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Schwerelosigkeit - Physik

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Schwerelosigkeit - Physik




Einleitung

Schwerelosigkeit - Physik erklärt, warum Menschen und Gegenstände in einer Raumstation scheinbar schweben. Der wichtigste Gedanke lautet: Schwerelosigkeit bedeutet meist nicht, dass keine Gravitation wirkt. Sie entsteht, wenn ein Körper und seine Umgebung gemeinsam im freien Fall sind.

In diesem aiMOOC lernst Du, Masse, Gewichtskraft, Normalkraft, Umlaufbahn und Mikrogravitation zu unterscheiden. Du untersuchst außerdem, wie Schwerelosigkeit in Falltürmen, bei Parabelflügen und im Orbit entsteht.


Lernziele

  1. Schwerelosigkeit: Du erklärst Schwerelosigkeit als Folge eines gemeinsamen freien Falls.
  2. Kraft: Du unterscheidest Gewichtskraft und Stützkraft.
  3. Umlaufbahn: Du beschreibst eine Raumstation als ständig um die Erde fallendes System.
  4. Mikrogravitation: Du begründest, warum Fachleute häufig diesen genaueren Begriff verwenden.
  5. Experiment: Du wertest Beobachtungen und einfache Modelle zur Schwerelosigkeit aus.


Physikalische Grundlagen


Masse, Gewichtskraft und Stützkraft

Die Masse m beschreibt die Trägheit eines Körpers. Sie bleibt auch in Schwerelosigkeit erhalten. Die Gewichtskraft in der Nähe der Erdoberfläche ist

FG=mg

mit g9,81m/s2. Stehst Du auf einem Boden, drückt der Boden mit einer Stützkraft auf Dich. Eine Waage misst im Wesentlichen diese Stützkraft, nicht direkt Deine Masse.

Im freien Fall fehlt die stützende Wirkung des Bodens. Deshalb zeigt eine mitfallende Waage näherungsweise null an, obwohl die Gewichtskraft weiterhin wirkt.


Freier Fall

Ein Körper befindet sich im freien Fall, wenn im betrachteten Modell nur die Gravitation seine Bewegung bestimmt. Ein fallender Aufzug, eine geworfene Kunststoffbox und eine Raumstation im Orbit sind während ihrer freien Flugphase Beispiele dafür.

Für eine Kabine, die mit der Beschleunigung a nach unten fällt, gilt vereinfacht:

FN=m(ga)

Bei a=g wird FN=0. Die Person ist dann relativ zur Kabine schwerelos. Beim Bremsen oder beim Kontakt mit dem Boden wirkt wieder eine Stützkraft.


Umlaufbahn: Fallen um die Erde

Eine Raumstation fällt nicht geradlinig auf den Erdboden, weil sie eine große seitliche Geschwindigkeit besitzt. Während die Gravitation ihre Bahn ständig zur Erde hin krümmt, bewegt sie sich zugleich vorwärts. So fällt sie fortwährend um die Erde.

Für eine ideale Kreisbahn kann die Bahngeschwindigkeit mit

vorb=GMr

beschrieben werden. Dabei sind G die Gravitationskonstante, M die Erdmasse und r der Abstand vom Erdmittelpunkt. Die Formel zeigt: Eine Umlaufbahn ist eine besondere Form des freien Falls.


Warum Mikrogravitation genauer ist

In der Höhe der ISS wirkt noch ein großer Teil der Erdgravitation. Trotzdem schweben Astronautinnen und Astronauten, weil Station, Menschen und Gegenstände gemeinsam fallen.

Perfekte Schwerelosigkeit wird praktisch kaum erreicht. Luftwiderstand, kleine Triebwerksimpulse, Schwingungen und Unterschiede im Gravitationsfeld verursachen geringe Restbeschleunigungen. Deshalb wird häufig von Mikrogravitation gesprochen.


Wege zur Schwerelosigkeit


Fallturm

In einem Fallturm fällt eine Experimentkapsel für kurze Zeit nahezu frei. Messgeräte, Proben und Kapsel werden gleich beschleunigt. Solche Anlagen ermöglichen gut kontrollierte Experimente.


Parabelflug

Bei einem Parabelflug folgt ein Flugzeug für kurze Zeit einer Wurfparabel. Während dieser Phase befinden sich Flugzeug, Personen und Experimente gemeinsam im freien Fall. Vor und nach der Schwerelosigkeitsphase treten deutlich erhöhte Stützkräfte auf.


Umlaufbahn

In einer Umlaufbahn kann Mikrogravitation über lange Zeit untersucht werden. Die Internationale Raumstation ist deshalb ein Labor für Physik, Biologie, Medizin und Technik.


Wasserbecken als Training

Große Wasserbecken werden für das Training von Außenbordeinsätzen genutzt. Der Auftrieb kann die Gewichtskraft eines Trainingsobjekts weitgehend ausgleichen. Das ist jedoch keine echte Schwerelosigkeit: Wasserwiderstand und Auftrieb wirken weiterhin.


Physik in Mikrogravitation


Bewegung und Orientierung

Ohne stützenden Boden gibt es im Inneren einer Raumstation kein dauerhaftes Oben und Unten. Schon ein kleiner Stoß verändert die Bewegung. Wegen der Trägheit gleitet ein Gegenstand weiter, bis eine Kraft auf ihn wirkt.

Drehbewegungen sind ebenfalls gut sichtbar. Ein Kreisel behält seine Drehachse weitgehend bei, solange nur kleine äußere Drehmomente wirken.


Flüssigkeiten und Gase

Auf der Erde werden Flüssigkeiten durch die Gewichtskraft nach unten gezogen. In Mikrogravitation wird die Oberflächenspannung besonders deutlich. Freie Wassertropfen nehmen deshalb oft eine annähernd kugelige Form an.

Auch die natürliche Konvektion verändert sich. Warme Flüssigkeiten und Gase steigen nicht in derselben Weise nach oben wie auf der Erde. Wärme- und Stofftransport müssen deshalb in Experimenten genau untersucht werden.


Der menschliche Körper

Der Körper ist an die dauernde Belastung durch die Erdgravitation angepasst. In Mikrogravitation verschieben sich Körperflüssigkeiten, das Gleichgewichtssystem muss sich umstellen und Muskeln sowie Knochen werden weniger belastet. Regelmäßiges Training ist daher ein wichtiger Teil des Alltags auf einer Raumstation.


Forschung in Schwerelosigkeit

Mikrogravitation hilft, Einflüsse der Gewichtskraft von anderen Effekten zu trennen. Untersucht werden unter anderem Flüssigkeiten, Verbrennung, Werkstoffe, Pflanzen, Zellen und der menschliche Körper. Die Ergebnisse sind wichtig für Raumfahrtmissionen und können auch Prozesse auf der Erde verständlicher machen.


Typische Fehlvorstellungen

  1. Im Weltraum gibt es keine Gravitation. Falsch: Gravitation wirkt auch in großer Höhe und hält Raumstationen auf ihrer Bahn.
  2. Schwerelos bedeutet masselos. Falsch: Die Masse und damit die Trägheit bleiben erhalten.
  3. Astronautinnen und Astronauten schweben wegen fehlender Luft. Falsch: Entscheidend ist der gemeinsame freie Fall.
  4. Auf dem Mond herrscht Schwerelosigkeit. Falsch: Auf der Mondoberfläche wirkt eine geringere, aber deutlich spürbare Gravitation.
  5. Ein Wasserbecken erzeugt echte Schwerelosigkeit. Falsch: Es nutzt Auftrieb und enthält weiterhin Widerstandskräfte.


Rechenbeispiel

Eine Schülerin mit der Masse m=60kg steht auf der Erde ruhig auf einer Waage. Ihre Gewichtskraft beträgt näherungsweise

FG=60kg9,81m/s2589N.

Im freien Fall würde eine mitfallende Waage näherungsweise 0N anzeigen. Die Masse der Schülerin bleibt 60kg. Die Gewichtskraft ist nicht verschwunden; lediglich die Stützkraft fehlt.


Sicheres Mini-Experiment

Verwende nur eine leichte, verschlossene Kunststoffbox und eine weiche Papierkugel. Lege die Papierkugel in die Box, wirf die Box über einem Bett vorsichtig senkrecht nach oben und filme die Bewegung in Zeitlupe. Während der freien Flugphase bewegen sich Box und Kugel nahezu gemeinsam. Die Kugel kann relativ zur Box kurz zu schweben scheinen.

Führe den Versuch nur mit leichten Gegenständen, ohne Glas und mit ausreichend freiem Raum durch. Wirf niemals ein Smartphone oder andere wertvolle Geräte.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum schweben Menschen in einer Raumstation? (Weil Raumstation und Menschen gemeinsam frei fallen) (!Weil außerhalb der Atmosphäre keine Gravitation wirkt) (!Weil die Raumstation mit Luft gefüllt ist) (!Weil Menschen im All ihre Masse verlieren)




Welche Kraft zeigt eine Waage hauptsächlich an? (Die Stützkraft) (!Die magnetische Kraft) (!Die elektrische Kraft) (!Die Reibungskraft der Luft)




Was geschieht mit der Masse eines Körpers in Schwerelosigkeit? (Sie bleibt unverändert) (!Sie wird null) (!Sie verdoppelt sich) (!Sie hängt von der Flugrichtung ab)




Wie stark ist die Erdgravitation in der Höhe der ISS ungefähr? (Sie ist noch ein großer Teil der Gravitation am Erdboden) (!Sie ist vollständig verschwunden) (!Sie wirkt nur auf die Raumstation) (!Sie wechselt jede Minute ihre Richtung)




Was bedeutet Mikrogravitation? (Nahezu Schwerelosigkeit mit kleinen Restbeschleunigungen) (!Eine besonders starke Gravitation) (!Eine Gravitation nur für kleine Körper) (!Eine Bewegung ohne Trägheit)




Wie entsteht die Schwerelosigkeitsphase bei einem Parabelflug? (Das Flugzeug folgt mit seinem Inhalt einer freien Flugbahn) (!Das Flugzeug schaltet die Erdgravitation aus) (!Das Flugzeug fliegt dauerhaft senkrecht nach oben) (!Das Flugzeug wird von Magneten getragen)




Warum bilden freie Wassertropfen in Mikrogravitation oft Kugeln? (Weil die Oberflächenspannung besonders deutlich wirkt) (!Weil Wasser seine Masse verliert) (!Weil im All kein Zusammenhalt zwischen Molekülen besteht) (!Weil die Luft alle Tropfen zusammendrückt)




Was ist eine Umlaufbahn physikalisch betrachtet? (Ein fortdauernder freier Fall um einen Himmelskörper) (!Eine Bewegung ohne jede Kraft) (!Eine gerade Bewegung weg von der Erde) (!Ein Stillstand oberhalb der Erdoberfläche)




Wozu dient ein Fallturm? (Zur Untersuchung kurzer Phasen von Mikrogravitation) (!Zur vollständigen Abschirmung der Gravitation) (!Zur Erzeugung magnetischer Masse) (!Zur dauerhaften Unterbringung einer Raumstation)




Warum trainieren Astronautinnen und Astronauten regelmäßig? (Um Muskeln und Knochen zu belasten) (!Um die Erdgravitation an Bord zu erhöhen) (!Um ihre Masse konstant zu halten) (!Um die Raumstation schneller zu machen)





Memory

Masse Maß für Trägheit
Gewichtskraft Produkt aus Masse und Fallbeschleunigung
Normalkraft Stützende Kraft einer Unterlage
Freifall Bewegung nur unter Gravitation
Orbit Fallbahn um einen Himmelskörper
Mikrogravitation Nahezu schwereloser Zustand
Parabelflug Kurze Schwerelosigkeitsphase im Flugzeug
Fallturm Anlage für kontrollierte Fallversuche





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Stützkraft Messwert einer Waage
Umlaufbahn Fortdauernder Fall um die Erde
Oberflächenspannung Ursache kugeliger Wassertropfen
Parabelflug Schwerelosigkeit für kurze Flugphasen
Mikrogravitation Zustand mit kleinen Restbeschleunigungen






Kreuzworträtsel

Normalkraft Welche Kraft einer Unterlage misst eine Waage?
Freifall Wie heißt eine Bewegung, bei der im Modell nur Gravitation wirkt?
Orbit Wie heißt die Bahn eines Satelliten um die Erde?
Fallturm In welcher Anlage fallen Experimentkapseln kontrolliert?
Parabelflug Welche Flugform erzeugt kurze Phasen der Schwerelosigkeit?
Mikrogravitation Wie heißt nahezu perfekte Schwerelosigkeit fachsprachlich?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Schwerelosigkeit entsteht meist durch gemeinsamen

. Eine Waage misst vor allem die

. Die Masse eines Körpers bleibt dabei

. Die ISS bewegt sich auf einer

. Auch dort ist die Erdgravitation weiterhin

. Der genauere Fachbegriff lautet oft

. Ein Parabelflug erzeugt Schwerelosigkeit nur

. Wassertropfen werden durch die

annähernd kugelig. Astronautinnen und Astronauten müssen regelmäßig

. In einem Fallturm fällt eine Experimentkapsel nahezu

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffskarte: Gestalte eine Karte mit den Begriffen Masse, Gewichtskraft, Stützkraft, freier Fall und Mikrogravitation.
  2. Fehlvorstellung: Erstelle ein Plakat, das die Aussage „Im All gibt es keine Gravitation“ richtigstellt.
  3. Bildanalyse: Wähle ein Bild aus dem aiMOOC und erkläre, welche Hinweise auf einen gemeinsamen freien Fall zu sehen sind.
  4. Zeitlupe: Führe das sichere Mini-Experiment mit Kunststoffbox und Papierkugel durch und beschreibe Deine Beobachtung.


Standard

  1. Videoanalyse: Untersuche ein eingebettetes Video und ordne drei Beobachtungen passenden physikalischen Begriffen zu.
  2. Aufzug: Zeichne ein Kraftbild für eine Person in einem ruhenden, beschleunigenden und frei fallenden Aufzug.
  3. Podcast: Produziere einen zweiminütigen Audiobeitrag zur Frage, warum die ISS nicht auf den Erdboden fällt.
  4. Vergleich: Vergleiche Schwerelosigkeit in der ISS mit der geringeren Gewichtskraft auf der Mondoberfläche.


Schwer

  1. Bahngeschwindigkeit: Erkläre mithilfe der Formel für die Kreisbahngeschwindigkeit, wie der Bahnradius die Geschwindigkeit beeinflusst.
  2. Versuchsplanung: Entwirf ein Fallturmexperiment, mit dem Du das Verhalten einer Flüssigkeit untersuchen könntest.
  3. Raumfahrtmedizin: Recherchiere körperliche Veränderungen bei längeren Aufenthalten in Mikrogravitation und bewerte Gegenmaßnahmen.
  4. Künstliche Gravitation: Entwickle ein Modell für eine rotierende Raumstation und erkläre, wie dort eine scheinbare Schwerkraft entstehen könnte.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kräfteanalyse: Eine Person und eine lose Taschenlampe schweben nebeneinander in einer Raumstation. Erkläre ihre gemeinsame Bewegung aus zwei Bezugssystemen.
  2. Aussagen prüfen: Bewerte die Aussage „Auf der ISS ist die Gravitationskraft null“ und formuliere eine fachlich korrekte Alternative.
  3. Aufzugmodell: Leite aus FN=m(ga) ab, wie sich die Anzeige einer Waage bei verschiedenen Beschleunigungen verändert.
  4. Mond und ISS: Erkläre, warum eine Person auf dem Mond stehen kann, in der ISS aber schwebt.
  5. Flüssigkeiten: Begründe, warum ein offenes Wasserglas in Mikrogravitation nicht wie auf der Erde funktioniert.
  6. Experimentkritik: Beurteile, welche Grenzen ein Wasserbecken als Modell für Schwerelosigkeit besitzt.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis solltest Du:

  1. Schwerelosigkeit mit dem freien Fall erklären.
  2. Masse, Gewichtskraft und Stützkraft sicher unterscheiden.
  3. eine Umlaufbahn als gekrümmte Fallbewegung beschreiben.
  4. Mikrogravitation von idealer Schwerelosigkeit abgrenzen.
  5. Fallturm, Parabelflug, Orbit und Wasserbecken vergleichen.
  6. einfache Formeln und Kraftbilder passend anwenden.
  7. Beobachtungen aus Experimenten oder Videos physikalisch deuten.
  8. typische Fehlvorstellungen begründet korrigieren.




OERs zum Thema

  1. NASA: What Is Microgravity?
  2. ESA: Microgravity and ISS
  3. Wikimedia Commons: Weightlessness



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