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Schiffbau und schwere Schmiedestücke - Schmied

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Schiffbau und schwere Schmiedestücke - Schmied



Schiffbau und schwere Schmiedestücke - Schmied


Einleitung

Schwere Schmiedestücke gehören zu den sicherheits- und funktionskritischen Bauteilen im Schiffbau. Dazu zählen insbesondere große Kurbelwellen, Teile der Wellenanlage, Propellerwellen, Zwischenwellen, Druckwellen, Kupplungsflansche und Ruderschäfte. Sie übertragen sehr hohe Kräfte und Drehmomente über lange Betriebszeiten. Gleichzeitig wirken wechselnde Lasten, Schwingungen, Korrosion, Temperaturunterschiede und Stoßbelastungen. Deshalb müssen Werkstoff, Schmiedefolge, Wärmebehandlung, Bearbeitung und Prüfung genau aufeinander abgestimmt werden.

Der Lernkurs richtet sich an Auszubildende in der Metalltechnik, besonders in den Bereichen Schmieden, Freiformschmieden, Werkstofftechnik, Fertigungstechnik, Schiffbau und Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung. Du lernst, wie aus einem Stahlblock ein belastbares Großbauteil entsteht und welche Verantwortung Schmied, Anlagenführer, Wärmebehandler, Zerspaner, Prüfer und Qualitätssicherung gemeinsam tragen.

Das historische Bild zeigt das Schmieden einer Schiffswelle. Moderne Anlagen arbeiten mit hydraulischen Pressen, Schmiedemanipulatoren, rechnergestützten Prozessdaten und festgelegten Prüfplänen. Das Grundprinzip bleibt jedoch gleich: Der erwärmte Werkstoff wird durch Druck umgeformt, bis Form, Gefüge und Eigenschaften den Anforderungen entsprechen.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du

  1. Bauteilfunktion: wichtige schwere Schmiedestücke im Schiffbau benennen und ihre Aufgaben erklären.
  2. Freiformschmieden: die wesentlichen Umformschritte fachsprachlich beschreiben.
  3. Werkstofffluss: erklären, warum Umformgrad, Temperaturführung und Faserrichtung für die Bauteilqualität wichtig sind.
  4. Wärmebehandlung: typische Behandlungen wie Normalisieren, Vergüten und Spannungsarmglühen einordnen.
  5. Werkstoffprüfung: geeignete zerstörende und zerstörungsfreie Prüfverfahren auswählen.
  6. Qualitätssicherung: Rückverfolgbarkeit, Prüfzeugnisse und Klassifikationsanforderungen in die Prozesskette einordnen.
  7. Arbeitsschutz: zentrale Gefährdungen beim Umgang mit heißen Großschmiedestücken erkennen.


Bauteile im Schiffbau


Kurbelwellen für Schiffsmotoren

Die Kurbelwelle wandelt die geradlinige Bewegung der Kolben über Pleuel in eine Drehbewegung um. Große langsam laufende Zweitakt-Schiffsdieselmotoren können mehrteilige oder halbgebaute Kurbelwellen besitzen. Dabei werden geschmiedete Wellenzapfen und Kurbelteile durch genau berechnete Press- oder Schrumpfverbindungen gefügt. Bei anderen Motorbauarten kommen einteilige, aus einem Rohling geschmiedete Kurbelwellen zum Einsatz. Die Bauart wird durch Motorgröße, Belastung, Herstellbarkeit und Zulassung bestimmt.

Wichtige Fachbegriffe sind Hauptlagerzapfen, Hubzapfen, Kurbelwange, Gegengewicht, Ölbohrung, Übergangsradius und Rundlauf. Besonders die Übergänge zwischen Wange und Zapfen sind kerbempfindliche Bereiche. Dort müssen Oberflächenqualität, Radien, Eigenspannungen und Prüfbefunde besonders sorgfältig bewertet werden.


Wellenanlage und Rudersystem

Die Wellenanlage überträgt das Drehmoment vom Motor oder Getriebe zum Propeller. Je nach Schiff besteht sie aus mehreren gekuppelten Abschnitten:

  1. Druckwelle: Leitet den axialen Propellerschub über das Drucklager in die Schiffsstruktur ein.
  2. Zwischenwelle: Überbrückt die Entfernung zwischen Antriebsmaschine und Propellerwelle.
  3. Propellerwelle: Trägt den Propeller und läuft im Bereich des Stevenrohrs in Lagern und Dichtungen.
  4. Kupplungsflansch: Verbindet Wellenabschnitte form- und kraftgerecht.
  5. Ruderschaft: Überträgt die Kräfte der Ruderanlage auf das Ruderblatt.

Geradheit, Rundlauf, Koaxialität, Oberflächenzustand und die Lage der Lager- und Dichtsitze sind entscheidend. Bereits kleine Abweichungen können die Lastverteilung in Lagern verändern und Schwingungen fördern.


Warum schwere Bauteile geschmiedet werden

Beim Schmieden wird Metall durch Druckkräfte plastisch umgeformt. Beim industriellen Freiformschmieden ist die Werkstückform nicht vollständig in einem Gesenk enthalten. Das meist größere Werkstück wird abschnittsweise zwischen einfachen oder teilgeformten Sätteln bearbeitet. Viele aufeinander abgestimmte Presshübe und Werkstückbewegungen erzeugen die gewünschte Rohform.[1]

Das Schmieden kann gegenüber einem nur gegossenen Rohzustand mehrere Vorteile bringen:

  1. Gussgefüge: Erstarrungsgefüge wird umgeformt und kann durch ausreichende Durcharbeitung verfeinert werden.
  2. Porosität: Innere Hohlräume können unter geeigneten Druck- und Temperaturbedingungen verkleinert oder verschlossen werden.
  3. Faserverlauf: Der Werkstofffluss kann an die Bauteilgeometrie angepasst werden.
  4. Zähigkeit: Eine abgestimmte Umformung und Wärmebehandlung kann ein günstiges Verhältnis von Festigkeit und Zähigkeit erzeugen.
  5. Bauteilgröße: Einzelstücke und kleine Serien mit sehr großen Abmessungen lassen sich wirtschaftlich herstellen.

Schmieden beseitigt jedoch nicht automatisch jeden Fehler. Werkstoffreinheit, Blockqualität, Umformgrad, Temperatur, Werkzeugführung, Abkühlung, Wärmebehandlung und Prüfung bleiben entscheidend.


Vom Stahlblock zum schweren Schmiedestück


Stahlherstellung und Ausgangsblock

Für schwere Schmiedestücke werden Stähle mit festgelegter chemischer Zusammensetzung und hoher metallurgischer Reinheit eingesetzt. Je nach Bauteil kommen unlegierte, niedriglegierte oder höher legierte Vergütungsstähle in Betracht. Nickel, Chrom, Molybdän und weitere Legierungselemente können Härtbarkeit, Festigkeit und Zähigkeit beeinflussen. Die konkrete Stahlsorte richtet sich nach Zeichnung, Spezifikation, Regelwerk, Wanddicke und geforderten Eigenschaften.

Der flüssige Stahl wird sekundärmetallurgisch behandelt. Entgasung, kontrollierte Desoxidation und sauberes Gießen sollen Wasserstoff, nichtmetallische Einschlüsse und unerwünschte Seigerungen begrenzen. Bei sehr großen Bauteilen wird häufig ein Gussblock verwendet. Seine Kopf- und Fußbereiche werden so berücksichtigt, dass Lunkerzonen und stark geseigerte Bereiche nicht im fertigen Bauteil verbleiben.


Erwärmen

Der Ausgangsblock wird in einem Ofen gleichmäßig auf die werkstoff- und prozessabhängige Schmiedetemperatur erwärmt. Eine ausreichende Durchwärmung ist bei großen Querschnitten besonders wichtig. Zu niedrige Temperaturen erhöhen die Umformkräfte und können Risse begünstigen. Zu hohe Temperaturen oder zu lange Haltezeiten können Kornwachstum, Verzunderung und Entkohlung fördern. Die Temperatur wird deshalb nach Arbeitsplan überwacht und dokumentiert.


Freiformschmieden an der Presse

Großschmiedestücke werden überwiegend unter hydraulischen Freiformschmiedepressen hergestellt. Die Presse bringt die Kraft vergleichsweise langsam auf und ermöglicht dadurch eine tiefe Durchwirkung des Querschnitts. Ein Schmiedemanipulator hebt, dreht, verschiebt und stützt das Werkstück. Die Zusammenarbeit zwischen Pressenführer, Manipulatorfahrer und Schmiedemeister muss eindeutig abgestimmt sein.


Grundoperationen des Freiformschmiedens

Operation Fachliche Bedeutung Typischer Zweck
Stauchen Die Höhe wird verringert, der Querschnitt nimmt zu. Durcharbeitung des Blockinneren und Vorbereitung großer Querschnitte
Recken Der Querschnitt wird verringert, die Länge nimmt zu. Herstellung langer Wellen und Schäfte
Absetzen Benachbarte Abschnitte erhalten unterschiedliche Querschnitte. Vorformen von Zapfen, Bunden und Flanschen
Runden Ein mehreckiger Querschnitt wird schrittweise rundgeschmiedet. Vorbereitung von Lager- und Wellensitzen
Lochen Eine Öffnung wird durch einen Dorn hergestellt. Herstellung hohler Vorformen oder Ringe
Versetzen Werkstückbereiche werden gegeneinander verschoben. Ausbildung exzentrischer Bereiche, beispielsweise bei Kurbelteilen

Der Umformgrad beschreibt, wie stark der Werkstoff plastisch verformt wurde. Für Großschmiedestücke ist nicht nur der äußere Formwechsel wichtig, sondern auch die Durcharbeitung des Kerns. Die Schmiedefolge wird deshalb so geplant, dass die Verformung möglichst günstig in das Bauteilinnere wirkt.


Zwischenkühlen, Wiedererwärmen und Maßkontrolle

Große Bauteile können nicht immer in einer einzigen Wärme geschmiedet werden. Sinkt die Temperatur unter den zulässigen Bereich, wird das Werkstück erneut erwärmt. Zwischen den Schmiedeschritten werden Länge, Durchmesser, Geradheit und Form kontrolliert. Der Schmied berücksichtigt dabei Schmiedeschwindmaß, Zunderverlust und spätere Bearbeitungszugaben.


Wärmebehandlung

Nach dem Schmieden folgt eine abgestimmte Wärmebehandlung. Ihre genaue Reihenfolge hängt vom Werkstoff und vom Bauteil ab.

  1. Normalisieren: Kann ein gleichmäßigeres und feineres Gefüge erzeugen.
  2. Vergüten: Besteht aus Härten und anschließendem Anlassen; Ziel ist eine geeignete Kombination aus Festigkeit und Zähigkeit.
  3. Spannungsarmglühen: Verringert Eigenspannungen nach Umformung oder Bearbeitung.
  4. Wasserstoffarmglühen: Kann bei geeigneter Prozessführung die Wasserstoffabgabe unterstützen und Flockenbildung vorbeugen.
  5. Kontrolliertes Abkühlen: Begrenzt Temperaturgradienten, Verzug und Rissgefahr.

Bei großen Querschnitten erwärmt und kühlt der Kern langsamer als die Randzone. Ofenführung, Haltezeiten, Abschreckbedingungen und Anlassbehandlung müssen daher auf die Bauteildicke abgestimmt werden.


Vorbearbeitung und Fertigbearbeitung

Nach der Wärmebehandlung wird das Schmiedestück entzundert, gestrahlt oder grob zerspant. Durch die Vorbearbeitung entsteht eine prüfbare Oberfläche, und die endgültige Geometrie wird vorbereitet. Bei Wellen folgen unter anderem Drehen, Fräsen, Bohren, Tieflochbohren, Schleifen und gegebenenfalls Festwalzen. Bearbeitungszugaben müssen groß genug sein, um Zunder, Entkohlung und Oberflächenfehler zu entfernen, dürfen aber nicht unnötig Material und Energie verbrauchen.


Werkstoffprüfung und Qualitätssicherung


Zerstörende Prüfungen

Proben werden nach dem festgelegten Prüfplan aus definierten Bereichen entnommen. Lage und Orientierung der Probe sind wichtig, weil Großschmiedestücke richtungsabhängige Eigenschaften besitzen können.

  1. Zugversuch: Ermittelt unter anderem Streckgrenze, Zugfestigkeit und Bruchdehnung.
  2. Kerbschlagbiegeversuch: Bewertet die Zähigkeit bei einer festgelegten Temperatur.
  3. Härteprüfung: Kontrolliert Härteniveau und Gleichmäßigkeit.
  4. Makroprüfung: Macht Gefügeausbildung, Seigerungen oder auffällige Bereiche sichtbar.
  5. Chemische Analyse: Bestätigt die Werkstoffzusammensetzung.


Zerstörungsfreie Prüfungen

Zerstörungsfreie Prüfungen suchen Fehler, ohne das Bauteil unbrauchbar zu machen.

  1. Sichtprüfung: Erfasst Oberflächenzustand, Risse, Überlappungen und Bearbeitungsfehler.
  2. Magnetpulverprüfung: Findet Oberflächen- und oberflächennahe Fehler in ferromagnetischem Stahl.
  3. Farbeindringprüfung: Eignet sich für zur Oberfläche offene Fehler bei geeigneten Werkstoffen.
  4. Ultraschallprüfung: Dient zur Beurteilung des Bauteilinneren und kann Reflexionsanzeigen aus Rissen, Einschlüssen oder Inhomogenitäten erfassen.
  5. Maßprüfung: Kontrolliert Geometrie, Rundlauf, Geradheit und Bearbeitungsmaße.

Eine Anzeige ist nicht automatisch ein unzulässiger Fehler. Prüfer bewerten Lage, Größe, Orientierung und Häufigkeit nach der gültigen Prüfanweisung und den Annahmekriterien. Die Qualifikation des Prüfpersonals und die Kalibrierung der Geräte müssen nachgewiesen sein.


Rückverfolgbarkeit und Abnahme

Jedes Schmiedestück erhält eine eindeutige Kennzeichnung, die mit Schmelzennummer, Stücknummer, Zeichnungsstand, Wärmebehandlungscharge und Prüfunterlagen verknüpft ist. Im Schiffbau können Klassifikationsgesellschaften Werkstoffzulassung, Herstellungsüberwachung, Probenentnahme, Prüfungen und Endabnahme verlangen. Maßgeblich sind immer der Auftrag, die aktuelle Zeichnung, die freigegebene Spezifikation und das anzuwendende Regelwerk.

Die Norm DIN EN 10250-1 beschreibt allgemeine technische Lieferbedingungen für Freiformschmiedestücke aus Stahl für allgemeine Verwendung.[2] Für Schiffbauteile kommen zusätzlich klassifikationsspezifische Werkstoff- und Prüfregeln hinzu.[3]


Typische Fehler und ihre Ursachen

Fehlerbild Mögliche Ursache Vorbeugung
Schmiederiss Zu niedrige Temperatur, zu großer Umformschritt oder ungünstiger Spannungszustand Temperaturfenster und Stichfolge einhalten
Überlappung Werkstoff wird gefaltet und nicht sauber verschweißt Geeignete Vorform und Werkzeugführung wählen
Kernfehler Ungenügende Durcharbeitung oder ungünstige Ausgangsblockqualität Blockauswahl, Stauchen, Recken und Umformgrad abstimmen
Grobes Korn Überhitzung oder ungeeignete Wärmebehandlung Zeit-Temperatur-Führung kontrollieren
Verzug Ungleichmäßiges Erwärmen, Abkühlen oder Zerspanen Symmetrische Bearbeitung und kontrollierte Temperaturführung
Entkohlte Randzone Lange Einwirkung oxidierender Ofenatmosphäre Ofenführung und Bearbeitungszugabe anpassen

Fehleranalyse ist Teamarbeit. Ein Befund darf nicht vorschnell allein dem Schmieden zugeschrieben werden. Stahlherstellung, Gießen, Wärmebehandlung, Bearbeitung, Transport und Prüfung können ebenfalls Einfluss haben.


Arbeitssicherheit beim Großschmieden

Beim Großschmieden treten extreme Temperaturen, hohe Presskräfte, bewegte Massen, Zunderflug, Lärm, Hydraulikenergie und schwebende Lasten auf. Du darfst Anlagen nur nach Unterweisung und im Rahmen Deiner betrieblichen Berechtigung bedienen.

  1. Gefahrenbereich: Halte Sperrzonen und festgelegte Fluchtwege frei.
  2. Kommunikation: Nutze eindeutige Zeichen und betriebliche Sprechregeln.
  3. Persönliche Schutzausrüstung: Trage die vorgeschriebene hitze- und stoßgeeignete Ausrüstung.
  4. Lastaufnahme: Prüfe Anschlagmittel, Schwerpunkt und sicheren Sitz vor dem Bewegen.
  5. Zunder: Rechne bei jedem Presshub mit abspringendem heißen Zunder.
  6. Energieisolierung: Wartung und Störungsbeseitigung erfolgen nur nach Freischalt- und Sicherungsverfahren.
  7. Heißkennzeichnung: Behandle jedes unbekannte Werkstück so lange als heiß, bis sein Zustand sicher geklärt ist.

Sicherheit hat Vorrang vor Taktzeit. Ein unklarer Befehl, eine Person im Gefahrenbereich oder ein unsicheres Anschlagmittel erfordert sofortiges Stoppen nach betrieblicher Regel.


Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

Schwere Schmiedestücke benötigen viel Stahl, Wärmeenergie, Transportleistung und Bearbeitungszeit. Nachhaltige Fertigung beginnt deshalb bereits bei der Rohteilplanung.

  1. Materialausnutzung: Eine geeignete Vorform reduziert Zerspanvolumen und Schrott.
  2. Prozesswärme: Weniger unnötige Wiedererwärmungen senken Energieverbrauch und Verzunderung.
  3. Ausschussvermeidung: Frühzeitige Prüfungen verhindern weitere Bearbeitung ungeeigneter Teile.
  4. Recycling: Stahlspäne, Anschnitte und ausgesonderte Teile können stofflich zurückgeführt werden.
  5. Lebensdauer: Ein zuverlässig ausgelegtes und geprüftes Bauteil vermindert Reparaturen und vorzeitigen Ersatz.
  6. Dokumentation: Digitale Prozessdaten unterstützen Rückverfolgbarkeit und kontinuierliche Verbesserung.


Zusammenarbeit im Betrieb

Die Fertigung eines schweren Schiffbauteils verbindet viele Berufe und Abteilungen. Konstruktion und Arbeitsvorbereitung legen Bauteilanforderungen fest. Metallurgie und Stahlwerk sichern die Schmelzenqualität. Der Schmied plant und überwacht die Umformung. Wärmebehandlung, Zerspanung und Werkstoffprüfung erzeugen und bestätigen die geforderten Eigenschaften. Qualitätssicherung, Klassifikationsgesellschaft und Kunde bewerten die Nachweise.

Für Auszubildende ist besonders wichtig, Arbeitspläne nicht nur auszuführen, sondern ihre Funktion zu verstehen. Frage bei Abweichungen nach, dokumentiere Messwerte eindeutig und ändere Prozessparameter niemals eigenmächtig.


Quellen und Normhinweise

  1. Freiformschmieden: Überblick zu Verfahren, Werkzeugen und Grundoperationen.
  2. Heavy Forgings: Fachübersicht zu Großschmiedestücken und Anwendungen.
  3. DIN EN 10250-1:2022-07: Allgemeine Anforderungen an Freiformschmiedestücke aus Stahl.
  4. DNV Rules and Standards: Einstieg in aktuelle Klassifikationsregeln.
  5. Betrieblicher Hinweis: Im Arbeitsalltag gelten ausschließlich die aktuell freigegebenen Zeichnungen, Spezifikationen, Normen, Prüfanweisungen und Sicherheitsregeln.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welches Verfahren wird für sehr große Einzelstücke wie Schiffswellen besonders häufig eingesetzt? (Freiformschmieden) (!Tiefziehen) (!Strangpressen von Kunststoff) (!Sandstrahlen)




Welche Aufgabe hat die Propellerwelle? (Sie überträgt Drehmoment zum Propeller) (!Sie verdichtet die Verbrennungsluft) (!Sie steuert die Brennstoffeinspritzung) (!Sie kühlt das Stevenrohr)




Was geschieht beim Recken? (Der Querschnitt nimmt ab und die Länge zu) (!Der Querschnitt nimmt zu und die Länge ab) (!Das Werkstück wird ausschließlich gebohrt) (!Die Oberfläche wird magnetisiert)




Warum ist die Durchwärmung eines großen Stahlblocks wichtig? (Sie ermöglicht eine gleichmäßigere Umformung) (!Sie ersetzt jede Werkstoffprüfung) (!Sie verhindert grundsätzlich jeden Zunder) (!Sie macht eine Wärmebehandlung überflüssig)




Welches Prüfverfahren dient besonders zur Beurteilung des Bauteilinneren? (Ultraschallprüfung) (!Sichtprüfung) (!Farbeindringprüfung) (!Maßprüfung mit Lineal)




Welche Prüfung eignet sich für oberflächennahe Fehler in ferromagnetischem Stahl? (Magnetpulverprüfung) (!Zugversuch) (!Kerbschlagbiegeversuch) (!Chemische Analyse)




Welche Information unterstützt die Rückverfolgbarkeit eines Schmiedestücks? (Schmelzennummer) (!Pausenzeit) (!Hallenfarbe) (!Name des Schiffrestaurants)




Was ist ein typisches Ziel des Vergütens? (Eine geeignete Kombination aus Festigkeit und Zähigkeit) (!Die vollständige Entfernung aller Legierungselemente) (!Die Herstellung einer Lackschicht) (!Das Ersetzen der Zerspanung)




Welche Gefahr ist beim Großschmieden besonders zu beachten? (Abspringender heißer Zunder) (!Gefrierendes Kühlwasser im Werkstück) (!Papierstaub aus Zeichnungen) (!Sonnenbrand durch Außenarbeit)




Wer legt fest, ob eine Prüfanzeige zulässig ist? (Das gültige Regelwerk mit Prüfanweisung und Annahmekriterien) (!Die persönliche Vermutung des Bedieners) (!Die Größe der Werkhalle) (!Die Farbe des Prüfgeräts)





Memory

Stauchen Höhe verringern und Querschnitt vergrößern
Recken Länge vergrößern und Querschnitt verkleinern
Schmiedemanipulator Großes Werkstück drehen und verschieben
Vergüten Härten und anschließendes Anlassen
Ultraschallprüfung Innere Reflektoren erfassen
Magnetpulverprüfung Oberflächennahe Risse sichtbar machen
Schmelzennummer Werkstoff rückverfolgbar kennzeichnen
Ruderschaft Kräfte auf das Ruderblatt übertragen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Aufgabe in der Prozesskette
Ausgangsblock Metallurgisch hergestelltes Vormaterial bereitstellen
Erwärmen Werkstoff auf geeignete Umformtemperatur bringen
Freiformschmieden Rohform und Durcharbeitung erzeugen
Wärmebehandlung Gefüge und mechanische Eigenschaften einstellen
Zerspanung Endmaße und Funktionsflächen herstellen
Werkstoffprüfung Eigenschaften und Fehlerfreiheit bewerten




...


Kreuzworträtsel

Freiformschmieden Welches Schmiedeverfahren arbeitet ohne vollständig formgebendes Gesenk?
Manipulator Welche Maschine dreht und verschiebt ein schweres Werkstück an der Presse?
Kurbelwelle Welches Bauteil wandelt die Kolbenbewegung in Drehbewegung um?
Ultraschall Welche Wellenart wird zur inneren Werkstoffprüfung eingesetzt?
Vergüten Welche Wärmebehandlung verbindet Härten und Anlassen?
Ruderschaft Welches geschmiedete Bauteil überträgt Kräfte auf das Ruderblatt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Beim industriellen

wird das Werkstück abschnittsweise zwischen einfachen Werkzeugen umgeformt. Beim

nimmt die Werkstückhöhe ab und der Querschnitt zu. Das

dient besonders zur Herstellung langer Wellen. Ein

dreht und verschiebt das schwere Werkstück an der Presse. Nach dem Schmieden stellt die

das geforderte Gefüge und die mechanischen Eigenschaften ein. Die

dient zur Beurteilung des Bauteilinneren. Oberflächennahe Risse in ferromagnetischem Stahl können durch die

sichtbar werden. Die

verbindet das Bauteil mit seinen Werkstoff- und Prozessunterlagen. Eine

überträgt das Drehmoment zum Schiffspropeller. Bei allen Arbeiten haben

und eindeutige Kommunikation Vorrang.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Fachwortkarten: Gestalte zwölf Lernkarten zu Bauteilen, Schmiedeoperationen und Prüfverfahren.
  2. Bauteilskizze: Zeichne eine vereinfachte Wellenanlage und beschrifte Druckwelle, Zwischenwelle, Propellerwelle, Lager und Propeller.
  3. Medienanalyse: Wähle ein eingebettetes Bild aus und kennzeichne Werkstück, Werkzeug, Maschine und Gefahrenbereich.
  4. Sicherheitsplakat: Entwirf ein Plakat mit den wichtigsten Regeln für heiße Großschmiedestücke und schwebende Lasten.


Standard

  1. Prozesskette: Erstelle ein Flussdiagramm vom Stahlblock bis zur Endabnahme einer Propellerwelle.
  2. Fehleranalyse: Ordne sechs mögliche Fehler ihren Ursachen, Prüfverfahren und Vorbeugungsmaßnahmen zu.
  3. Betriebsinterview: Befrage eine Fachkraft aus Schmiede, Wärmebehandlung, Zerspanung oder Prüfung zu ihrer Verantwortung in der Prozesskette.
  4. Prüfplan: Entwickle für einen geschmiedeten Ruderschaft einen begründeten Prüfplan mit Maßprüfung, Oberflächenprüfung und innerer Prüfung.


Schwer

  1. Schmiedefolge: Plane eine vereinfachte Schmiedefolge für eine Welle mit Flansch und begründe Stauchen, Recken, Absetzen und Runden.
  2. Variantenvergleich: Vergleiche eine einteilige mit einer halbgebauten Schiffskurbelwelle hinsichtlich Fertigung, Prüfung, Montage und Reparatur.
  3. Schadensfall: Bearbeite einen fiktiven Rissbefund an einem Lagerzapfen und entwickle eine fachlich begründete Entscheidungskette.
  4. Nachhaltigkeitskonzept: Entwickle Vorschläge zur Verringerung von Wiedererwärmungen, Zerspanvolumen, Ausschuss und Energieverbrauch.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Prozessentscheidung: Für eine lange Propellerwelle stehen Gießen, Gesenkschmieden und Freiformschmieden zur Auswahl. Begründe eine geeignete Fertigungsroute und nenne Grenzen der Alternativen.
  2. Pressenvergleich: Erkläre, warum eine hydraulische Presse bei großen Querschnitten häufig günstiger als ein schnell schlagender Hammer ist. Beziehe die Durchwirkung des Werkstückkerns ein.
  3. Prüfstrategie: Ein Bauteil zeigt keine sichtbaren Risse, soll aber innere Fehler ausschließen. Entwickle eine geeignete Kombination aus Prüfverfahren und begründe die Reihenfolge.
  4. Rückverfolgbarkeit: In einer Dokumentation fehlt die Verbindung zwischen Stücknummer und Wärmebehandlungscharge. Bewerte das Risiko und beschreibe notwendige Maßnahmen.
  5. Werkstoffzustand: Vergleiche die möglichen Folgen einer zu niedrigen Schmiedetemperatur mit denen einer Überhitzung.
  6. Sicherheitstransfer: In einem Video betritt eine Person während einer Kranbewegung den Gefahrenbereich. Formuliere eine sichere Reaktion und leite organisatorische Verbesserungen ab.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind wichtig:

  1. Fachsprache: Bauteile, Schmiedeoperationen, Wärmebehandlungen und Prüfverfahren korrekt benennen.
  2. Prozessverständnis: Die Herstellungskette vom Ausgangsblock bis zur Abnahme nachvollziehbar darstellen.
  3. Begründungskompetenz: Entscheidungen zu Schmiedefolge, Werkstoffzustand und Prüfverfahren fachlich begründen.
  4. Qualitätsbewertung: Fehlerbilder mit möglichen Ursachen und Nachweisen verknüpfen.
  5. Sicherheitskompetenz: Gefährdungen erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen ableiten.
  6. Dokumentation: Messwerte, Stückkennzeichnung und Quellen nachvollziehbar angeben.
  7. Transfer: Das Wissen auf ein neues schweres Schiffbauteil anwenden.




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