Rohre und Profile von Hand umformen - Schmied


Rohre und Profile von Hand umformen - Schmied
Rohre und Profile von Hand umformen - Schmied
Rohre und Profile von Hand umformen gehört zu den grundlegenden Fertigkeiten in der Ausbildung im Metallbau, in der Konstruktionstechnik und im Schmiedehandwerk. In diesem Lernkurs erfährst Du, wie metallische Halbzeuge durch Biegeumformen dauerhaft in Form gebracht werden, welche Werkzeuge sich für das manuelle Kalt- und Warmbiegen eignen und wie Du typische Fehler wie Knicke, Falten, Risse, Verwindungen oder eine zu starke Ovalisierung vermeidest. Im Mittelpunkt stehen planvolles Arbeiten, Maßhaltigkeit, Werkstoffverständnis, Qualitätssicherung und Arbeitsschutz.

Einleitung
Beim manuellen Umformen werden Kräfte über Hammer, Hebel, Biegegabel, Biegedorn, Biegeform oder handbetätigte Rohrbiegewerkzeuge auf das Werkstück übertragen. Das Ziel ist eine plastische Formänderung: Nach dem Entlasten soll das Werkstück die gewünschte Form weitgehend behalten. Weil metallische Werkstoffe zugleich elastisch reagieren, tritt jedoch eine Rückfederung auf. Deshalb muss der Arbeitsablauf geplant, schrittweise ausgeführt und laufend geprüft werden.
Der Lernkurs richtet sich an Auszubildende. Praktische Arbeiten an erhitzten Werkstücken, offenen Flammen oder kraftbetätigten Einrichtungen dürfen nur nach Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und unter fachkundiger Aufsicht durchgeführt werden.
Lernziele
Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du Rohre und Profile fachgerecht unterscheiden, Kalt- und Warmumformen begründet auswählen, Biegevorgänge vorbereiten, geeignete Werkzeuge und Hilfsmittel zuordnen, die Vorgänge im Werkstoff erklären, einfache Biegelängen bestimmen, Qualitätsfehler erkennen und einen sicheren Arbeitsablauf dokumentieren.
Rohre und Profile als Halbzeuge
Ein Rohr ist ein Hohlkörper mit meist kreisförmigem, quadratischem, rechteckigem oder ovalem Querschnitt. Für das Biegen sind insbesondere Außendurchmesser oder Außenabmessungen, Wanddicke, Werkstoff, Herstellzustand und Längsnahtlage wichtig. Dünnwandige Rohre reagieren empfindlicher auf Querschnittsverformungen als dickwandige Rohre.
Ein Profil besitzt über seine Länge einen gleichbleibenden Querschnitt. Dazu gehören Vollprofile wie Rund-, Vierkant- und Flachstahl sowie offene Profile wie Winkel-, U- oder T-Profile. Auch geschlossene Hohlprofile werden im Werkstattalltag als Profile bezeichnet. Offene und unsymmetrische Profile haben unterschiedliche Widerstände gegen Biegung in ihren Hauptachsen. Deshalb muss die Biegeebene bereits beim Anreißen festgelegt werden.

Wichtige Angaben aus Zeichnung und Arbeitsauftrag
- Werkstoff: Werkstoffbezeichnung, Lieferzustand und Eignung zum Kalt- oder Warmumformen
- Querschnitt: Rohrdurchmesser, Wanddicke, Profilform und Profilabmessungen
- Biegegeometrie: Biegewinkel, Biegeradius, Schenkellängen, Biegeebene und Lage der Biegung
- Toleranz: zulässige Maß-, Form- und Lageabweichungen
- Oberfläche: Anforderungen an Druckstellen, Riefen, Zunder und Beschichtungen
- Prüfung: Messmittel, Schablone, Prüfumfang und Dokumentation
Grundlagen des Biegeumformens
Das Biegen zählt nach der fertigungstechnischen Einteilung zur Hauptgruppe Umformen. In der Umformzone entstehen unterschiedliche Beanspruchungen. Am Außenradius wird der Werkstoff gedehnt; dort wirken Zugspannungen und die Wand kann dünner werden. Am Innenradius wird der Werkstoff gestaucht; dort wirken Druckspannungen und es können Falten entstehen. Zwischen beiden Bereichen liegt die neutrale Faser, deren Längenänderung näherungsweise null ist.
Bei Rohren kann sich der ursprünglich runde Querschnitt zum Oval verändern. Bei Vierkant- und Rechteckrohren können sich die ebenen Wände einziehen oder ausbeulen. Bei offenen Profilen besteht zusätzlich die Gefahr, dass Schenkel ausweichen oder sich der Querschnitt verwindet.

Rückfederung und Überbiegung
Nach dem Wegnehmen der Biegekraft federt das Werkstück elastisch zurück. Die Stärke der Rückfederung hängt unter anderem von Werkstoff, Festigkeit, Querschnitt, Biegeradius, Biegewinkel und Verfahren ab. In der Praxis wird kontrolliert überbogen und anschließend geprüft. Ein pauschaler Zuschlag ist unzuverlässig; für wiederkehrende Arbeiten werden Probebiegungen, Erfahrungswerte oder betriebliche Biegetabellen genutzt.
Vereinfachte Bestimmung der Bogenlänge
Für eine einfache Vorkalkulation kann die Bogenlänge am mittleren Biegeradius berechnet werden:
lB = π · Rm · α / 180°
Dabei ist Rm der mittlere Biegeradius und α der Biegewinkel. Die gestreckte Länge ergibt sich näherungsweise aus den geraden Teilstücken plus Bogenlänge. Bei engen Radien, unsymmetrischen Profilen oder hohen Genauigkeitsanforderungen sind die tatsächliche Lage der neutralen Faser, werkstoffbezogene Korrekturen und Probebiegungen zu berücksichtigen.
Kaltbiegen und Warmbiegen
Beim Kaltbiegen wird unterhalb der für den Werkstoff maßgeblichen Warmumformtemperatur gearbeitet. Vorteile sind eine saubere Oberfläche, geringe Zunderbildung und meist gute Maßkontrolle. Nachteile können hohe Umformkräfte, stärkere Rückfederung, Kaltverfestigung sowie Riss- oder Knickgefahr sein.
Beim Warmbiegen wird die Umformzone gezielt erwärmt. Dadurch sinkt der Umformwiderstand, und größere Querschnitte oder engere Radien lassen sich häufig leichter formen. Dafür entstehen Zunder, Wärmeeinfluss und zusätzliche Gefährdungen. Die Erwärmung muss gleichmäßig und werkstoffgerecht erfolgen. Überhitzung, örtliches Verbrennen und unkontrolliertes Abschrecken können das Werkstück schädigen.

Entscheidungshilfe
- Kaltbiegen: bevorzugt bei geeigneten Werkstoffen, ausreichendem Biegeradius, kleinen bis mittleren Querschnitten und hohen Anforderungen an eine zunderarme Oberfläche
- Warmbiegen: sinnvoll, wenn der Umformwiderstand beim Kaltbiegen zu hoch ist oder Riss- und Knickgefahr durch fachgerechte Erwärmung verringert werden soll
- Vorrichtungsbiegen: geeignet für wiederkehrende Formen, gleichbleibende Radien und bessere Reproduzierbarkeit
- Freies Biegen: geeignet für Einzelstücke und schrittweises Anpassen, erfordert jedoch besonders sorgfältiges Prüfen
Werkzeuge und Hilfsmittel
Typische Werkzeuge sind Amboss mit Horn, Schraubstock mit geeigneten Schonbacken, Biegegabel, Biegeeisen, Biegeplatte mit Steckbolzen, Biegeschablone, Biegeform, Handrohrbieger, Biegezange, Biegefeder, Dorn, Hammer, Schlichthammer, Holz- oder Kunststoffhammer, Zange, Winkelmesser und Konturschablone. Werkzeuge müssen zum Werkstoff und Querschnitt passen. Improvisierte oder beschädigte Hebel, lose Steckbolzen und ungeeignete Verlängerungen sind unzulässig.


Biegeform, Dorn und Füllung
Eine Biegeform stützt den Außenradius und gibt die Kontur vor. Ein Dorn oder eine geeignete Innenabstützung vermindert das Einfallen des Rohrquerschnitts. Biegefedern werden vor allem bei passenden dünnwandigen Rohren eingesetzt. Füllverfahren mit trockenem Füllstoff sind traditionelle Sonderverfahren; sie dürfen nur nach betrieblicher Arbeitsanweisung ausgeführt werden. Feuchtigkeit, unzureichende Entlüftung oder ein vollständig verschlossenes und erhitztes Rohr können einen gefährlichen Druckaufbau verursachen. Geschlossene Hohlräume dürfen niemals unkontrolliert erhitzt werden.

Arbeitsablauf beim manuellen Biegen
- Arbeitsauftrag prüfen: Zeichnung, Maße, Werkstoff, Radius, Winkel, Biegeebene, Toleranz und Stückzahl klären
- Gefährdungen beurteilen: heiße Oberflächen, Quetschstellen, wegschnellende Werkstücke, scharfe Kanten, Lärm, Brandgefahr und Körperhaltung berücksichtigen
- Werkstück vorbereiten: ablängen, entgraten, Oberfläche prüfen und Bezugskanten festlegen
- Anreißen: Biegebeginn, Biegeende, Mittellinie, Biegeebene und Kontrollmaße deutlich kennzeichnen
- Werkzeug auswählen: Biegeform und Hilfsmittel passend zu Querschnitt, Wanddicke und Radius wählen
- Spannen und ausrichten: Werkstück sicher fixieren, empfindliche Oberflächen schützen und Bewegungsraum freihalten
- Umformen: Kraft gleichmäßig einleiten, schrittweise biegen und die Biegeebene kontrollieren
- Zwischenprüfen: Winkel, Radius, Schenkellänge, Ebenheit und Querschnitt laufend mit Lehre oder Schablone prüfen
- Rückfederung ausgleichen: kontrolliert überbiegen, entlasten und erneut messen
- Endkontrolle durchführen: Maße, Oberfläche, Risse, Falten, Ovalisierung, Verdrehung und Funktion beurteilen
Biegen am Amboss und mit der Biegegabel
Vollprofile und dekorative Schmiedeteile werden häufig über dem Ambosshorn, an der Ambosskante oder zwischen den Armen einer Biegegabel geformt. Der Biegebereich wird in kleinen Schritten bearbeitet. Für gleichmäßige Bögen wird das Werkstück während des Biegens kontrolliert weitergeführt. Harte Kerbschläge an nur einer Stelle fördern Knicke und Oberflächenfehler.

Biegen mit Steckbolzen und Schablone
Auf einer Biegeplatte oder Vorrichtung bilden Steckbolzen die Gegenlager. Diese Methode eignet sich für Bögen, Haken, Ösen und wiederkehrende Konturen. Der Bolzendurchmesser und die Lage der Gegenhalter bestimmen den erreichbaren Radius. Eine Schablone erlaubt den direkten Soll-Ist-Vergleich und erhöht die Wiederholgenauigkeit.
Manuelles Rohrbiegen
Beim Handrohrbieger liegt das Rohr in einer zum Außendurchmesser passenden Biegerolle oder Form. Das Rohr wird sauber ausgerichtet, gegen Verdrehen gesichert und mit gleichmäßiger Hebelbewegung um die Form gezogen. Zu kleine oder nicht passende Biegerollen führen leicht zu Druckstellen, Abplattung oder Knicken. Mehrere Biegungen müssen zusätzlich in ihrer Drehstellung zueinander kontrolliert werden.
Typische Fehler und ihre Vermeidung
| Fehler | Erkennungsmerkmal | Häufige Ursache | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|---|
| Knick oder Abplattung | Rohrquerschnitt bricht örtlich ein | Radius zu klein, fehlende Abstützung oder ruckartige Kraft | passende Biegeform, größeren Radius oder Innenabstützung wählen |
| Falten am Innenradius | wellige oder gestauchte Rohrwand | zu hohe Druckbeanspruchung und unzureichende Führung | Radius vergrößern, Werkstück führen und geeignet abstützen |
| Riss am Außenradius | sichtbarer Anriss in der Zugzone | geringe Umformbarkeit, zu enger Radius oder scharfe Kerbe | Werkstoffzustand prüfen, Radius vergrößern und Oberfläche kerbfrei halten |
| Zu großer Winkel nach dem Entlasten | Sollwinkel überschritten | Überbiegung zu stark | in kleineren Schritten arbeiten und Rückfederung ermitteln |
| Zu kleiner Winkel nach dem Entlasten | Werkstück federt zu weit zurück | Überbiegung zu gering | kontrolliert nachbiegen und Erfahrungswert dokumentieren |
| Verwindung | Biegungen liegen nicht in der vorgesehenen Ebene | fehlerhafte Ausrichtung oder unsymmetrische Krafteinleitung | Bezugslinie anreißen, Führung verbessern und häufig zwischenprüfen |
| Starke Ovalisierung | Rundrohr wird deutlich elliptisch | dünne Wand, enger Radius oder ungeeignetes Werkzeug | passende Biegerolle, größeren Radius oder Dorn einsetzen |
Qualität prüfen
Ein brauchbares Werkstück erfüllt nicht nur Winkel und Radius. Prüfe auch Schenkellängen, Parallelität, Ebenheit, Lage mehrerer Biegungen, Querschnittserhalt, Oberflächenzustand und Rissfreiheit. Für Serien oder wiederkehrende Einzelteile sind Prüfschablonen, Grenzmuster und ein dokumentierter Arbeitsablauf besonders hilfreich. Ein Fehler darf nicht durch unkontrolliertes Hin- und Herbiegen „herausgearbeitet“ werden, weil dies Kaltverfestigung und Rissbildung fördern kann.

Das Bild zeigt zum Vergleich ein maschinelles Biegeverfahren. Auch beim Handbiegen gelten dieselben Grundfragen: Wo wird der Querschnitt geführt, wie wird die Kraft eingeleitet und wie bleibt die gewünschte Kontur erhalten?
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
- Persönliche Schutzausrüstung: Schutzbrille, geeignete Arbeitskleidung, Sicherheitsschuhe und je nach Gefährdungsbeurteilung Gehörschutz, Gesichtsschutz und Hitzeschutzausrüstung verwenden
- Werkzeuge prüfen: Hammerstiele, Schlagflächen, Zangen, Biegegabeln, Bolzen und Spannmittel vor der Arbeit kontrollieren
- Werkstück sichern: Quetsch- und Schwenkbereich freihalten, sicheren Stand einnehmen und Werkstücke gegen Herausrutschen sichern
- Heiße Werkstücke kennzeichnen: dunkles Metall kann noch gefährlich heiß sein; sichere Ablage, Zange und betriebliche Kennzeichnung verwenden
- Brand- und Explosionsschutz: brennbare Stoffe entfernen, Lüftung sicherstellen und niemals geschlossene oder unbekannte Hohlkörper erhitzen
- Ergonomie: geeignete Arbeitshöhe wählen, Hebelkräfte körpernah und kontrolliert einleiten und ruckartige Überlastungen vermeiden
- Unterweisung beachten: Betriebsanweisung, Gefährdungsbeurteilung und Anweisungen der ausbildenden Fachkraft haben Vorrang

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit
Sorgfältiges Anreißen, passende Biegeradien und wiederverwendbare Schablonen verringern Ausschuss. Beim Warmbiegen sollte nur der erforderliche Bereich erwärmt werden. Eine gut geplante Reihenfolge mehrerer Biegungen vermeidet unnötiges Umspannen und Nacharbeit. Fehlerteile sind nach Werkstoff zu trennen und dem betrieblichen Recycling zuzuführen. Maßhaltige Biegeteile sparen außerdem zusätzliche Fügeelemente und Schweißnähte.
Praxisbeispiel: Einen Rohrbogen vorbereiten
Aus einem unlegierten Stahlrohr soll ein einfacher Bogen mit vorgegebenem Winkel und Radius entstehen. Du prüfst zuerst Werkstoff, Außendurchmesser, Wanddicke und zulässige Querschnittsverformung. Danach bestimmst Du die Biegelinie, zeichnest die Biegeebene an und wählst eine passende Handbiegevorrichtung. Das Rohr wird vollständig in die Form eingelegt, gegen Verdrehen gesichert und gleichmäßig gebogen. Nach dem Entlasten vergleichst Du den Winkel mit der Vorgabe, korrigierst nur in kleinen Schritten und prüfst den Querschnitt. Das Ergebnis wird mit Messwerten und einer kurzen Fehlerbewertung dokumentiert.
Quellen und fachliche Vertiefung
- Rohrbiegen: Überblick zu Kalt- und Warmbiegen, Biegegeometrie und Rückfederung
- Umformen: Einordnung der Fertigungsverfahren und des Biegeumformens
- Profilstahl: Formen und Eigenschaften von Stahlprofilen
- Ausbildungsordnung Metallbauer: Ausbildungsbezug zum manuellen Umformen von Blechen, Rohren und Profilen
- DGUV Information 209-076: ergänzende Hinweise zu Werkzeugen, Ambossarbeit, Lärm und Ergonomie im Hufbeschlag; betriebliche Regeln bleiben maßgeblich
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Beanspruchung wirkt am Außenradius eines gebogenen Rohres überwiegend? (Zugbeanspruchung) (!Druckbeanspruchung) (!Scherbeanspruchung) (!Torsionsbeanspruchung)
Was beschreibt die neutrale Faser beim Biegen? (Bereich mit annähernd keiner Längenänderung) (!Bereich mit der höchsten Oberflächenhärte) (!Bereich mit vollständiger Werkstofftrennung) (!Bereich mit der stärksten Zunderbildung)
Was ist Rückfederung? (Elastische Formänderung nach dem Entlasten) (!Plastisches Fließen beim Erwärmen) (!Schlagartige Abkühlung im Wasser) (!Entfernen von Zunder mit der Bürste)
Wodurch wird die Ovalisierung eines Rundrohres vermindert? (Durch eine passende Biegeform und Innenabstützung) (!Durch eine scharfe Kerbe an der Biegelinie) (!Durch ruckartiges Biegen ohne Führung) (!Durch mehrfaches Hin und Herbiegen)
Welche Angabe ist für die Wahl des Biegewerkzeugs besonders wichtig? (Querschnitt und Biegeradius) (!Farbe der Werkbank) (!Länge des Hallentors) (!Name des Lieferanten)
Welche Aussage zum Warmbiegen ist richtig? (Die Erwärmung kann den Umformwiderstand verringern) (!Jedes Metall darf beliebig stark erhitzt werden) (!Warmbiegen verhindert grundsätzlich jede Rückfederung) (!Ein geschlossenes Rohr darf gefahrlos erhitzt werden)
Wozu dient eine Biegeschablone? (Zum Prüfen der hergestellten Kontur) (!Zum Härten der Werkstückoberfläche) (!Zum Messen der Werkstoffdichte) (!Zum Entzünden des Schmiedefeuers)
Was ist bei mehreren Rohrbiegungen zusätzlich zu kontrollieren? (Die Drehstellung der Biegeebenen) (!Die Farbe des Anreißwerkzeugs) (!Die Anzahl der Hammerschläge) (!Die Lautstärke des Schraubstocks)
Welche Fehlerzone entsteht typischerweise am Innenradius? (Faltenbildung durch Stauchung) (!Rissbildung nur durch Zug) (!Werkstofftrennung durch Sägen) (!Aufhärtung durch Bohren)
Welche Sicherheitsregel gilt beim Erwärmen von Hohlprofilen? (Geschlossene Hohlräume niemals unkontrolliert erhitzen) (!Hohlprofile vor dem Erwärmen vollständig abdichten) (!Heiße Werkstücke ohne Kennzeichnung ablegen) (!Brennbare Stoffe direkt neben der Feuerstelle lagern)
Memory
| Außenradius | Zugbeanspruchung |
| Innenradius | Druckbeanspruchung |
| Neutrale Faser | Annähernd keine Längenänderung |
| Rückfederung | Elastische Winkeländerung |
| Biegeform | Vorgabe und Abstützung des Radius |
| Biegegabel | Handwerkzeug zur Hebelkraftübertragung |
| Schablone | Kontrolle der Sollkontur |
| Ovalisierung | Verformung eines runden Rohrquerschnitts |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Knick | Örtliches Einfallen des Rohrquerschnitts |
| Falte | Stauchungsfehler am Innenradius |
| Riss | Trennungsbeginn in einer überdehnten Zone |
| Verwindung | Abweichung von der vorgesehenen Biegeebene |
| Rückfederung | Elastische Formänderung nach dem Entlasten |
| Zunder | Oxidschicht nach dem Erwärmen |
Kreuzworträtsel
| Neutralfaser | Wie heißt der Bereich mit annähernd keiner Längenänderung? |
| Biegegabel | Welches gabelförmige Handwerkzeug überträgt Hebelkraft beim Schmieden? |
| Ovalisierung | Wie heißt die unerwünschte elliptische Verformung eines Rundrohres? |
| Schablone | Womit wird eine hergestellte Kontur direkt verglichen? |
| Warmbiegen | Welches Biegeverfahren nutzt eine gezielte Erwärmung der Umformzone? |
| Rueckfederung | Wie heißt die elastische Formänderung nach dem Entlasten? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fachbegriffe erklären: Erstelle acht Karteikarten zu Neutralfaser, Außenradius, Innenradius, Rückfederung, Biegeform, Biegegabel, Ovalisierung und Schablone.
- Fehlerbild skizzieren: Zeichne einen Rohrbogen mit Zugzone, Druckzone, neutraler Faser und einer möglichen Faltenstelle.
- Werkzeugübersicht: Fotografiere oder zeichne vier Biegewerkzeuge aus Deiner Ausbildungswerkstatt und beschreibe ihren sicheren Einsatz.
- Sicherheitsplakat: Gestalte ein Plakat mit den wichtigsten Regeln für heiße Werkstücke, Quetschbereiche und geschlossene Hohlprofile.
Standard
- Arbeitsplan erstellen: Plane die Herstellung eines einfachen 90-Grad-Bogens einschließlich Anreißen, Werkzeugwahl, Zwischenprüfung und Endkontrolle.
- Verfahrensvergleich: Vergleiche Kaltbiegen und Warmbiegen für ein dünnwandiges Rohr und ein massives Vierkantprofil.
- Biegeschablone herstellen: Fertige aus geeignetem Material eine Prüfschablone für einen vorgegebenen Radius und dokumentiere die Maßkontrolle.
- Qualitätsprotokoll: Untersuche drei Biegeteile auf Winkel, Radius, Ebenheit, Oberfläche und Querschnittsverformung und formuliere Freigabekriterien.
Schwer
- Biegevorrichtung planen: Entwickle eine einfache Vorrichtung mit Steckbolzen für eine wiederkehrende Kontur und begründe Bolzenlage, Werkstoff und Sicherheitsabstände.
- Biegefolge optimieren: Plane für ein Werkstück mit drei Biegungen die Reihenfolge so, dass Zugänglichkeit, Biegeebenen und Messbarkeit erhalten bleiben.
- Werkstoffversuch: Vergleiche unter fachkundiger Aufsicht die Rückfederung zweier geeigneter Werkstoffe bei gleicher Geometrie und werte die Messwerte aus.
- Erklärvideo produzieren: Erstelle ein kurzes Ausbildungsvideo, das Vorbereitung, sicheres Biegen, Zwischenprüfung, Fehleranalyse und Endkontrolle zeigt.


Lernkontrolle
- Verfahrensauswahl begründen: Entscheide für drei unterschiedliche Werkstücke, ob Kaltbiegen, Warmbiegen oder eine Vorrichtung sinnvoll ist, und begründe Deine Wahl anhand von Werkstoff, Querschnitt und Radius.
- Fehleranalyse durchführen: Ein Rundrohr ist am Innenradius gefaltet und am Außenradius stark abgeplattet. Entwickle eine Ursachenanalyse und einen verbesserten Arbeitsplan.
- Biegelänge berechnen: Bestimme für einen vorgegebenen mittleren Radius und Winkel die Bogenlänge, ergänze die geraden Schenkel und erläutere die Grenzen der Näherung.
- Sicherheitskonzept erstellen: Formuliere für das Warmbiegen eines Hohlprofils eine kurze Gefährdungsbeurteilung mit technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen.
- Qualitätsentscheidung treffen: Bewerte anhand eines Messprotokolls, ob ein Biegeteil freigegeben, nachgearbeitet oder ausgesondert werden soll, und begründe die Entscheidung.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis sind folgende Leistungen wichtig:
- Fachgerechte Unterscheidung von Rohren, Vollprofilen, offenen Profilen und Hohlprofilen
- Begründete Auswahl von Kalt- oder Warmbiegen sowie geeigneten Werkzeugen
- Vollständiger Arbeitsplan mit Anriss, Biegefolge, Prüfmitteln und Sicherheitsmaßnahmen
- Maß- und Qualitätsprüfung von Winkel, Radius, Schenkellänge, Biegeebene, Oberfläche und Querschnitt
- Fachsprachliche Analyse typischer Fehler und nachvollziehbare Verbesserungsmaßnahmen
- Dokumentation einer praktischen Biegeaufgabe unter Einhaltung der betrieblichen Unterweisung
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