Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Drehmomentwerkzeuge sachgerecht einordnen
Schrauben Nieten Kleben und Fügen – Drehmomentwerkzeuge sachgerecht einordnen
Einleitung
In diesem aiMOOC ordnest Du Schrauben, Nieten, Kleben und weitere Fügeverfahren ein und entscheidest, wann ein Drehmomentwerkzeug überhaupt das richtige Arbeitsmittel ist. Schwerpunkt sind Messbereich, Prüfstatus und Herstellerangaben.
Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Mechatronik, Instandhaltung und verwandten technischen Berufen.
Sicherheitsgrenze dieses Kurses: Praktische Werkstattarbeiten dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, tätigkeitsbezogener Gefährdungsbeurteilung und mit zuständiger Aufsicht durchgeführt werden. Dieser Kurs ersetzt weder Betriebsanweisung noch Herstellerdokumentation und erteilt keine Arbeitsfreigabe.

Beobachtungsauftrag: Vergleiche Baugröße, Kopfgeometrie und Aufnahmen. Formuliere zwei Gründe, warum nicht jeder Drehmomentschlüssel für jeden Schraubfall geeignet ist.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du einen Fügevorgang einordnen, einen vorgegebenen Drehmomentwert mit dem zulässigen Werkzeugbereich abgleichen, Prüf- und Kalibrierangaben unterscheiden, Herstellerangaben priorisieren und bei fehlenden oder widersprüchlichen Angaben einen Arbeitsstopp begründen.
Lerneinheit 1 – Fügen zuerst richtig einordnen
| Verfahren | Typische Eigenschaft | Was bestimmt die Qualität? | Rolle des Drehmomentwerkzeugs |
|---|---|---|---|
| Schrauben | meist lösbar | Bauteilzustand, Schraube, Reibung, Anziehverfahren, Herstellervorgabe | häufig relevant |
| Nieten | meist nicht zerstörungsfrei lösbar | Niettyp, Klemmbereich, Bohrung, Setzprozess | normalerweise nicht das Prozesswerkzeug |
| Kleben | stoffschlüssig, meist nicht zerstörungsfrei lösbar | Oberfläche, Klebstoff, Schicht, Aushärtung, Prozessvorgabe | normalerweise nicht das Prozesswerkzeug |

Entscheidungsauftrag: Ein Bauteil soll regelmäßig zu Wartungszwecken geöffnet werden. Begründe, warum eine vorgesehene Schraubverbindung nicht eigenmächtig durch Nieten oder Kleben ersetzt werden darf.


Beobachtungsauftrag Nieten: Beschreibe die sichtbare Formänderung des Blindniets. Entscheide anschließend, welche Prozessgröße hier anstelle eines Schrauben-Anziehdrehmoments überwacht werden müsste.

Beobachtungsauftrag Kleben: Ordne mögliche Bruchbilder der Klebfuge ein. Begründe, warum ein korrekt eingestellter Drehmomentschlüssel keine Aussage über die Qualität dieser Klebverbindung liefert.
Lerneinheit 2 – Drehmoment verstehen, nicht nur einstellen
Das Drehmoment wird in Newtonmeter N·m angegeben. Beim Anziehen einer Schraubverbindung wird nur ein Teil des eingebrachten Drehmoments in Vorspannung umgesetzt; ein erheblicher Anteil wird durch Reibung im Gewinde und an den Auflageflächen beeinflusst. Deshalb darf ein Drehmomentwert nicht ohne die zugehörigen Angaben zu Schraube, Oberfläche, Schmierung und Montagezustand übertragen werden.

Beobachtungsauftrag: Suche im Schema die Bauteile, die das Auslösen ermöglichen. Erkläre anschließend, warum „Klick gehört“ nicht automatisch „richtige Verbindung“ bedeutet.
Prozessvideo – Norbar Torque Tools: Beobachte nur den demonstrierten Umgang. Notiere, wie der Bediener Kraft einleitet, wie schnell er zieht und was nach dem Auslösesignal geschieht.
Entscheidungsfrage: Welche drei Bedienfehler könnten trotz korrekt eingestelltem Sollwert zu einem falschen Ergebnis beitragen?
Lerneinheit 3 – Messbereich sachgerecht auswählen
Ein Drehmomentwert ist nur dann zulässig einstellbar, wenn er im vom Hersteller angegebenen nutzbaren Bereich des konkreten Werkzeugs liegt. Nutze deshalb Typenschild, Skala, Bedienungsanleitung, Datenblatt und gegebenenfalls den Kalibrier- oder Prüfnachweis. Eine pauschale Prozentregel ersetzt diese Angaben nicht.

Bildentscheidung: Das abgebildete Werkzeug ist mit 20–220 N·m beschrieben. Entscheide für 18 N·m, 80 N·m und 230 N·m jeweils: innerhalb oder außerhalb des angegebenen Bereichs?

Beobachtungsauftrag: Lies zuerst Einheit und Skala, bevor Du einen Zahlenwert interpretierst. Begründe, warum die Einheit Teil der Arbeitsentscheidung ist.
Lerneinheit 4 – Prüfen, kalibrieren, justieren
| Begriff | Kurz erklärt | Konsequenz für Dich |
|---|---|---|
| Prüfung | Kennwerte oder Anforderungen werden nach einem festgelegten Verfahren beurteilt. | Prüfe, ob der betriebliche Status für den vorgesehenen Einsatz freigegeben ist. |
| Kalibrierung | Zusammenhang zwischen Anzeige beziehungsweise Einstellwert und Referenzwert wird unter festgelegten Bedingungen ermittelt. | Ein Kalibrierschein dokumentiert Messwerte und gegebenenfalls Messunsicherheit; Kalibrieren ist nicht automatisch Justieren. |
| Justierung | In das Messgerät wird eingegriffen, um es auf Sollwerte einzustellen. | Danach können erneute Prüf- oder Kalibrierschritte erforderlich sein. |
Die veröffentlichte ISO 6789-1:2017 behandelt Konformitätsprüfung und Kennzeichnung handbetätigter Drehmomentwerkzeuge. ISO 6789-2:2017 behandelt deren Kalibrierung und die Bestimmung der Messunsicherheit. Zum Quellenstand Oktober 2026 befinden sich Überarbeitungen dieser Normen im Entwicklungsprozess; für den betrieblichen Einsatz zählt die dort verbindlich eingeführte Fassung zusammen mit Hersteller- und Qualitätsvorgaben.
Prozessvideo – Norbar Torque Tools: Beobachte, wie ein Drehmomentwerkzeug in einer Kalibriereinrichtung belastet wird.
Beobachtungsauftrag: Nenne drei Unterschiede zwischen diesem Prüf-/Kalibrierprozess und dem normalen Anziehen einer Schraube am Bauteil.
Lerneinheit 5 – Herstellerangaben haben Vorrang
Herstellerangaben können sich bei Messbereich, zulässiger Drehrichtung, Einsteckwerkzeugen, Lagerung, Bediengeschwindigkeit und Rückstellung unterscheiden. Beispiel: HAZET weist für bestimmte Baureihen darauf hin, dass ein Zurückdrehen nach Gebrauch nicht erforderlich ist. Norbar beschreibt für eigene Werkzeuge bei längerer Nichtbenutzung das Reduzieren auf den kleinsten Skalenwert und warnt davor, unter die vorgesehene Einstellung bis „Null“ zurückzudrehen. Daraus folgt: Keine allgemeine Lagerungsregel auf ein unbekanntes Werkzeug übertragen.
| Vor dem Einsatz klären | Wo nachsehen? |
|---|---|
| Sollwert und Einheit | Arbeitsanweisung, Bauteil- oder Fahrzeughersteller |
| trocken, geölt, beschichtet oder mit Schraubensicherung | Montagevorschrift |
| zulässiger Werkzeugbereich | Werkzeughersteller |
| Rechts-/Linksanzug | Werkzeughersteller |
| Einsteckwerkzeug oder Verlängerung | Werkzeughersteller |
| Prüf-/Kalibrierstatus | betriebliche Kennzeichnung und Nachweis |
| sichtbarer Schaden oder unklare Funktion | Werkzeug sperren und zuständige Stelle informieren |
Konkreter Ausbildungsfall – Schutzgehäuse montieren
Didaktisch fiktiver Fall: Eine Ausbildungsstation enthält eine verschraubte Schutzabdeckung. Die Lern-Arbeitsanweisung nennt 48 N·m, Rechtsanzug, trockene Montage. Diese Werte gelten nur für diesen Ausbildungsfall und dürfen nicht auf reale Bauteile übertragen werden.
| Werkzeug | Angegebener Bereich | Status | Entscheidung für 48 N·m |
|---|---|---|---|
| A | 5–25 N·m | geprüft | ungeeignet |
| B | 20–100 N·m | geprüft, Seriennummer stimmt mit Nachweis überein | grundsätzlich passend |
| C | 60–300 N·m | geprüft | ungeeignet |
Entscheidung: Werkzeug B deckt 48 N·m ab. Vor einer realen Montage wären zusätzlich Werkzeugspezifikation, Drehrichtung, Zubehör, Bauteilzustand, betriebliche Freigabe und Unterweisung zu prüfen.
Begründetes Feedback: Wer nur „48 ist kleiner als 100“ prüft, übersieht den unteren Bereich, den Prüfstatus und die Anwendungsvorgaben. Eine fachgerechte Auswahl ist eine Kette von Bedingungen, nicht nur ein Zahlenvergleich.
Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall
| Hilfestufe | Hinweis |
|---|---|
| Hilfe 1 | Markiere Sollwert, Einheit und Min-/Max-Wert jedes Werkzeugs. |
| Hilfe 2 | Ein Werkzeug scheidet aus, sobald der Sollwert außerhalb seines angegebenen Bereichs liegt. |
| Hilfe 3 | Prüfreihenfolge: Herstellervorgabe am Bauteil → Werkzeugbereich → Drehrichtung/Zubehör → Prüfstatus → Sichtprüfung → betriebliche Freigabe. |
Entscheidungsregel für die Ausbildung
| Wenn … | Dann … |
|---|---|
| kein Sollwert vorliegt | nicht schätzen; Vorgabe beschaffen |
| Sollwert außerhalb des Werkzeugbereichs liegt | anderes geeignetes Werkzeug auswählen |
| Prüfstatus unklar oder Nachweis nicht zuordenbar ist | Werkzeug nicht freigeben |
| Herstellerangaben widersprüchlich erscheinen | Arbeit stoppen und zuständige Fachkraft klären lassen |
| Werkzeug beschädigt ist oder ungewöhnlich auslöst | außer Betrieb nehmen und melden |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wann ist ein Drehmomentwerkzeug für einen Sollwert grundsätzlich geeignet? (Der Sollwert liegt im angegebenen Werkzeugbereich und die übrigen Einsatzbedingungen passen) (!Der Sollwert liegt möglichst nah am Maximalwert) (!Das Werkzeug hat einen langen Griff) (!Das Werkzeug besitzt eine Ratsche)
Welche Angabe hat bei der Auswahl des Drehmomentbereichs Vorrang? (Die Herstellerangabe des konkreten Werkzeugs) (!Eine pauschale Prozentregel) (!Die Farbe des Werkzeuggriffs) (!Die Länge der Stecknuss)
Was beschreibt eine Kalibrierung? (Den Zusammenhang zwischen Anzeige oder Einstellwert und Referenzwert unter festgelegten Bedingungen) (!Das automatische Reparieren eines Werkzeugs) (!Das Reinigen eines Werkzeugs) (!Das Austauschen einer Schraube)
Was geschieht bei einer Justierung? (Es wird in das Messgerät eingegriffen, um es auf Sollwerte einzustellen) (!Nur der Kalibrierschein wird archiviert) (!Nur die Seriennummer wird abgelesen) (!Nur die Schraube wird nachgezogen)
Welche Verbindung wird typischerweise mit einem Hand-Drehmomentwerkzeug kontrolliert angezogen? (Eine Schraubverbindung) (!Eine Klebfuge) (!Ein gesetzter Blindniet) (!Eine Schweißnaht)
Warum reicht der Drehmomentwert allein für eine Schraubverbindung nicht aus? (Reibung und Montagezustand beeinflussen die entstehende Vorspannung) (!Weil Newtonmeter keine technische Einheit ist) (!Weil alle Schrauben gleich sind) (!Weil der Griff immer verlängert werden muss)
Was ist bei unklarem Prüfstatus eines Drehmomentwerkzeugs richtig? (Einsatz stoppen und Status durch die zuständige Stelle klären lassen) (!Trotzdem verwenden und später nachfragen) (!Den Sollwert halbieren) (!Das Werkzeug selbst öffnen)
Welche Aussage zur Lagerung eines Drehmomentwerkzeugs ist fachgerecht? (Die Anleitung des konkreten Herstellers und Modells ist maßgeblich) (!Jedes Werkzeug muss immer auf Null gestellt werden) (!Jedes Werkzeug darf dauerhaft auf Maximalwert bleiben) (!Lagerung hat nie Einfluss auf Vorgaben)
Was ist vor einer praktischen Werkstattarbeit erforderlich? (Unterweisung Gefährdungsbeurteilung und zuständige Aufsicht) (!Nur das Bestehen dieses Quiz) (!Nur ein passender Steckschlüssel) (!Nur das Wissen über Newtonmeter)
Was soll nach dem Auslösesignal eines klassischen Klickschlüssels geschehen? (Die Krafteinleitung wird entsprechend der Herstelleranweisung beendet) (!Es wird mehrfach weitergezogen) (!Der Hebel wird verlängert) (!Die Drehrichtung wird sofort gewechselt)
Memory
| Schraubverbindung | kontrolliertes Anziehdrehmoment |
| Blindniet | plastische Formänderung beim Setzen |
| Klebfuge | Oberflächen- und Aushärteprozess |
| Kalibrierung | Vergleich mit Referenzwerten |
| Justierung | Eingriff zur Einstellung auf Sollwerte |
| Messbereich | zulässige Min-Max-Spanne |
| Seriennummer | eindeutige Zuordnung zum Nachweis |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Herstelleranleitung | Messbereich und Bedienvorgaben |
| Kalibrierschein | dokumentierter messtechnischer Nachweis |
| Gefährdungsbeurteilung | betriebliche Schutzmaßnahmen |
| Schraubverbindung | Anziehdrehmoment |
| Blindniet | Setzprozess |
| Klebung | Oberflächenvorbereitung und Aushärtung |
Kreuzworträtsel
| Drehmoment | Welche physikalische Größe wird beim kontrollierten Schraubenanzug vorgegeben? |
| Kalibrierung | Wie heißt das Ermitteln des Zusammenhangs zwischen Werkzeugwert und Referenzwert? |
| Justierung | Wie heißt der Eingriff zum Einstellen eines Messgeräts auf Sollwerte? |
| Blindniet | Welches Verbindungselement wird von einer Seite gesetzt? |
| Klebung | Welches Fügeverfahren benötigt einen kontrollierten Oberflächen- und Aushärteprozess? |
| Messbereich | Welche Werkzeugangabe enthält unteren und oberen zulässigen Wert? |
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Lückentext
Aufgaben nach Kompetenzstufe
Basisaufgaben
- Messbereich prüfen: Entscheide für Werkzeugbereiche 5–25 N·m, 20–100 N·m und 60–300 N·m, welches Werkzeug einen fiktiven Sollwert von 48 N·m abdeckt. Begründetes Feedback: Richtig ist nur eine Auswahl, bei der 48 zwischen Minimum und Maximum liegt; andere Kriterien werden danach geprüft.
- Begriffe unterscheiden: Formuliere je einen Satz zu Prüfung, Kalibrierung und Justierung. Begründetes Feedback: Gute Antworten trennen Beurteilen, messtechnisches Vergleichen und verändernden Eingriff klar.
- Fügeverfahren erkennen: Ordne Schrauben, Blindnieten und Kleben nach der jeweils wichtigsten Prozesskontrolle. Begründetes Feedback: Entscheidend ist nicht das Aussehen, sondern welche Prozessgröße die Verbindungsqualität bestimmt.
- Herstellerangaben finden: Markiere in einem bereitgestellten Datenblatt Messbereich, Einheit, Drehrichtung und Seriennummer. Begründetes Feedback: Diese Angaben entscheiden über Zuordnung und zulässige Anwendung.
Anwendungsaufgaben
- Werkzeugfreigabe beurteilen: Ein passender Messbereich ist vorhanden, aber die Seriennummer des Kalibrierscheins stimmt nicht mit dem Werkzeug überein. Entscheide und begründe. Begründetes Feedback: Ohne eindeutige Zuordnung ist der Nachweis nicht belastbar; der Einsatz muss geklärt werden.
- Montagezustand bewerten: Die Arbeitsanweisung fordert trockene Montage, die Schraube ist sichtbar geschmiert. Beschreibe die richtige Reaktion. Begründetes Feedback: Nicht eigenmächtig weiterarbeiten, weil Reibung und damit Vorspannung verändert sein können.
- Videoanalyse Drehmoment: Werte das Norbar-Anwendungsvideo mit einer Beobachtungstabelle zu Griffposition, Kraftrichtung, Geschwindigkeit und Reaktion auf das Signal aus. Begründetes Feedback: Eine gute Analyse verbindet beobachtete Bedienung mit möglichen Fehlerfolgen.
- Herstellervergleich: Vergleiche die Lagerungshinweise zweier realer Hersteller und erkläre, warum daraus keine universelle Regel entstehen darf. Begründetes Feedback: Konstruktive Unterschiede und produktspezifische Vorgaben machen die konkrete Anleitung verbindlich.
Transferaufgaben
- Entscheidungsbaum entwickeln: Erstelle einen Entscheidungsbaum vom Bauteil-Sollwert bis zur Freigabe des Drehmomentwerkzeugs. Begründetes Feedback: Ein guter Baum enthält mindestens Sollwert, Bereich, Einheit, Drehrichtung, Zubehör, Prüfstatus und Stoppkriterien.
- Fehlerkette analysieren: Entwickle ein Szenario, in dem ein richtiger Sollwert trotzdem zu einer ungeeigneten Montage führt. Begründetes Feedback: Besonders tragfähig sind Szenarien mit falschem Reibzustand, falschem Werkzeugbereich oder ungültigem Nachweis.
- Fügeentscheidung übertragen: Begründe bei einem wartungsintensiven Bauteil, warum Schrauben, Nieten und Kleben nicht beliebig austauschbar sind. Begründetes Feedback: Wartbarkeit, Demontage, Prozesskontrolle und Konstruktionsfreigabe müssen gemeinsam betrachtet werden.
- Qualitätssicherung planen: Entwirf für einen Ausbildungsbetrieb einen einfachen Informationsfluss für beschädigte oder prüffällige Drehmomentwerkzeuge. Begründetes Feedback: Eine belastbare Lösung verhindert weitere Nutzung, kennzeichnet das Werkzeug und weist eine zuständige Stelle für Prüfung oder Kalibrierung zu.
Offene Aufgaben
Leicht
- Bauteilbild beschriften: Beschrifte an einer freigegebenen Schraubverbindungszeichnung Schraube, Mutter, Auflagefläche und Werkzeugangriff.
- Medienvergleich: Vergleiche das Bild eines Drehmomentschlüssels mit dem Bild eines Blindniets und nenne zwei unterschiedliche Prozessziele.
- Datenblatt-Lesekarte: Erstelle eine Karte mit den Feldern Sollwert, Einheit, Messbereich, Drehrichtung und Prüfstatus.
- Sicherheitsplakat: Gestalte ein Plakat mit fünf Stoppkriterien für die Werkzeugauswahl.
Standard
- Ausbildungsfall dokumentieren: Bearbeite den fiktiven 48-N·m-Fall als kurze Prüfentscheidung.
- Video-Protokoll: Erstelle aus einem eingebetteten Prozessvideo ein Beobachtungsprotokoll ohne selbst Werkstattarbeit durchzuführen.
- Herstellerangaben vergleichen: Vergleiche zwei veröffentlichte Bedienhinweise zur Lagerung von Drehmomentwerkzeugen.
- Interview vorbereiten: Entwickle fünf Fragen an eine Fachkraft aus Qualitätssicherung oder Instandhaltung zur Werkzeugprüfung.
Schwer
- Fehleranalyse erstellen: Analysiere eine fiktive Montageabweichung mit den Kategorien Mensch, Werkzeug, Vorgabe und Bauteilzustand.
- Prüfmittelprozess modellieren: Zeichne den Weg eines Drehmomentwerkzeugs von Ausgabe über Nutzung bis Sperrung, Prüfung und Rückgabe.
- Transfer auf andere Baugruppe: Übertrage die Entscheidungslogik auf eine neue, rein fiktive Baugruppe mit anderen Sollwerten.
- Unterweisungskonzept entwerfen: Entwickle ein fünfminütiges Theorie-Briefing zur Werkzeugauswahl; praktische Durchführung bleibt der zuständigen betrieblichen Aufsicht vorbehalten.


Lernkontrolle
- Werkzeugauswahl begründen: Ein Werkzeug deckt den Sollwert ab, besitzt aber einen unklaren Prüfstatus. Entscheide und begründe die Reihenfolge Deiner nächsten Schritte.
- Widerspruch auflösen: Zwei Hersteller geben unterschiedliche Lagerungshinweise. Erkläre, warum beide für ihre Produkte richtig sein können und wie Du im Betrieb entscheidest.
- Prozessgrenze erklären: Begründe, warum ein Drehmomentwerkzeug bei Schrauben sinnvoll sein kann, bei einer Klebfuge aber nicht deren Aushärtequalität bewertet.
- Reibung übertragen: Erkläre, wie ein geänderter Schmierzustand die Aussage „gleicher Drehmomentwert bedeutet gleiche Vorspannung“ infrage stellt.
- Qualitätsnachweis bewerten: Prüfe einen fiktiven Kalibrierschein auf Zuordnung, Messbereich und erkennbare Gültigkeit im betrieblichen System.
- Sicherheitsentscheidung: Begründe, weshalb ein theoretisch richtiger Werkzeugvorschlag noch keine Arbeitsfreigabe für die Werkstatt darstellt.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- Fügeverfahren fachlich unterscheiden kannst.
- einen Drehmoment-Sollwert mit dem angegebenen Werkzeugbereich abgleichst.
- Kalibrierung, Prüfung und Justierung begrifflich trennst.
- Herstellerangaben und betriebliche Nachweise vor allgemeinen Faustregeln priorisierst.
- bei fehlenden Angaben, falscher Zuordnung oder beschädigtem Werkzeug einen begründeten Arbeitsstopp formulierst.
- den Zusammenhang zwischen Drehmoment, Reibung und Vorspannung qualitativ erklären kannst.
- klar zwischen Lernentscheidung und betrieblicher Arbeitsfreigabe unterscheidest.
Fachquellen und Medienrechte
Quellenprüfung, Stand Oktober 2026:
- ISO 6789-1:2017: veröffentlichte Norm zu Anforderungen, Konformitätsprüfung und Kennzeichnung handbetätigter Drehmomentwerkzeuge.
- ISO 6789-2:2017: veröffentlichte Norm zur Kalibrierung und Messunsicherheit.
- DIN Media: dokumentiert den laufenden Überarbeitungsprozess der Normenreihe.
- BEV: Begriffsabgrenzung Kalibrierung, Justierung und Prüfung.
- DGUV Information 209-001: sichere Auswahl, Verwendung, Prüfung und Instandhaltung von Handwerkzeugen.
- BAuA: Gefährdungsbeurteilung als Grundlage sicherer Arbeit.
- GEDORE Drehmoment-Service: Beispiel für rückführbare Kalibrierung und Hersteller-Service.
- HAZET: produktspezifischer Hinweis zum Zurückdrehen bestimmter Baureihen.
- Norbar: Auswahl, Handhabung, Lagerung, Prüfung und Kalibrierung von Drehmomentwerkzeugen.
- Nord-Lock: Zusammenhang von Drehmoment, Vorspannung und Reibung.
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