Schleifen und Feinbearbeitung – Schleifwerkzeuge sicher beurteilen
Schleifen und Feinbearbeitung – Schleifwerkzeuge sicher beurteilen
Einleitung
Beim Schleifen wirken hohe Drehzahlen, Funken, Staub und große Kräfte. Ein ungeeignetes oder beschädigtes Schleifwerkzeug kann brechen; Bruchstücke können mit hoher Energie fortgeschleudert werden. Deshalb steht vor jeder Verwendung die Frage: Ist dieses Werkzeug für genau diese Maschine, diesen Werkstoff und diesen Arbeitsauftrag geeignet und darf es nach dem betrieblichen Verfahren freigegeben werden?

Zielgruppe: Ausbildung in Metalltechnik, Fertigungstechnik und vergleichbaren technischen Berufen.
Kursziel: Du trainierst, Zustand und Eignung von Schleifwerkzeugen zu beurteilen, Stop-Kriterien zu erkennen, eine begründete Entscheidung vorzubereiten und bei Unklarheiten richtig zu eskalieren.
Wichtig: Dieser Lernkurs ersetzt weder Unterweisung noch praktische Qualifikation, Herstellerangaben, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung oder betriebliche Freigabe. Ein bestandenes Quiz berechtigt nicht zur Bedienung einer Schleifmaschine.
Lernziele
Nach dem Kurs kannst Du:
- Sichtprüfung: erkennbare Schäden, unklare Kennzeichnungen und weitere Stop-Kriterien benennen.
- Eignungsprüfung: Werkzeug, Maschine, Werkstoff, Arbeitsgang, Drehzahl und Verwendungsbeschränkungen systematisch abgleichen.
- Gefährdungsbeurteilung: typische Gefahren wie Werkzeugbruch, Funken, Staub, Lärm und Rückschlag in die Entscheidung einbeziehen.
- Freigabe: zwischen Freigabekandidat, Sperrung und Klärungsbedarf unterscheiden.
- Eskalation: Unsicherheiten eindeutig dokumentieren und an eine befugte Person weitergeben.
Ausbildungsfall: Auftrag F-27
Du bist im zweiten Ausbildungsjahr. In der Werkstatt soll eine scharfe Kante an einem Werkstück aus Stahl nachbearbeitet werden. Die Übungsmaschine ist in der Simulation mit 11.000 min⁻¹ angegeben. Drei Werkzeuge liegen bereit.
| Werkzeug | Simulationsangaben | Erste Frage |
|---|---|---|
| A: Fächerschleifscheibe | 125 mm, für Stahl und Schleifbearbeitung gekennzeichnet, 12.200 min⁻¹, optisch unbeschädigt, Kennzeichnung lesbar | Freigabekandidat? |
| B: Trennscheibe | 125 mm, 12.200 min⁻¹, optisch unbeschädigt, Kennzeichnung mit Verbot des Seitenschleifens | Für den Schleifauftrag geeignet? |
| C: Schleifwerkzeug | 125 mm, zulässige Drehzahl 8.500 min⁻¹, sonst unauffällig | Darf es auf die simulierte Maschine? |
Arbeitsauftrag: Entscheide noch nicht nach Aussehen allein. Nutze die folgende Prüfkette und begründe für A, B und C jeweils Freigabekandidat, Sperren oder Klären/Eskalieren.
Kurze Lerneinheiten
Werkzeugart erkennen

Schleifwerkzeuge unterscheiden sich unter anderem nach Schleifmittel, Bindung, Bauform und vorgesehenem Einsatz. Typische Schleifmittel sind Korund, Siliciumcarbid, CBN und Diamant. Je nach Werkzeug gelten unterschiedliche Sicherheitsnormen und Einsatzgrenzen.
Merksatz: Ähnliche Form bedeutet nicht gleiche Eignung. Entscheidend sind Kennzeichnung, Herstellerangaben und der konkrete Einsatz.
Mini-Auftrag: Nenne bei Werkzeug A drei Angaben, die Du vor einer weiteren Freigabeentscheidung prüfen musst.
Begründetes Feedback: Mindestens Werkzeugart, zulässige Drehzahl und Eignung für Werkstoff/Arbeitsgang gehören dazu. Zusätzlich sind Abmessungen, Zustand, Verwendungsbeschränkungen und Vorgaben der Maschine wichtig.
Zustand prüfen
Vor der Montage steht eine Sichtprüfung. Achte besonders auf erkennbare Risse, Ausbrüche, auffällige Verformungen, Beschädigungen und eine nicht mehr eindeutig lesbare Kennzeichnung.
Bei dafür geeigneten keramisch gebundenen, scheibenförmigen Schleifkörpern kann vor der Montage zusätzlich eine Klangprobe vorgeschrieben sein. Sie ist keine Universalprüfung für jedes Schleifwerkzeug und ersetzt die Sichtprüfung nicht.
Stop-Kriterium: Ein beschädigtes oder nicht eindeutig identifizierbares Werkzeug wird nicht durch „Ausprobieren“ freigegeben.
Kennzeichnung lesen
Eine Freigabeentscheidung braucht eindeutige Daten. Prüfe insbesondere:
- Drehzahl: Ist die zulässige Höchstdrehzahl des Werkzeugs mindestens so hoch wie die für den Einsatz maßgebliche Maschinendrehzahl?
- Abmessung: Stimmen Durchmesser, Aufnahme und weitere Maße mit Maschine und Herstellerangaben überein?
- Werkstoff: Ist das Werkzeug für den zu bearbeitenden Werkstoff zugelassen?
- Verwendungsbeschränkung: Sind Seitenschleifen, Trennen, Stützteller oder andere Einsatzarten eingeschränkt?
- Verfallsdatum: Bei den dafür vorgesehenen harzgebundenen Schleifkörpern für handgeführte Maschinen darf ein angegebenes Verfallsdatum nicht überschritten sein.
Achtung: Nach DGUV Information 209-002 dürfen Schleifwerkzeuge nicht mit CE- oder GS-Zeichen als Sicherheitsnachweis gekennzeichnet werden. Entscheidend sind die schleifwerkzeugspezifische Kennzeichnung und die einschlägigen Anforderungen.
Verwendungsbeschränkung ernst nehmen

Das Zeichen ISO 7010 P032 steht für nicht zulässig für Seitenschleifen. Eine Trennscheibe darf nicht zum seitlichen Schleifen umfunktioniert werden. Unzulässige Seitenbelastung kann zum Bruch führen.
Arbeitsauftrag: Werkzeug B ist unbeschädigt und drehzahlfest genug. Reicht das für den Auftrag F-27?
Begründetes Feedback: Nein. Für einen seitlichen Schleifauftrag ist eine entsprechend gekennzeichnete Trennscheibe ungeeignet. Ein intaktes Werkzeug kann trotzdem für den konkreten Arbeitsgang falsch sein.
Drehzahl sicher vergleichen
Für die Simulation gilt:
Maschine: 11.000 min⁻¹
Werkzeug C: maximal 8.500 min⁻¹
11.000 min⁻¹ ist größer als 8.500 min⁻¹. Damit ist Werkzeug C für diese simulierte Maschinenkonfiguration nicht zulässig.
Sichere Entscheidung: Nicht montieren, Werkzeug sperren beziehungsweise aus dem Freigabeprozess nehmen und eine geeignete Alternative klären.
Keine sichere Lösung: „Nur kurz benutzen“, „weniger drücken“ oder auf eine nicht freigegebene Drehzahlannahme vertrauen.
Schutzsystem und Arbeitsplatz prüfen

Die Eignung des Schleifwerkzeugs allein reicht nicht. Vor der Benutzung müssen auch Maschine und Arbeitsumgebung sicher sein. Dazu gehören je nach Verfahren insbesondere Schutzhaube beziehungsweise Schutzverdeckung, sichere Werkstückspannung, unbeschädigte Maschine, geeignete Absaugung sowie die nach Gefährdungsbeurteilung vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung.


Wichtig zu Handschuhen: Ob Handschuhe verwendet werden dürfen oder müssen, ergibt sich aus Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung. Bei Tätigkeiten mit Einzugsgefahr können Handschuhe selbst eine Gefahr darstellen.
Drehbewegung und Streubereich verstehen

Die Animation zeigt eine rotierende Schleifeinrichtung. Beim Bruch können Teile in Bewegungsrichtung beziehungsweise aus dem Gefahrenbereich herausgeschleudert werden. Schutzhauben und Verdeckungen dienen deshalb nicht nur dem Berührungsschutz, sondern auch der Abschirmung gegenüber Fragmenten und Funken.
Beobachtungsauftrag: Zeige in einer Skizze, wo Du bei einer realen Maschine den möglichen Streubereich vermutest. Vergleiche Deine Skizze anschließend mit der Betriebsanweisung Deiner Ausbildungsstätte. Führe dafür keinen Probelauf eigenständig aus.
Probelauf nur im freigegebenen Verfahren
Nach dem fachgerechten Montieren kann ein vorgeschriebener Probelauf erforderlich sein. DGUV Information 209-002 nennt für relevante Schleifkörper nach dem Aufspannen auf Hand- und Stationärmaschinen grundsätzlich mindestens 30 Sekunden; Ausnahmen und besondere Vorgaben sind zu beachten.
Sicherheitsregeln für die Lernentscheidung: Schutzvorrichtungen in Schutzstellung, Gefahren- beziehungsweise Streubereich frei halten und Hersteller- sowie Betriebsanweisung befolgen. Der Probelauf wird nur von dafür befugten Personen im betrieblich festgelegten Verfahren durchgeführt.
Staub, Funken und Werkstoff mitdenken
Schleifen kann gesundheitsgefährdende Stäube und Zündquellen erzeugen. Bei Aluminium können brennbare Stäube entstehen; unter bestimmten Bedingungen sind explosionsfähige Staub-Luft-Gemische möglich. Deshalb darf ein unbekannter Werkstoff, eine unbekannte Beschichtung oder eine ungeklärte Absaugung nicht durch Vermutung ersetzt werden.
Entscheidung bei Unklarheit: Stoppen, Werkstoff und Verfahren klären, betriebliche Gefährdungsbeurteilung prüfen und verantwortliche Person einbeziehen.
Die Freigabe-Ampel
| Status | Bedeutung | Dein Verhalten |
|---|---|---|
| GRÜN – Freigabekandidat | Zustand, Kennzeichnung, Drehzahl, Werkzeugart, Werkstoff, Arbeitsgang, Maschine und Schutzmaßnahmen passen nach den vorliegenden Vorgaben. | Freigabe nur im betrieblichen Verfahren durch die zuständige beziehungsweise befugte Person. |
| GELB – Klären | Eine Angabe fehlt, ist unlesbar, widersprüchlich oder noch nicht verifiziert. | Nicht benutzen. Daten sichern, Frage formulieren und eskalieren. |
| ROT – Sperren | Beschädigung, Überschreitung der zulässigen Drehzahl, unzulässige Anwendung, abgelaufenes relevantes Verfallsdatum oder fehlende erforderliche Schutzeinrichtung. | Nicht montieren beziehungsweise Betrieb stoppen, Werkzeug oder Maschine sichern und zuständige Person informieren. |
Merksatz: Unsicherheit ist kein Grün.
Ablaufanimation: Prüfkette vor der Freigabe

Auftrag → Werkzeugart → Kennzeichnung → Zustand → Drehzahl/Abmessung → Werkstoff/Arbeitsgang → Maschine/Schutzsystem → offene Punkte? → Eskalation oder betriebliche Freigabe
Wenn an einer Stelle ein sicherheitsrelevantes Nein entsteht: Prozess stoppen. Nicht durch den nächsten Prüfschritt „kompensieren“.
Sichere Fertigungssimulationen
Die folgenden Fälle sind reine Entscheidungssimulationen. Es wird nichts real montiert, eingeschaltet oder bearbeitet.
Simulation A: Drehzahlkonflikt
Lage: Maschine 11.000 min⁻¹, Werkzeug maximal 8.500 min⁻¹.
Arbeitsauftrag: Formuliere eine Entscheidung in einem Satz und nenne den Eskalationsweg.
Hilfe 1 – Blickrichtung: Vergleiche zwei Zahlen.
Hilfe 2 – Regel: Das Werkzeug darf nicht schneller betrieben werden als zulässig.
Hilfe 3 – Satzstarter: „Ich sperre das Werkzeug für diese Maschine, weil …“
Begründetes Feedback: Richtig ist Sperren. Die Maschinendrehzahl liegt über der zulässigen Werkzeugdrehzahl. Eine Druckreduzierung oder kurze Einsatzdauer beseitigt diesen Konflikt nicht.
Simulation B: Falscher Arbeitsgang
Lage: Eine intakte Trennscheibe ist für 12.200 min⁻¹ zugelassen. Der Auftrag verlangt seitliches Schleifen.
Arbeitsauftrag: Entscheide zwischen Freigabekandidat, Klären und Sperren.
Hilfe 1 – Blickrichtung: Nicht nur die Drehzahl prüfen.
Hilfe 2 – Regel: Verwendungsbeschränkungen gehören zur Eignung.
Hilfe 3 – Frage: Ist Trennen dasselbe wie Seitenschleifen?
Begründetes Feedback: Sperren für diesen Arbeitsgang. Die Drehzahl passt, die Verwendungsart jedoch nicht. Ein technisch intaktes Werkzeug ist nicht automatisch geeignet.
Simulation C: Unlesbare Kennzeichnung
Lage: Das Werkzeug sieht unbeschädigt aus. Die zulässige Drehzahl und der Verwendungsbereich sind nicht mehr eindeutig lesbar.
Arbeitsauftrag: Formuliere eine sichere Entscheidung und eine konkrete Frage an die zuständige Fachkraft.
Hilfe 1 – Blickrichtung: Welche Daten fehlen für eine Eignungsprüfung?
Hilfe 2 – Regel: Fehlende Sicherheitsinformation darf nicht geraten werden.
Hilfe 3 – Satzstarter: „Ich verwende das Werkzeug nicht, bis …“
Begründetes Feedback: Klären/Eskalieren. Ohne verifizierbare Kennzeichnung fehlen zentrale Freigabedaten. Im Zweifel wird nicht benutzt.
Simulation D: Aluminium und ungeklärte Absaugung
Lage: Ein Aluminiumbauteil soll geschliffen werden. Die Beschichtung ist unbekannt und es ist nicht geklärt, ob die vorhandene Absaugung für diesen Prozess geeignet ist.
Arbeitsauftrag: Lege fest, welche Informationen vor Arbeitsbeginn benötigt werden und wer einzubeziehen ist.
Hilfe 1 – Blickrichtung: Denke an Werkstoff, Staub, Zündquelle und Absaugung.
Hilfe 2 – Regel: Aluminiumstaub kann brennbar sein; unbekannte Beschichtungen können zusätzliche Gefährdungen verursachen.
Hilfe 3 – Eskalation: Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und zuständige Fachkraft beziehungsweise Vorgesetzte prüfen lassen.
Begründetes Feedback: Nicht beginnen. Erst wenn Material, Beschichtung, Verfahren und geeignete Schutzmaßnahmen geklärt sind, kann der betriebliche Freigabeprozess fortgesetzt werden.
Ausbildungsfall F-27 lösen
Werkzeug A: Freigabekandidat, sofern auch Abmessungen, Aufnahme, Herstellerfreigabe, Maschinenzustand, Schutzsystem, Arbeitsumgebung und betriebliche Vorgaben passen. Die endgültige Freigabe erfolgt nicht durch das Lernprogramm.
Werkzeug B: Sperren für diesen Schleifauftrag, weil die Verwendungsbeschränkung dem seitlichen Schleifen widerspricht.
Werkzeug C: Sperren, weil 8.500 min⁻¹ unter der simulierten Maschinendrehzahl von 11.000 min⁻¹ liegen.
Eskalationssatz: „Ich habe Werkzeug B und C für Auftrag F-27 ausgeschlossen. Bei B widerspricht die Verwendungsbeschränkung dem Arbeitsgang, bei C überschreitet die Maschinendrehzahl die zulässige Werkzeugdrehzahl. Werkzeug A ist nur ein Freigabekandidat; bitte prüfe mit mir die restlichen Maschinen- und Betriebsanforderungen.“
Basis-, Anwendungs- und Transferaufgaben
Basis
- Gefahrenerkennung: Nenne vier Befunde, bei denen Du ein Schleifwerkzeug nicht einfach weiterverwendest. Feedback: Beispiele sind Riss/Ausbruch, unlesbare Kennzeichnung, unzulässige Drehzahl und widersprechende Verwendungsbeschränkung. Entscheidend ist die begründete Stop-Entscheidung.
- Schutzhaube: Erkläre, warum eine Schutzhaube auch dann erforderlich sein kann, wenn niemand das Werkzeug absichtlich berührt. Feedback: Sie begrenzt unter anderem den Gefahrenbereich von Fragmenten und Funken; sie ist daher Teil des Schutzsystems gegen Folgen eines Werkzeugbruchs.
Anwendung
- Drehzahlvergleich: Beurteile eine Maschine mit 9.600 min⁻¹ und ein Werkzeug mit 10.200 min⁻¹. Welche weiteren Daten fehlen trotz rechnerisch passender Drehzahl? Feedback: Werkzeugart, Abmessungen, Aufnahme, Werkstoff, Arbeitsgang, Zustand, Verwendungsbeschränkungen und Hersteller-/Betriebsvorgaben müssen ebenfalls passen.
- Kennzeichnung: Ein Werkzeug ist unbeschädigt, aber die Materialeignung ist unbekannt. Entscheide und begründe. Feedback: Klären/Eskalieren. Optische Unversehrtheit ersetzt keine bestätigte Eignung.
Transfer
- Prozessänderung: Im Auftrag wird Stahl durch Aluminium ersetzt. Erkläre, warum eine frühere Freigabeentscheidung nicht automatisch übernommen werden darf. Feedback: Werkstoffwechsel kann Werkzeugwahl, Staub- und Brand-/Explosionsgefährdung sowie Absaug- und Schutzmaßnahmen verändern.
- Sicherheitskultur: Eine erfahrene Person sagt: „Die Scheibe habe ich schon oft so benutzt.“ Formuliere eine sachliche Antwort. Feedback: Erfahrung ist wertvoll, ersetzt aber keine eindeutige Eignungsprüfung. Verwendungsbeschränkungen, Kennzeichnung und betriebliche Regeln bleiben maßgeblich.
Medienimpulse
Hersteller-Video: Winkelschleifer-Sicherheit
Arbeitsauftrag: Notiere beim Video drei sichtbare Schutzprinzipien. Ordne sie anschließend den Kategorien Werkzeug, Maschine und Arbeitsplatz/Person zu.
Hinweis: Das Video stammt vom offiziellen Kanal Bosch Professional Power Tools UK. Es ist ein ergänzender Medienimpuls. Für Deine Ausbildung gelten die betrieblichen Regeln, Herstellerangaben der tatsächlich verwendeten Maschine und die einschlägigen Arbeitsschutzvorgaben.
Hersteller-Video: Schleifscheibensicherheit
Arbeitsauftrag: Suche im Video nach Aussagen zu Auswahl, Montage oder Umgang mit Schleifscheiben. Vergleiche sie mit der Prüfkette dieses Kurses. Markiere Abweichungen, die für Deinen Betrieb geklärt werden müssten.
Hinweis: Das Video stammt vom offiziellen Kanal Norton Abrasives. Hersteller-Videos ersetzen keine deutsche betriebliche Unterweisung oder Freigabe.
Quellen, Fachprüfung und Medienrechte
Die sicherheitsbezogenen Kernaussagen dieses Kurses wurden mit aktuellen beziehungsweise einschlägigen Arbeitsschutzquellen abgeglichen.
- DGUV Information 209-002 „Schleifen“, Ausgabe 06/2023: Kennzeichnung, Auswahl, Sichtprüfung, Klangprobe, Aufspannen, Probelauf und Schutzmaßnahmen.
- BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 074 „Winkelschleifer“, Stand 02/2026: bestimmungsgemäße Verwendung, Schutzhaube, Drehzahl, Werkstücksicherung, Staub und PSA.
- BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 053 „Schleifbock“: Eignung, Klangprobe bei keramischen Schleifkörpern, Schutzvorrichtungen und Probelauf.
- Betriebssicherheitsverordnung § 4 und § 5: Gefährdungsbeurteilung, sichere Verwendung und Verbot der Verwendung sicherheitsrelevant mangelhafter Arbeitsmittel.
- DGUV IFA – Prüfung von Schleifwerkzeugen: einschlägige Sicherheitsnormen, unter anderem DIN EN 12413, DIN EN 13743 und DIN EN 13236.
- DGUV Regel 109-001: besondere Brand- und Explosionsgefahren beim Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium.
- Wikipedia „Schleifen“: Hintergrund zum Fertigungsverfahren und zur geometrisch unbestimmten Schneide.
Verifizierte Wikimedia-Commons-Medien:
- AngleGrinder.jpg: Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0.
- GrindingWheel.jpg: Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
- Bench Grinder.jpg: Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
- Rotating grinder.gif: Wikimedia Commons, Animation aus dem Umfeld des U.S. Department of Labor, Public Domain.
- ISO 7010 P032.svg: Wikimedia Commons, Verbotszeichen „Nicht zulässig für Seitenschleifen“, Public Domain laut Dateibeschreibungsseite.
- ISO 7010 M004.svg: Wikimedia Commons, Gebotszeichen „Augenschutz benutzen“, Public Domain laut Dateibeschreibungsseite.
- ISO 7010 M003.svg: Wikimedia Commons, Gebotszeichen „Gehörschutz benutzen“, Public Domain laut Dateibeschreibungsseite.
YouTube-Rechte: Die beiden Videos werden über den YouTube-Player von den offiziellen Herstellerkanälen eingebettet. Sie werden dadurch nicht als OER neu lizenziert; Rechte und Verfügbarkeit verbleiben beim jeweiligen Rechteinhaber beziehungsweise der Plattform.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Das Quiz prüft Entscheidungswissen. Es ersetzt keine Unterweisung, praktische Qualifikation oder betriebliche Freigabe.
Die Maschine läuft in der Simulation mit 11.000 min⁻¹, das Werkzeug ist nur bis 8.500 min⁻¹ zugelassen. Was ist richtig? (Werkzeug für diese Maschinenkonfiguration sperren und geeignete Alternative klären) (!Werkzeug nur mit wenig Anpressdruck verwenden) (!Werkzeug nur für wenige Sekunden verwenden) (!Werkzeug freigeben, wenn es optisch unbeschädigt ist)
Wofür darf eine entsprechend gekennzeichnete Trennscheibe nicht verwendet werden? (Für Seitenschleifen) (!Für einen freigegebenen Trennvorgang) (!Für die vom Hersteller vorgesehene Anwendung) (!Für den vorgesehenen Werkstoff bei bestätigter Eignung)
Was ist bei unlesbarer sicherheitsrelevanter Werkzeugkennzeichnung die sichere Entscheidung? (Nicht verwenden und Kennzeichnung beziehungsweise Eignung klären) (!Drehzahl nach Größe der Scheibe schätzen) (!Kurz testen und auf Geräusche achten) (!Die Kennzeichnung durch eine eigene Notiz ersetzen)
Welche Aussage zur Klangprobe ist richtig? (Sie kann bei dafür geeigneten keramisch gebundenen scheibenförmigen Schleifkörpern vor der Montage erforderlich sein) (!Sie ersetzt bei allen Schleifwerkzeugen die Sichtprüfung) (!Sie ist für jede Fächerschleifscheibe vorgeschrieben) (!Sie dient zur Ermittlung der zulässigen Maschinendrehzahl)
Wie ist bei einer fehlenden erforderlichen Schutzhaube zu entscheiden? (Maschine nicht benutzen und Mangel beheben beziehungsweise melden lassen) (!Mit geringer Drehzahl weiterarbeiten) (!Nur kleine Werkstücke schleifen) (!Die Schutzhaube durch mehr Abstand ersetzen)
Welche Angabe kann bei dafür vorgesehenen harzgebundenen Schleifkörpern für handgeführte Maschinen sicherheitsrelevant sein? (Das Verfallsdatum) (!Die Farbe des Maschinengehäuses) (!Der Vorname der Bedienperson) (!Die Reihenfolge im Werkzeugschrank)
Wer erteilt die betriebliche Freigabe, wenn dafür eine Zuständigkeit festgelegt ist? (Die dafür befugte Person nach dem betrieblichen Verfahren) (!Automatisch die Person mit dem besten Quiz-Ergebnis) (!Jede Person, die das Werkzeug schon einmal gesehen hat) (!Der Lernkurs selbst)
Werkstoff oder Beschichtung sind vor dem Schleifen unklar. Was ist der sichere nächste Schritt? (Arbeitsbeginn stoppen und Gefährdung sowie Verfahren klären) (!Mit möglichst wenig Funken beginnen) (!Ohne Absaugung einen kurzen Test durchführen) (!Den Werkstoff anhand der Farbe erraten)
Welche Aussage zur CE-Kennzeichnung eines Schleifwerkzeugs entspricht der DGUV Information 209-002? (Eine CE-Kennzeichnung ist für Schleifwerkzeuge nicht als solche zulässig) (!Ein CE-Zeichen ersetzt die Eignungsprüfung) (!Ein CE-Zeichen erlaubt jede Verwendungsart) (!Ein CE-Zeichen bestätigt automatisch die passende Drehzahl)
Wozu dient ein vorgeschriebener Probelauf nach dem Aufspannen? (Zur kontrollierten Prüfung im geschützten und freigegebenen Verfahren) (!Zur Freigabe eines sichtbar beschädigten Werkzeugs) (!Zur Ermittlung eines fehlenden Verfallsdatums) (!Zum Ersatz einer unlesbaren Kennzeichnung)
Memory
| Sichtprüfung | Risse und Ausbrüche erkennen |
| Höchstdrehzahl | Zulässige Werkzeuggeschwindigkeit |
| Verwendungsbeschränkung | Untersagte Anwendung erkennen |
| Klangprobe | Prüfung geeigneter keramischer Scheiben |
| Schutzhaube | Abschirmung von Fragmenten und Funken |
| Eskalation | Unsicherheit an befugte Person melden |
Drag and Drop
| Ordne die richtige Entscheidung zu. | Befund |
|---|---|
| Sperren | Riss im Schleifkörper |
| Klären | Kennzeichnung unlesbar |
| Freigabekandidat | Werkzeug intakt und vollständig passend |
| Stoppen | Erforderliche Schutzhaube fehlt |
| Eskalieren | Werkstoff oder Beschichtung unklar |
Kreuzworträtsel
| Sichtprüfung | Welche Prüfung sucht vor der Montage nach sichtbaren Schäden? |
| Drehzahl | Welche Größe muss zwischen Maschine und Werkzeug sicher abgeglichen werden? |
| Schutzhaube | Welche Einrichtung schirmt unter anderem Fragmente und Funken ab? |
| Klangprobe | Wie heißt die Zusatzprüfung für bestimmte geeignete keramische Schleifkörper? |
| Eskalation | Wie heißt das Weitergeben eines ungeklärten Sicherheitsproblems an eine befugte Stelle? |
| Trennscheibe | Welches Werkzeug darf bei entsprechender Kennzeichnung nicht zum Seitenschleifen benutzt werden? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Prüfkarte: Gestalte eine einseitige Prüfkarte mit den Feldern Werkzeugart, Kennzeichnung, Zustand, Drehzahl, Verwendungsbeschränkung und Entscheidung.
- Fotoanalyse: Fotografiere in der Ausbildungsstätte nur mit Erlaubnis ein nicht betriebenes Schleifwerkzeug und markiere auf einer Kopie die prüfrelevanten Kennzeichnungen; keine Maschine dafür einschalten.
- Sicherheitszeichen: Erstelle eine kleine Bildtafel zu Augen-, Gehörschutz und dem Verbot des Seitenschleifens und erkläre jedes Zeichen in einem Satz.
- Eskalationsmeldung: Formuliere eine kurze Meldung zu einem Werkzeug mit unlesbarer Drehzahlangabe: Befund, Risiko, getroffene Stop-Maßnahme und konkrete Frage an die Fachkraft.
Standard
- Vergleichsmatrix: Vergleiche drei freigegebene Werkzeugverpackungen oder Datenblätter aus Deinem Betrieb nach Werkzeugart, Werkstoff, Drehzahl, Abmessung und Verwendungsbeschränkung.
- Entscheidungsprotokoll: Bearbeite Auftrag F-27 erneut und dokumentiere für jedes Werkzeug Befund, Regel, Entscheidung und Eskalationsbedarf.
- Rollenspiel: Spielt zu zweit „Auszubildende Person – Ausbilder/in“: Eine Person meldet einen Sicherheitszweifel, die andere fordert gezielt fehlende Informationen an; anschließend Rollen wechseln.
- Medienanalyse: Wähle eines der eingebetteten Hersteller-Videos und erstelle ein Standbild-Storyboard mit fünf Sicherheitsbeobachtungen; kennzeichne ausdrücklich, welche Punkte für Euren Betrieb zusätzlich geprüft werden müssen.
Schwer
- Transferfall Aluminium: Entwickle einen Entscheidungsfall zum Schleifen eines Aluminiumbauteils mit ungeklärter Absaugung und formuliere drei Stop-Kriterien sowie den notwendigen Eskalationsweg.
- Sicherheitsstoryboard: Plane eine 60-sekündige Ablaufanimation „Vom Arbeitsauftrag zur Freigabe“, ohne reale gefährliche Handlung zu demonstrieren; verwende Karten, Symbole oder eine abgeschaltete Maschine.
- Gefährdungsbeurteilung: Vergleiche für einen betrieblich ausgewählten Schleifarbeitsplatz Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Herstellerinformation und dokumentiere zwei Übereinstimmungen sowie eine offene Frage.
- Freigabeaudit: Prüfe einen fiktiven Freigabeprozess darauf, ob Zuständigkeit, Stop-Kriterien, Kennzeichnungsprüfung, Eskalation und Dokumentation eindeutig geregelt sind, und begründe zwei Verbesserungen.


Lernkontrolle
- Fallentscheidung: Eine Schleifscheibe ist unbeschädigt und schnell genug, aber für den Werkstoff nicht eindeutig freigegeben. Begründe, warum eine Freigabe trotzdem nicht möglich ist, und beschreibe den nächsten sicheren Schritt.
- Zielkonflikt: Ein Auftrag ist eilig, die Kennzeichnung eines Werkzeugs jedoch teilweise unlesbar. Entwickle eine Entscheidung, die Produktionsziel und Arbeitsschutz sachgerecht priorisiert.
- Fehlerkette: Erkläre, wie sich die Kombination aus falscher Werkzeugart, fehlender Schutzhaube und ungespanntem Werkstück gegenseitig verschärfen kann.
- Transfer auf neue Maschine: Ein bereits passend bewertetes Werkzeug soll auf einer anderen Maschine eingesetzt werden. Leite ab, welche Angaben erneut geprüft werden müssen und warum die alte Beurteilung nicht genügt.
- Eskalationsqualität: Vergleiche die Meldungen „Die Scheibe ist komisch“ und „Kennzeichnung der maximalen Drehzahl ist unlesbar; Werkzeug nicht verwendet und separiert; bitte Eignung prüfen“. Begründe, welche Meldung eine sichere Entscheidung besser unterstützt.
- Sicherheitskultur: Entwickle eine kurze Teamregel dafür, wie bei Zeitdruck mit unklarer Eignung umgegangen wird, und begründe, wie diese Regel Fehlentscheidungen verhindert.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe nennst, sondern sichere Entscheidungen begründest.
- Gefahrenerkennung: Du identifizierst Schäden, ungeklärte Kennzeichnungen, unzulässige Drehzahlen, falsche Verwendungsarten und fehlende Schutzvoraussetzungen.
- Eignungsbeurteilung: Du verknüpfst Arbeitsauftrag, Werkzeugart, Werkstoff, Maschine, Drehzahl, Abmessung und Verwendungsbeschränkung.
- Entscheidung: Du unterscheidest nachvollziehbar zwischen Freigabekandidat, Klären und Sperren.
- Eskalation: Du formulierst einen vollständigen Sicherheitsbefund und gibst ihn an die zuständige Person weiter.
- Transfer: Du überträgst die Prüflogik auf einen neuen Werkstoff, eine andere Maschine oder einen geänderten Arbeitsgang.
- Grenzen der Qualifikation: Du erklärst, warum Lernkurs und Quiz weder Unterweisung noch praktische Befähigung oder betriebliche Freigabe ersetzen.
OERs zum Thema
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
NEWSLernweltNOAH fragen