Zum Inhalt springen

Projekt Vernetzte Lernfabrik – Prüfmerkmale im Lernfabrikprozess integrieren

Aus MOOCsWiki Staging
Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Projekt Vernetzte Lernfabrik – Prüfmerkmale im Lernfabrikprozess integrieren

QR-Code



Projekt Vernetzte Lernfabrik – Prüfmerkmale im Lernfabrikprozess integrieren


Einleitung

Qualität prüfen – Entscheidungen treffen – Werkstücke richtig ausschleusen.

In diesem Projekt entwickelst Du eine virtuelle Qualitätsprüfstation für eine vernetzte Lernfabrik. Du prüfst Werkstücke anhand festgelegter Merkmale und entscheidest, ob sie weitertransportiert oder zur Nachprüfung ausgeschleust werden.

Zielgruppe: Ausbildung in Mechatronik, Industriemechanik, Automatisierungstechnik und verwandten Berufen.

Lernformat: Sechs kurze Lerneinheiten von jeweils etwa 10–15 Minuten mit anschließender Projektabgabe.

Dein Ergebnis: Ein selbst erstelltes Projektdossier mit Prozessskizzen, Prüfplan, Simulationsnachweisen, Prüfdaten und begründeter Qualitätsentscheidung.

Wichtige Sicherheitsgrenze: Alle Steuerungs- und Robotikaufgaben erfolgen ausschließlich im vollständig von realer Hardware getrennten Simulator oder in einem ausdrücklich abgesicherten und fachlich beaufsichtigten Schulungsbetrieb. Dieser Kurs enthält keine Live-Fahrbefehle. Simulationsergebnisse sind niemals eine Sicherheitsfreigabe für reale Anlagen.

Bildimpuls: Wo würdest Du in diesem Materialfluss eine Qualitätsprüfung einbauen?


Das Lernziel

Nach diesem Kurs kannst Du:

  1. Prüfmerkmal: Messbare und visuelle Prüfmerkmale festlegen.
  2. Prüfplanung: Einen Prüfprozess mit eindeutigen Kriterien skizzieren.
  3. Qualitätssicherung: Freigabe und Sperrentscheidung unterscheiden.
  4. Simulation: Prüfentscheidungen mit virtuellen Testfällen überprüfen.
  5. Rückverfolgbarkeit: Prüfdaten einem Werkstück eindeutig zuordnen.
  6. Qualitätsmanagement: Deine eigene Lösung begründen und kritisch bewerten.


Dein Ausbildungsauftrag


Der Fall: Distanzhülse LF-20

Du arbeitest im fiktiven Ausbildungsbetrieb Lernfabrik Nord.

Eine virtuelle Montagelinie verarbeitet Distanzhülsen. Einige Hülsen besitzen Maßabweichungen oder sichtbare Oberflächenbeschädigungen.

Dein Auftrag lautet:

Entwickle eine Prüfstation, die geeignete Teile zur Gutspur weiterleitet und nicht freigegebene Teile auf eine virtuelle Sperrspur zur Nachprüfung ausschleust.

Prüfmerkmal Vorgabe für den Ausbildungsfall
Produkt Distanzhülse LF-20
Außenmaß 20,00 mm
Maßtoleranz 19,90 bis 20,10 mm
Oberfläche Keine erkennbare Beschädigung
Kennzeichnung Eindeutige Teil-ID
Prüfweg Messung und simulierte optische Prüfung
Ausgabe Gutspur oder Sperrspur

Hinweis: Das Produkt, die Werte und die nachfolgenden Prüfdaten sind eigens konstruierte Unterrichtsbeispiele. Sie stammen nicht aus einem realen Produktionsprozess.


Dein fortlaufendes Projektdossier

Du erstellst ein einziges Dossier, das während des gesamten Kurses wächst.

Abschnitt Nachweis
D1 – Prozess Eigene Prozessskizze mit Prüfstation und beiden Materialwegen
D2 – Prüfmerkmale Prüfplan mit Merkmalen, Verfahren und Datenfeldern
D3 – Entscheidung Begründete Freigabe- und Sperrlogik
D4 – Simulation Virtuelles Modell, Screenshots oder Ablaufskizzen und Testprotokoll
D5 – Prüfdaten Ausgefüllte Datentabelle mit Auswertung
D6 – Abgabe Eigene begründete Qualitätsentscheidung, Verbesserungen und Quellen

Arbeitsregel: Speichere zu jeder Lerneinheit Dein Ergebnis und mindestens eine kurze Begründung.


Lerneinheit 1: Den Prüfprozess verstehen

Dauer: etwa 10 Minuten


Vom Werkstück zur Entscheidung

In einer Lernfabrik durchlaufen Werkstücke verschiedene Stationen. Ein Prüfprozess verbindet den Materialfluss mit Informationen über die Produktqualität.

Vereinfachtes Prozessmodell:

Zuführung → Identifikation → Maßprüfung → Oberflächenprüfung → Entscheidung → Gutspur oder Sperrspur → Dokumentation

Die Ausschleusung trennt nicht freigegebene Werkstücke vom freigegebenen Materialfluss. Sie bedeutet nicht automatisch, dass das Werkstück verschrottet werden muss.

Medienimpuls: Entdecke die Verbindung zwischen Transporttechnik, Messstationen und digitalen Informationen in einer Lernfabrik.

Festo Didactic – Cyberphysische Lernfabriken


Deine Basisaufgabe

Zeichne den Prozess mit sieben Stationen. Markiere, an welcher Stelle die Prüfentscheidung stattfindet und wo die beiden Materialwege beginnen.

Dossier: D1 – Prozessskizze.

Hilfe 1: Beginne mit der Werkstückzuführung.

Hilfe 2: Zeichne nach der Prüfung eine Verzweigung mit zwei Pfeilen.

Begründetes Feedback: Deine Skizze ist schlüssig, wenn kein Werkstück ohne Prüfung in die Gutspur gelangen kann und gesperrte Teile einen eigenen Weg erhalten.


Lerneinheit 2: Prüfmerkmale auswählen

Dauer: etwa 15 Minuten


Was wird geprüft?

Ein Prüfmerkmal beschreibt eine Eigenschaft, deren Übereinstimmung mit einer Vorgabe festgestellt werden soll.

Für die Distanzhülse werden zwei Merkmale kombiniert:

  1. Außenmaß: Ein Messwert in Millimetern wird mit den Vorgaben verglichen.
  2. Oberfläche: Eine simulierte optische Prüfung meldet OK, Auffällig oder Unbekannt.

Bildauftrag: Finde die Messschenkel für Außenmessungen. Die Abbildung zeigt einen Messschieber mit Nonius.

Vergleich: Ein digitales Messgerät zeigt einen Zahlenwert an. Die Anzeigeauflösung allein beweist noch keine ausreichend kleine Messunsicherheit.

Freies Lernvideo zum Messschieber:

Grundlagen Prüfen – Handhabung Messschieber, involas, CC BY-SA 4.0


Optische Qualitätsprüfung

Eine Kamera kann Bildinformationen für die Qualitätsprüfung liefern. Ob eine Beschädigung zuverlässig erkannt wird, hängt unter anderem von Beleuchtung, Bildaufnahme und festgelegten Kriterien ab.

Im Ausbildungsfall liefert die virtuelle Bildprüfung bereits die drei möglichen Ergebnisse OK, Auffällig und Unbekannt. Es wird keine zuverlässige reale Fehlererkennung behauptet.


Deine Anwendungsaufgabe

Erstelle einen Prüfplan mit den Spalten Merkmal – Prüfverfahren – Sollvorgabe – Ergebnis – Reaktion.

Dossier: D2 – Prüfplan.

Hilfe 1: Das Außenmaß wird numerisch geprüft; die Oberfläche wird nach Kategorien bewertet.

Hilfe 2: Berücksichtige auch ungültige und fehlende Ergebnisse.

Begründetes Feedback: Ein guter Prüfplan beschreibt nicht nur fehlerfreie Werkstücke. Er legt auch fest, was bei einem Messausfall oder einer unklaren Bildprüfung passiert.


Lerneinheit 3: Prüfgrenzen und Freigabe festlegen

Dauer: etwa 15 Minuten


Toleranz ist nicht gleich Freigabegrenze

Die vorgegebene Maßtoleranz reicht von 19,90 bis 20,10 mm.

In diesem Lernprojekt verwenden wir für die automatische Modellfreigabe zusätzlich einen angenommenen Entscheidungsabstand von 0,02 mm zu beiden Toleranzgrenzen.

Bereich Bedeutung
19,90 bis 20,10 mm Vorgegebene Produkttoleranz
19,92 bis 20,08 mm Vereinbarter Annahmebereich im Lernmodell
Außerhalb des Annahmebereichs Keine automatische Freigabe; Nachprüfung erforderlich

Wichtig: Der Abstand von 0,02 mm ist eine didaktische Festlegung und keine berechnete Messunsicherheit. Für reale Konformitätsentscheidungen müssen geeignete Prüfmittel, Messunsicherheit und eine fachlich festgelegte Entscheidungsregel berücksichtigt werden.

Dazu informiert die ISO 14253-1 über Entscheidungsregeln bei Messungen nahe Spezifikationsgrenzen. Der DKD-Leitfaden zur Prüfwertunsicherheit bei der PTB erläutert fachliche Zusammenhänge der Konformitätsbewertung.


Die Freigaberegel im Simulator

Gutspur ausschließlich dann, wenn alle Bedingungen erfüllt sind:

  1. Die Teil-ID ist vorhanden und eindeutig.
  2. Der Messwert ist gültig.
  3. Das Außenmaß liegt einschließlich der Grenzen zwischen 19,92 und 20,08 mm.
  4. Die optische Prüfung meldet OK.

Andernfalls: Sperrspur und Dokumentation des Grundes. Bei unsicherer Prüfung lautet der Status Nachprüfung, nicht automatisch Ausschuss.

Beispiel Virtuelle Entscheidung Begründung
20,00 mm und Oberfläche OK Gutspur Alle Bedingungen erfüllt
20,09 mm und Oberfläche OK Sperrspur Außerhalb des vereinbarten Annahmebereichs
20,00 mm und Oberfläche Auffällig Sperrspur Oberflächenkriterium nicht erfüllt
Messwert fehlt Sperrspur Keine belastbare Maßentscheidung möglich


Deine Entscheidungsaufgabe

Entwickle ein kleines Entscheidungsdiagramm. Beginne mit der Frage: Sind die Prüfdaten vollständig und gültig?

Dossier: D3 – Entscheidungsdiagramm.

Hilfe 1: Prüfe zuerst die Datenqualität, dann die Merkmale.

Hilfe 2: Nur wenn alle Prüfbedingungen erfüllt sind, entsteht eine Freigabe.

Begründetes Feedback: Eine fehlende Messung darf nicht als bestanden interpretiert werden. Eine Sperrentscheidung schützt in diesem Modell vor einer unbegründeten Freigabe, beweist aber nicht zwangsläufig einen Produktfehler.


Lerneinheit 4: Prüfstation simulieren

Dauer: etwa 15 Minuten


Virtuelle Lernfabrik

Für die Bearbeitung kann eine geeignete, vollständig offline arbeitende Simulationsumgebung verwendet werden. Alternativ genügt eine papierbasierte Zustands- und Ablaufsimulation.

Video: Einführung in Factory I/O – Universitat Politècnica de València

Beobachtungsauftrag: Achte auf virtuelle Fördertechnik, Sensoren und die Darstellung von Anlagenzuständen.

Factory I/O ist eine proprietäre Simulationssoftware; für diesen Kurs ist keine bestimmte kostenpflichtige Software erforderlich.

Bildhinweis: Reale Steuerungshardware ist hier nur Anschauungsmaterial. Dein Modell wird nicht mit einer realen SPS, einem Roboter oder Anlagenantrieben verbunden.


Simulationsmodell

Verwende folgende fachliche Zustände:

Virtueller Zustand Bedeutung
IDENTIFIZIEREN Teil-ID prüfen
PRÜFEN Messwert und Oberflächenstatus auswerten
ENTSCHEIDEN Alle Bedingungen vergleichen
GUTSPUR Teil im Modell freigegeben
SPERRSPUR Teil im Modell zurückhalten
PROTOKOLLIEREN Ergebnis und Grund dokumentieren

Nur als Entscheidungsbeschreibung, nicht als ausführbarer Steuerungscode:

Ist eine Teil-ID ungültig, ein Prüfergebnis unbekannt oder eine Freigabebedingung nicht erfüllt, wird die virtuelle Sperrspur gewählt. Nur bei vollständiger Erfüllung aller Bedingungen wird die Gutspur gewählt.

Simuliere mindestens diese drei Fälle:

  1. Ein fehlerfrei bewertetes Werkstück.
  2. Ein Werkstück im Bereich nahe der Toleranzgrenze.
  3. Ein Werkstück mit ausgefallenem Prüfsensor.


Optionale Robotik-Vertiefung

Die Abbildung zeigt eine reale robotergestützte Prüfapplikation. Im Projekt darfst Du eine solche Funktion ausschließlich als virtuelles Zustandsmodell beschreiben oder simulieren.

Keine Live-Fahrbefehle, keine Inbetriebnahmeanleitung, keine Kopplung an reale Aktoren. Ein erfolgreiches virtuelles Verhalten bescheinigt weder die Sicherheit noch die Betriebsbereitschaft einer realen Zelle. Ein möglicher Schulungsbetrieb unterliegt gesonderten betrieblichen Sicherheitsvorgaben und fachlicher Aufsicht.

Dossier: D4 – Modellskizze oder Simulator-Screenshots mit drei dokumentierten Tests.

Hilfe 1: Visualisiere die Gutspur und Sperrspur mit zwei unterschiedlich beschrifteten Bereichen.

Hilfe 2: Notiere pro Test Eingabedaten, erwartetes Ergebnis und beobachtetes Simulationsergebnis.

Begründetes Feedback: Ein Test ist erst aussagekräftig, wenn Du zeigen kannst, warum das Ergebnis richtig ist. Eine reine Animation ohne überprüfbare Eingabe- und Ergebnisdaten genügt nicht.


Lerneinheit 5: Prüfdaten auswerten

Dauer: etwa 15 Minuten


Prüfdaten und Rückverfolgbarkeit

Eine vernetzte Qualitätsprüfung benötigt eine eindeutige Zuordnung zwischen Werkstück und Prüfergebnis.

Bildhinweis: Das ist ein allgemeines QR-Code-Beispiel, keine reale Werkstückkennung unseres Ausbildungsfalls.

Ein geeigneter Prüfdatensatz enthält mindestens die Teil-ID, einen Prüfzeitpunkt, das Prüfmerkmal, den Wert mit Einheit, den Prüfstatus, die verwendete Regelversion und den dokumentierten Entscheidungsgrund.


Simulierte Prüfserie

Alle Werte sind künstliche Übungsdaten. Die Oberflächenangabe ist das angenommene Ergebnis einer virtuellen Prüfung.

Teil-ID Außenmaß in mm Oberfläche Deine Entscheidung
LF-01 20,00 OK ?
LF-02 19,92 OK ?
LF-03 19,91 OK ?
LF-04 20,09 OK ?
LF-05 20,14 OK ?
LF-06 20,02 Auffällig ?
LF-07 Kein Wert OK ?
LF-08 19,98 Unbekannt ?
LF-09 20,08 OK ?

Arbeitsauftrag: Ergänze die Entscheidung und einen kurzen Grund für jede Zeile. Berechne die Anzahl freigegebener und gesperrter Teile.

Dossier: D5 – Vollständige Tabelle mit Begründungen.

Hilfe 1: 19,92 mm und 20,08 mm gehören zum vereinbarten Annahmebereich.

Hilfe 2: Auch eine fehlende Messung oder ein unbekannter Oberflächenstatus verhindern eine Freigabe.

Kontrollfeedback: Nach der festgelegten Modellregel werden LF-01, LF-02 und LF-09 freigegeben. Sechs Teile gelangen zur Sperrspur. Darunter befinden sich nicht nur mögliche Produktabweichungen, sondern auch unvollständige Prüfergebnisse. Deshalb ist die Sperrquote nicht gleichbedeutend mit einer gesicherten Fehlerquote.


Lerneinheit 6: Ergebnisse prüfen und eigene Abgabe begründen

Dauer: etwa 15 Minuten


Was sagt die Simulation wirklich aus?

Die Simulation kann zeigen, ob die modellierte Entscheidung bei den gewählten Testfällen nachvollziehbar funktioniert.

Sie kann nicht nachweisen, dass reale Sensoren zuverlässig sind, Messmittel die erforderliche Eignung besitzen, ein Ausschleusmechanismus mechanisch sicher arbeitet oder ein Roboter gefahrlos betrieben werden kann.

Video: FACTORY I/O 2.0 – 3D Factory Simulation, Real Games

Videoauftrag: Unterscheide, welche Prozesse virtuell dargestellt werden und welche realen Eigenschaften damit nicht geprüft sind.


Prüfdaten richtig interpretieren

Die Abbildung zeigt beispielhaft eine statistische Regelkarte.

Achtung: Regelgrenzen zur Prozessüberwachung sind nicht automatisch identisch mit Produkttoleranzgrenzen. Eine Regelkarte allein ersetzt keine Einzelteilentscheidung.


Deine Transferentscheidung

Die Qualitätsabteilung möchte die virtuelle Gutspur auf den gesamten Produkttoleranzbereich erweitern.

Vergleiche zwei Vorschläge:

Vorschlag A: Der bisherige Annahmebereich bleibt bestehen. Grenznahe Teile werden zur Nachprüfung zurückgehalten.

Vorschlag B: Jeder Messwert innerhalb der Produkttoleranz wird sofort freigegeben, ohne die Unsicherheit der Messung zu betrachten.

Deine Aufgabe: Begründe, weshalb Vorschlag B ohne zusätzliche metrologische Prüfung nicht ausreichend abgesichert ist. Beschreibe anschließend, welche Informationen für eine fachlich tragfähige reale Entscheidungsregel fehlen.

Dossier: D6 – Eigene Entscheidung mit mindestens zwei fachlichen Argumenten und einer Verbesserungsidee.

Hilfe 1: Eine Messwertanzeige ist nicht automatisch der wahre Wert des Werkstücks.

Hilfe 2: Unterscheide Produkttoleranz, Messunsicherheit, Entscheidungsregel und Prüfmittelnachweis.

Begründetes Feedback: Eine starke Antwort benennt Unsicherheiten, fordert eine validierte Prüfentscheidung und vermeidet eine automatische Realfreigabe aus Simulatorergebnissen.


Drei Lernstufen mit Feedback

Stufe Aufgabe Begründetes Feedback
Basis Ordne LF-01 und LF-06 den virtuellen Materialwegen zu. LF-01 gehört zur Gutspur. LF-06 wird wegen der auffälligen Oberfläche gesperrt, obwohl sein Maß im Annahmebereich liegt.
Anwendung Entscheide über LF-03 und LF-07. Beide gelangen zur Sperrspur: LF-03 wegen der vereinbarten Annahmegrenze, LF-07 wegen fehlender Messdaten.
Transfer Ein neuer Sensor liefert unregelmäßig fehlende Werte. Entwirf eine Verbesserung. Eine begründete Lösung sichert unbekannte Fälle, dokumentiert Störungen und fordert eine fachliche Prüfung der Sensor- und Messkette. Einfaches Ignorieren fehlender Werte ist keine geeignete Verbesserung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aufgabe hat die Qualitätsprüfstation im Lernprojekt? (Nachvollziehbar über Freigabe oder Sperrung entscheiden) (!Alle Werkstücke automatisch freigeben) (!Werkstücke ohne Prüfung verpacken) (!Nur die Fördergeschwindigkeit erhöhen)




Was beschreibt ein Prüfmerkmal? (Eine festgelegte zu prüfende Produkteigenschaft) (!Die Farbe des Simulationsprogramms) (!Die Länge einer Unterrichtsstunde) (!Den Namen des Maschinenherstellers)




Welcher Maßbereich ist im Ausbildungsfall als Produkttoleranz vorgegeben? (19,90 bis 20,10 mm) (!19,00 bis 21,00 mm) (!19,50 bis 20,50 mm) (!20,20 bis 20,40 mm)




Welcher Maßbereich führt bei gültigen übrigen Prüfdaten im Lernmodell zur Freigabe? (19,92 bis 20,08 mm) (!19,80 bis 20,20 mm) (!19,50 bis 20,50 mm) (!20,09 bis 20,14 mm)




Wie wird ein Werkstück mit 20,09 mm und Oberfläche OK behandelt? (Zur Nachprüfung auf die Sperrspur) (!Ohne Prüfung auf die Gutspur) (!Automatisch zur Verschrottung freigegeben) (!Als fehlender Messwert eingetragen)




Was geschieht bei einem fehlenden Messwert? (Das Werkstück wird gesperrt und der Grund dokumentiert) (!Das Werkstück wird automatisch freigegeben) (!Es wird immer ein gültiger Messwert angenommen) (!Die Teilkennung wird gelöscht und der Fehler ignoriert)




Welche Aussage zur Ausschleusung ist richtig? (Ausschleusung bedeutet nicht automatisch Verschrottung) (!Ausschleusung beweist immer einen Materialfehler) (!Ausschleusung ersetzt die Qualitätsdokumentation) (!Ausschleusung ist dasselbe wie Produktfreigabe)




Warum benötigt die Prüfstation eine eindeutige Teil-ID? (Damit Prüfergebnisse einem Werkstück zugeordnet werden können) (!Damit keine Messwerte mehr nötig sind) (!Damit die Toleranzen automatisch größer werden) (!Damit alle Werkstücke dieselbe Entscheidung erhalten)




Was beweist ein erfolgreicher virtueller Simulationstest? (Das untersuchte Modellverhalten unter den Testbedingungen) (!Die Sicherheit eines realen Industrieroboters) (!Die Eignung sämtlicher realer Messmittel) (!Die Betriebsfreigabe der gesamten Produktionsanlage)




Warum ist der Entscheidungsabstand im Lernfall keine allgemeine Normvorgabe? (Weil er nur als didaktische Annahme festgelegt wurde) (!Weil alle Normen die gleiche Messunsicherheit festlegen) (!Weil digitale Messmittel keine Unsicherheit besitzen) (!Weil Toleranzen grundsätzlich überflüssig sind)





Memory

Ordne die zusammengehörigen Begriffe zu.

Prüfmerkmal Zu untersuchende Produkteigenschaft
Maßtoleranz Zulässiger Abmessungsbereich
Messschieber Handmessgerät für Längen
Teilkennung Eindeutige Werkstückidentifikation
Annahmebereich Bereich für die modellierte Freigabe
Sperrspur Materialweg zur Nachprüfung
Prüfprotokoll Dokumentation von Ergebnissen und Entscheidungen





Drag and Drop

Ordne jedem Schritt seine Aufgabe zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Prozessfunktion
Identifizieren Werkstück eindeutig erkennen
Messen Außenabmessung ermitteln
Bewerten Ergebnisse mit Prüfregeln vergleichen
Ausschleusen Nicht freigegebene Werkstücke getrennt weiterleiten
Dokumentieren Prüfergebnis und Entscheidungsgrund speichern





Kreuzworträtsel

Messschieber Wie heißt ein Handmessgerät zur Prüfung von Außenmaßen?
Toleranz Wie heißt der zulässige Bereich einer Maßangabe?
Kamera Welcher Bildsensor kann eine optische Prüfung unterstützen?
Kennung Was ermöglicht die eindeutige Zuordnung eines Datensatzes?
Sperrspur Wie heißt der virtuelle Materialweg für nicht freigegebene Teile?
Simulation Wie heißt die modellhafte Untersuchung eines technischen Prozesses?





LearningApps

Weitere Übungen zu den Prüfmerkmalen und dem Lernfabrikprozess:


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine

bildet betriebliche Produktionsprozesse für Lernzwecke ab.
Das zu kontrollierende Merkmal einer Produkteigenschaft heißt

.
Ein

eignet sich zur Messung von Außenabmessungen.
Der zulässige Maßbereich wird durch die

beschrieben.
Ein gültiges Werkstück kann im Lernmodell eine

erhalten.
Unbekannte Prüfergebnisse führen zur

.
Eine eindeutige

verbindet Werkstücke mit ihren Prüfdatensätzen.
Die Ergebnisse der Prüfstation gehören in ein

.
Der virtuelle Test eines technischen Ablaufs heißt

.
Eine Simulation ersetzt niemals die betriebliche

.




Offene Aufgaben

Bearbeite die folgenden Aufgaben und ergänze Dein Projektdossier. Die Schwierigkeit nimmt schrittweise zu.


Leicht

  1. Prozessdarstellung: Zeichne einen Materialfluss vom Wareneingang bis zur virtuellen Ausschleusung. Markiere die Prüfstation und die beiden möglichen Materialwege. Dossier D1.
  2. Messmittel: Betrachte die Messschieberbilder und erstelle eine eigene beschriftete Skizze. Erkläre, an welcher Stelle Du das Außenmaß der Distanzhülse prüfen würdest. Dossier D2.
  3. Prüfmerkmal: Gestalte eine Prüfkarte für die Distanzhülse LF-20 mit Außenmaß, Oberfläche und Kennung. Dossier D2.
  4. Qualitätsprüfung: Schreibe eine kurze Erklärung, warum ein Werkstück mit fehlendem Prüfwert nicht auf die Gutspur gelangen soll. Dossier D3.


Standard

  1. Entscheidungsdiagramm: Entwickle einen Entscheidungsbaum mit den Zuständen Freigabe und Sperrung. Ergänze Fälle für ungültige Daten. Dossier D3.
  2. Fabriksimulation: Baue eine vollständig virtuelle Prüfstation oder stelle den Ablauf mit einer digitalen Prozessskizze dar. Dokumentiere drei verschiedene Testfälle. Dossier D4.
  3. Prüfdatenauswertung: Ergänze die Übungsdatentabelle und erstelle ein Diagramm mit den Anzahlen freigegebener und gesperrter Teile. Erläutere die Aussagegrenzen. Dossier D5.
  4. Fachinterview: Befrage eine verantwortliche Ausbildungsfachkraft zur Behandlung unklarer Prüfergebnisse. Fasse die Aussagen zusammen und vergleiche sie mit Deiner Modellregel. Dossier D5.


Schwer

  1. Fehleranalyse: Untersuche den Fall einer doppelten Teil-ID. Entwickle eine Möglichkeit, wie das virtuelle System diese Situation erkennt und eine unbegründete Freigabe verhindert. Dossier D6.
  2. Messunsicherheit: Erstelle eine begründete Gegenüberstellung von Produkttoleranz, Annahmebereich und Messunsicherheit. Erkläre, welche Angaben für einen realen Prüfprozess zusätzlich benötigt werden. Dossier D6.
  3. Prozessoptimierung: Entwickle ein Konzept für die Verringerung unnötiger Nachprüfungen, ohne unklare Prüfergebnisse automatisch freizugeben. Ergänze geeignete Testfälle. Dossier D6.
  4. Projektpräsentation: Erstelle eine eigene Präsentation, ein Erklärvideo oder ein digitales Poster zu Deiner Lösung. Nutze ausschließlich eigene beziehungsweise rechtmäßig verwendete Medien und erläutere Deine Qualitätsentscheidung einschließlich ihrer Grenzen. Dossier D6.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Löse die folgenden Transferaufgaben und begründe jede Entscheidung schriftlich.

  1. Fehlererkennung: Zwei Teile besitzen dieselbe Kennung, aber unterschiedliche Messwerte. Erkläre das Problem für die Rückverfolgbarkeit und entwirf eine geeignete Sperr- und Klärungsregel.
  2. Messunsicherheit: Eine Qualitätsverantwortliche schlägt vor, die modellierten Annahmegrenzen ohne Messunsicherheitsbetrachtung auf die Toleranzgrenzen zu verschieben. Bewerte diesen Vorschlag und begründe Deinen Standpunkt.
  3. Prüfplanung: Statt einer Distanzhülse soll eine Kunststoffabdeckung geprüft werden. Entwickle zwei passende Prüfmerkmale und erläutere, wie sich der virtuelle Prüfprozess verändern müsste.
  4. Datenanalyse: Ein optischer Sensor meldet häufig Unbekannt. Erkläre, wie sich das auf die Sperrquote auswirkt, und entwickle einen Plan zur Untersuchung des Problems.
  5. Produktionssystem: Die Gutspur funktioniert im Simulator, die mechanische Ausschleusung einer realen Anlage wurde jedoch nicht untersucht. Erkläre, warum daraus weder eine reale Funktionsfreigabe noch eine Sicherheitsfreigabe abgeleitet werden darf.
  6. Qualitätsverbesserung: Entwickle einen Prüfbericht, der mögliche Produktfehler, unsichere Messentscheidungen und technische Prüfausfälle getrennt ausweist. Begründe die Vorteile dieser Unterscheidung.


Lernnachweis

Deine Abschlussabgabe: Projektdossier LF-20

Für einen vollständigen Lernnachweis legst Du folgende eigenen Arbeiten vor:

  1. D1 – Prozessskizze: Nachvollziehbarer Materialfluss mit Prüfstation, Gutspur und Sperrspur.
  2. D2 – Prüfplan: Prüfmerkmale, Vorgaben, Prüfverfahren und benötigte Datenfelder.
  3. D3 – Entscheidungslogik: Eindeutige Regeln einschließlich unbekannter oder ungültiger Ergebnisse.
  4. D4 – Simulationsnachweis: Mindestens drei dokumentierte virtuelle Tests mit erwartetem und beobachtetem Ergebnis.
  5. D5 – Prüfdaten: Vollständige Auswertung der Übungsserie mit begründeten Einzelentscheidungen.
  6. D6 – Eigene Abgabe: Selbstständige Bewertung, Grenzfallanalyse, Verbesserungsvorschlag und klare Trennung von Simulation und realem Betrieb.
  7. Quellen und Medienrechte: Nachvollziehbare Fachquellen sowie Urheber-, Lizenz- und Herkunftsangaben der verwendeten Fremdmedien.
  8. Reflexion: Kurze Erläuterung, was Dein Modell nachweist und was damit ausdrücklich nicht belegt ist.
Bewertung Erwartung
Basis erreicht Die Prüfkriterien sind richtig wiedergegeben und typische Teile korrekt zugeordnet.
Anwendung erreicht Die Entscheidungslogik, Simulation und Prüfdaten stimmen nachvollziehbar überein.
Transfer erreicht Unsicherheiten, Fehlerszenarien und Verbesserungen werden eigenständig und fachlich begründet.

Abschlussfrage: Würdest Du Deine eigene Lösung als Unterrichtsmodell abgeben? Begründe Deine Entscheidung mit mindestens zwei erfolgreichen Tests, einem kritischen Grenzfall und einer erkannten Einschränkung.




Fachquellen und geprüfte Medien


Fachliche Quellen

  1. Festo Didactic – Cyberphysische Lernfabriken: Grundlage zum modularen Materialfluss, zur digitalen Vernetzung und zum Lernen an Produktionssystemen.
  2. Festo Didactic – CP Lab Komplettsystem: Beispiel für Qualitätsdatenerfassung durch eine Messstation.
  3. ISO 14253-1:2017: Fachlicher Bezug für die Bewertung von Messergebnissen nahe Toleranzgrenzen.
  4. PTB / DKD-L 4-1, Ausgabe 2024: Leitfaden zu Prüfwertunsicherheit und Konformitätsbewertung.
  5. Fraunhofer Vision: Fachinformationen zu automatisierter optischer Inspektion.
  6. HubbS – Grundlagen Prüfen: Berufliches Lernvideo von involas unter CC BY-SA 4.0.

Quellenhinweis: Die Quellen erklären fachliche Prinzipien. Die Übungsgrenzen, das Produkt LF-20 und die simulierten Prüfdaten sind eigenständige didaktische Festlegungen und dürfen nicht als reale Normvorgaben ausgegeben werden.


Bildquellen und Nutzungsrechte

Die eingebundenen Abbildungen stammen aus Wikimedia Commons. Urheber und Lizenzen sind auf den verlinkten Dateiseiten angegeben.

Bild Urheber / Lizenz
Fördertechnik Shixart1985 / Nenad Stojković – CC BY 2.0
Messschieber-Zeichnung Joaquim Alves Gaspar, Bearbeitungen – wahlweise CC BY-SA 3.0
Digitaler Messschieber Lior Streng – wahlweise CC BY-SA 4.0
Inspektionskamera Nelatan – wahlweise CC BY-SA 3.0
SPS-Anschauungsbild Bisgaard – wahlweise CC BY-SA 3.0
Robotergestützte Inspektion Movicontrol – CC BY-SA 4.0
QR-Code-Beispiel Bobmath – CC0 1.0
Statistische Regelkarte DanielPenfield – Public Domain

Lizenzhinweis: Bei einer Weiterverwendung der CC-lizenzierten Bilder sind die jeweiligen Bedingungen einzuhalten, insbesondere Namensnennung, Lizenzverweis und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Änderungen sind, wo erforderlich, kenntlich zu machen.


Videorechte

  1. Introduction to Factory I/O: Universitat Politècnica de València – YouTube, originaler Veröffentlichungslink.
  2. FACTORY I/O 2.0 – 3D Factory Simulation: Real Games – YouTube, originaler Veröffentlichungslink.
  3. Grundlagen Prüfen – Handhabung Messschieber: involas, veröffentlicht bei HubbS unter CC BY-SA 4.0.

Die YouTube-Videos werden über ihre Originaladressen eingebettet. Daraus folgt keine freie Lizenz zur Bearbeitung, zum Herunterladen oder zur Weiterverbreitung der Videodateien. Für eigene Projektvideos sind die jeweiligen Nutzungsrechte gesondert zu beachten.


OERs zum Thema

Wikipedia: Lernfabrik

Weitere offene Informationsquellen:

  1. Qualitätsmanagement: Grundlagen der Qualitätssicherung.
  2. Messunsicherheit: Grenzen der Genauigkeit von Messergebnissen.
  3. Industrie 4.0: Vernetzung von industriellen Prozessen.
  4. Speicherprogrammierbare Steuerung: Grundprinzipien industrieller Steuerungen.
  5. Statistische Prozesslenkung: Unterscheidung von Prozessstabilität und Produkttoleranz.



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte