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Selbstauswahl und fehlende Stimmen in Beteiligungsprojekten

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Selbstauswahl und fehlende Stimmen in Beteiligungsprojekten

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Einleitung

Dieser Werkstattkurs untersucht eine typische Schwierigkeit von Beteiligungsprojekten: Viele Stimmen gehen ein, aber trotzdem ist unklar, wessen Stimmen fehlen. Du arbeitest mit einer vollständig mitgelieferten, konstruierten Online-Befragung zu Jugendvorschlägen. Die Ausgangssituation ist absichtlich methodisch unvollkommen: Vorschläge konnten ausschließlich online abgegeben werden. Dadurch lernst Du, zwischen dem zu unterscheiden, was die Daten wirklich zeigen, was nur plausibel vermutet werden kann und was unbekannt bleibt.

Der Kurs eignet sich für den Einstieg ab Klasse 7. Für das M-Niveau stehen sichere Begriffsanwendung, einfache Auswertungen und ein begründeter Erhebungsplan im Mittelpunkt. Auf E-Niveau untersuchst Du zusätzlich Auswahlmechanismen, fehlende Nenner, Grenzen der Verallgemeinerung und die Logik von Mixed-Mode-Erhebungen.

Das Produkt des Kurses ist ein Erhebungsplan mit klar definierter Bezugsgruppe, mehreren barrierearmen Zugängen, datensparsamer Durchführung und transparent benannten Grenzen.

Medienhinweis zum Bild: „Online Survey Icon or logo DE.svg“, Wikimedia Commons, Autor: Qui1che, Lizenz: CC0 1.0. Die Lizenzangabe ist auf der Dateibeschreibungsseite zu prüfen: Wikimedia Commons.

Medienhinweis zum Video: „jung & aktiv. Jugendbeteiligung in NRW“ ist über die Seite des Kinder- und Jugendrats NRW beim LWL verlinkt. Für eine Weiterverwendung außerhalb der YouTube-Einbettung darf keine freie Lizenz unterstellt werden; die Rechte liegen beim jeweiligen Rechteinhaber beziehungsweise Kanal, sofern dort nichts anderes ausgewiesen ist. Beleg: KiJuRat NRW.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. Bezugsgruppe: eine Bezugsgruppe so formulieren, dass klar ist, für wen Aussagen gelten sollen.
  2. Selbstauswahl: erklären, warum freiwillig über einen offenen Online-Link eingehende Beiträge keine Zufallsstichprobe bilden.
  3. Fehlende Antworten: Item-Nonresponse und Unit-Nonresponse unterscheiden.
  4. Abdeckungsproblem: erkennen, welche Personen durch einen Erhebungsweg möglicherweise gar nicht erreicht werden können.
  5. Zugänglichkeit: mögliche sprachliche, technische, soziale, zeitliche und räumliche Hürden prüfen.
  6. Datensparsamkeit: zusätzliche Zugänge planen, ohne Namen, Adressen, Kontaktdaten oder andere personenbezogene Angaben zu erheben.
  7. Transparenz: Ergebnisse so formulieren, dass Unsicherheiten und Grenzen sichtbar bleiben.
  8. Erhebungsplan: einen begründeten Mixed-Mode-Plan entwickeln.


Werkstattfrage

Wie kann ein Beteiligungsprojekt zusätzliche Stimmen erreichen, ohne aus wenigen freiwilligen Online-Beiträgen mehr zu behaupten, als die Daten tatsächlich hergeben?


Fachlicher Hintergrund


Beteiligung ist mehr als das Sammeln vieler Antworten

Beteiligung ist dann methodisch überzeugend, wenn nicht nur die Zahl der Beiträge betrachtet wird. Wichtig ist auch, wer grundsätzlich zur Bezugsgruppe gehört, über welche Wege diese Menschen erreicht werden können, welche Hürden bestehen und welche Stimmen möglicherweise fehlen.

Die Qualitätsstandards des Bundes zur Kinder- und Jugendbeteiligung betonen, dass Beteiligungsverfahren inklusiv gestaltet, auf mögliche Barrieren geprüft und mit vielfältigen, leicht zugänglichen Wegen verbunden werden sollen. Die Standards verlangen außerdem Transparenz darüber, wer angesprochen wird, wie Ergebnisse genutzt werden und wie digitale Angebote zugänglich sind. Methodische Orientierung: Mitwirkung mit Wirkung – Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung.


Bezugsgruppe, Erhebungspopulation und Beiträge

Die Bezugsgruppe ist die Gruppe, über die Du am Ende etwas aussagen möchtest. Im Werkstattfall lautet sie:

Alle 12- bis 17-Jährigen mit Hauptwohnsitz in der fiktiven Kommune Lindenfeld.

Davon zu unterscheiden sind:

  1. Erhebungspopulation: diejenigen, die über den gewählten Erhebungsweg überhaupt eine realistische Chance haben, den Aufruf wahrzunehmen und zu antworten.
  2. Teilnehmende: diejenigen, die tatsächlich einen Beitrag abgeben.
  3. Beiträge: einzelne eingegangene Vorschläge. Ein Beitrag ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einer Person.

Diese Unterscheidung ist für offene Online-Links besonders wichtig. Wenn keine eindeutigen Personenkennungen erhoben werden, kann eine Person mehrere Vorschläge einreichen. Gerade weil in diesem Kurs bewusst keine personenbezogenen Daten erhoben werden, bleibt die Zahl der unterschiedlichen Teilnehmenden unbekannt.


Selbstauswahl

Bei einer offenen Online-Beteiligung entscheiden potenzielle Teilnehmende selbst, ob sie den Link öffnen und etwas einreichen. Das nennt man Selbstauswahl oder Selbstselektion. GESIS beschreibt offene Webbefragungen über Links, Banner, Newsletter oder ähnliche Wege als Designs mit starker beziehungsweise vollständiger Selbstauswahl. Dadurch sind systematische Unterschiede zwischen den Teilnehmenden und der Bezugsgruppe möglich.

Belegstelle: GESIS Survey Guidelines – Sampling in Practice, Abschnitt zu Online-Samples.

Die Folge ist wichtig: Aus der bloßen Zahl oder Häufigkeit freiwilliger Online-Beiträge darf nicht automatisch geschlossen werden, dass die gesamte Bezugsgruppe dieselben Ansichten in denselben Anteilen vertritt.


Coverage: Wer kann überhaupt teilnehmen?

Coverage beschreibt, wie gut der Erhebungsweg die Bezugsgruppe abdeckt. Eine reine Webbefragung setzt mindestens voraus, dass die betreffende Person Zugang zu einem geeigneten Gerät, einer Internetverbindung und einer nutzbaren Oberfläche hat. Zusätzlich können Sprache, Lesbarkeit, Bedienbarkeit, Zeit, Vertrauen und das Wissen über den Aufruf eine Rolle spielen.

GESIS weist bei Web Surveys ausdrücklich darauf hin, dass die Passung zwischen Zielpopulation und tatsächlich über das Web erreichbarer Population geprüft werden muss. Methodische Orientierung: GESIS Survey Guidelines – Web Surveys.

Wichtig: Eine hohe allgemeine Internetnutzung bei Jugendlichen beweist nicht, dass ein bestimmter Online-Aufruf alle Jugendlichen erreicht. Ein Link kann beispielsweise an Personen vorbeigehen, die den verwendeten Kanal nicht nutzen, die Veröffentlichung nicht sehen oder mit dem Formular nicht zurechtkommen.


Fehlende Antworten: Item- und Unit-Nonresponse

Item-Nonresponse liegt vor, wenn ein Beitrag grundsätzlich eingegangen ist, aber eine einzelne Frage unbeantwortet bleibt.

Unit-Nonresponse liegt vor, wenn eine ausgewählte oder eingeladene Person überhaupt nicht teilnimmt. Bei einem offenen Link ist Unit-Nonresponse oft schwer zu bestimmen, weil nicht klar ist, wie viele eindeutig bestimmbare Personen tatsächlich eingeladen oder erreicht wurden.

GESIS unterscheidet diese beiden Formen ausdrücklich. Methodische Orientierung: GESIS Survey Guideline – Nonresponse Bias Analysis.


Fehlende Stimme ist nicht dasselbe wie fehlende Antwort

Eine fehlende Antwort ist in den Daten sichtbar, etwa ein leeres Feld.

Eine fehlende Stimme ist schwieriger: Sie betrifft Perspektiven von Menschen, die gar nicht in den eingegangenen Beiträgen vorkommen. Solche fehlenden Stimmen sind oft gerade deshalb problematisch, weil sie im Datensatz nicht direkt sichtbar sind.

Darum unterscheidest Du im Kurs drei Aussagearten:

Aussageart Bedeutung Beispiel
Beobachtung direkt im Material feststellbar Bei sechs Beiträgen fehlt die Begründung.
Plausible Hypothese durch Erhebungsweg oder Quelle begründbar, aber nicht im Datensatz bewiesen Jugendliche ohne nutzbaren Online-Zugang könnten ausgeschlossen worden sein.
Unbekannt mit dem vorhandenen Material nicht bestimmbar Wie viele verschiedene Jugendliche hinter den 24 Beiträgen stehen.


Barrierearm planen, ohne Vollständigkeit vorzutäuschen

Die BITV 2.0 nennt für digitale Angebote öffentlicher Stellen die Prinzipien wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust. Sie ist für diesen Unterrichtskurs eine fachliche Orientierung zur Zugänglichkeit; ob und wie sie in einem konkreten Schul- oder Jugendprojekt rechtlich gilt, muss im Einzelfall geklärt werden. Quelle: § 3 BITV 2.0.

Medienhinweis zum Bild: „Logo accessibility.svg“, Wikimedia Commons, Autor: Manjiro5, Lizenz: CC0 1.0. Quelle und Lizenz: Wikimedia Commons.

Barrierearm ist in diesem Kurs bewusst die vorsichtigere Formulierung. Ein Projekt kann viele Hürden abbauen, ohne garantieren zu können, für jeden Menschen vollständig barrierefrei zu sein.


Datensparsamkeit

Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe c der DSGVO formuliert den Grundsatz der Datenminimierung: Personenbezogene Daten sollen auf das für den Zweck notwendige Maß beschränkt werden. Quelle: EUR-Lex, DSGVO Artikel 5.

Für diese Werkstatt bedeutet das praktisch: Wenn Du nur wissen möchtest, welche Ideen für einen Jugendort bestehen, brauchst Du normalerweise keinen Namen, keine E-Mail-Adresse, keine Telefonnummer und keine genaue Wohnadresse. Auch scheinbar harmlose Zusatzangaben können in kleinen Gruppen in Kombination identifizierbar werden.


Methodische Quellenorientierung

Die folgenden Quellen liefern Orientierung für den Kurs. Sie werden nicht als Beweis für die konstruierten Unterrichtsdaten verwendet.

  1. Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die Qualitätsstandards „Mitwirkung mit Wirkung“ fordern inklusive, leicht zugängliche und transparente Beteiligung sowie die Prüfung von Teilhabebarrieren. Quelle
  2. GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften: Die Survey Guidelines erklären Coverage, Sampling, Selbstauswahl und Nonresponse. Web Surveys und Sampling in Practice.
  3. Bundesrecht: Die BITV 2.0 dient als Orientierung für wahrnehmbare, bedienbare, verständliche und robuste digitale Gestaltung. BITV 2.0.
  4. Europäische Union: Die DSGVO nennt Datenminimierung als Grundsatz der Verarbeitung personenbezogener Daten. DSGVO.
  5. Deutsches Historisches Museum: Bei einer Besucherbefragung zur Kinder- und Familienausstellung wurde die Teilnahme als freiwillig beschrieben und darauf hingewiesen, dass keine personenbezogenen Daten erhoben werden. Deutsches Historisches Museum.
  6. Deutsches Historisches Museum: Ein Outreach-Projekt beschreibt das aktive Zugehen auf im Museum unterrepräsentierte Gruppen und kennzeichnet eine eigene Jugendbefragung ausdrücklich als nicht repräsentativ. DHM Journal – Aufklärung NOW.
  7. Bundeszentrale für politische Bildung: Das Unterrichtsangebot „Partizipation 2.0“ richtet sich unter anderem an Klassen 7 bis 10 und verbindet E-Partizipation mit eigener Befragungsarbeit. bpb – Partizipation 2.0.


Werkstattablauf


Phase 1: Was wissen wir wirklich?

Lies zuerst nur den Projektsteckbrief und die 24 Beiträge. Markiere jede Aussage, die direkt aus dem Material folgt. Trenne sie von Vermutungen.


Phase 2: Wo fehlen Antworten?

Zähle fehlende Einträge in den optionalen Fragen. Berechne auf M-Niveau einfache Anteile. Auf E-Niveau prüfst Du zusätzlich, welche fehlenden Informationen überhaupt sinnvoll interpretierbar sind.


Phase 3: Wer könnte fehlen?

Untersuche nicht die Personen, sondern den Erhebungsweg. Frage: Welche Voraussetzungen muss ein junger Mensch erfüllen, um über diesen Weg eine realistische Beteiligungschance zu haben?


Phase 4: Zusätzliche Wege planen

Entwickle mindestens drei zusätzliche Zugänge. Mindestens einer soll offline möglich sein. Kein Zugang darf Namen, Kontaktangaben oder eine Registrierung verlangen.


Phase 5: Grenzen transparent machen

Formuliere einen kurzen Ergebnistext, der deutlich sagt:

  1. welche Bezugsgruppe gemeint ist,
  2. wie Beiträge gesammelt wurden,
  3. was die Daten zeigen,
  4. was sie nicht zeigen,
  5. welche zusätzlichen Wege geplant sind.


Material A: Projektsteckbrief

Fiktiver Projektname: Freiraum Lindenfeld

Entscheidungsfrage: Welche Veränderungen an öffentlichen Jugendorten sollen in Lindenfeld in den nächsten zwei Jahren geprüft werden?

Bezugsgruppe: alle 12- bis 17-Jährigen mit Hauptwohnsitz in Lindenfeld.

Erste Erhebungsphase: sieben Tage.

Erhebungsweg: ausschließlich ein Online-Formular. Der Link wurde auf der kommunalen Website und über den öffentlichen Instagram-Auftritt der Kommune verbreitet.

Fragen im Formular:

  1. Frage 1: „Was soll sich an Jugendorten in Lindenfeld ändern?“ – Pflichtfeld.
  2. Frage 2: „Warum ist Dir das wichtig?“ – freiwillig.
  3. Frage 3: „Wie könnte die Idee umgesetzt werden?“ – freiwillig.

Datenschutzregel im Unterrichtsfall: Es wurden keine Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten, genauen Wohnorte oder Accounts abgefragt. Der Unterrichtsexport enthält keine IP-Adressen, Gerätekennungen oder Trackingdaten. Die Beitragscodes V01 bis V24 wurden erst für die Auswertung vergeben.

Wichtige Grenze: Das System verhindert nicht sicher, dass dieselbe Person mehrere Vorschläge einreicht. Deshalb bedeutet „24 Beiträge“ nicht „24 verschiedene Jugendliche“.

Formularbedingungen: Standardsprache Deutsch, Freitextfelder, keine Version in Leichter Sprache, keine Übersetzung, keine geprüfte Screenreader-Dokumentation, keine Offline-Abgabe, keine betreute mündliche Eingabe.


Material B: Konstruiertes Bezugsgruppenmaterial

Die folgenden Zahlen sind vollständig erfundene Unterrichtsdaten und keine reale Kommunalstatistik. Sie dienen nur dazu, den Unterschied zwischen Bezugsgruppe und Beiträgen zu üben.

Altersgruppe Zahl in der Bezugsgruppe
12 bis 13 Jahre 340
14 bis 15 Jahre 365
16 bis 17 Jahre 375
Gesamt 1080

Zusätzlich gilt für das Planspiel:

Wohnbereich Zahl in der Bezugsgruppe
Nord 420
Mitte 390
Süd 270

Achtung: Der Online-Fragebogen hat Alter und Wohnbereich nicht erhoben. Deshalb kannst Du nicht feststellen, wie sich die eingegangenen Beiträge auf diese Gruppen verteilen. Genau diese Informationslücke ist Teil der Aufgabe.


Material C: 24 Online-Vorschläge

Alle Vorschläge sind konstruiertes Unterrichtsmaterial. Sie stammen nicht von realen Jugendlichen und dürfen nicht als reale Zitate ausgegeben werden.

Code Frage 1: Vorschlag Frage 2: Warum wichtig? Frage 3: mögliche Umsetzung
V01 Mehr Schatten am Skateplatz Im Sommer wird die Fläche sehr heiß. Sonnensegel oder Bäume
V02 Überdachte Sitzplätze an der Bushaltestelle beim Sportfeld Nachmittags warten dort viele lange. Überdachte Bank
V03 Jugendtreff am Freitag länger öffnen — Späterer Schließtermin
V04 Kleine Pumptrack-Strecke Es gibt wenig Platz zum Radfahren ohne Autos. Modulare Strecke
V05 Kostenloser Trinkbrunnen An heißen Tagen fehlt Wasser in der Nähe. Brunnen am Sportfeld
V06 Ruhiger Lernraum am Nachmittag Nicht alle können zuhause ungestört lernen. —
V07 Bessere Beleuchtung am Weg zum Jugendtreff Der Weg ist abends schlecht einsehbar. Blendarm geplante Beleuchtung
V08 Defekten Basketballkorb ersetzen Der Platz kann sonst kaum genutzt werden. Korb reparieren oder austauschen
V09 Proberaum für Musikgruppen — Buchbarer Raum im Jugendhaus
V10 Legale Graffiti-Wand Kreative Flächen fehlen. —
V11 Überdachter Treffpunkt ohne Konsumzwang Nicht alle wollen oder können etwas kaufen. Tisch, Sitzflächen und Dach
V12 Späterer Bus am Freitag und Samstag Veranstaltungen enden oft nach dem letzten Bus. Zusätzliche Abendverbindung prüfen
V13 Stufenfreier Zugang zum Jugendhaus Treppen können Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ausschließen. Rampe oder geeignete bauliche Lösung
V14 Hinweise in Einfacher Sprache und mit Piktogrammen Manche Informationen sind unnötig kompliziert. —
V15 Öffentlich zugängliche Toilette Bei längeren Aufenthalten fehlt eine Toilette. Barrierearme Toilettenlösung prüfen
V16 Sichere Lademöglichkeiten für Handys — Abschließbare Ladefächer
V17 Monatlicher Spieleabend — —
V18 Mehr Bäume auf dem Platz Schatten fehlt. —
V19 Kostenlose Ausleihe von Bällen und Sportmaterial Nicht alle bringen eigene Sachen mit. Ausleihschrank am Jugendtreff
V20 Anonyme Ideenbox in Schulen Nicht alle möchten Vorschläge online schreiben. Papierkarten ohne Namen
V21 Möglichkeit, einen Vorschlag mündlich abzugeben — Betreute Verschriftlichung ohne Tonaufnahme
V22 Gebärdensprach-Unterstützung bei größeren Beteiligungstreffen Gesprochene Veranstaltungen sind nicht für alle gleich zugänglich. —
V23 Mobiler Ideenstand nach Schulschluss — Pop-up-Stand an wechselnden Orten
V24 Kurze Informationen in mehreren Sprachen Ein deutscher Langtext kann eine Zugangshürde sein. —


Material D: Erste Auswertung

Aus dem Material kannst Du sicher feststellen:

  1. Es liegen 24 Beiträge vor.
  2. Frage 1 hat keine fehlenden Antworten, weil sie Pflichtfeld war.
  3. Bei Frage 2 fehlen 6 von 24 Antworten. Das sind 25 Prozent der Beiträge.
  4. Bei Frage 3 fehlen 7 von 24 Antworten. Das sind rund 29,2 Prozent der Beiträge.
  5. Die Zahl der verschiedenen Personen hinter den Beiträgen ist unbekannt.
  6. Alter, Wohnbereich und weitere Merkmale der Beitragenden sind unbekannt.
  7. Eine Teilnahmequote für Personen kann nicht seriös als 24 geteilt durch 1080 berechnet werden, weil 24 Beiträge nicht zwingend 24 Personen entsprechen und die offene Online-Erhebung keine vollständige Liste individuell eingeladener Personen verwendet.


M-Niveau: Grundauswertung

Berechne die beiden Anteile fehlender Antworten nach der Formel:

Anteil fehlender Antworten = Zahl fehlender Antworten geteilt durch Zahl der eingegangenen Beiträge

Prüfe anschließend, welche Aussagen direkt aus dem Datensatz folgen.


E-Niveau: Vertiefung

Untersuche zusätzlich:

  1. Warum ist eine klassische personenbezogene Rücklaufquote hier nicht bestimmbar?
  2. Warum kann eine Gewichtung fehlende Stimmen nicht automatisch „reparieren“, wenn geeignete Informationen über Auswahlwahrscheinlichkeiten und Teilnehmende fehlen?
  3. Welche Unterschiede bestehen zwischen fehlender Antwort, fehlender Stimme und fehlender Abdeckung?
  4. Welche Aussagen würden eine Zufallsstichprobe voraussetzen, die hier nicht vorliegt?


Material E: Hürden-Check

mögliche Hürde Was ist beobachtbar? Was bleibt unsicher? barriereärmere Ergänzung ohne personenbezogene Daten
Kein oder instabiler Internetzugang Die Erhebung war nur online. Wie viele Jugendliche betroffen sind. Anonyme Papierkarten und Vor-Ort-Abgabe
Aufruf nicht gesehen Verbreitung nur über Website und Instagram. Wer den Aufruf tatsächlich gesehen hat. Ansprache an Schulen, Jugendhäusern, Bibliothek und Sportorten
Schwierige Sprache Formular nur in Standardsprache Deutsch. Für wen die Sprache tatsächlich zu schwer war. Einfache Sprache, Piktogramme, kurze Übersetzungen
Freitext als Bedienhürde Alle Eingaben mussten geschrieben werden. Wie viele Personen deshalb nicht teilnahmen. Mündliche Angabe mit sofortiger Verschriftlichung ohne Tonaufnahme
Seh- oder Bedienbarrieren Eine geprüfte Screenreader- und Tastaturdokumentation fehlt. Ob einzelne Personen konkret gescheitert sind. technisch geprüfte zugängliche Version, Tastaturbedienung, klare Kontraste
Misstrauen gegenüber Datenerhebung Keine personenbezogenen Angaben wurden abgefragt. Ob trotzdem Datenschutzsorgen bestanden. kurze Datenschutzerklärung, keine Registrierung, klare Lösch- und Nutzungsinformation


Material F: Erhebungsplan – Vorlage für das Produkt

Fülle den Plan vollständig aus.

Planungsfeld Dein Eintrag
Entscheidungsfrage Welche Entscheidung soll durch die Beteiligung vorbereitet werden?
Bezugsgruppe Wer soll grundsätzlich eine Beteiligungschance haben?
Begründung der Bezugsgruppe Warum gehört diese Gruppe zum Projekt?
bisheriger Erhebungsweg Welche Wege wurden bereits genutzt?
erkennbare Coverage-Lücke Wer kann durch den bisherigen Weg möglicherweise nicht erreicht werden?
zusätzlicher Weg 1 Offline oder vor Ort, ohne personenbezogene Daten
zusätzlicher Weg 2 sprachlich oder kommunikativ barriereärmer
zusätzlicher Weg 3 technisch barriereärmer
Fragen Welche wenigen Fragen sind für die Entscheidung wirklich nötig?
Datensparsamkeit Welche Angaben werden ausdrücklich nicht erhoben?
Umgang mit Mehrfacheinreichungen Wie wird transparent damit umgegangen, wenn Beiträge nicht eindeutig Personen zugeordnet werden?
Umgang mit fehlenden Antworten Welche Felder dürfen leer bleiben und wie wird das berichtet?
Dokumentation Welche Zahl wird gezählt: Beiträge, Kontakte, Veranstaltungen oder etwas anderes?
Auswertung Welche Aussagen sind zulässig, welche nicht?
Rückmeldung Wie erfahren Jugendliche, was mit den Vorschlägen passiert?
Grenzen Welche Unsicherheiten bleiben auch nach der Ergänzung bestehen?


Muster für einen datensparsamen Zusatzplan

Das folgende Muster ist ein Beispiel, keine einzig richtige Lösung.

Zugang Durchführung Welche personenbezogenen Daten? methodischer Nutzen
Papierkarte Karten liegen in Schule, Jugendhaus, Bibliothek und Sporthalle; Einwurf in verschlossene Box. keine erreicht auch Personen, die den Online-Link nicht nutzen möchten oder können
Mobiler Ideenstand Zwei geschulte Personen besuchen wechselnde Jugendorte; Ideen können gezeigt, geschrieben oder mündlich genannt werden. keine; keine Audioaufnahme senkt Schreib- und Zugangshürden
Symbol- und Kartenwand Vorschläge werden mit Piktogrammen, Klebepunkten und kurzen Textkarten gesammelt. keine ermöglicht Beteiligung mit wenig Text
zugänglichere Webversion kurze Sätze, Tastaturbedienung, Screenreader-Prüfung, verständliche Erklärung, keine Registrierung keine verbessert den bestehenden digitalen Zugang
moderierte Kleingruppe Gruppen sammeln Ideen auf anonymen Karten; keine Teilnehmendenliste für die Auswertung keine für die inhaltliche Erhebung ermöglicht Rückfragen und Verständigung

Grenze: Auch mehrere Wege erzeugen nicht automatisch eine repräsentative Stichprobe. Sie können Zugänge verbreitern und systematische Ausschlüsse verringern, ohne jede Verzerrung zu beseitigen.


Ein transparenter Ergebnistext

Ein methodisch sauberer Kurzbericht könnte so aufgebaut sein:

Bezugsgruppe: Das Projekt richtet sich an alle 12- bis 17-Jährigen mit Hauptwohnsitz in Lindenfeld.

Datenherkunft: In einer ersten Phase gingen über ein offenes Online-Formular 24 Vorschlagsbeiträge ein.

Zulässige Aussage: Die Beiträge zeigen, welche Themen in dieser Sammlung genannt wurden.

Nicht zulässige Verallgemeinerung: Aus den Beiträgen lässt sich nicht ableiten, wie groß die Zustimmung zu einzelnen Vorschlägen in der gesamten Bezugsgruppe ist.

Grenzen: Die Zahl unterschiedlicher Teilnehmender ist unbekannt. Die Erhebung erfasste keine Alters- oder Wohnbereichsangaben. Personen, die den Online-Aufruf nicht sehen oder das Formular nicht nutzen konnten, hatten in der ersten Phase keinen gleichwertigen Erhebungsweg.

Nächster Schritt: Ergänzt werden anonyme Papierkarten, mobile Ideenstände und eine zugänglichere Online-Version. Danach werden die Ergebnisse erneut zusammengeführt und die verbleibenden Grenzen dokumentiert.


Drei kurze Auswahlaufgaben mit Hilfen, Belegstellen und Lösungen


Auswahlaufgabe 1: Was darfst Du behaupten?

Welche Aussage ist mit dem Material eindeutig vereinbar?

A: In der Online-Sammlung gingen 24 Vorschlagsbeiträge ein.
B: Genau 24 verschiedene Jugendliche beteiligten sich.
C: Die meisten Jugendlichen in Lindenfeld bevorzugen die am häufigsten genannte Idee.
D: Die Online-Erhebung ist repräsentativ für alle 12- bis 17-Jährigen.

Hilfestufe 1: Prüfe, ob die Aussage nur das beschreibt, was tatsächlich gezählt wurde.

Hilfestufe 2: Ein Beitrag ist nicht zwingend eine Person, und ein offener Online-Link erzeugt keine Zufallsstichprobe.

Belegstelle: GESIS – Sampling in Practice, Abschnitt zu Web Surveys und Selbstauswahl.

Erläuterte Lösung: A ist richtig. Gezählt wurden 24 Beiträge. Weil keine Personenkennung erhoben wurde, ist die Zahl unterschiedlicher Personen unbekannt. Aussagen über Mehrheiten in der gesamten Bezugsgruppe wären mit diesem Design nicht abgesichert.


Auswahlaufgabe 2: Welche Art von fehlender Antwort liegt vor?

Bei V03 ist Frage 1 beantwortet, Frage 2 aber leer. Wie wird das methodisch bezeichnet?

A: Item-Nonresponse
B: Unit-Nonresponse
C: Zufallsstichprobe
D: Vollerhebung

Hilfestufe 1: Frage Dich, ob die ganze Erhebungseinheit fehlt oder nur eine einzelne Antwort.

Hilfestufe 2: Der Beitrag V03 ist vorhanden; lediglich ein Feld ist leer.

Belegstelle: GESIS – Nonresponse Bias Analysis.

Erläuterte Lösung: A ist richtig. Ein vorhandener Beitrag mit einem unbeantworteten Item ist Item-Nonresponse. Unit-Nonresponse wäre das vollständige Ausbleiben einer eingeladenen Erhebungseinheit.


Auswahlaufgabe 3: Welcher Zusatzweg passt am besten?

Welcher Zusatzweg senkt eine Online-Hürde und kommt ohne personenbezogene Daten aus?

A: Anonyme Papierkarten plus betreute Verschriftlichung mündlicher Ideen ohne Tonaufnahme
B: Teilnahme nur nach Anmeldung mit E-Mail-Adresse
C: Vorschläge ausschließlich per Instagram-Direktnachricht
D: Telefonische Sprachnachricht mit gespeicherter Rufnummer

Hilfestufe 1: Suche einen Weg, der den Online-Zwang reduziert.

Hilfestufe 2: Prüfe zusätzlich, ob Name, Account, Telefonnummer oder Audioaufnahme nötig wären.

Belegstelle: BMBFSFJ – Qualitätsstandards, DSGVO Artikel 5.

Erläuterte Lösung: A ist richtig. Der Weg eröffnet eine nicht-digitale Beteiligungsmöglichkeit und kann ohne personenbezogene Daten durchgeführt werden. Die anderen Optionen erzeugen zusätzliche Account-, Kontakt- oder Aufzeichnungshürden.


Freie Urteile: offen entscheiden, aber prüfbar begründen

Nicht jede Frage dieses Kurses hat genau eine richtige Antwort. Beispiel:

Soll Lindenfeld die politische Entscheidung verschieben, bis zusätzliche Beteiligungswege durchgeführt wurden?

Diese Frage bleibt offen. Eine starke Antwort muss nicht zu einem bestimmten Ergebnis kommen, sondern ein begründetes Urteil entwickeln.

Nutze das E-F-U-T-Modell:

  1. Evidenz: Welche Beobachtungen sind sicher, welche nur vermutet?
  2. Fairness: Welche Menschen hatten bisher gute oder schlechte Beteiligungschancen?
  3. Umsetzbarkeit: Welche Zeit, Räume, Kosten und organisatorischen Grenzen bestehen?
  4. Transparenz: Werden Unsicherheiten, Zielkonflikte und Grenzen offen benannt?

Prüfkriterien für freie Urteile:

Kriterium Prüf-Frage
Quellenbezug Werden Daten und Quellen korrekt verwendet?
Trennung von Fakt und Vermutung Ist erkennbar, was beobachtet, plausibel oder unbekannt ist?
Perspektiven Werden mögliche fehlende Stimmen berücksichtigt, ohne sie zu erfinden?
Datenschutz Kommt die vorgeschlagene Lösung mit möglichst wenigen Daten aus?
Zugänglichkeit Werden sprachliche, technische und soziale Barrieren bedacht?
Umsetzbarkeit Ist der Vorschlag praktisch realisierbar?
Grenzen Sagt die Antwort, was auch nach der Maßnahme unsicher bleibt?


Transferfall: Jugendstimmen im Museum

Der folgende Fall ist konstruiert. Er ist nicht die Beschreibung eines realen Museumsprojekts.

Ein Stadtmuseum möchte eine neue Jugendzone entwickeln. Ein QR-Code am Ausgang fragt Besucherinnen und Besucher zwischen 12 und 17 Jahren: „Welches Thema soll die neue Jugendzone behandeln?“ Die Museumsleitung möchte anschließend sagen, das Ergebnis zeige „die Wünsche der Jugendlichen der Stadt“.

Problem: Die Bezugsgruppe „alle Jugendlichen der Stadt“ ist größer als die Gruppe „Jugendliche, die das Museum besuchen und den QR-Code nutzen“. Damit entsteht eine Coverage-Lücke. Jugendliche, die das Museum nicht besuchen, können über diesen Weg gar keine Stimme abgeben.

Transferauftrag: Entwickle einen besseren Erhebungsplan mit mindestens drei zusätzlichen Orten oder Modi. Denke an Schulen, Jugendhäuser, öffentliche Plätze, Bibliotheken und inklusive Einrichtungen. Erhebe dabei keine Namen oder Kontaktdaten.

Museumsorientierung: Das Deutsche Historische Museum beschreibt Outreach als aktives Zugehen auf Gruppen, die im Museum unterrepräsentiert sind. In einem anderen DHM-Angebot wurde eine freiwillige Besucherbefragung angekündigt, bei der keine personenbezogenen Daten erhoben werden sollten. Diese Quellen begründen die methodische Orientierung, nicht den konstruierten Transferfall: DHM – Outreach und DHM – Besucherbefragung.


Unsicherheiten, Datenherkunft und Medienrechte

Element Herkunft Was ist sicher? Grenze oder Rechtehinweis
24 Jugendvorschläge eigens konstruiertes Unterrichtsmaterial dieses aiMOOCs Inhalt und fehlende Felder sind vollständig angegeben keine realen Personen, keine reale Kommune, keine realen Zitate
Bezugsgruppenzahlen eigens konstruiertes Unterrichtsmaterial Summen sind für die Aufgaben festgelegt keine amtliche Statistik
Aussagen zu Selbstauswahl, Coverage und Nonresponse GESIS Survey Guidelines methodische Fachorientierung auf den konkreten Planspielfall übertragen
Aussagen zu inklusiver Jugendbeteiligung BMBFSFJ-Qualitätsstandards öffentliche Behördenpublikation keine Behauptung, dass jede einzelne Empfehlung rechtlich verpflichtend ist
Barrierefreiheitsprinzipien BITV 2.0 Rechtsquelle für den dort geregelten Anwendungsbereich konkrete Rechtsanwendbarkeit im Schulprojekt ist gesondert zu prüfen
Datenminimierung DSGVO Artikel 5 unionsrechtlicher Grundsatz dieser Kurs ersetzt keine Rechtsberatung
Online Survey Icon Wikimedia Commons CC0 laut Dateibeschreibung Lizenzseite bei Nutzung erneut prüfen
Accessibility Icon Wikimedia Commons CC0 laut Dateibeschreibung Lizenzseite bei Nutzung erneut prüfen
YouTube-Video KiJuRat NRW/LWL-Verweis, YouTube öffentlich eingebettetes Video keine freie Lizenz behauptet; Rechte beim Rechteinhaber prüfen

Regel gegen erfundene Quellen: In diesem aiMOOC werden keine erfundenen Aussagen als echte Zitate ausgegeben. Wo Quellen verwendet werden, sind sie als Belegstellen verlinkt. Wo Daten erfunden wurden, steht ausdrücklich „konstruiertes Unterrichtsmaterial“.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet Selbstauswahl bei einer offenen Online-Beteiligung? (Interessierte entscheiden selbst, ob sie teilnehmen) (!Alle Personen der Bezugsgruppe werden zufällig ausgewählt) (!Jede Person muss genau einmal antworten) (!Fehlende Antworten werden automatisch ersetzt)




Was ist die Bezugsgruppe eines Beteiligungsprojekts? (Der Personenkreis, über den Aussagen gemacht werden sollen) (!Nur die Personen mit vollständig ausgefülltem Fragebogen) (!Alle Menschen mit einem Internetzugang) (!Nur die Personen, die den Aufruf geteilt haben)




Was ist Item-Nonresponse? (Eine einzelne Frage in einem vorhandenen Beitrag bleibt unbeantwortet) (!Eine Person wird zufällig ausgewählt) (!Die gesamte Bezugsgruppe nimmt teil) (!Ein zweiter Erhebungsweg wird ergänzt)




Was bedeutet Unit-Nonresponse? (Eine ausgewählte oder eingeladene Einheit nimmt gar nicht teil) (!Ein einzelnes freiwilliges Feld bleibt leer) (!Eine Antwort wird doppelt codiert) (!Ein Formular ist in Leichter Sprache verfügbar)




Warum sind 24 Beiträge nicht automatisch 24 verschiedene Jugendliche? (Ohne Personenkennung können Mehrfacheinreichungen nicht sicher ausgeschlossen werden) (!Weil jede Online-Antwort immer von zwei Personen stammt) (!Weil Online-Formulare keine Texte speichern) (!Weil Beiträge nicht gezählt werden dürfen)




Was beschreibt ein Coverage-Problem? (Teile der Bezugsgruppe können durch den Erhebungsweg schlecht oder gar nicht erreicht werden) (!Eine Antwort enthält einen Rechtschreibfehler) (!Eine Idee ist besonders beliebt) (!Ein Fragebogen hat eine Überschrift)




Welche Maßnahme passt zum Grundsatz der Datensparsamkeit? (Nur Angaben erheben, die für den Erhebungszweck wirklich nötig sind) (!Immer Namen und Telefonnummern abfragen) (!Alle verfügbaren Gerätedaten speichern) (!Nur registrierte Accounts zulassen)




Welche Aussage ist für die Online-Sammlung methodisch zulässig? (In der Sammlung wurden bestimmte Vorschläge genannt) (!Die häufigste Idee ist sicher die Mehrheitsmeinung aller Jugendlichen) (!Die Sammlung ist automatisch repräsentativ) (!Nicht Teilnehmende teilen sicher keine der genannten Ansichten)




Warum können mehrere Erhebungswege sinnvoll sein? (Sie können unterschiedliche Zugangshürden verringern) (!Sie garantieren immer Repräsentativität) (!Sie machen eine Bezugsgruppe überflüssig) (!Sie verhindern jede fehlende Antwort)




Was gehört in einen transparenten Ergebnisbericht? (Datenherkunft, Bezugsgruppe, Grenzen und zulässige Aussagen) (!Nur die beliebtesten Vorschläge) (!Nur die Gesamtzahl ohne Methodenerklärung) (!Eine erfundene Schätzung fehlender Stimmen)





Memory

Selbstauswahl Teilnahme aus eigener Entscheidung bei offenem Zugang
Bezugsgruppe Personenkreis, auf den Aussagen zielen
Item-Nonresponse einzelne Antwort innerhalb eines vorhandenen Beitrags fehlt
Unit-Nonresponse eine ausgewählte Einheit antwortet überhaupt nicht
Coverage Abdeckung der Bezugsgruppe durch den Erhebungsweg
Mixed-Mode Kombination mehrerer Erhebungswege





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Beobachtung direkt im Datensatz feststellbar
Hypothese plausibel, aber nicht direkt nachgewiesen
Unbekannt mit dem vorhandenen Material nicht bestimmbar
Zusatzweg neue Beteiligungsmöglichkeit zur Verringerung einer Zugangshürde
Transparenz Grenzen und Datenherkunft offen benennen





Kreuzworträtsel

Selbstauswahl Wie heißt es, wenn Interessierte selbst entscheiden, ob sie an einer offenen Erhebung teilnehmen?
Bezugsgruppe Wie heißt der Personenkreis, über den Aussagen gemacht werden sollen?
Nonresponse Welcher Fachbegriff bezeichnet das Ausbleiben von Antworten?
Barrierefreiheit Welches Ziel beschreibt möglichst zugängliche Gestaltung für unterschiedliche Bedürfnisse?
Datenminimierung Welcher DSGVO-Grundsatz verlangt die Beschränkung auf notwendige personenbezogene Daten?
Transparenz Wie nennt man das offene Benennen von Herkunft, Verfahren und Grenzen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Gruppe, über die ein Beteiligungsprojekt Aussagen machen möchte, heißt

. Bei einem offenen Link können Interessierte selbst entscheiden, ob sie teilnehmen; dies nennt man

. Wenn eine einzelne Frage in einem vorhandenen Beitrag leer bleibt, liegt

vor. Wenn Teile der Bezugsgruppe durch einen Erhebungsweg kaum erreichbar sind, besteht ein

-Problem. Mehrere kombinierte Erhebungswege werden als

bezeichnet. Der DSGVO-Grundsatz, nur notwendige personenbezogene Daten zu verarbeiten, heißt

. Unsichere Annahmen müssen als

gekennzeichnet werden. Ein Ergebnisbericht soll seine methodischen

offen nennen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Datenspuren prüfen: Markiere im Material C alle Stellen, an denen eine Antwort fehlt, und erkläre, warum diese Lücken etwas anderes sind als vollständig fehlende Stimmen.
  2. Aussagen sortieren: Formuliere je drei Beobachtungen, plausible Hypothesen und unbekannte Punkte zum Werkstattfall.
  3. Barrieren suchen: Untersuche das Online-Formular aus Material A und finde mindestens vier mögliche Zugangsbarrieren.
  4. Datensparsame Karte: Gestalte eine anonyme Papierkarte mit höchstens drei Fragen, die ohne Namen und Kontaktdaten auskommt.


Standard

  1. Erhebungswege vergleichen: Vergleiche Online-Formular, Papierkarte und mobilen Ideenstand nach Zugänglichkeit, Aufwand, möglichen Verzerrungen und Datenschutz.
  2. Barrierearme Information: Schreibe den Projektaufruf in kurzen, verständlichen Sätzen um und ergänze eine Version mit Piktogramm-Ideen.
  3. Pilotierung: Teste eine selbst erstellte, anonyme Drei-Fragen-Karte in Deiner Lerngruppe. Erhebe keine Namen oder persönlichen Merkmale. Dokumentiere nur, welche Fragen unklar waren.
  4. Transparenzbericht: Schreibe einen 150-Wörter-Bericht zur ersten Online-Phase, ohne Repräsentativität zu behaupten.


Schwer

  1. Mixed-Mode-Design: Entwickle einen vollständigen Erhebungsplan mit mindestens vier Zugängen, einer definierten Bezugsgruppe und einer Begründung, welche Hürde jeder Zugang verringern soll.
  2. Coverage-Matrix: Erstelle eine Matrix aus Zugangsvoraussetzungen und Erhebungswegen und markiere, welche Barrieren durch welche Ergänzung wahrscheinlich reduziert werden.
  3. Urteil mit E-F-U-T: Beurteile, ob eine Entscheidung nach der ersten Online-Phase vertagt werden sollte. Nutze Evidenz, Fairness, Umsetzbarkeit und Transparenz, ohne eine vorgegebene Schlussfolgerung zu übernehmen.
  4. Transfer Museum: Übertrage Deinen Erhebungsplan auf den konstruierten Museumsfall und erkläre, warum ein QR-Code im Museum eine andere Erhebungspopulation erzeugt als die Bezugsgruppe aller Jugendlichen der Stadt.




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Lernkontrolle

  1. Grenzen erklären: Eine Kommune schreibt nach 24 Online-Beiträgen: „Die Jugendlichen wollen vor allem mehr Sportangebote.“ Prüfe diese Aussage und formuliere eine methodisch zulässige Alternative.
  2. Erhebungsplan verbessern: Ein Jugendrat nutzt nur Instagram-Direktnachrichten. Entwickle zwei zusätzliche datensparsame Wege und begründe, welche Hürden sie verringern.
  3. Fehlende Stimmen ableiten: Erkläre anhand eines selbst gewählten Beispiels, warum Menschen, die im Datensatz gar nicht vorkommen, nicht durch bloßes Zählen leerer Felder sichtbar werden.
  4. Bezugsgruppenproblem: Eine Museumsumfrage befragt nur Besucherinnen und Besucher, behauptet aber Aussagen über alle Jugendlichen der Stadt. Erkläre den methodischen Fehler.
  5. Transparenz prüfen: Bewerte einen Ergebnisbericht danach, ob Datenherkunft, Bezugsgruppe, Erhebungsweg, Unsicherheiten und Grenzen vollständig genannt sind.
  6. Datenschutz und Erkenntnis: Entscheide begründet, welche Zusatzinformation tatsächlich nötig wäre, wenn eine Kommune nur Themen sammeln und nicht Personenprofile erstellen möchte.


Lernnachweis

Für einen guten Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Eine klar formulierte Bezugsgruppe.
  2. Eine korrekte Unterscheidung von Beitrag, Person, Erhebungspopulation und Bezugsgruppe.
  3. Eine nachvollziehbare Analyse von Selbstauswahl, Coverage und Nonresponse.
  4. Mindestens drei zusätzliche barrierearme Erhebungswege.
  5. Eine ausdrückliche Regel, dass keine Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder genauen Wohnangaben für die inhaltliche Ideensammlung erhoben werden.
  6. Ein sinnvoller Umgang mit fehlenden Antworten.
  7. Eine Erklärung, warum Mehrfacheinreichungen bei anonymen offenen Wegen nicht vollständig kontrolliert werden müssen, aber transparent als Grenze benannt werden sollen.
  8. Ein kurzer Ergebnistext mit Datenherkunft und Unsicherheiten.
  9. Eine Rückmeldung an die Beteiligten darüber, wie Vorschläge weiterverarbeitet werden.
  10. Eine begründete Aussage darüber, was auch nach dem verbesserten Plan nicht sicher bekannt sein wird.

Produktstandard: Der Lernnachweis ist erfüllt, wenn Dein Erhebungsplan methodisch nachvollziehbar, barriereärmer, datensparsam und in seinen Grenzen transparent ist.




OERs zum Thema

Wikipedia – Stichprobe:

Wikipedia – Online-Befragung:

Weitere frei beziehungsweise öffentlich zugängliche Materialien:

  1. GESIS Survey Guides: methodische Fachmaterialien; einzelne Guides stehen laut GESIS unter CC BY-NC 4.0.
  2. Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung: öffentlich zugängliche Fassung der Qualitätsstandards.
  3. Partizipation 2.0: Unterrichtsmaterial der Bundeszentrale für politische Bildung.
  4. DHM Outreach: Museumsbeispiel zu Partizipation und unterrepräsentierten Gruppen.


Medienrechte und Wiederverwendung

  1. : laut Wikimedia Commons CC0 1.0, Autor Qui1che.
  2. : laut Wikimedia Commons CC0 1.0, Autor Manjiro5.
  3. Eingebettete YouTube-Videos werden nur als Streaming-Inhalte verlinkt. Ohne ausdrückliche Lizenzangabe auf der Videoseite wird keine freie Weiterverwendung behauptet.
  4. Behörden-, Museums- und Forschungsseiten sind als Quellen verlinkt. Ihre Texte und Abbildungen werden nicht pauschal als frei lizenziert behandelt.
  5. Vor einer eigenen Veröffentlichung prüfst Du die jeweils aktuelle Lizenz- und Rechteangabe auf der Ursprungsseite.


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