwer

  1. Fehleranalyse: Untersuche eine schiefe Lochung und leite Ursache, Wirkung und Abhilfe ab.
  2. Arbeitsplanung: Plane Werkzeug, Wärmefolge, Teamkommandos und Prüfmittel für ein rechteckiges Auge.
  3. Verfahrensvergleich: Entscheide für ein Bauteil zwischen Bohren, Lochen und Spalten mit anschließendem Dornen und begründe Deine Wahl.
  4. Ausbildungsunterweisung: Entwickle eine kurze Unterweisung für neue Auszubildende mit Sicherheitsstopp und Erfolgskriterien.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Werkzeugentscheidung: Wähle für ein ovales Auge geeignete Werkzeuge und begründe die Reihenfolge.
  2. Gefahrensituation: Ein Auszubildender will auf der Ambossbahn ganz durchschlagen. Erkläre das Risiko und nenne die sichere Lösung.
  3. Temperaturproblem: Das Werkstück wird beim Dornen zu kalt. Beschreibe mögliche Folgen und einen sicheren nächsten Schritt.
  4. Qualitätsabweichung: Das Loch ist auf einer Seite größer. Analysiere zwei mögliche Ursachen und passende Korrekturen.
  5. Teamarbeit: Formuliere klare Kommandos zwischen Werkzeugführer und Zuschläger und erkläre ihren Sicherheitsnutzen.
  6. Fertigungswahl: Vergleiche Schmiedelochen und Bohren für ein dickes Bauteil mit geformtem Auge.




Lernnachweis

Für den Lernnachweis sind wichtig:

  1. Arbeitsvorbereitung: Arbeitsplatz, Werkzeuge, Werkstück und PSA sind geprüft.
  2. Fachbegriffe: Lochmeißel, Lochdorn, Butzen, Lochplatte und Zunder werden richtig verwendet.
  3. Arbeitsfolge: Die Schritte sind sicher und logisch geordnet.
  4. Werkzeugführung: Lochmeißel und Dorn werden gerade angesetzt.
  5. Temperaturführung: Das Werkstück wird rechtzeitig erneut erwärmt.
  6. Maßhaltigkeit: Lage, Form, Maß und Ausrichtung stimmen.
  7. Reflexion: Fehler werden erkannt und Verbesserungen begründet.




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