Solarthermie Wärmespeicher und Wärmenetze – Wärmespeicherung überschlägig berechnen
Solarthermie Wärmespeicher und Wärmenetze – Wärmespeicherung überschlägig berechnen
Einleitung
Wie viel Wärme passt in einen Speicher? Wie lange kann er ein Wärmenetz versorgen?
In diesem aiMOOC lernst Du, die nutzbare Wärmemenge eines wassergefüllten Speichers überschlägig zu berechnen. Du arbeitest mit Anlagenschemata, einem Gebäudemodell und einem konkreten Ausbildungsfall.
Zielgruppe: Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) sowie verwandte energietechnische Berufe.
Dauer: Vier Lerneinheiten von jeweils etwa 15 Minuten, anschließend Übungen und Lernkontrolle.
Deine Lernziele:
- Solarthermie und Wärmenetz anhand eines Schemas erklären.
- Speichervolumen und nutzbare Temperaturdifferenz bestimmen.
- Gespeicherte Wärmeenergie in kWh überschlägig berechnen.
- Speicherenergie und mögliche Versorgungsdauer unterscheiden.
- Wärmeverluste, Temperaturschichtung und hygienische Anforderungen berücksichtigen.
- Gespeicherte Druckenergie und Bewegungsenergie als Gefährdungen erkennen.
Bildauftrag: Erkenne die thermischen Solarkollektoren. Erkläre den Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik.
Videoimpuls: Eine große Solarthermieanlage für die Wärmeversorgung.
Beobachtungsfrage: Welche Komponenten sind nötig, damit Sonnenwärme auch dann zur Verfügung steht, wenn die Sonne nicht scheint?
Lerneinheit 1: Solarthermie, Wärmespeicher und Wärmenetze
Lernzeit: 15 Minuten
Vom Sonnenlicht zum Heizwasser

Anlagenanalyse: Das Bild zeigt eine solarthermische Warmwasseranlage. Suche den Kollektor, die Umwälzpumpe, das Ausdehnungsgefäß, den Speicher und die Nachheizung.
Im Kollektor wird Sonnenstrahlung in Wärme umgewandelt. Ein Wärmeträger transportiert diese Wärme zu einem Wärmeübertrager. Dabei können unterschiedliche Flüssigkeitskreisläufe getrennt bleiben.
Wichtig: Das abgebildete Trinkwassersystem ist nicht mit einem zentralen Heizwasser-Pufferspeicher eines Wärmenetzes gleichzusetzen.
Wärmenetz und Gebäudeversorgung

Ein Wärmenetz transportiert Wärme von einer Energiezentrale zu angeschlossenen Gebäuden. Meist erfolgt dies über Vorlauf und Rücklauf.
Vereinfachtes Anlagenschema:
| Station | Aufgabe |
|---|---|
| Solarkollektorfeld | Sonnenwärme gewinnen |
| Wärmeübertrager | Wärme zwischen getrennten Kreisläufen übertragen |
| Heizwasser-Pufferspeicher | Wärme zeitversetzt bereitstellen |
| Netzpumpe und Vorlauf | Erwärmtes Heizwasser verteilen |
| Gebäudeübergabestationen | Wärme an die Gebäudeheizung übertragen |
| Rücklauf | Abgekühltes Heizwasser zurückführen |
Merksatz: Ein Speicher erzeugt keine Wärme. Er verschiebt ihre Nutzung auf einen späteren Zeitpunkt.

Bildauftrag: Vergleiche hohe und niedrige Netztemperaturen. Überlege, warum der benötigte Vorlauf die nutzbare Speicherenergie begrenzt.
Gebäudemodell: Ein kleines Ausbildungsquartier
Du betreust im Ausbildungsbetrieb ein fiktives Quartier mit drei Gebäuden.
| Gebäude | Angenommene Wärmeleistung | Wärmebedarf pro Stunde |
|---|---|---|
| Berufsschule | 7 kW | 7 kWh |
| Werkstatt | 4 kW | 4 kWh |
| Sporthalle | 4 kW | 4 kWh |
| Gesamt | 15 kW | 15 kWh |
Modellannahme: Alle Gebäude benötigen gleichzeitig die angegebene konstante Heizleistung. Reale Lasten ändern sich mit Wetter, Nutzung und Regelung.
Mini-Auftrag: Markiere im gedanklichen Gebäudemodell den gemeinsamen Vorlauf, drei Übergabestationen und den Rücklauf.
Lerneinheit 2: Wärmeenergie berechnen
Lernzeit: 15 Minuten
Volumen und nutzbare Temperaturdifferenz

Das Schema veranschaulicht, dass oben im Speicher wärmeres Wasser vorhanden sein kann als unten. Diese Temperaturschichtung beeinflusst die praktisch nutzbare Wärme.
Für eine erste Überschlagsrechnung behandelst Du den Wasserspeicher vereinfacht als gleichmäßig nutzbares Speichervolumen.
Die wichtigste Formel:
E_nutz [kWh] ≈ 1,16 × V [m³] × ΔT [K]
Dabei bedeutet:
- E_nutz: Überschlägig nutzbare Wärmeenergie in Kilowattstunden.
- V: Nutzbares Wasservolumen in Kubikmetern.
- ΔT: Temperaturdifferenz zwischen oberer und unterer nutzbarer Temperaturgrenze in Kelvin.
- 1,16: Näherungswert für die Wärmespeicherfähigkeit von einem Kubikmeter Wasser je Kelvin.
Die Formel folgt aus der physikalischen Beziehung:
Q = m × c × ΔT
Für Wasser werden überschlägig eine Dichte von 1.000 kg/m³ und eine spezifische Wärmekapazität von etwa 4,18 kJ/(kg K) angesetzt.
Umrechnung: 1 m³ = 1.000 Liter. Eine Temperaturdifferenz von 20 °C entspricht 20 K.
Die richtige Temperaturdifferenz wählen
ΔT = T_max − T_min,nutzbar
Beispiel:
Ein Speicher enthält 1 m³ Wasser. Seine nutzbare Temperatur sinkt von 70 °C auf 50 °C.
ΔT = 70 − 50 = 20 K
E ≈ 1,16 × 1 × 20 E ≈ 23,2 kWh
Ergebnis: Der Speicher stellt unter den getroffenen Annahmen ungefähr 23 kWh Wärme bereit.
Achtung: Die untere Temperaturgrenze ist nicht automatisch die Rücklauftemperatur. Sie hängt davon ab, welche Temperatur die angeschlossenen Verbraucher und Wärmeübertrager tatsächlich benötigen.
Schichtung statt vollständiger Durchmischung
Video: Beladung und Temperaturverteilung eines Schichtspeichers.
Beobachtungsauftrag: Erkläre, weshalb die Temperatur am oberen Speicherfühler von der Temperatur am unteren Speicherfühler abweichen kann.
Die Überschlagsformel ist kein vollständiges Speichermodell. Wärmeverluste, nicht nutzbare Speicherbereiche, Schichtung und die hydraulische Einbindung beeinflussen das Ergebnis.
Lerneinheit 3: Der konkrete Ausbildungsfall
Lernzeit: 15 Minuten
Auftrag aus dem Ausbildungsbetrieb
Situation: Die drei Gebäude des Ausbildungsquartiers werden über einen gemeinsamen Heizwasser-Pufferspeicher versorgt.
| Gegebener Wert | Größe |
|---|---|
| Speichervolumen | 4.000 Liter |
| Anfangstemperatur | 80 °C |
| Mindesttemperatur für die angenommene Wärmeversorgung | 55 °C |
| Gleichzeitige Wärmeleistung der Gebäude | 15 kW |
| Speichermedium | Wasser |
Dein Auftrag: Berechne die Wärmeenergie und anschließend die theoretische Versorgungsdauer ohne weitere Wärmezufuhr.
Gestufte Hilfen
Bearbeite die Aufgabe zunächst ohne Hilfe. Öffne erst danach die benötigte Hilfestufe.
Hilfe 1 – Leicht
Wandle 4.000 Liter in Kubikmeter um. Bilde danach die Differenz aus Anfangstemperatur und unterer nutzbarer Temperaturgrenze.
Hilfe 2 – Standard
Verwende die Formel E = 1,16 × V × ΔT. Setze das Volumen in m³ und die Temperaturdifferenz in K ein.
Hilfe 3 – Rechenweg
V = 4 m³ und ΔT = 25 K. Berechne zuerst die Energie. Teile anschließend die Energie in kWh durch die Wärmeleistung in kW.
Musterlösung mit begründetem Feedback
Lösung einblenden
Schritt 1: 4.000 Liter = 4 m³.
Schritt 2: ΔT = 80 − 55 = 25 K.
Schritt 3: E = 1,16 × 4 × 25 = 116 kWh.
Schritt 4: t = 116 kWh / 15 kW ≈ 7,7 h.
Feedback: Das Ergebnis ist eine theoretische Näherung. Die Division durch die Leistung ist sinnvoll, weil kWh geteilt durch kW die Einheit Stunden ergibt. Wärmeverluste, wechselnde Heizlasten und reale Temperaturverteilungen sind noch nicht berücksichtigt.
Anwendungsaufgabe: Wärmeverluste abschätzen
Für diese Übung wird vereinfachend angenommen, dass 10 % der berechneten Wärme nicht als Nutzwärme bereitstehen. Dieser Wert ist eine frei gewählte Übungsannahme, keine allgemeine Verlustkennzahl.
Auftrag: Berechne die verbleibende Nutzwärme und die Versorgungsdauer bei 15 kW.
Feedback und Lösung
Verbleibende Energie = 116 × 0,90 = 104,4 kWh.
Versorgungsdauer = 104,4 / 15 ≈ 7,0 Stunden.
Begründung: Ein Verlustabschlag reduziert die nutzbare Energie. Für eine reale Speicherbewertung müssen tatsächliche Speicher- und Netzverluste sowie der zeitliche Betriebsverlauf ermittelt werden.
Transferaufgabe: Ein anderes Temperaturniveau
Angenommen, das Heizsystem könnte aufgrund geeigneter Heizflächen und Übergabetechnik schon mit einer nutzbaren unteren Speichergrenze von 45 °C statt 55 °C betrieben werden.
Auftrag: Berechne die zusätzliche theoretische Wärmeenergie für denselben Speicher. Erkläre, warum diese Absenkung nicht ohne technische Prüfung übernommen werden darf.
Feedback und Lösung
Neue Temperaturdifferenz: 80 − 45 = 35 K.
Neue Wärmeenergie: 1,16 × 4 × 35 = 162,4 kWh.
Zusätzliche Energie: 162,4 − 116 = 46,4 kWh.
Begründung: Eine größere nutzbare Temperaturdifferenz erhöht rechnerisch die gespeicherte Nutzwärme. Ob ein Wärmenetz mit niedrigeren Temperaturen auskommt, hängt von Gebäuden, Wärmeübertragern, Regelung, Netzverlusten und gegebenenfalls der Trinkwasserbereitung ab. Die Absenkung ist keine allgemeine Handlungsempfehlung.
Lerneinheit 4: Diagnose, Hygiene und Arbeitssicherheit
Lernzeit: 15 Minuten
Diagnosefall: Der Speicher scheint leer
Simulierter Anlagenbefund: Der obere Speicherfühler zeigt 65 °C, der untere 35 °C. Ein Gebäudekreis benötigt 55 °C.
Entscheide: Ist der gesamte Speicher unbrauchbar?
Auswertung: Nicht zwingend. Oben kann noch nutzbare Wärme vorhanden sein. Aus zwei Temperaturwerten allein lässt sich die gesamte nutzbare Energie nicht zuverlässig berechnen. Dafür müssen das Temperaturprofil, die nutzbaren Teilvolumina und die hydraulische Einbindung betrachtet werden.
Diagnoseauftrag: Entwirf ein Speichermodell mit drei Temperaturschichten. Ordne jeder Schicht ein geschätztes Volumen zu und berechne die Energie oberhalb der angenommenen Nutzungsgrenze. Kennzeichne alle Annahmen.
Hygienefall: Heizwasser ist nicht Trinkwasser
Simulierter Messwert: In einer zentralen Trinkwasserinstallation mit Zirkulation beträgt die gemessene Warmwassertemperatur im Zirkulationssystem nur 50 °C.
Fachliche Bewertung: Das ist ein möglicher hygienischer Problembefund. Der DVGW nennt bei zentraler Trinkwassererwärmung in seinem Verbraucherleitfaden mindestens 60 °C am Trinkwassererwärmer und mindestens 55 °C im Zirkulationssystem.
Die Anforderungen müssen entsprechend Anlagentyp, geltenden technischen Regeln und den betrieblichen Bedingungen beurteilt werden.
Entscheidend: Der geschlossene Heizwasser-Pufferspeicher ist nicht mit dem Trinkwassersystem gleichzusetzen. Die Temperaturgrenze unserer Speicherrechnung ersetzt keine hygienische Beurteilung.
Lernentscheidung: Dokumentiere die simulierten Messwerte, prüfe das Schema und melde die Abweichung zur fachlichen Bewertung. Ändere keine Betriebsparameter eigenmächtig.
Fachquelle: DVGW – Trinkwassererwärmer und Zirkulation
Sicherheitsfall: Auch nach dem Abschalten bleibt Energie gespeichert

Abbildung: Ausdehnungsgefäß einer Heizungsanlage.

Abbildung: Kreiselpumpen in einem Heizwassersystem.
Bei einem Wärmespeicher oder einer Solaranlage musst Du mehrere Energieformen unterscheiden:
- Thermische Energie: Heißes Wasser und heiße Bauteile können Verbrühungen und Verbrennungen verursachen.
- Gespeicherte Druckenergie: Verdichtetes Gas im Membranausdehnungsgefäß, unter Druck stehendes Wasser oder Dampf können nach dem Abschalten weiterhin gefährlich sein.
- Gespeicherte Bewegungsenergie: Pumpenlaufräder und strömendes Wasser besitzen kinetische Energie. Rotierende Bauteile können nachlaufen; Druckänderungen können gefährliche Strömungsbewegungen hervorrufen.
- Weitere Restenergien: Elektrische Energie, Schwerkraft und mögliche automatische Wiederanläufe müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Merksatz: Pumpe ausgeschaltet bedeutet nicht drucklos, kalt oder bewegungslos.
Verbindliche Sicherheitsgrenze für diesen Lernkurs:
Du arbeitest ausschließlich mit Simulationen, Zeichnungen oder drucklosen Unterrichtsmodellen. Es werden keine realen Druckprüfungen, Druckentlastungen, Entlüftungen oder Eingriffe an heißen und unter Druck stehenden Anlagen durchgeführt.
Reale Druckarbeiten, Instandhaltungen und Prüfungen dürfen nur nach betrieblicher Freigabe, Gefährdungsbeurteilung und unter der vorgeschriebenen fachlichen Aufsicht beziehungsweise durch dafür qualifizierte Personen erfolgen. Das sichere Freischalten, Sichern gegen Wiederanlauf, Beherrschen der Restenergie und Feststellen des sicheren Anlagenzustandes gehören in deren Verantwortungsbereich.
Fachquellen: BAuA – TRBS 1112 Instandhaltung und DGUV – Gespeicherte Druckenergie und kinetische Energie.
Sicheres Unterrichtsmodell
Verwende einen offenen, drucklosen, transparenten Behälter mit kühlem und leicht temperiertem, eingefärbtem Wasser. Die Wassertemperatur bleibt unter 40 °C.
Versuchsauftrag: Beobachte beim vorsichtigen Befüllen die Schichtenbildung. Vergleiche sie mit der Darstellung eines durchmischten Speichers. Alternativ verwendest Du ausschließlich eine digitale Zeichnung oder Simulation.
Keine geschlossenen Behälter, Druckluft, Druckpumpen oder heißen Medien einsetzen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
1. Was ist die Hauptaufgabe eines thermischen Solarkollektors? (Sonnenstrahlung in Wärme umwandeln) (!Elektrischen Strom im Wechselrichter speichern) (!Heizwasser unmittelbar in Trinkwasser verwandeln) (!Den Rücklauf mechanisch verdichten)
2. Welche Aufgabe hat ein Wärmeübertrager zwischen zwei Kreisläufen? (Wärme übertragen ohne die Flüssigkeiten zu vermischen) (!Wasser ohne Energiezufuhr erwärmen) (!Den Speicherinhalt elektrisch aufladen) (!Trinkwasser grundsätzlich von Legionellen befreien)
3. Wie viele Liter Wasser entsprechen einem Kubikmeter? (1000 Liter) (!100 Liter) (!10 Liter) (!10000 Liter)
4. Wie groß ist die Temperaturdifferenz zwischen 80 Grad Celsius und 55 Grad Celsius? (25 Kelvin) (!15 Kelvin) (!35 Kelvin) (!135 Kelvin)
5. Wie viel Wärme liefert ein Kubikmeter Wasser überschlägig bei 10 Kelvin Temperaturdifferenz? (11,6 kWh) (!1,16 kWh) (!116 kWh) (!1000 kWh)
6. Wie groß ist die theoretische Speicherenergie bei vier Kubikmetern Wasser und 25 Kelvin Temperaturdifferenz? (116 kWh) (!46,4 kWh) (!29 kWh) (!400 kWh)
7. Wie lange reichen 116 kWh bei konstant 15 kW Wärmebedarf theoretisch? (Rund 7,7 Stunden) (!Rund 1,3 Stunden) (!Rund 15 Stunden) (!Rund 116 Stunden)
8. Was geschieht bei gleichem Volumen und gleicher Anfangstemperatur, wenn die erforderliche Mindesttemperatur steigt? (Die nutzbare Wärmemenge sinkt) (!Die nutzbare Wärmemenge steigt) (!Das Speichervolumen verdoppelt sich) (!Die spezifische Wärmekapazität wird null)
9. Im simulierten Hygienefall hat das Trinkwasserzirkulationssystem nur 50 Grad Celsius. Welche Reaktion ist fachlich sinnvoll? (Abweichung dokumentieren und hygienisch prüfen lassen) (!Den Heizwasserpuffer grundsätzlich vollständig entleeren) (!Die Temperatur ohne Prüfung weiter absenken) (!Den Befund ignorieren weil nur der Rücklauf zählt)
10. Warum darfst Du eine abgeschaltete Pumpe oder eine Druckanlage nicht einfach öffnen? (Restdruck und gespeicherte Bewegungsenergie können vorhanden sein) (!Weil Wasser bei abgeschalteter Pumpe immer gefriert) (!Weil abgeschaltete Pumpen automatisch drucklos sind) (!Weil die gesamte Wärmeenergie sofort verschwindet)
Memory
Ordne jeweils den Fachbegriff der passenden Funktion oder Eigenschaft zu.
| Kollektorfeld | Solare Wärmegewinnung |
| Wärmeübertrager | Trennung der Flüssigkeitskreisläufe |
| Pufferspeicher | Zeitliche Verschiebung der Wärmenutzung |
| Vorlauf | Transport des erwärmten Heizwassers |
| Rücklauf | Rückführung des abgekühlten Heizwassers |
| Temperaturhub | Unterschied zwischen zwei Temperaturen |
| Ausdehnungsgefäß | Aufnahme der thermischen Volumenänderung |
| Rotationsenergie | Nachlauf bewegter Pumpenteile |
Drag and Drop
Ordne die Begriffe ihren jeweiligen Funktionen zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Funktion |
|---|---|
| Kollektorfeld | Sonnenwärmegewinnung |
| Pufferspeicher | Zeitliche Entkopplung |
| Wärmeübertrager | Kreislauftrennung |
| Netzpumpe | Heizwasserförderung |
| Membranausdehnungsgefäß | Aufnahme von Volumenänderungen |
Kreuzworträtsel
| Kollektor | Welches Bauteil wandelt Sonnenstrahlung in Wärme um? |
| Puffer | Wie wird ein Speicher zur zeitlichen Überbrückung von Wärmebedarf kurz bezeichnet? |
| Vorlauf | Wie heißt die Leitung, welche das erwärmte Heizwasser zum Verbraucher führt? |
| Rücklauf | Wie heißt die Leitung, welche das abgekühlte Heizwasser zurückführt? |
| Pumpenrad | Welches Bauteil einer Kreiselpumpe kann nach dem Abschalten noch rotieren? |
| Legionellen | Welche Bakterien sind für die Hygiene von Trinkwasserinstallationen besonders relevant? |
LearningApps
Suche weitere Zuordnungs- und Wiederholungsaufgaben.
Lückentext
Offene Aufgaben
Die zwölf Aufgaben sind nach Schwierigkeitsgrad geordnet. Verwende bei praktischen Darstellungen nur drucklose Modelle oder Simulationen.
Leicht – Basisaufgaben
- Solarthermie: Zeichne einen einfachen Solarkollektor und erkläre mit drei Beschriftungen seinen Energiefluss.
- Wärmespeicher: Skizziere einen wassergefüllten Pufferspeicher und kennzeichne den warmen und den kühleren Bereich.
- Wärmenetz: Gestalte ein Gebäudemodell mit einer Energiezentrale, zwei Leitungen und drei Abnehmern.
- Temperaturdifferenz: Erstelle drei eigene Übungsbeispiele mit unterschiedlichen Anfangs- und Mindesttemperaturen und berechne jeweils die nutzbare Temperaturdifferenz.
Standard – Anwendungsaufgaben
- Wärmeenergie: Berechne die überschlägige Nutzwärme für Speicher mit 500, 1.500 und 3.000 Litern bei derselben Temperaturdifferenz. Vergleiche die Ergebnisse grafisch.
- Heizlast: Untersuche das fiktive Ausbildungsquartier bei verschiedenen gleichzeitig benötigten Heizleistungen und berechne die jeweilige theoretische Versorgungsdauer.
- Temperaturschichtung: Dokumentiere mit Fotos oder Zeichnungen ein druckloses Schichtenmodell und erkläre seine Grenzen gegenüber einem realen Pufferspeicher.
- Trinkwasserhygiene: Entwickle eine Diagnosekarte für einen simulierten Befund mit zu niedriger Trinkwasserzirkulationstemperatur. Berücksichtige die Meldung an eine verantwortliche Fachkraft.
Schwer – Transferaufgaben
- Wärmenetzplanung: Entwickle zwei Varianten für ein kleines Schulquartier mit unterschiedlichen unteren nutzbaren Speichertemperaturen und begründe die Unterschiede.
- Wärmeverlust: Simuliere mehrere Verlustabschläge und stelle dar, wie sich die berechnete Versorgungsdauer verändert. Begründe die Grenzen pauschaler Verlustannahmen.
- Arbeitssicherheit: Erstelle ein Sicherheitsplakat zu thermischer Energie, gespeicherter Druckenergie, kinetischer Energie, Pumpennachlauf und Wiederanlaufgefahr.
- Energiewende: Entwerfe eine kurze Videopräsentation zu einem solar unterstützten Wärmenetz mit Speicher, zusätzlicher Wärmeerzeugung und geeigneten Gebäuden. Kennzeichne Modellannahmen und technische Unsicherheiten.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Transferaufgaben mit nachvollziehbaren Begründungen.
- Speicherdimensionierung: Zwei Speicher besitzen das gleiche Volumen, aber unterschiedliche nutzbare Temperaturdifferenzen. Erkläre, welcher mehr Energie bereitstellen kann und welche betrieblichen Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.
- Wärmeverteilung: Ein Gebäude benötigt plötzlich eine höhere Vorlauftemperatur. Analysiere die Folgen für Speicherenergie und mögliche Versorgungsdauer.
- Temperaturschichtung: Ein Speicher zeigt oben 75 °C und unten 35 °C. Begründe, weshalb eine einzige mittlere Temperatur nicht immer ausreicht, um die nutzbare Energie zu beurteilen.
- Trinkwasserhygiene: Vergleiche die Anforderungen an einen geschlossenen Heizwasser-Pufferspeicher und eine zentrale Trinkwasserinstallation. Begründe, warum beide nicht mit derselben hygienischen Regel beurteilt werden können.
- Gefährdungsbeurteilung: Eine Anlage ist elektrisch abgeschaltet. Bewerte, warum Druckenergie, heißes Wasser und nachlaufende Bauteile weiterhin gefährlich sein können.
- Energiemanagement: Vergleiche einen größeren Speicher mit einer niedrigeren erforderlichen Versorgungstemperatur als zwei mögliche Maßnahmen zur Erhöhung der nutzbaren Energiemenge. Berücksichtige Wirtschaftlichkeit, Technik und Grenzen der Überschlagsrechnung.
Bewertungskriterien: Fachliche Richtigkeit, richtige Einheiten, klar ausgewiesene Annahmen, nachvollziehbare Rechnungen, begründete Entscheidungen und sichere Vorgehensweisen.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis dokumentierst Du:
- Ein korrekt beschriftetes Anlagenschema mit Kollektor, Wärmeübertrager, Speicher, Pumpe, Vorlauf, Rücklauf und mindestens einer Gebäudeübergabestation.
- Eine vollständige Überschlagsrechnung mit Volumen in m³, nutzbarer Temperaturdifferenz in K und Ergebnis in kWh.
- Die Berechnung einer theoretischen Versorgungsdauer mit korrekten Einheiten.
- Eine begründete Einschätzung zu Wärmeverlusten und Temperaturschichtung.
- Die fachlich korrekte Unterscheidung zwischen Heizwasser und Trinkwasser.
- Einen sicheren Diagnosevorschlag, der gespeicherte Druckenergie, thermische Energie und kinetische Energie berücksichtigt.
- Eine kurze Reflexion darüber, was die Überschlagsrechnung leisten kann und wofür zusätzliche Anlageninformationen erforderlich sind.
Mögliche Abgabe: Zwei bis vier Seiten Lerndokumentation, ein beschriftetes Gebäudemodell und eine kurze mündliche Erläuterung.
Sicherheitsnachweis: Keine realen Arbeiten an Druckanlagen oder Druckprüfungen als Schülerexperiment. Solche Arbeiten und Prüfungen erfordern die jeweils vorgeschriebene fachliche Freigabe, Qualifikation und Aufsicht.
OERs zum Thema
Wikipedia und offene Fachinformationen
Grundlagen zur Berechnung von Wärmespeichern:
Weitere Grundlagen:
Fachlich geprüfte Quellen
- Wikipedia – Fernwärmespeicher: Physikalische Speicherberechnung und verschiedene Speicherbauarten.
- Umweltbundesamt – Niedertemperaturwärme für Kommunen: Zusammenhang zwischen Speichervolumen, Temperaturänderung und zeitlicher Entkopplung.
- Umweltbundesamt – Effiziente Fernwärmeversorgung: Solarthermie und saisonale Wärmespeicherung.
- DVGW – Legionellen im Trinkwasser: Hygieneanforderungen und Temperaturführung.
- BAuA – Technische Regeln für Betriebssicherheit: Insbesondere TRBS 1112 zur Instandhaltung.
- DGUV – Sichere Antriebssteuerungen: Gefährdungen durch gespeicherte kinetische und Druckenergie.
- Betriebssicherheitsverordnung – Anhang 2: Rechtlicher Rahmen für Prüfungen überwachungsbedürftiger Anlagen.
Hinweis: Die aufgeführten Materialien ersetzen weder Herstellerunterlagen noch betriebliche Freigaben, Gefährdungsbeurteilungen oder geltende technische Regeln.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
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- Thermal solar panel on roof.JPG: Barelyhere, CC BY-SA 4.0.
- Solar water heating schema.svg: Strug und Malyszkz, unter anderem CC BY 2.5.
- District heating.gif: Laura Toffetti, CC BY-SA 4.0.
- Entwicklung Wärmenetze: Marco Wirtz, CC BY 4.0.
- Thermal-solar.svg: Inkwibbna, CC BY-SA 4.0.
- Expansion tank.jpg: Jahoe, Public Domain.
- Centrifugal Pump.jpg: Saud, CC BY-SA 4.0.
YouTube-Medien: Eingebunden sind die öffentlich auffindbaren Videos „Lübeck's Large-Scale Solar Thermal Plant“ und „Schichtspeicher“. Die Videos werden lediglich über YouTube eingebettet und nicht als frei lizenzierte Dateien zur Weiterverbreitung angeboten. Die jeweiligen Rechte verbleiben bei den Rechteinhabern.
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