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Propaganda - Gemeinschaftskunde 1

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Propaganda - Gemeinschaftskunde 1




Propaganda - Gemeinschaftskunde

Propaganda begegnet Dir in Plakaten, Reden, Nachrichten, Filmen, Memes und sozialen Netzwerken. Sie versucht, Einstellungen, Gefühle oder Verhalten gezielt zu beeinflussen. Dieser aiMOOC zeigt Dir, wie Propaganda funktioniert, wie sie sich von Information und Desinformation unterscheidet und wie Du politische Botschaften kritisch prüfst.

Hinweis: Historische Propagandabilder werden hier ausschließlich zur kritischen Analyse gezeigt. Ihre Darstellung bedeutet keine Zustimmung zu ihren Aussagen.


Einleitung

Propaganda ist eine Form gezielter politischer Kommunikation. Sie stellt ein Thema meist einseitig dar und verfolgt ein bestimmtes Interesse. Dabei kann sie wahre, falsche oder aus dem Zusammenhang gerissene Informationen verwenden.

Propaganda will häufig nicht nur sachlich überzeugen. Sie spricht Gefühle an, wiederholt einfache Botschaften und teilt die Welt in klare Gruppen ein. Besonders wirksam kann sie werden, wenn viele Menschen dieselbe Botschaft gleichzeitig sehen oder hören.

Am Ende dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. Propaganda erkennen: Du benennst typische Merkmale und Methoden.
  2. Medienanalyse: Du untersuchst Bilder, Sprache, Quellen und Absichten.
  3. Desinformation: Du unterscheidest falsche Information von einseitiger Beeinflussung.
  4. Demokratie: Du erklärst, warum Pressefreiheit und Meinungsvielfalt wichtig sind.
  5. Urteilsbildung: Du entwickelst ein begründetes eigenes Urteil.


Grundbegriffe


Was ist Propaganda?

Der Begriff geht auf das lateinische Wort propagare zurück. Es bedeutet ungefähr ausbreiten oder verbreiten. Heute bezeichnet Propaganda meist den planmäßigen Versuch, das Denken, Fühlen oder Handeln von Menschen im Sinne eines politischen, religiösen oder weltanschaulichen Ziels zu beeinflussen.

Typische Merkmale sind:

  1. Einseitigkeit: Bestimmte Informationen werden hervorgehoben, andere werden weggelassen.
  2. Emotionalisierung: Angst, Stolz, Wut, Hoffnung oder Schuld werden gezielt angesprochen.
  3. Wiederholung: Kurze Aussagen und Slogans erscheinen immer wieder.
  4. Vereinfachung: Komplexe Probleme werden auf einfache Ursachen und Lösungen reduziert.
  5. Handlungsziel: Das Publikum soll etwas glauben, unterstützen, ablehnen oder tun.

Propaganda muss nicht vollständig erfunden sein. Auch wahre Informationen können propagandistisch eingesetzt werden, wenn sie bewusst ausgewählt, zugespitzt oder ohne wichtigen Zusammenhang präsentiert werden.


Information, Werbung und Desinformation

Begriff Hauptziel Typisches Merkmal
Information Möglichst verständlich über einen Sachverhalt berichten Quellen, Zusammenhänge und Unsicherheiten werden offengelegt
Politische Überzeugung Für eine Position werben Argumente können offen diskutiert und kritisiert werden
Werbung Aufmerksamkeit, Kauf oder Nutzung fördern Positive Darstellung eines Produkts oder Angebots
Propaganda Einstellungen und Verhalten gezielt in eine bestimmte Richtung lenken Einseitigkeit, starke Gefühle, Wiederholung und klare Feindbilder
Desinformation Menschen absichtlich mit falschen oder irreführenden Angaben täuschen Täuschungsabsicht steht im Mittelpunkt
Misinformation Falsche Angaben werden ohne Täuschungsabsicht weitergegeben Irrtum, Missverständnis oder ungeprüftes Teilen

Nicht jede politische Aussage ist Propaganda. In einer Demokratie gehören Interessen, Streit und Werbung für politische Ziele zum öffentlichen Leben. Entscheidend ist, ob eine Botschaft offen begründet wird oder ob sie Menschen durch Täuschung, Druck und einseitige Darstellung lenken soll.


Warum kann Propaganda wirken?

Menschen können nicht jede Information vollständig prüfen. Deshalb nutzen wir Erfahrungen, Gefühle und schnelle Einschätzungen. Propaganda versucht, genau diese Abkürzungen auszunutzen.

Eine Botschaft wirkt oft stärker, wenn sie:

  1. leicht verständlich ist,
  2. häufig wiederholt wird,
  3. an eine Gruppe oder Identität anknüpft,
  4. starke Gefühle auslöst,
  5. von einer bekannten Person verbreitet wird,
  6. scheinbar von sehr vielen Menschen unterstützt wird.

Das bedeutet nicht, dass Menschen willenlos sind. Bildung, unterschiedliche Informationsquellen, Diskussion und Zeit zum Nachdenken stärken die eigene Urteilsfähigkeit.


Methoden der Propaganda


Sprache und Gefühle

Methode Woran erkennst Du sie? Kritische Frage
Emotionalisierung Angst, Wut, Stolz, Mitleid oder Schuld stehen im Mittelpunkt Welche Gefühle soll ich haben?
Schlagwort und Slogan Eine kurze Aussage wird leicht merkbar wiederholt Welche Erklärung fehlt hinter dem Satz?
Framing Wörter geben einem Thema einen bestimmten Deutungsrahmen Welche anderen Begriffe wären möglich?
Euphemismus Problematische Vorgänge werden beschönigt Was wird sprachlich verharmlost?
Abwertung Personen oder Gruppen erhalten beleidigende oder entmenschlichende Bezeichnungen Wird über Argumente oder über Menschen gesprochen?


Bilder, Symbole und Inszenierung

Bilder wirken schnell. Farben, Kamerawinkel, Musik, Fahnen, Uniformen oder große Menschenmengen können Stärke, Einheit oder Bedrohung vermitteln. Ein Bild zeigt jedoch immer nur einen Ausschnitt.

Das bekannte Rekrutierungsplakat spricht die betrachtende Person direkt an. Der Zeigefinger, der Blick und das Wort You erzeugen persönlichen Handlungsdruck.

Dieses britische Plakat aus dem Ersten Weltkrieg arbeitet mit einer vorgestellten Frage der eigenen Kinder. Es verbindet Kriegsdienst mit Scham, Verantwortung und Anerkennung.


Typische Strategien

  1. Feindbild: Eine Gruppe wird als gefährlich, minderwertig oder schuldig dargestellt.
  2. Sündenbock: Eine Person oder Gruppe erhält die Verantwortung für viele Probleme.
  3. Wir-gegen-sie-Denken: Die eigene Gruppe erscheint gut und geschlossen, die andere schlecht.
  4. Mitläufereffekt: Die Botschaft behauptet, alle vernünftigen Menschen seien bereits überzeugt.
  5. Autoritätsargument: Eine berühmte Person oder Institution soll eine Behauptung glaubwürdig machen.
  6. Auswahl von Fakten: Passende Angaben werden gezeigt, widersprechende Angaben fehlen.
  7. Scheinbeweis: Zahlen, Diagramme oder Zitate wirken wissenschaftlich, sind aber unvollständig.
  8. Quellenangriff: Kritik wird nicht beantwortet, sondern die Quelle pauschal abgewertet.
  9. Dauernde Wiederholung: Eine Behauptung wird durch Häufigkeit vertraut.
  10. Handlungsdruck: Das Publikum soll sofort reagieren und nicht in Ruhe prüfen.


Historische Beispiele


Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg wurden Plakate, Zeitungen, Fotos, Filme und öffentliche Reden für die Kriegspropaganda genutzt. Staaten wollten Soldaten gewinnen, Geld sammeln, Opferbereitschaft fördern und den Gegner abwerten.

Solche Plakate verbanden politische Ziele mit dramatischen Bildern. Für eine Analyse musst Du deshalb Bild, Text, Urheber, Zielgruppe und historischen Zusammenhang gemeinsam untersuchen.


Nationalsozialistische Diktatur

In der nationalsozialistischen Diktatur waren Propaganda und Zensur eng miteinander verbunden. Das Regime kontrollierte große Teile der Öffentlichkeit, schaltete oppositionelle Medien aus und inszenierte Reden, Aufmärsche, Rundfunk, Film und Massenveranstaltungen.

Die nationalsozialistische Propaganda verbreitete rassistische und antisemitische Feindbilder. Sie trug dazu bei, Ausgrenzung, Verfolgung und Gewalt vorzubereiten und zu rechtfertigen. Propaganda allein erklärt die Verbrechen der Diktatur jedoch nicht. Auch Herrschaft, Terror, Gesetze, Mitwirkung, Vorteile und gesellschaftliche Bedingungen müssen untersucht werden.


Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs nutzten verschiedene Kriegsparteien Propaganda. Botschaften sollten Durchhaltewillen fördern, Geheimhaltung verlangen, den Gegner entmenschlichen oder die eigene Politik rechtfertigen.

Das britische Plakat Keep Calm and Carry On setzt auf eine sehr kurze Botschaft, ein Staatssymbol und eine ruhige Gestaltung. Es sollte in einer erwarteten Krisensituation Zuversicht und Disziplin fördern.

Auch Warnungen vor gegnerischer Propaganda können selbst Teil politischer Kommunikation sein. Deshalb gilt: Nicht nur die sichtbare Aussage, sondern auch der Absender und das Ziel müssen geprüft werden.


Kalter Krieg

Im Kalten Krieg standen sich politische Systeme und Machtblöcke gegenüber. Filme, Plakate, Rundfunkprogramme, Kultur, Sport und Nachrichten wurden genutzt, um das eigene System positiv und das andere negativ darzustellen.

Das Marshallplan-Plakat zeigt europäische Flaggen als Segel eines gemeinsamen Schiffes. Die Bildsprache verbindet Zusammenarbeit, Bewegung und Zukunftshoffnung.

Das Titelbild des US-amerikanischen Propagandacomics Is This Tomorrow arbeitet mit Angst vor einer kommunistischen Machtübernahme. Dramatische Farben und Gefahrensymbole ersetzen eine differenzierte politische Analyse.


Propaganda in unterschiedlichen Gesellschaften

Propaganda ist nicht auf eine bestimmte Region oder politische Richtung begrenzt. Besonders umfassend kann sie in Diktaturen wirken, weil freie Medien, Opposition und offene Kritik eingeschränkt sind. Aber auch demokratische Regierungen, Parteien, Bewegungen oder Interessengruppen können einseitige und emotionalisierende Kommunikation verwenden.

Für die Analyse ist es deshalb besser, konkrete Merkmale zu prüfen, statt nur die Kommunikation der politischen Gegenseite als Propaganda zu bezeichnen.


Propaganda im digitalen Raum

Digitale Medien verändern die Geschwindigkeit und Reichweite politischer Botschaften. Inhalte können in wenigen Minuten millionenfach geteilt, verändert und neu zusammengesetzt werden.

Zu den wichtigen Formen gehören:

  1. Meme: Ein leicht teilbares Bild verbindet Humor, Gefühl und politische Aussage.
  2. Kurzvideo: Musik, Schnitt und persönliche Ansprache verdichten eine Botschaft.
  3. Influencer: Politische Inhalte erscheinen als persönliche Empfehlung.
  4. Social Bot: Automatisierte Konten können Beiträge verbreiten oder Aktivität vortäuschen.
  5. Deepfake: Künstlich erzeugte Bild-, Ton- oder Videoinhalte können echte Aufnahmen nachahmen.
  6. Microtargeting: Verschiedene Zielgruppen erhalten unterschiedliche politische Botschaften.
  7. Koordinierte Kampagne: Viele Konten verbreiten abgestimmte Inhalte oder Schlagwörter.

Nicht jeder häufig geteilte Beitrag ist Propaganda. Auch ein Algorithmus verfolgt nicht automatisch ein politisches Ziel. Er kann jedoch emotionale und erfolgreiche Inhalte stärker sichtbar machen. Dadurch können propagandistische Botschaften zusätzliche Reichweite erhalten.


Echokammer und Filterblase

Eine Filterblase beschreibt eine Auswahl von Inhalten, die zum Beispiel durch Personalisierung entsteht. Eine Echokammer entsteht, wenn ähnliche Ansichten innerhalb einer Gruppe ständig bestätigt und Gegenpositionen abgewertet oder ausgeschlossen werden.

Beide Begriffe sind nicht identisch. Sie helfen aber dabei, über begrenzte Informationsräume nachzudenken. Du solltest prüfen, ob Du regelmäßig unterschiedliche seriöse Quellen nutzt.


Desinformation und künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz kann Texte, Bilder, Stimmen und Videos erzeugen. Das erleichtert kreative Arbeit, kann aber auch für Täuschung eingesetzt werden. Ein realistisches Aussehen ist deshalb kein Beweis für Echtheit.

Wichtige Prüfschritte sind:

  1. Suche nach der ursprünglichen Veröffentlichung.
  2. Prüfe Datum, Ort, Urheber und vollständigen Zusammenhang.
  3. Vergleiche mehrere voneinander unabhängige Quellen.
  4. Achte auf unnatürliche Details, aber verlasse Dich nicht nur auf Dein Auge.
  5. Suche nach Bestätigungen durch seriöse Medien oder Fachstellen.
  6. Teile zweifelhafte Inhalte nicht vorschnell weiter.


Propaganda erkennen und prüfen


Der STOPP-Check

S – Stoppen: Teile eine starke Botschaft nicht sofort. Nimm Dir Zeit.

T – Träger prüfen: Wer veröffentlicht den Inhalt? Welche Interessen könnten bestehen?

O – Original suchen: Wo erschien das Bild, Video oder Zitat zuerst?

P – Perspektiven vergleichen: Wie berichten andere seriöse Quellen über dasselbe Thema?

P – Prüfen und begründen: Welche Belege gibt es? Welche Angaben fehlen? Ist Dein Urteil nachvollziehbar?


Leitfragen für eine Medienanalyse

Bereich Leitfragen
Absender Wer hat die Botschaft erstellt, bezahlt oder verbreitet?
Zielgruppe Wen soll die Botschaft erreichen?
Ziel Was soll das Publikum denken, fühlen oder tun?
Sprache Welche Schlagwörter, Wertungen oder Feindbilder werden verwendet?
Bild Welcher Ausschnitt, welche Farben und welche Symbole wurden gewählt?
Belege Sind Quellen überprüfbar und vollständig?
Auslassungen Welche Informationen oder Perspektiven fehlen?
Kontext Wann, wo und unter welchen Bedingungen entstand der Inhalt?
Wirkung Welche Gefühle löst der Inhalt bei Dir aus?


Propaganda und Demokratie

Eine Demokratie braucht Bürgerinnen und Bürger, die sich aus unterschiedlichen Quellen informieren und politische Aussagen prüfen können. Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, unabhängiger Journalismus, Wissenschaft, Opposition und eine vielfältige Zivilgesellschaft erschweren die vollständige Kontrolle der Öffentlichkeit.

Politische Bildung soll nicht selbst zur Propaganda werden. Der Beutelsbacher Konsens nennt dafür drei wichtige Grundsätze:

  1. Überwältigungsverbot: Lernende dürfen nicht zu einer gewünschten Meinung gedrängt werden.
  2. Kontroversitätsgebot: Was in Politik und Wissenschaft kontrovers ist, soll auch im Unterricht kontrovers erscheinen.
  3. Interessenorientierung: Lernende sollen politische Situationen und ihre eigenen Interessen analysieren können.

Diese Grundsätze bedeuten nicht, dass jede Behauptung gleich gut begründet ist. Menschenwürde, Grundrechte und überprüfbare Tatsachen müssen berücksichtigt werden. Eine demokratische Debatte braucht Freiheit und Verantwortung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein zentrales Ziel von Propaganda? (Denken Fühlen oder Handeln gezielt beeinflussen) (!Alle Informationen vollständig darstellen) (!Politische Interessen grundsätzlich vermeiden) (!Nur wissenschaftliche Fachbegriffe erklären)




Wodurch unterscheidet sich Desinformation besonders von Misinformation? (Desinformation wird mit Täuschungsabsicht verbreitet) (!Desinformation enthält immer nur Bilder) (!Misinformation stammt ausschließlich von Regierungen) (!Misinformation kann niemals falsch sein)




Welche Methode spricht gezielt Angst Wut oder Stolz an? (Emotionalisierung) (!Quellenvergleich) (!Chronologie) (!Neutralisierung)




Was bedeutet Framing? (Ein Thema wird durch einen bestimmten Deutungsrahmen dargestellt) (!Eine Quelle wird vollständig abgeschrieben) (!Ein Video wird technisch verkürzt) (!Eine Wahl wird geheim durchgeführt)




Welche Frage hilft beim Prüfen einer politischen Botschaft besonders? (Wer verbreitet sie mit welchem Interesse) (!Wie viele Farben enthält das Bild) (!Ist der Text besonders kurz) (!Wurde die Botschaft am Morgen veröffentlicht)




Welcher Grundsatz schützt Lernende vor politischer Überrumpelung? (Überwältigungsverbot) (!Mehrheitszwang) (!Werbegebot) (!Geheimhaltungsprinzip)




Welche Medien wurden bereits im Ersten Weltkrieg für Propaganda genutzt? (Plakate Zeitungen Filme und Reden) (!Nur private Messenger) (!Nur Computerspiele) (!Ausschließlich Satellitenfernsehen)




Was kennzeichnet eine Echokammer? (Ähnliche Ansichten bestätigen sich innerhalb einer Gruppe) (!Alle politischen Positionen erhalten gleich viel Raum) (!Jede Nachricht wird automatisch wissenschaftlich geprüft) (!Inhalte können nicht weitergeleitet werden)




Warum kann auch eine wahre Information propagandistisch sein? (Sie kann einseitig ausgewählt und zugespitzt werden) (!Wahre Informationen haben niemals einen Zusammenhang) (!Propaganda besteht immer nur aus erfundenen Zahlen) (!Wahrheit und politische Kommunikation schließen sich aus)




Wie reagierst Du sinnvoll auf einen stark emotionalen Beitrag? (Anhalten Quelle und Kontext prüfen) (!Sofort teilen) (!Nur die Überschrift lesen) (!Alle Gegenargumente blockieren)





Memory

Emotionalisierung Gezieltes Auslösen starker Gefühle
Framing Deutungsrahmen durch Wortwahl
Sündenbock Gruppe mit pauschaler Schuldzuweisung
Wiederholung Häufiges Verbreiten derselben Botschaft
Desinformation Absichtlich irreführende Information
Zensur Kontrolle oder Unterdrückung von Veröffentlichungen
Echokammer Gegenseitige Bestätigung ähnlicher Ansichten
Quellencheck Prüfung von Urheber Belegen und Kontext





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Emotionalisierung Angst Wut Stolz oder Hoffnung gezielt ansprechen
Framing Einen politischen Deutungsrahmen durch Sprache setzen
Mitläufereffekt Zustimmung mit einer angeblichen Mehrheit begründen
Feindbild Eine Gruppe pauschal als gefährlich darstellen
Desinformation Absichtlich falsche oder irreführende Angaben verbreiten
Quellenprüfung Absender Original Kontext und Belege untersuchen






Kreuzworträtsel

Propaganda Wie heißt die gezielte einseitige Beeinflussung politischer Einstellungen?
Framing Wie nennt man einen sprachlichen Deutungsrahmen?
Emotion Was wird durch Angst Hoffnung oder Stolz angesprochen?
Zensur Wie heißt die staatliche Kontrolle oder Unterdrückung von Veröffentlichungen?
Quelle Was musst Du bei einer Behauptung zuerst auf Herkunft und Glaubwürdigkeit prüfen?
Pluralismus Wie heißt die Vielfalt gesellschaftlicher Interessen und Meinungen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Propaganda versucht Einstellungen Gefühle oder Verhalten gezielt zu

. Eine typische Methode ist die starke Ansprache von

. Beim Framing erhält ein Thema einen bestimmten sprachlichen

. Absichtlich verbreitete irreführende Angaben heißen

. Eine Echokammer kann ähnliche Ansichten immer wieder

. Der erste Schritt des STOPP-Checks ist das bewusste

. In einer Demokratie schützt die

unabhängigen Journalismus. Politische Bildung darf Lernende nach dem Überwältigungsverbot nicht zu einer Meinung

. Bei jeder Medienanalyse solltest Du Absender Zielgruppe Belege und

prüfen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Slogan-Analyse: Suche einen politischen Slogan und erkläre in fünf Sätzen, welche Gefühle und Handlungen er ansprechen soll.
  2. Plakat untersuchen: Wähle ein historisches Propagandaplakat aus dem aiMOOC und markiere Blickführung, Farben, Symbole und Zielgruppe.
  3. Begriffe erklären: Erstelle sechs Lernkarten zu Propaganda, Framing, Desinformation, Zensur, Echokammer und Quellencheck.
  4. Quellenvergleich: Vergleiche zwei Überschriften zum gleichen politischen Thema und beschreibe ihre unterschiedliche Wirkung.


Standard

  1. Nachrichtenprüfung: Prüfe einen verbreiteten Social-Media-Beitrag mit dem STOPP-Check und dokumentiere jeden Schritt.
  2. Propaganda-Tagebuch: Sammle eine Woche lang Beispiele politischer Beeinflussung und ordne sie nach Methoden.
  3. Podcast gestalten: Produziere einen drei- bis fünfminütigen Podcast darüber, wie Jugendliche Propaganda erkennen können.
  4. Interview führen: Befrage eine Journalistin, einen Lehrer oder eine Medienpädagogin zu Quellenprüfung und politischer Verantwortung.


Schwer

  1. Historischer Vergleich: Vergleiche ein Propagandaplakat aus dem Ersten Weltkrieg mit einem heutigen politischen Kurzvideo.
  2. Kampagnenanalyse: Untersuche eine politische Kampagne nach Absender, Zielgruppe, Kanälen, Sprache, Bildern, Auslassungen und Wirkung.
  3. Unterrichtsprojekt: Entwickle eine Unterrichtsstunde, die Propaganda analysiert und zugleich das Überwältigungsverbot beachtet.
  4. Erklärvideo produzieren: Erstelle ein sachliches Erklärvideo über Propagandatechniken und belege alle verwendeten Beispiele mit überprüfbaren Quellen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fallanalyse: Du erhältst einen politischen Beitrag ohne Quellenangabe. Entwickle einen Prüfplan und begründe die Reihenfolge Deiner Schritte.
  2. Wirkungsvergleich: Vergleiche zwei Darstellungen desselben Konflikts und erkläre, wie Auswahl, Sprache und Bildausschnitt unterschiedliche Urteile fördern.
  3. Demokratiebezug: Erkläre an einem Beispiel, wie freie Medien Propaganda begrenzen können und welche Probleme trotzdem bleiben.
  4. Grenzfall beurteilen: Entscheide bei einer emotionalen Wahlkampfbotschaft, ob sie legitime Überzeugung, Werbung oder Propaganda ist. Begründe mit Kriterien.
  5. Transfer auf KI: Beschreibe, wie ein künstlich erzeugtes Video propagandistisch genutzt werden könnte und wie eine Schule darauf reagieren sollte.
  6. Politische Bildung: Entwickle Regeln für eine kontroverse Unterrichtsdiskussion, die weder manipuliert noch falsche Behauptungen unkritisch gleichbehandelt.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:

  1. Du erklärst den Begriff Propaganda in eigenen Worten.
  2. Du grenzt Propaganda, Werbung, Information, Desinformation und Misinformation voneinander ab.
  3. Du erkennst mindestens fünf Propagandamethoden in konkreten Beispielen.
  4. Du analysierst Absender, Zielgruppe, Sprache, Bilder, Belege, Auslassungen und Kontext.
  5. Du wendest den STOPP-Check selbstständig an.
  6. Du erklärst den Zusammenhang von Propaganda, Pressefreiheit und Demokratie.
  7. Du berücksichtigst Überwältigungsverbot, Kontroversität und Interessenorientierung.
  8. Du formulierst ein begründetes Urteil und kennzeichnest Unsicherheiten.
  9. Du verwendest nachvollziehbare Quellen.
  10. Du reflektierst die Wirkung einer Botschaft auf Dich selbst.




OERs zum Thema

  1. Propaganda im jungen Politik-Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung
  2. Was ist Propaganda?
  3. Methoden der Kriegspropaganda
  4. Beutelsbacher Konsens
  5. Wikimedia Commons: Propagandaplakate



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