Schmiedeeiserne Brunnenaufsätze - Schmied 1


Schmiedeeiserne Brunnenaufsätze - Schmied 1
Schmiedeeiserne Brunnenaufsätze - Schmied

Einleitung
Ein schmiedeeiserner Brunnenaufsatz ist eine über der Brunnenöffnung angeordnete Metallkonstruktion. Er kann eine Seilrolle, eine Winde oder eine Abdeckung tragen, die Brunnenöffnung sichern und zugleich den gestalterischen Mittelpunkt eines Platzes, Hofes oder Gartens bilden. Fachlich lässt sich auch von einem Brunnenüberbau sprechen. Nicht gemeint ist der technische Bohrlochkopf eines Erdöl- oder Gasbrunnens.
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im Metallhandwerk, besonders an Lernende im Ausbildungsberuf Metallbauerin und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung. Du beschäftigst Dich mit dem Aufmaß, dem Entwurf, der Werkstoffauswahl, den Schmiedeverfahren, den Verbindungstechniken, dem Korrosionsschutz und der Montage eines Brunnenaufsatzes.
Der Ausdruck Schmiedeeisen wird heute häufig als Sammelbegriff für handwerklich geschmiedete Bauteile verwendet. Historisches Schmiedeeisen kann sich in Gefüge und Schlackengehalt deutlich von modernem Stahl unterscheiden. Bei Neuanfertigungen wird meist gut warmumformbarer, niedrigkohlenstoffhaltiger Stahl eingesetzt. Deshalb werden in Zeichnung und Stückliste die tatsächliche Werkstoffbezeichnung und die Abmessungen angegeben.
Lernziele
Nach der Bearbeitung kannst Du:
- Bauteile eines Brunnenaufsatzes fachsprachlich benennen und ihre Funktion erklären.
- Aufmaß und Entwurf für eine Metallkonstruktion vorbereiten.
- geeignete Halbzeuge und Schmiedeverfahren auswählen.
- traditionelle und moderne Verbindungstechniken vergleichen.
- Maßnahmen für Korrosionsschutz, Arbeitssicherheit und Qualitätssicherung begründen.
- eine nachvollziehbare Fertigungs- und Montagefolge entwickeln.
Formen und historische Vorbilder
Schmiedeeiserne Brunnenaufsätze verbinden Tragfunktion, Bedienbarkeit und Ornament. Historische Beispiele zeigen häufig zwei seitliche Ständer, einen oberen Bogen oder Querträger, eine mittig gelagerte Rolle und eine Bekrönung. Voluten, Blätter, Ranken, Bünde und geschmiedete Spitzen gliedern die Konstruktion.
Bei der Betrachtung eines Vorbilds unterscheidest Du:
- Tragwerk: Ständer, Bogen, Querträger, Streben und Befestigung.
- Bewegliche Bauteile: Achse, Seilrolle, Welle, Kurbel und Sperre.
- Verbindungselemente: Niete, Zapfen, Bünde, Klammern, Schrauben und Schweißverbindungen.
- Ornament: Voluten, Blätter, Torsionen, Spitzen und Bekrönungen.
- Brunnenfassung: Brunnenkranz, Abdeckung und Anschluss an Mauerwerk oder Stein.
Eine gute Gestaltung macht den konstruktiven Aufbau sichtbar. Ständer wirken tragend, Streben versteifend und Zierformen ergänzend. Das Ornament darf die Konstruktion nicht schwächen und keine gefährlichen Spitzen, Fangstellen oder schwer zugänglichen Korrosionsnester erzeugen.
Gestaltungsgrundsätze
| Grundsatz | Bedeutung für den Brunnenaufsatz |
|---|---|
| Proportion | Höhe, Breite, Querschnitte und Ornament müssen zur Brunnenfassung und zur Umgebung passen. |
| Symmetrie | Spiegelbildliche Bauteile erzeugen Ruhe und können mit Schablonen kontrolliert werden. |
| Rhythmus | Wiederkehrende Voluten, Bünde oder Blätter ordnen die Fläche. |
| Materialgerechtigkeit | Die Form soll aus nachvollziehbaren Schmiede-, Biege- und Fügevorgängen entstehen. |
| Funktionsklarheit | Lager, Rolle, Kurbel, Abdeckung und Wartungsstellen bleiben erkennbar und zugänglich. |
| Sicherheit | Scharfe Kanten, Quetschstellen und ungesicherte Öffnungen werden vermieden. |

Bauteile und Fachbegriffe
| Bauteil | Funktion | Typische Ausführung |
|---|---|---|
| Brunnenkranz | Begrenzt die Brunnenöffnung und nimmt gegebenenfalls die Befestigung auf. | Naturstein, Mauerwerk, Beton oder Metall. |
| Ständer | Tragen den oberen Aufbau und leiten Kräfte in die Befestigung ein. | Rundstahl, Vierkantstahl, Flachstahlbündel oder Profil. |
| Bogen oder Joch | Verbindet die Ständer und bildet den oberen Abschluss. | Warm oder kalt gebogener Vollquerschnitt. |
| Querträger | Nimmt Lagerböcke, Rolle oder Winde auf. | Vollmaterial, Profil oder zusammengesetztes Bauteil. |
| Lagerbock | Führt und hält die Achse. | Geschmiedete Lasche oder bearbeitetes Lagerteil. |
| Achse | Ermöglicht die Drehbewegung der Rolle. | Maßhaltiger Rundstahl mit geeigneter Sicherung. |
| Seilrolle | Lenkt Seil oder Kette um. | Rolle mit angepasster Rille und Lagerung. |
| Winde oder Haspel | Wickelt Seil oder Kette auf eine Trommel. | Welle, Trommel, Kurbel und Rücklaufsicherung. |
| Strebe | Steift den Aufbau gegen seitliche Verformung aus. | Diagonale oder geschmiedeter Bogen. |
| Volute | Bildet eine spiralige Schmuckform. | C-Volute, S-Volute oder eingerolltes Stabende. |
| Bund | Fasst mehrere Teile zusammen und gestaltet die Verbindung. | Warm aufgezogener oder geschlossener Metallstreifen. |
| Bekrönung | Setzt den oberen gestalterischen Abschluss. | Spitze, Blatt, Blüte, Wappen oder abstrakte Form. |
| Fußplatte oder Ankerlasche | Überträgt Kräfte in Brunnenkranz oder Untergrund. | Verschraubt, verdübelt oder nach Planung eingemörtelt. |
Eine Seilrolle lenkt das Zugmittel um. Eine Winde wickelt es auf. Diese Funktionen dürfen nicht verwechselt werden. Bei einer funktionsfähigen Anlage müssen Achse, Lagerung, Kurbel, Sicherung, Seil oder Kette und die zulässige Belastung gemeinsam geplant werden.

Aufmaß, Entwurf und Konstruktion
Vor der Fertigung wird die Einbausituation aufgenommen. Zum Aufmaß gehören der Durchmesser oder die Kantenlängen des Brunnenkranzes, seine Höhe, die Lage der Brunnenöffnung, vorhandene Befestigungen, Randabstände, Unebenheiten, Transportwege und die Zugänglichkeit für die Montage.
Ein historischer Brunnenkranz darf nicht ohne Prüfung angebohrt werden. Bei denkmalgeschützten Anlagen sind Veränderungen mit den zuständigen Fachstellen abzustimmen. Bei öffentlich zugänglichen oder tragenden Konstruktionen können statische und baurechtliche Nachweise erforderlich sein.
Vom Entwurf zur Werkstattzeichnung
- Anforderungsklärung: Funktion, Stil, Standort, Bedienung und Wartung festlegen.
- Entwurfsskizze: Proportionen, Hauptachsen und Ornamentvarianten entwickeln.
- Aufriss: Konstruktion möglichst im Maßstab 1 zu 1 auf einer geeigneten Fläche darstellen.
- Werkstattzeichnung: Ansichten, Schnitte, Maße, Querschnitte und Verbindungen festlegen.
- Stückliste: Werkstoffe, Halbzeuge, Längen und Stückzahlen erfassen.
- Arbeitsplan: Schmiede-, Bearbeitungs-, Füge-, Prüf- und Montagefolge bestimmen.
- Prüfplan: Maße, Form, Verbindungen, Beweglichkeit und Oberfläche kontrollierbar machen.
Der Aufriss im Maßstab 1 zu 1 ist für Bögen, Ranken und Voluten besonders wertvoll. Schablonen, Anschläge und Biegelehren helfen, spiegelbildliche oder wiederkehrende Bauteile herzustellen. Sie ersetzen jedoch nicht die Kontrolle mit Maßband, Winkel, Richtlatte und Diagonalmaß.
Werkstoffe und Halbzeuge
Für eine Neuanfertigung wird häufig ein niedrigkohlenstoffhaltiger Baustahl gewählt, der gut warm umformbar und für das vorgesehene Fügeverfahren geeignet ist. Die konkrete Werkstoffgüte wird nach Konstruktion, Belastung, Schweißbarkeit, Verfügbarkeit und Oberflächenschutz festgelegt.
| Halbzeug | Geeignete Anwendung | Fertigungshinweis |
|---|---|---|
| Flachstahl | Blätter, Laschen, Bünde, breite Voluten. | Beim Biegen auf Kantenverlauf und Verwindung achten. |
| Rundstahl | Ranken, Stäbe, Ösen und Achsen. | Übergänge ohne scharfe Kerben ausführen. |
| Vierkantstahl | Ständer, Torsionen und kantig wirkende Voluten. | Kanten beim Tordieren gleichmäßig ausrichten. |
| Blech | Getriebene Blätter, Abdeckungen und Schalen. | Schnittkanten, Steifigkeit und Wasserablauf beachten. |
| Hohlprofil | Leichtere moderne Tragkonstruktionen. | Entlüftung, Entwässerung und inneren Korrosionsschutz planen. |
Unbekannte Altteile dürfen nicht ohne Werkstoff- und Beschichtungsprüfung erhitzt oder geschweißt werden. Verzinkte, lackierte oder anderweitig beschichtete Werkstücke können beim Erwärmen gesundheitsgefährdende Rauche und Dämpfe freisetzen.
Schmiedeverfahren

Beim Freiformschmieden wird der erwärmte Werkstoff durch Druck und Schlag umgeformt. Die geeignete Schmiedetemperatur hängt vom Werkstoff, vom Querschnitt und vom Arbeitsschritt ab. Zu kaltes Umformen kann Risse fördern; Überhitzung kann das Gefüge und die Oberfläche schädigen.
| Verfahren | Veränderung am Werkstück | Anwendung |
|---|---|---|
| Strecken | Werkstück wird länger, der Querschnitt wird kleiner. | Verjüngungen, Spitzen und schlanke Ranken. |
| Stauchen | Werkstück wird kürzer, der Querschnitt wird größer. | Verdickte Enden, Knäufe und Lagerbereiche. |
| Absetzen | Erzeugt einen begrenzten Querschnittsübergang. | Schultern, Zapfen und Anschlussstellen. |
| Biegen | Verändert die Richtung der Werkstückachse. | Bögen, Ösen, Voluten und Joche. |
| Tordieren | Verdreht einen Stab um seine Längsachse. | Zierstäbe und rhythmische Felder. |
| Lochen | Erzeugt eine Öffnung durch Verdrängen des Werkstoffs. | Nietlöcher, Ösen und Lagerlaschen. |
| Aufdornen | Weitet und kalibriert eine vorhandene Öffnung. | Runde oder geformte Durchbrüche. |
| Spalten | Teilt einen Werkstückbereich. | Blätter, Gabelungen und Rankenansätze. |
| Feuerschweißen | Verbindet vorbereitete Flächen bei geeigneter Temperatur. | Traditionelle Verbindungen und Restaurierungsarbeiten. |

Voluten schmieden
Für eine gleichmäßige Volute wird das Stabende zunächst passend verjüngt. Die enge Anfangswicklung wird sauber eingerollt. Anschließend wird die Spirale schrittweise über Amboss, Horn, Biegedorn oder Richtplatte entwickelt. Der Verlauf wird regelmäßig mit dem Aufriss oder einer Schablone verglichen.
Bei spiegelbildlichen Voluten müssen Ausgangslänge, Verjüngung, Wickelrichtung, Radius und Anschlusswinkel übereinstimmen. Korrekturen erfolgen in geeigneter Wärme und mit kontrollierten Schlägen.
Vorrichtungen und Biegehilfen
Biegegabeln, Dorne, Anschläge und Schablonen verbessern die Wiederholgenauigkeit. Eine Vorrichtung muss stabil befestigt sein und den Kräften beim Biegen standhalten. Die Konstruktion der Vorrichtung richtet sich nach Werkstückquerschnitt, Biegeradius und Arbeitstemperatur.
Verbindungstechnik
Ein Brunnenaufsatz kann traditionelle und moderne Verbindungen enthalten. Die Wahl richtet sich nach Last, Werkstoff, Reparierbarkeit, Erscheinungsbild, Montage und Korrosionsschutz.
| Verbindung | Kennzeichen | Wichtiger Prüfpunkt |
|---|---|---|
| Nietverbindung | Formschlüssige Verbindung mit gestauchtem Nietschaft. | Nietlänge, Lochpassung und vollständig ausgebildeter Schließkopf. |
| Zapfenverbindung | Zapfen greift in Loch oder Schlitz. | Schulteranlage, Passung und Sicherung. |
| Bund | Metallstreifen umfasst mehrere Bauteile. | Fester Sitz, sauberer Stoß und Wasserablauf. |
| Klammer | Umfasst oder verbindet Bauteile örtlich. | Formschluss und ausreichender Querschnitt. |
| Schraubverbindung | Lösbare Verbindung für Montage und Wartung. | Sicherung, Zugänglichkeit und Korrosionsspalt. |
| Lichtbogenschweißung | Stoffschlüssige Verbindung durch Aufschmelzen. | Nahtvorbereitung, Wärmeeintrag, Verzug und Nahtqualität. |
| Feuerschweißung | Traditionelle stoffschlüssige Schmiedeverbindung. | Saubere Fügeflächen, richtige Wärme und vollständige Bindung. |
Beim Zusammenbau werden zuerst die tragenden Hauptteile ausgerichtet und geheftet oder vorläufig gefügt. Danach folgen Streben und Schmuckelemente. Nach jedem Schritt werden Achsabstände, Ebenheit, Diagonalen und Symmetrie geprüft. Eine geeignete Vorrichtung begrenzt Verzug und erleichtert die Wiederholgenauigkeit.
Rolle, Winde und Sicherheit der Brunnenöffnung
Eine Rolle benötigt eine zur Seil- oder Kettenform passende Laufbahn, eine tragfähige Achse und eine zuverlässige Achssicherung. Das Zugmittel darf nicht an scharfen Kanten scheuern oder seitlich abspringen.
Eine Winde benötigt zusätzlich eine Trommel, eine Kurbel, geeignete Lager und eine Sicherung gegen unbeabsichtigtes Rücklaufen. Bewegte Teile können Quetsch- und Einzugsstellen bilden. Griffraum, Bedienhöhe und Sicherheitsabstände werden deshalb bereits im Entwurf berücksichtigt.
Der Aufsatz allein schützt nicht automatisch vor einem Absturz in die Brunnenöffnung. Abdeckung, Gitter, Geländerwirkung, Verschluss und Zugänglichkeit müssen als Gesamtsystem beurteilt werden. Bei Trinkwasserbrunnen sind außerdem hygienische Anforderungen und geeignete Werkstoffe zu berücksichtigen.
Korrosionsschutz und Wartung
Außenbauteile sind Regen, Tauwasser, Schmutz und Temperaturwechseln ausgesetzt. Der wirksamste Korrosionsschutz beginnt in der Konstruktion.
- Konstruktiver Korrosionsschutz: Wasserablauf ermöglichen und Taschen vermeiden.
- Spaltkorrosion: enge, schlecht trocknende Fugen vermeiden oder fachgerecht abdichten.
- Hohlprofile: Entlüftungs- und Entwässerungsöffnungen einplanen.
- Kantenbearbeitung: scharfe Kanten für ein gleichmäßiges Beschichtungssystem brechen oder runden.
- Oberflächenvorbereitung: Zunder, Rost, Fett und Schweißspritzer entfernen.
- Beschichtungssystem: Grundierung, Zwischen- und Deckbeschichtung auf Standort und Untergrund abstimmen.
- Wartung: Beschädigungen, Rostansätze, lockere Verbindungen und Lager regelmäßig kontrollieren.
Beim Feuerverzinken dürfen keine geschlossenen Hohlräume vorhanden sein. Entlüftungs- und Ablauföffnungen müssen fachgerecht dimensioniert und angeordnet werden. Bewegliche Passungen und feine Schmiedestrukturen sind bereits bei der Planung des Überzugs zu berücksichtigen.

Arbeitssicherheit
Schmieden, Schweißen, Schleifen und Montieren werden nur an geeigneten Arbeitsplätzen, nach Unterweisung und unter Beachtung der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung ausgeführt.
| Gefährdung | Schutzmaßnahme |
|---|---|
| Glühendes Material und Zunder | Schutzbrille, geeignete Kleidung, Sicherheitsschuhe und gekennzeichnete Heißablage verwenden. |
| Funken und Brandgefahr | Brennbare Stoffe entfernen, Löschmittel bereithalten und Brandwache festlegen. |
| Rauch und Gase | Lüftung oder Absaugung einsetzen und beschichtete Werkstücke vor dem Erwärmen prüfen. |
| Lärm | Gehörschutz verwenden und Arbeitszeiten sowie Schlagtechnik beachten. |
| Schleifmaschinen | Schutzhaube und geeignete Scheibe verwenden, Werkstück sicher halten oder spannen. |
| Rotierende Maschinen | Keine Handschuhe oder lose Kleidung im Einzugsbereich tragen. |
| Schwere Baugruppen | Geeignete Hebezeuge und geprüfte Anschlagmittel einsetzen. |
| Offene Brunnenöffnung | Tragfähige Abdeckung, Absperrung und Absturzsicherung vorsehen. |
Heißes Metall kann bereits dunkel erscheinen und trotzdem schwere Verbrennungen verursachen. Im Arbeitsbereich wird deshalb jedes unbekannte Metallteil zunächst als heiß betrachtet.
Qualitätssicherung und Abnahme
Qualität wird während der gesamten Fertigung geprüft. Typische Prüfmittel sind Maßband, Messschieber, Winkel, Richtlatte, Schablone und Sichtprüfung.
| Prüfbereich | Prüfkriterium |
|---|---|
| Maße | Höhe, Breite, Achsabstand, Anschlussmaße und Diagonalen entsprechen der Zeichnung. |
| Form | Bögen und Voluten verlaufen ruhig und passen zum Aufriss. |
| Verbindungen | Niete, Bünde, Schrauben und Schweißnähte sind vollständig und fachgerecht ausgeführt. |
| Bewegung | Rolle oder Winde läuft frei und ohne seitliches Schleifen. |
| Oberfläche | Kanten sind bearbeitet und das Schutzsystem ist geschlossen. |
| Befestigung | Anker, Fußplatten und Untergrund entsprechen der Planung. |
| Sicherheit | Es bestehen keine unzulässigen Spitzen, Fang-, Quetsch- oder Absturzstellen. |
| Dokumentation | Zeichnung, Stückliste, Prüfprotokoll und Wartungshinweise sind vollständig. |
Ausbildungsprojekt
Entwirf einen modellhaften Brunnenaufsatz mit zwei Ständern, einem oberen Bogen, vier Voluten und einer funktionslosen Demonstrationsrolle. Das Modell dient dem Erwerb von Fertigkeiten und darf nicht ohne fachgerechte Bemessung und Abnahme an einem offenen Brunnen eingesetzt werden.
Projektablauf
- Aufmaßmodell: Maße einer vorgegebenen Brunnenfassung erfassen.
- Entwurfsvarianten: mindestens drei unterschiedliche Gestaltungsansätze zeichnen.
- Auswahlentscheidung: Funktion, Herstellbarkeit und Wirkung vergleichen.
- Werkstattzeichnung: Hauptmaße, Querschnitte und Verbindungen eintragen.
- Materialplanung: Stückliste und Zuschnittplan erstellen.
- Fertigungsplanung: Erwärmen, Strecken, Biegen, Lochen und Fügen ordnen.
- Zwischenprüfung: Voluten und Ständer am Aufriss kontrollieren.
- Probemontage: Passung, Symmetrie und Bewegungsraum prüfen.
- Oberflächenkonzept: Vorbereitung, Beschichtung und Wartung festlegen.
- Dokumentation: Fotos, Messwerte und Reflexion zusammenstellen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welcher heutige Ausbildungsberuf ist besonders eng mit kunsthandwerklichen Schmiedearbeiten verbunden? (Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung) (!Anlagenmechaniker Sanitärtechnik) (!Elektroniker Betriebstechnik) (!Maurer Hochbau)
Welche Aufgabe hat ein Ständer am Brunnenaufsatz? (Er leitet Kräfte in die Befestigung ein) (!Er wickelt das Seil auf) (!Er ersetzt die Seilrolle) (!Er dient nur als Farbschicht)
Was ist eine Volute? (Eine spiralige Schmuckform) (!Eine elektrische Schweißquelle) (!Eine chemische Grundierung) (!Eine unterirdische Wasserleitung)
Welches Schmiedeverfahren vergrößert den Querschnitt? (Stauchen) (!Strecken) (!Schleifen) (!Sägen)
Wozu dient das Aufdornen? (Zum Weiten und Kalibrieren einer Öffnung) (!Zum Auftragen der Deckbeschichtung) (!Zum Messen der Diagonalen) (!Zum Abkühlen der Esse)
Welche Funktion hat eine Seilrolle? (Sie lenkt ein Zugmittel um) (!Sie grundiert den Stahl) (!Sie ersetzt den Brunnenkranz) (!Sie verhindert jede Korrosion)
Warum werden Wasseransammlungen in der Konstruktion vermieden? (Sie fördern Korrosion) (!Sie verbessern jede Nietverbindung) (!Sie erhöhen die Maßhaltigkeit) (!Sie ersetzen eine Wartung)
Welche Verbindung ist für Wartungsarbeiten lösbar? (Schraubverbindung) (!Feuerschweißung) (!Schweißnaht) (!Vollständig gestauchter Niet)
Was muss vor dem Erhitzen eines beschichteten Altteils geklärt werden? (Werkstoff und Beschichtungsart) (!Nur die Farbe des Hammers) (!Nur die Länge des Ambosses) (!Nur die Form der Volute)
Was gehört zur Abnahme eines Brunnenaufsatzes? (Prüfung von Befestigung Funktion und Oberfläche) (!Entfernung aller Zeichnungen) (!Verzicht auf die Achssicherung) (!Ungeprüfte Belastung durch Klettern)
Memory
| Ständer | Tragendes senkrechtes Bauteil |
| Volute | Spiralige Schmuckform |
| Lagerbock | Aufnahme der Achse |
| Stauchen | Querschnitt vergrößern |
| Strecken | Werkstück verlängern |
| Bund | Stäbe zusammenfassen |
| Aufriss | Darstellung in Originalgröße |
| Bekrönung | Oberer gestalterischer Abschluss |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Arbeitsschritt |
|---|---|
| Maße am Bestand erfassen | Aufmaß |
| Form und Proportion entwickeln | Entwurf |
| Bauteile warm umformen | Schmieden |
| Einzelteile zusammenfügen | Montage |
| Maße und Funktion kontrollieren | Abnahme |
Kreuzworträtsel
| Volute | Wie heißt eine spiralige Schmuckform? |
| Aufmaß | Wie heißt das Erfassen der Einbaumaße? |
| Stauchen | Welches Verfahren vergrößert den Querschnitt? |
| Lagerbock | Welches Bauteil nimmt eine Achse auf? |
| Korrosion | Wie heißt die schädigende Reaktion eines Metalls mit seiner Umgebung? |
| Bekrönung | Wie heißt der obere gestalterische Abschluss? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bauteile beschriften: Suche ein Bild eines Brunnenaufsatzes und beschrifte mindestens acht Bauteile mit Fachbegriffen.
- Voluten zeichnen: Zeichne drei C-Voluten und drei S-Voluten mit unterschiedlichen Proportionen.
- Halbzeuge vergleichen: Beschreibe die gestalterische Wirkung von Rundstahl, Vierkantstahl und Flachstahl.
- Sicherheitskarte: Gestalte eine Warnkarte für den Umgang mit scheinbar abgekühlten Werkstücken.
Standard
- Aufriss anfertigen: Erstelle einen Aufriss für einen symmetrischen Brunnenaufsatz im Maßstab eins zu eins.
- Volutenprobe schmieden: Fertige unter fachlicher Aufsicht zwei spiegelbildliche Voluten und dokumentiere die Arbeitsschritte.
- Verbindungsmuster herstellen: Stelle eine Niet-, Zapfen- oder Bundverbindung als Übungsstück her.
- Korrosionsschutz planen: Entwickle ein Schutz- und Wartungskonzept für einen Brunnenaufsatz im Außenbereich.
Schwer
- Werkstattzeichnung erstellen: Entwickle Ansichten, Schnitte, Detailzeichnungen und eine Stückliste für einen vollständigen Brunnenaufsatz.
- Lastwege untersuchen: Markiere in einer Zeichnung Eigengewicht, Bedienkräfte, Seitenkräfte und ihre Weiterleitung in den Untergrund.
- Bestand dokumentieren: Untersuche einen historischen Brunnenaufsatz fotografisch und erstelle ein Schadens- und Maßnahmenprotokoll.
- Ausbildungsfilm produzieren: Drehe ein kurzes Fachvideo über Aufmaß, Volutenschmieden, Probemontage und Qualitätsprüfung.


Lernkontrolle
- Entwurfsvergleich: Vergleiche zwei Brunnenaufsätze hinsichtlich Tragwirkung, Proportion, Ornament und Sicherheit. Begründe, welcher Entwurf fachlich überzeugender ist.
- Fertigungsfolge: Entwickle eine begründete Reihenfolge vom Aufmaß bis zur Endmontage und beschreibe mögliche Zwischenprüfungen.
- Verbindungsauswahl: Entscheide für eine sichtbare Verbindung zwischen Niet, Bund, Schraube und Schweißnaht. Berücksichtige Last, Gestaltung und Reparierbarkeit.
- Fehleranalyse: An einem Brunnenaufsatz treten Rostfahnen unter einem Bund und eine schwergängige Rolle auf. Leite mögliche Ursachen und Maßnahmen ab.
- Montageplanung: Plane die sichere Montage einer schweren Baugruppe an einer offenen Brunnenfassung.
- Restaurierungsentscheidung: Begründe, welche historischen Spuren erhalten, gesichert oder ergänzt werden sollten.
- Qualitätsbewertung: Entwickle ein Bewertungsraster für Maßhaltigkeit, Schmiedeausführung, Verbindung, Oberfläche, Sicherheit und Dokumentation.
Lernnachweis
Für den Lernnachweis sind folgende Leistungen wichtig:
- Fachwissen: Bauteile, Verfahren und Verbindungen werden korrekt bezeichnet.
- Entwurfsqualität: Proportion, Funktion und Herstellbarkeit sind nachvollziehbar.
- Werkstattplanung: Zeichnung, Stückliste, Arbeitsplan und Prüfplan sind vollständig.
- Praktische Ausführung: Schmiedeverfahren werden sicher und maßhaltig angewendet.
- Verbindungstechnik: Fügeelemente sind passend ausgewählt und fachgerecht ausgeführt.
- Korrosionsschutz: Konstruktion, Oberfläche und Wartung werden gemeinsam betrachtet.
- Arbeitssicherheit: Gefährdungen und Schutzmaßnahmen werden begründet.
- Reflexion: Abweichungen und Verbesserungsmöglichkeiten werden fachlich ausgewertet.
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