Schmierstoffe Tribologie und Sauberkeit – Reibstellen an Maschinen erkennen
Einleitung
Schmierstoffe Tribologie und Sauberkeit – Reibstellen an Maschinen erkennen
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende in technischen Berufen. Du lernst, Reibstellen an Maschinen systematisch zu erkennen, Bewegungsarten zu unterscheiden und Hinweise auf mangelhafte Schmierung oder Verschmutzung zu beurteilen. Im Mittelpunkt stehen Wälzlager, Gleitlager, Führungen und typische Wartungssituationen.

Kurzbeschreibung: Lager, Führungen und unterschiedliche Bewegungsarten werden über Bilder, Diagramme, Messwertansichten und Auswahlaufgaben erschlossen. Du arbeitest mit einem konkreten Ausbildungsfall und erhältst gestufte Hilfen sowie Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben.
Sicherheitsgrundsatz: Dieser Kurs enthält keine gefährlichen Eigenversuche. Gefahrstoffe, Stäube, Ölnebel und Altöle werden nur anhand gesicherter Quellen und betrieblicher Schutzmaßnahmen behandelt. Reale chemische Prozesse, Stoffprüfungen oder Versuche mit Schmierstoffen gehören ausschließlich in geeignete Betriebe oder Labore und unter Fachaufsicht.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Reibstellen an Maschinen anhand von Relativbewegung, Belastung und Kontaktpartnern erkennen.
- Wälzlager, Gleitlager und Linearführungen unterscheiden.
- Drehende, lineare und schwenkende Bewegungen einer Reibstelle zuordnen.
- Grundfunktionen von Schmierstoffen erklären.
- Verschmutzung, Abrieb, Temperatur- und Schwingungstrends als Hinweise beurteilen.
- sichere Maßnahmen bei Gefahrstoffen, Staub und Entsorgung auswählen.
- Beobachtungen dokumentieren, ohne aus einzelnen Messwerten vorschnelle Schadensdiagnosen abzuleiten.
Lerneinheit 1: Wo entsteht Reibung?
Eine Reibstelle entsteht dort, wo sich zwei Oberflächen unter Belastung relativ zueinander bewegen oder bewegen wollen. Entscheidend sind deshalb drei Fragen:
- Kontaktpartner: Welche Bauteile berühren sich?
- Bewegung: Dreht, gleitet, rollt oder schwenkt etwas?
- Belastung: Welche Kraft wirkt an der Kontaktstelle?

Bei realen Oberflächen berühren sich zunächst vor allem mikroskopische Erhebungen. Deshalb beeinflussen Werkstoff, Rauheit, Schmierzustand, Belastung und Verunreinigungen das Reibungsverhalten.

Merksatz: Suche nicht zuerst nach dem Schmiernippel. Suche zuerst nach Kontakt + Relativbewegung + Belastung.
Mini-Check: Reibstelle oder nicht?
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Beobachtung |
|---|---|
| Reibstelle | Welle dreht sich im Lager |
| Reibstelle | Schlitten fährt auf einer Führung |
| Reibstelle | Gelenk schwenkt um einen Bolzen |
| keine Reibstelle im Stillstand | Abdeckung liegt berührungslos neben dem Antrieb |
| mögliche Reibstelle | Dichtung berührt eine rotierende Welle |
Lerneinheit 2: Lager und Führungen erkennen
Wälzlager
Bei einem Wälzlager übertragen Kugeln oder Rollen Kräfte zwischen Innen- und Außenring. Die Bewegung enthält überwiegend Wälzanteile, an realen Kontakten treten jedoch zusätzlich Schlupf und Gleitanteile auf.


Erkennungsmerkmale: Innenring, Außenring, Wälzkörper, Käfig, Dichtungen und oft eine rotierende Welle.
Gleitlager
Beim Gleitlager gleiten Reibpartner relativ zueinander. Ein tragfähiger Schmierfilm kann die Oberflächen weitgehend trennen. Es gibt auch Gleitlagerwerkstoffe, die für bestimmte Anwendungen ohne externe Nachschmierung ausgelegt sind.

Erkennungsmerkmale: Lagerbuchse oder Lagerschale, Welle oder Bolzen, große Gleitfläche, häufig schwenkende oder rotierende Bewegung.
Linearführungen
Eine Linearführung führt einen Schlitten geradlinig. Sie kann als Wälzführung oder Gleitführung ausgeführt sein.

Erkennungsmerkmale: Schiene, Führungswagen oder Buchse, geradlinige Bewegung, Abstreifer beziehungsweise Dichtungen und häufig Schmieranschlüsse.
Lerneinheit 3: Bewegungsarten an Reibstellen
| Bewegungsart | Typische Reibstelle | Beobachtung |
|---|---|---|
| Drehbewegung | Welle im Lager | Winkel ändert sich fortlaufend |
| Linearbewegung | Schlitten auf Führung | Bauteil bewegt sich geradlinig |
| Schwenkbewegung | Bolzen in Gleitbuchse | begrenzte Hin- und Herbewegung |
| Wälzbewegung | Kugel oder Rolle auf Laufbahn | Wälzkörper überträgt Last |
| Gleitbewegung | Gleitpaarung oder Dichtung | Oberflächen verschieben sich gegeneinander |
Praxisregel: Die Bewegungsart hilft Dir, die Reibstelle zu finden. Sie reicht aber allein nicht zur Auswahl eines Schmierstoffs. Herstellerangaben, Belastung, Temperatur, Geschwindigkeit, Dichtung, Werkstoffe und Betriebsbedingungen gehören ebenfalls zur Beurteilung.
Lerneinheit 4: Was Schmierstoffe leisten
Schmierstoffe können Reibung und Verschleiß verringern. Je nach Anwendung übernehmen sie zusätzlich Wärmeabfuhr, Korrosionsschutz, Dichtwirkung, Schwingungsdämpfung oder den Abtransport von Partikeln.

Typische Gruppen:
- Schmieröl: gut förderbar und für Wärmeabfuhr geeignet.
- Schmierfett: bleibt eher an der Schmierstelle und kann abdichtend wirken.
- Festschmierstoff: für besondere Werkstoff- und Betriebsbedingungen.
- Selbstschmierender Werkstoff: Schmierwirkung kann konstruktiv im Lagerwerkstoff vorgesehen sein.
Wichtig: Mehr Schmierstoff ist nicht automatisch besser. Falscher Schmierstoff, falsche Menge, Vermischung unverträglicher Produkte oder eingebrachter Schmutz können Störungen verursachen. Maßgeblich sind Wartungsplan, Herstellerangaben, Sicherheitsdatenblatt und betriebliche Vorgaben.
Lerneinheit 5: Schmierzustände verstehen
Die Stribeck-Kurve veranschaulicht qualitativ, wie sich Reibung bei geschmierten Gleitkontakten mit Betriebsbedingungen verändert.

Grenzreibung: Oberflächenanteile berühren sich stark.
Mischreibung: Schmierfilm trägt einen Teil der Last, Oberflächenkontakte bleiben möglich.
Flüssigkeitsreibung: Ein tragfähiger Flüssigkeitsfilm trennt die Reibpartner weitgehend.
Die Kurve ist ein Modell. Sie liefert keine universellen Grenzwerte für eine konkrete Maschine.
Lerneinheit 6: Verschleiß und Werkstoffspuren lesen
Verschleißspuren können Hinweise auf den Zustand einer Reibstelle geben. Eine sichere Diagnose benötigt jedoch mehrere Informationen: Sichtbefund, Schmierzustand, Belastung, Temperaturtrend, Schwingung, Laufgeräusch und Wartungshistorie.

Das Werkstoffbild zeigt adhäsiven Verschleiß an einer Stahlprobe im Rasterelektronenmikroskop. Solche Bilder helfen, Oberflächenveränderungen zu verstehen; sie ersetzen keine betriebliche Schadensanalyse.
Typische Hinweise:
- grauer oder metallischer Abrieb kann auf Verschleiß oder Fremdpartikel hinweisen.
- Riefen können durch harte Partikel oder ungünstigen Kontakt entstehen.
- Verfärbungen können verschiedene Ursachen haben und sind allein kein Beweis für Überhitzung.
- ungewöhnliche Geräusche oder steigende Schwingungen sind Warnhinweise, aber keine eindeutige Fehlerdiagnose.
Lerneinheit 7: Sauberkeit ist Teil der Schmierung
Schmierstellen müssen vor dem Nachschmieren so behandelt werden, dass kein Schmutz eingetragen wird. Saubere Anschlüsse, geschlossene Gebinde, geeignete Werkzeuge und eine klare Kennzeichnung helfen, Verwechslungen und Verunreinigungen zu vermeiden.
Wasser, Staub und feste Partikel können Schmierstoffe und Lagerkontakte schädigen. Eine Sichtprüfung kann Hinweise liefern; unbekannte Schmierstoffe werden dabei nicht mit bloßen Händen angefasst.

Sauberkeitskette: Lagerung → Transport → Werkzeug → Schmieranschluss → Reibstelle → Entsorgung.
Ausbildungsfall: Montage- und Prüfstation M17
Du bist in der Instandhaltung einer automatisierten Montage- und Prüfstation eingesetzt. Nach mehreren Wochen Betrieb meldet das Team drei Auffälligkeiten:
- A – Antriebswelle: Das Wälzlager läuft lauter als bei der letzten Wartung.
- B – X-Achse: Der Schlitten einer Linearführung benötigt sichtbar mehr Antriebskraft.
- C – Schutztürgelenk: Eine Gleitbuchse zeigt trockene, dunkle Spuren.
Messwertansicht des Ausbildungsfalls
Didaktische Beispieldaten – keine universellen Grenzwerte. Entscheidend ist der Vergleich mit dem dokumentierten Normalzustand und den Herstellervorgaben.
| Messgröße | früherer Referenzzustand | aktueller Befund | erste fachliche Frage |
|---|---|---|---|
| Lagertemperatur A nach 20 min | 44 °C | 61 °C | Hat sich Schmierung, Belastung oder Lagerzustand verändert? |
| Gesamtschwingung A | 1,8 mm/s | 3,7 mm/s | Gibt es zusätzlich Geräusch- oder Schadenshinweise? |
| Vorschubkraft B | 80 N | 140 N | Ist die Führung verschmutzt, beschädigt oder unzureichend geschmiert? |
| Sichtbefund B | sauberer Schmierfilm | feine graue Partikel | Woher stammen die Partikel? |
| Sichtbefund C | gleichmäßige Oberfläche | trockene dunkle Zone | Liegt Mangelschmierung, Verschmutzung oder Verschleiß vor? |
Beurteilung: Kein einzelner Wert beweist einen bestimmten Schaden. Die Kombination aus Trend, Sichtbefund und Betriebsdaten bestimmt das weitere Vorgehen.
Dein Arbeitsauftrag
- Markiere an einer Maschinenzeichnung die drei Reibstellen.
- Ordne jeder Reibstelle Lager- oder Führungsart und Bewegungsart zu.
- Nenne je zwei mögliche Ursachen für die Auffälligkeit.
- Entscheide, welche Information Du vor einer Schmiermaßnahme noch brauchst.
- Formuliere eine sichere nächste Handlung nach Wartungsplan und betrieblicher Freigabe.
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – Bewegung: Beobachte zuerst, welches Bauteil sich dreht, linear fährt oder schwenkt.
Hilfe 2 – Kontakt: Bestimme die beiden Reibpartner und frage, ob zwischen ihnen gewälzt oder geglitten wird.
Hilfe 3 – Zustand: Vergleiche Messwerte mit dem eigenen Referenzzustand. Prüfe zusätzlich Sauberkeit, Schmierstoffangaben, Wartungshistorie und sichtbare Schäden.
Hilfe 4 – Sicherheit: Keine laufende oder nicht freigegebene Maschine öffnen. Keine unbekannten Stoffe anfassen, erhitzen, mischen oder mit Druckluft verteilen. Betriebsanweisung, Lockout-/Freischaltverfahren und Gefährdungsbeurteilung des Betriebs beachten.
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basisaufgaben
- Reibstelle erkennen: Suche in einer bereitgestellten Maschinenzeichnung fünf Stellen mit Relativbewegung. Begründetes Feedback: Eine gute Lösung benennt immer beide Kontaktpartner und die Bewegung. Ein Schmiernippel allein beweist noch nicht, wo der eigentliche Reibkontakt liegt.
- Bewegungsart bestimmen: Ordne Welle, Linearachse und Gelenk den Bewegungsarten Drehung, linear und schwenkend zu. Begründetes Feedback: Die Zuordnung ist richtig, wenn Du die Bahn des bewegten Bauteils beschreiben kannst.
- Lager unterscheiden: Nenne je zwei sichtbare Merkmale eines Wälzlagers und eines Gleitlagers. Begründetes Feedback: Wälzkörper sprechen für ein Wälzlager; eine flächige Gleitpaarung beziehungsweise Buchse spricht für ein Gleitlager.
Anwendungsaufgaben
- Messwerttrend: Bewerte die Messwerte von Reibstelle A, ohne eine Schadensursache zu behaupten. Begründetes Feedback: Fachgerecht ist eine Aussage wie „auffälliger Trend – weitere Prüfung erforderlich“. Ein einzelner Temperatur- oder Schwingungswert ist keine vollständige Diagnose.
- Sauberkeitskette: Finde drei Stellen, an denen beim Nachschmieren Schmutz in die Reibstelle gelangen könnte. Begründetes Feedback: Typisch sind Gebinde, Werkzeug, Schmiernippel und offene Lagerstellen. Gute Lösungen nennen auch eine vorbeugende Maßnahme.
- Schmierentscheidung: Erkläre, warum Du an Reibstelle B nicht einfach irgendein Fett ergänzt. Begründetes Feedback: Herstellerfreigabe, Verträglichkeit, Menge, Verschmutzung, Dichtung und bestehender Schmierstoff müssen vor einer Maßnahme geklärt sein.
Transferaufgaben
- Ursachenbaum: Erstelle für steigende Lagertemperatur einen Ursachenbaum mit mindestens vier Kategorien. Begründetes Feedback: Eine tragfähige Analyse betrachtet nicht nur Schmierung, sondern auch Last, Montage, Dichtung, Umgebung und möglichen Lagerschaden.
- Wartungsstrategie: Entwickle für die Station M17 eine kurze Prüfreihenfolge von Beobachtung bis Freigabe einer Maßnahme. Begründetes Feedback: Die Reihenfolge sollte sichere Zustandsaufnahme, Vergleich mit Soll-/Referenzdaten, Dokumentation und erst danach eine freigegebene Maßnahme enthalten.
- Konstruktiver Transfer: Überlege, wie eine Reibstelle so gestaltet werden könnte, dass weniger Schmutz eindringt. Begründetes Feedback: Geeignete Antworten können Dichtungen, Abstreifer, Abdeckungen, geeignete Schmierkonzepte oder eine bessere Lage der Schmierstelle betreffen.
Sicherheit: Gefahrstoffe, Staub und Entsorgung
Schmierstoffe und Kühlschmierstoffe
Ob ein eingesetzter Schmierstoff als Gefahrstoff eingestuft ist und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind, ergibt sich aus Sicherheitsdatenblatt, Kennzeichnung, Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung. Bei Kühlschmierstoffen sind insbesondere Hautkontakt sowie Dämpfe und Aerosole zu beurteilen.
Technische Schutzmaßnahmen haben grundsätzlich Vorrang vor organisatorischen und persönlichen Maßnahmen. Schutzkleidung und Handschuhe werden nur entsprechend Gefährdungsbeurteilung eingesetzt. An rotierenden Werkzeugen können Handschuhe eine Einzugsgefahr verursachen; die betriebliche Unterweisung ist deshalb verbindlich.
Staub und Reinigung
Staub möglichst an der Entstehungsstelle erfassen. Ablagerungen werden mit einem geeigneten, betrieblich festgelegten staubarmen Verfahren beseitigt. Staub nicht mit Druckluft abblasen, weil dadurch Partikel aufgewirbelt und eingeatmet werden können.
Für Metallspäne, Stäube und kontaminierte Rückstände gilt: Das konkrete Reinigungsverfahren richtet sich nach Stoff, Maschine und Gefährdungsbeurteilung. Keine improvisierten Eigenversuche.
Altöl und verschmutzte Schmierstoffe
Gebrauchte Öle gehören in die betriebliche Altölsammlung beziehungsweise eine dafür vorgesehene Annahmestelle. Altöle unterschiedlicher Sammelkategorien oder Altöl und Fremdstoffe dürfen nicht beliebig vermischt werden. Insbesondere Lösemittel, Brems- oder Kühlflüssigkeiten gehören nicht in Altöl, das getrennt zu sammeln ist.
Nie Schmierstoffe in Ausguss, Boden oder Restabfall entsorgen. Betriebliche Abfallkennzeichnung, Sammelbehälter und Entsorgungswege beachten.
Keine chemischen Eigenversuche
Keine Versuche mit Erhitzen, Verbrennen, Lösemitteln, Mischungen, Reaktionsproben oder absichtlich erzeugten Ölnebeln und Stäuben. Reale chemische Prozesse und Stoffprüfungen dürfen nur in dafür geeigneten Betrieben oder Laboren mit Fachaufsicht, Gefährdungsbeurteilung und passender Schutzausrüstung durchgeführt werden.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Woran erkennst Du eine Reibstelle am zuverlässigsten? (An Kontakt, Relativbewegung und Belastung) (!An der Farbe der Maschine) (!Nur an einem Schmiernippel) (!Nur an einem Warnaufkleber)
Welche Bewegung ist für eine Linearführung typisch? (Geradlinige Bewegung) (!Nur Drehbewegung) (!Nur Taumelbewegung) (!Keine Relativbewegung)
Welches Bauteil ist typisch für ein Wälzlager? (Wälzkörper) (!Schweißnaht) (!Heizpatrone) (!Kabelschuh)
Welche Aussage zu Schmierstoffen ist fachlich richtig? (Sie können Reibung und Verschleiß verringern) (!Mehr Schmierstoff ist immer besser) (!Jedes Fett ist mit jedem anderen Fett mischbar) (!Schmierstoff macht Sauberkeit überflüssig)
Was zeigt die Stribeck-Kurve qualitativ? (Den Zusammenhang von Reibung und Schmierzustand bei veränderten Betriebsbedingungen) (!Die Härte eines Werkstoffs) (!Die elektrische Leistung eines Motors) (!Die Masse eines Lagers)
Was ist bei steigender Lagertemperatur die fachlich beste erste Aussage? (Ein auffälliger Trend muss mit weiteren Befunden geprüft werden) (!Das Lager ist sicher zerstört) (!Es fehlt immer Fett) (!Die Maschine muss immer schneller laufen)
Welche Maßnahme unterstützt sauberes Nachschmieren? (Schmieranschluss vor dem Anschließen sauber halten) (!Offene Fettgebinde neben der Maschine lagern) (!Werkzeuge auf staubige Flächen legen) (!Verschiedene Schmierstoffe ungeprüft mischen)
Wie soll gefährlicher Staub grundsätzlich behandelt werden? (Möglichst an der Entstehungsstelle erfassen) (!Mit Druckluft verteilen) (!Trocken aufwirbeln) (!Mit bloßen Händen prüfen)
Woher kommen verbindliche Angaben zu Schutzmaßnahmen bei einem Schmierstoff? (Aus Sicherheitsdatenblatt Betriebsanweisung und Gefährdungsbeurteilung) (!Aus der Farbe des Gebindes) (!Aus einer Vermutung) (!Aus dem Geräusch der Maschine)
Was gilt für gebrauchtes Maschinenöl? (Es ist über den vorgesehenen Altölweg zu sammeln und zu entsorgen) (!Es gehört in den Ausguss) (!Es darf immer mit Lösemittel gemischt werden) (!Es gehört in den Restabfall)
Memory
| Wälzlager | Kugeln oder Rollen übertragen Last |
| Gleitlager | Flächige Gleitpaarung |
| Linearführung | Geradlinig geführter Schlitten |
| Schmiernippel | Anschluss für eine Schmierstoffzufuhr |
| Stribeck-Kurve | Modell für Schmierzustände und Reibungsverlauf |
| Abrieb | Partikel durch Materialabtrag |
| Abstreifer | Schutz einer Führung vor eingetragenem Schmutz |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Drehbewegung | Welle im Lager |
| Linearbewegung | Schlitten auf Führung |
| Schwenkbewegung | Bolzen im Gelenk |
| Wälzkontakt | Kugel auf Laufbahn |
| Gleitkontakt | Buchse auf Bolzen |
...
Kreuzworträtsel
| Tribologie | Wie heißt die Lehre von Reibung Verschleiß und Schmierung? |
| Reibung | Welche Kraftwirkung entsteht an gegeneinander bewegten Kontaktflächen? |
| Schmierung | Wie heißt die gezielte Versorgung einer Reibstelle mit Schmierstoff? |
| Waelzlager | Welches Lager arbeitet mit Kugeln oder Rollen? |
| Fuehrung | Welches Maschinenelement bestimmt die Bewegungsbahn eines Schlittens? |
| Verschleiss | Wie heißt der fortschreitende Materialverlust an beanspruchten Oberflächen? |
LearningApps
Lückentext
Auswahlaufgabe zum Ausbildungsfall
Reibstelle B zeigt höhere Vorschubkraft und graue Partikel. Welche Reaktion ist am besten begründet? (Führung sichern Zustand dokumentieren und Schmier sowie Reinigungsangaben prüfen) (!Sofort irgendein Fett auftragen) (!Partikel mit Druckluft wegblasen) (!Schlitten absichtlich überlasten)
Begründetes Feedback: Die Kombination aus Kraftanstieg und Partikeln ist auffällig, aber nicht eindeutig. Deshalb zuerst sicher stillsetzen beziehungsweise nach betrieblichem Verfahren freigeben, dokumentieren und Wartungs- sowie Herstellerinformationen prüfen. Ungeprüftes Nachschmieren kann Schmutz einschließen oder einen falschen Schmierstoff einbringen.
Offene Aufgaben
Leicht
- Reibstellen-Fotoanalyse: Fotografiere an einer freigegebenen Schulungsmaschine aus sicherem Abstand drei sichtbare Reibstellen und beschrifte Kontaktpartner und Bewegungsart.
- Lager-Steckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu Wälzlager, Gleitlager und Linearführung mit je einem Einsatzbeispiel.
- Sauberkeitscheck: Entwickle eine fünfteilige Checkliste für einen sauberen Schmierarbeitsplatz.
- Bewegungsskizze: Zeichne Pfeile für Dreh-, Linear- und Schwenkbewegungen an einer einfachen Maschinenzeichnung.
Standard
- Messwertprotokoll: Gestalte ein Wartungsblatt für Temperatur, Schwingung, Geräusch, Sichtbefund und Referenzwert.
- Fehlerbildanalyse: Vergleiche zwei bereitgestellte Lager- oder Führungsbilder und formuliere Beobachtung, Vermutung und noch fehlende Information getrennt.
- Betriebsanweisung prüfen: Untersuche mit Deiner Ausbilderin oder Deinem Ausbilder eine reale Betriebsanweisung darauf, welche Schutzmaßnahmen für Schmierarbeiten genannt werden.
- Wartungsinterview: Befrage eine Fachkraft dazu, wie im Betrieb Schmierstoffverwechslungen und Schmutzeintrag verhindert werden.
Schwer
- Ursachen-Wirkungs-Diagramm: Erstelle ein Diagramm für den Befund „Lager wird wärmer“ mit den Ästen Schmierung, Last, Montage, Dichtung, Umgebung und Lagerzustand.
- Instandhaltungsplanung: Entwickle für den Ausbildungsfall M17 einen Prüfplan mit Reihenfolge, Messgrößen, Dokumentation und Freigabepunkten.
- Konstruktionsvergleich: Vergleiche eine offene und eine abgedichtete Führung hinsichtlich Schmutzeintrag, Wartbarkeit und möglicher Einsatzbedingungen.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Lernvideo „Reibstellen erkennen, ohne vorschnell zu diagnostizieren“ mit drei Maschinenbeispielen und einem Sicherheitshinweis.


Lernkontrolle
- Systemanalyse: Du erhältst eine Maschinenzeichnung ohne Beschriftung. Identifiziere mindestens vier Reibstellen und begründe jede Auswahl über Kontaktpartner, Relativbewegung und Belastung.
- Trendbewertung: Temperatur und Schwingung eines Lagers steigen, während die Maschinenlast unverändert bleibt. Entwickle eine Prüfreihenfolge und begründe, warum keine Sofortdiagnose möglich ist.
- Sauberkeitstransfer: Erkläre, wie eine verschmutzte Fettpresse trotz richtigem Schmierstoff zu einem Lagerproblem beitragen kann.
- Schutzmaßnahmen: Begründe anhand des STOP-Prinzips, warum Absaugung oder geschlossene Verfahren bei Stäuben und Aerosolen Vorrang vor alleiniger persönlicher Schutzausrüstung haben können.
- Entsorgungsfall: In einer Werkstatt stehen Altöl, Lösemittelreste und gebrauchte Kühlschmierstoffe bereit. Entwickle ein sicheres Vorgehen, ohne Stoffe zu vermischen, und nenne die Informationen, die vor der Entsorgung geprüft werden müssen.
- Konstruktiver Transfer: Eine Linearführung fällt in staubiger Umgebung wiederholt aus. Entwickle drei technische oder organisatorische Verbesserungen und begründe ihre Wirkung auf die Reibstelle.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du:
- Reibstellen fachlich begründet erkennst.
- Lager und Führungen korrekt unterscheidest.
- Bewegungsarten sicher zuordnest.
- Funktionen von Schmierstoffen ohne pauschale Schmierempfehlungen erklärst.
- Messwerttrends von eindeutigen Schadensdiagnosen unterscheidest.
- Sauberkeit als Teil einer funktionierenden Schmierstrategie begründest.
- Gefahrstoff-, Staub- und Entsorgungsregeln auf betriebliche Situationen überträgst.
- eine sichere Prüfreihenfolge für einen unbekannten Maschinenbefund entwickelst.
- Beobachtung, Vermutung und gesicherte Aussage klar voneinander trennst.
Fachquellen und Sicherheitsquellen
Die folgenden Quellen wurden für die fachliche und sicherheitstechnische Prüfung herangezogen. Betriebliche Vorgaben und aktuelle Sicherheitsdatenblätter haben für die konkrete Arbeit immer Vorrang.
- Wikipedia: Tribologie – Grundbegriffe Reibung, Verschleiß und Schmierung.
- Wikipedia: Reibung – Reibungs- und Schmierzustände.
- Wikipedia: Schmierstoff – Funktionen und Einteilung von Schmierstoffen.
- BAuA: TRGS 401 – Gefährdung durch Hautkontakt und Schutzmaßnahmen.
- BAuA: Technische Regeln für Gefahrstoffe – Gefährdungsbeurteilung und inhalative Exposition.
- DGUV/IFA: Schutzmaßnahmen bei Kühlschmierstoffen – technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen.
- DGUV/IFA: Inhalative Gefährdungen durch Kühlschmierstoffe – Dämpfe und Aerosole.
- DGUV: Gib dem Staub keine Chance – staubarme Reinigung und Verbot des Abblasens von Staubablagerungen mit Druckluft.
- BMUKN: Altöl – Gesetzgebung – getrennte Sammlung und Vermischungsverbote.
- Altölverordnung – rechtliche Grundlage für Sammlung, Aufbereitung und Entsorgung von Altöl.
- SKF Evolution: Bearing contamination – Einflüsse fester und flüssiger Verunreinigungen auf Lager und Schmierstoff.
Medien und Medienrechte
Die eingebundenen Wikimedia-Commons-Dateien wurden anhand ihrer jeweiligen Dateibeschreibungsseite auf Herkunft und Lizenz geprüft.
– Niabot, CC BY-SA 3.0.
– PlusMinus/DustDFG, CC BY-SA 4.0.
– Silberwolf, CC BY-SA 2.5.
– A7N8X, CC BY-SA 3.0 / GFDL.
– Markus Schweiss, CC BY-SA 3.0 / GFDL.
– Noim210, CC BY-SA 3.0 / GFDL.
– Maxmath12, CC0 1.0.
– Colinvella, CC BY-SA 3.0 / GFDL.
– Carnaubo, unter anderem CC BY-SA 4.0.
– K. Kudelina, CC0 1.0.
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- SKF Maintenance Products: SKF Bearing Lubrication
- SKF Group: How to lubricate your bearings
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