Projekt Wärmepumpenmodernisierung – Kältemittelrisiken im Projekt markieren
Projekt Wärmepumpenmodernisierung – Kältemittelrisiken im Projekt markieren
Einleitung
Ausbildungskurs | SHK- und Kältetechnik | Projektorientiertes Lernen
Lernzeit: 6 Lerneinheiten à 10–15 Minuten und eine Projektabgabe.
Dein Auftrag: Du begleitest die Modernisierung einer Wärmepumpe. Du markierst Kältemittelrisiken, prüfst Unterlagen und dokumentierst, welche Entscheidungen eine fachkundige Person treffen muss.

Abbildung: Außeneinheit einer Wärmepumpe. Das Foto allein erlaubt keine Beurteilung des eingesetzten Kältemittels oder der Aufstellsicherheit.
Sicherheitsgrenze: Dieser Kurs enthält ausschließlich Planungs-, Dokumentations- und Simulationsaufgaben. Du öffnest keinen Kältekreislauf, führst keine Druckprüfung durch, füllst kein Kältemittel um und nimmst keine kältetechnischen Arbeiten eigenständig vor. Solche Tätigkeiten setzen die jeweils erforderliche Fachkunde, Berechtigung, Ausstattung und Sicherheitsorganisation voraus.
Rechtsstand: 11. Oktober 2026. Die geltende EU-Verordnung 2024/573, die Durchführungsverordnung 2024/2215 und die deutsche Chemikalien-Klimaschutzverordnung vom 14. April 2026 sind berücksichtigt. Für reale Projekte müssen aktuelle Rechtsvorschriften, Herstellerunterlagen und anwendbare technische Regeln erneut geprüft werden.
Lernziele
Am Ende kannst Du:
- Kältemittel anhand ihrer Sicherheitsmerkmale unterscheiden.
- Brandgefahr, Druckgefährdung und Fachkundeanforderungen getrennt bewerten.
- Risiken in einer Standortskizze kennzeichnen.
- fehlende Prüfunterlagen erkennen und Entscheidungen begründen.
- ein nachvollziehbares Projektdossier als Lernnachweis vorlegen.
Dein Ausbildungsfall: Modernisierung am Musterhaus
Fiktiver Projektauftrag:
Eine ältere Luft-Wasser-Splitwärmepumpe mit R410A soll ersetzt werden. Vorgesehen ist eine außen aufgestellte Monoblock-Wärmepumpe mit R290 (Propan).
Im Hof befinden sich ein Kellerlichtschacht, ein Kellerfenster, ein Gehweg und mögliche elektrische Einrichtungen. Für das neue Gerät liegen noch keine vollständigen herstellerspezifischen Aufstellungsunterlagen vor.
| Projektmerkmal | Vorliegende Information | Status |
|---|---|---|
| Altanlage | Splitwärmepumpe, R410A | Bestätigt laut fiktivem Typenschild |
| Neuanlage | R290-Monoblock, Modell noch nicht verbindlich gewählt | Planung |
| Aufstellort | Außenbereich neben einer Hauswand | Vorprüfung |
| Kellerlichtschacht | Liegt in der Nähe des vorgesehenen Gerätestandorts | Kritisch prüfen |
| Kältemittelfüllmenge | Gerätespezifische Angaben fehlen | Offen |
| Fachkundenachweise | Für die vorgesehenen Tätigkeiten noch nicht eingereicht | Offen |
| Hersteller-Schutzzonenplan | Noch nicht vorhanden | Offen |
Wichtig: Alle Projektdaten sind erfunden und nur für die Ausbildung bestimmt. Sie sind keine technischen Freigabe- oder Prüfwerte.
Projektskizze D1
MUSTERHAUS – DRAUFSICHT
(schematisch, nicht maßstäblich)
HAUSWAND
+--------------------------------+
| [Kellerfenster] [Lichtschacht] |
+--------------------------------+
? ?
[Standort A]
R290-Monoblock
[Standort B]
Prüfvariante
----------------------------------
GEHWEG
? = Abstand / Schutzbereich
noch nicht fachlich geprüft
Deine Aufgabe: Zeichne die Skizze sauber nach und kennzeichne kritische Bereiche mit einer Legende.
Rot = ungelöster sicherheitsrelevanter Konflikt. Gelb = Nachweis oder Bewertung fehlt. Grün = fachlich dokumentiert und geprüft. Grün bedeutet nicht, dass Du selbst die Anlage freigeben darfst.
Dein fortlaufendes Projektdossier
| Dossierblatt | Dein Lernprodukt |
|---|---|
| D0 | Deckblatt, Projektauftrag und Sicherheitsgrenzen |
| D1 | Standortskizze mit markierten Risiken |
| D2 | Kältemittel-Steckbriefe und Stoffvergleich |
| D3 | Risikomatrix für Brand, Druck und Fachkunde |
| D4 | Simulationsprotokoll für drei Plansituationen |
| D5 | Prüfdatenauswertung, Quellen und offene Nachweise |
| D6 | Eigene begründete Projektentscheidung |
Du bearbeitest in jeder Lerneinheit ein weiteres Dossierblatt.
Lerneinheit 1: Wärmepumpe und Kältemittel verstehen
Lernzeit: 10 Minuten | Dossierblatt D2 beginnen

Vereinfachte Darstellung der Wärmepumpenfunktion.
Eine Wärmepumpe nimmt Umweltwärme auf und hebt deren Temperaturniveau mithilfe eines thermodynamischen Kreisprozesses an. Dabei spielt das Kältemittel eine zentrale Rolle.

Schematischer Kältekreislauf: Verdampfen, Verdichten, Verflüssigen und Entspannen.
Der Kältekreislauf enthält unter anderem Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und ein Expansionsventil.
Bei einer außen aufgestellten Monoblock-Wärmepumpe befindet sich der Kältekreislauf normalerweise innerhalb des Außengeräts. Das beseitigt weder die Druckgefährdung noch die möglichen Folgen einer Leckage.
Video – Kältemittel R290 im Wärmepumpensystem:
Quelle: Viessmann Climate Solutions, 2024. Herstellerdarstellung. Produktbezogene Sicherheitskonzepte dürfen nicht ungeprüft auf andere Geräte übertragen werden.
Basisaufgabe B1: Beschrifte die vier Hauptkomponenten auf Deiner eigenen Kreislaufskizze.
Feedback: Deine Lösung ist fachlich vollständig, wenn Du Wärmeaufnahme, Druckerhöhung, Wärmeabgabe und Drucksenkung richtig zuordnest. Eine bloße Aufzählung der Bauteile genügt noch nicht.
Lerneinheit 2: Kältemittel vergleichen
Lernzeit: 15 Minuten | Dossierblatt D2
| Kältemittel | Sicherheitsgruppe | Schwerpunkt der Gefährdung |
|---|---|---|
| R290 – Propan | A3 | Hohe Brennbarkeit und Druck |
| R32 | A2L | Geringere Brennbarkeit als A3, zusätzlich Druck |
| R410A | A1 | Druck und erhebliche Klimawirkung bei Freisetzung |
| R744 – Kohlendioxid | A1 | Hohe Betriebsdrücke und Gefahr durch erhöhte CO₂-Konzentrationen |
A bezeichnet in der Sicherheitsklassifizierung die geringere Toxizitätsklasse. Die Ziffer beziehungsweise der Zusatz beschreibt das Brennbarkeitsverhalten. A1 bedeutet nicht, dass ein Kältemittel insgesamt ungefährlich ist.
R290 besitzt ein sehr geringes Treibhauspotenzial, ist jedoch hoch brennbar. R410A ist ein fluoriertes Kältemittel mit erheblich höherem Treibhauspotenzial.
Die Stoffwerte und Sicherheitsgruppen müssen anhand aktueller Stoffdaten überprüft werden. Die Vergleichsdaten sind unter anderem in der Kältemittelübersicht des Schweizer Bundesamts für Umwelt dokumentiert. Deren schweizerische Rechtsangaben gelten nicht automatisch in Deutschland.
Anwendungsaufgabe A1: Erstelle zwei Steckbriefe für R410A und R290. Beantworte für jedes Kältemittel die Fragen: Was ist der wichtigste Sicherheitsaspekt? Was ist die Klimawirkung? Welche Unterlagen werden benötigt?
Feedback: Eine gute Begründung unterscheidet Umweltwirkung und betriebliche Sicherheit. Die Aussage „natürliches Kältemittel bedeutet ungefährlich“ ist falsch.
Lerneinheit 3: Brandrisiken gesondert prüfen
Lernzeit: 15 Minuten | Dossierblatt D3

GHS02: Symbol zur Kennzeichnung entzündbarer Stoffe.
R290 gehört zur Sicherheitsgruppe A3. Bei einer Freisetzung kann sich unter ungünstigen Bedingungen ein zündfähiges Gas-Luft-Gemisch bilden.

Das Verbrennungsdreieck zeigt das Zusammenwirken von Brennstoff, Sauerstoff und Zündenergie.
Propan ist schwerer als Luft. Bei einer Leckage können tiefer liegende Bereiche wie Schächte oder Vertiefungen relevant werden. Auch Gebäudeöffnungen, elektrische Einrichtungen und die örtliche Belüftung sind in die Bewertung einzubeziehen.
Im Musterfall besonders kritisch: Der Kellerlichtschacht liegt in der Nähe des vorgesehenen Aufstellorts.
Eine allgemeine, für sämtliche R290-Wärmepumpen gültige Schutzabstandsangabe darf daraus nicht abgeleitet werden. Erforderlich sind der Schutzbereich des konkreten Geräts, seine Montagevorgaben und die Bewertung der örtlichen Gegebenheiten durch verantwortliche Fachpersonen.
Risiko-Markierung im Dossier:
| Kennzeichen | Prüfpunkt | Warum wichtig? |
|---|---|---|
| B1 | Kellerlichtschacht | Möglicher tiefer liegender Ansammlungsbereich |
| B2 | Gebäudeöffnung | Möglicher Eintrittspfad ins Gebäude |
| B3 | Elektrische Einrichtungen | Mögliche Zündquelle, abhängig von Ausführung und Lage |
| B4 | Geräteumfeld | Schutzzone und Luftführung müssen geprüft werden |
Basisaufgabe B2: Markiere B1 bis B4 in der Projektskizze D1.
Anwendungsaufgabe A2: Erkläre, weshalb der vorgeschlagene Standort noch nicht freigegeben werden kann.
Feedback: Richtig ist nicht pauschal „R290 darf hier nie eingesetzt werden“, sondern „Die Aufstellung bleibt bis zur gerätespezifischen Prüfung und zum Nachweis der Schutzanforderungen offen“.
Lerneinheit 4: Druckrisiken gesondert prüfen
Lernzeit: 10 Minuten | Dossierblatt D3

GHS04 kennzeichnet Gase unter Druck im Gefahrstoffkontext. Das Symbol stellt keine allgemeine Kennzeichnungspflicht für jedes Wärmepumpengehäuse dar.
Ein Kältekreislauf arbeitet mit unterschiedlichen Drücken. Druckführende Bauteile können bei Defekten oder ungeeigneten Eingriffen gefährlich werden.
Zu prüfen sind: die Auslegung des Geräts, geeignete druckführende Komponenten, die Herstellerdokumentation, vorgesehene Schutzvorrichtungen sowie die erforderlichen Prüf- und Wartungsnachweise.

Beispiel eines logarithmischen Druck-Enthalpie-Diagramms mit R290. Die Grafik dient hier nur der theoretischen Prozessanalyse.
Keine praktische Druckprüfung: Du interpretierst ausschließlich bereitgestellte Prüfprotokolle oder Simulationsdaten. Prüfdrücke, Grenzwerte und Prüfverfahren dürfen nicht ohne die einschlägigen Unterlagen festgelegt werden.
Basisaufgabe B3: Begründe, warum auch ein werksseitig geschlossener Monoblock drucktechnisch betrachtet werden muss.
Feedback: Entscheidend ist, dass ein geschlossener Kältekreislauf weiterhin ein druckführendes System ist. „Geschlossen“ bedeutet nicht „drucklos“.
Lerneinheit 5: Fachkunde und rechtliche Anforderungen
Lernzeit: 15 Minuten | Dossierblatt D5
Die Verordnung (EU) 2024/573 regelt unter anderem fluorierte Treibhausgase sowie die Fachkunde für bestimmte Tätigkeiten. Die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215 bezieht bei Zertifizierungsanforderungen auch Anlagen mit alternativen Kältemitteln wie Kohlenwasserstoffen, CO₂ und Ammoniak ein.
Seit dem 17. April 2026 gilt die neue deutsche Chemikalien-Klimaschutzverordnung. Insbesondere die §§ 5–10 sowie § 17 zu Übergangsvorschriften sind für die Fachkundeprüfung bedeutsam.
| Tätigkeit | Ausbildungsbezogene Bewertung |
|---|---|
| Standortskizze erstellen | Dokumentationsaufgabe ohne Eingriff in den Kältekreis |
| Typenschild und Herstellerunterlagen auswerten | Unterweisung und sachgerechte Dokumentation beachten |
| Kältemittel aus der Altanlage rückgewinnen | Nur im zulässigen Rahmen durch entsprechend qualifizierte Personen |
| Kältekreis öffnen, instand setzen oder befüllen | Keine eigenständige Lernendenaufgabe; erforderliche Berechtigung und Schutzmaßnahmen prüfen |
| Neue Anlage kältetechnisch in Betrieb nehmen | Je nach Tätigkeit und Anlagenart erforderliche Zertifikate und Fachkunde nachweisen |
| Freigabe der sicheren Aufstellung | Entscheidung der zuständigen verantwortlichen Fachpersonen auf Basis aller Nachweise |
Die Zertifizierung nach EU 2024/2215 unterscheidet unter anderem A1/A2 für bestimmte Tätigkeiten mit fluorierten Kältemitteln und Kohlenwasserstoffen sowie B für CO₂. Die konkrete Berechtigung ergibt sich aus Zertifikatstyp, Tätigkeitsumfang, Anlagenart und geltenden Übergangsregelungen.
Ein Ausbildungsstatus allein ersetzt keinen erforderlichen Fachkundenachweis. Rechtlich vorgesehene Ausbildungs-Ausnahmen unter verantwortlicher Aufsicht sind eng an ihre jeweiligen Voraussetzungen gebunden und keine Erlaubnis zur eigenständigen Kältekreisarbeit.
Quellen zur Fachkunde:
- Verordnung EU 2024/573
- Durchführungsverordnung EU 2024/2215
- Chemikalien-Klimaschutzverordnung 2026
- Übergangsregelungen gemäß § 17
Anwendungsaufgabe A3: Erstelle eine Liste der vorgesehenen Arbeiten am Alt- und Neugerät. Markiere, bei welchen Tätigkeiten Fachkundenachweise zu kontrollieren sind.
Feedback: Eine gute Lösung unterscheidet Planung und Dokumentation von rechtlich geregelten technischen Tätigkeiten. Die Aussage „Beim Monoblock braucht niemand Fachkunde“ ist zu pauschal und deshalb nicht belastbar.
Lerneinheit 6: Simulation, Prüfdaten und Entscheidung
Lernzeit: 15 Minuten | Dossierblätter D4 bis D6
Simulationsauftrag: Drei Planungssituationen
Simulation ohne reale Anlage. Du wählst für jede Situation „Planungsstopp“, „weitere Prüfung“ oder „dokumentierte Planungsfreigabe durch Verantwortliche möglich“.
| Situation | Fiktive Simulationsdaten | Begründete Musterbewertung |
|---|---|---|
| S1 – Standort A | Der Lichtschacht liegt laut angenommenem Geräte-Schutzzonenplan im unzulässigen Bereich. | Planungsstopp: Konflikt mit den gerätespezifischen Anforderungen. |
| S2 – Standort B | Der Schutzzonenplan zeigt keinen Standortkonflikt. Der erforderliche Fachkundenachweis für die vorgesehenen Arbeiten fehlt. | Keine Freigabe: Fachkunde und Zuständigkeit sind noch nachzuweisen. |
| S3 – überarbeitete Planung | Schutzbereich, Standort und Zuständigkeit sind fachlich geprüft. Erforderliche Unterlagen liegen vor; die verantwortliche Person dokumentiert ihre Entscheidung. | Eine dokumentierte Planungsfreigabe ist nach Gesamtprüfung möglich. Dies ersetzt keine real erforderlichen technischen Prüfungen. |
Transferaufgabe T1: Zeichne alle drei Varianten. Trage ein, welche Informationen ergänzt beziehungsweise geändert wurden und weshalb sich dadurch die Entscheidung verändert.
Feedback: Die beste Lösung erklärt die Änderung anhand überprüfbarer Nachweise. Ein bloßes Umsetzen des Geräts ohne erneute Gesamtbewertung ist keine ausreichende Lösung.
Fiktive Prüfdaten für das Dossier
| Datensatz | Feststellung | Dein Prüfauftrag |
|---|---|---|
| P01 – Bestandsaufnahme | Altgerät R410A; Dokumentation zur Kältemittelmenge fehlt | Ergänzende Bestandsunterlagen anfordern |
| P02 – Standort | Lichtschacht und Fenster sind vorhanden; keine verbindliche Schutzzonenzeichnung | Standortprüfung als offen markieren |
| P03 – Drucksicherheit | Gerätespezifische technische Dokumentation wurde noch nicht vorgelegt | Druckbezogene Nachweise beim verantwortlichen Fachbetrieb anfordern |
| P04 – Personal | Zertifikate und Tätigkeitsberechtigungen liegen nicht bei | Zertifikatsumfang und Übergangsregelungen prüfen lassen |
| P05 – Altgerät | Rückgewinnungs- und Entsorgungsnachweise fehlen | Dokumentierte fachgerechte Abwicklung verlangen |
| P06 – Planung | Alternative Standortskizze vorhanden | Neue Schutzbereichsprüfung veranlassen |
Diese Tabelle ist ein didaktischer Datensatz, kein reales Prüfprotokoll.
Anwendungsaufgabe A4: Ergänze für P01 bis P06 die Spalten „verantwortliche Stelle“, „benötigtes Dokument“ und „Bearbeitungsstand“.
Feedback: Eine nachvollziehbare Prüfung benennt konkrete Nachweise. „Die Fachfirma wird das schon wissen“ ersetzt keine dokumentierte Zuständigkeit.
Deine Risikomatrix D3
| Risiko | Betroffene Situation | Erforderliche Klärung |
|---|---|---|
| Brand | R290 und möglicher Gaszutritt zum Lichtschacht | Gerätespezifische Schutzzone, Zündquellen und Öffnungen prüfen |
| Druck | Druckführender Kältekreislauf der Alt- und Neuanlage | Sicherheits- und Prüfunterlagen kontrollieren |
| Fachkunde | Außerbetriebnahme, Rückgewinnung, Installation, Wartung | Tätigkeitsspezifische Zertifikate und Zuständigkeiten kontrollieren |
| Umwelt | Mögliches Entweichen des R410A | Fachgerechte Rückgewinnung und Dokumentation sicherstellen |
| Projektfreigabe | Mehrere Nachweise noch offen | Keine vorzeitige technische Freigabe |
Gestufte Hilfen
Hilfe 1 – kleiner Hinweis: Achte auf den Unterschied zwischen Gefahr, vorhandenem Nachweis und tatsächlicher Freigabe.
Hilfe 2 – Leitfragen: Wo könnte sich R290 bei einer Leckage ansammeln? Welche Stelle muss den Schutzbereich bestätigen? Wer darf die vorgesehenen technischen Tätigkeiten ausführen?
Hilfe 3 – Lösungshilfe: Am Lichtschacht besteht ein zu prüfendes Aufstellrisiko. Ohne gerätespezifische Dokumente und erforderliche Fachkundenachweise bleibt die Planung offen. Erst die verantwortlichen Fachpersonen können nach Prüfung über eine mögliche Freigabe entscheiden.
Projektabgabe D6: Deine begründete Entscheidung
Deine Abschlussabgabe besteht aus sechs bis acht Seiten oder einer gleichwertigen digitalen Präsentation. Sie enthält die Standortskizze, die Stoffsteckbriefe, die Risikomatrix, drei Simulationsergebnisse, die Prüfdatenliste und eine eigene Entscheidung.
Leitfrage: Unter welchen nachprüfbaren Voraussetzungen kann die vorgesehene R290-Modernisierung am Musterhaus weitergeplant werden?
Nutze für Deine Begründung die Kategorien bestätigt, offen und nicht zulässig beziehungsweise nicht freigegeben. Trenne Deine eigene planerische Empfehlung von der technischen Entscheidung der zuständigen Fachpersonen.
| Bewertungskriterium | Punkte |
|---|---|
| Fachlich richtige Kältemittelanalyse | 20 |
| Getrennte Prüfung von Brand und Druck | 20 |
| Fachkunde und Rechtsquellen | 20 |
| Skizzen, Simulation und Prüfdatenauswertung | 20 |
| Eigene Begründung, Quellen und Medienrechte | 20 |
| Gesamt | 100 |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welcher Stoff trägt die Kältemittelbezeichnung R290? (Propan) (!Kohlendioxid) (!Ammoniak) (!Wasser)
Welche Sicherheitsgruppe hat Propan als Kältemittel? (A3) (!A1) (!A2L) (!B1)
Welche Sicherheitsgruppe besitzt R32? (A2L) (!A3) (!B2L) (!A1)
Warum ist ein Kellerlichtschacht bei der R290-Aufstellung besonders zu prüfen? (Weil sich freigesetztes Propan in tiefer liegenden Bereichen ansammeln kann) (!Weil Propan immer nach oben steigt) (!Weil jeder Lichtschacht automatisch eine Zündquelle ist) (!Weil R290 ausschließlich unter Wasser gefährlich ist)
Welche Aussage zum Monoblock ist richtig? (Auch ein geschlossener Monoblock enthält druckführende Komponenten) (!Ein Monoblock enthält grundsätzlich kein Kältemittel) (!Ein Monoblock ist immer drucklos) (!Ein Monoblock benötigt niemals eine Sicherheitsbewertung)
Was ist beim Ausbau der R410A-Altanlage wesentlich? (Die erforderliche fachkundige Rückgewinnung und Dokumentation) (!Das kontrollierte Ablassen des Kältemittels in die Umgebung) (!Der Austausch von R410A gegen Propan im selben Kältekreis) (!Der Verzicht auf Entsorgungsnachweise)
Welche deutsche Verordnung regelt seit April 2026 wesentliche Fachkundeanforderungen im F-Gase-Bereich? (Chemikalien-Klimaschutzverordnung) (!Straßenverkehrsordnung) (!Trinkwasserverordnung) (!Arbeitsstättenverordnung als alleinige Zertifizierungsgrundlage)
Wodurch werden die Schutzanforderungen am R290-Aufstellort konkretisiert? (Durch gerätespezifische Herstellerunterlagen und fachliche Standortbewertung) (!Durch einen pauschalen Sicherheitsabstand für sämtliche Geräte) (!Durch die Farbe des Wärmepumpengehäuses) (!Durch eine Schätzung der Auszubildenden)
Was geschieht bei fehlenden erforderlichen Fachkundenachweisen? (Die betroffenen Tätigkeiten werden bis zur rechtlichen und fachlichen Klärung nicht freigegeben) (!Die Auszubildenden öffnen den Kältekreis eigenständig) (!Der Nachweis wird grundsätzlich nicht benötigt) (!Die Freigabe erfolgt automatisch nach einer Sichtprüfung)
Was ist Deine zulässige Tätigkeit in diesem Lernprojekt? (Risiken markieren und eine begründete Planungsentscheidung dokumentieren) (!Den Kältekreislauf öffnen) (!Eine Kältemittelrückgewinnung selbstständig durchführen) (!Die Anlage ohne Fachkundenachweise in Betrieb nehmen)
Memory
| R290 | Propan |
| A3 | Hohe Brennbarkeit |
| R744 | Kohlendioxid |
| Monoblock | Kältekreislauf in einer Geräteeinheit |
| Gefährdungsbeurteilung | Systematische Untersuchung möglicher Schäden |
| Sachkundebescheinigung | Nachweis für bestimmte geregelte Tätigkeiten |
| Rückgewinnung | Kontrollierte Entnahme zur weiteren fachgerechten Behandlung |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Brandrisiko | Brennbares Gas und mögliche Zündquelle |
| Druckrisiko | Gespeicherte Energie im Kältesystem |
| Fachkunderisiko | Fehlende tätigkeitsbezogene Berechtigung |
| Klimarisiko | Freisetzung treibhauswirksamer Kältemittel |
| Standortrisiko | Gebäudeöffnung im betroffenen Schutzbereich |
Kreuzworträtsel
| Propan | Welcher Stoff trägt die Kältemittelbezeichnung R290? |
| Verdichter | Welche Baugruppe erhöht den Druck des gasförmigen Kältemittels? |
| Lichtschacht | Welche tiefer liegende Gebäudeöffnung ist im Musterfall besonders zu prüfen? |
| Leckage | Wie heißt das unbeabsichtigte Austreten eines Stoffes aus einem System? |
| Monoblock | Wie heißt die Bauweise mit kältetechnischen Komponenten in einer Geräteeinheit? |
| Sachkunde | Welcher Begriff bezeichnet die erforderlichen besonderen Fachkenntnisse? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Kreislaufzeichnung: Erstelle ein beschriftetes Schaubild der Wärmepumpe und erläutere die vier Hauptkomponenten.
- Stoff-Steckbrief: Gestalte zwei visuelle Steckbriefe zu R290 und R410A.
- Sicherheitszeichen: Erstelle eine Bildkarte zu Brand- und Druckgefährdungen und erkläre, was die Symbole tatsächlich aussagen.
- Risiko-Skizze: Übertrage den Musterstandort in eine eigene Zeichnung und markiere die offenen Risikobereiche.
Standard
- Risikomatrix: Vergleiche Brand, Druck, Fachkunde und Umweltwirkung im Projekt und ordne jeweils einen erforderlichen Nachweis zu.
- Dokumentenprüfung: Erstelle eine digitale Tabelle zu den fiktiven Datensätzen P01 bis P06 und benenne fehlende Informationen.
- Fachgespräch: Interviewe eine entsprechend qualifizierte Fachperson zu ihrer Verantwortung bei kältetechnischen Arbeiten; dokumentiere die Aussagen ohne eigene Arbeiten am Kältekreis.
- Erklärfilm: Produziere ein kurzes Video, das die Bedeutung des Lichtschachts erklärt. Verwende Skizzen oder Animationen statt realer Gefährdungsversuche.
Schwer
- Variantenvergleich: Erstelle aus S1 bis S3 eine Entscheidungssimulation mit verschiedenen Nachweisen und begründe die jeweiligen Ergebnisse.
- Zielkonflikt: Untersuche, wie geringe Klimawirkung und hohe Sicherheitsanforderungen gemeinsam berücksichtigt werden können.
- Quellenprüfung: Vergleiche zwei seriöse Fachquellen und ein Hersteller- oder YouTube-Video. Kennzeichne gesicherte Aussagen, Produktwerbung und mögliche veraltete Vorschriften.
- Abschlussdossier: Erarbeite eine professionelle Projektvorlage mit Skizzen, Risikoampel, Dokumentenliste, Simulationsauswertung und einer eigenständig begründeten Empfehlung.


Begründetes Feedback zu Deinen Projektaufgaben
| Niveau | Woran erkennst Du eine gute Lösung? | So verbesserst Du Deine Antwort |
|---|---|---|
| Basis | Stoffgruppen und Risiken sind eindeutig richtig zugeordnet. | Prüfe bei falscher Zuordnung die Sicherheitsgruppe und den Stoffsteckbrief. |
| Anwendung | Jede Risikomarkierung verweist auf einen konkreten Standortbefund und den benötigten Nachweis. | Ersetze unbestimmte Aussagen durch eine überprüfbare Frage an Hersteller oder Fachbetrieb. |
| Transfer | Die Entscheidung berücksichtigt mehrere Risiken gleichzeitig und nennt verbleibende Unsicherheiten. | Unterscheide planerische Empfehlung, rechtliche Berechtigung und technische Freigabe. |
Lernkontrolle
- Falländerung: Der Lichtschacht liegt bei einem anderen Gerätemodell außerhalb der herstellerdefinierten Schutzzone. Erläutere, welche weiteren Prüfungen für eine Entscheidung trotzdem erforderlich sind.
- Zielkonflikt: Ein Kältemittel weist geringe Klimawirkung, aber hohe Brennbarkeit auf. Entwickle Kriterien für eine sichere Modernisierungsplanung.
- Verantwortungsverteilung: Ein Auszubildender verfügt über gute theoretische Kenntnisse, aber keinen passenden Tätigkeitsnachweis. Erkläre, warum daraus keine eigenständige Berechtigung folgt.
- Dokumentationsfehler: Die Montage wird als abgeschlossen gemeldet, obwohl erforderliche Unterlagen fehlen. Analysiere die Folgen und entwickle eine Vorgehensweise zur Klärung.
- Alternativenvergleich: Vergleiche Standort A und Standort B nach Brand, Druck, Fachkunde und Nachweisstand. Begründe, welche Variante zuerst weiter geprüft werden sollte.
- Quellenkonflikt: Ein älteres Video nennt einen festen Schutzabstand. Die aktuelle Herstellerunterlage verlangt eine andere Schutzzone. Erläutere, welche Information für das konkrete Gerät heranzuziehen ist und warum.
Lernnachweis
Für einen vollständigen Lernnachweis sind folgende Bestandteile erforderlich:
- D0: Projektauftrag und dokumentierte Sicherheitsgrenzen.
- D1: Eigene maßstabsfreie Standortskizze mit Legende und Risiko-Markierungen.
- D2: Fachlich geprüfter Vergleich von R290 und R410A.
- D3: Getrennte Bewertung von Brand, Druck, Fachkunde und Umwelt.
- D4: Begründete Ergebnisse der drei theoretischen Simulationen.
- D5: Auswertung der fiktiven Prüfdaten, Quellenliste und fehlenden Dokumente.
- D6: Eigene begründete Planungsentscheidung mit klar ausgewiesenen offenen Punkten.
Bewertung: Wesentlich sind die Nachvollziehbarkeit, die fachliche Richtigkeit, die getrennte Betrachtung der Gefährdungen und der verantwortliche Umgang mit nicht geprüften Annahmen. Praktische Eingriffe am Kältekreis sind weder erforderlich noch Teil des Lernnachweises.
OERs zum Thema
Wikipedia
Vertiefende Artikel: Kältemittel, Wärmepumpe, Kältekreislauf, Propan, Kohlendioxid, Arbeitssicherheit und Gefährdungsbeurteilung.
Fachquellen und Rechtsgrundlagen
- Umweltbundesamt – Wärmepumpen und natürliche Kältemittel, aktualisiert am 22.07.2026.
- Umweltbundesamt – Kohlenwasserstoffe und Sicherheitsaspekte.
- DGUV – Sicher arbeiten mit Kältemitteln, veröffentlicht am 10.02.2025.
- EU-Verordnung 2024/573 über fluorierte Treibhausgase.
- EU-Durchführungsverordnung 2024/2215 über Zertifizierungsanforderungen.
- Deutsche Chemikalien-Klimaschutzverordnung, 14.04.2026.
- Fraunhofer ISE – Wärmepumpenforschung.
Technische Regeln: Für reale Planungen sind je nach Anlage unter anderem die anwendbaren Teile der DIN EN 378, die einschlägigen Produktnormen, Herstellerunterlagen sowie Regeln zur Druck- und Arbeitssicherheit zu berücksichtigen. Normenfassungen, Anwendungsbereich und konkrete Anforderungen sind von der verantwortlichen Fachperson zu prüfen.
Vertiefendes Video: Kältemittel im Vergleich
Quelle: Leben mit der Energiewende TV, 02.07.2024. Diskussionsbeitrag über Propan und synthetische Kältemittel. Die Sendung ist keine aktuelle Rechts- oder Montageanleitung.
Medienaufgabe: Prüfe zwei Aussagen des Videos anhand der aktuellen UBA-Informationen und der Rechtsquellen von 2026.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Die folgenden Dateien wurden über ihre Wikimedia-Commons-Dateiseiten auf Herkunft und ausgewiesene Lizenz geprüft. Die Lizenzbedingungen und Namensnennungen gelten auch bei Weiterverwendung.
| Medium | Urheber / angegebene Lizenz | Lernzweck |
|---|---|---|
| Heat Pump.jpg | Kristoferb, CC BY-SA 3.0 | Außengerät erkennen |
| Heat-pump-simple DE.svg | MikeRun, CC BY-SA 4.0 | Wärmepumpenprinzip verstehen |
| Heatpump.svg | Ilmari Karonen, gemeinfrei | Kältekreislauf erklären |
| GHS-pictogram-flamme.svg | GHS-Symbol, gemeinfrei | Entzündbarkeit erkennen |
| Verbrennungsdreieck.svg | Stefan-Xp, CC BY-SA 3.0 | Brandentstehung erklären |
| GHS-pictogram-bottle.svg | GHS-Symbol, gemeinfrei | Druckgefahren unterscheiden |
| Log ph Diagram.png | TLK Energy GmbH, CC BY-SA 4.0 | Theoretische Druck-Prozessanalyse |
YouTube-Medien: Die verlinkten Videos werden über ihre Originalseiten eingebettet und nicht als frei lizenzierte Dateien ausgegeben. Das Einbetten begründet keine Erlaubnis zur eigenen Vervielfältigung, Bearbeitung oder Weiterverbreitung. Für eine Wiederverwendung außerhalb der Plattform sind die jeweiligen Nutzungsrechte gesondert zu klären.
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