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Reformation und Konfessionen in Baden - Baden-Württemberg

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Reformation und Konfessionen in Baden - Baden-Württemberg



Reformation und Konfessionen in Baden - Baden-Württemberg


Einleitung

Die Reformation veränderte im 16. Jahrhundert Glauben, Politik und Alltag in Europa. Im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg verlief dieser Wandel jedoch keineswegs überall gleich. Das heutige Bundesland existierte damals noch nicht. Stattdessen gab es zahlreiche Herzogtümer, Markgrafschaften, Reichsstädte, Klöster, Bistümer und habsburgische Gebiete. Deshalb konnte ein Ort evangelisch werden, während wenige Kilometer entfernt weiterhin der katholische Glaube bestimmend blieb.

Für die regionale Geschichte ist besonders wichtig: Die Reformation war nicht nur eine Frage persönlicher Überzeugung. Herrscher, Stadträte und politische Bündnisse entschieden häufig mit darüber, welche Konfession sich in einem Gebiet durchsetzte. So entstanden im Südwesten langfristige konfessionelle Unterschiede, deren Spuren noch Jahrhunderte später in Kirchen, Festen, Schulen, Ortsbildern und regionalen Traditionen erkennbar waren.


Lernziele

Du lernst, warum die Reformation im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg regional sehr unterschiedlich verlief. Du kannst die Entwicklungen in Baden-Durlach, Baden-Baden, Württemberg, in ausgewählten Reichsstädten sowie in katholisch gebliebenen Gebieten vergleichen. Außerdem untersuchst Du, wie aus religiösen Entscheidungen dauerhafte politische, gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede entstanden.


Voraussetzungen: Ein politischer Flickenteppich

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörte der deutsche Südwesten zum Heiligen Römischen Reich. Dieses Reich bestand aus vielen Herrschaftsgebieten mit unterschiedlichen Rechten. Ein einheitliches „Baden-Württemberg“ gab es nicht.

Diese politische Zersplitterung erklärt einen großen Teil der späteren konfessionellen Unterschiede. In einem Herzogtum konnte der Landesherr die Reformation fördern, in einer Reichsstadt entschied häufig der Rat gemeinsam mit einflussreichen Bürgern, und in geistlichen Territorien blieben Bischöfe, Äbte oder Klöster wichtige Träger des katholischen Glaubens.

Die Verbreitung reformatorischer Ideen wurde durch den Buchdruck beschleunigt. Schriften von Martin Luther, aber auch Gedanken anderer Reformatoren wie Ulrich Zwingli gelangten in Städte und Territorien des Südwestens. Dabei entstanden unterschiedliche Formen evangelischer Lehre.


Wichtige Begriffe

  1. Reformation: Bewegung zur Erneuerung der Kirche im 16. Jahrhundert, aus der verschiedene evangelische Kirchen hervorgingen.
  2. Konfession: Zugehörigkeit zu einer christlichen Glaubensrichtung, zum Beispiel katholisch, lutherisch oder reformiert.
  3. Konfessionalisierung: Prozess, bei dem sich die Konfessionen organisatorisch, politisch und im Alltag deutlicher voneinander abgrenzten.
  4. Rekatholisierung: Rückführung eines zuvor evangelisch geprägten Gebietes zum katholischen Glauben.
  5. Reichsstadt: Stadt, die unmittelbar dem Kaiser unterstand und dadurch besondere politische Handlungsmöglichkeiten hatte.


Baden: zwei Linien, unterschiedliche Konfessionen

Die Geschichte Badens zeigt besonders deutlich, wie eng Herrschaft und Religion miteinander verbunden waren. Die Markgrafschaft Baden wurde 1535 in die Linien Baden-Durlach und Baden-Baden geteilt. Beide Gebiete entwickelten sich konfessionell unterschiedlich.


Baden-Durlach wird evangelisch

In Baden-Durlach setzte Markgraf Karl II. 1556 eine lutherische Kirchenordnung in Kraft. Damit wurde die Reformation landesherrlich organisiert. Gottesdienst, Pfarrerausbildung, kirchliche Verwaltung und teilweise auch das Schulwesen wurden neu geordnet.

Die Einführung der Reformation bedeutete nicht, dass alle Menschen ihre Überzeugung plötzlich gleichzeitig änderten. Vielmehr wurde eine neue kirchliche Ordnung aufgebaut. Klöster verloren teilweise ihre bisherigen Aufgaben oder wurden aufgehoben, evangelische Geistliche übernahmen Pfarrstellen, und die Verbindung zwischen Landesherrschaft und Kirche wurde enger.

Auch innerhalb Baden-Durlachs blieb die Entwicklung nicht völlig geradlinig. Einzelne Herrscher beschäftigten sich zeitweise mit reformierten, also calvinistisch beeinflussten Vorstellungen. Langfristig blieb Baden-Durlach jedoch überwiegend lutherisch geprägt.


Baden-Baden bleibt beziehungsweise wird wieder katholisch geprägt

Die Linie Baden-Baden durchlief im 16. Jahrhundert mehrere konfessionelle Spannungen und Wechsel. Unter Philipp II. festigte sich jedoch die katholische Ausrichtung. Im 17. Jahrhundert betrieb Markgraf Wilhelm eine entschiedene Rekatholisierung und katholische Konfessionalisierung. Dabei spielten unter anderem die Jesuiten eine wichtige Rolle.

So lagen mit Baden-Durlach und Baden-Baden zwei Gebiete derselben Fürstenfamilie nebeneinander, die dauerhaft unterschiedliche konfessionelle Profile entwickelten. Genau dieser Gegensatz macht deutlich, warum man bei der Reformation im Südwesten immer regional denken muss.


Württemberg: Reformation von oben und Aufbau einer Landeskirche

Im Herzogtum Württemberg führte Herzog Ulrich nach seiner Rückkehr an die Macht 1534 die Reformation ein. Mit der politischen Entscheidung des Herzogs begann eine umfassende Neuordnung der Kirche.

Die Theologen Erhard Schnepf und Ambrosius Blarer wirkten an der frühen Durchführung der Reformation mit. Später prägte besonders Johannes Brenz die württembergische Kirchenordnung. Die neue evangelische Kirche wurde eng mit dem Herzogtum verbunden. Pfarrer wurden kontrolliert, Gemeinden besucht, Schulen gefördert und kirchliche Regeln vereinheitlicht.

Württemberg entwickelte dadurch eine starke lutherische Tradition. In späteren Jahrhunderten wurde außerdem der Pietismus wichtig. Er betonte persönliche Frömmigkeit, Bibellektüre und ein bewusstes religiöses Leben. Dadurch entstand in Teilen Altwürttembergs eine besondere evangelische Prägung.


Reichsstädte: Entscheidungen von Rat und Bürgerschaft

In den Reichsstädten verlief die Reformation anders als in einem Fürstentum. Dort hatte kein Herzog allein das letzte Wort. Stadträte, Prediger, Zünfte und Bürger konnten Einfluss auf Entscheidungen nehmen.


Schwäbisch Hall

In Schwäbisch Hall wirkte Johannes Brenz seit 1522 als Prediger an der Kirche St. Michael. Die Reformation wurde dort schrittweise eingeführt. Brenz verband theologische Veränderungen mit Fragen der städtischen Ordnung und der Armenfürsorge.


Ulm, Reutlingen und Esslingen

Auch Ulm, Reutlingen und Esslingen schlossen sich früh der Reformation an. In Ulm wurde 1530 eine Bürgerbefragung zu einer wichtigen Grundlage für den weiteren reformatorischen Kurs. Der Rat setzte die kirchlichen Veränderungen anschließend um.

Die Beispiele zeigen, dass religiöse Entscheidungen in Reichsstädten oft zugleich politische Entscheidungen waren. Ein evangelischer Kurs konnte die Beziehungen zum Kaiser, zu katholischen Nachbarn und zu anderen Reichsständen verändern.


Konstanz: Reformation und erzwungene Rekatholisierung

Konstanz ist ein besonders spannendes Beispiel für religiösen Wandel. Die Stadt entwickelte sich in den 1520er Jahren zu einem bedeutenden Zentrum der Reformation. Reformatoren wie Ambrosius Blarer wirkten an der Neuordnung des kirchlichen Lebens mit.

1548 änderte sich die Lage grundlegend: Nach einer militärischen Niederlage verlor Konstanz seine Reichsfreiheit und kam unter habsburgische Herrschaft. Die Stadt wurde rekatholisiert. An diesem Beispiel erkennst Du besonders gut, wie stark die Konfession von politischen Machtverhältnissen abhängen konnte.


Katholisch gebliebene Räume

Nicht überall setzte sich die Reformation durch. Große Teile der habsburgischen vorderösterreichischen Gebiete, geistliche Herrschaften und zahlreiche Klosterlandschaften blieben katholisch oder wurden nach vorübergehenden reformatorischen Einflüssen wieder katholisch geprägt.

Freiburg im Breisgau war eng mit den Habsburgern verbunden und blieb ein wichtiges katholisches Zentrum. Die Universität Freiburg spielte dabei ebenfalls eine Rolle.

Auch Teile Oberschwabens blieben durch Klöster, Abteien und katholische Herrschaften geprägt. Klöster waren nicht nur religiöse Orte. Sie besaßen Land, betrieben Schulen, versorgten Arme und Kranke und beeinflussten Kultur und Wirtschaft.


Der Augsburger Religionsfrieden und die Grenzen der Toleranz

Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 regelte das Zusammenleben von katholischen und lutherischen Reichsständen neu. Vereinfacht wird das Prinzip häufig mit „Cuius regio, eius religio“ zusammengefasst: Der Landesherr bestimmte die Konfession seines Territoriums.

Das bedeutete jedoch keine moderne Religionsfreiheit. Einzelne Menschen konnten ihre Konfession nicht überall frei wählen, ohne Konsequenzen zu riskieren. Außerdem wurden reformierte, also calvinistische Bekenntnisse 1555 noch nicht gleichberechtigt anerkannt.

Besonders kompliziert war die Lage in gemischtkonfessionellen Städten. Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde in einigen Reichsstädten die konfessionelle Parität festgeschrieben. Dazu gehörten im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg Biberach an der Riß und Ravensburg.

In Biberach nutzten katholische und evangelische Gläubige sogar dieselbe Stadtpfarrkirche St. Martin. Solche Regelungen zeigen, dass das konfessionelle Zusammenleben nicht nur Trennung, sondern manchmal auch komplizierte Formen des Teilens und Aushandelns hervorbrachte.


Konfessionalisierung: Religion verändert den Alltag

Im späten 16. und 17. Jahrhundert wurden konfessionelle Unterschiede stärker organisiert. Dieser Prozess wird als Konfessionalisierung bezeichnet. Katholische und evangelische Obrigkeiten versuchten, Glauben und Lebensführung der Bevölkerung genauer zu ordnen.

Das betraf Gottesdienste, Feiertage, Schulen, Ehe, Armenfürsorge, Kirchenmusik, Bilder und religiöse Feste. In evangelischen Gebieten gewann die Predigt besonderes Gewicht. In katholischen Regionen förderten Orden, Wallfahrten, Bruderschaften und barocke Kirchenkunst eine erneuerte katholische Frömmigkeit.

Konfession wurde dadurch zu einem Teil regionaler Identität. Man konnte an Kirchenräumen, Festkalendern, Schulordnungen und manchmal sogar an Nachbarorten erkennen, unter welcher Herrschaft und in welcher konfessionellen Tradition eine Gemeinde stand.


Dreißigjähriger Krieg und langfristige Folgen

Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 verschärfte die Verbindung von Religion, Machtpolitik und Krieg. Der Südwesten wurde schwer getroffen. Herrschaften wechselten zeitweise den Besitzer, Truppen besetzten Städte und Dörfer, Menschen flohen, und ganze Regionen verloren einen großen Teil ihrer Bevölkerung.

Der Westfälische Frieden von 1648 stabilisierte viele konfessionelle Verhältnisse. Die religiöse Landkarte blieb dennoch kleinteilig. Evangelische und katholische Gebiete lagen weiterhin eng nebeneinander.


Vom konfessionellen Flickenteppich zum modernen Baden-Württemberg

1771 wurden Baden-Durlach und Baden-Baden unter einer Herrschaft wieder vereinigt. Die Untertanen blieben trotzdem konfessionell unterschiedlich geprägt.

Noch stärker änderte sich die Lage zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Durch Säkularisation und Mediatisierung verschwanden viele kleine Herrschaften. Baden und Württemberg wurden territorial stark vergrößert. Dadurch kamen nun katholische und evangelische Bevölkerungsgruppen in denselben Staaten zusammen.

Im Großherzogtum Baden vereinigten sich 1821 lutherische und reformierte Gemeinden zu einer unierten evangelischen Landeskirche. In Württemberg blieb die evangelische Landeskirche lutherisch geprägt, während die neuen württembergischen Gebiete zugleich große katholische Bevölkerungsgruppen umfassten.

Im 19. und 20. Jahrhundert schwächten Industrialisierung, Mobilität und Wanderungsbewegungen die alten konfessionellen Grenzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkten Flucht und Vertreibung die konfessionelle Durchmischung vieler Orte. Später kamen weitere christliche Kirchen, der Islam, jüdisches Leben und andere Religionsgemeinschaften hinzu. Gleichzeitig nahm die Zahl der Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit zu.

Das 1952 gegründete Land Baden-Württemberg besitzt deshalb heute eine sehr viel vielfältigere religiöse Landschaft als der Südwesten des 16. Jahrhunderts. Trotzdem lassen sich historische Unterschiede teilweise noch erkennen: in Kirchenbauten, Feiertagstraditionen, Ortsgeschichten und regionalen Selbstbildern.


Regionale Unterschiede im Überblick

Raum Entwicklung in der Reformationszeit Langfristige Prägung
Württemberg Reformation ab 1534 unter Herzog Ulrich stark lutherisch, später auch pietistisch geprägt
Baden-Durlach lutherische Kirchenordnung 1556 evangelisch geprägt
Baden-Baden nach konfessionellen Spannungen katholisch konsolidiert katholisch geprägt
Konstanz zunächst reformatorisch, 1548 rekatholisiert katholische Prägung unter habsburgischer Herrschaft
Schwäbisch Hall, Ulm, Reutlingen, Esslingen Reformation durch städtische Entscheidungen überwiegend evangelische Traditionen
Biberach an der Riß gemischtkonfessionelle Entwicklung konfessionelle Parität
Vorderösterreich und viele geistliche Gebiete katholisch geblieben oder rekatholisiert starke katholische Tradition


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Warum verlief die Reformation im Gebiet des heutigen Baden-Württemberg regional so unterschiedlich? (Weil das Gebiet aus vielen selbstständigen Herrschaften und Reichsstädten bestand) (!Weil Baden-Württemberg schon im 16. Jahrhundert ein einheitlicher Staat war) (!Weil nur Klöster über Religion entscheiden durften) (!Weil alle Städte dieselbe Kirchenordnung verwendeten)




Wann führte Herzog Ulrich die Reformation in Württemberg ein? (1534) (!1517) (!1555) (!1648)




Welche Entwicklung kennzeichnet Baden-Durlach besonders? (Einführung einer lutherischen Kirchenordnung im Jahr 1556) (!Dauerhafte Ablehnung jeder evangelischen Lehre) (!Einführung der konfessionellen Parität in allen Orten) (!Übergang an das Bistum Konstanz)




Welche Konfession prägte Baden-Baden langfristig? (Die katholische Konfession) (!Die orthodoxe Konfession) (!Die anglikanische Konfession) (!Eine ausschließlich reformierte Konfession)




Was geschah 1548 in Konstanz? (Die Stadt wurde unter habsburgischer Herrschaft rekatholisiert) (!Die Stadt wurde Hauptstadt Württembergs) (!Die Stadt führte erstmals den Pietismus ein) (!Die Stadt wurde Teil von Baden-Durlach)




Was beschreibt das Prinzip Cuius regio, eius religio vereinfacht? (Der Landesherr bestimmte die Konfession seines Territoriums) (!Jede Person konnte überall frei zwischen allen Religionen wählen) (!Nur der Papst bestimmte alle Reichsstädte) (!Alle Territorien mussten evangelisch werden)




Welche heutige baden-württembergische Stadt war nach 1648 konfessionell paritätisch organisiert? (Biberach an der Riß) (!Pforzheim) (!Tübingen) (!Freiburg im Breisgau)




Was bedeutet Konfessionalisierung? (Die stärkere organisatorische und gesellschaftliche Ausprägung der Konfessionen) (!Die vollständige Abschaffung religiöser Unterschiede) (!Die Gründung des Landes Baden-Württemberg) (!Die Auflösung aller Schulen)




Welche Folge hatten Säkularisation und Mediatisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts? (Größere Staaten vereinigten nun Gebiete mit verschiedenen Konfessionen) (!Alle katholischen Gemeinden verschwanden) (!Baden-Durlach und Baden-Baden wurden erstmals geteilt) (!Alle Reichsstädte wurden wieder selbstständig)




Was ist eine Konfession? (Eine christliche Glaubensrichtung beziehungsweise Bekenntnisgemeinschaft) (!Eine mittelalterliche Steuer) (!Eine Form der Stadtbefestigung) (!Ein militärisches Bündnis)





Memory

Baden-Durlach lutherische Markgrafschaft
Baden-Baden katholische Markgrafschaft
Württemberg Reformation 1534
Konstanz Rekatholisierung 1548
Biberach konfessionelle Parität
Johannes Brenz Reformator in Hall und Württemberg





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Konfessionelle Entwicklung
Baden-Durlach lutherisch geprägte Markgrafschaft
Baden-Baden katholisch konsolidierte Markgrafschaft
Württemberg evangelisch geprägtes Herzogtum
Konstanz rekatholisierte ehemalige Reichsstadt
Biberach paritätische Reichsstadt




...


Kreuzworträtsel

Durlach Welche badische Linie führte 1556 eine lutherische Kirchenordnung ein?
Brenz Wie lautet der Nachname des Reformators Johannes, der in Hall und Württemberg wirkte?
Konstanz Welche Bodenseestadt wurde 1548 rekatholisiert?
Biberach Welche Reichsstadt wurde für konfessionelle Parität bekannt?
Freiburg Welche Stadt im Breisgau blieb ein wichtiges katholisches Zentrum?
Parität Wie heißt die gleichberechtigte Beteiligung zweier Konfessionen mit einem Wort?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Das heutige Baden-Württemberg bestand im 16. Jahrhundert aus vielen verschiedenen

. Herzog Ulrich führte die Reformation in Württemberg im Jahr

ein. In Baden-Durlach erließ Karl II. eine lutherische Kirchenordnung im Jahr

. Baden-Baden entwickelte langfristig eine

Prägung. Konstanz wurde nach dem Ende seiner reformatorischen Phase im Jahr 1548

. In Reichsstädten konnten neben Predigern besonders Stadträte und

Einfluss auf den konfessionellen Kurs nehmen. Der Augsburger Religionsfrieden stärkte die konfessionelle Entscheidungsmacht der

. Der Prozess der stärkeren religiösen und gesellschaftlichen Abgrenzung wird

genannt. Durch Säkularisation und Mediatisierung entstanden im 19. Jahrhundert größere Staaten mit konfessionell stärker

Bevölkerung. Im modernen Baden-Württemberg wurden die historischen Grenzen durch Mobilität, Migration und religiöse

weiter abgeschwächt.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Konfessionskarte: Zeichne eine vereinfachte Karte des heutigen Baden-Württemberg und markiere Württemberg, Baden-Durlach, Baden-Baden, Konstanz und Biberach mit ihrer historischen konfessionellen Entwicklung.
  2. Kirchenvergleich: Suche zwei Kirchen aus Deiner Region und beschreibe, welche Hinweise ihre Architektur oder Ausstattung auf katholische oder evangelische Traditionen geben.
  3. Begriffskarten: Gestalte Lernkarten zu Reformation, Konfession, Konfessionalisierung und Rekatholisierung und erkläre jeden Begriff mit einem regionalen Beispiel.
  4. Zeitstrahl: Erstelle einen Zeitstrahl von 1517 bis 1821 und ordne mindestens acht Ereignisse aus dem aiMOOC sinnvoll ein.


Standard

  1. Regionalgeschichte: Recherchiere die Reformationsgeschichte Deines Wohnortes oder eines nahegelegenen Ortes und stelle die Ergebnisse auf einer Seite mit Karte, Bildern und Quellen vor.
  2. Städtevergleich: Vergleiche Ulm und Konstanz. Erkläre, warum beide Städte reformatorische Entwicklungen erlebten, aber langfristig unterschiedliche konfessionelle Wege gingen.
  3. Herrschaft und Religion: Entwickle ein Schaubild, das zeigt, wie Landesherren, Stadträte, Prediger und Bevölkerung auf religiöse Entscheidungen Einfluss nehmen konnten.
  4. Quellenanalyse: Suche eine historische Kirchenordnung, Predigt, Ratsentscheidung oder Bildquelle aus dem Südwesten und untersuche, welche Vorstellungen von Glauben und Ordnung darin sichtbar werden.


Schwer

  1. Historische Exkursion: Plane eine Exkursion zu mindestens drei Orten in Baden-Württemberg, an denen unterschiedliche konfessionelle Entwicklungen sichtbar werden. Begründe die Auswahl fachlich.
  2. Podcast Reformation im Südwesten: Produziere einen Podcast, in dem Du die These prüfst, dass politische Grenzen für die Reformation im Südwesten wichtiger waren als heutige Landesgrenzen.
  3. Konfession und Identität: Führe Interviews mit einem Museum, einer Kirchengemeinde oder einem Stadtarchiv und untersuche, ob historische Konfessionsgrenzen heute noch im regionalen Selbstbild vorkommen.
  4. Historisches Urteil: Verfasse eine begründete Stellungnahme zur Frage, ob der Augsburger Religionsfrieden eher ein Fortschritt für das Zusammenleben oder vor allem eine Stärkung der Herrschaftsrechte war.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Vergleich Baden und Württemberg: Erkläre anhand von mindestens drei Kriterien, warum die Reformation in Baden-Durlach, Baden-Baden und Württemberg zu unterschiedlichen Ergebnissen führte.
  2. Fallanalyse Konstanz: Zeige am Beispiel Konstanz, wie sich politische Machtverhältnisse auf religiöse Entwicklungen auswirken konnten.
  3. Transfer Reichsstadt: Stell Dir vor, Du bist Mitglied eines Stadtrats um 1530. Entwickle Argumente für und gegen die Einführung der Reformation und berücksichtige religiöse, soziale und politische Folgen.
  4. Konfessionalisierung im Alltag: Erkläre an drei selbst gewählten Lebensbereichen, wie Konfessionalisierung den Alltag einer Familie im 17. Jahrhundert beeinflussen konnte.
  5. Karteninterpretation: Vergleiche eine historische Territorialkarte mit einer späteren Konfessionskarte und erkläre, welche langfristigen Zusammenhänge zwischen Herrschaft und Religion erkennbar werden.
  6. Religiöser Wandel: Begründe, warum die konfessionelle Landkarte Baden-Württembergs im 20. und 21. Jahrhundert weniger eindeutig wurde, obwohl ältere regionale Prägungen nicht vollständig verschwanden.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Daten kennst, sondern regionale Entwicklungen erklären und vergleichen kannst.

  1. Du kannst erklären, warum das heutige Baden-Württemberg im 16. Jahrhundert politisch zersplittert war.
  2. Du kannst die konfessionellen Entwicklungen von Baden-Durlach, Baden-Baden und Württemberg unterscheiden.
  3. Du kannst mindestens zwei Reichsstädte mit unterschiedlichen Reformationsverläufen vergleichen.
  4. Du kannst die Begriffe Reformation, Konfessionalisierung, Rekatholisierung, Parität und Säkularisation fachgerecht verwenden.
  5. Du kannst den Zusammenhang zwischen politischer Herrschaft und konfessioneller Entwicklung erklären.
  6. Du kannst historische Karten, Bilder oder Texte als Quellen auswerten und daraus ein begründetes Urteil entwickeln.
  7. Du kannst erklären, warum alte Konfessionsgrenzen im modernen Baden-Württemberg teilweise fortwirken, aber zugleich durch gesellschaftlichen Wandel verändert wurden.




OERs zum Thema


Regionale Vertiefung

  1. LEO-BW: Reformation und Bauernkrieg
  2. LEO-BW: Markgrafschaft Baden
  3. Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Reformation in Ulm
  4. Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Johannes Brenz und die Reformation


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