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Sicheres Arbeiten mit Schmiedehämmern - Schmied

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Sicheres Arbeiten mit Schmiedehämmern - Schmied



Sicheres Arbeiten mit Schmiedehämmern - Schmied


Einleitung

Das Arbeiten mit handgeführten Schmiedehämmern gehört zu den grundlegenden Tätigkeiten im Schmieden. Dabei wirken hohe Schlagenergien auf Werkstück, Amboss und Werkzeug. Gleichzeitig entstehen Zunder, Funken, Lärm, Hitze und Rückschläge. Schon ein lockerer Hammerkopf, ein eingerissener Stiel, ein unsicher gehaltener Rohling oder eine unklare Absprache zwischen Schmied und Vorschläger kann zu schweren Verletzungen führen.

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in der Metalltechnik, im Metallbau, in der Schmiedetechnik, in der Metallgestaltung und in verwandten Berufen. Du lernst, Schmiedehämmer fachgerecht auszuwählen, vor der Arbeit zu prüfen, sicher zu führen und nach der Arbeit ordnungsgemäß abzulegen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit beim Zuschlagen mit dem Vorschlaghammer.

Wichtig: Dieser Lernkurs ergänzt die praktische Ausbildung, ersetzt aber keine betriebliche Unterweisung, keine Gefährdungsbeurteilung und keine Betriebsanweisung. Praktische Übungen dürfen nur an einem freigegebenen Arbeitsplatz und unter Aufsicht einer fachkundigen Person stattfinden.

Beobachtungsauftrag: Achte im Video darauf, welche Werkzeuge eingesetzt werden, wie Werkstücke gehalten werden und welche Arbeitsbereiche für andere Personen gesperrt bleiben müssen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du:

Kompetenzbereich Erwartete Handlung
Werkzeugkunde Bauteile und ausgewählte Arten handgeführter Schmiedehämmer fachsprachlich benennen.
Sicht- und Funktionskontrolle Hammerkopf, Stiel, Auge und Verkeilung auf sicherheitsrelevante Mängel prüfen.
Arbeitsvorbereitung Ambossplatz, Schlagraum, Werkstückablage und persönliche Schutzausrüstung vorbereiten.
Schlagtechnik Einen Hammer kontrolliert, zielgerichtet und körpergerecht führen.
Teamarbeit Die Zusammenarbeit zwischen Schmied und Vorschläger mit eindeutigen Kommandos organisieren.
Störungsmanagement Bei Schäden, Unsicherheit, Fehlgriffen oder Beinaheunfällen richtig reagieren.


Fachwissen


Was ist ein Schmiedehammer?

Ein handgeführter Schmiedehammer überträgt die Muskelkraft der arbeitenden Person als Schlagenergie auf ein erwärmtes oder kaltes Werkstück. Er besteht im Wesentlichen aus dem Hammerkopf, dem Auge, dem Stiel und der Stielbefestigung. Am Hammerkopf befinden sich je nach Bauform eine oder zwei Bahnen oder eine Bahn und eine Finne.

Fachbegriff Bedeutung Sicherheitsrelevanz
Bahn Schlagfläche des Hammerkopfs Sie muss frei von Rissen, Ausbrüchen und gefährlichen Graten sein.
Finne Schmaler geformter Teil des Hammerkopfs zum gerichteten Strecken Die Kanten dürfen nicht unkontrolliert ausbrechen oder beschädigt sein.
Haus Mittlerer Bereich des Hammerkopfs Im Haus liegt das Auge; Risse machen den Hammer unbrauchbar.
Auge Öffnung zur Aufnahme des Stiels Hammerkopf und Stiel müssen formschlüssig und dauerhaft verbunden sein.
Stiel Elastisches Griff- und Führungselement Er muss passend, trocken, splitterfrei, fest und griffsicher sein.
Keil oder Ringkeil Sicherung der Stielbefestigung Fehlende, lockere oder improvisierte Sicherungen sind unzulässig.

Bildanalyse: Erkennst Du Amboss, Schmiedehämmer und weitere Werkzeuge? Prüfe bei einer realen Werkstattbegehung zusätzlich, ob die Werkzeuge sicher abgelegt sind und der Schlagraum frei bleibt.


Arten handgeführter Schmiedehämmer

Werkzeug Fachliche Funktion Sicherer Einsatz
Handhammer Einhändiges Schmieden, Richten und Formen Hammergewicht und Stiellänge müssen zur Aufgabe und zur arbeitenden Person passen.
Kreuzschlaghammer Gerichtetes Strecken durch eine quer zum Stiel liegende Finne Nur mit unbeschädigter Finne und kontrollierter Schlagrichtung verwenden.
Schlichthammer Glätten und Fertigschmieden mit breiten Bahnen Nicht für Arbeiten verwenden, für die eine schmale Finne oder ein Zuschlaghammer erforderlich ist.
Vorschlaghammer oder Zuschlaghammer Beidhändiger Hammer für hohe Schlagenergie Nur mit freiem Schlagraum und eindeutig abgestimmter Zusammenarbeit einsetzen.
Setzhammer Auf dem Werkstück geführtes Oberwerkzeug, das von einem zweiten Hammer getroffen wird Hände aus der Schlagzone halten und geeignete Haltewerkzeuge oder vorgesehene Griffe benutzen.

Ein möglichst schwerer Hammer ist nicht automatisch die beste Wahl. Wähle das kleinste für den Arbeitsgang geeignete Hammergewicht. Ein zu schweres Werkzeug verschlechtert Zielgenauigkeit und Ausdauer. Ein zu leichter Hammer kann zu unnötig vielen Schlägen und unkontrollierter Kraftsteigerung führen.

Beobachtungsauftrag: Notiere, welche Bereiche eines Hammerkopfs beim Herstellen und Zurichten besonders sorgfältig ausgeführt werden müssen. Die Verwendung eines selbst hergestellten Hammers im Betrieb setzt eine fachkundige Beurteilung und die betriebliche Freigabe voraus.


Typische Gefährdungen

Beim Schmieden treten mehrere Gefährdungen gleichzeitig auf:

  1. Wegfliegende Teile: Zunder, Metallteilchen oder Bruchstücke können Augen und Gesicht treffen.
  2. Quetschung: Hände und Finger können zwischen Werkzeug, Werkstück und Amboss geraten.
  3. Verbrennung: Dunkel erscheinende Werkstücke, Zangen und Ablagen können noch sehr heiß sein.
  4. Lärm: Schläge auf Amboss und Werkstück erzeugen hohe und impulsartige Schallpegel.
  5. Rückschlag: Schräg auftreffende Schläge können Hammer oder Werkstück seitlich ablenken.
  6. Ergonomische Belastung: Falsche Arbeitshöhe, übermäßige Kraft und ungünstige Gelenkstellungen belasten Rücken, Schulter, Ellbogen, Handgelenk und Daumen.
  7. Stolpern und Anstoßen: Zangen, Hämmer, Schläuche, Werkstücke und Zunder im Verkehrsweg erhöhen das Unfallrisiko.
  8. Brandgefahr: Funken und heiße Teile können brennbare Stoffe entzünden.

Das englischsprachige Video bietet Anlässe zur Gefährdungsanalyse. Für die betriebliche Praxis gelten jedoch immer die örtliche Gefährdungsbeurteilung, die Betriebsanweisung und die Unterweisung durch den Betrieb.


Persönliche Schutzausrüstung und Arbeitskleidung

Die erforderliche Persönliche Schutzausrüstung wird aus der Gefährdungsbeurteilung abgeleitet. Beim Schmieden gehören typischerweise Augen- und Gehörschutz, Sicherheitsschuhe sowie geeignete Schutzkleidung und eine Schmiedeschürze zur Ausstattung. Je nach Arbeitsverfahren können zusätzlicher Gesichtsschutz und geeigneter Handschutz erforderlich sein.

Augenschutz Gehörschutz Fußschutz Schutzkleidung

Beachte folgende Grundsätze:

  1. Schutzbrille mit geeignetem Seitenschutz tragen; zusätzlichen Gesichtsschutz verwenden, wenn er betrieblich festgelegt ist.
  2. Gehörschutz korrekt einsetzen und auch bei kurzen Schmiedearbeiten nicht eigenmächtig ablegen.
  3. Geschlossene Sicherheitsschuhe in der vorgeschriebenen Ausführung tragen; Hosenbeine so führen, dass Zunder und heiße Teilchen nicht leicht in den Schuh gelangen.
  4. Geeignete, enganliegende Arbeits- oder Schutzkleidung und eine Schmiedeschürze verwenden; lose Bänder, Schmuck und frei hängende Haare vermeiden.
  5. Handschutz nur passend zur Tätigkeit, zur Betriebsanweisung und zur Gefährdungsbeurteilung auswählen. Handschuhe müssen trocken, intakt und ausreichend griffsicher sein.
  6. Persönliche Schutzausrüstung ersetzt niemals ein intaktes Werkzeug, einen sicheren Arbeitsplatz oder eine fachgerechte Arbeitsweise.


Sicherheitsprüfung vor Arbeitsbeginn

Vor jedem Einsatz führst Du eine Sicht- und Handprüfung durch. Ein beschädigter Hammer wird nicht „noch schnell“ weiterbenutzt.

Prüfpunkt Freigabekriterium Maßnahme bei Abweichung
Hammerkopf Keine Risse, Ausbrüche oder gefährlichen Aufstauchungen Sofort aussondern, kennzeichnen und der verantwortlichen Person melden
Bahn und Finne Sauber, fachgerecht geformt und ohne scharf ausgebrochene Kanten Nicht weiterarbeiten; beschädigten Hammerkopf ersetzen lassen
Stiel Keine Risse, Splitter, Brandstellen oder starke Verformungen Hammer sperren und fachgerecht neu einstielen lassen
Sitz des Hammerkopfs Kopf sitzt ohne Spiel in der richtigen Ausrichtung Hammer nicht verwenden
Verkeilung Vollständig, fest und für die Bauart geeignet Keine Nägel, Schrauben, Drahtstücke oder andere Behelfslösungen einsetzen
Griffbereich Trocken, sauber und griffsicher Reinigen oder Werkzeug austauschen
Kennzeichnung und Zuordnung Werkzeug ist für den vorgesehenen Arbeitsgang freigegeben Rücksprache mit Ausbilder oder verantwortlicher Fachkraft

Ausgebrochene oder gerissene Hammerköpfe werden nicht durch improvisiertes Schweißen oder bloßes Nachschleifen „repariert“. Ein beschädigter Kopf hat seine sichere Werkzeugeigenschaft verloren und muss ersetzt oder ausschließlich durch eine dafür qualifizierte Stelle nach einem freigegebenen Verfahren beurteilt werden.


Arbeitsplatz und Amboss vorbereiten

Ein sicherer Schlag beginnt mit einem sicheren Arbeitsplatz.

  1. Der Amboss steht fest, kippsicher und auf einer geeigneten Unterlage.
  2. Die Arbeitshöhe ermöglicht eine aufrechte Haltung und einen kontrollierten Schlag.
  3. Der Schlagraum ist nach oben, hinten und seitlich frei.
  4. Unbeteiligte Personen halten ausreichenden Abstand und stehen nicht in der möglichen Flugrichtung von Zunder oder Werkzeugteilen.
  5. Schmiedezangen, Hilfswerkzeuge und Ablageflächen liegen geordnet und außerhalb von Laufwegen.
  6. Heiße Werkstücke erhalten einen eindeutig festgelegten, nicht brennbaren Ablageplatz.
  7. Brennbare Stoffe werden aus dem Funkenbereich entfernt; vorgesehene Löschmittel und die Rettungswege bleiben zugänglich.
  8. Die Beleuchtung ermöglicht das sichere Erkennen von Werkstückkante, Schlagpunkt und Werkzeugzustand.

Die passende Ambosshöhe hängt von Tätigkeit, Werkzeug und Körpermaßen ab. Als wichtiger Kontrollpunkt gilt: Du musst den Hammer ohne Hochziehen der Schulter und ohne starkes Beugen des Rückens zielgerichtet führen können.


Werkstück sicher halten

Erwärmte Werkstücke werden grundsätzlich mit einer zur Form und zum Querschnitt passenden Schmiedezange gehalten. Die Zange muss das Werkstück so erfassen, dass es sich beim Schlag nicht verdreht oder herausschleudert.

  1. Prüfe Zangenschenkel, Maul und Nietverbindung auf Schäden und übermäßiges Spiel.
  2. Greife das Werkstück möglichst flächig und nahe am Bearbeitungsbereich, ohne die Schlagzone zu verdecken.
  3. Halte Hände und Finger außerhalb der möglichen Schlag- und Quetschzone.
  4. Lege heißes Material niemals auf brennbare, unbekannte oder instabile Flächen.
  5. Behandle auch dunkel gewordenes Metall so lange als heiß, bis sein sicherer Zustand geklärt ist.
  6. Entferne Zunder nur mit einem geeigneten Werkzeug und nur während einer Schlagpause, niemals mit der bloßen Hand.


Sichere Schlagtechnik

Eine gute Schlagtechnik verbindet Zielgenauigkeit, Rhythmus und kontrollierte Kraft.

  1. Nimm einen stabilen Stand mit sicherem Abstand zum Amboss ein.
  2. Prüfe vor dem Ausholen den freien Schlagraum.
  3. Umfasse den Stiel sicher, aber nicht verkrampft; der Daumen wird nicht längs auf dem Stiel als Führung abgestützt.
  4. Richte Bahn, Schlagpunkt und gewünschte Umformrichtung vor dem Schlag aus.
  5. Triff das Werkstück möglichst vollflächig und nicht mit einer Kante der Hammerbahn.
  6. Schlage nicht mit der Seitenfläche des Hammerkopfs und nicht mit dem Stiel.
  7. Schlage niemals zwei gehärtete Hammerbahnen unkontrolliert gegeneinander.
  8. Unterbrich die Arbeit, wenn Werkstück, Zange oder Hammer ihre sichere Lage verlieren.
  9. Arbeite mit einem gleichmäßigen Rhythmus statt mit dauerhaft maximaler Kraft.
  10. Wechsle bei Ermüdung die Tätigkeit oder lege die vorgesehene Pause ein.

Datei:Smithy- steel forging (2).webm

Analyseauftrag: Beobachte den Wechsel zwischen Erwärmen und Schmieden. Erkläre, warum jede Unterbrechung genutzt werden kann, um Griff, Zange, Schlagfläche und Arbeitsumgebung erneut zu kontrollieren.

Praxisübertragung: Beschreibe nach dem Video drei Merkmale einer kontrollierten Hammerbewegung. Erprobe die Bewegung zunächst ohne heißes Werkstück und nur unter Anleitung.


Zusammenarbeit mit dem Vorschläger

Beim Zuschlagen arbeiten mindestens zwei Personen in einem gemeinsamen Gefahrenbereich. Der Schmied führt oder hält Werkstück und Hilfswerkzeug. Der Vorschläger führt den zweihändigen Zuschlaghammer. Nur eine Person koordiniert den Ablauf.

Historische Bildkritik: Das Foto dokumentiert eine frühere Arbeitssituation. Beurteile die Körperhaltung, die Nähe der Personen, den Schlagraum und die erkennbare Schutzausrüstung nach heutigen Anforderungen.

Für die Zusammenarbeit gelten folgende Regeln:

  1. Vor Beginn werden Aufgabe, Schlagpunkt, Schlagstärke, Rhythmus und Stoppsignal vereinbart.
  2. Der Vorschläger beginnt erst nach einem eindeutigen Kommando.
  3. Das Kommando Halt beendet die Schlagfolge sofort.
  4. Bei Missverständnissen, Verrutschen, Werkzeugwechsel oder Positionsänderung wird die Arbeit unterbrochen.
  5. Die Personen stehen so, dass Hammerbahnen, Stiele und Körper sich nicht kreuzen.
  6. Niemand greift während einer Schlagfolge in die Schlagzone.
  7. Hilfswerkzeuge werden nur in der vorgesehenen Weise gehalten.
  8. Nach jedem Umsetzen des Werkstücks wird die gemeinsame Bereitschaft erneut bestätigt.

Eine sichere Schlagfolge ist wichtiger als Geschwindigkeit. Wer ein Kommando nicht verstanden hat, führt keinen Schlag aus.


Ergonomie, Lärm und Belastungssteuerung

Schmieden ist körperlich anspruchsvoll. Gute Arbeitsgestaltung schützt nicht nur vor akuten Unfällen, sondern auch vor langfristigen Beschwerden.

  1. Stelle Dich so auf, dass Knie, Hüfte und Schulter nicht verdreht arbeiten.
  2. Nutze die Bewegung aus Schulter, Ellbogen und Handgelenk abgestimmt, ohne ein Gelenk dauerhaft zu überlasten.
  3. Vermeide eine ständig hochgezogene Schulter und stark abgeknickte Handgelenke.
  4. Wähle Hammergewicht, Stiellänge und Schlagzahl passend zu Aufgabe, Ausbildungsstand und Belastbarkeit.
  5. Plane Wechsel zwischen Schmieden, Erwärmen, Prüfen und Messen.
  6. Verwende den festgelegten Gehörschutz; impulsartiger Lärm kann auch bei kurzen Einwirkungen schädlich sein.
  7. Melde Taubheitsgefühl, Schmerzen, ungewöhnliche Ermüdung oder Griffunsicherheit frühzeitig.


Verhalten bei Störungen und Unfällen

Bei jeder unsicheren Situation gilt: Arbeit stoppen, Gefahrenbereich sichern, verantwortliche Person informieren.

  1. Lege den Hammer standsicher ab.
  2. Sichere das heiße Werkstück auf der vorgesehenen Ablage.
  3. Warne andere Personen und sperre den Bereich bei Bedarf.
  4. Verwende beschädigte Werkzeuge nicht erneut.
  5. Leite bei Verletzungen die betriebliche Erste-Hilfe- und Rettungskette ein.
  6. Melde auch Beinaheunfälle, damit Ursachen beseitigt werden können.
  7. Nimm die Arbeit erst nach Klärung und Freigabe wieder auf.


Handhammer und maschineller Schmiedehammer unterscheiden

Der Begriff Schmiedehammer bezeichnet auch kraftbetriebene Maschinen wie Federhämmer, Lufthämmer oder Gesenkschmiedehämmer. Für diese Maschinen reichen die Regeln für Handhämmer nicht aus.

Bei einem maschinellen Schmiedehammer gelten zusätzlich unter anderem:

  1. Bedienung nur durch unterwiesene und beauftragte Personen.
  2. Benutzung der vorgesehenen Schutzeinrichtungen und sicheren Bedienelemente.
  3. Hände und Hilfswerkzeuge außerhalb des Werkzeug- und Schließbereichs halten.
  4. Keine Schutzvorrichtung überbrücken oder unwirksam machen.
  5. Einrichten, Werkzeugwechsel, Reinigung und Störungsbeseitigung nur nach dem festgelegten sicheren Verfahren.
  6. Maschine gegen unbeabsichtigtes Anlaufen und gespeicherte Energien sichern.
  7. Fußbetätigung, Not-Halt und Zugangsbereiche vor Beginn kontrollieren.

Dieser aiMOOC behandelt schwerpunktmäßig handgeführte Schmiedehämmer. Die Arbeit an kraftbetriebenen Schmiedehämmern erfordert eine eigenständige Maschinenunterweisung.


Ausbildungsfolge für praktische Übungen

Praktische Fertigkeiten werden stufenweise aufgebaut:

  1. Zuerst Werkzeugteile, Mängel und sichere Ablage am kalten Arbeitsplatz erkennen.
  2. Danach Schlagbewegungen ohne Werkstück oder an einem freigegebenen Übungsstück mit geringer Schlagenergie trainieren.
  3. Anschließend ein kaltes oder warmes Werkstück mit passender Zange unter Aufsicht bearbeiten.
  4. Erst nach sicherer Einzelarbeit folgt die koordinierte Zusammenarbeit mit einem Vorschläger.
  5. Jede Übung endet mit Werkzeugkontrolle, Arbeitsplatzreinigung und gemeinsamer Auswertung.


Kompakte Sicherheitsregel

Prüfen – Freimachen – Schützen – Abstimmen – Kontrolliert schlagen – Sofort stoppen, wenn etwas nicht stimmt.


Fachliche Grundlage und Quellen

  1. DGUV Information 209-001 – Mensch und Arbeitsplatz
  2. DGUV Regel 109-607 – Branche Metallbau
  3. BGHM Arbeitsschutz Kompakt 140 – Ambosse
  4. BGHM Arbeitsschutz Kompakt 129 – Schmiedehammer

Betriebliche Gefährdungsbeurteilungen, Herstellerangaben, Betriebsanweisungen und Unterweisungen haben für den konkreten Arbeitsplatz Vorrang.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist bei einem gerissenen Hammerkopf zu tun? (Den Hammer sofort aussondern und den Mangel melden) (!Den Riss mit Klebeband sichern) (!Nur noch mit geringer Kraft weiterschlagen) (!Den Kopf im Wasser abkühlen)




Welche Aussage zur Stielbefestigung ist richtig? (Der Hammerkopf muss fest und mit geeigneter Verkeilung sitzen) (!Ein lockerer Kopf ist bei kurzen Arbeiten zulässig) (!Ein Nagel ersetzt jeden Ringkeil) (!Der Kopf darf sich beim Prüfen leicht drehen)




Welche Gefährdung entsteht besonders durch Zunder und Metallsplitter? (Augenverletzungen) (!Unterkühlung) (!Stromschlag) (!Sonnenbrand)




Was muss vor dem Ausholen mit dem Hammer geprüft werden? (Der Schlagraum ist frei von Personen und Hindernissen) (!Der Amboss ist frisch lackiert) (!Das Werkstück liegt auf Holz) (!Der Gehörschutz wurde abgelegt)




Wer koordiniert eine gemeinsame Schlagfolge? (Eine vorher eindeutig festgelegte Person) (!Jede beteiligte Person gleichzeitig) (!Die Person mit dem schwersten Hammer automatisch) (!Eine unbeteiligte Person außerhalb der Werkstatt)




Wie ist mit dunkel gewordenem Schmiedegut umzugehen? (Es wird weiter als möglicherweise heiß behandelt) (!Es kann sofort mit der Hand angefasst werden) (!Es wird auf brennbarem Material abgelegt) (!Es wird ohne Prüfung weitergegeben)




Welcher Hammer ist für eine Aufgabe grundsätzlich geeignet? (Der kleinste Hammer, der den Arbeitsgang sicher ausführen kann) (!Immer der schwerste vorhandene Hammer) (!Jeder Hammer mit gleichem Stieldurchmesser) (!Nur ein Hammer ohne Kennzeichnung)




Woraus ergibt sich die erforderliche persönliche Schutzausrüstung? (Aus Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung) (!Aus der Farbe des Hammers) (!Aus der privaten Vorliebe) (!Aus der Außentemperatur allein)




Was ist bei einem seitlich abrutschenden Schlag zu tun? (Die Schlagfolge sofort unterbrechen und die Ursache klären) (!Die Schlagkraft erhöhen) (!Den Stiel kürzer greifen und ohne Prüfung weitermachen) (!Das Werkstück mit der freien Hand festhalten)




Welche Aussage gilt für einen kraftbetriebenen Schmiedehammer? (Er erfordert eine eigene Maschinenunterweisung) (!Die Regeln für Handhämmer reichen vollständig aus) (!Schutzeinrichtungen dürfen bei kleinen Werkstücken entfallen) (!Jede Person darf Störungen im Werkzeugraum beseitigen)





Memory

Bahn Schlagfläche
Finne Gerichtetes Strecken
Auge Stielaufnahme
Ringkeil Sicherung des Hammerkopfs
Vorschläger Führt den Zuschlaghammer
Zunder Abplatzende Oxidschicht
Schmiedezange Hält das warme Werkstück
Halt Vereinbartes Stoppsignal





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Sicherheitsanforderung
Hammerkopf Rissfrei und fest mit dem Stiel verbunden
Stiel Splitterfrei, trocken und griffsicher
Schlagraum Frei von Personen und Hindernissen
Werkstück Mit einer passenden Zange sicher gehalten
Befehlskette Durch eine eindeutig festgelegte Person koordiniert
Ablageplatz Standsicher, nicht brennbar und eindeutig gekennzeichnet




Ordne die Begriffe zunächst ohne Hilfe zu. Vergleiche Deine Lösung anschließend mit einer realen Arbeitsplatzeinrichtung.


Kreuzworträtsel

Hammerbahn Wie heißt die Schlagfläche am Hammerkopf?
Ringkeil Welche Sicherung kann den Hammerkopf dauerhaft auf dem Stiel befestigen?
Finne Wie heißt der schmale Teil eines Schmiedehammers zum gerichteten Strecken?
Amboss Auf welchem massiven Werkzeug wird das Werkstück geschmiedet?
Augenschutz Welche Schutzart bewahrt die Augen vor Zunder und Splittern?
Schmiedezange Welches Werkzeug hält ein heißes Werkstück sicher?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Vor jedem Einsatz wird der

auf Risse und Ausbrüche geprüft. Ein lockerer Kopf darf nicht durch eine improvisierte

gesichert werden. Der Bereich, den der Hammer beim Ausholen durchläuft, heißt

. Ein heißes Werkstück wird mit einer passenden

gehalten. Gegen wegfliegenden Zunder schützt ein geeigneter

. Impulsartiger Schmiedelärm erfordert den festgelegten

. Bei gemeinsamer Arbeit führt der

den schweren Zuschlaghammer. Das vereinbarte Wort

beendet die Schlagfolge sofort. Dunkel gewordenes Metall kann weiterhin

sein. Ein kraftbetriebener Schmiedehammer erfordert eine eigene

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkzeugkontrolle: Erstelle eine bebilderte Checkliste für Hammerkopf, Bahn, Finne, Stiel, Auge und Verkeilung.
  2. Sicherheitszeichen: Gestalte ein Plakat mit den wichtigsten Gebotszeichen für einen Schmiedearbeitsplatz.
  3. Fachwortkarte: Zeichne einen Schmiedehammer und beschrifte seine Bauteile mit den korrekten Fachbegriffen.
  4. Bildanalyse: Suche in den eingebundenen Medien fünf sichere und fünf verbesserungswürdige Details.


Standard

  1. Arbeitsplatzplanung: Zeichne einen Ambossplatz mit Schlagraum, Werkzeugablage, Heißablage, Verkehrsweg und Sicherheitsabstand.
  2. Unterweisungsgespräch: Entwickle mit einer Partnerperson ein dreiminütiges Unterweisungsgespräch für neue Auszubildende.
  3. Prüfprotokoll: Untersuche unter Aufsicht mehrere freigegebene Hämmer und dokumentiere den Zustand nach einheitlichen Kriterien.
  4. Schlagtechnik-Video: Filme eine trockene Übung ohne heißes Werkstück und analysiere Stand, Griff, Schlagbahn und Stoppverhalten.


Schwer

  1. Gefährdungsbeurteilung: Erstelle für einen konkreten Schmiedearbeitsgang eine vereinfachte Gefährdungsbeurteilung nach dem STOP-Prinzip.
  2. Teamübung: Plane eine sichere Übungsfolge für Schmied und Vorschläger mit Kommandos, Rollenwechsel und Abbruchkriterien.
  3. Unfallanalyse: Entwickle ein realistisches Beinaheunfall-Szenario und leite technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen ab.
  4. Ergonomieprojekt: Vergleiche zwei Amboss- oder Hammerkonfigurationen und begründe, welche Körperhaltung und Belastungssteuerung günstiger ist.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fallbeurteilung Hammerstiel: Ein Stiel weist einen feinen Längsriss nahe dem Auge auf, der Hammerkopf sitzt noch fest. Begründe Deine Entscheidung und beschreibe den weiteren betrieblichen Ablauf.
  2. Transfer auf neue Werkzeuge: Übertrage die Prüflogik des Schmiedehammers auf einen Setzhammer oder Meißel. Welche Merkmale bleiben gleich und welche zusätzlichen Gefährdungen entstehen?
  3. Arbeitsplatzanalyse: Du findest eine Zange auf dem Boden, ein heißes Werkstück auf einer Stahlplatte im Verkehrsweg und einen freien, aber schlecht beleuchteten Amboss. Ordne die Risiken nach Dringlichkeit und entwickle Maßnahmen.
  4. Teamkommunikation: Entwirf eine sichere Kommunikation für eine Schlagfolge mit Werkstückwechsel. Begründe, an welchen Punkten zwingend gestoppt werden muss.
  5. Schutzmaßnahmen bewerten: Erkläre an einem Beispiel, warum persönliche Schutzausrüstung eine technische oder organisatorische Maßnahme nicht ersetzen kann.
  6. Handhammer und Maschine: Vergleiche die Gefährdungen eines handgeführten Zuschlaghammers mit denen eines kraftbetriebenen Schmiedehammers und leite unterschiedliche Unterweisungsinhalte ab.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis ist wichtig, dass Du:

  1. einen handgeführten Schmiedehammer fachsprachlich beschreiben kannst,
  2. eine vollständige Sicht- und Funktionskontrolle durchführst,
  3. sicherheitsrelevante Mängel erkennst und das Werkzeug konsequent aussonderst,
  4. einen geeigneten Hammer für einen vorgegebenen Arbeitsgang auswählst und Deine Wahl begründest,
  5. den Ambossplatz einschließlich Schlagraum und Heißablage sicher vorbereitest,
  6. die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung korrekt verwendest,
  7. eine kontrollierte Schlagbewegung unter Aufsicht demonstrierst,
  8. ein Werkstück mit einer passenden Schmiedezange sicher hältst,
  9. eine gemeinsame Schlagfolge mit klaren Kommandos organisiert,
  10. bei Störungen, Unsicherheit und Beinaheunfällen angemessen reagierst,
  11. die Unterschiede zwischen Handhammer und kraftbetriebenem Schmiedehammer erklärst.

Der praktische Lernnachweis muss an einem freigegebenen Arbeitsplatz und unter Aufsicht einer fachkundigen Person erfolgen. Bewertet werden nicht Schlagkraft oder Geschwindigkeit, sondern Vorbereitung, Kontrolle, Kommunikation, Zielgenauigkeit und sicheres Abbruchverhalten.




OERs zum Thema

Weitere freie Medien findest Du in den Wikimedia-Commons-Kategorien zu Schmieden, Hämmern und Ambossen.



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