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Schmiede-Grundlagen und Werkstatt – Schmiedbare Werkstoffe erkennen

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Schmiede-Grundlagen und Werkstatt – Schmiedbare Werkstoffe erkennen

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Schmiede-Grundlagen und Werkstatt – Schmiedbare Werkstoffe erkennen

Kurzbeschreibung: Werkstoffzustand und geeignete Ausbildungswerkstoffe.

Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Metallbau, Konstruktionstechnik und verwandten Berufen.

Lernziel: Du entscheidest anhand von Werkstoffidentität, Werkstoffzustand, Oberfläche und Prozessvorgabe, ob ein Werkstoff für eine angeleitete Schmiedeübung geeignet ist. Du begründest Deine Entscheidung fachlich und sicherheitsbezogen.

Sicherheitsregel: Heiße Werkstoffe, Feuer, Funken, Zunder, Rauchgase und Brandgefahren können schwere Verletzungen oder Gesundheitsschäden verursachen. Praktische Demonstrationen und Arbeiten an Esse oder Gasschmiedeofen finden ausschließlich nach betrieblicher Unterweisung und unter unmittelbarer fachlicher Anleitung/Aufsicht statt. Keine unbeaufsichtigten Versuche. Unbekannte oder beschichtete Werkstoffe werden nicht probeweise erhitzt.


Einleitung

Beim Schmieden wird ein metallischer Werkstoff durch Druckkräfte umgeformt. Für die Ausbildung genügt es nicht, dass ein Teil „wie Stahl aussieht“. Entscheidend sind Werkstoffidentität, Werkstoffzustand, Oberfläche/Beschichtung und die freigegebene Prozessvorgabe.

Bildbeobachtung: Suche auf dem Bild Feuerstelle, Luftzufuhr und Arbeitsbereich. Entscheide anschließend: Welche Einrichtungen müssen vor dem Anheizen betriebsbereit sein?

Begründetes Feedback: Der Rauchabzug bzw. die wirksame Lüftung muss geprüft sein; Löschmittel, sichere Abstände und persönliche Schutzausrüstung müssen nach betrieblicher Vorgabe bereitstehen. Die BGHM nennt bei Schmiedeessen unter anderem Brandentstehung, Rauchgase, Lärm, Funken/Zunder und Verbrennungen als Gefährdungen.


Lernweg in kurzen Einheiten

Einheit Fokus Richtzeit
Werkstoff oder Zustand? Identität, Lieferzustand, Oberfläche 4 min
Was darf in die Esse? geeignete Ausbildungswerkstoffe 5 min
Heiß umformen Temperatur, Zunder, Formänderung 6 min
Sicherer Arbeitsplatz Feuer, Rauchgase, Abstände, PSA 5 min
Vom Halbzeug zum Bauteil Werkstofffluss und Schmiedebauteil 5 min
Ausbildungsfall Entscheidung mit Begründung 10 min


Ausbildungsfall: Welcher Stab darf in die Esse?

Du sollst unter Anleitung einen einfachen Übungshaken freiformschmieden. Auf dem Materialwagen liegen fünf Stücke. Nur Material mit geklärter Identität und geeigneter Oberfläche darf für die Übung freigegeben werden.

Kennzeichnung Beobachtung Deine Entscheidung
A Vierkantstab S235JR, Lagerkennzeichnung eindeutig, blank bzw. unbeschichtet ?
B Rundstab C45, eindeutig gekennzeichnet ?
C Bruchstück aus EN-GJL, aus einem Gussteil ?
D Stahlstreifen mit Zinküberzug ?
E Stab aus der Schrottkiste ohne Kennzeichnung ?

Auftrag: Wähle den Ausbildungswerkstoff für eine einfache Anfängerübung. Begründe mit mindestens drei Kriterien. Eine bloße Sichtprüfung oder eine vermutete Funkenprobe ersetzt keinen Werkstoffnachweis.


Gestufte Hilfen zum Ausbildungsfall

Hilfe 1 – Sicherheit zuerst: Streiche alles, dessen Werkstoff oder Beschichtung nicht sicher geklärt ist.

Hilfe 2 – Werkstoffgruppe: Typische niedriggekohlte, eindeutig gekennzeichnete und unbeschichtete Baustähle lassen sich für einfache Umformübungen gut einsetzen. Gusswerkstoffe sind für die übliche Hand-Schmiedeübung keine passende Ausgangswahl.

Hilfe 3 – Ausbildungsziel: C45 ist schmiedbar, hat aber einen höheren Kohlenstoffgehalt und andere Anforderungen an Prozessführung und spätere Wärmebehandlung. Für eine reine Grundübung ohne Härteziel ist der einfachere, freigegebene niedriggekohlte Stahl didaktisch günstiger.


Musterentscheidung mit begründetem Feedback

Freigabe: A – S235JR, sofern betriebliche Werkstofffreigabe, Abmessung und Prozesskarte dazu passen. Der Werkstoff ist eindeutig gekennzeichnet, unbeschichtet und für einfache Umformaufgaben gut handhabbar.

B – C45: grundsätzlich schmiedbar, aber nur verwenden, wenn die Aufgabe genau diesen Werkstoff vorsieht und die Prozessführung fachlich angeleitet wird.

C – EN-GJL: nicht als Ausgangswerkstoff für diese Schmiedeübung verwenden. Typischer Grauguss ist spröde und für eine solche plastische Handumformung ungeeignet.

D – verzinkter Stahl: nicht in der Esse erhitzen. Beim starken Erhitzen von Zink bzw. Zinküberzügen können gesundheitsschädliche Zinkoxidrauche entstehen. Keine eigenständigen Entzinkungsversuche.

E – unbekannter Schrott: nicht erhitzen. Zusammensetzung, Beschichtung, Verunreinigung und frühere Nutzung sind ungeklärt.


Lerneinheit 1: Werkstoffart und Werkstoffzustand trennen

Ein Halbzeug kann aus demselben Stahl bestehen und trotzdem in unterschiedlichen Zuständen vorliegen. Für Deine Entscheidung fragst Du daher getrennt:

Frage Beispiel Warum wichtig?
Was ist es? eindeutig gekennzeichneter Stahl Werkstoffidentität
In welchem Zustand? warmgewalzt, normalisiert, vergütet beeinflusst Eigenschaften und weitere Behandlung
Was ist auf der Oberfläche? blank, Zunder, Zink, Lack Beschichtungen können beim Erhitzen zusätzliche Gefahren erzeugen
Wofür ist es freigegeben? Übungswerkstoff laut Ausbildungsauftrag Prozess und Werkstoff müssen zusammenpassen

Merksatz: Aussehen ist ein Hinweis, aber kein sicherer Werkstoffnachweis. Lagerkennzeichnung, Materialdokumente und betriebliche Freigabe haben Vorrang.


Lerneinheit 2: Geeignete Ausbildungswerkstoffe erkennen

Werkstoff/Fundstück Für eine einfache Anfängerübung Begründung
eindeutig gekennzeichneter, unbeschichteter S235JR gut geeignet, wenn betrieblich freigegeben niedriggekohlter Baustahl; einfache plastische Umformung
eindeutig gekennzeichneter C45 nur auftragsbezogen schmiedbar, aber höherer Kohlenstoffgehalt und andere Wärmebehandlungsziele möglich
EN-GJL-Gussteil nicht verwenden sprödes Gusseisen ist für die übliche Hand-Schmiedeübung ungeeignet
verzinkter oder lackierter Stahl nicht erhitzen Beschichtung kann bei hoher Temperatur gefährliche Stoffe/Rauche freisetzen
unbekannter Schrott sperren Identität und Oberflächenzustand sind ungeklärt

Entscheidungsregel: Erst identifizieren, dann Oberfläche prüfen, dann Prozessfreigabe prüfen, erst danach erwärmen.


Lerneinheit 3: Werkstoffzustand beim Heißumformen

Beim Warmumformen von Stahl sinkt die erforderliche Umformkraft im geeigneten Temperaturbereich und die Formänderungsfähigkeit steigt. In der industriellen Einteilung liegt Warmumformung von Stahl typischerweise oberhalb der Rekristallisationstemperatur; häufig wird ein Bereich von etwa 950 bis 1250 °C genannt. Für die Werkstatt ist daraus keine allgemeine Solltemperatur abzuleiten: Die zulässige Schmiedetemperatur hängt von Stahlsorte, Querschnitt und Prozess ab und wird aus freigegebener Prozess- oder Werkstoffinformation übernommen.

Zunder entsteht durch Oxidation der heißen Stahloberfläche. Die Glühfarbe kann ein Beobachtungshinweis sein, ersetzt aber weder Werkstoffidentifikation noch eine festgelegte Prozessführung. Ein nicht mehr sichtbar glühendes Werkstück kann weiterhin verbrennungsgefährlich heiß sein.

Video-Beobachtungsauftrag – Drawing Out: Beobachte nur, ohne den Ablauf nachzuahmen. Notiere, wie sich Länge und Querschnitt verändern, wie das Werkstück gehalten wird und an welchen Anzeichen der Schmied erneut erwärmt.

Entscheidungsfrage: Würdest Du aus der Glühfarbe im Video die genaue Stahlsorte bestimmen?

Begründetes Feedback: Nein. Die Glühfarbe beschreibt vor allem den thermischen Zustand unter den jeweiligen Lichtbedingungen. Die Werkstoffsorte muss vor dem Erhitzen geklärt sein.


Lerneinheit 4: Werkstatt sicher beurteilen

Video-Beobachtungsauftrag – Shop Safety: Erstelle während des Videos zwei Spalten: „Gefahr“ und „Schutzmaßnahme“. Gleiche Deine Notizen danach mit den BGHM-Regeln für Schmiedeessen ab.

Gefahr Ausbildungsentscheidung
Feuer und Funkenflug Brennbares aus dem Gefahrenbereich entfernen; BGHM nennt mindestens 1 m Abstand zu brennbaren Gegenständen; Löschmittel nach Vorgabe bereithalten
Rauchgase Rauchabzug/Lüftung vor Arbeitsbeginn auf Funktion prüfen; ohne wirksame Rauchabführung nicht beginnen
heiße Werkstücke und Werkzeuge geeignete Haltewerkzeuge und vorgeschriebene PSA verwenden; heiße Teile eindeutig ablegen und kennzeichnen
Zunder, Funken, Schlacke Augen-/Gesichtsschutz nach Gefährdungsbeurteilung; Arbeitsbereich freihalten
Lärm Gehörschutz nach Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung
Staub beim Umgang mit Kohle/Asche betriebliche Schutzmaßnahmen beachten; BGHM nennt bei Reinigung/Befüllung der Feuerschüssel FFP2

STOP-Regel: Kein Feuer ohne freigegebene Feuerstelle, wirksame Rauchabführung, passende Löschmöglichkeit und fachliche Aufsicht. Kein unbekanntes oder beschichtetes Material „zum Test“ erhitzen. Keine unbeaufsichtigten Versuche.

Hinweis zum Gasschmiedeofen: Betrieb, Zündung, Gasversorgung, Sicherheitseinrichtungen, Prüfung und Wartung richten sich nach Herstellerangaben, Betriebsanweisung, Gefährdungsbeurteilung und DGUV-Fachinformation. Lernende nehmen keine eigenständigen Änderungen an Gasarmaturen oder Sicherheitseinrichtungen vor.


Lerneinheit 5: Vom Halbzeug zum Schmiedebauteil

Bildauftrag: Erkennst Du am fertigen Bauteil allein sicher die genaue Stahlsorte? Begründe.

Feedback: Nein. Form, Oberfläche und Herstellspuren können Hinweise auf ein Schmiedeteil geben, ersetzen aber keine Werkstoffdokumentation.

Der historische Querschliff zeigt einen deutlich sichtbaren Faser- bzw. Werkstofffluss eines geschmiedeten milden Stahls. Er verdeutlicht: Beim Schmieden ändert sich nicht nur die äußere Form; die Umformung beeinflusst auch die Gefügestruktur bzw. den Faserverlauf des Ausgangsmaterials.

Transferblick: Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen ist deshalb nicht nur „Stahl ja/nein“ wichtig, sondern die abgestimmte Kette aus Werkstoff, Umformung, Wärmebehandlung, Prüfung und Dokumentation.


Lerneinheit 6: Entscheidungsroutine vor dem Erwärmen

  1. Identität prüfen: Ist Werkstoffbezeichnung oder Materialnachweis eindeutig?
  2. Oberfläche prüfen: Ist das Material unbeschichtet und frei von unbekannten Anhaftungen?
  3. Werkstoffgruppe prüfen: Ist der Werkstoff für die geplante Umformung geeignet?
  4. Prozess prüfen: Gibt es eine freigegebene Arbeits-/Prozessvorgabe mit passendem Temperaturfenster?
  5. Arbeitsplatz prüfen: Sind Esse/Ofen, Rauchabführung, Brand- und Personenschutz einsatzbereit?
  6. Freigabe einholen: Erst nach fachlicher Freigabe wird erwärmt.


Gestufte Lernaufgaben mit begründetem Feedback

Niveau Aufgabe Begründetes Feedback
Basis Ordne S235JR, C45, EN-GJL, verzinkten Stahl und unbekannten Schrott in „für Grundübung freigeben“, „nur auftragsbezogen“ oder „nicht erhitzen“ ein. S235JR kann bei eindeutiger Kennzeichnung und Freigabe die Grundübung abdecken. C45 nur bei passender Aufgabe. EN-GJL, verzinktes Material und unbekannter Schrott werden für diesen Ausbildungsfall nicht freigegeben.
Basis Nenne drei Informationen, die Du vor dem Erwärmen eines Stabs brauchst. Werkstoffidentität, Oberflächen-/Beschichtungszustand und Prozessfreigabe sind Mindestinformationen; der sichere Anlagenzustand kommt als Arbeitsvoraussetzung hinzu.
Anwendung Ein Stab sieht blank aus, hat aber keine Kennzeichnung. Ein zweiter ist als S235JR gekennzeichnet und unbeschichtet. Entscheide. Der gekennzeichnete und freigegebene Stab ist die bessere Wahl. „Sieht aus wie“ ist kein Werkstoffnachweis.
Anwendung Im Sicherheitsvideo siehst Du eine Maßnahme, die nicht in Eurer Betriebsanweisung steht. Was gilt? Video und Kurs unterstützen das Lernen, ersetzen aber keine betriebliche Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung oder Unterweisung. Im Betrieb gelten die freigegebenen Regeln und die Anweisung der Fachkraft.
Transfer Für ein neues Ausbildungsprojekt soll C45 eingesetzt werden. Formuliere vier Fragen an die Ausbilderin oder den Ausbilder. Gute Fragen betreffen Werkstoffzustand, zulässige Schmiedetemperatur, Ziel der Wärmebehandlung und sichere Abkühl-/Ablagebedingungen. So verknüpfst Du Werkstoffkunde und Prozesssicherheit.
Transfer Ein Kollege schlägt vor, verzinkten Schrott „kurz auszubrennen“. Reagiere fachlich. Arbeit stoppen und Material nicht erhitzen. Zinküberzüge können beim starken Erhitzen Zinkoxidrauch erzeugen. Der sichere Weg ist ein freigegebener, unbeschichteter Ausbildungswerkstoff; keine improvisierte Entzinkung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist vor dem Erwärmen eines Ausbildungswerkstoffs am wichtigsten? (Die Werkstoffidentität und Freigabe müssen geklärt sein) (!Der Stab muss möglichst schwer sein) (!Die Oberfläche muss spiegeln) (!Die Funkenprobe muss immer durchgeführt werden)




Welcher Werkstoff passt im Ausbildungsfall am besten zur einfachen Grundübung? (Eindeutig gekennzeichneter unbeschichteter S235JR) (!Unbekannter Schrott) (!Verzinkter Stahlstreifen) (!EN-GJL-Bruchstück)




Wozu dient eine Lagerkennzeichnung oder ein Werkstoffnachweis? (Zur eindeutigen Zuordnung des Werkstoffs) (!Zur Messung des Lärms) (!Zur Regelung der Absaugung) (!Zur Bestimmung der Hammermasse)




Wie ist mit verzinktem Stahl in dieser Schmiedeübung umzugehen? (Nicht in der Esse erhitzen) (!So lange erhitzen bis die Beschichtung verschwindet) (!Ohne Absaugung kurz anwärmen) (!Mit unbekanntem Schrott mischen)




Was bedeutet es wenn ein Stahlstück nicht mehr sichtbar glüht? (Es kann trotzdem noch verbrennungsgefährlich heiß sein) (!Es ist sicher handwarm) (!Es besteht keine Brandgefahr mehr) (!Es kann ohne Werkzeug angefasst werden)




Was ist vor dem Anheizen der Schmiedeesse zu prüfen? (Die Funktion von Rauchabzug oder Lüftung) (!Nur die Farbe des Ambosses) (!Nur die Länge des Werkstücks) (!Nur die Uhrzeit)




Welchen Mindestabstand nennt die BGHM zu brennbaren Gegenständen an der Schmiedeesse? (Mindestens einen Meter) (!Zehn Zentimeter) (!Zwanzig Zentimeter) (!Fünfzig Zentimeter)




Warum ist EN-GJL für die übliche Hand-Schmiedegrundübung ungeeignet? (Typischer Grauguss ist spröde und nicht für diese plastische Umformung geeignet) (!Er ist immer mit Zink beschichtet) (!Er besteht aus Aluminium) (!Er ist grundsätzlich flüssig)




Was ist ein typischer Vorteil der Warmumformung von Stahl im passenden Temperaturbereich? (Geringere Fließspannung und hohe Formänderungsfähigkeit) (!Sichere Werkstofferkennung nur an der Farbe) (!Vollständige Vermeidung von Oxidation) (!Automatische Härtung jedes Stahls)




Wie gehst Du mit einem unmarkierten Stab aus der Schrottkiste um? (Nicht erhitzen bis Identität und Oberfläche sicher geklärt sind) (!Nach Augenmaß freigeben) (!Kurz in die Esse legen und beobachten) (!Nur anhand des Gewichts entscheiden)





Memory

S235JR Baustahl
Werkstoffzeugnis Identitätsnachweis
Zunder Oxidschicht
Rauchabzug Rauchgaserfassung
Amboss Umformunterlage
Schmiedezange Werkstückhaltung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Freigeben eindeutig gekennzeichneter unbeschichteter Ausbildungsstahl
Sperren verzinkter Werkstoff für die Esse
Nachweisen unbekannte Werkstoffidentität
Abführen Rauchgase an der Schmiedeesse
Beaufsichtigen praktische Schmiededemonstration




...


Kreuzworträtsel

Schmiedbarkeit Welche Eigenschaft beschreibt die Eignung eines Werkstoffs zur Schmiedeumformung?
Zunder Wie heißt die Oxidschicht auf heißem Stahl?
Amboss Wie heißt die typische Umformunterlage beim Handschmieden?
Absaugung Welche Einrichtung erfasst belastete Luft am Entstehungsort?
Gusseisen Welche spröde Werkstoffgruppe ist für die übliche Schmiedegrundübung ungeeignet?
Werkstoffzeugnis Welches Dokument kann die Werkstoffidentität belegen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Vor dem Erwärmen muss die

eindeutig geklärt sein. Für die beschriebene Grundübung eignet sich der freigegebene unbeschichtete

. Eine Zinkschicht ist vor der Schmiedeübung ein Grund zum

. Beim Warmumformen bildet sich an Stahl häufig

. Die Glühfarbe ersetzt keinen

. Vor dem Anheizen wird die Funktion des

geprüft. Ein nicht mehr glühendes Werkstück kann weiterhin sehr

sein. Praktische Schmiedearbeiten erfolgen nur unter fachlicher

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Werkstoffkennzeichnung: Fotografiere oder skizziere drei zulässige Kennzeichnungsarten aus Eurem Materiallager und erkläre, welche Information sie liefern; keine heißen Werkstücke aufnehmen oder bewegen.
  2. Gefährdungsbeurteilung: Markiere auf einer Werkstattskizze Feuerstelle, Rauchabzug, sichere Ablage für heiße Teile und mögliche Brandlasten.
  3. Bildanalyse: Wähle zwei der Commons-Bilder aus dem Kurs und notiere je drei sichtbare Hinweise auf Werkstoffzustand, Werkzeug oder Sicherheitsanforderung.
  4. Werkstoffkunde: Erstelle eine Karte „freigeben – nachfragen – sperren“ für S235JR, C45, EN-GJL, verzinkten Stahl und unbekannten Schrott.


Standard

  1. Interview: Befrage eine Ausbilderin oder einen Ausbilder, wie Ausbildungswerkstoffe im Betrieb gekennzeichnet, gelagert und freigegeben werden, und fasse die Antworten in fünf Sätzen zusammen.
  2. Prozessbeobachtung: Analysiere das Video zum Ausziehen und beschreibe die Veränderung von Querschnitt, Länge und Oberflächenzustand, ohne den Vorgang selbstständig nachzumachen.
  3. Arbeitsschutz: Vergleiche Eure Betriebsanweisung mit der BGHM-Kurzinformation zu Schmiedeessen und dokumentiere drei Übereinstimmungen sowie eine Frage für die Fachkraft.
  4. Entscheidungsbaum: Gestalte einen Entscheidungsbaum vom Materiallager bis zur Freigabe an der Esse mit den Knoten Identität, Beschichtung, Eignung, Prozessvorgabe und Aufsicht.


Schwer

  1. Werkstoffauswahl: Vergleiche S235JR und C45 für zwei unterschiedliche Ausbildungsaufgaben und begründe, wann der einfachere Baustahl und wann ein gezielt ausgewählter Vergütungsstahl sinnvoll sein kann.
  2. Fehleranalyse: Entwickle ein Fallbeispiel, in dem ein falsch gekennzeichneter oder beschichteter Werkstoff entdeckt wird, und formuliere eine sichere Stop-and-Check-Reaktion.
  3. Medienkritik: Prüfe eines der eingebetteten Prozessvideos anhand von BGHM, DGUV und Eurer Betriebsanweisung. Trenne beobachtbare Praxis, fachliche Regel und betriebliche Vorgabe.
  4. Unterweisung: Entwirf ein dreiminütiges Sicherheitsbriefing für eine angeleitete Schmiededemonstration mit Werkstofffreigabe, Feuer, heißen Teilen, Rauchgasen und Brandgefahren; die Demonstration selbst darf nur die Fachkraft durchführen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Materialentscheidung: Ein unbekannter, blanker Rundstab liegt neben einem eindeutig gekennzeichneten unbeschichteten S235JR-Stab. Entscheide für eine Grundübung und begründe, warum Aussehen allein nicht genügt.
  2. Prozesskette: Erkläre am Beispiel einer geschmiedeten Kurbelwelle, warum Werkstoff, Umformtemperatur, Umformung, Wärmebehandlung und Prüfung als zusammenhängende Prozesskette betrachtet werden müssen.
  3. Sicherheitsentscheidung: Während einer Demonstration zieht der Rauch nicht vollständig ab. Formuliere die richtige Entscheidung und begründe sie mit Gefährdung und Schutzprinzip.
  4. Werkstoffvergleich: Vergleiche S235JR, C45 und EN-GJL hinsichtlich Eignung für die beschriebene Ausbildungsübung. Verknüpfe Werkstoffart mit Umformverhalten und Ausbildungsziel.
  5. Transfer: Ein Bauteil soll aus einem beschichteten Altteil hergestellt werden. Entwickle eine sichere Alternative, ohne die Beschichtung in der Schmiede zu erhitzen.
  6. Medienbewertung: Ein Onlinevideo zeigt eine andere Schutzpraxis als Eure betriebliche Unterweisung. Begründe, welche Quelle Deine Handlung bestimmt und wie das Video trotzdem sinnvoll zum Lernen genutzt werden kann.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe nennst, sondern sichere Entscheidungen begründest.

  1. Werkstoffidentifikation: Du unterscheidest gesicherte Kennzeichnung von bloßer Sichtvermutung.
  2. Werkstoffzustand: Du erklärst den Unterschied zwischen Werkstoffart, Liefer-/Wärmebehandlungszustand und heißem Prozesszustand.
  3. Schmiedbarkeit: Du begründest die Eignung eines freigegebenen Ausbildungsstahls und erkennst ungeeignete bzw. gesperrte Ausgangsmaterialien.
  4. Arbeitsschutz: Du leitest Schutzmaßnahmen zu heißen Teilen, Feuer, Funken, Zunder, Rauchgasen, Lärm und Brandgefahr ab.
  5. Prozessbeobachtung: Du beschreibst an Bild oder Video Formänderung, Werkstückhaltung und sichtbare Prozessmerkmale, ohne daraus unzulässige Werkstoffschlüsse zu ziehen.
  6. Transfer: Du wendest die Entscheidungsroutine auf einen neuen Werkstoff- oder Werkstattfall an und weißt, wann die Arbeit gestoppt und fachliche Freigabe eingeholt werden muss.




Fachliche Quellen und Medienrechte

Fachliche Prüfung, Stand 06.10.2026: Die sicherheitsbezogenen Kernaussagen wurden mit BGHM/DGUV abgeglichen; die Umformgrundlagen zusätzlich mit Fachmaterial des Industrieverbands Massivumformung und der ABANA-Ausbildungsreihe. Die konkrete betriebliche Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Herstellerangaben und Unterweisung gehen im praktischen Einsatz vor.

  1. BGHM – Arbeitsschutz Kompakt Nr. 118: Schmiedeessen: Gefährdungen durch Brand, Rauchgase, Lärm, Funken/Zunder, Verbrennungen sowie Maßnahmen vor, während und nach der Arbeit.
  2. DGUV FBHM-106 – Sicherer Betrieb von Gasschmiedeöfen: Fachinformation für den sicheren Betrieb von Gasschmiedeöfen.
  3. IFA Report 6/2013 – Zinkexpositionen in der Metallbranche: Stoffinformationen, Gesundheitsgefahren und Schutzmaßnahmen zu Zink und Zinkoxid.
  4. Industrieverband Massivumformung – Fachbuch: Grundlagen zu Warmumformung, Fließspannung, Formänderungsvermögen und Zunder.
  5. ABANA – Controlled Hand Forging: strukturierte Lerneinheiten zu Sicherheit und Grundtechniken des Handschmiedens.
  6. Wikipedia – Schmieden: Überblick zu Warm-, Halb- und Kaltumformung sowie typischen Temperaturbereichen.

Geprüfte Commons-Medien:

Datei Urheber/Quelle Lizenzstatus laut Wikimedia Commons
Anvil 2 (PSF).png Pearson Scott Foresman Public Domain
Traditional Blacksmith Forge.jpg Bellina 09 CC BY-SA 4.0
Stahlträger (steel profile).jpg Sastognuti CC BY-SA 4.0
Blacksmith's hammer on hot metal and anvil (30162594246).jpg David Whelan CC0 1.0
Feldschmiede, Vorführung (2015)-03.jpg Jocian CC BY-SA 4.0
Ennepetal Industrial Museum VW-AUDI crankshaft.jpg Arnoldius CC BY-SA 4.0
Cross section of forged mild steel.png 吉岡正三、加藤 Public Domain laut Commons-Dateiseite

YouTube-Medienprüfung: Die drei verwendeten Links wurden auf Existenz und thematische Passung geprüft. Die Beobachtungsaufträge wurden fachlich mit BGHM/DGUV sowie den ABANA-Grundlagen abgeglichen; die Videos selbst sind Demonstrationsmedien und keine verbindlichen Sicherheitsquellen. Sie werden nur eingebettet und sind dadurch nicht automatisch OER. Urheber- und Plattformrechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern; Verfügbarkeit und Einbettbarkeit vor dem Unterricht erneut prüfen. Videos ersetzen keine Unterweisung und keine fachliche Aufsicht.

Beobachtungsauftrag – 7 Basic Skills: Nenne drei gezeigte Grundfertigkeiten. Ordne jeder Fertigkeit eine mögliche Werkstoff- oder Sicherheitsentscheidung zu. Verwende das Video als Beobachtungsmedium, nicht als Aufforderung zum unbeaufsichtigten Nachmachen.


OERs zum Thema



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