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SHK-Kundendienst und Fehlerdiagnose – Hydraulische Fehler von Regelungsfehlern trennen

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SHK-Kundendienst und Fehlerdiagnose – Hydraulische Fehler von Regelungsfehlern trennen

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Einleitung

SHK-Kundendienst und Fehlerdiagnose – Hydraulische Fehler von Regelungsfehlern trennen

Zielgruppe: Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK), insbesondere Kundendienst und Instandhaltung.

Kurzbeschreibung: Messwerte und Wirkzusammenhänge verstehen, hydraulische Fehler von Regelungsfehlern unterscheiden und fachlich begründete Diagnoseentscheidungen treffen.

Lernzeit: Etwa 60 Minuten zuzüglich Projektaufgaben.

Lernziele:

  1. Du liest Anlagenschemata und erkennst die wichtigsten Bauteile.
  2. Du vergleichst Sollwerte, Istwerte und Temperaturen.
  3. Du unterscheidest hydraulische Störungen von Regelungsproblemen.
  4. Du entwickelst sichere Diagnosewege und dokumentierst Ergebnisse.
  5. Du beurteilst Folgen für Energieeffizienz, Behaglichkeit und Anlagensicherheit.

Lernprinzip: Sehen → Messwerte prüfen → Hypothese bilden → Ursache eingrenzen → Ergebnis begründen.


Sicherheit und Fachfreigabe

Wichtig: Dieser Lernkurs vermittelt Diagnosekompetenz, keine Erlaubnis zum eigenständigen Eingriff in Anlagen.

Besondere Sicherheitsbereiche:

  1. Gas und Wasserstoff: Arbeiten an Gasinstallationen, wasserstoffführenden Systemen und Brennstoffleitungen sind ausschließlich entsprechend qualifizierten und berechtigten Fachkräften vorbehalten.
  2. Verbrennung und Abgas: Brenner, Verbrennungsluftversorgung, Sicherheitseinrichtungen und Abgaswege dürfen nicht durch Lernende verändert oder überbrückt werden. Bei Verdacht auf eine Gefahr sind Arbeiten einzustellen und die betrieblichen Notfallverfahren anzuwenden.
  3. Heizungswasser: Heiße Oberflächen, unter Druck stehendes Wasser und elektrische Pumpenanschlüsse bergen Risiken.
  4. Trinkwasserhygiene: Trinkwasser und Heizungswasser sind getrennte Systeme. Trinkwasserinstallationen unterliegen eigenständigen Hygiene- und Fachkundeanforderungen.

Alle Lernfälle verwenden fiktive Messwerte. Praktische Beobachtungen und Messungen sind nur nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Freigabe und unter geeigneter fachlicher Aufsicht durchzuführen. Für Änderungen an Anlagen gelten die Herstellerunterlagen, die jeweils anwendbaren technischen Regeln sowie die aktuellen rechtlichen Vorgaben.

Fachinformationen: DVGW – Gasinstallation und TRGI · DVGW – Trinkwasserinstallation


Lerneinheit 1: Heizungsanlage und Gebäudemodell

Dauer: 8 Minuten


Der hydraulische Kreislauf

Bildauftrag: Zeige im Schema Vorlauf, Rücklauf, Umwälzpumpe und Heizkörper.

Bauteil Funktion Mögliche Auffälligkeit
Wärmeerzeuger Stellt Wärme bereit Heizwasser bleibt zu kühl
Umwälzpumpe Erzeugt eine Druckdifferenz für den Wasserumlauf Unzureichende Versorgung des Heizkreises
Thermostatventil Beeinflusst den Durchfluss zum Heizkörper Raum wird nicht ausreichend warm
Mischer Mischt Wasserströme zur Beeinflussung der Vorlauftemperatur Vorlauftemperatur weicht von der Anforderung ab
Temperaturfühler Liefert Messwerte für die Regelung Unplausible Temperaturanzeige

Merksatz: Die Regelung bestimmt die Wärmeanforderung. Die Hydraulik ermöglicht die Verteilung des Heizwassers.


Heizkreis mit Dreiwegemischer

Denkfrage: Was geschieht, wenn der Regler eine höhere Vorlauftemperatur anfordert, die erforderliche Änderung am Mischer aber nicht wirksam wird?

Mögliche Erklärung: Der Heizkreis erreicht den Sollwert nicht. Ursachen können in der Ansteuerung, im Stellantrieb, im Mischer, in der Wärmebereitstellung oder in den hydraulischen Bedingungen liegen.


Gebäudemodell: Zweigeschossiges Wohnhaus

Das folgende Modell wird für die Diagnoseaufgaben verwendet.

Geschoss Raum / Heizfläche Heizwasserversorgung
Obergeschoss Schlafzimmer und Kinderzimmer Heizstrang B → Heizkörper B1 und B2
Erdgeschoss Wohnzimmer und Küche Heizstrang A → Heizkörper A1 und A2
Keller Wärmeerzeuger, Regelung, Pumpe Gemeinsamer Heizkreis → Strang A und B

Modellannahme: Beide Stränge werden von demselben geregelten Heizkreis versorgt. Es handelt sich um eine schematische Zweirohranlage, nicht um einen vollständigen Installationsplan.

Arbeitsauftrag: Zeichne die Verbindung zwischen Wärmeerzeuger, Pumpe, Vorlauf, Heizflächen und Rücklauf. Ergänze die Positionen geeigneter Temperaturmessstellen.


Video: Förderhöhe und Fördermenge

Quelle: Wilo Deutschland – Tutorial zum Zusammenhang zwischen Förderhöhe und Fördermenge.

Beobachtungsfrage: Warum lässt sich aus einer Pumpenbetriebsanzeige allein nicht auf einen ausreichenden Durchfluss in jedem Heizstrang schließen?


Lerneinheit 2: Heizungsregelung verstehen

Dauer: 10 Minuten


Der Regelkreis

Unterscheide:

Begriff Bedeutung
Sollwert Vorgegebener Wert, den die Regelung anstrebt
Istwert Gemessener oder als Messwert zurückgemeldeter Wert
Regelabweichung Unterschied zwischen Sollwert und Istwert
Stellglied Bauteil, das eine Änderung im System bewirken soll
Störgröße Einfluss, der das Anlagenverhalten verändert

Beispiel: Vorlaufsollwert 45 °C, angezeigter Vorlaufistwert 44 °C. Die angezeigte Abweichung beträgt 1 K.

Wichtig: Ein geringer Unterschied zwischen angezeigtem Soll- und Istwert beweist nicht, dass der Temperaturfühler richtig misst oder alle Räume ausreichend versorgt werden.


Die Heizkurve

Die Heizkurve verknüpft bei einer witterungsgeführten Regelung die Außentemperatur mit der benötigten Vorlauftemperatur.

Wirkzusammenhang:

  1. Sinkende Außentemperatur → häufig steigender Vorlauftemperaturbedarf.
  2. Ungeeignete Heizkurve → möglicherweise zu kalte oder zu warme Räume.
  3. Falsche Fühlerrückmeldung → möglicherweise unpassende Regelentscheidung.

Bildauftrag: Erkläre, warum derselbe Heizkreis an einem kalten Wintertag eine andere Vorlauftemperatur benötigen kann als an einem milden Herbsttag.

Quelle: Viessmann – Die Heizkurve richtig einstellen.

Lernauftrag: Erkläre den Unterschied zwischen Neigung und Niveau einer Heizkurve. Einstellungen an realen Anlagen erfolgen ausschließlich nach Freigabe und fachlicher Prüfung.


Lerneinheit 3: Messwerte richtig deuten

Dauer: 10 Minuten


Die wichtigsten Diagnosewerte

Messwert Aussage Grenze der Aussage
Vorlaufsolltemperatur Aktuelle Temperaturanforderung der Regelung Sagt nichts über die tatsächliche Wasserverteilung
Vorlaufisttemperatur Gemeldete Temperatur an der betreffenden Messstelle Fühler und Messstelle müssen plausibel sein
Rücklauftemperatur Temperatur nach Wärmeabgabe und Vermischung Abhängig von Durchfluss und Last
Temperaturspreizung ΔT Unterschied zwischen Vorlauf und Rücklauf Allein kein Beweis für einen bestimmten Fehler
Volumenstrom Transportierte Heizwassermenge pro Zeit Messort und Betriebszustand beachten
Differenzdruck Druckunterschied zwischen zwei Messpunkten Keine direkte Aussage über jeden einzelnen Strang
Raumtemperatur Ergebnis aus Wärmezufuhr, Verlusten und Nutzung Reagiert zeitverzögert

Messregel: Vergleiche Werte nur bei nachvollziehbarem Betriebszustand. Notiere Uhrzeit, Betriebsart, Außentemperatur, Messort und gegebenenfalls Messunsicherheit.


Wärmeleistung und Volumenstrom

Für Wasser gilt näherungsweise:

Wärmeleistung in kW ≈ 1,16 × Volumenstrom in m³/h × Temperaturspreizung in K

Beispiel:

0,25 m³/h × 10 K × 1,16 ≈ 2,9 kW

Die Näherung gilt für wassergeführte Systeme und setzt passende Stoffwerte sowie einen sinnvoll erfassten Betriebszustand voraus. Bei Wasser-Glykol-Gemischen müssen andere Stoffwerte berücksichtigt werden.

Merke: Kleine Spreizung bedeutet nicht automatisch zu hohen Volumenstrom. Wärmeabnahme, Regelzustand und Messbedingungen sind ebenfalls entscheidend.


Thermostatventil als Diagnosepunkt

Frage: Kann eine angezeigte Ventilstellung allein beweisen, dass Heizwasser durch den Heizkörper strömt?

Antwort: Nein. Ventilfunktion, Differenzdruck, hydraulische Versorgung und tatsächlicher Durchfluss müssen berücksichtigt werden.


Video: Pumpenregelung

Quelle: Wilo Deutschland – Tutorial zur Veränderung der Regelart.

Arbeitsauftrag: Notiere, warum die Pumpenregelart die hydraulischen Bedingungen einer Heizungsanlage beeinflussen kann.


Lerneinheit 4: Konkreter Ausbildungsfall

Dauer: 15 Minuten


Kundenmeldung: Obergeschoss bleibt kalt

Eine Kundin meldet:

„Seit einigen Tagen werden die Heizkörper im Obergeschoss nicht richtig warm. Im Erdgeschoss funktioniert die Heizung.“

Die Auszubildende erhält von ihrer fachlichen Betreuung folgende dokumentierte Messdaten. Die Anlage befindet sich seit ausreichend langer Zeit im stabilen Heizbetrieb.

Messstelle Messwert
Außentemperatur 2 °C
Vorlaufsollwert am Heizkreisregler 46 °C
Angezeigter Vorlaufistwert am Regler 45 °C
Vorlauf am Heizkörper im Erdgeschoss 43 °C
Rücklauf am Heizkörper im Erdgeschoss 36 °C
Vorlauf am Heizkörper im Obergeschoss 27 °C
Rücklauf am Heizkörper im Obergeschoss 25 °C
Raumtemperatur Erdgeschoss 21 °C
Raumtemperatur Obergeschoss 18 °C
Raumtemperatur-Sollwert Obergeschoss 21 °C
Pumpenbetriebsanzeige Betrieb wird angezeigt

Deine Diagnoseaufgabe:

  1. Vergleiche zunächst Soll- und Istwert im gemeinsamen Heizkreis.
  2. Vergleiche dann die Temperaturen der Heizkörper beider Geschosse.
  3. Formuliere eine wahrscheinliche Fehlergruppe und mindestens zwei alternative Ursachen.
  4. Beschreibe geeignete nächste Prüfungen, ohne unzulässige Eingriffe vorzuschlagen.


Gestufte Diagnosehilfen

Hilfe 1 – Wo zeigt sich die Abweichung?

Das Erdgeschoss erreicht die Raumtemperatur, das Obergeschoss nicht. Die Störung betrifft zunächst nicht alle Wärmeabnehmer gleichermaßen.

Hilfe 2 – Was sagt der gemeinsame Heizkreisregler?

46 °C Sollwert und 45 °C angezeigter Istwert liegen nah beieinander. Prüfe deshalb, ob die Auffälligkeit vor allem zwischen Heizkreisvorlauf und Obergeschoss-Heizkörpern entsteht.

Hilfe 3 – Welche Ursachen bleiben offen?

Mögliche Ursachen sind unzureichender Durchfluss, ungünstiger hydraulischer Abgleich, Luft, eine Verengung oder eine nicht wirksam öffnende Armatur. Auch eine fehlerhafte lokale Zonenregelung oder ein Messfehler ist denkbar. Die Daten beweisen keine einzelne Ursache.


Rückmeldung zum Ausbildungsfall

Musterlösung und begründetes Feedback anzeigen

Vorläufige Einordnung: Eine Störung der hydraulischen Verteilung zum Obergeschoss ist wahrscheinlicher als eine rein zentrale Heizkurveneinstellung.

Begründung: Der gemeinsame Heizkreis erreicht den gemeldeten Temperatursollwert nahezu, während die Versorgung an den betroffenen Heizkörpern deutlich kühler ist. Das funktionierende Erdgeschoss spricht gegen eine ausschließlich alle Räume betreffende Ursache.

Wichtige Einschränkung: Die Messdaten unterscheiden noch nicht zwischen einem mechanisch-hydraulischen Problem, einer lokalen Stellglied- oder Zonenregelungsstörung und unplausiblen Messwerten.

Nächste Schritte: Dokumentation und Anlagenschema abgleichen, lokale Wärmeanforderung prüfen, vorhandene Betriebs- und Störmeldungen auslesen und eine freigegebene Vergleichsmessung durch die Fachkraft veranlassen.

Ungeeignet: Pumpenleistung oder Vorlauftemperatur ohne Ursachenprüfung erhöhen. Dadurch könnten Überversorgung, Energieverluste oder Strömungsgeräusche entstehen.


Bildvergleich: Hydraulischer Abgleich

Ohne hydraulischen Abgleich:

Mit hydraulischem Abgleich:

Bildauftrag: Beschreibe die gedachte Veränderung der Wärmeverteilung. Ein Hydraulischer Abgleich stimmt die Wasserverteilung auf den Wärmebedarf der Heizflächen ab.

Quelle: Grundfos – Hydraulischer Abgleich mit der ALPHA2.

Beobachtungsauftrag: Welche Anlagendaten werden für einen fachgerechten Abgleich benötigt? Unterscheide ein herstellerspezifisches Verfahren von allgemeingültigen Diagnoseprinzipien.


Lerneinheit 5: Drei Diagnoseentscheidungen

Dauer: 10 Minuten


Diagnosemodell

Prüfschritt Leitfrage Folgerung
1. Betrieb Besteht überhaupt eine Wärmeanforderung? Zeitprogramm, Betriebsart und Freigaben prüfen
2. Regelung Passen Sollwert und plausibilisierter Istwert zusammen? Zentralen Regelkreis beurteilen
3. Verteilung Werden alle betroffenen Heizflächen versorgt? Hydraulik und lokale Stellglieder eingrenzen
4. Wärmeabgabe Erreichen die Räume die benötigte Temperatur? Heizflächen, Gebäudelast und Betriebsdauer berücksichtigen
5. Nachweis Welche Beobachtung bestätigt die Hypothese? Fachprüfung und dokumentierte Vergleichsmessung planen


Fall A: Ein Heizstrang bleibt kalt

Situation: Zentraler Vorlauf Soll 45 °C, angezeigter Istwert 45 °C. Ein Gebäudeteil erreicht die Raumtemperatur nicht.

Entscheide: Ist die zentrale Heizkurve, die Wärmeverteilung oder der Wärmebedarf als Erstes näher zu untersuchen?

Feedback A anzeigen

Vorrangig: Wärmeverteilung und lokale Ansteuerung. Die zentrale Temperatur wird laut Anzeige erreicht. Ein gebäudeteilspezifisches Problem spricht zunächst für eine lokale Ursache. Die Heizkurve ist dadurch nicht grundsätzlich als Fehlerquelle ausgeschlossen.


Fall B: Alle Räume bleiben zu kalt

Situation: Während eines längeren stabilen Heizbetriebs beträgt der Vorlaufsollwert 31 °C und der plausibilisierte Istwert 31 °C. Laut fachlicher Auslegung und Vergleichsprotokoll benötigen die Heizflächen unter diesen Bedingungen eine höhere Temperatur. Die dokumentierten Durchflüsse entsprechen der Auslegung.

Entscheide: Welche Fehlergruppe ist besonders plausibel?

Feedback B anzeigen

Regelungsparametrierung prüfen. Der Regler erfüllt seinen niedrigen Sollwert. Dieser Sollwert passt aber offenbar nicht zum erforderlichen Betriebszustand. Heizkurve, Heizgrenze, Betriebsart und Begrenzungen sind von der Fachkraft zu prüfen.


Fall C: Sollwert wird nicht erreicht

Situation: Zentraler Vorlaufsollwert 45 °C, plausibilisierte Vorlauftemperatur 29 °C. Mehrere Heizflächen bleiben kühl.

Entscheide: Liegt bereits der sichere Nachweis eines defekten Reglers vor?

Feedback C anzeigen

Nein. Es besteht eine auffällige Soll-Ist-Abweichung. Möglich sind unter anderem eine nicht wirksame Stellgliedansteuerung, eine unzureichende Wärmebereitstellung, hydraulische Probleme oder eine fehlerhafte Sensorik. Die Wirkkette muss fachlich eingegrenzt werden.


Energie- und Hygienefall: Die falsche Optimierung

Ein Betrieb schlägt vor, wegen hoher Heizkosten die Temperatur des Trinkwarmwassers pauschal deutlich zu senken. Gleichzeitig werden zwei Heizräume im Gebäude nicht ausreichend warm.

Deine Entscheidung: Sind Heizungsoptimierung und Trinkwasserhygiene dasselbe Problem?

Feedback zum Energie- und Hygienefall

Nein. Der hydraulische Abgleich und die Heizkurvenoptimierung betreffen zunächst das Heizsystem. Die Trinkwassererwärmung unterliegt eigenständigen hygienischen Anforderungen. Eine pauschale Temperaturabsenkung kann hygienische Risiken erzeugen und darf keine ungeprüfte Energiesparmaßnahme sein. Entscheidend sind Anlagenart, Regelwerk, Risikobewertung und Freigabe durch Fachverantwortliche.

Fachquelle: DVGW – Trinkwasserhygiene


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist das zentrale Ziel eines hydraulischen Abgleichs? (Die bedarfsgerechte Verteilung des Heizwassers) (!Die Erhöhung aller Raumtemperaturen auf denselben Wert) (!Die dauerhafte Maximierung der Pumpenleistung) (!Die Abschaltung der Heizungsregelung)




Was beschreibt die Heizkurve einer witterungsgeführten Regelung? (Den Zusammenhang zwischen Außentemperatur und Vorlaufsolltemperatur) (!Die Drehzahl eines Heizkörperventils) (!Die elektrische Spannung der Heizkreispumpe) (!Den Füllstand des Heizsystems)




Was lässt sich aus nahezu gleichen angezeigten Vorlaufsoll- und Istwerten schließen? (Der angezeigte zentrale Regelwert wird annähernd erreicht) (!Alle Heizkörper erhalten garantiert genügend Wasser) (!Sämtliche Temperaturfühler sind nachweislich fehlerfrei) (!Alle Räume erreichen automatisch ihren Sollwert)




Welche Beobachtung spricht besonders für ein örtliches Verteilungsproblem? (Einige Heizkörper bleiben kühl während andere Räume ausreichend beheizt werden) (!Alle Räume werden unabhängig von ihrer Lage gleichmäßig warm) (!Der Heizkreisvorlauf folgt dem Sollwert) (!Die Außentemperatur sinkt im Winter)




Welche Aussage über eine geringe Temperaturspreizung ist fachlich richtig? (Sie muss zusammen mit Volumenstrom und Wärmeabnahme beurteilt werden) (!Sie beweist grundsätzlich eine defekte Umwälzpumpe) (!Sie beweist immer einen zu hohen Durchfluss) (!Sie bedeutet grundsätzlich einen defekten Raumfühler)




Welche Aufgabe übernimmt ein Vorlauftemperaturfühler? (Er erfasst eine Temperatur als Eingangswert der Regelung) (!Er bestimmt unmittelbar den Rohrleitungsdurchmesser) (!Er erzeugt den hydraulischen Differenzdruck) (!Er ersetzt den Wärmeerzeuger)




Was bedeutet eine angezeigte laufende Pumpe? (Die Pumpe meldet einen Betriebszustand ohne den Durchfluss jedes Strangs zu beweisen) (!Jeder Heizkörper erhält seinen Auslegungsvolumenstrom) (!Das Rohrnetz ist vollständig frei von Luft) (!Alle Thermostatventile sind vollständig geöffnet)




Was ist bei einer deutlichen Vorlauf Soll-Ist-Abweichung zuerst sinnvoll? (Die Regel- und Wirkungskette systematisch eingrenzen) (!Sofort den Regler als defekt austauschen) (!Grundsätzlich alle Heizkörperventile ersetzen) (!Ohne Prüfung die Temperaturbegrenzung aufheben)




Warum kann ein falsch eingestellter hydraulischer Abgleich Energie verschwenden? (Weil Überversorgung und ungünstige Betriebsbedingungen entstehen können) (!Weil Heizungswasser dadurch grundsätzlich verdampft) (!Weil jede Pumpe dauerhaft ausgeschaltet wird) (!Weil Heizkörper keine Wärme mehr abgeben können)




Wie gehst Du bei einem vermuteten Fehler an Gas oder Abgas sicher vor? (Arbeit stoppen und die zuständige qualifizierte Fachkraft nach Notfallverfahren informieren) (!Sicherheitseinrichtungen testweise außer Kraft setzen) (!Abgasleitungen für einen schnellen Funktionstest öffnen) (!Eigenständig die Gasarmatur verändern)





Memory

Ordne jedem Fachbegriff seine passende Bedeutung zu.

Heizkennlinie Witterungsabhängige Temperaturvorgabe
Volumenstrom Transportierte Flüssigkeitsmenge je Zeiteinheit
Stellglied Technisches Element zur Beeinflussung des Prozesses
Temperaturspreizung Thermischer Unterschied zwischen zwei Messpunkten
Strangregulierung Anpassung hydraulischer Teilstrecken
Fühlerfehler Unzutreffende Messwertrückmeldung





Drag and Drop

Ordne den Begriffen ihre Funktion zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Funktion
Sollwert Angestrebte Regelgröße
Istwert Zurückgemeldeter Prozesswert
Differenzdruck Druckunterschied zwischen Messstellen
Rücklauf Rückführung des abgekühlten Wärmeträgers
Thermostatventil Raumtemperaturabhängige Durchflussbeeinflussung
Mischer Kombination verschiedener Wasserströme





Kreuzworträtsel

Heizkurve Welche Kennlinie ordnet einer Außentemperatur eine Vorlaufsolltemperatur zu?
Mischer Welches Bauteil kombiniert Wasserströme unterschiedlicher Temperatur?
Vorlauf Wie heißt die Leitung vom Wärmeerzeuger zu den Heizflächen?
Thermostat Welches Bauteil reagiert auf die Raumtemperatur?
Sensor Welches Element erfasst eine physikalische Messgröße?
Manometer Welches Instrument zeigt einen Druck an?





LearningApps

Auftrag: Suche eine passende Übung zu Heizungsregelung, Messwerten oder hydraulischem Abgleich und prüfe ihre Aussagen anhand der Fachquellen.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die bedarfsgerechte Verteilung des Heizwassers wird durch den hydraulischen

unterstützt.
Das erwärmte Heizungswasser wird über den

zu den Heizflächen transportiert.
Nach der Wärmeabgabe gelangt es über den

zurück.
Eine Heizkreispumpe erzeugt eine hydraulische

.
Der aktuell angestrebte Wert einer Regelgröße heißt

.
Der gemessene oder zurückgemeldete Wert heißt

.
Die witterungsgeführte Regelung verwendet die

zur Ermittlung der Heizanforderung.
Ein unplausibler Temperaturwert kann auf einen defekten

hinweisen.
Das hydraulische Verhalten hängt unter anderem vom

ab.
Ein Dreiwegeventil kann als

eingesetzt werden.
Eine angezeigte Pumpenfunktion beweist keine ausreichende

aller Heizkörper.
Vor einer Diagnose müssen die aktuellen

berücksichtigt werden.
Die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf heißt

.
Arbeiten an Gasinstallationen erfordern besondere

.
Die Trinkwasserinstallation unterliegt eigenständigen Anforderungen an die

.




Offene Aufgaben

Arbeite auf der jeweiligen Niveaustufe. Reale Anlagen werden nur nach Freigabe und unter fachlicher Aufsicht verwendet.


Leicht – Basisaufgaben

  1. Anlagenschema: Zeichne mit farbigen Pfeilen den Vorlauf und Rücklauf in ein vorgegebenes Heizkreisschema ein.
  2. Messprotokoll: Erstelle eine Tabelle mit den Messwerten des Ausbildungsfalls und kennzeichne Sollwerte und Istwerte.
  3. Heizungsregelung: Gestalte eine Lernkarte mit Regler, Fühler, Stellglied und Regelgröße.
  4. Kundengespräch: Schreibe fünf sachliche Fragen für eine Kundenmeldung über kalte Heizkörper.

Feedbackkriterien: Richtig angeordnete Bauteile, eindeutige Messstellen, vollständige Angaben und keine unbegründete Fehlerbehauptung.


Standard – Anwendungsaufgaben

  1. Fehlerdiagnose: Erstelle für den Ausbildungsfall einen Diagnosebaum mit mindestens zwei möglichen Ursachen und passenden sicheren Prüfungen.
  2. Wärmeleistung: Berechne für 0,30 m³/h und 8 K die näherungsweise Wärmeleistung. Erkläre die Grenzen dieser Rechnung.
  3. Hydraulischer Abgleich: Gestalte ein Vergleichsplakat zur Heizwasserverteilung vor und nach einem fachgerechten Abgleich.
  4. Heizkurve: Vergleiche die Diagnosefälle A und B und begründe, warum unterschiedliche Prüfbereiche vorrangig sind.

Feedbackkriterien: Logische Prüfreihenfolge, nachvollziehbare Berechnung, Berücksichtigung der Anlagenbedingungen und begründete Hypothesen.

Rechenfeedback: 0,30 × 8 × 1,16 ≈ 2,78 kW. Die Rechnung liefert eine Näherung für den beschriebenen Betriebszustand, keinen Nachweis über eine Fehlerursache.


Schwer – Transferaufgaben

  1. Gebäudemodell: Entwirf ein weiteres Hausmodell mit zwei Heizkreisen und unterschiedlichen Heizflächen. Entwickle typische hydraulische und regelungstechnische Fehlerszenarien.
  2. Instandhaltungsstrategie: Entwickle ein Kundendienstprotokoll, das Fehlerhinweise, Messbedingungen, Hypothesen und fachliche Freigaben trennt.
  3. Energieeffizienz: Entwirf eine begründete Optimierungsstrategie für ein Gebäude mit überversorgten und unterversorgten Räumen. Berücksichtige Pumpenbetrieb, Regelung und hydraulischen Abgleich.
  4. Trinkwasserhygiene: Erstelle ein Informationsvideo oder Poster, das Heizkreisoptimierung und sichere Trinkwassererwärmung unterscheidet. Prüfe die aktuell geltenden technischen Anforderungen.

Feedbackkriterien: Berücksichtigung von Wechselwirkungen, plausibler Nachweisführung, Sicherheitsgrenzen, Energieeffizienz und fachlicher Verantwortung.




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Lernkontrolle

Bearbeite die Aufgaben schriftlich oder in einem Fachgespräch. Im Mittelpunkt steht Deine Begründung.

  1. Systemanalyse: Ein Heizkreis erreicht seinen Vorlaufsollwert, doch ein Gebäudeflügel bleibt kalt. Entwickle zwei konkurrierende Hypothesen und nenne für jede eine geeignete Prüfung.
  2. Regelungstechnik: Ein Außentemperaturfühler liefert einen falschen Wert. Erkläre mögliche Auswirkungen auf den Vorlaufsollwert und die Raumtemperatur.
  3. Hydraulik: Ein Betrieb möchte eine Unterversorgung grundsätzlich durch höhere Pumpenleistung beseitigen. Bewerte diese Vorgehensweise hinsichtlich möglicher Wirkungen und Nachteile.
  4. Messmethodik: Zwei Fachkräfte messen an verschiedenen Stellen unterschiedliche Vorlauftemperaturen. Erkläre, weshalb beide Messwerte korrekt sein können und wie eine aussagekräftige Vergleichsmessung geplant wird.
  5. Energieoptimierung: Vergleiche Heizkurvenoptimierung und hydraulischen Abgleich. Erkläre, weshalb sich beide Maßnahmen ergänzen können.
  6. Sicherheitsmanagement: Beim Heizungsservice entsteht zusätzlich ein Verdacht auf eine Störung im Abgassystem. Erkläre, wie sich die fachliche Priorität und das weitere Vorgehen ändern.

Bewertung: Eine gute Antwort beschreibt den Wirkzusammenhang, benennt offene Unsicherheiten und schlägt eine sichere, verhältnismäßige Prüfung vor. Bloße Teilevermutungen ohne Messbezug reichen nicht aus.




Lernnachweis

Abschlussprojekt: Dokumentierte Fehlerdiagnose

Du erhältst ein neues Gebäudemodell mit einem Anlagenschema und einem fiktiven Messprotokoll. Erstelle einen Kundendienstbericht mit folgenden Bestandteilen:

  1. Anlagenverständnis: Markierte Bauteile, Heizkreise, Messstellen und Wirkzusammenhänge.
  2. Messwertanalyse: Soll-Ist-Vergleiche, Temperaturdifferenzen und Betriebsbedingungen.
  3. Diagnose: Einordnung in hydraulische, regelungstechnische oder noch ungeklärte Ursachen.
  4. Hypothesenprüfung: Mindestens zwei mögliche Ursachen und geeignete weitere Nachweise.
  5. Sicherheit: Erforderliche Fachkunde, Freigaben und Abgrenzung gefährlicher Tätigkeiten.
  6. Dokumentation: Nachvollziehbare Schlussfolgerung und offene Fragen für die verantwortliche Fachkraft.
Bewertungsbereich Gewichtung
Messwerte fachlich auswerten 25 %
Wirkzusammenhänge erklären 25 %
Diagnose und Gegenhypothesen begründen 25 %
Sicherheit und Dokumentation 25 %

Erfolgreicher Lernnachweis: Eine schlüssige, überprüfbare Diagnose ohne ungesicherte Behauptungen und ohne gefährliche oder unqualifizierte Handlungsvorschläge.




OERs zum Thema


Wikipedia: Hydraulischer Abgleich


Wikipedia: Heizkurve


Fachquellen und aktuelle Vorschriften

  1. Gebäudeforum klimaneutral: Hydraulischer Abgleich – Grundlagen, Verfahren und Vorgaben. Fachliche Grundlage für die Wärmeverteilung und den hydraulischen Abgleich.
  2. VdZ: Fachregeln und Formulare zum hydraulischen Abgleich. Für Durchführung und Dokumentation maßgebliche Unterlagen prüfen.
  3. Grundfos: Lernreihe Hydraulischer Abgleich. Herstellerschulung als ergänzendes Lernmaterial.
  4. Bosch Home Comfort: Vorlauftemperatur und Heizkurve. Erklärt die Abhängigkeit von der Heizanforderung.
  5. DVGW: Gasinstallation und TRGI. Sicherheitsrelevante technische Regeln für die Gasinstallation.
  6. DVGW: Trinkwasserinstallation und Hygiene. Anforderungen an Trinkwasserinstallationen.
  7. Bundesrecht: Gesetzestext zur Gebäudeenergie und Heizungsoptimierung. Die jeweils geltende Fassung und der konkrete Anwendungsbereich sind vor einer Maßnahme zu prüfen.
  8. Bundesrecht: Trinkwasserverordnung. Aktuelle Anforderungen an die Trinkwasserqualität und Betreiberpflichten prüfen.

Hinweis zum Rechtsstand: Stand der Quellenprüfung: Oktober 2026. Gesetzliche Bestimmungen, Regelwerksausgaben, gegebenenfalls Entwürfe und Herstellerfreigaben müssen vor ihrer praktischen Anwendung aktuell und anlagenbezogen überprüft werden. Dieser Kurs ersetzt keine Fachplanung oder verbindliche Regelwerksprüfung.


Mediennachweise und Nutzungsrechte

Wikimedia Commons: Die folgenden Dateiseiten wurden auf Existenz, Bildinhalt und ausgewiesene Nutzungsbedingungen geprüft. Urhebernennung und Lizenzlinks gehören zur Weiterverwendung.

Medium Urheber Lizenz
Heizkreis Schema.svg -donald-, MatthiasDD CC BY-SA 3.0
Heizkreis Schema Dreiwegemischer.svg MatthiasDD CC BY-SA 4.0
Dreiwegemischer.svg Biezl Gemeinfrei laut Commons-Dateiseite
Blockschaltbild Heizungsregelung detailliert.svg SchmiAlf CC BY 4.0
Heizkurve.png iggy-x CC BY-SA 3.0
Danfoss-Thermostatventil.jpg Rôtkæppchen68 CC BY-SA 3.0
Hydraulischer Abgleich ohne Ra Boe / Wikipedia CC BY-SA 3.0 DE
Hydraulischer Abgleich mit Ra Boe / Wikipedia CC BY-SA 3.0 DE

YouTube-Quellen:

  1. Wilo Deutschland – Zusammenhang zwischen Förderhöhe und Fördermenge
  2. Wilo Deutschland – Veränderung der Regelart
  3. Viessmann – Die Heizkurve richtig einstellen
  4. Grundfos – Hydraulischer Abgleich mit ALPHA2

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Verknüpfte Lernbereiche


Weiterführende Lernfragen

  1. Wie können sich ein hydraulischer Fehler und ein Regelungsfehler gleichzeitig auswirken?
  2. Welche zusätzlichen Messdaten verbessern die Sicherheit einer Fehlerdiagnose?
  3. Warum ist eine ausreichende Vorlauftemperatur allein kein Nachweis für die Wärmeversorgung aller Räume?
  4. Wie wirken Gebäudedämmung, Wärmebedarf und Heizkurveneinstellung zusammen?
  5. Welche Änderungen dürfen erst nach einer dokumentierten Fachprüfung erfolgen?

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