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Selbstbestimmt mit KI arbeiten

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Selbstbestimmt mit KI arbeiten




Selbstbestimmt mit KI arbeiten


Einleitung

Künstliche Intelligenz kann Dir beim Lernen helfen: Sie kann Ideen sammeln, Begriffe erklären, Texte vereinfachen, Beispiele formulieren, Rechenwege kommentieren oder beim Planen eines Projekts unterstützen. Aber eine KI ist keine Wahrheitsmaschine und keine Person, die Dir Verantwortung abnehmen kann. Generative KI erzeugt Antworten aus erlernten Mustern. Dabei können Ergebnisse überzeugend klingen und trotzdem falsch, unvollständig, unfair oder für Deine Aufgabe ungeeignet sein.

In diesem Lernkurs lernst Du deshalb nicht, möglichst viel von einer KI erledigen zu lassen. Du lernst, selbstbestimmt mit KI zu arbeiten. Das bedeutet: Du setzt das Ziel, Du entscheidest über die Nutzung, Du prüfst wichtige Ergebnisse und Du verantwortest die endgültige Entscheidung. Diese Fähigkeit wird auch mit dem Begriff Human Agency beschrieben.

Der Kurs richtet sich besonders an Lernende der Klasse 6 und verbindet Informatik, Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften, Kunst, Ethik, Gemeinschaftskunde und Medienbildung. Er ist für etwa 1–2 Unterrichtsstunden geplant. Er funktioniert sowohl mit einem schulisch freigegebenen KI-Werkzeug als auch ohne Live-KI: Dann arbeitest Du mit vorbereiteten Beispielantworten.

Hinweis für den Unterricht: Das Video von SRF Kids eignet sich als kurze Einführung. Externe Videoangebote sollten nur entsprechend den Datenschutz- und Medienregeln der Schule eingesetzt werden.


Was Du am Ende können sollst

  1. Selbst entscheiden: Du kannst erklären, warum eine KI Dich unterstützen darf, aber nicht für Dich verantwortlich entscheidet.
  2. Daten schützen: Du erkennst persönliche oder sensible Informationen und lässt sie aus unnötigen KI-Eingaben heraus.
  3. Ergebnisse prüfen: Du kontrollierst wichtige Behauptungen, Zahlen, Quellen und Rechenwege.
  4. Fair handeln: Du bemerkst mögliche Stereotype, einseitige Darstellungen und Benachteiligungen.
  5. KI-Nutzung transparent machen: Du kannst verständlich angeben, wobei KI geholfen hat und was Du selbst entschieden hast.
  6. Strategien übertragen: Du wendest die Prüfroutine selbstständig auf eine neue Schul- oder Alltagssituation an und begründest Deine Entscheidung.


Zeitplan für 1–2 Unterrichtsstunden

Phase Zeit Tätigkeit
Aktivierung und Diagnose ca. 7 Minuten Situationen einschätzen und erste Begründungen formulieren
Verständliche Einführung ca. 10 Minuten Human Agency, Chancen und Grenzen von KI verstehen
ZEBRA-Check kennenlernen ca. 12 Minuten Fünf Prüfschritte gemeinsam anwenden
Geführte Fachbeispiele ca. 15 Minuten Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften und Medienbildung vergleichen
Realistische Anwendung ca. 25 Minuten KI-Antwort prüfen, Quellenstrategie planen und eigene Entscheidung begründen
Selbstkontrolle, Reflexion und Transfer ca. 11 Minuten Eigenen Arbeitsweg beurteilen und neue Situation lösen

Kurzversion für etwa 45 Minuten: Nutze Aktivierung, Einführung, ZEBRA-Check, ein Fachbeispiel, die Anwendungssituation in gekürzter Form und den Transferfall.


Aktivierung und Diagnose


Vier schnelle Entscheidungen

Lies jede Situation. Entscheide zunächst allein: KI nutzen, KI nur eingeschränkt nutzen oder hier lieber ohne KI arbeiten. Begründe Deine Entscheidung mit einem Satz. Tauscht Euch danach zu zweit aus.

Situation Deine Entscheidung Begründung
Du suchst drei Ideen für einen Titel Deines selbst geschriebenen Märchens.
Du möchtest ein Foto Deiner Mitschülerin hochladen, damit eine KI ihr Aussehen bewertet.
Eine KI nennt Dir das Ergebnis einer Bruchaufgabe, aber keinen nachvollziehbaren Rechenweg.
Du sollst für ein Referat zwei verlässliche Quellen angeben und die KI nennt Dir eine unbekannte Internetseite.

Diagnosefrage: Was haben die vier Fälle gemeinsam? In allen Fällen reicht die Frage Kann KI das? nicht aus. Wichtig ist zusätzlich: Soll ich KI hier nutzen, wie sicher ist das, wie prüfe ich das Ergebnis und wer entscheidet am Ende?


Zentrale KI-Kompetenz: Du bleibst handlungsfähig

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Selbstbestimmt mit KI zu arbeiten bedeutet nicht, KI immer zu vermeiden. Es bedeutet auch nicht, jede Antwort selbst von Grund auf neu zu erfinden. Entscheidend ist, dass Du die Kontrolle über Deinen Lern- und Entscheidungsprozess behältst.

Ein hilfreiches Bild ist ein Fahrrad-Navi: Das Navi kann Dir eine Strecke vorschlagen. Trotzdem entscheidest Du, wohin Du willst, ob der Weg sicher und sinnvoll ist und ob Du einer Umleitung folgst. Bei KI ist es ähnlich: Ein Vorschlag kann nützlich sein, aber er ist nicht automatisch richtig oder passend.

Der UNESCO-Kompetenzrahmen für Schülerinnen und Schüler betont eine menschenzentrierte Haltung, verantwortliche KI-Nutzung, grundlegendes Verständnis von KI und die Fähigkeit, KI-Systeme kritisch zu beurteilen. Für diesen Kurs heißt das vereinfacht: verstehen – anwenden – selbstständig entscheiden und übertragen.


Drei Stufen zu mehr Selbstständigkeit

Stufe So arbeitest Du Ziel
Gemeinsam Du prüfst eine KI-Antwort mit Beispielen und Hinweisen. Du erkennst typische Prüffragen.
Mit Checkliste Du nutzt den ZEBRA-Check selbst und vergleichst mit einer Partnerin oder einem Partner. Du begründest eigene Entscheidungen.
Selbstständig Du bekommst eine neue Situation ohne Schritt-für-Schritt-Hilfe. Du wählst passende Prüfschritte aus und erklärst Deine Entscheidung.


Der ZEBRA-Check: Fünf Schritte vor dem Übernehmen

Datei:Magnifying Glass2.svg

Der ZEBRA-Check ist eine einfache Prüfroutine für Klasse 6. Du musst nicht bei jeder kleinen Idee alle Schritte gleich ausführlich bearbeiten. Je wichtiger eine Information oder Entscheidung ist, desto sorgfältiger solltest Du prüfen.

Buchstabe Prüfschritt Leitfrage Beispiel
Z Ziel klären Was möchte ich lernen oder entscheiden? Brauche ich dafür überhaupt KI? Für drei Überschriften-Ideen kann KI nützlich sein. Für das eigene Urteil über eine Figur im Roman musst Du selbst am Text arbeiten.
E Eingabe schützen Welche Informationen sind wirklich nötig? Enthält meine Eingabe private Daten? Statt Namen von Mitschülerinnen und Mitschülern zu nennen, beschreibst Du eine anonyme Beispielsituation.
B Behauptungen prüfen Welche Aussagen, Zahlen, Quellen oder Rechenwege muss ich kontrollieren? Eine überraschende Sachinformation vergleichst Du mit Schulbuch, Lexikon oder einer verlässlichen Fachquelle.
R Reflektieren Ist das Ergebnis fair, vollständig und passend? Fehlt eine Perspektive oder steckt ein Stereotyp darin? Eine Berufsliste mit nur Männern oder nur Frauen ist ein Anlass, nach einseitigen Mustern zu fragen.
A Auswahl selbst treffen Was übernehme ich, was ändere ich und warum? Wie mache ich die KI-Unterstützung transparent? Du wählst zwei Ideen aus, formulierst sie selbst weiter und notierst, dass KI beim Brainstorming geholfen hat.

Merksatz: KI kann vorschlagen. Du prüfst, entscheidest und begründest.


Z – Ziel klären: Erst denken, dann fragen

Bevor Du eine KI öffnest, formuliere Dein Ziel in einem Satz. Dadurch vermeidest Du, dass das Werkzeug die Aufgabe unbemerkt verändert.

Ungünstig: „Mach meine Hausaufgabe.“

Besser: „Ich möchte verstehen, wie ich eine gute Einleitung für meine Fabel plane. Gib mir drei unterschiedliche Möglichkeiten und erkläre kurz, worin sie sich unterscheiden. Schreibe die fertige Einleitung nicht für mich.“

So bleibt die Denkaufgabe bei Dir. Ein guter Prompt kann eine Hilfe sein, aber die Qualität Deiner Entscheidung hängt nicht nur vom Prompt ab.


E – Eingabe schützen: Weniger Daten sind oft besser

Für viele Lernaufgaben braucht eine KI keine echten Namen, Adressen, Passwörter, privaten Fotos, Gesundheitsinformationen oder vertraulichen Nachrichten. Nutze möglichst nur die Informationen, die für die Aufgabe wirklich nötig sind.

Beispiel: Statt „Meine Freundin Lea aus Klasse 6b hat heute mit ... gestritten, hier ist ihr Chatverlauf“ kannst Du fragen: „Wie kann man einen Streit in einer Klassengruppe fair ansprechen? Nenne drei Gesprächsregeln.“

Sicherheitsregel: Wenn Du unsicher bist, ob eine Information in ein KI-System darf, gib sie nicht ein und frage eine Lehrkraft oder eine andere verantwortliche erwachsene Person.


B – Behauptungen prüfen: Gut formuliert ist noch nicht wahr

Eine KI kann eine Antwort sehr sicher formulieren und trotzdem einen Fehler enthalten. Besonders sorgfältig prüfst Du:

  1. Zahlen und Rechenergebnisse
  2. Namen, Daten und konkrete Sachbehauptungen
  3. angebliche Zitate
  4. genannte Quellen und Links
  5. Aussagen, die ungewöhnlich oder überraschend wirken

Ein Quellencheck bedeutet nicht: „Die KI hat es zweimal gesagt.“ Besser ist eine unabhängige, passende Quelle, zum Beispiel ein Schulbuch, ein Lexikon, eine offizielle Fachseite oder eine von der Lehrkraft bereitgestellte Quelle.


R – Reflektieren: Fair, passend und vollständig?

Datei:Icone egalite.svg

Auch eine technisch korrekte Antwort kann problematisch sein. Frage deshalb:

  1. Werden Menschen pauschal beschrieben?
  2. Fehlen wichtige Perspektiven?
  3. Könnte jemand unfair benachteiligt oder lächerlich gemacht werden?
  4. Ist die Antwort für mein Alter, meine Aufgabe und meinen Kontext geeignet?
  5. Habe ich eine Gegenposition oder Alternative geprüft?

Bei algorithmischen Verzerrungen können Ergebnisse bestimmte Gruppen systematisch bevorzugen oder benachteiligen. Für Klasse 6 reicht zunächst die wichtige Grundidee: KI-Ausgaben sind nicht automatisch neutral.


A – Auswahl selbst treffen und KI-Hilfe kenntlich machen

Transparenz bedeutet, dass andere nachvollziehen können, wo KI beteiligt war. Du musst dafür keinen langen Bericht schreiben.

Beispiel für eine transparente Angabe: „Ich habe KI genutzt, um Suchbegriffe und Gliederungsideen zu sammeln. Die Fakten habe ich mit zwei Quellen geprüft und den Text selbst formuliert.“

So zeigst Du: Die KI hat unterstützt, aber Du hast die Verantwortung für Auswahl, Prüfung und Endfassung übernommen.


Fächerübergreifende Beispiele


Deutsch: Ideenhilfe statt Ersatzautor

Situation: Du sollst eine Fabel schreiben. Eine KI könnte Dir die gesamte Geschichte erzeugen.

Selbstbestimmte Strategie: Nutze KI höchstens zum Vergleichen von Möglichkeiten, zum Beispiel für drei unterschiedliche Konfliktideen. Entscheide selbst, welche Idee passt, schreibe Deinen Text selbst und begründe Deine Gestaltung.

Prüffrage: Würde ich nach der Nutzung noch erklären können, warum meine Figuren so handeln und warum ich genau diese Formulierungen gewählt habe?


Mathematik: Ergebnis plus Gegenprobe

Situation: Eine KI behauptet: „Drei Viertel von 28 sind 24.“

Du übernimmst das Ergebnis nicht. Du rechnest selbst: 28 : 4 = 7 und 7 · 3 = 21. Die KI-Antwort war also falsch.

Lernidee: In Mathematik ist ein nachvollziehbarer Rechenweg oft wichtiger als ein schnell genanntes Ergebnis. KI kann beim Erklären helfen, aber Du brauchst eine Gegenprobe.


Naturwissenschaften: Behauptungen mit Fachquellen prüfen

Situation: Eine KI formuliert einen kurzen Text über Mikroplastik und nennt mehrere scheinbar genaue Fakten.

Du markierst zuerst alle überprüfbaren Behauptungen. Danach vergleichst Du zentrale Aussagen mit einem Schulbuch, einer geeigneten Enzyklopädie oder einer verlässlichen Fachseite. Erst dann entscheidest Du, welche Information in Dein Referat gehört.


Kunst: Gestalten, auswählen, Rechte und Wirkung beachten

Situation: Für ein Klassenplakat soll ein Fantasiewesen gestaltet werden. Eine Bild-KI kann Varianten liefern.

Du entscheidest zuerst über Thema, Stimmung und Kriterien. Danach vergleichst Du mögliche Entwürfe, veränderst sie kreativ weiter und machst transparent, wenn KI beteiligt war. Zusätzlich fragst Du, ob das Bild Menschen stereotyp darstellt oder fremde Werke unnötig nachahmt.


Ethik und Gemeinschaftskunde: Wer trägt Verantwortung?

Situation: Eine Klassengruppe möchte per KI entscheiden lassen, welche Idee für das Schulfest „die beste“ ist.

Eine KI kann Argumente sortieren oder Kriterien vorschlagen. Die Entscheidung selbst sollte aber von den beteiligten Menschen getroffen und begründet werden. Besonders bei Fragen, die mehrere Personen betreffen, sind Fairness, Mitbestimmung und Verantwortung wichtig.


Informatik und Medienbildung: Eingabe – Verarbeitung – Ausgabe – Prüfung

Ein einfaches Modell hilft Dir: Du gibst Informationen ein, das System verarbeitet sie nach seinen technischen Regeln und erzeugt eine Ausgabe. Diese Ausgabe ist kein Beweis dafür, dass die KI „weiß“, ob etwas stimmt. Deshalb gehört beim Lernen ein weiterer Schritt dazu: menschliche Prüfung.


Geführte Übung: Vier Fälle mit dem ZEBRA-Check

Bearbeitet die Fälle zunächst zu zweit. Nennt jeweils mindestens zwei passende ZEBRA-Schritte und begründet Eure Auswahl.

Fall Mögliche Prüffragen
Eine KI liefert eine fertige Zusammenfassung eines Kapitels, das Du selbst lesen sollst. Was ist mein Lernziel? Welche Textstellen muss ich selbst verstehen? Was darf ich nur als Hilfe nutzen?
Eine KI nennt einen Rechenweg, der anders aussieht als Deiner. Kann ich beide Wege Schritt für Schritt prüfen? Kommen sie zum gleichen Ergebnis?
Eine KI soll einen Konflikt aus einem echten Klassenchat beurteilen. Braucht die KI dafür echte Namen oder Chatnachrichten? Kann ich den Fall anonymisieren?
Eine KI erzeugt eine Liste „typischer“ Hobbys für Mädchen und Jungen. Welche Stereotype stecken darin? Wie kann ich die Darstellung vielfältiger und fairer machen?


Realistische Anwendungssituation: Das Mikroplastik-Referat

Du arbeitest an einem kurzen Naturwissenschafts-Referat über Mikroplastik. Die Lehrkraft verlangt zwei nachvollziehbare Quellen und eine kurze Erklärung, wie Du KI verwendet hast.

Eine KI liefert folgende Beispielantwort:

„Mikroplastik sind immer Teilchen unter fünf Millimetern. Es entsteht fast nur durch Kosmetik. In deutschen Flüssen stammt der größte Anteil aus Zahnpasta. Quelle: Europäisches Meeresinstitut 2024.“

Wichtig: Diese Antwort ist ein Prüffall. Du sollst sie nicht als verlässliche Quelle behandeln.


Schritt 1: Markieren

Markiere jede überprüfbare Behauptung. Unterstreiche besonders genaue Zahlen, Größenangaben, Herkunftsangaben und Quellenbezeichnungen.


Schritt 2: Prüfstrategie planen

Schreibe zu jeder wichtigen Behauptung, wie Du sie prüfen willst. Geeignete Wege können sein: Schulbuch, Bibliothekslexikon, Umweltbundesamt, Forschungsinstitution oder eine andere fachlich nachvollziehbare Quelle.

Datei:Magnifying Glass2.svg


Schritt 3: Nicht nur die Antwort, sondern die Quelle prüfen

Frage Dich bei einer Quelle:

  1. Wer ist für die Information verantwortlich?
  2. Ist erkennbar, wann die Information veröffentlicht oder aktualisiert wurde?
  3. Passt die Quelle überhaupt zur Frage?
  4. Werden Belege oder nachvollziehbare Erklärungen genannt?
  5. Bestätigt mindestens eine weitere verlässliche Quelle die wichtige Aussage?


Schritt 4: Eigene Fassung erstellen

Schreibe anschließend vier bis sechs Sätze für Dein Referat. Übernimm nicht einfach die KI-Formulierungen. Nutze nur Aussagen, die Du nachvollziehen kannst und für Deine Aufgabe brauchst.


Schritt 5: Entscheidung begründen

Vervollständige diese Sätze:

„Von der KI-Antwort habe ich übernommen oder weiterverwendet: ...“

„Nicht übernommen habe ich: ..., weil ...“

„Geprüft habe ich besonders: ...“

„Meine wichtigste Quelle war: ..., weil ...“

„KI hat mir geholfen bei: ...“

„Selbst entschieden habe ich: ...“


Erweiterung: Schule und KI kritisch betrachten

Das Video von „neuneinhalb“ zeigt am Beispiel Schule, warum KI-Nutzung nicht nur eine technische, sondern auch eine Lern- und Verantwortungsfrage ist. Vergleiche nach dem Video zwei Arbeitsweisen:

Arbeitsweise A Arbeitsweise B
KI erzeugt sofort die fertige Lösung. Du klärst Dein Lernziel und nutzt KI nur für einen begrenzten Teil.
Die Antwort wird ungeprüft übernommen. Wichtige Aussagen und Rechenwege werden kontrolliert.
Unklar bleibt, ob KI beteiligt war. Die KI-Unterstützung wird transparent gemacht.
Die Begründung lautet „Die KI hat das gesagt“. Du kannst Deine eigene Auswahl und Entscheidung erklären.


Selbstkontrolle


Mein ZEBRA-Selbstcheck

Vergib Dir für jeden Punkt einen Haken, wenn Du ihn wirklich durchgeführt hast.

Prüffrage Ja Noch nicht
Ich kann mein eigenes Lernziel in einem Satz nennen.
Ich habe unnötige persönliche Daten vermieden.
Ich habe wichtige Behauptungen oder Zahlen geprüft.
Ich habe mindestens eine mögliche Verzerrung oder fehlende Perspektive bedacht.
Ich habe selbst ausgewählt, was ich übernehme.
Ich kann erklären, wie KI beteiligt war.

Auswertung: Viele Haken bedeuten nicht automatisch, dass jede Entscheidung richtig war. Entscheidend ist, ob Du Deinen Arbeitsweg nachvollziehbar erklären und bei neuen Informationen verbessern kannst.


Reflexion

Beantworte drei Fragen in zwei bis drei Sätzen:

  1. Lernprozess: An welcher Stelle hat KI Dein Denken unterstützt, statt es zu ersetzen?
  2. Fehlerkultur: Welche Art von KI-Fehler würdest Du beim nächsten Mal schneller erkennen?
  3. Verantwortung: Welche Entscheidung möchtest Du niemals einfach an ein KI-System abgeben und warum?


Transfer: Neue Situation ohne Schritt-für-Schritt-Hilfe

Neue Situation: Eure Klasse möchte im Schulgarten eine App mit KI-Bilderkennung verwenden, um Pflanzen zu bestimmen. Die App soll Fotos auswerten und Pflanzennamen vorschlagen. Einige Schülerinnen und Schüler möchten dafür auch Fotos aufnehmen, auf denen andere Kinder zu sehen sind. Außerdem soll aus den Ergebnissen ein öffentliches digitales Pflanzenlexikon entstehen.

Deine Aufgabe: Entscheide selbstständig, ob und wie die Klasse die KI-Funktion nutzen sollte. Begründe Deine Entscheidung. Deine Begründung soll mindestens diese vier Bereiche sichtbar machen: Lernziel, Prüfung der Pflanzenerkennung, Datenschutz und Transparenz.

Transferziel: Du erhältst hier keine Reihenfolge mehr. Wähle die passenden Teile des ZEBRA-Checks selbst aus. Eine starke Lösung nennt nicht nur Regeln, sondern erklärt, warum die gewählte Vorgehensweise sinnvoll ist.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Eine KI nennt für Dein Referat eine überraschende Tatsache ohne nachvollziehbare Quelle. Was ist die beste nächste Handlung? (Die wichtige Aussage mit einer verlässlichen unabhängigen Quelle prüfen) (!Die Aussage übernehmen weil sie überzeugend klingt) (!Dieselbe Frage so oft stellen bis die gewünschte Antwort kommt) (!Nur die längste KI-Antwort verwenden)




Du möchtest eine KI um Rat zu einem Streit in Deiner Klasse bitten. Was ist am verantwortungsvollsten? (Den Fall anonym beschreiben und unnötige persönliche Daten weglassen) (!Den vollständigen Klassenchat mit Namen hochladen) (!Fotos aller Beteiligten hinzufügen) (!Private Telefonnummern zur besseren Einordnung angeben)




Eine KI behauptet dass drei Viertel von 28 gleich 24 sind. Was solltest Du tun? (Die Aufgabe selbst nachrechnen und den Rechenweg vergleichen) (!Das Ergebnis übernehmen weil Mathematik objektiv ist) (!Nur die Zahl ohne Rechenweg abschreiben) (!Die Antwort als Quelle angeben)




Eine KI beschreibt bestimmte Berufe nur mit Männern und andere nur mit Frauen. Was passt zum ZEBRA-Check? (Die einseitige Darstellung erkennen und fair überarbeiten) (!Die Darstellung übernehmen weil KI neutral ist) (!Alle Berufe aus der Aufgabe entfernen) (!Nur die kürzeste Liste verwenden)




Du sollst eine eigene Fabel schreiben. Wie kann KI selbstbestimmt genutzt werden? (Ideen vergleichen und den eigentlichen Text selbst gestalten) (!Die fertige Fabel ungeprüft abgeben) (!Die Aufgabenstellung vollständig an die KI delegieren) (!Den KI-Text nur durch andere Schriftart verändern)




Du nutzt für ein Plakat ein mit KI erzeugtes Bild. Was erhöht die Transparenz? (Die KI-Unterstützung kenntlich machen und die Bildwirkung prüfen) (!So tun als sei alles ohne Hilfsmittel entstanden) (!Die Herkunft absichtlich verschweigen) (!Nur den Dateinamen ändern)




Zwei KI-Antworten widersprechen sich bei einer Sachfrage. Was ist eine gute Prüfroutine? (Passende unabhängige Fachquellen vergleichen und die Belege bewerten) (!Die Antwort der zuerst geöffneten KI wählen) (!Die längere Antwort automatisch für richtig halten) (!Beide Antworten mischen ohne sie zu prüfen)




Eine KI nennt einen unbekannten Link als Quelle. Was solltest Du zuerst beachten? (Prüfen wer hinter der Quelle steht und ob sie zur Frage passt) (!Den Link automatisch für vertrauenswürdig halten) (!Die Überschrift allein als Beweis ansehen) (!Den Link ungeprüft an die Klasse weiterleiten)




Was beschreibt Human Agency beim Arbeiten mit KI am besten? (Du setzt Ziele prüfst Ergebnisse und triffst die verantwortliche Entscheidung selbst) (!Die KI entscheidet und Du bestätigst nur) (!Du vermeidest grundsätzlich jede digitale Hilfe) (!Du übernimmst immer den ersten Vorschlag)




Wann kann es sinnvoll sein bewusst ohne KI zu arbeiten? (Wenn eigenes Üben das Lernziel ist oder Datenschutz und Sicherheit dagegen sprechen) (!Nur wenn kein Computer im Raum steht) (!Immer wenn die Aufgabe länger als zehn Minuten dauert) (!Nie weil KI grundsätzlich jede Lernaufgabe verbessert)





Memory

Human Agency selbst entscheiden und Verantwortung übernehmen
Prompt Arbeitsauftrag an ein KI-System
Quellencheck wichtige Aussage mit verlässlicher Quelle abgleichen
Datensparsamkeit nur notwendige Informationen eingeben
Transparenz KI-Unterstützung nachvollziehbar kenntlich machen
Bias systematische Verzerrung eines Ergebnisses
Halluzination plausibel klingende aber sachlich falsche Ausgabe
Transfer gelernte Strategie auf neue Situation anwenden





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Passende Handlung
Persönliche Daten anonymisieren oder nicht eingeben
Unbelegte Behauptung mit einer verlässlichen Quelle prüfen
Rechenweg selbst nachrechnen und vergleichen
Stereotype Darstellung Perspektiven prüfen und fair überarbeiten
Übernommener KI-Vorschlag als Unterstützung transparent machen
Wichtige Entscheidung Verantwortung beim Menschen lassen





Kreuzworträtsel

Quellencheck Wie heißt das Prüfen einer wichtigen Aussage mit einer verlässlichen Quelle?
Datenschutz Welches Wort bezeichnet den Schutz persönlicher Informationen?
Fairness Welcher Begriff beschreibt eine gerechte und nicht benachteiligende Behandlung?
Transparenz Wie heißt es wenn Du KI-Unterstützung nachvollziehbar offenlegst?
Verantwortung Was bleibt beim Menschen wenn KI nur unterstützt?
Selbstbestimmung Welcher Begriff beschreibt eigenständiges begründetes Entscheiden?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim selbstbestimmten Arbeiten setzt der Mensch zuerst sein eigenes

.
Unnötige persönliche Informationen gehören aus einer KI-Eingabe heraus denn wichtig ist

.
Eine überzeugend klingende KI-Antwort kann trotzdem

sein.
Wichtige Tatsachen werden deshalb mit einer passenden

verglichen.
In Mathematik hilft eine eigene

beim Prüfen eines Ergebnisses.
Einseitige oder benachteiligende Darstellungen müssen auf

geprüft werden.
Wer KI-Unterstützung offenlegt handelt

.
Am Ende bleibt die begründete

beim Menschen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. KI-Tagebuch: Beobachte einen Tag lang drei Situationen, in denen KI nützlich sein könnte. Entscheide jeweils, ob Du sie nutzen würdest, und begründe mit einem ZEBRA-Schritt.
  2. Promptvergleich: Formuliere zwei unterschiedliche Prompts für dieselbe Lernfrage. Vergleiche, welcher Dir mehr eigenes Denken lässt.
  3. Quellencheck: Nimm eine überprüfbare Aussage aus einer vorbereiteten KI-Antwort und finde zwei geeignete Quellen, mit denen Du sie kontrollieren kannst.
  4. Datenschutz-Detektiv: Erstelle fünf Beispielsätze mit Informationen, die man besser anonymisiert oder gar nicht in ein KI-System eingibt. Formuliere jeweils eine sichere Alternative.


Standard

  1. Mathematik-Prüflabor: Lass Dir zu einer passenden Aufgabe zwei Lösungswege geben oder nutze vorbereitete Wege. Prüfe beide selbst und erkläre, welcher Weg verständlicher und korrekt ist.
  2. Textwerkstatt: Nutze KI nur zum Brainstorming für eine Geschichte. Schreibe anschließend eine eigene Szene und markiere in einem kurzen Kommentar, welche Entscheidung von Dir stammt.
  3. Faktenlabor: Prüfe drei Aussagen einer KI zu einem Naturwissenschaftsthema. Dokumentiere Quelle, Ergebnis des Checks und Deine Entscheidung zum Weiterverwenden.
  4. Interview zur Quellenkritik: Befrage eine Lehrkraft, Bibliotheksmitarbeiterin, einen Bibliotheksmitarbeiter oder eine andere fachkundige Person dazu, wie sie zweifelhafte Informationen prüft. Vergleiche die Antworten mit dem ZEBRA-Check.


Schwer

  1. Fairness-Audit: Untersuche eine vorbereitete KI-Antwort auf Stereotype, fehlende Perspektiven oder Benachteiligungen. Überarbeite sie und begründe jede wichtige Änderung.
  2. KI im Klassenrat: Entwickelt Regeln dafür, wann KI bei gemeinsamen Klassenentscheidungen beraten darf und wann Menschen selbst diskutieren und abstimmen müssen.
  3. Klassenleitfaden: Gestaltet einen einseitigen Leitfaden „So arbeiten wir selbstbestimmt mit KI“. Verbindet Datenschutz, Quellenprüfung, Fairness, Transparenz und Eigenleistung.
  4. Neue Situation selbst lösen: Wähle eine neue Situation aus Sport, Kunst, Umwelt, Freizeit oder Schule. Entwickle selbst eine KI-Nutzungsstrategie, führe einen ZEBRA-Check durch und verteidige Deine Entscheidung vor der Klasse.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fallentscheidung: Eine KI soll für eine Gruppenarbeit automatisch entscheiden, wer welche Aufgabe übernimmt. Entwickle zwei mögliche Vorgehensweisen und begründe, welche fairer und selbstbestimmter ist.
  2. Arbeitswege vergleichen: Vergleiche einen Arbeitsweg mit ungeprüfter KI-Komplettlösung mit einem Arbeitsweg nach dem ZEBRA-Check. Erkläre, an welchen Stellen sich Lernen und Verantwortung unterscheiden.
  3. Prüfplan entwerfen: Du erhältst eine KI-Antwort mit drei Sachbehauptungen, einer Zahl und einer Quelle. Plane eine möglichst effiziente Prüfung und begründe die Reihenfolge Deiner Schritte.
  4. Fehler als Lernchance: Eine KI-Antwort war falsch, wurde aber bereits in einem Entwurf verwendet. Beschreibe, wie Du den Fehler erkennst, korrigierst und transparent dokumentierst.
  5. Perspektiven abwägen: Ein KI-generiertes Plakat zeigt eine Gruppe Menschen sehr einseitig. Erkläre, welche Folgen das haben kann und wie Du Gestaltung und Arbeitsprozess verbessern würdest.
  6. Transfer ohne Checkliste: Du möchtest KI zur Vorbereitung eines neuen Referats nutzen. Entwickle ohne vorgegebene Reihenfolge einen verantwortlichen Ablauf und begründe, warum Du bestimmte Schritte vor und andere nach der KI-Nutzung einplanst.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Du kannst das eigene Lernziel von der Aufgabe des KI-Werkzeugs unterscheiden.
  2. Du kannst begründen, wann KI sinnvoll, unnötig oder ungeeignet ist.
  3. Du schützt persönliche und sensible Informationen.
  4. Du überprüfst wichtige Aussagen, Zahlen, Rechenwege und Quellen nachvollziehbar.
  5. Du erkennst mögliche Stereotype, Verzerrungen und fehlende Perspektiven.
  6. Du entscheidest selbst, welche KI-Vorschläge Du übernimmst oder verwirfst.
  7. Du machst KI-Unterstützung transparent.
  8. Du kannst Deinen Arbeitsweg und Deine Entscheidung erklären.
  9. Du kannst die Strategie auf eine neue Situation übertragen.




OERs zum Thema


Weitere frei zugängliche Vertiefungen

  1. UNESCO: AI Competency Framework for Students: Hintergrund zu menschenzentrierter KI-Kompetenz, Ethik, Anwendungen und selbstständiger Gestaltung.
  2. Wikipedia: Halluzination bei Künstlicher Intelligenz: Vertiefung zu überzeugend klingenden, aber falschen KI-Ausgaben.
  3. Wikipedia: Algorithmic Bias: Vertiefung zu systematischen Verzerrungen und Fairness.
  4. Wikimedia Commons: Fundort für frei lizenzierte oder gemeinfreie Medien; die konkrete Lizenz steht jeweils auf der Dateiseite.


Medien zur Vertiefung

Der „Künstliche Intelligenz-Check“ von Checker Tobi kann als längere Vertiefung eingesetzt werden. Nutze ihn nicht als alleinige Quelle, sondern vergleiche Aussagen bei Bedarf mit aktuellen Fachinformationen.


Verknüpfte Lernbereiche


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